23 Februar

Video der Woche: Tod der Demokratie! Sie sind Massenhysterie!

von Kategorie: FundgrubeDiskussion: 43 Kommentare

Massenhysterie - Ein Bild aus ihrem Facebook-ProfilIch weiß es doch auch nicht, liebe Leser. Die schicken mir sowas! Ob das ein perfider Plan zu Eroberung der Goth-Herrschaft ist? Die Infiltration einer schleichenden sexistischen Seuche? Wieder möchte ich dem neugierigen Leser eine Band präsentieren, das Fragezeichen in den Gesichtern der Sehenden zurücklassen wird und das mich in eine moralisch schwierige Position bringt. Der Grund: Joanna von der Band Massenhysterie schrieb mir jüngst in einer E-Mail, dass sie sich über ein Berichterstattung freuen würden und sie gespannt auf ein Feedback seien. Ein paar Klicks auf angehängte Videos und Bilder später dachte ich: „Das machen die doch extra!“ Mein leerer Blick gleitete hilflos durch den Raum. Die Helden von Einst blickten von ihren Postern streng auf mich herab. Wie hat Bauhaus damals für Aufmerksamkeit gesorgt, ist die Nazi-Armbinde von Siouxsie Sioux mit einem ähnlichen Hintergrund in Szene gesetzt worden? Was sollte ich tun? Darüber berichten und Aufmerksamkeit generieren oder freundlich absagen und die Sache totschweigen? Ich fasse mich dieses mal kurz: reden ist Silber und Gruftis tragen kein Gold.  Den ganzen Artikel lesen… »


20 Februar

Spontis Wochenschau #1/2017: Wir sind Touristen unserer eigenen Jugend

von Kategorie: WochenschauDiskussion: 6 Kommentare

Spontis WochenschauUm 23:00 soll die Vorstellung beginnen. Ein Blick auf die Uhr verrät, es ist soweit. Ein Blick auf die Eintrittskarte versichert: Wir sitzen im richtigen Kino und auf den richtigen Plätzen. Trotzdem ist der Saal leer. Im Foyer dachte wir noch anders: Menschenmassen vor den Kassen, das Popcorn in der ersten Tankstelle für Kinogänger war schon so gut wie leergefegt und die Toiletten waren nicht mehr als solche zu erkennen. Doch wir sitzen vor unzähligen leeren Sitzreihen. Das Interesse an Trainspotting 2, dem Nachfolger des legendären und prägenden englischen Anti-Drogen-Films der 90er Jahre, ist gering. Kurz bevor die Werbung endet, gesellen sich noch ein paar End-30er dazu, ein Betrunkener direkt vor uns und ein Paar 2 Reihen weiter vorne. Doch die zwei haben sich bestimmt vertan, was ihnen auch selber auffällt, als sie 30 Minuten später das Kino verlassen. Möglicherweise dachte man: „Komischer Anfang von dem 50 Shades of Dinges Nachfolger!„, der ganz nebenbei erwähnt gleich in 2 Kinos lief und restlos ausverkauft war.
Zugegeben. An das Original reicht der zweite Teil nicht heran, zu bemüht erscheint mir die Idee, die Geschichte der 4 Protagonisten fortzuführen. Es fehlt die düstere Frische, der Hauch Todessehnsucht, die Hoffnungslosigkeit und das Bestreben wieder einen Zeitgeist festzuhalten, der sich damals genau so breit gemacht hatte. Interessanterweise erkennt das der Film auch selbst und einige seiner Dialoge und Monologe sind druckreif für die Geschichtsbücher der Selbstreflexion. Warum also ist das Kino so leer? Die Erklärung erscheint simpel. Niemand hatte das Original wirklich gesehen. Für die meisten Jugendlichen von damals war Trainspotting der Song „Born Slippy“ von Underworld und die Kenntnisse des Inhalts beschränken sich auf die Inhalte des Musikvideos. Für meinen Sitznachbarn war es jedenfalls eine Erfahrung, denn mit ihm hatte ich den ersten Teil noch einige Stunden vorher auf einem „Pervers großen Fernseher“ gesehen, bevor ich ihn in die Fortsetzung entführte. Wir sind eben Touristen unserer eigenen Jugend. Den ganzen Artikel lesen… »


24 Januar

Video der Woche: Bestraft ihn! Er hat es nicht anders gewollt.

von Kategorie: FundgrubeDiskussion: 33 Kommentare

Bestraf mich - ScreenshotLiebe Leser. Das nun nachfolgend präsentierte Video der Band Arise-X könnte zart besaitete Dunkelgeister nachhaltig verstören, schockieren, beeindrucken oder wahlweise auch belustigen. Je nach dem welche der unzähligen schwarzen Schubladen unserer Szene ihr Euch zugehörig fühlt, welche Weltanschauung ihr vertretet oder auch wo Eure sexuelle Präferenzen liegen. Ich möchte darauf hinweisen, dass der folgende Text nur die persönliche und subjektive Meinung des Autors darstellt und nicht etwa den Anspruch einer fundierten Auseinandersetzung erhebt.

