Spontis Wochenschau

Spontis Wochenschau #01/2014

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Kurz hatte ich den Impuls, mich über das Wetter aufzuregen. Von wegen kein Schnee und so. Doch diesmal haben die Kontrollmechanismen ausgezeichnet funktioniert! Die restlichen Floskeln können wir auch noch eben abhaken. Auch 2014 gibt es die Wochenschau, bla bla – werde wieder feinsäuberlich auswählen, blubber blubber – schickt eure Links an mich, laber laber. Fertig. Soll ich mich doch noch über das Wetter aufregen? Nein, ich lasse es.  Dann doch lieber über beschriftete T-Shirts. Ich behaupte: Verpacke irgendeine abstruse Ideologie in einen englischen Spruch und drucke es auf ein T-Shirt. Dazu irgendein Markennamen, der zum Status-Quo-Gefühl des Trägers beiträgt, fertig! „Proud Member of the NPD – since 1964“ Jetzt noch eine entsprechende Marke und ein aktuelles Design. Das Ganze kommt dann in die angesagten Läden zum Preis von 59€ und dem ein- oder anderen Möchtegern-Promi lässt man so ein Teil kostenlos zukommen. Irgendwann laufen dann tausende Idioten Werbung für eine Ideologie, die sie vermutlich ablehnen. Ihr glaubt nicht, dass das funktioniert? Ich hatte gehofft mich zu irren. Ein Video der Wochenschau belehrt mich eines besseren.

  • Fragen Sie Dr. Kürbis – Teil 32: Gibt es eigentlich Zombie-Raben? | Halloween
    Das Horror- und Gruselmagazin für Freizeit-Zombies ist auf den ersten Blick eine weitere Seite im Netz, die sich mit dem Thema Zombies beschäftigt, entsprechende TV-Serien rezensiert und gleich die passenden Kostüme und Schminkutensilien vetreibt. Doch auf den zweiten Blick steckt unheimlich viel Information unter der Haube des Magazins, so bietet die Rubrik „Fragen Sie Dr. Kürbis“ gut recherchierte Artikel für die Fragen des Zombie-Alltags. Der Besucher „Equinox“ möchte wissen, ob es Zombie-Raben geben kann und erhält einen ausgezeichneten Exkurs in Hexen-Tieren und Zombie-Wahrscheinlichkeit: „Diese Frage ist letztlich eine medizinisch-biologische, denn Zombies werden ja bekanntlich zu hirnfressenden Untoten, weil sie mit einem fiesen, mutierten Virus infiziert wurden. Aus wissenschaftlicher Perspektive sieht es so aus: Viren und Bakterien können durchaus bei verschiedenen Spezies die gleichen Wirkungen haben. Die Tollwut, die ja in vielen Zombie-Szenarien ein heißer Kandidat für die Krankheit ist, die durch Mutation zum Zombie-Virus wird, kann Tiere und Menschen gleichermaßen befallen – ein Biss genügt. Allerdings hat die Übertragbarkeit Grenzen: Tollwut kann zwar Menschen und die meisten Säugetiere befallen – Vögel, Echsen, Fische, Insekten usw. sind aber immun. Generell gilt die Faustregel: Je entfernter das Verwandtschaftsverhältnis zwischen zwei Lebewesen ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Krankheit bei beiden zum Ausbruch kommen kann. Und Raben sind stammesgeschichtlich sehr weit von uns weg. Zombie-Raben sind also eine sehr unwahrscheinliche Geschichte.
  • The Heavy Metal Subculture of Botswana, Africa | Messy Nessy
    Heavy Metal ist nicht nur ein musikalische Genre, sondern ganz ähnlich wie Gothic, eine Subkultur mit eigenem Kleidungsstil.  Während man in Europa eher einen dezenten Kleidungsstil verfolgt und sich höchstens für Konzerte und Disco-Besuche zurechtmacht, gibt es in Botswana eine lebendige Subkultur, die diesen Stil verinnerlicht hat. Der südafrikanische Fotograf Franck Marshall hat einen Ausflug in die dortige Szene gemacht und tolle Bilder geschossen. „There’s a competition between them to see who can look the most brutal,” says Marshall, who calls his subjects the renegades– ‘an underground minority rebelling against the status quo, redrawing the borders of both Heavy Metal and orthodox culture in Botswana’.
  • Free-Music-Friday: Best of 2013  | Micha Schmidt
    Wie lange darf man seine Umwelt eigentlich mit Jahresrückblicken penetrieren? Mitte Januar, sage ich jetzt mal. Micha Schmidt, mein persönliches Free-Music-Friday Idol, hat zusammengestellt, was er 2013 für hörenswert gehalten hat. 50 Minuten Spielzeit und 13 Songs kuscheln sich sicherlich ganz wohlig auf eine selbstgebrannte CD, einen kuscheligen USB-Stick oder andere Medien um die Musik dort zu hören, wo man sie genießen kann. Ganz besonders freut es mich für Karnstein von Farblos, der es wieder einmal auf einen Sampler geschafft hat.
  • Dresscode in der schwarzen Szene | Mondbote
    Das kritische Einauge hat sich eine Kolumne von Myk Jung, die im Gothic-Magazin erschienen ist, durch den Kopf gehen lassen. Im Prinzip geht es dem Jung darum, dass er die Vorgabe eines Dresscodes lächerlich findet. Der Mondbote unterstreicht seine These: „Wir schotten uns ab, schotten aber auch andere ab, die nicht so sind wie wir. Das kann natürlich erst einmal ein löbliches, subjektives Ziel für einen selbst sein, will man ja von Glotzern und Spießern in Ruhe gelassen werden. Gleichwohl sind wir aber selbst Glotzer und Spießer, im Grunde sind wir plötzlich das, was wir eigentlich verabscheuen. Hassen uns selbst. Und wer sich selbst nicht mag, dem können die anderen den Buckel runter rutschen. Das ist natürlich nicht schlimm, jeder daddelt vor sich selbst hin und lässt die Welt Welt sein. Wirklich bescheuert wird es meiner Meinung nach aber dann, wenn es zu einer Ideologie wird.“ Gut gebrüllt ihr Löwen! Da auch ich mich gelegentlich für eine Trennung verschiedener Subkulturen ausspreche möchte ich an dieser Stelle betonen, dass er mir hier um die musikalische Trennung geht, nicht um die des Publikums. Eine schwarze Tanzveranstaltung, die versucht alle Musikstile der Szene unter einen Hut zu bringen, funktioniert für mich nicht. Wird nie funktionieren. Ich denke, hier liegt das Problem, denn man macht dem Publikum den Vorwurf, durch zahlreiches auftreten zu bestimmen, welche Musik gespielt wird. Ich glaube ein Dresscode erübrigt sich, wenn man die Musik wieder in den Vordergrund stellt. Das hat im Zwischenfall beispielsweise immer funktioniert.
  • Black Metal wird immer dagegen sein | Zeit
    Black Metal scheint die einzige Musikrichtung zu sein, die auch heute noch schockiert. Es ist wohl Varg Vikernes geschuldet, dass der norwegische Black-Metal als besonders gefährlich gilt, denn der Kopf der Band Burzum ermordete 1993 Øystein Aarseth den Gitarristen der Metal-Band Mayhem. Autor Audun Lindholm beschäftigt sich für die Zeit mit der Subkultur, die wie keine andere provoziert, schockiert und polarisiert: „Der Bewegung gehörten vor allem Jugendliche an, die in einer gut funktionierenden, aber auch schallgedämpften Sozialdemokratie aufwuchsen, mit einer Jugendkultur, die sich nach dem Fall der Mauer entideologisiert hatte. Black Metal wurde mit seinem Ernst, seiner neoromantischen visuellen Ästhetik und seiner literarischen Orientierung eine Alternative zur westlichen Jugendkultur, die in den Neunzigern ihren Namen von ihrer eigenen Schlaffheit bekam: slacker. Wo andere populärkulturelle Ausdrucksformen von sorgloser Ironie, spielerischer Naivität, medialem Metabewusstsein und kleinen Erzählungen geprägt waren, stöberten die norwegischen Metal-Musiker in den dunklen Verliesen und tabuisierten Mythen ihrer Kultur. Überall in Norwegen saßen Jugendliche und schrieben Texte inspiriert von Nietzsche, dem Pastorendichter Thomas Kingo und der altnordischen Götterlehre. Es war eine geschichtlich interessierte, leistungsorientierte Subkultur, durchtränkt von pubertärem Übermut, in der man sich abwechselnd dem Nihilismus und der Nostalgie hingab.“
  • Gothics sind keine Satanisten – Oder vielleicht doch? | Dark-News
    In einem teuflischen 3-teiligen Artikel greift die Autorin „Mustaveri“ das Thema Satanismus allumfassend auf. Schluss mit Klischees! Oder vielleicht doch nicht? „Auch bei den Interessen gibt es Gemeinsamkeiten: Viele Gothics und auch viele Satanisten interessieren sich für Literatur, Philosophie und Kunst und sind auch selbst in diesen Bereichen tätig. Für die Gestaltung eines schönen Outfits für einen stilvollen Gothic-Abend braucht es nicht weniger Kreativität, als für die Inszenierung eines Rituals. Und auch in puncto Lifestyle haben Satanisten und Gothics einen gemeinsamen Nenner: Beide Gruppen lassen sich nicht gern vom Maistream beeinflussen und sich vorschreiben, was sie zu lieben und zu hassen haben, was sich dann auch mal in einer recht ungewöhnlichen Lebensgestaltung äußern kann. Auch gemein ist beiden Gruppen eine Tendenz zur Selbstinszenierung und zum Auffallen in der Öffentlichkeit.“ Die Autorin lässt offen, ob Gothics nun Satanisten sind oder nicht und überlasst dem geneigten Leser die Einschätzung. Vielleicht hilft auch die ausführliche Einschätzung des Themas dabei, den Satanisten ihre düstere Außenwirkung zu nehmen. Begebt euch selbst auf Spurensuche: Teil 1 (Begriffserklärung Gothic) – Teil 2 (Entstehung und Entwicklung der gefürchteten Religion) und Teil 3 (Schnittstellen von Satanismus und Gothic)
  • Gespräche mit Goth | Thomas Manegold
    Autor, DJ, Veranstalter und Produzent Thomas Manegold, die Goth gewordene Multitasking-Existenz hat ein neues Buch herausgebracht. Angelehnt an das Erfolgswerk (vermutlich) „Gespräche mit Goethe“ nennt er sein Werk „Gespräche mit Goth“. Ein zertörerisches Machwerk über ein zerstörte Existenz, die nahezu völlig zufällig ebenfalls als DJ tätig ist: „‚Ich? Ein Zombie?‘, frage ich leise zurück. Die Stimme nickt erwartungsvoll. Sie ist vielleicht fünf und soll mal eine Zombine werden, jedenfalls ist sie so angezogen: Rosa und Rüschen. Ein bisschen wie Barbie und ein bisschen wie ein Popsternchen, dem man noch keine Brüste angeklebt hat. Nein, Kleine, ich bin der einzige Mensch hier. Schau dich mal um, diese Welt ist ein einziger Drogenstrich. Huren beiderlei Geschlechts stehen in Glaskästen herum und bieten anderen Huren für deren sauer erficktes Geld Waren an. Sie haben alle eine ganz, ganz gefährliche Krankheit, die total ansteckend ist.‘ – ‚Wie heißt denn diese Krankheit?‘ – ‚Sie heißt Konsum.'“
  • Küchentisch von Ian Curtis wird versteigert | NME
    Für rund 10.000€ wurde neulich der Küchentisch von Joy Division Sänger Ian Curtis versteigert. Interessierte Fans der Band wissen, dass sich Curtis im Mai 1980 in seiner Küche im beschaulichen Macclesfield das Leben nahm, der arme Tisch musste tatenlos dabei zusehen. „The seller goes on to say that  Debbie Curtis sold the house and much of its contents to a neighbour, Dorothy  Smith, who operated the property as a bed and breakfast until 1996, when Smith’s  daughter, Vicky Morgan, took up residency. It was Morgan who sold the table to  the seller in 2005, after the makers of Control and Curtis‘ daughter  Natalie both declined the offer of owning it. The seller writes:  „Clearly this table is a unique item and I have put a reserve on the Table which  I think reflects its true worth. If it doesn’t sell I will merely keep it.“
  • Geschäft für Gothics und andere Nachtschatten-Gewächse | WAZ
    Frank van Düren, Kultkeller-Besuchern in Duisburg auch als DJ Otti bekannt, hat in der Steinischen Gasse ein Ladenlokal eröffnet, unweit seiner musikalischen Verwicklichungsstätte. Besonders spannend ist die Tatsache, dass er sich beim Verkauf nicht auf Neuware spezialisiert hat, sondern Second-Hand und Restposten-Kleidung in die Szene bringt. „Im Schaufenster begrüßt Elvis, eine Schaufensterpuppe samt Totenkopf, die Kunden. An der Wand hängt ein Totenkopf-Tuch mit der Aufschrift „Little Dead Boy“. Eine opulente Barock-Tapete, natürlich schwarz, versetzt die Kunden in die richtige Stimmung. Schon früher gab es an gleicher Stelle ein Fachgeschäft für Nachtschatten-Gewächse. Deren Sortiment hat van Düren übernommen. Außerdem Restposten aufgekauft und Secondhand-Kleider in den Laden gehängt. Frauen finden hier Engel-Flügel, ganz in schwarz und andere gewagte Outfits. Die Herren können Poster mitnehmen, Würfel für Spiele oder anderes Zubehör. Vor allem von der Kleidung erhofft sich der 34-Jährige, dass sie im Geschäft besser läuft als online. „Über Preise kann man reden“, steht auf einem Zettel. Er setzt bewusst auf Second-Hand, bei ihm sollen die Kunden stöbern und Schnäppchen machen. Er will eine Nische besetzen. „Geschäfte für Neuware gibt es in anderen Städten genug.“ […] Aktionsweise hat er manchmal auch auf, wenn die Nachtfalter sich auf den Weg zur Party machen – damit sie einen Eindruck von seinem Geschäft bekommen.“ Seinen Internetshop Nightshade betreibt er parallel weiter, nicht zuletzt weil er dort eine aktive Community um sich geschart hat.
  • Der Grufti Shuttle und sein Chauffeur | Zeitjung
    So entlockt man auch dem lächerlichsten Klischee den Profit. Michael Perkmann, Gruftie und Mediengestalter, vermietet sich und seinen Leichenwagen als Fahrdienst mit dem ansprechenden Namen „Rent-a-Leichenwagen„. Sein Angebot: Mit dem Leichwagen vor der Disco aufkreuzen, die Nachbarn erschrecken oder als Motiv für ein Fotoshooting – alles ist möglich. „Einen Leichenwagen zu besitzen, war schon immer sein Traum. Michel ist freiberuflicher Mediengestalter. Und als ein Bestattungsunternehmer eine Webseite bei ihm in Auftrag gab und fragte, ob er die Arbeit auch anderweitig vergüten könne, wies ihn Michel auf den Leichenwagen hin, den er in der Garage gesehen hatte. Der Bestatter überließ ihn Michel gerne, er hatte sich ohnehin einen neuen besorgen wollen.“ Eine Stunde mit dem Leichenwagen kosten übrigens 60€, für 300€ gehört euch Gruftie Michael und sein Leichenwagen einen ganzen Tag.
  • Maleficent – Angelina Jolie als Hexe | Walt Disney
    Es geht dem nächsten Myhtos an den Kragen. Nachdem Vampire und Werwölfe zu glitzernden Teenie-Stars verkamen und Zauberer zwischen Mordor und Hogwarth pendelten geht es jetzt den Hexen an ihre Wurzeln. Angelina Jolie, traum unzähliger schlafloser Nächte, wird zur Hexe. In Disney’s Maleficent macht man mit grünen Kontaktlinsen, rotem Lippenstift und schwarzen Hörnern eine erstklassige Hexe aus ihr. Im übrigen ist die Hexe eine alte Bekannte, spielte sie doch bereits 1959 in Disneys „Dornröschen“ die gezeichnete, böse Hauptrolle Malefiz. Ob der aktuelle Film die Erwartungen an eine anständige Hexe erfüllt, bleibt fraglich. Das Frau Jolie das neue Outfit steht, steht hingegen fest.
  • Was steht auf Deinem T-Shirt? |
    Endlich! Ich habe mir diese Frage schon seit 20 Jahren gestellt. Wissen die Leute eigentlich was auf ihren T-Shirts oder Pullovern gedruckt ist? Es ist schon paradox, da kaufen die Leute teure Shirts und laufen dann auch noch Werbung für das herstellende Unternehmen. Mirko Podkowik hat den Versuch gewagt und in Düsseldorf die Menschen angesprochen, um herauszufinden ob die wissen, was auf ihrem T-Shirt steht. Und siehe da: Meine Vorurteile finden sich bestätigt, denn die meisten haben keine Ahnung. Und noch viel schlimmer: Es scheint ihnen völlig egal zu sein! Hauptsache es sieht cool aus. Nicht auszumalen, welche Botschaften man den Träger auf die Brust drucken könnte, sie würden nicht fragen sondern kaufen.

