Historische Friedhöfe – Foto-Sammlungen sehenswerter und einzigartiger Ruhestätten

Friedhöfe, das sind nicht nur Orte der Toten, sondern auch Orte der Ruhe und Abgeschiedenheit. Sie strahlen für Liebhaber Dinge aus, die in unserer schnellen und lauten Gesellschaft oftmals keinen Platz mehr finden. Mystik, Okkultismus, Tod, Vergänglichkeit, Ruhe, Andacht und Stille – um nur einige zu nennen. Sie spiegeln in vielen Fällen Kunstgeschichte und Zeitgeist und geben einen Blick in nationale und internationale Bestattungsrituale. Die prunkvollen Gräber aus dem viktorianischen England beispielsweise, die mit Symbolik überhäuft den Umgang mit dem damaligen Glauben und Irrglauben zeigen, oder die Gräber aus Barcelona, die sich wie ein Kunstausstellung von Phantasie, Fertigkeit und Inspiration anfühlen. Wir schätzen Friedhöfe und ihre Wirkung auf uns, sie erzählen uns Geschichten von Menschen, werfen einen Blick zurück in die Zeit und entschleunigen das hektische Dasein. Die Orte der Toten erinnern uns an unsere eigene Sterblichkeit und damit auch an das, was das Leben ausmacht.

In dieser Friedhofsgalerie stellen wir Bilder von besonders schönen Friedhöfen aus, die wir selbst gemacht haben oder die uns Leser zuschicken, um sie hier zu verwenden. Einige der Galerien sind auch mit Artikeln verknüpft, die vom entsprechende Friedhof berichten und auch schriftlich die Eindrücke beschreiben.

Deutschland

Südwestkirchhof Stahnsdorf
Der Südwestkirchhof der Berliner Stadtsynode in Stahnsdorf ist der vollständige Name des 1909 eröffneten Friedhofs der evangelischen Kirchengemeinden Berlins. Er liegt südwestlich in der brandenburgischen Gemeinde Stahnsdorf und ist mit seinen über 200 Hektar der zweitgrößte Friedhof Deutschlands und der zehntgrößte der Welt. Neben historisch äußerst interessanten Gräbern ist der Friedhof auch kunstgeschichtlich eine eindrucksvolle Sammlung eines Jahrhunderts an Bestattungskultur. (Bilder: GM, Caro Doering)


1828 lebten 45.000 Menschen in der heutigen Finanzmetropole. Der damals innerhalb der Stadtmauern gelegene Peterskirchhof, der bis dato seit über 300 Jahren als Friedhof genutzt wurde, platzte aus allen Nähten, Ärzte bemängelten das hygienische Problem und einflussreiche Patrizierfamilien sehnten sich nach Platz für ihre ausladenden Gedenkstätten. Am 1. Juli 1828 eröffnete die Stadt den Frankfurter Hauptfriedhof, der nach zahlreichen Erweiterungen heute eine Fläche von rund 70 Hektar bedeckt. Seit nun mehr 187 Jahren sammelt der Friedhof Geschichten, Schicksale und Tragödien um an die zu erinnern, die sie erlebten.


Der Alte Friedhof Freiburg ist ein stillgelegter bürgerlicher Friedhof und einer der ältesten vollständig erhaltenen Friedhöfe in Deutschland. 1683 wurde er errichtet, als der Friedhof der ehemaligen St. Nikolauskirche durch den Festungsbau Vaubans zerstört wurde und im Laufe seiner Geschichte immer wieder erweitert. Wie kein anderer Friedhof zeugt dieser vom sich wandelnden Totenkult, der Stadtgeschichte und den barocken und neoklassizistischen Stilepochen des 17. und 18. Jahrhunderts. (Quelle: Wikipedia, Bilder: Sabrina Handt)


Der Melaten Friedhof ist der zentrale Friedhof der Stadt Köln. Seinem Namen verdankt er einem Heim für Kranke und Aussätzige, das bereits im 12. Jahrhundert an dieser Stelle nachgewiesen wurde. 1243 erwähnt man den „Hof zu Melaten“ erstmals in Urkunden der Stadt Köln. Melaten ist bereits seit Jahrhunderten ein Ort der Verderbens. Erst durch die an dieser Stelle befindlichen Siechhäuser und später auch durch die nahe gelegene Hinrichtungsstätte Rabenstein. Aber erst 1810 nutzte man das Gelände als Begräbnisstätte und Erholungsstätte. (Bilder: Sabrina Handt)

Leipzig Suedfriedhof
Neben dem Hamburger Friedhof Ohlsdorf und dem Südwestkirchhof Stahnsdorf zählt der Südfriedhof Leipzig mit seinen 82 Hektar zu den größten Friedhöfen in Deutschland. Mit der Industrialisierung der Stadt Leipzig zum Ende des 19. Jahrhunderts stieg auch der Bedarf an Grabstätten sprunghaft, nach dem Leipziger Friedhof 1881 wurde der Südfriedhof am 1. Juni 1886 durch den damaligen Bürgermeister Carl Bruno Tröndlin eröffnet. Zu beginn als Begräbnisstätte recht unbeliebt, wurde der Friedhof mit zunehmendem Parkcharakter durch die gepflanzten Bäume immer populärer. (Bilder: Sabrina Handt, Caro Doering)

Großbritannien

Abney Park Cemetery - Sich liebende Grabsteine
Der Abney Park Cemetery im Londoner Stadtteil Stoke Newington ist einer der als Magnificent Seven bekannten historischen Friedhöfe im Gürtel um das Stadtzentrum. Der ursprünglich Park wurde von Lady Mary Abney und Dr. Isaac Watts angelegt, bevor man 1840 als Friedhof nutzte. Heute ist der Friedhof verwildert, wird aber immer noch als Park, Bildungsstätte und auch für Friedhofs-Touren genutzt, die von den Persönlichkeiten erzählen, die hier begraben liegen. Blogartikel: Abney Park Cemetery (1840)

