26 Juni

Kinder der Nacht – Der MDR zum Wave-Gotik-Treffen 2017

von Kategorie: In den MedienDiskussion: 2 Kommentare

Valentin und seine Freunde - MDR ScreenshotDer MDR ist zum offiziellen Sender des Wave-Gotik-Treffens geworden und das meine ich tatsächlich nicht im negativen Sinne. Mit wiederkehrender Intensität beschäftigt sich die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt mit den Pfingsttagen in Leipzig und hat auch 2017 viel Interessantes dazu produziert. Man kann diese Neugier jetzt sehen wie man möchte, ich für meinen Teil empfinde das als Glück im Unglück. Warum? Am liebsten hätte man das WGT ja so wie damals in den 90ern: klein, intim, abgegrenzt und undergroundig. Früher in Deutschland kaum wahrgenommen und wenn, dann eher argwöhnisch und ängstlich betrachtet. Damals, als Leipzig noch eine große Ruine war und als die Szene sich im kleinsten Kreise versammelte. Man kann es also 2017 für Unglück halten, dass das Treffen zum bekanntesten und größten Gothic-Treffen der Welt geworden ist und nicht nur der Szene Platz bietet, sondern auch Trittbrettfahrern und Touristen, mit denen auch Kommerzialisierung und Popularität einhergehen. Aber so ist es nun mal. Glück ist es da schon, wenn man sich ernsthaft mit der Szene auseinandersetzen möchte und distanziert beschreibend bleibt und nicht nur auf das plakativ Provozierende setzt. Den ganzen Artikel lesen… »


20 Juni

Rückblick: Spontis Family Treffen auf dem WGT 2017

von Kategorie: VeranstaltungenDiskussion: 8 Kommentare

Spontis Treffen 2017 - Ein RueckblickSicherheitshalber hatte ich mir gleich zwei Wecker gestellt, denn nach einem durchtanzten Pfingstsonntag auf der Shockwave-Party im Werk II erschien mir die Gefahr viel zu hoch, das eigene Treffen zu verschlafen. Doch vor lauter Aufregung habe ich gar keinen davon gebraucht, denn bereits um 11:00 habe ich in unserer WGT-WG Kaffee aufgesetzt und den Ofen für die Aufback-Brötchen vorgeheizt und Süßigkeiten gegessen, natürlich nur um die Nerven zu beruhigen. Mit einer Hand immer am Smartphone, um Wetter-Radar, Regenwahrscheinlichkeit und Temperatur zu prüfen – als wenn ich etwas daran ändern könnte, wenn es nun doch regnen würde! Im Grunde genommen bin ich nicht zu gebrauchen, in so einer Spontis-Treffen-Vorfreude-Phase. Lampenfieber könnte man das nennen, denn als Mainstream-Misanthrop sind mir Menschenaufläufe eigentlich ein Graus, glücklicherweise treffe ich den Strom hier nicht und deshalb wird aus dem Graus besagtes Lampenfieber. Werde ich wieder nur Unsinn erzählen? Werde ich jeden Besucher begrüßen können? Reichen Buttons und Magazine? Den ganzen Artikel lesen… »


8 Juni

Karma, Karma, WGT-Chamäleon 2017 – Wie war Dein Treffen?

von undKategorie: BrennpunktDiskussion: 35 Kommentare

Orphi, Flederflausch und RobertZur Zeit geht es in den sozialen Netzwerken zur Sache. Da wird eine Unmenge an Diskussionsenergie darin verschwendet, über das Wave-Gotik-Treffen zu meckern. Entweder sind es Kostüme und Karnevalisten die Störenfrieden, Fetisch-Pferde und Elfenwesen der Stein des Anstoßes oder auch Fotografen und Schaulustige der Zankapfel. Man könnte den Eindruck gewinnen, als wäre für die meisten der Diskussionsfreudigen ein furchtbares WGT zu Ende gegangen. Auch Flederflausch ist in ihrer WGT-Depression der eigenen Impulsivität erlegen und hat einen Artikel verfasst, der ihren Unmut zum Ausdruck brachte. Ich fand den Artikel sogar ganz gut und übersah dabei völlig, dass er genau in das gleich Horn blies, das bereits bei Facebook die Lautsprecher zum Bersten brachte. Es dauerte keine Sekunden, da waren bereits die ersten Kommentare zu lesen, die ihre ganz persönliche Mecker-Erfahrung beisteuerten, anstatt sich mit dem Gedanken dahinter zu befassen. Das selbst gewählte Motto von Spontis „als aktive Gegenbewegung zur Meckerkultur“ drohte, mit dem Inhalt zu kollidieren. Orphi regte an, den Artikel zurückzustellen und gemeinsam entschieden wir uns dann, ein paar Schritte zurückzutreten und herauszufinden, ob das Wave-Gotik-Treffen wirklich so schlimm gewesen ist, wie es bisher zu lesen war. Irgendwas konnte nämlich nicht stimmen, denn in persönlichen Gesprächen oder beim Blick in private Fotoalben offenbarte sich ein ganz anderes Bild. Orphi hat die meistgeäußerten Kritikpunkte in den Diskussionen mal unter die Lupe genommen und zeigt, dass manche Dinge gar nicht so schlimm sind, wie sie sich bei Facebook anfühlen. Den ganzen Artikel lesen… »


