17 Oktober

Festivalbericht: Not so young, but cold – Young and Cold 2017

von undKategorie: Vor OrtDiskussion: Keine Kommentare

YoungandCold FestivaltagebuecherDas Young&Cold Festival jährte sich im September zum fünften Mal und wieder waren verschiedenste Künstler aus dem breitgefassten Wave-Bereich vertreten. Neu hingegen war, dass die Veranstaltung bereits am Donnerstag begann und an jedem Tag in einer anderen Location stattfand. Zudem waren dieses Jahr Tagestickets zu erwerben.

Für Autorin Flederflausch war es bereits das dritte Mal in Augsburg, Svartur Nott, den einige vielleicht noch als fleißigen Helfer vom Gothic-Friday in Erinnerungen haben, sollte dieses Jahr seine Young&Cold Jungfräulichkeit verlieren. Was lag da näher als ein gemeinsames Festival-Tagebuch zu erstellen und abwechselnd die Eindrücke und Erinnerungen zu beschreiben, nebeneinander und gegenüber zu stellen? Den ganzen Artikel lesen… »


5 Oktober

Japanische Subkulturen: Die schrillen Fassaden der Jugend

von Kategorie: ReportagenDiskussion: Keine Kommentare
Gothic Lolitas

Japanische Subkulturen sind sehr visuell.
(c) tokyofashion.com

Japan ist ein kontrastreiches und spannendes Land, dessen Kultur mir fremd und einzigartig erscheint. Immer wieder schwappen Subkulturen aus dem Land der aufgehenden Sonne auch nach Europa, auf zahlreichen Festivals der schwarzen Szene gehören beispielsweise Cosplayer oder Gothic-Lolitas bereits zum gewohnten bunten Farbtupfer im Meer der schwarze gekleideten Gruftis. Auch scheint das Interesse an japanischer Subkultur, deren Stilen und Erscheinungsformen, zugenommen zu haben. Gerade unter den jüngeren Mitgliedern der schwarzen Szene gehören Japan-Tage, Mangas, Anime und Cosplay-Conventions zu den bevorzugten Tellerrand-Interessen. Auch ich finde das, was sich an japanischer Subkultur bei uns etabliert hat, sehr spannend und wollte mich bereits seit einigen Monaten mit dem Thema beschäftigen. Nachdem ich einige japanische Street-Fashion-Portale angeschrieben hatte, um deren Bilder für diesen Beitrag zu verwenden, fand ich schließlich Tokyo Fashion, die mir ihre Aufnahmen zur Verfügung stellten. Dem Wunsch der Betreiber „mit den Bildern und den abgebildeten Personen respektvoll umzugehen„, wie man mir in einer E-Mail schrieb, komme ich gerne nach. Den ganzen Artikel lesen… »


8 September

Altenpflege im Nachtdienst: Vergänglichkeit und Tod als Alltag

von Kategorie: ReportagenDiskussion: 13 Kommentare

Ronny - Altenpfleger in LeipzigFür Ronny gibt es zwei Dinge, die zu seinem Alltag gehören: Der Tod und die Gothic-Szene. Als Pflegefachkraft in einer Altersresidenz in Leipzig ist er nicht nur für die Pflege und das Wohlergehen der Menschen zuständig, sondern begleitet die Bewohner oftmals auch auf ihren letzten Schritten bis in den Tod. Für ihn ist das schon eine Art Berufung, den Bewohnern bei allen ihren Wünschen, Ängsten und Nöten hilfreich zur Seite zu stehen. Alte Menschen werden in unserer Gesellschaft ausgeblendet und sterben oftmals einsam und allein. „Viele werden in Heime „abgeschoben“ und müssen dann dort den Rest ihres Lebens verbringen.“ Steht sein Beruf, der sich stärker als viele andere mit den Tabu-Themen unserer Gesellschaft auseinandersetzen muss, nicht im Grunde am langen Ende der Entscheidung „gegen den Mainstream“ zu sein? Als Ronny mir nach dem WGT in Leipzig einen Artikel zusandte, in dem er den Bewohnern in der hauseigenen Zeitschrift liebevoll erklärt, was ein Grufti ist und warum die sich jedes Jahr in Leipzig treffen, wurde ich neugierig auf die Geschichte hinter seiner Berufswahl. Den ganzen Artikel lesen… »