 

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Micha
Gast
Micha

Hey, danke für die warmen Worte anläßlich der Erwähnung meines kleinen Free-Music-Samplers. :-)

„Gespräche mit Goth“ habe ich am 21.12. zum Geburtstag bekommen (bleiben Sie sitzen, ist doch schon lange her) und haben mich bei der Lektüre sehr wohl und verstanden gefühlt. In jedem Protagonisten habe ich ein Stück von mir entdeckt. Einfach toll, das Buch.

LG
Micha

Axel
Gast

Hast es Dir ja auch verdient, Micha. ;-) Ach ja, der gute Myk Jung hat zu 101% den Nagel auf den Kopf getroffen. Und womit? Mit Recht!

Ian von Nierenstein
Gast

Ich stimme ihm auch total zu. Seine Artikel finde ich jedes Mal wundervoll zu lesen. Das Gothic-Magazine hat tatsächlich auch interessante Themen, im Vergleich zum „Lokus“ ;-)

Shan Dark
Gast

Rent-a-Leichenwagen wäre ja was für mich gewesen, aber der Anblick ist enttäuschend. :( Schon zig bessere beim WGT gesehen, die ich mir lieber ausleihen würde…

Ursula
Gast
Ursula

Wundert mich nicht wirklich, daß kein Mensch weiß, was auf seinem T-Shirt steht oder was die Aufschrift bedeutet.
Viele Leute hängen sich ebenso irgendwelche Amulette, religiöse Symbole etc. um den Hals und kennen weder deren Herkunft noch deren Sinn.

Ach ja, und den Leichenwagen würde ich auch nicht mieten. Sehr enttäuschend, diese Bonzenkarre!

Death Disco
Gast
Death Disco

Das günstigste Modell ist doch immer noch das effektivste.

Zum Disney-Film: Ich bin generell kein Fan von Fantasy-Streifen (von Angelina Jolie erst recht nicht)… aber wenn ich das mal mit älteren Filmen vergleiche, z.B. Legend von 1985 mit Mia Sara in der Hauptrolle… die sprachen mich immer noch eher an als das aktuelle CGI-Gewusel, das vor Schwulst und Kitsch schon förmlich erstickt. Weniger ist manchmal mehr.

Anonymous
Gast
Anonymous

Kleine Anmerkung am Rande: Ich glaube, der Titel „Gespräche mit Goth“ bezieht sich eher auf die relativ bekannten „Gespräche mit Gott“. Jedenfalls fände ich diese Anspielung witziger als eine auf Goethe. ;-)
Ansonsten wieder eine tolle Wochenschau. Jetzt habe ich viel zu lesen und zu entdecken.

Axel
Gast

Er hätte durchaus weiter ausholen können, aber im Grunde hat er Recht. Vor allem weil die Szene ursprünglich mal auf Individualität aufgebaut war, was heute in weiten Teilen komplett verloren gegangen ist. Und Atmosphäre kann man auch anders erzeugen. Zudem solche Veranstaltungen immer noch öffentliche Veranstaltungen sind. Wer Dresscode will, soll ne Privatparty machen. Solange man keine Nazis oder allgemein Leute reinlässt bzw. Rauswirft, die stunk machen, ist doch alles in Ordnung. Aber allein bei letzterem scheiterts ja schon bei vielen Clubs. Da hilft dann auch kein Dresscode mehr…

Ne befreundete Szene-DJane von mir hat letztens vor ner ganzen Gruppe Hipster Wave und Minimal aufgelegt. Die scheinen da ziemlich abgegangen zu sein und waren richtig dankbar für die Musikauswahl. Sowas hat man ja unter Szeneleuten eher weniger und die fande das richtig toll, wie die sich gefreut haben.

Zudem, wie ich schon auf Facebook schrieb: Subkultur lässt sich heute nicht mehr über Musik definieren. Dafür ist die Musikszene zu fragmentiert, genauso wie die Hörer vielschichtig sind. Das merke ich auch immer wieder, wenn ich mich mit Musiker unterhalte, wie durchmischt das Publikum geworden ist. Und das ist ja auch gut so, dass immer mehr Leute für sich Musik entdecken statt sich etwas vordiktieren zu lassen.