7 Juni

Anders unter anderen – Kein WGT-Liebeslied

von Kategorie: BrennpunktDiskussion: 8 Kommentare

Ein Sinnbild für das heutige WGT? (Bild: Tobias Blank)

Post-WGT-Dienstag, 19.45: Meine Füße schmerzen, die Haare sind trotz mehreren Waschgängen immer noch spröde vom Haarspray, meine Lider sind schwer und das unangerührte Gepäck drängt sich in der kleinen Wohnung. Post-WGT-Depressionszeit. Eigentlich würde ich jetzt anfangen meinen persönlichen WGT-Rückblick zu schreiben, Bands und Stimmung loben, die Freude über neue und alte Bekannte kundtun und mich in Trauer wiegen, dass alles sooo lange hin ist, bis zum nächsten Mal. Tu ich aber nicht. Kann ich nicht. Obwohl das alles auch so war: coole Bands, geile Stimmung, nette Menschen, die ich sonst ewig nicht sehe und lange hin, bis zum nächsten Mal. Stimmt schon so. War ja auch toll. Trotzdem, auf meinem WGT liegt ein dunkler Schatten. Okay, vielleicht fällt dieser durch Kränkelei und Müdigkeit schwärzer aus, als er eigentlich ist. Anyway. Ich sitze mit einem komischen Gefühl im Bett, was mich – wie in „Von der Entzauberung der Dunkelheit“ beschrieben – nicht erst seit gestern begleitet. Den ganzen Artikel lesen… »


6 Juni

Die Historischen Friedhöfe in Görlitz

von Kategorie: Finstere OrteDiskussion: 3 Kommentare

Nikolaifriedhof - Alter TeilAnfang Mai verbrachte ich ein paar Tage in Görlitz und war sehr beeindruckt von der Pracht aus mehreren Jahrhunderten Baugeschichte. Rund 4.000 Baudenkmäler bieten eine eindrucksvolle Kulisse für historische Filme, daher wird die Stadt auch häufig als Drehort – auch für internationale Produktionen – genutzt. Görlitz war früher eine sehr reiche Stadt, vor allem durch Tuchhandel, was repräsentativ nach außen getragen wurde. Während der DDR-Periode verfielen die alten Gebäude wie vielerorts jedoch zusehend und es war bereits beschlossen, noch im Jahr 1989 die marode Altstadt komplett zu sprengen und mit sozialistischen Neubauten zu überbauen. Zum Glück kam es dank der Wende nicht mehr dazu und seit ein anonymer Spender zur Rettung der Stadt seit 1995 alljährlich eine Million DM/50.0000 Euro überweist, konnte eine Menge saniert werden. Es sollen mittlerweile ca. 80% saniert sein, aber ich fand trotzdem jede Menge alte, schöne und total marode Gebäude vor, oft sogar große prunkvolle Eckhäuser mit Erkern, Statuen und jeder Menge Fassadenschmuck. Ich habe nicht nur die Altstadt abgelaufen, in der es vor allem Renaissance- und Barockgebäude gibt, sondern auch die Gründerzeit- und Jugendstilviertel rings herum und den seit 1945 polnischen Teil der Stadt, Zgorzelec, auf der anderen Seite der Neiße. Den ganzen Artikel lesen… »


3 Juni

So war es so soll es sein – zurück zu den Wurzeln?