1 September

Mein schaurig schönes Tagebuch #16: Vitamin D Mangel auf der Gamescom 2017

von Kategorie: VeranstaltungenDiskussion: 9 Kommentare

Gamescom 2017 - Vitamin DIn Köln treffen sich einmal im Jahr die Tageslichtvermeider, die Nerds, die Geeks,  die Cosplayer, die Gamer und die Freaks an einem Ort zusammen, der sich Gamescom nennt. Das ist die zweitgrößte Computer-Spiele Messe der Welt, zu der jedes Jahr über 300.000 Menschen dieser Spezies in die Domstadt pilgern. Zugegeben, nicht alle Besucher bewegen sich abseits der Norm oder verlassen den gesellschaftlich gesteckten Rahmen der Vernunft völlig, aber die sind auch nicht der Grund warum ich diesen Tagebuch-Eintrag schreibe. Es geht um eben diese unerklärliche Masse an Menschen, die wie ihre Lieblings-Spiele-Figur aussehen wollen, die 5 Stunden darauf warten, einen angekündigten Spiele-Titel zu spielen, Menschen die kreischen, wenn sie einen YouTuber sehen, der nicht anderes macht, als auch Computer-Spiele zu spielen. Es geht auch nicht um Erklärungen, Anleitungen zum Dabeisein oder Hintergrundinformationen zur Lebenswelt der Spieler. Wer sich nicht schon mal gewünscht hat, wie Geralt der Hexer durch Temerien zu reisen, als gefürchteter Pilot in das Herz eines Sternenzerstörers einzudringen oder verzweifelt, wenn die feindlichen Truppen die wunderschöne Mauer um die eigene Stadt schon wieder einreißen, wird diesen Artikel wohl befremdlich finden. Ich bin gespannt, liebes Tagebuch, wie Du ihn findest. Den ganzen Artikel lesen… »


18 August

British Style und Popkultur: Die Insel der Exzentriker

von Kategorie: In den MedienDiskussion: Keine Kommentare

British Style Exzentrisch - ScreenshotDie Engländer haben ein unnachahmliches Talent, sich unmöglich anzuziehen. Von nahezu übertriebener Eleganz und dekadenter Hingabe bis hin zu getragenen Lächerlichkeiten unter völliger Ignoranz von Umwelteinflüssen und dem eigenen Spiegelbild. Eine Doku-Reihe auf ARTE widmet sich dem „British Style“ und schmückt diese Irrfahrt durch die Stile mit Archivbildern sämtlicher Jahrzehnte und einem ironisch überzogenen Text, der unterschwellig mehr Wahrheiten enthält, als dem gemeinen Engländer vielleicht lieb sein könnte. „Wie nennt man einen Engländer, der sich nicht völlig verrückt kleidet?“ – „Einen toten Engländer!

Hauptstadt der Unmöglichkeiten ist definitiv London. Hier wird solange gemischt, geschneidert und entworfen, bis ein neuer Style entstanden ist, der von Modelabeln aufgegriffen dann auch das Festland und die restliche Welt beeinflusst. Das, was zu gewagt oder für den Sachverstand zu schrecklich aussieht, bleibt dann erstmal den jungen Leuten vorbehalten, die das Ganze dann mit einer englischen Unbeirrbarkeit in eine Subkultur verwandeln. Das diese dann später von den Modelabels doch noch aufgegriffen werden liegt einfach daran, das sie in aller Munde sind und damit interessant werden. Ich bin tatsächlich der Ansicht, das die meisten Subkulturen unserer Zeit ihren modischen Ursprung in England genommen haben. Die Punks, die Skins oder auch die Raver aus Manchester sind englische Ergebnisse von Rebellion und Geschmacklosigkeit, während die Goths, die Mods oder die New Romantics exzentrische Auswüchse des Wunsches sind, sich von der Masse als etwas Besonderes abzuheben. Den ganzen Artikel lesen… »


2 August

Sophie Lancaster: Ermordet, weil sie anders war

von Kategorie: Schwarze SzeneDiskussion: 2 Kommentare

sophie - stamp out prejudice hatred intolerance everywhereImmer wenn etwas Schreckliches passiert, suchen wir nach Gründen. Vor allem dann, wenn es um Mord geht und es sich bei Opfern und Tätern um Jugendliche handelt, fällt es unserer Gesellschaft besonders schwer, Erklärungen zu formulieren. Im Fall von Sophie Lancaster, die vor rund 10 Jahren von Jugendlichen angegriffen und ermordet wurde, war es für die Öffentlichkeit eindeutig. Sie wurde getötet, weil sie anders aussah. Weil sie ein Grufti war. Mit dem Film „Murdered for Being Different“ hat der BBC ihre Geschichte verfilmt und möchte das Thema erneut aufgreifen. 2016, so der Film im Abspann, gab es in Großbritannien über 70.000 Angriffe auf Menschen, deren Andersartigkeit der Auslöser gewesen sein soll. Doch wurde Sophie tatsächlich zu Tode getreten, weil sie ein Goth war? 