Kensal Green Cemetery (1833)
Der Kensal Green Cemetery ist ein Friedhof im gleichnamigen Londoner Stadtteil und der erste und älteste kommerzielle Friedhof in London. Nach einem Beschluss der Regierung zur Beseitigung akuter Platznot bei Beerdigungen, wurde Kensal Green 1833 eröffnet. Das starke Wachstum der Stadt und die hohe Sterblichkeit hatten zuvor zu katastrophalen hygienischen Zuständen in der Umgebung der vielen kleinen und überfüllten Begräbnisstätten geführt. Schon zwei Jahre zuvor hatte die General Cemetery Company Land erworben, um einen Friedhof zu errichten.


Der Highgate Cemetery wurde 1839 im Stadtbezirk Camden der britischen Hauptstadt London eröffnet. Er ist einer der Magnificent Seven, einer Reihe von historischen Friedhöfen, die innerhalb von zehn Jahren kreisförmig um London eingerichtet wurden. Er ist einer der bekanntesten Friedhöfe Londons und bietet neben einem frei zugänglichen Teil auch einen geschlossenen Teil, den man nur mit einer Führung zu Gesicht bekommt.  Douglas Adams, Karl Marx und Malcom McLaren liegen unter anderem hier begraben.


Der Tower Hamlets Cemetery ist ein weiterer Friedhof der „Magnificent Seven“ und als letzter der 7 im Jahr 1841 gegründet. Er befindet sich im Londoner East End unweit der U-Bahn-Station Mile End und ist heute Naturreservat und Naherholungsgebiet, in dem Kinder und Schulklassen die Natur entdecken können. Die letzte Beerdigung fand dort 1966 statt und in jüngster Vergangenheit ist Tower Hamlets als multikonfessionelle Begräbnisstätte immer wieder im Gespräch. 1967 war es den Bürgern des Stadtteils zu verdanken, dass der Friedhof erhalten blieb, denn der sollte einem Park weichen.

Spanien, Frankreich und Tschechien


Der städtische Friedhof liegt am südlichen Rand des Hausbergs Montjuïc. Er wurde 1883 eröffnet und sollten den stark steigenden Einwohnerzahlen der Stadt Rechnung tragen. Obwohl streng symmetrisch geplant, schmiegt sich der Friedhof an die schroffen Felsen und liefert ein bizarres Bild. 2015 hat Spontis den Friedhof besucht und neben zahlreichen Bildern, die hier in der Galerie zu sehen sind, auch seine Eindrücke geschildert: Cementiri de Montjuïc – Prunkvoller Friedhof in Barcelona


Der Vyšehrader Friedhof ist der populärste Friedhof in Prag. Er wurde auf dem Gelände der Vyšehrader Burg errichtet und ist letzte Ruhestätte zahlreicher Berühmtheiten der tschechischen Nation. Das in der Mitte des Friedhofs befindliche Monument „Slavin“ dient als Mausoleum für wichtige Persönlichkeiten des tschechischen Volkes. Autorin Flederflausch besuchte den Friedhof in der goldenen Stadt der 100 Türme 2015 und hat einen interessanten Reisebericht mitgebracht. (Bilder: Flederflausch)

Der Cimetière Montparnasse ist der Prominentenfriedhof in Paris, liegt südlich der Seine und ist bei Touristen sehr bekannt. 1824 wurde der Friedhof auf einem großen Gelände, auf dem ein mittelalterliche Hof mit einer Mühle gestanden hat, eingeweiht. Die Mühle ist auch heute noch zu sehen, wenn auch die Flügel nicht mehr vorhanden sind. Die Dichte der beigesetzten Persönlichkeiten ist beeindruckend, so unternimmt man beim Studium der Gräber eine Reise durch die europäischen und französische Geschichte. In großen Dichte findet man Grabsteine, Monumente und Kapellen aus den unterschiedlichsten Stilepochen der Friedhofskultur. (Bilder: Caro Doering)

Alle Bilder stehen, wie dieser Blog, unter einer CC-Lizenz. Ihr dürft die Bilder für Eure zwecke frei verwenden, solange ihr angemessene Urheber- und Rechteangaben macht. Wie das genau funktioniert und was ihr sonst noch alles mit diesen Bilder anstellen könnt, findet ihr unter dieser Seite. Solltet ihr selbst Bilder auf einem Friedhof machen wollen und seid euch unsicher, ob ihr das dürft und uns die Bilder darüber hinaus zur Verfügung stellen könnt, empfehle ich Euch diesen Artikel einer Fachzeitschrift. Solltet ihr darüber hinaus auf einem der Bilder zu sehen sein und wünscht keine Veröffentlichung auf unserer Internetseite, reicht eine kurze Nachricht über das Kontaktformular. Das gleiche Formular freut sich auch über Nachrichten, die uns Bilder von Friedhöfen zur Veröffentlichung anbieten, gerne unterstützen wir Euch dabei, die Bilder hochzuladen, Text zu verfassen und auch analoge Aufnahmen einzuscannen.

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Tanzfledermaus
Gast
Tanzfledermaus

Hier dürfte ja jetzt ordentlich neues Material vorhanden sein ;-)

Rene
Abonnent
Rene

Hmm vllt bereite ich mal etwas vor zum Cementerio Central in Montevideo, ich sollte da auch noch massenhaft eigene Bilder rumliegen haben.

Flederflausch
Editor

Das mit der Weltkarte finde ich eine super tolle Idee :)