Der akustische Verführer („Sonic Seducer“) präsentierte mir dieses Werk in meinem – bis zur dieser Stunde – recht jungfräulichen Nachrichtenstrom, der sich bis dahin unschuldig in immer neuen Trump-Karikaturen, Björn Höcke-Zitaten und heimwerkenden Orang-Utans wälzte. „Abwechslung!“ schrien freudig die eingerosteten Synapsen, denn was das Fachblatt der schwarzen Subkultur verbreitet, muss einen gewissen Mehrwert inne haben. Einen beherzten Klick auf den „Play Button“ und mutig in den Vollbildmodus gesprungenen Augenblick später sehe ich mich nicht nur mit in schwarzen Klamotten gehüllten Lustmolchen konfrontiert, sondern auch mit äußerst verstörenden Textzeilen wie „Bestraf mich! Ich will mich leiden sehen!“ zugedröhnt, die vom hämmernde Techno-Beat getragen, durch die Windungen des Gehörgangs dringen.  Den ganzen Artikel lesen… »


23 Dezember

Spontis Wochenschau #7/2016 – Eine Bande von heuchelnden Mitläufern

von Kategorie: WochenschauDiskussion: 16 Kommentare

Spontis WochenschauWeihnachten steht vor der Tür und doch ist vielen nicht so richtig zum feiern zumute. Die Welt erscheint wie ein Trümmerhaufen, selbst vor der eigenen Haustüre ist der Terror nun angekommen. Wohin mit der Angst? Es wird die Lauten geben, die feurige Statements abgeben, die Leisen, die sich verkriechen, die Gläubigen, die glauben wollen, die Denker, die nach Lösungen suchen, die Aggressiven, die aus Angst Wut machen und die Durchtriebenen, die aus dieser Angst und Unsicherheit eine politische Macht kreieren wollen. Die breite Masse bildet sich derweil ihre Meinung und ordnet sich einem der Lager zu, vielleicht auch irgendwo dazwischen. Aber das ist schon das höchste der Gefühle wenn es um Differenzierung zwischen gut und böse oder zwischen schwarz und weiß geht. Jetzt freut man sich erstmal via Facebook über die gebildete Meinung, versucht dann für sich den geschmückten Weihnachtsbaum zu rechtfertigen, bereitet den Festtags-Braten für den heiligen Abend vor und freut sich auf Filme wie „Con Air“ oder „Der Herr der Ringe“ im abendlichen Fernsehprogramm, die ablenken von dieser Welt mit ihren merkwürdigen Menschen. Ich bleibe hier in meinem schwarzen Biotop, ganz ohne Hetzjagd, politischen Parolen, Schuldzuweisungen und dem zwanghaften Verhalten Gründe für etwas zu suchen, wofür es keine Gründe geben kann. Die laute Welt mit ihren kaputten Menschen kann mir gestohlen bleiben. Wenn es Euch genauso geht und ihr Zerstreuung sucht, seid ihr hier richtig: Den ganzen Artikel lesen… »


25 Oktober

Spontis Wochenschau #6/2016 – More Dead than Alive

von Kategorie: WochenschauDiskussion: 7 Kommentare

Spontis WochenschauBevor ich jetzt für jede Meldung ein Fass – oder auch einen Artikel – aufmache, das wichtigste in Kürze. Im Oktober gibt es keinen Gothic Friday. Die Themensuche nahm Zeit in Anspruch und dieses verdammte echte Leben raubte vielen Helfern aus unserem Team die Zeit und jetzt ist einfach zu spät, um noch im Oktober einen Gothic-Friday zu starten. Dafür geht es Anfang November weiter und endet auch erst mit dem Februar 2017. Oder so. Man muss auch einfach mal aus dem kleinbürgerlichen Plänemachen ausbrechen! Nach einer Anregungen aus den Kommentaren habe ich jetzt ein Spontis-Fotoalbum begonnen, in dem ich die Bilder, die teilweisen zu vielen Artikeln erschienen sind, sammle und zum durchstöbern bereit stelle. Hier wird auch nicht aussortiert und zurechtgefummelt. Sozusagen der Directors Cut. Momentan sind Friedhofsbilder und die Bilder von den Spontis-Treffen geplant, auch Galerien von Lesern finden hier ihren Platz. Und dafür, dass es dieses Ausgabe keine Lebensweisheiten von mir gibt, ist die Wochenschau deutlich voller geworden. Das waren die Guten Nachrichten, die schlechte: Pete Burns ist tot. Kein großer Künstler, Musiker oder Sänger, dafür einer der letzten echten Freaks unter den ganzen Angepassten. Den ganzen Artikel lesen… »