Ian von Nierenstein
Gast

@Robert: Also noch mal zum Thema „Dresscodes“, ich stimme deinem Kommentar zu, denn Blue Jeans und Holzfällerhemd sind nun mal nicht der Stil, den man in schwarzen Clubs antroffen möchte. Das hat nichts mit Respektlosigkeit und Diskriminierung den Trägern dieser Klamotten gegenüber oder Elitarismus, vielleicht eher Idealismus, zu tun, aber es heißt nun mal „schwarze Szene“ und nicht „karierte Blue-Jeans-Jogginghosen-Turnschuh“-Szene. Ein schwarzes Hemd und eine schwarze Hose kriegt man in jedem KIK-Markt für unter 10 €, da muss keiner ankommen und sagen, dass er sich das nicht leisten kann, denn dann hätte er auch den Eintritt nicht zahlen können.
Und bei uns in Karlsruhe kriegen das die Leute auch eigentlich ganz gut hin. Und die Partys, wo der Eintritt 3 € kostet und jedes Gesindel reingelassen wird, weil der Alkohol billiger als der Eintritt ist, meide ich, z.B. diesen Club (nicht wundern, da gibt es auch Techno- und Hip Hop – Veranstaltungen) hier: http://www.nachtwerk-musikclub.de/.
Unsinnig finde ich es nur, wenn man als Dresscode überteuerte XDrecks- und Aderlass-Klamotten verlangt. Das sieht dann mitunter in meinen Augen tatsächlich lächerlicher aus als der unerwünschte „Normalo“-Style.
Wer in einen Gothic-Club geht, muss vorher damit rechnen, dass er dumm angeschaut wird, wenn er in Hopper-Jogginghosen auftaucht. Und du hast recht, mich stört sowas auch. Ich würde auch nicht ein einen Hopper-Club mit schwarzen Klamotten gehen – abgesehen davon, dass es mich nicht wirklich in eine solche Lokalität ziehen würde…

@Axel: Problem ist, dass heute kaum noch Punks in der Szene sind, die Szenen Punk und Wave haben sich so weit voneinader entfernt, dass der heutige Punk absolut mit dem Punk der End-70er zu tun hat und „Gothics“ bekanntermaßen auch eine ganz eigene Richtung eingeschlagen haben. Das sehe ich bei einer guten Freundin von mir, die eher so der ASP- und Samsas Traum-Fan ist und das als die Krone des Gothic definiert. Ich mag sie ja gerne, aber musikalisch hat man durchaus andere Ansichten, da ich der Meinung bin, dass Gothic nun mal Gothic ist und nicht, dass Industrial Metal Gothic sei, wie sie meint. Und speziell das mit Punk macht mich traurig, dass es heute keine Berührungspunkte mehr gibt, während die heutigen Punks nur noch komische hardcore-lastige Assi-Musik hören und meinen, das Klischeebild des „HastemanenEuro“-Gammler erfüllen zu müssen. Aber gut, jeder nach seiner Façon. Schließlich ist sich jeder selbst der nächste.

fxsend
Gast
fxsend

Die wirklich interessanten Lokalitäten und Veranstaltungen waren immer schon die, bei denen es weder eine Türpolitik noch Security gab. Da reguliert sich die Zusammensetzung des Publikums durch Musik, Stimmung und Publikum. Leute, die sich verlaufen haben, gehen dann auch wieder sehr schnell von selbst. Im Zwischenfall gab’s über Jahre immer wieder mal die skurrilsten Polonäsen von Reisegruppen, die sich in der Tür geirrt hatten und schnell wieder die Treppe runter sind.

Warum? Weil sie selbst gemerkt haben, sie gehören da nicht hin. Das Event-Publikum in den gated communities der Multi-Area-Gothic-Butzen, über das sich alle aufregen, gehört aber genau dort sehr wohl hin. Das ist alles in sich stimmig. Musik, Klamotten, Verhalten. Normiert, konsumierbar, beschützt. Der besoffene Punk, der einen auf der Tanzfläche anrempelt, findet da nicht statt. Wäre wohl zuviel authentisches Lokalkolorit.

Man wüsste ja auch nicht, wie man sich verhält. Muss man da Angst kriegen? Schlägt der gleich um sich? Warum hat der so bunte Sachen an? Demnächst dürfen hier auch noch Stinos rein …

Guldhan
Autor

Die wirklich interessanten Lokalitäten und Veranstaltungen waren immer schon die, bei denen es weder eine Türpolitik noch Security gab.

In Sachen Security ist es schon erstaunlich, wie sich die Welten doch unterscheiden können. Wenn ich immer mal von Schülern mitbekomme, was in den Clubs der Normalbevölkerung für ein Pulk an Türstehern notwendig ist um die Abende friedlich zu halten, dann frage ich mich schon, wie man sich dort wohlfühlen kann. Scheinbar Gewohnheitssache.
Denn wenn ich dann aus meinen frühen 20igern erzähle und solche Zoten bringe wie: „Wenn mir langweilig war, dann habe ich auch schon mal 1-2 Stunden irgendwo gepennt und niemanden interessierte es. Oder beobachtete einfach mal ein paar viertel Stunden die Mädels beim tanzen.“, dann bekomme ich zu hören, dass man einerseits nach spätestens 10 Minuten von einem Türstehen wachgerüttelt werden würden, denn es könnte ja sonstwas sein oder sonstwas mit einem passieren. Bzw. dass man Gefahr läuft, dass sich im zweiten Fall irgendein Bierrülps vor einem aufbaut und fragt was man für Stress sucht, da man sich erdreistet, seine Perle anzuglotzen. Vielleicht bin ich zu spießig, aber mir genügt das Wissen, dass die Türstehen nur gelangweilt am Eingang rumzulungern brauchen und Stempel verteilen.

Jedoch ohne Türsteher, Entschuldigung, aber das ist haltlose Romantik. Vielleicht verläuft es in anderen Himmelsphären idyllischer, doch hierzulande bedurfte es doch gelegentlich des Schutzes nach außen. Somit wären dann vor allem die Veranstaltungen interessant geworden, in die sich gerne mal ein Rudel Treudeutsche auf Ego-Trip verirrten. Und wenn man dann nur von ein paar (nicht ganz ernst zu nehmenden) Goten-Männchen umgeben ist und diverse (doch etwas autoritärer wirkende) EBM-Schränke fehlen, dann würde man die Security doch schmerzlich vermissen. Ich zumindest durfte Begegnungen dieser arischen Art beiwohnen und war dann über jeden Türsteher froh. Davon mal abgesehen, dass die mich ohnehin nie störten.

Zudem bin ich auch erfahrungsgemäß nicht so menschenfreundlich eingestellt, dass ich jedem deplatzierten Proll oder zugesoffenen Punk so einen Grad an Vernunft zugestehe, dass sich dieser wieder trollt, wenn er merkt, dass er falsch ist. Ganz im Gegenteil. Es gibt einige Exemplare, deren Ego diese dazu veranlasst, breitbeinig die Sitzplätze zu belagern, die Luft vollzuquarzen (denn wo kein Ordnungsdienst patrouilliert, gehört das Alphatier markiert) und sich ganz der penetranten wie aufdringlichen Fleischbeschau hingeben. Und was dann, diese freundlich aber bestimmt auffordern? So lange gegen den Tresen werfen, bis sie die Botschaft verstehen? Am Ende fängt man sich selbst noch eine. Dann lieber von denen rauskomplimentieren lassen, die dafür angeheuert und darin erfahren sind. Zugegeben, das ist kein Standard, kann mich in den ganzen Jahren vielleicht an eine Handvoll Fälle erinnern. Aber immerhin mehr als Null.

Irmin
Gast
Irmin

Zum Thema „Kleiderordnung“: Schwierig. Ich bin geneigt, Robert bzw. Ian im Wesentlichen zuzustimmen.

Ja, eigentlich soll man nicht auf Äußerlichkeiten achten, wichtig ist, dass den Leuten die Musik gefällt, etc. pp. Stimmt alles. Und man will ja auch nicht die schwarze Variante frisch von der Uni gekommener BWL-Pinguine schaffen, bei der dann penibel überprüft wird, ob man die gotische Variante des Krawattenknotens auch beherrscht. Es ist auch nicht ganz so leicht, da eine vernünftige Basis zu finden. Ian hat zwar recht, dass sich etwas schwarzes anzuziehen eigentlich nicht so schwer sein kann – nur kann man das meiner Meinung nach nur schlecht als Grundlage für eine Kleiderordnung hernehmen. Verweigert man dann Frauen mit dunkelroten oder -lila Farbtupfern den Einlass? Wohlgemerkt spreche ich nicht von knallbunter Cyber-Bekleidung ;) Wobei es selbst da immer darauf ankommt, wie sich die Leute geben. Meiner Meinung nach.

Dennoch: Man muss wirklich nicht jeden Quatsch und jede Alltagskleidung zulassen. Roberts Empfinden, dass so etwas „unhöflich“ ist, kann ich da durchaus etwas abgewinnen. Aber ich bin eh kein großer Clubgänger, von daher tangiert mich das nur sehr peripher ;) Und bei Konzerten gucke ich auf die Bühne, da sind mir meine Nachbarn wirklich ziemlich egal.

Selbst diese lustige Seite, die Ian schon auf seinem Blog verlinkt hat, hat eine eigentlich gar nicht so furchtbare Kleiderordnung (und selbst dem „Hintergründigen“ kann ich zum Teil etwas abgewinnen). Gut, ob man Piratenkostüme wirklich zulassen sollte…?

Zum Thema norwegischer Black Metal: Ich mag viele Dinge an den Norwegern, und ein Teil davon ist ganz sicher deren Umgang mit Black Metal: Man muss es nicht mögen, aber es ist für viele Leute klarer Bestandteil der eigenen Kultur und noch dazu ein Exportschlager, sozusagen. Während man sich hierzulande ja selbst dafür schämt, dass Rammstein Deutsche sind. Lieber glaubt man, dass irgendwen andernorts deutsche Heulbojen interessieren. Aber gut, ich schweife ab…
Der gute Mann im Zeit-Artikel interpretiert mir da zwar etwas zu viel in die Szene der beginnenden 1990er hinein, vermittelt diese Grundhaltung der Norweger aber ganz gut. Klar, als jemand, der auch gerne Black Metal hört, stören mich die damit verbundenen „Zähmungs- und Übernahmeversuche“ durch die Mainstream ein wenig. Etwas, das man ja auch hierzulande in der schwarzen Szene beobachten durfte. Aber so lange es noch genügend tiefe Nischen im Black Metal gibt, ist das in Ordnung. Dann darf auch mal eine Rezension des neuesten Burzum-Machwerks (was eine zutreffende Bezeichnung ist, da die Musik vom lieben Herrn Vikernes wirklich nicht mehr so das Wahre ist…) auf der Webseite des norwegischen Rundfunks erscheinen.

Das Experiment „Was steht auf deinem T-Shirt“ wundert mich auch eher wenig. Auf den gängigen Shirts steht aber auch ziemlich zusammenhang- und sinnloses Zeug, von daher ist das vielleicht auch entschuldbar.

Axel
Gast

Hmmm… und wenn mir jetzt danach ist mir mein Pali umzuwerfen, gemütliche Jeans zu tragen sowie einen normalen schwarzen Pullover… Ohne mist, mit so eine doch leicht zu erkennenden alternativ-einschlägigen Kleidung wurde mir auch schon der Einlass verwehrt (mittlerweile trägt kein Normalo mehr Palis!). Na gut, wenn die mein Geld nicht wollen gebe ich es woanders aus.

Warum sollte es unhöflich sein, wenn man sich so kleidet wie man sich fühlt?

fxsend
Gast
fxsend

Jedoch ohne Türsteher, Entschuldigung, aber das ist haltlose Romantik.

In meiner Himmelsrichtung (Ruhrgebiet) hat das jahrelang funktioniert und tut’s immer noch. Allerdings kann man die Zahl der Orte und Veranstaltungen, wo das funktioniert, an den Fingern einer Hand abzählen. Es ist die Ausnahme. Nicht die Regel.

Dresscode an sich ist halt eine zweischneidige Sache: Einerseits ist es ja toll, wenn man „unter sich“ bleibt. Andererseits muss dann aber irgendjemand entscheiden, wer denn jetzt mitspielen darf.

Da wären wir wieder bei der uralten Diskussion, ob jemand in Blue Jeans „schwarz“ sein kann. Die Frage kann ich auch nicht beantworten, weil ich immer noch nicht weiß, was dieses „schwarz sein“ denn eigentlich ist. Was ich weiß, ist, dass Charakter nicht grundsätzlich von der Farbe der Beinkleider abhängt. Und nein, ich will nicht stattdessen einen Gesinnungs-TÜV an der Tür. Am besten ist da überhaupt keiner, der guckt, welche Nase die richtige ist.

Soll doch jeder selbst entscheiden, ob die Party zu ihm passt. Und wenn mir selbst die Party wegen dem ganzen komischen Volk nicht gefällt, dann liegt es nicht an falscher Türpolitik, dass die sich alle dort eingefunden haben, sondern wohl eher an der falschen Musik und dem falschen Umfeld.