Am 11. August 2007 war die 20-jährige Sophie mit ihrem damaligen Freund, Robert Maltby, in einem kleinen Park ihrer Heimatstadt Bacup unterwegs, als sie von einigen anderen Teenager, die im angrenzenden Skate-Park getrunken hatten, angesprochen wurden. Unvermittelt griffen einige aus der Gruppe den damals 20-jährigen Robert an, der von Tritten und Schlägen getroffen, bewusstlos zu Boden sank. Um ihn vor weiteren Tritten der Angreifer zu schützen, beugte sich Sophie schützend über ihren Freund. Nun richteten sich die Aggressionen der Angreifer gegen die junge Frau, die nach zahlreichen Fußtritten und Sprüngen auf ihren Kopf in ein Koma fiel, aus dem sie allerdings nicht mehr erwachte. Sophie Lancaster starb am 24. August 2007 im Krankenhaus, nachdem sich die Familie und Angehörigen dazu entschieden, die lebenserhaltenden Maßnahmen, die das hirntote Mädchen versorgten, einzustellen.  Den ganzen Artikel lesen… »


27 Juli

Von Szenen, Subkulturen und der Wichtigkeit eigener Abgrenzung

von Kategorie: BrennpunktDiskussion: 31 Kommentare

An einem, sagen wir, Freitagabend postet jemand, nennen wir sie Morticia Dunkeldüster, eine Aufnahme von einer vermeintlich schwarzen Veranstaltung in eine Facebookgruppe. Darauf zu sehen: Schwarzromantiker in aufwändigen Roben, Waver in Pikes und Haremshosen, Steampunks mit mechanisch ausfahrbaren Flügeln, Cyber, die sich mit Menge und Fülle der Plastikdreads und an schreienden Neonfarben gegenseitig überbieten, ein Pärchen in Uniformen, die an die SS erinnern, ein Kerl in Schottenrock mit Bärenfell und Vikingerhorn, ein Latexpferdchen und irgendwas mit Hörnchen, Glitzer und Feenzauberstab. „Alles das ist die schwarze Szene“ schreibt sie dazu und schon nimmt das Unheil seinen Lauf. Die Altgoten springen aus ihrer Gruft und beschreien, das viel bessere früher und sprechen nur den Wavern und Gruftis eine Existenzberechtigung in der wirklichen Szene zu. Angelockt davon schlagen die Toleranzverfechter und „wir-haben-uns-alle-lieb“ Konsorten in die Tasten. „Toleranz!“ schreien sie, „soviel zur Toleranz in der Szene„. Auf verlorenen Posten kämpfen einige Mutige um eine sachliche Diskussion. Schon fließen die ersten bissigen Kommentare in die Tasten und bis zur Beleidigung ist es auch nicht mehr weit. „Es geht um die Lebenseinstellung“ sagen die einen. Andere rezitieren (lückenhaft) eine vermeintliche Entstehungsgeschichte „der Szene“, die damals auf Ibiza begann. Oder irgendwie damals im Teutoburger Wald, die Sache mit den Urgoten. Oder irgendwie so ähnlich…. Den ganzen Artikel lesen… »


14 Juli

Steampunk: Mit Volldampf in die eigenständigen Subkultur

von Kategorie: Schwarze SzeneDiskussion: 33 Kommentare

Steampunk - 2011 - tobikult

Von unzähligen Zahnräder, Gelenken, Schaufelrädern und der Dampfmaschine angetrieben, hat das Motorschiff „Steampunk“ Fahrt aufgenommen und fährt flussaufwärts Richtung Subkultur. In den letzten 5 Jahren hat die Steampunk-Szene die interessantesten Entwicklungen aller Splittergruppen, die – freiwillig oder unfreiwillig – unter dem Schirm der schwarzen Szene zusammengefasst werden, vollzogen. Vor allem in Deutschland haben ambitionierte Festivals das Licht der Welt erblickt und pochen darauf, in den kommenden Jahren zu festen Einrichtungen der Steampunk-Welt zu werden. Erst vor ein paar Tagen endete in Meißen das Debüt-Festival „Mit Zahnrad und Zylinder„, das ein weiterer Erfolg im mittlerweile vollen Terminkalender der Steampunker zu werden scheint und im nächsten Jahr wiederholt werden soll, wie die Sächsische Zeitung berichtet: „Dass es auch im nächsten Jahr mit „Zahnrad und Zylinder“ weitergehen soll, steht für die Veranstalter Jens und Jeannette Mahlow schon fest. „Wir haben positive Rückmeldungen bekommen und möchten das Festival fortsetzen.“