6 Oktober

Die Gothic-Szene, eine Welt der Traurigkeitsgenießer?

von Kategorie: Ansichtssache, FundgrubeDiskussion: 19 Kommentare

traurigkeitsgeniesserMusikpsychologen wollen herausgefunden haben, warum einige Menschen melancholische Musik bevorzugen und die dabei empfundene Trauer für sie ein Genuss sein kann. Ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung, der eine zu Grunde liegende Studie britischer und finnischer Forscher zusammenfasste, brachte mich zum Grübeln. Nicht nur, weil ich die Idee dahinter sehr spannend finde und mich auch selbst mit der Vorstellung beschäftigen möchte, sondern auch, warum die Musikrichtungen der schwarzen Szene, oder auch die Szene selbst darin keine Rolle spielt. Es liegt doch auf der Hand, dass eine Szene, die sich immer schon mit der melancholischen Seiten der Musik identifiziert hat, eigentlich ein Paradebeispiel sein sollte. Oder nicht? Den ganzen Artikel lesen… »


18 September

Spontis Wochenschau #5/2016: Los ihr Mädchen! Klettert höher!

von Kategorie: WochenschauDiskussion: 7 Kommentare

Spontis WochenschauMein Bauch gehört mir!“ Anfang der 70er gingen die Frauen auf die Straße, um für das Recht auf Abtreibung zu kämpfen. Sie gewannen und 1974 wurde Paragraph 218 ersatzlos gestrichen. Sie kämpften um Gleichberechtigung und angeblich haben sie „…viel erreicht. Frauen haben mehr Selbstbewusstsein und bessere berufliche Chancen als vor 40 Jahren.“ Rechtlich haben sie viel erreicht, doch in den Köpfen herrscht immer noch keine Gleichberechtigung. Und warum? Weil es uns anerzogen wird.

Neulich war ich mit dem Hund unterwegs, schlenderte am Spielplatz vorbei und lauschte, was eine Mutter zu ihrer Tochter sagte, die sich im kindlichen Leichtsinn anschickte das Klettergerüst zu erobern: „Nicht so hoch, Schatz. Das ist gefährlich!“ Ich ging weiter, bis ich zur Schaukel kam und hörte, wie ein junger Vater seinen Sohn ermutigte, noch ein bisschen höher zu schaukeln: „Klasse gemacht, Finn!„. Mädchen wird nicht zugetraut was Jungs können und Jungs sollen nicht das machen, was Mädchen so machen. Lasst Euren Sohn mal einen mit einem Puppenwagen oder rosa Strumpfhosen durch die Gegend laufen, dann wisst ihr was ich meine. Jungs sehen so aus, wie Jungs hald so aussehen und Mädchen sehen so aus wie Mädchen. Ich verstehe jedes Elternpaar, dass trotz guter Vorsätze aufgibt, ihre Kinder geschlechtsneutral zu erziehen. Kampf gegen eine Industrie, die immer mehr Spielzeuge und Produkte geschlechtlich trennt um den Profit zu erhöhen und Kampf gegen die Erwartungshaltung des Umfelds, die mit diesem Bild aufgewachsen ist. Caya, unser Hund, ist ein Mädchen. Bis auf den Fakt, dass sie sich beim pinkeln hinhockt, sieht man ihr das nicht unbedingt an. Sie hat die gleiche Hundeleine wie ihre männlichen Artgenossen, frisst das gleiche Futter und spielt mit dem selben Spielzeug. Da hat der Hund es deutlich besser als der Mensch.  Den ganzen Artikel lesen… »


7 August

Spontis Wochenschau #4/2016: Neulich in Speakers Corner – Für immer Punk!