Der größte Witz an der ganzen Dresscode-Nummer ist ja, dass dadurch eine bestimmte Monokultur erst gezüchtet wird. Jeder, der in der Lage ist, sich dem anzupassen, ist drin. Wer das nicht kann oder will, der ist draußen. Und das sind, trotz des ganzen Karnevals auf vielen Veranstaltungen, die wirklichen Außenseiter, Ungewöhnlichen und auch mal Unbequemen, die du auf diesen Veranstaltungen einfach nicht mehr siehst und kennenlernst.

Micha
Gast
Micha

@Micha: Vielleicht kannst du dann die Frage klären an welches Original “Gespräche mit Goth” angelehnt ist?

@Robert: Leider nicht abschließend, aber ich nehme auch an, dass „Gespräche mit Gott“ die Herkunft ist. Schließlich schreibe ich ja auch gern „Goth sei Dank…“ oder „Thank Goth It’s Friday!“. ^^

Und zum Thema „Dresscode“: Ohne „Gesinnungs-TÜV“ wird man nicht klären können, ob Axel nur heute keinen Bock auf schwarze Klamotten hat oder ob eine Normalo-Clique aufschlägt, um „geile Gruftiweiber“ (O-Ton!) anzugaffen. OK, wenn die in schwarzen Klamotten erscheinen, nützt auch der Dresscode nichts, aber den „Gesinnungs-TÜV“ stelle ich mir schwieriger vor. Vielleicht sollte man 3 Fragen beantworten lassen:

1. Nenne den Todestag von Ian Curtis:
2. Welches Cure-Album folgte auf „Faith“:
3. Nenne 3 Filme von Tim Burton:

^^

Mone vom Rabenhorst
Autor

Na toll.

Ich darf jetzt nicht rein. :-(

Ich HÖRE Musik und GUCKE Filme, ich studiere sie nicht.

Micha
Gast
Micha

Man kann ja Fragen nehmen, die der durchschnittliche Spontis-Leser mit Leichtigkeit beantworten kann. ;-)

Aus dem Fledermausärmel geschüttelt, sozusagen ^v^

Death Disco
Gast
Death Disco

Bei Frage 3 muss ich selbst passen. Also bitte reichlich Ersatzfragen bereit halten. *g*

Waveologen älteren Jahrgangs könnten aber auch Gegenfragen stellen und Türsteher/Fragesteller und sicher auch einen Großteil der Clubgänger problemlos als „Poser“ entlarven. Am Ende der Prozedur stehen dann drei Leute auf der Tanzfläche, während sich der Rest durch seine eigenen Regeln aus dem Club katapultiert hat. Also lasst das mal schön bleiben. ;)

Ach ja…

Micha
Gast
Micha

An die Szene aus „Die Ritter der Kokosnuss“ mußte ich auch denken, nachdem ich das mit den 3 Fragen geschrieben hatte. :-)

Ian von Nierenstein
Gast

Also dass nach der „Faith“ die „Pornography“ kommt, sollte eigentlich jeder wissen, der The Cure kennt.

Andererseits sollte man nicht von einer einzelnen Band auf andere schließen und gerade die Jüngeren können nichts mit der Band anfangen, hat sie sich doch bereits früh verselbstständigt und ist nicht mehr wirklich stellvertretend für die heutige schwarze Szene. Das höre ich, weil es mir gefällt, weil das meine Definition von „schwarzer Musik“ ist, aber andere sehen Sachen wie :Wumpscut: als Non Plus Ultra. Jeder nach seinem Geschmack halt. Von daher, würdet ihr mich nach irgendeinem Titel oder einem Album von denen fragen, könnte ich nichts zu sagen, weil ich mich in der Richtung nicht auskenne.

Death Disco
Gast
Death Disco

Antworte einfach mit Soylent Green. Darauf zappelte in den ’90s doch jeder Dorfseppl ab. Und mehr wird der Großteil der ehemaligen Fangemeinde kaum noch in Erinnerung haben. War mit Suicide Commando doch genauso. See You in Hell hier, See You in Hell dort… andere Titel waren denen doch völlig fremd. ;)

Nur wem würden solche Fragen nützen? Leichte Fragen könnten auch von den ach so „verpönten Normalos“ beantwortet werden, zu schwierige Fragen hält das Publikum draußen, das man eigentlich anlocken wollte. Ein Klotz am Bein. Aber ich denke, der Vorschlag war sowieso nicht ganz ernst gemeint, oder?

Grabesmond
Gast
Grabesmond

Und Atmosphäre kann man auch anders erzeugen. Zudem solche Veranstaltungen immer noch öffentliche Veranstaltungen sind. Wer Dresscode will, soll ne Privatparty machen.

Sorry, aber zur Atmosphäre tragen für mich auch die anwesenden Gäste bei. Ich kann mich nun mal nicht bspw. in einem verrauchten Keller mit Kerzen und Musik wohl fühlen, wenn die Gäste aussehen, als würden sie auch in einen 0815-Stinoschuppen gehen. Ich habe die ganze Woche mit „Normalos“ zu tun, da will ich wenigstens in meiner Freizeit oder auf Partys unter Gleichgesinnten sein, und nicht dort auch Leute auffinden, die vom Aussehen her meine Arbeitskollegen sein könnten. Und Ian hat Recht; ein schwarzes Shirt und Hose kosten nicht Welt, ich verlange auch nicht, dass jeder herausgeputzt weggeht, aber bunte Klamotten à la Bluejeans oder Hawaiihemd müssen nun echt nicht sein.
Das sich natürlich auch auf „Szene“-partys Leute rumtreiben, die sich daneben benehmen, bestreite ich nicht, aber wenn ich mal überlege, wer sich bei meinen bisherigen, langjährigen Discobesuchen immer daneben benommen hat, rumgepöbelt hat usw.- mhh, das waren eigentlich immer Besucher, in nicht-schwarzen Klamotten. Zufall? ;)

Ne befreundete Szene-DJane von mir hat letztens vor ner ganzen Gruppe Hipster Wave und Minimal aufgelegt. Die scheinen da ziemlich abgegangen zu sein und waren richtig dankbar für die Musikauswahl. Sowas hat man ja unter Szeneleuten eher weniger und die fanden das richtig toll, wie die sich gefreut haben.

Ich weiß zwar nicht, auf was du für Partys gehst (falls du überhaupt weggehst), aber ich besuche hier in Nürnberg Partys, bei denen das Publikum gut „abgeht“ und auch bei relativ unbekannten Stücken die Tanzfläche nicht leer ist. Aber gut, Partys, bei denen Industrial (der richtige; nicht dass, was OrkusSonicSecducerZillo etc. uns verkaufen wollen), Wave, Neofolk und Minimal läuft, sind sicherlich ein anderes Kaliber als die unzähligen „Gothic“-partys im Rest des Landes.

Guldhan
Autor

Antworte einfach mit Soylent Green. Darauf zappelte in den ’90s doch jeder Dorfseppl ab. Und mehr wird der Großteil der ehemaligen Fangemeinde kaum noch in Erinnerung haben. War mit Suicide Commando doch genauso. See You in Hell hier, See You in Hell dort… andere Titel waren denen doch völlig fremd.

Oder Bunkertor 7 von :w: bzw. später Hellraiser von Suicide, Eclipse von KC, ect… Die Ironie ist jedoch, dass man diese Titel früher bis zum erbrechen nicht mehr hören konnte, weil sie wirklich jeden Abend durchliefen, egal wann und egal wo man gewesen war.
Heutzutage würde man den DJ mit „Held der Arbeit“ -Orden überhäufen, wenn er dieses oder ähnliches mal wieder auflegen würde. Oder den Abend ungefragt auf solchem Niveau halten würde. Weil man sich, perverser Weise, schon freut, wenn mal etwas Vernünftiges von Combichrist läuft.

Ein Dresscode, der sich auf Schwarz bezieht, kann mich persönlich übrigens einmal ganz gerne haben. Als es damals hier im Umfeld derartige Anwandlungen erstmals gab, brach ich bewusst damit und tauchte entweder in Metro-Flecktarn, mit penetrantem Weißanteil, auf oder stellte das Schwarz so zusammen, dass ich mehr an einen Pimpf aus dem Jungvolk erinnerte denn als an eine optische Bereicherung der Tanzfläche gelten konnte.
Und heute? Seit Jahren geht bzw. ging es zumeist in erdigen Brauntönen oder Army-Olive in die Clubs. Weil diese Klamotten einfach clubtauglicher sind. Und da soll mir mal einer vor der Tür was erzählen, von wegen Schwarz sei Pflicht. Am besten eine solche Gestalt, die nicht mal so alt ist, wie mir an Jahren Soylent green zum Hals raus hing. Ja, Alterschauvinismus ist etwas Feines.

Schwarz darf Trumpf sein, natürlich. Und an ruhigen Abenden bin ich auch komplett unbunt. Aber eben wenn ich will und nicht weil ich es soll. Davon mal abgesehen ist mir ein jeder Typ in Bluejeans, mit Turnschuhen und Poloshirt, der bei guten Klassikern mitmacht und so den DJ zu mehr animiert, lieber, als ein Rudel Dresscodeverpflichtete, die aufgrund ihres Interesses den Abend mit Proll-Getekker füllen.

Aber Ernst beiseite, ich stehe dem Dresscode ambivalent gegenüber. Natürlich sorgt er für angenehme Uniformität und ein homogenes Gesamtbild. Man fühlt sich nicht von vermeintlichen Gaffern belästigt und sieht darin bestätigt, dass man „unter sich“ ist.
Andererseits fördert es die Maskerade. Es ist nichts anderes als das Grundprinzip des Karnevalsgedanke, wenn sich Norman Normalbürger „mal eben schnell“ schwarze Klamotten kauft, nur um kurz in so einem Club herumzustehen. Die Boots, die schwarze Armyhose und das Shirt liegen dann nur für solche Abende im Schrank. Wie groß wird denn dann die Hemmschwelle zu dem Gedanken sein, dass man sich ja dann auch mal richtig kostümieren könnte, weil es ja eh nur Ausgangskleidung ist, mit der man im Privatleben keinen eigenen Stil verbindet. Gut, ein Norman wird dagegen wohl immuner sein als eine Norma.
Ich habe von einigen Mädels öfters solche Thesen gehört wie: „Ja, ich würde ja gerne hin, aber dafür braucht man doch Stiefel und die habe ich nicht; muss ich mir erst kaufen. Und schwarze Klamotten. Nein, eher Goten-Klamotten sollten es ja sein… und tralala.“. Die rennen im Endeffekt in solider Treue zum Dresscode herum, aber verbinden im Geiste nichts damit. Das wirkt wie die pinke Bluse auf Arbeit; die man trägt, weil man sie halt trägt und denkt dass es Chef wie Kundschaft gefällt.
Und wir fragen uns, woher die Einstellung der Wochenend-Goths kommt…

Mone vom Rabenhorst
Autor

Werf mal grad den gewünschten Dresscode der GIP ein. Bin grad drauf gestossen…

Ian von Nierenstein
Gast

@Mone vom Rabenhorst…

Wenn ich solche Bildergalerien wie auf der verlinkten Seite sehe, bin ich froh, dass ich so gut wie nie in Clubs gehe.
Darf man sich dann eigentlich selbst überhaupt als Schwarzkittel bezeichnen, so wie ich als Stubenhocker?