Dabei ist der Weg, den die angehende Subkultur genommen hat, scheinbar ungewöhnlich, denn im Gegensatz zu Gothic oder auch dem Punk handelt es sich nicht um eine Szene, in der die Musik im Mittelpunkt steht, sondern spricht eher Menschen an, die sich als Bastler, Designer, Rollenspieler oder Fantasy- und Science-Fiction-Fans verwirklichen wollen. Den ganzen Artikel lesen… »


5 Juli

Mein schaurig schönes Tagebuch #15: Der Ehe-Grufti und ein Hermann im Nebel

von Kategorie: Finstere OrteDiskussion: 5 Kommentare

Hermann im NebelLiebes Tagebuch. Am letzten Wochenende habe ich den Hermann in Detmold besucht. Im Grunde genommen, das muss ich einräumen, aber eher beiläufig, denn in meiner eigentlichen Mission war ich als engagierter Ehe-Grufti unterwegs und habe meine bessere Hälfte auf das Owls ’n‘ Bats Festival im Teutoburger Wald begleitet. Es waren auch keine Unmengen an Pferden notwendig, um mich dort hinzuziehen, denn ehrlicherweise fand ich die Idee eines Grufti-Festivals mitten im Wald und unweit des Hermanns-Denkmals ziemlich reizvoll und irgendwie aufregend. Einziger Haken: wir waren nicht zum Vergnügen dort, sondern als Teil des zum Festival gehörenden Schattenmarktes, den Orphi mit ihrem selbst entworfenen Schmuck aus dem Hause Eulenforst und einem kleinen Verkaufsstand bereichern wollte.

So kam es dann, dass ich mich als Fahrer, Zelt-Aufbauer, Beleuchter, Aushilfsschmuckverkäufer, Nahrungsbeschaffer und Hunde-Sitter heldenhaft einsetzte und mir so im Nachbericht, den Orphi in ihrem Blog veröffentlich hat, den Titel Ehe-Grufti verdiente. Fast wäre es noch in die Hose gegangen, denn ich habe den Popo nicht hochbekommen und die Autobahn glänzte durch hohes Verkehrsaufkommen. Letztendlich fanden wir uns aber recht pünktlich in einer Wolke auf 386m wieder und konnten mit dem Aufbau des Zeltes beginnen. Nachdem ich einige Minuten ratlos mit unterschiedlich langen Stangen, Verbindern und Eckelementen gekämpft hatte, stand das kleine schwarze Verkaufszelt und sah zwischen zwei übergroßen weißen Zelten aus wie eine Hobbit-Höhle im Teutoburger Wald. Nachdem ich beim Aufbau geholfen und meine Frau mit Essen und Kaffee versorgt hatte, kümmerte ich mich um Caya, unseren Grufti-Großspitz und seine natürlichen Bedürfnisse. Zusammen wollten wir die Gegend erkunden, Hermann besuchen und den Wald durchschnüffeln. Den ganzen Artikel lesen… »


26 Juni

Kinder der Nacht – Der MDR zum Wave-Gotik-Treffen 2017

von Kategorie: In den MedienDiskussion: 4 Kommentare

Valentin und seine Freunde - MDR ScreenshotDer MDR ist zum offiziellen Sender des Wave-Gotik-Treffens geworden und das meine ich tatsächlich nicht im negativen Sinne. Mit wiederkehrender Intensität beschäftigt sich die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt mit den Pfingsttagen in Leipzig und hat auch 2017 viel Interessantes dazu produziert. Man kann diese Neugier jetzt sehen wie man möchte, ich für meinen Teil empfinde das als Glück im Unglück. Warum? Am liebsten hätte man das WGT ja so wie damals in den 90ern: klein, intim, abgegrenzt und undergroundig. Früher in Deutschland kaum wahrgenommen und wenn, dann eher argwöhnisch und ängstlich betrachtet. Damals, als Leipzig noch eine große Ruine war und als die Szene sich im kleinsten Kreise versammelte. Man kann es also 2017 für Unglück halten, dass das Treffen zum bekanntesten und größten Gothic-Treffen der Welt geworden ist und nicht nur der Szene Platz bietet, sondern auch Trittbrettfahrern und Touristen, mit denen auch Kommerzialisierung und Popularität einhergehen. Aber so ist es nun mal. Glück ist es da schon, wenn man sich ernsthaft mit der Szene auseinandersetzen möchte und distanziert beschreibend bleibt und nicht nur auf das plakativ Provozierende setzt. Den ganzen Artikel lesen… »