von Kategorie: VeranstaltungenDiskussion: Keine Kommentare

Vergangenheitsnostalgie ist wohl etwas, was Gruftis ganz besonders gut können. Schwärmen von den alten Zeiten als alles noch dunkler, echter und weniger kommerziell war. Ob es sich dabei um wirkliche Erlebnisse handelt, denen nachgetrauert wird, oder um Sehnsucht nach einem vermeintlich besseren Damals, dass man selbst nicht erlebt hat und nur aus Hörensagen kennt, spielt dabei keine Rolle. Die 80er sind für viele Schwarzkittel immer noch das gelobte Land und mit einem besonderen Zauber belegt. Auf vielen Wegen wird versucht etwas von damals wieder zum Leben zu erwecken, sei es mittels Musik, welche sich stark an damaligen Klängen orientiert, Kleidung, die an damalige Maßstäbe angelegt ist oder Veranstaltungen, die wieder mehr auf den Selbst-Machen-Gedanken setzen. An Kreativität und Tatkraft mangelt es oft nicht und so versucht auch Theodor mit der kleinen „So war es so soll es sein“ Geburtstagsparty mit befreundeten Bands etwas zu bewegen. Aufmerksam geworden bin ich auf Theodor und seine Feier über einen Facebook-Post und musste zur Stillung meiner Neugier natürlich nachfragen. Den ganzen Artikel lesen… »


2 Juni

One Night in DeVille’s – Manchester 1983

von Kategorie: Dunkle VergangenheitDiskussion: 1 Kommentar

Manchester ist sicherlich nicht die Stadt, an die Viele denken werden, wenn es um die 1980er in England und die musikalischen Wurzeln und Anfänge der „schwarzen Szene“ geht. Viel mehr ist es London und der Club „The Batcave“ die immer wieder in Verbindung mit dieser Zeit genannt werden und welche als musikalische Wiege gelten. Manchester hingegen haftete lange der Ruf als nicht ganz so schöne Arbeiterstadt an, welcher sich aus dessen Rolle während der industriellen Revolution in England speist. Grau und trist und in den 1980er Jahren auch verbunden mit sozialem Abstieg und Arbeitslosigkeit. Doch die Annahme trügt:

Über die Clubszene im Manchester der 80er Jahre gibt es zahlreiche Artikel und Erfahrungsberichte. Viele, die damals jung waren, schwärmen von einem pulsierendem Nachtleben und erinnern sich an die „gute alte Zeit“.  So schreibt Dusbury Dave im Bluemoons Forum: Den ganzen Artikel lesen… »


1 Juni

Für Pilger, Heimchen und Missgoten

von undKategorie: Intern, Schwarze Szene, VernetztDiskussion: 3 Kommentare

Auch vom Spontis-Family Treffen werden wir natürlich berichten

Das schwarze Netz teilt sich – wie jedes Jahr – in die üblichen 3 Lager. Da hätten wir die Pilger, die sich glücklich schätzen ins 4 Tage lang heilig gesprochene Leipzig fahren zu können, um dem Wave-Gotik-Treffen zu huldigen. Seit Tagen sind sie damit beschäftigt, Facebook mit ihren Outfits zu überfluten, Wettervorhersagen zur Diskussion zu stellen und ihr persönliches WGT-Programm zum Besten geben. Sie posten ihre Treffpunkte, bekunden ihre Teilnahme an allerlei Nebenveranstaltungen und sind chronisch aus dem Häuschen oder wahlweise übertrieben cool, was bei der aktuellen Wetterlage aber mehr als schwierig erscheint (Oder auch nicht: drei Wetterberichtsseiten, drei Vorhersagen, ich nehme ja gerne die ohne 40 Grad und ohne Gewitter). Den ganzen Artikel lesen… »


1 Juni

Rückblick: Die Besucher – Wave-Gotik-Treffen der Generationen

von Kategorie: ReportagenDiskussion: 3 Kommentare

Jelena - Pfingstgefluester 2015 (1) - (c) Marcus RietzschHeute ist Donnerstag, die Spannung und Vorfreude wächst ins unermessliche. Hier und da stöbert man noch in dem WGT-Programm, teilt auf Facebook seine Reisevorbereitung oder seinem Unmut darüber, nicht dabei sein zu können. Für die Daheimgebliebenen, die Unterwegsleser, die Nicht-Genug-Krieger und alle anderen hier ein Rückblick auf die Besucher des Wave-Gotik-Treffens 2015. Ein Artikel, den ich im Pfingstgeflüster seinerzeit veröffentlichen durfte und für den Marcus Rietzsch, der Herausgeber des Magazin, die großartigen Bilder zur Verfügung stellte, mit denen dieser Beitrag versehen ist.