Anonymous
Gast
Anonymous

@Ian: Ich kann Dir da nur zustimmen. Ich verweise da mal auf das allererste Photo der Galerie „GIP 18 Jahre, Oktober 2012“. Die Dame zeigt praktisch ihren gesamten Po. Das ist mitnichten „stilvoller“ als Jeans und T-Shirt…
Überhaupt finde ich es schade, dass der Trend, als Frau möglichst viel Haut zu zeigen und möglichst „sexy“ rüber zu kommen auch in der schwarzen Szene so weit um sich gegriffen hat.

Mone vom Rabenhorst
Autor

Ian, wir sind aktuell keine Besucher der GIP, die halbnackten Leute findet man aber heutzutage auch auf anderen Veranstaltungen, da hast Du Recht. Ich kann diesem nackeligen Lack-/Leder-/Netz-Style auch nix abgewinnen.

Zum Glück ist’s im TIC diesbezüglich „bedeckter“. :-)

Ian von Nierenstein
Gast

Na, Goth sei Dank :D

Und es ist tatsächlich schon ein großer Unterschied, ob eine Dame/Herr verhüllt in Samt oder in Minirock und Gruftie-Dirndl herumtanzt oder ob ihre komplette Kleidung nur aus überklebten Brustwarzen und einem String-Tanga (obacht, DAS totgeglaubte 90er-Unwesen ist wieder da!) besteht.

Isis
Gast
Isis

Wieder mal eine sehr schön ausgewählte Wochenschau, die das Spontisjahr 2014 einläutet. Besonders interessant fand ich den Artikel über die Heavy Metal Kultur in Botswana.

Zum Dresscode: Ich stimme Herrn Jung zu. Es mag wohl stimmen, dass mit der musikalischen Vorliebe oft auch eine damit verbundene ästhetische Vorliebe bzgl. des Kleidungsstils einhergeht, aber dem ist doch nicht zwingend so. Einige mögen sich nie mit dem Kleidungsstil anfreunden, bei anderen wiederum geht der „dazugehörige“ Kleidungsstil vielleicht mit den Jahren „verloren“.
Mir ist es lieber, wenn jemand sich so anzieht, wie es ihm/ihr gefällt und er/sie sich wohlfühlt, statt sich für den Tanzabend verkleiden zu müssen. Ich komme mir sogar eher vorgeführt vor, wenn andere den Stil nachahmen, den ich für mich persönlich als „natürlich“ empfinde, nur um irgendwie „dazu“ (Wozu eigentlich?) zugehören. Und ja, das fängt für mich schon bei bewusst gewähltem schwarzen Hemd und schwarzen Hosen an. Was ist daran so schlimm, optisch durch Buntheit aufzufallen, wenn es dem eigenen Geschmack entspricht? Letztendlich sollte man den (einmaligen) Besuch einer Musik-/Tanzveranstaltung auch nicht mit einer Szenezugehörigkeit verwechseln.
Wichtiger wäre es, da gebe ich Robert recht, eher die musikalische Richtung etwas genauer vorzugeben. Wenn NDW und dunkelbunte Musik vermischt werden, darf man sich nicht wundern, wenn man bei der Party auf Leute trifft, die mit der Szene nichts am Hut haben. Wird jedoch ein gemeinsamer musikalischer Kern gefunden, stören sich andere vielleicht auch weniger daran, wenn jemand dann nicht die „passende“ Kleidung trägt. (Natürlich ist die Krux dabei, dass stets auch ökonomische Interessen seitens der Veranstalter eine wichtige Rolle spielen und nicht jedes Subsubsubgenre genügend Gäste anzieht).
Auf Konzerten ist es ja letzten Endes auch so: Der Großteil kommt, um sich den/die Künstler auf der Bühne anzuschauen und es herrscht meist eine akzeptierende Grundstimmung unter den bunt gemischten Gästen. Und wenn jemand zur schwärzesten Schwarzband aller Zeiten im Hawaiihemd auftaucht, dann kann ich doch zumindest mit gewisser Sicherheit davon ausgehen, dass er/sie sich für dieselbe Musik wie ich interessiert.

Zum Dresscode der G.I.P. kann ich daher nur sagen: Solche Selbstbeweihräucherungen schrecken mich eher ab, mal ganz abgesehen davon, dass ich offensichtlich ohnehin nicht ihrem Zielpublikum entspreche.

Death Disco
Gast
Death Disco

Wichtiger wäre es, da gebe ich Robert recht, eher die musikalische Richtung etwas genauer vorzugeben. Wenn NDW und dunkelbunte Musik vermischt werden, darf man sich nicht wundern, wenn man bei der Party auf Leute trifft, die mit der Szene nichts am Hut haben. Wird jedoch ein gemeinsamer musikalischer Kern gefunden, stören sich andere vielleicht auch weniger daran, wenn jemand dann nicht die „passende“ Kleidung trägt.

Teile der NDW, namentlich Malaria!, Neubauten, X-mal Deutschland, DAF, Krupps, Geisterfahrer, Tommi Stumpff, vielleicht auch Grauzone und Abwärts, gehören zum traditionellen Kern. Das ist nix Fremdes, sondern gehört zur musikalischen Wurzel der Szene.

Heutzutage würde man den DJ mit “Held der Arbeit” -Orden überhäufen, wenn er dieses oder ähnliches mal wieder auflegen würde.

Wobei ich schon in den ’90s von dieser Hit-Generation angeödet war. Es gab zu der Zeit schon DJs, die sich erst gar nicht die Alben der Bands besorgten, sondern den Abend mit „We Came to Dance“- und „German Mystic Sound“-Samplern füllten. Eine tiefergreifende Auseinandersetzung mit den Bands fand da schon kaum noch statt. Wenn ich noch daran denke, dass ich damals immer mit diesem Mortal-Constraint-Album herumrannte und diese selbsternannten DJs kaum etwas damit anfangen konnten… „zu experimentell“, „zuviel Gefiepse“, „Wer? Nie gehört…“. Einfach verrückt.

Isis
Gast
Isis

Teile der NDW, namentlich Malaria!, Neubauten, X-mal Deutschland, DAF, Krupps, Geisterfahrer, Tommi Stumpff, vielleicht auch Grauzone und Abwärts, gehören zum traditionellen Kern. Das ist nix Fremdes, sondern gehört zur musikalischen Wurzel der Szene.

Das ist mir durchaus bewusst, zumal sich einige der von dir genannten Bands auch in meiner Sammlung befinden. Ich entschuldige mich dafür, das nicht näher klassifiziert zu haben. Ich dachte aus dem Kontext geht hervor, dass ich eher die populärmusikalische, teils stark kommerzialisierte, NDW meinte. Und die hat aus meiner Sicht dem Grunde nach nichts (mehr) mit dem „traditionellen Kern“ zu tun (auch wenn es da an der ein oder anderen Stelle sicher Überschneidungen gibt, wie bspw. Grauzone).
Was ich sagen wollte: Der Durchschnittsleser eines Flyers für eine Veranstaltung, auf dem „NDW“ zu lesen ist, wird wohl kaum zuerst an X-Mal und Malaria! denken, sondern eher an Sachen wie Extrabreit, Ideal, Geier Sturzflug, Nena, Peter Schilling etc. Marketingtechnisch gesehen, zieht der Begriff NDW folglich ein anderes und vermutlich auch breiteres Publikum an als bspw. irgendwelche „XY Wave“ Bezeichnungen. Und ich bin mir nicht ganz sicher, ob -überspitzt gesagt- das „Bruttosozialprodukt“ und „Schwarze Welt“ unbedingt auf ein und derselben Veranstaltung gespielt werden sollten, selbst wenn es sich um verschiedene Floors handelt.

Ich hoffe damit sind alle Doppeldeutigkeiten und Unklarheiten beseitigt.

Marco
Abonnent
Marco

anmerkung zum gar nicht mal so schlechten satanisten artikel.
schade das hier gar keine gothic bands mit direktem satanismus- oder zumindestens occult-bezug genannt werden.
dabei braucht man bei lavey bloss mal an die tochter denken. szena lavey (radio werewolf) die ganzen querverbindungen: boyd rice/current93
im goth rock u.a.: fields of the nephilim aktuell merciful nuns als vertreter der crowley-sparte

@axel

wo bist den nicht reingekommen? wir kommen aus der gleichen ecke, ich kenne keinen club hier der auf nen dresscode achtet (leider)

ps. dresscode heißt für mich „schwarz“.. eine schwarze jeans und ein schwarzer pulli reicht für mich völlig aus

Saturin
Gast
Saturin

zum Dresscode: Ich fände ihn gut, wenn man ihn auch konsequent durchsetzen würde, dann müsste sich man von den ignoranten Kaspern nicht ausdauernd belästigt fühlen müssen. Beim vielstrapazierten Argument „ich trage, wonach mir heute ist“ bekomme ich eher Plack – zeugt für mich eher von Asozialität! (habe es mal erlebt, dass zwei (!) Leute zu einer konkret als RABENschwarzen Nacht komplett in weiß antanzten (hatten die den Schuss nicht gehört oder wollten sie nur provozieren? ) Man weiß es nicht – es waren übrigens EBMer in weißen Jeans und Tank-Tops, also keine Blutspritz-Ärztekostüm-Spinner. Trotzdem stellen sich einem unwillkürlich Fragen …. Ich hab auch nicht immer Lust, mir die Augen zu schminken oder die Fingernägel anzumalen, aber ich weiß doch trotzdem, wo ich hingehe – ich werde die paar (aber immer wieder erwartbaren) „Ausbrecher“ nie verstehen …

Auch bei einem Lakaien-Konzert hier in Dresden war mal ein einziger (!) Vogel in Blue-Jeans und rot-weißem Karo-Hemd – und der fühlte sich nicht mal falsch, der nervte auch noch alle Umstehenden mit lauten Gequatsche mit seiner Begleiterin und wollte nicht mal nach mehreren Ansprachen ins Foyer gehen. Igonoranz de luxe …

Ich finde, es kann nicht so schwer sein, sich zu einem dunklen Abend entsprechend zu kleiden. Eine schwarze Hose und ein entsprechendes Oberteil reicht doch völlig aus, muss doch kein Chi-Chi sein …. Wer es nicht macht, belästigt mich dann mit genau dem, wovor ich in dieser Veranstaltung zu flüchten suchte.
Mir ist auch klar, dass es dort immer auch Leute gibt, die sich nur „verkleiden“ – die sind mir aber lieber, als die Ignoranten!
Wäre ich Veranstalter, ich wäre „Dresscode-Nazi“: Wer das Wort „schwarz“ nicht verstanden hat, würde am Eingang höflich gebeten, wieder nach Hause zu gehen. Wenn man’s geschnallt haben sollte, kann man ja gerne wiederkommen ….

Death Disco
Gast
Death Disco

(habe es mal erlebt, dass zwei (!) Leute zu einer konkret als RABENschwarzen Nacht komplett in weiß antanzten (hatten die den Schuss nicht gehört oder wollten sie nur provozieren? ) Man weiß es nicht — es waren übrigens EBMer in weißen Jeans und Tank-Tops, also keine Blutspritz-Ärztekostüm-Spinner. Trotzdem stellen sich einem unwillkürlich Fragen …. Ich hab auch nicht immer Lust, mir die Augen zu schminken oder die Fingernägel anzumalen, aber ich weiß doch trotzdem, wo ich hingehe — ich werde die paar (aber immer wieder erwartbaren) “Ausbrecher” nie verstehen …

So schwer kann das gar nicht zu verstehen sein. Es kommt nämlich ganz darauf an, was auf dieser „Rabenschwarzen Nacht“ läuft. Wenn ich dann auf dem Flyer EBM/Electro/SynthPop/FuturePop anbiete, kann ich nicht erwarten, dass nur kohlrabenschwarze Gestalten auf die Tanzfläche stürmen. EBMler und SynthPop-Fans trugen nämlich schon Ende der 80er weiße Jeans und schwarze Lederjacken oder die umgekehrte Variante, schwarze Jeans/Lederhose und weiße T-Shirts. Electro und EBM sind nun einmal nicht Gothic oder Dark Wave. Wer das nicht abkann, sollte auch so konsequent sein und Electro/EBM aus dem Programm werfen. So einfach ist das.