von Kategorie: WochenschauDiskussion: 3 Kommentare

Spontis Wochenschau1872 beschloss das britische Parlament die Einrichtung der „Speakers Corner“, einen Versammlungsplatz im Londoner Hyde-Park, an dem jeder einen Vortrag über ein beliebiges Thema halten konnte und sich Interessierte um ihn versammelten. Verschwörungstheorien, Weltuntergänge, die eigenen Lebensumstände, anprangern von Missständen und natürlich die Werbung den einzig wahren Gott gehörten zum Programm. Heute geht da keiner mehr hin. Denn die Sorte Menschen, die sich damals auf Kisten stellten um gehört zu werden, haben Facebook für sich entdeckt. So finden heute viele Menschen ihre täglichen Nachrichten nicht bei der Presse, sondern dort. Und das, was zur eigenen Stimmung oder den eigenen Gedanken passt, wird geteilt. Hier werden Meinungen gebildet, noch bevor irgendjemand überhaupt geprüft hat, ob die Meldung überhaupt Gehalt hat. Wenn es 60 meiner Freunde auch so sehen, wird es schon stimmen. Meinungsführer scharen Gleichgesinnte um sich, die ihnen jeden Senf von den Lippen ablesen. Die Presse rennt ständig der eigenen Aufgabe hinterher und stößt dann mit ihren aufbereiteten Nachrichten auf bereits vorgefertigte Meinungen. Und weil niemand mehr bereit ist, für gute Nachrichten zu zahlen, rennt die Presse in eben dieses offene Messer und verbreitet ihre Nachrichten bei Facebook, um wenigsten ein kleines Stück vom Kuchen zu bekommen. Doofe Situation. Eine Lösung habe ich nicht parat. Facebook abschaffen? Vielleicht ein Ratschlag: Um sich über komplexe Sachverhalte eine Meinung zu bilden, reicht Facebook nicht aus. Auch dieser Blog liefert nicht die ultimativen Antworten auf die Fragen der Szene. Aber immerhin haben wir eine Wochenschau und die Gewissheit, das hier niemand entfreundet wird, der eine andere Meinung (oder auch keine) hat als die Autoren. Den ganzen Artikel lesen… »


28 Juni

Video: 40 Years of Goth Style – In unter 4 Minuten?

von Kategorie: FundgrubeDiskussion: 16 Kommentare

40 Years of Goth Style - TeaserObwohl es der ein oder andere nicht hören möchte, Gothic ist nicht nur eine Subkultur, sondern auch längst eine Mode und Stylingbegriff geworden. Im Internet ist man nur 10 Minuten davon entfernt, sich sein individuelles Gothic-Styling zusammenzuklicken, um dann bei nächst bester Gelegenheit, im Goth-Style die Straßen unsicher zu machen. Dabei ist das, was wir heute in Katalogen und Online-Shops finden, von unzähligen Stil-Entwicklungen und Jahrzehnten der Subkultur geprägt, die sich immer versuchte abzugrenzen, in dem sie völlig neue und extreme Outfits kreierte. Immer ein bisschen provozieren, immer ein bisschen inszenieren und immer ein bisschen kreieren. Das ist bis heute so geblieben. Die neusten Ableger der Szene sind die sogenannten „Pastel-Goths“ und „Nu-Goths“, die das Styling der Szene jetzt nicht neu erfinden, sondern vielmehr als Patchwork-Derivate aus längst dagewesenem und Szene-Fremden bestehen. Aber anstatt mich seitenlang in Worthülsen zu verlieren, zeige ich lieber den kurzen Film von Liisa Ladouceur, Filmemacherin und Autorin aus dem exotischen Kanada, die sich der letzten 40 Jahre Szene-Styling annimmt, um einen Versuch zu starten, die Stile in Schubladen zu packen, sie chronologisch zu sortieren und anhand eines einzigen Models darzustellen. Ein unlösbare Aufgabe? Den ganzen Artikel lesen… »


9 Juni

Spontis Wochenschau #3/2016: Post-WGT-Depressionen

von Kategorie: WochenschauDiskussion: 9 Kommentare

Spontis WochenschauIn den sozialen Netzwerken war der Teufel los. Gefühlte 1000 Foto-Alben über das Wave-Gotik-Treffen in Leipzig. Überall änderte sich Profilbilder, Titelbilder und Statusmeldungen im Minutentakt. Die Post-WGT-Depression, eine weit verbreitete, temporäre Gemütskrankheit leidenschaftlicher Szene-Gänger, hatte um sich gegriffen und die Menschen in eine virtuelle Starre verbannt. Nach der Presseschau und dem Rückblick auf das Spontis-Treffen waren beliebte Artikel und demnächst steht auch die nächste Ausgabe des Pfingstgeflüsters an, für das wieder einige bekannte Namen geschrieben haben. Weitere Informationen dazu findet ihr natürlich demnächst wieder hier. Vor allem aber startet morgen auch das Juni-Thema des Gothic Fridays, das sich – so viel kann ich verraten – um Eure Festivalerlebnisse dreht. Wer also noch mehr Wehmut möchte, zurück in geliebte Depressionen verfallen oder einfach nur wieder seufzend vor dem Monitor sitzen möchte, sei auf die nächsten Tage vertröstet. Und für die, die es nicht mehr hören können, für die das Leben weitergeht und das WGT sowieso uninteressant ist, gibt es hier eine WGT-Freie Wochenschau: Den ganzen Artikel lesen… »