Jugendkultur? Das ich nicht lache. Die Zeit verfliegt, während ich an der Flaniermeile der AGRA sitze und das schillernde Treiben beobachte. Der Laufsteg der Eitelkeiten, wie ich den Weg zwischen Eingang und Hauptbühne liebevoll nenne, ist ein Kaleidoskop der heutigen Gothic-Szene, ob es einem gefällt oder nicht. Ein wenig ärgere ich mich darüber, dass ich meine Zeit damit verschwende, andere zu beobachten, eigentlich wollte ich mir doch irgendeine Ausstellung ansehen, einem Vortrag lauschen oder einer sonstigen, altersgerechten und möglichst kulturellen Aktivität nachgehen. Und nun sitze ich hier und merke, dass diese etwa 500m asphaltierter Straße die größte und interessanteste Ausstellung des WGT ist. Hier kann man sehen, wie die Gothics in den 80ern waren, wie die 90er ihre Spuren hinterließen und wie mit den 2000ern immer merkwürdigere Stile einflossen. Es gibt wohl keinen besseren Platz, um die letzten 35 Jahre Szene an sich vorbeiziehen zu lassen. Rein äußerlich versteht sich. Die Mischung aus Zeltplatz, Hauptbühne und Einkaufstempel bringt sie alle hierher.

Ein älterer Mann schlurft an mir vorbei – er ist vielleicht Anfang 50 – sein schwarzer Wuschelkopf, der dezent aufgetragene Kajal und verschmierter rote Lippenstift sind eindeutig. Den Stoffbeutel, auf dem das deutlich jüngere Abbild seines Idols prangt, hätte er sich sparen können, die Ähnlichkeit ist verblüffend. Verwechslung ausgeschlossen. Sogar das Alter zum heutigen Robert Smith dürfte passen.Gleich dahinter ein blutjunger und hochtoupierter Schönling, der mit akkurat gekalktem Gesicht und auslandenden Kajal-Landkarten an den Augen die Blicke auf sich zieht. Sein Äußeres entspricht dem Idealbild einer Zeit, die er unmöglich miterlebt haben kann. Hier und da werden Kameras hochgehalten, vornehmlich von Menschen mittleren Alters, die wohl in dem jungen Mann ein Abziehbild ihrer Vergangenheit entdecken und einer Zeit nachtrauern, in denen die Leidenschaft der Selbstinszenierung noch nicht von den vermuteten Unzulänglichkeiten des eigenen Spiegelbildes erstickt wurden. Und während sich die Objektive auf knackige Halbnackte, ausladende Reifröcke oder grunzende Orks stürzen, blicke ich mich um und mir fällt auf, wie viele Generationen sich auf dem WGT bewegen. Den ganzen Artikel lesen… »


31 Mai

Interview: Das Gothic Pogo Festival – Subkultur in Reinform

von Kategorie: InterviewsDiskussion: Keine Kommentare

Das Gothic Pogo Festival, das sich 2000 aus einer spontanen Idee heraus entwickelte, ist zu einer traditionellen Erweiterung des alljährlichen Wave-Gotik-Treffens herangewachsen und hat sich mit seinem DIY-Charakter längst einen festen Platz in der Herzen der Szene-Gänger erarbeitet. Nachdem es bis 2014 in der Damenhandschuhfabrik stattgefunden hatte, ist man zum 10. Jubiläum ins Werk 2 umgezogen, dass an deutlich zentralerer Stelle liegt und mit der berühmten Grufti-Tram Linie 11 bestens zu erreichen ist. Im Laufe seiner mittlerweile 17 jährigen Geschichte hat es einige Höhen und Tiefen erlebt, wurde vorübergehend für tot erklärt um sich dann, allen Widerständen zum Trotz, aus der eigenen Asche zu erheben. Wir wollten wissen, was hinter dem alternativen Festival steckt und konnten Maria und Daniel die Zeit abringen, sich im Vorbereitungsstress ihrer eigenen Veranstaltung ein paar Fragen stellen, die mir unter den Nägeln brannten.

Maria und Daniel sind beide irgendwo um die 30 und als Promoter* der Gothic Pogo Party tätig. Maria ist bereits seit 2005 dabei und wird seit 2011 von Daniel unterstützt. Beide sind gelernte und leidenschaftliche Event-Manager* und während Maria ihr ehemaliges Hobby zum Beruf gemacht hat, ist Daniel hauptberuflich in der Kommunikationsbranche unterwegs. Beide sind ein Teil des Teams, das hinter dem Festival steckt und das sich ehrenamtlich nicht nur um das Festival bemüht, sondern auch um zahlreiche andere kulturelle und subkulturelle Projekte in Leipzig. Wenn man so möchte, ist aus einem Freundeskreis und der spontanen Idee eine Party zu organisieren, Subkultur in Reinform geworden.  Den ganzen Artikel lesen… »