Aber so wie ich das einschätze, läuft dort nicht einmal waschechter Goth. Fehl am Platze sind somit nicht die weißgekleideten EBM-/Electro-Lümmels, sondern die sich darüber empörenden Hobby-Goten, die die musikalischen und kulturellen Zusammenhänge nicht verstehen (man möge mir einmal Nitzer Ebb oder die Armageddon Dildos im Gruftie-Outfit zeigen… Ihr werdet diesbezüglich nichts finden. Ganz logisch, dass deren Fans nicht genauso herumhüpfen wie ein Christian-Death-Verehrer).

Ich hoffe damit sind alle Doppeldeutigkeiten und Unklarheiten beseitigt.

Jawöhlchen.

Axel
Gast

Auch bei einem Lakaien-Konzert hier in Dresden war mal ein einziger (!) Vogel in Blue-Jeans und rot-weißem Karo-Hemd — und der fühlte sich nicht mal falsch

Okay… ich erzähl Dir dann mal nicht was der Ernst Horn vor und nach dem Konzert so für Kleidung trägt (denkt jemand ernsthaft, der läuft da mit feinen Sakko rum?) – Obwohl, es gibt ein öffentliches Foto wo man zumindest das Oberteil sieht: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.678090518910170.1073741836.505860802799810&type=1 (das erste Foto) – Unterhalb der Trainingsjacke hatte er keine schwarze Hose an, irgendeine graue Hose oder so. Was man halt so trägt wenn man Bühne ab und aufbaut. (Das macht der Ernst bei kleineren Konzis nämlich auch noch selbst)

Wenn ihr ne Ahnung hättet wie Szenemusiker so direkt vor und nach Konzis rumlaufen… also da halten sich die wenigsten an irgendwelchen Dresscodes! Von einigen weiß ich auch, dass die diese Kostümierung auf der Bühne eher ungern machen und häufig mal danach ist einfach mal „in Straßenkleidung – so wie man sonst auch ist“ zu spielen. Und so wäre für mich auch der Idealzustand in der Kunst. Von nem Maler erwartet doch auch niemand bestimmte Kleidung oder von nem Autoren oder von nem Regisseur. Aber bei Musikern soll das so wichtig sein? Bitte melden, wem das auch strange vorkommt.

Deswegen ist das einfach nur affig von anderen so einen scheiß Dresscode zu erwarten. Vorallem bei Konzerten! Die sind heute allgemein wenig besucht und ein Musiker freut sich über JEDEN der seine Musik gerne hört. Egal ob der in schwarzen Windeln geschissen hat oder nicht! Dass man hier noch anderen ernsthaft vorschreiben will, was die für Musik hören sollen, nur weil die Eure kindische Kostümierung nicht mitmachen… also da fehlen mir die Worte! Wieso sollte man sich „falsch fühlen“ wenn man die Musik mag???

Und: Wenn eine Veranstaltung schon „Rabenschwarz“ im Namen hat, dann kann man nicht ernsthaft davon ausgehen, dass dem auch so ist. Gerade vor solchen Dingern muss man ja immer aufpassen. Keine schwarze Veranstaltung benennt sich auch so, sondern da nimmt man dann was begriffsschwangeres als „Rabenschwarz“. Und zudem das was Death sagt. EBMer waren noch nie gruftig unterwegs!

Marco
Abonnent
Marco

ich kann saturins zorn durchaus verstehen, lässt du einen unschwarzen in den club(!), bringt der das nächste mal seine freunde mit. nach und nach verändert sich nicht nur die farbe, sondern auch das klima im club. sowas kann man in den westsächsischen mainstream-dissen gut beobachten. da gibt es plötzlich ganze fun-fotoserien auf den homepages diverser tageszeitungen.. bunte typen mit hipsterbrillen die mit bierbullen grüßend mädchenschnuten ziehen.. und es werden immer mehr!
ich würde einen dresscode mit den kleinsten nenner „SCHWARZ“ auf tanzabenden begrüßen. in konzerten ist das nicht möglich, da stimme ich meinen vorredner zu.
jeder gast hat es aber selbst in der hand dagegen was zu unternehmen, ich und viele meiner freunde meiden bewusst solche „toleranten“ clubs und lassen es den veranstalter auch wissen. fb bietet sich dafür ja herrlich an.

axel in welchen club bist du den nicht reingekommen?

Guldhan
Autor

habe es mal erlebt, dass zwei (!) Leute zu einer konkret als RABENschwarzen Nacht komplett in weiß antanzten […] es waren übrigens EBMer in weißen Jeans und Tank-Tops

Beneidenswert, denn ich schätze, dass diese wenigstens mal für Stimmung und passende Musik gesorgt haben. Davon mal abgesehen, warum diese Entrüstung. Wahrscheinlich waren diese sogar auf sozialer Mission unterwegs. Um den Kontrast zu bilden. Den kleinen Störfaktor zu mimen, der wieder zum Schätzen und Achten des DIN-Schwarzes beiträgt. Sowie das Gleichnis vom Erfreuen am Licht, wenn man auch weiß, dass Schatten herrschen könnte. In diesem Fall nur eben umgekehrt.
Und da gebe ich Recht. Wenn man EBMer auf Gotenschwarzabenden sieht, dann lief schon bei der Unterhaltungsplanung etwas falsch. Bewegen sich diese doch für gewöhnlich nicht außerhalb ihres natürlichen (akustischen) Umfeldes.
Wenn auf „meinem“ Territorium lockende Musik läuft, dann kann ich mich ja auch nicht darüber aufregen, dass mir plötzlich so besinnlich wedelnde Samtsalzsäulen im Weg herumstehen und ich mich ständig entschuldigen muss, weil ich denen auf den Rock getreten bin. Wer nachts keine Motten im Haus haben will, der macht das Fenster zu. So einfach ist das. Doch in der Praxis bin ich schon für jede Figur dankbar, die den Cybern den Platz raubt. Denn stelle ich die Penetranz von Knicklichtern und den daraus resultierenden Musikgeschmack gegenüber dem EBMer… ich wüsste, zu wem ich mich gesellen würde. Da kann der Cyber kinnabwärts noch so Anstandsschwarz sein.

Ich wäre übrigens beim Proklamieren des 100% Rabentiefpunkt-Schwarzes mit garantierter Lichtlosigkeit nicht so bedingungslos. Denn als ich mich öfters mal zu den Gotenflächen trollte, um dort Luft zu holen, vor Techno-Attacken zu flüchten oder diese Gestalten bei ihren Ärmchen-Heb-Dich-Choreografien zu bestaunen, so sah ich auch anderes als Schwarz.
Im Grunde konnte man davon ausgehen, dass dutzende in Vollgoten-Edel-Tracht sich durchaus Violett, Purpur, Indigo, Bordeaux, oder weiß der Farbteufel, bedienten.
Natürlich darf man jetzt im Zuge des Proargumentes mit Farbkulturellen Zusammenhängen argumentiere, darf mir auch bestätigen, dass eine dezente dunkelbunte Bordeaux-Note im Korsette, umgeben von bravem Renaissancegerüsche, noch immer gruftiger daherwedelt, als die Unterwäschen-Schnepfe neben ihrem Weißjeans-Schwengel. Und Weiß wirkt in einem dunklen Club nun einmal aufdringlicher als Indigo. Ist ja alles einleuchtend.
Doch wer Regeln etabliert, der kann dann nicht mit einer willkürlichen Ergänzungsliste von Wenn und Abers aufwarten. Der sollte auch diesen dann das Wir-müssen-leider-draußen-bleiben-Schild unter den Kajalstrich halten und sich vehement als Nestbeschmutzer titulieren lassen.

Davon mal abgesehen. Warum kein Dresscode, warum keine Trennung. Die schwarze Meute ist ohnehin zu diffizil gesplittet, um auf engstem Raum noch eine musikorientierte Einheit darzustellen; dafür braucht es schon weitläufige Festivals oder ganze Städte. Und mir wäre es recht. Die Stoffkäfer zu euch, die Nacktschnecken zu uns. Hätte sicherlich keine Fraktion ein Problem mit. Da der Gote somit mehr zum sinnieren und der Electro-Kracher mehr zum gucken haben wird. Und die Glühwürmchen könnten dann mal gänzlich abschwirren.

lässt du einen unschwarzen in den club(!), bringt der das nächste mal seine freunde mit. nach und nach verändert sich nicht nur die farbe, sondern auch das klima im club

Mich nervten in ostsächsischer Clublandschaft bis jetzt nur die Teletubbies, derartiges kam mir noch nicht unter die Augen. Doch auch dahingehend würde ich differenzieren. Was ist unschwarz? Einzig die Ermangelung an jener unbunten Lichtlosigkeit. Dann ist die Gefahr im Grunde nicht gegeben. Denn man sieht schon allein am Stil ob dieser ein Karnevalist, gefürchteter »Stino« oder einfach nur ein ignoranter Elektro-Intrigant ist. Einzig ein Blick auf die Ledertreter. Zeugen diese von täglichem Gebrauch und der Rest auch nicht gerade vom Biedertum, so kann man davon ausgehen, dass dieser schon in gewissem Sinne im Schwarzvolk verwurzelt ist, demnach weiß was er tut und wohl nicht seine Hipsterfreunde zur Fleischbeschau mitzerren wird.
Ich glaube, ich würde den Dresscode am Schuhwerk festmachen. Daran kann man es recht gut erkennen, zumindest nach meiner Erfahrung. Da diese wohl noch irgendwie zum kleinsten gemeinsamen Nenner gehören. Egal ob nun Spitzschuh oder klobiger Ledertreter. Allerdings würden dann wohl die Turnschuh-Goten in Tränen ausbrechen, die es seltsamer Weise auch gibt.

Im Grunde kann man darüber ewig debattieren. Ich jedenfalls stelle die Musik in den Vordergrund. Mein Freund ist, wer zu meiner Musik mitmacht. Punkt. Und am liebsten rauspogen würde ich, wer mich mit Getekker abnervt. So einfach kann ein Weltbild sein. Und ich definiere paramilitärische Scheinuniformität, augenscheinliche Dekolletés, bauchfrei oder Miniröcke, bei Mädels, als dekorativer denn als jene Gothkluftverschnitte mit Stoff bis zum Hals. Von mir aus könnte es in den Clubs auch Gogos geben. …Ein echter Skandal; was sind diese Electroheads doch für Proleten. Somit nun bitte ein »Puh, Schiebung!«, bin ja schließlich nicht zur Sympathie hier.

Death Disco
Gast
Death Disco

http://web.archive.org/web/20150329042738/http://www.nwz-inside.de/nightloop-fotos/18-Jahre-Rabenschwarze-Nacht,9851,9,3566009254.jpg

https://www.nordbuzz.de/

Ist das die angesprochene Party-Reihe? Wenn das dort wirklich so aussieht, bin ich froh über jeden weiß eingekleideten Brikettschnittträger, das könnt ihr mir glauben. Das ist doch exakt dieses RoFa-Publikum, bei dem man schreiend vor die Tür rennen will.

Guldhan
Autor

Da kann ich nur sagen: Dito.

Ian von Nierenstein
Gast

Mensch, Death Disco, musste das sein? Ich musste mich gerade fast herzhaft übergeben bei den Bildern…
SOWAS entsteht, wenn man Dresscodes einführt und die falschen Gestalten reinlässt.
Genau solche Personen sind das, die unter der Woche so unscheinbar und angepasst rumlaufen und sich schämen, wenn sie auf „ihren“ Musikstil angesprochen werden.

Mone vom Rabenhorst
Autor

Hier könnt Ihr die „schrillsten“ Teilnehmer der Rabenschwarzen Nacht aus Dortmund sehen, auf einen Blick sozusagen. Die älteren Damen und Herren waren auch schon vor 25 Jahren (auch im Zwischenfall) am Start.
Cyber gibt es bei dieser Rabenschwarzen Nacht eigentlich so gut wie gar nicht, die Lack und Leder Fraktion allerdings schon.

Ist auch nicht der schöne alte Style wie früher, aber Zeiten ändern sich ja auch.

Death Disco
Gast
Death Disco

Ich glaube, um die betrachten zu können, muss man einen Account beim Gesichtsbuch haben. Habe ich nicht. Hatte ich nie. Dazu kann ich also nichts sagen.

Styling und Klamotten verändern sich natürlich nicht ohne Grund. Hier spielen eben Musik und Medien immer noch eine große Rolle. Ein Blick auf diesen Mischmasch aus Amphi, X-tra-X und EMP-Katalog (siehe obige drei Fotos), und man weiß, was die Leute hören und welche Zeitschriften sie kaufen. Nichts liegt Wave und Goth ferner als das. Dresscode Schwarz taugt hier also mal gar nichts.

Ian von Nierenstein
Gast

XtraX ist auch kein Gothic-Laden, muss man dazu sagen. Die Besitzer sind ohnehin keine Grufties, sondern eher im Rockabilly-Bereich zu Hause. Wenn überhaupt.
Ich bin froh, dass die Karlsruher Filiale jetzt aufgekauft wurde und wieder ein eigenständiger rein schwarzer Laden sein wird. Unabhängig vom XtraX-Image.

Axel
Gast

Möge man sich darüber auslassen, dass Leute in Clubs kommen die man als „unpassen gekleidet“ empfindet. Geschenkt. Wenn so ein Club voll von solchen Intoleranten ist, kann man ja auf der anderen Seite gerne draußen bleiben, das Geld woanders ausgeben und die Veranstalter dafür abstrafen, dass sie nix für eine „Politik der Offenheit“ machen.

ABER: Wenn jetzt noch angefangen wird bei Konzerten so ein Aufriss zu machen, dann läuft definitiv wirklich was falsch. Hier sollte einzig und allein der Musiker, wenn überhaupt, bestimmen wer auf seine Konzerte kommen darf und nicht irgendein elitärer Besucher. Ich finde das auch wirklich, wirklich respektlos gegenüber einen Musiker wenn man SEINEN Zuschauer dumm anmacht, weil er ne Jeans und nen kariertes Hemd anhat. Das ist wirklich mehr als respektlos! Denn derjeniege wird sich beim nächsten Mal überlegen, ob er nochmal auf so ein Konzert geht und zu leiden haben dann einzig und allein Musiker und Veranstalter. Und wer sich ein klein wenig mit der Materie beschäftigt, der weiß wie schwierig es heute ist in dem Bereich noch vernünftig zu verdienen – auch wenn man „Deine Lakaien“ heißt.

Zudem man ja nun nicht ohne Grund auf so ein Konzert geht! Wenn man das Geld für solch ein Konzert ausgiebt, dann wird man wohl etwas mit der Musik anfangen können und nicht nur „zum gucken“ hingehen. Und wenn so jemand vielleicht etwas lauter ist, ist das ärgerlich. Hat aber in diesem Fall – oh Wunder – nichts mit der Kleidung zu tun. Denn eben jene unhöfliche Gestalten gibt es auch in tiefschwarzer Kleidung.

Und man muss ja auch mal bedenken, dass es auch vorkommen kann, dass man wegen Arbeitszeiten garnicht mehr dazu kommt sich erst umzuziehen. Ja, da geht man halt in Alltagskleidung auf so einem Konzert. So what? Was ist daran schlimm? *grübel*

Lustige Anekdote in diesem Zusammenhang. Ich war vor ein paar Jahren mal auf ein Konzert einer Pagan Metal Band. Vorne stand relativ „auffällig“ ein Mädel in eher alternativen Kleidungsstil: Jeans, Cordjäckchen und sowas. Die durfte sich von einigen Idioten auch anhören was sie denn auf dem Konzert wolle und sowas. Also auch so ein dämliches trve-verhalten. Bis dann mal der Bassist einschritt und ziemlich bestimmend meinte: „Also wer noch weiter meine Freundin dumm anmacht, der fliegt hochkant raus!“ Die, die es mitbekommen haben, fingen an in schallenden Gelächter auszubrechen und die Idioten waren auf einmal ganz ruhig und sehr klein. :D

http://web.archive.org/web/20150329042738/http://www.nwz-inside.de/nightloop-fotos/18-Jahre-Rabenschwarze-Nacht,9851,9,3566009254.jpg

https://www.nordbuzz.de/

Ist das die angesprochene Party-Reihe? Wenn das dort wirklich so aussieht, bin ich froh über jeden weiß eingekleideten Brikettschnittträger, das könnt ihr mir glauben. Das ist doch exakt dieses RoFa-Publikum, bei dem man schreiend vor die Tür rennen will.

Herrlich. *lachend*
Ich will da nicht schreiend vor die Tür rennen, ich tue es. Denn solch Publikum hat man erfahrungsweise nicht vereinzelt, sondern wenn, dann ist der Club voll mit dieser Fraktion. Die würden doch einschlafen, wenn man denen ordentlichen Wave vorspielen würde.

Marco
Abonnent
Marco

da haben wir es wieder: elitär, true, intolerant… und zum untermauern immer diese geschichten aus dem leben. an deren wahrheitsgehalt hab ich so meine zweifel. ich kenne hier(sachsen/thüringen) keinen einzigen club wo eine kleiderordnung durchgesetzt wird. soll ich ich jetzt wirklich noch ein 3. mal fragen wo dieser elitäre, intolerante club sein soll. :)
ich bin selbst auch auf vielen pagan metal konzerten unterwegs dort rennt wegen seiner popularität, das gemischteste publikum aller metalsparten rum.

Axel
Gast

@Kara:

axel in welchen club bist du den nicht reingekommen?

Dieser eine komische Club da in Zwickau, in der Seilerstraße. Bei den Mainstreamparties haben die natürlich kein Dresscode. Da kann jeder rein, ist klar. Aber die machen gelegentlich, so aller paar Monate mal, auch Neofolk/Heavenly Voices Abende. Und just da gab es dann auch einen Dresscode, damit die „Atmosphäre“ nicht gestört wird. Ich war da grad zufällig in Zwicke bei ner Freundin. Waren ursprünglich bei ner Lesung und dann gemeinsam schön essen und da ist uns eingefallen, bei der Frage was man halt noch so machen könnte, dass da diese Veranstaltung im besagten Club ist. Die wollte ich mir sowieso mal rein interessenshalber mitnehmen, einfach um zu sehen ob da auch wirklich das drin ist was drauf steht. Als jemand, der sich ja sehr intensiv mit solcherlei Musik auseinandersetzt ist das ja immer ganz nett. Aber „zugang verweigert“. Das hat mich auch dann darin bestätigt, dass ich für diesen Club sicher auch nicht direkt von Chemnitz nach Zwickau fahren werde.

Und dann regen die sich auf, dass zu so einer Veranstaltung nicht genug Leute kommen. Ja, wenn man die aussperrt kein Wunder. Zudem gerade bei solch einen Nischengenre. Wo übrigens meine Beobachtung ist, dass Neofolk, Heavenly Voices, Neoclassic und artverwandte Genres auch garnicht so sehr vom „gemeinen Schwarzvolk“ gehört werden, sondern die Hörerschaft quer durch alle Altersschichten und Szenen verläuft. Ist auch das, was man bei etwaigen Konzerten beobachten kann und bestätigt wird, wenn man sich mit den Musikern drüber unterhält. Es ist also auch wirtschaftlich ziemlich dämlich hier einen schwarzen Dresscode zu verordnen, weil es komplett an dem vorbeigeht wo diese speziellen Genres gehört werden.

Ich könnte so nen Dresscode bei klassischen Wave und Postpunk Parties verstehen. Auf der anderen Seite: da würden auch ohne Dresscode nur die Leute dableiben, die diese Art Musik mögen. Und wenn man neue Leute mit dem Virus infiziert, ist es ja noch besser. ;-) Hier müssten halt einfach mal eher DJs mit Format und Konzept her, wie die Sheatle. Die zieht ihr Ding durch, egal ob jemand rummösert warum so ein „alter Käse“ gespielt wird. Muss er halt sich was anderes suchen. Aber die meisten DJs haben solch ein Selbstverständnis leider nicht und passen sich an, anstatt dafür zu Sorgen, dass sich das Publikum dem DJ anpasst.

Daher ist auch Dein Einwurf „nach und nach verändert sich nicht nur die farbe, sondern auch das klima im club.“ nur halb richtig. Wenn ein DJ sein eigenes Programm durchziehen würde, dann würden die Störenfriede ganz automatisch wieder verschwinden und es würde sich rumsprechen: da und da gibts gute Musik, kann man mal hingehen. Und es würden ganz automatisch die Leute zusammenfinden, die die gleiche Musik hören. Egal ob schwarz oder bunt gekleidet. Da dann die Musik ein verbindentes Element ist, herrscht dann auch ne viel lockere und freundlichere Stimmung. Bestes Beispiel sind ja hier B-Plan und die beiden verbleibenden DJs der NWR-Crew. Wenn die irgendwo auflegen, weiß man: da kann man hin, da gibt es gute Musik.

Leider ist es aber so, dass die viel gebuchten DJs kein eigenes Konzept haben, sondern sich der Masse anbiedern. Und auch die Besitzer solcher Clubs sind nicht an guter Stimmung interessiert, sondern Umsatz und das erreicht man, wenn man die Partyleute anlockt, statt die Musikliebhaber. Da ist leider, leider auch der B-Plan exemplarisch dafür. Wäre das kein Gebäude der Stadt und Jugenclub, würden sich die Veranstaltungen dadrin nie und nimmer rechnen. :-(

Ian von Nierenstein
Gast

Wir sollten uns damit abfinden, dass die Mehrheit der aktuellen Clubgänger-„Szene“ aus diesen Party-Pic-Persönlichkeiten besteht.
Eine wichtige Regel: Eigentlich lässt man sich als Gruftie nicht schnappschuss-fotografieren und wenn, dann sorgt man dafür, dass das Bild nicht veröffentlicht wird :)

@Axel: Was zieht dich denn auch in einen Cyber-Schuppen? ;-) Gerade die Bilder angesehen und sofort beschlossen, dass ich in genau DEN Club NIEMALS gehen würde. Schon das Ambiente sagt mir gar nicht zu.

Marco
Abonnent
Marco

soweit ich weis, gab es in der „seilerstrasse“ erst eine einzige neofolk party mit „dresscode“. die war um weihnachten herum. genau diese party wurde aber kritisiert, da man sich dort nicht an den vorgebenen dresscode hielt. dort rannten stinos mit weihnachtsmann-mützen herum. gab ne debatte im fb deswegen. ich habe da meine zweifel. am besten ich frage mal den veranstalter.

paar bilder vom sogenannten dresscode: https://www.freiepresse.de/BILDERGALERIEN/partypixx.php?type=pp&mode=detail&galery=9512&position=13&sort=0

die störenfriede verschwinden halt nicht einfach, die wollen nach mädes gaffen und wenn grad mal keine da ist macht man halt im düsterfloor ne polonaise oder äfft grufties beim tanzen nach. mit musik vertreibst du keinen von denen.

echte gruftietanzabende sind mittlerweile so selten, dass man sie schützen muss. das geht am besten an der tür.

Saturin
Gast
Saturin

Oje, jetzt hatte ich aber etwas angestoßen, dann also etwas zur (vielleicht?) Klarstellung …

Grundsätzlich stören mich bunte Gesellen auf schwarzen Veranstaltungen. Punkt. Das kam sicher rüber, alles andere von mir beschriebene waren singuläre Beobachtungen, die ich lediglich als willkürlich gewählte Beispiele aufgezählt hatte (und die eigentlich weder musikhistorische noch veranstaltungsorganisatorische Belehrungen nach sich ziehen sollten.)

Also, der von mir erinnerte „weiße EBMer“ war nicht wirklich ein EBMer, sondern boxte am allerliebsten zu Hocico und Konsorten in die Luft (ich hatte den Begriff nur gewählt um ein gewisses Bild zu evozieren). Der Typ war in meiner alten Heimat vor 12, 15 Jahren in der damaligen „Szene“ wohlbekannt, der war immer (IMMER!) da, war auf jeder (JEDER!) schwarzen Party und zwar nie (NIE!) in schwarz. Wenn er nicht in weiß kam, dann im Ibiza-Party-Outfit (verwaschene Jeans, rotes Tanktop, was weiß ich). Was ich mich stets fragte: Was treibt den an? Ist das einfach nur Stumpfheit? Warum kommt der sich nicht irgendwann dumm und fehl am Platze vor?

Zu Konzerten: Natürlich will ich da keinen „Aufriss“ machen, bei üblicher Durchmischung des Publikums ist das doch völlig schnuppe, da fällt doch eine Ausnahme gar nicht auf. Auch hier war es nur ein beobachtetes Extrem-Beispiel (der eine Rotweiß-Karierte bei den Lakaien vor gut 2 Jahren): Wenn bei ca. 1000 Besuchern einer (ein EINZIGER) als Bunt-Kasper dazwischen steht und angesichts seiner Laberei auch offensichtlich nicht der Musik wegen gekommen war, dann frage ich mich: Was treibt den an? Warum ist der da? Warum kommt der sich nicht dumm und fehl am Platze vor?

Es geht mir nicht darum, diese Phänomene konkret zu erklären. (so könnte der Rotweiß-Karierte hier zum Team der Halle gehört haben können, dem die Darbietung auf der Bühne schnuppe war – ist aber nicht so, der taucht hier öfter mal so auf)
Nochmal: Beides waren wahllos ausgewählte Beispiele für eine von mir so empfundene Unsitte. Und wenn solche Beispiele Schule machen würden, dann gute Nacht. Deswegen bin ich für Dreasscode und draußen lassen.

PS: Was Musiker vor und nach ihren Konzerten anziehen, ist mir ziemlich Rille. Das tangiert mein atmosphärisches Empfinden während einer Party kein bisschen, warum also sollte mich das interessieren?

Marco
Abonnent
Marco

https://www.facebook.com/events/272279476260862/?fref=ts

oh ein kurzes gespräch mit dem veranstalter und schon bekommt man obigen link…
warst du jetzt plötzlich doch da? rein zufällig nach der lesung? von nichts wissend?

axel! die echte szene hier bei uns ist sehr überschaubar. man kennt sich.. gib dir beim geschichten erfinden das nächste mal mehr mühe.

ps. der veranstalter hat mir glaubhaft versichert das an jenem abend im dez. kein gast abgewiesen wurde

Guldhan
Autor

Was zieht dich denn auch in einen Cyber-Schuppen?

Mangel. Zumindest für mich gesprochen. Denn diese Frage stellte auch ich mir die letzten Jahre zunehmend. Doch wenn man keinen Bock auf über 45 Minuten Autobahn-Landstraße hat, dann muss man nehmen was man bekommen kann. Wobei es schon bedauerlich ist. Es gab früher das BPM, eine nette alte Fabrikanlage am Zwickauer Stadtrand. Große Parkfläche, außerhalb, drei Stockwerke Industriekultur. Das war edel. Clubabende, Konzerte, kleine solide Festivals (dort sah ich erstmals Leæther Strip, obwohl ich nie geglaubt hätte, dass der jemals wieder aus der Versenkung treten würde). Ging aber vor Jahren buchstäblich krachen.
Und wenn ich es richtig verstehe, dann fängt wohl dieser Club Seilerstraße nun all jene auf, die mit der Schließung des Fabrix in Werdau obdachlos geworden sind.

Bei der L’Orchestre Noir-Veranstaltung bin ich am überlegen, ob ich dann dem Club einmal »Hallo« sagen und eine Chance geben könnte. Zumal ich den Sator als DJ schätze und ihm auch vertraue.
Doch auch da wird mich der Dresscode nicht im Geringsten anheben. Denn schwarze Hose, schwarzes Hemd und schwarzen Binder hätte ich bei derartigem Programm ohnehin gewählt. Einfach aus innerem Stilbewusst heraus und nicht aufgrund der Pflicht.
Zumal es dort ohnehin ruhiger abgehen wird als bei beispielsweise Feindflug-Partys. Das heißt, die Klamotte leidet nicht so drunter und kann deshalb auch vom berufsbezogenen Alltagsdress genommen werden. Ich kann ohnehin tun was ich will, selbst wenn ich in H&M-Kluft rumlaufe, wirke ich nicht, als wäre ich gerade aus dem H&M gestolpert. Wahrscheinlich deshalb mein ambivalentes Verhältnis zu Dresscodes.

Abgewiesen oder am Eingang gemustert wurde ich auch trotz allem noch nie. Selbst wenn ich das Gesamtbild empfindlich störte. Aber ich glaube auch, dass man sein »äußerliches Szenedasein« auch nicht verheimlichen kann. Egal wie sehr man sich mal optisch neutralisieren oder gar gegen den Strom schwimmen will. Irgendwas lässt einen dann doch unterbewusst Zeichen setzen, die sagen: »Versuche es doch gar nicht erst, du gehörst dazu und kannst es nicht leugnen.«. Oder es liegt einfach an Frisur und Blech im Gesicht, weswegen man so oder so von der Security freundlich begrüßt und abgestempelt wird. Egal ob flecktarn, weiß, schwarz, braun oder olive.

Death Disco
Gast
Death Disco

Grundsätzlich stören mich bunte Gesellen auf schwarzen Veranstaltungen.

Wer kürt die denn als solche? Solange nicht explizit schwarze Musik gespielt wird, erübrigt sich diese Kategorisierung.

Das kam sicher rüber, alles andere von mir beschriebene waren singuläre Beobachtungen, die ich lediglich als willkürlich gewählte Beispiele aufgezählt hatte (und die eigentlich weder musikhistorische noch veranstaltungsorganisatorische Belehrungen nach sich ziehen sollten.)

Also, der von mir erinnerte “weiße EBMer” war nicht wirklich ein EBMer, sondern boxte am allerliebsten zu Hocico und Konsorten in die Luft (ich hatte den Begriff nur gewählt um ein gewisses Bild zu evozieren).

Erzähl mir jetzt nicht, dass Du diesbzüglich einen Unterschied machst. Ob der F242 und Depeche Mode hört oder zu Hocico abzappelt – Dich störte von vorneherein die helle Kleidung. Deinem Unverständnis kann man nur Fakten entgegenstellen. EBM, Elektro oder SynthPop sind nicht per se „schwarze Musik“, waren es nie. Mir ist’s scheißegal, ob die Elektros weiße Shirts und braune Hosenträger, Blue Jeans und Doktor Märtens mit gelber Naht (oh weh!!!) oder sonstige Kleiderkombinationen zur Schau tragen. Sie sind keine Goten. Folglich erwarte ich bei jener „Kulturnische“ auch keinen schwarzen Einheitslook.

Hier wird wieder einmal Unkenntnis an den Tag gelegt und großflächig Musik beansprucht, die nie Gotenmusik war, anschließend gewettert, sobald die eigentlichen Fans dieser Musik (denn so nennt man diejenigen, die auch optisch ihren Idolen nacheifern) auf der Bildfläche erscheinen. Von Stumpfheit sprichst Du? Auf welcher Seite sollte man die wohl eher vermuten?

Saturin
Gast
Saturin

Lieber Death Disco, es ging aber um Veranstaltungen, die explizit schwarze Musik zu spielen zumindest ankündigten.

Im übrigen wollte ich niemanden beleidigen! In keinster Weise habe ich EBMer per se als „stumpf“ klassifizieren wollen. Und ich kenne sehr wohl die musikgeschichtliche Evolution (wollte aber – wie schon geschrieben – keine musik-klassifikatorische Schubladen-Diskussion eröffnen).

Zu meinen engeren Freunden zähle ich ausgesprochene Electro- und EBM-Anhänger, ich weiß also, wie sie ticken und dass sie keine Goten sind! Ich selber bin dem Electro und der EBM zwar eher fern (mag dennoch Synth-Pop) und kann mit diesen Leuten trotzdem super feiern (unsere Schnittmengen finden sich z. B. im Cold Wave oder im Minimal). Die sind bei unkategorisierten Partys auch so, wie sie sind, gar kein Problem. Und bei explizit schwarzen Partys fallen sie dennoch nicht als Papageien auf. Für sie auch kein Problem – es ist eben ein Aspekt der Höflichkeit, dem Anlass angemessen. Warum ist es aber für einige so schwer?

Blödes Beispiel: Bei einem Opernball weiß man auch, dass Abendkleid und Smoking angesagt ist. Jeder, der in Joggighose (Ironie!) ankäme, würde nicht eingelassen, auch wenn er sich noch so sehr darauf beruft, dass er Walzermusik so gerne möge und nur heute keine Lust hatte, seine bequeme Kleidung abzulegen. Es versucht aber auch keiner. Warum? Weil sich die Konvention vielleicht rumgesprochen hat? Alleine diese Rücksichtnahme würde ich mir für schwarze Veranstaltungen wünschen.

Abschließend: Ich mache sehr wohl einen Unterschied zwischen DeMo, F242 oder Hocico, halte sie auch absolut nicht für Gotenmusik (und muss das auch nicht mehr erklärt bekommen), aber akzeptiere sie als wesentlichen Bestandteil einer „erweiterten Szene“ – und Du hattest völlig recht: Was mich störte, war allein die bunte Kleidung. :)

Ian von Nierenstein
Gast

Bei einem Opernball weiß man auch, dass Abendkleid und Smoking angesagt ist. Jeder, der in Joggighose (Ironie!) ankäme, würde nicht eingelassen, auch wenn er sich noch so sehr darauf beruft, dass er Walzermusik so gerne möge und nur heute keine Lust hatte, seine bequeme Kleidung abzulegen. Es versucht aber auch keiner. Warum? Weil sich die Konvention vielleicht rumgesprochen hat? Alleine diese Rücksichtnahme würde ich mir für schwarze Veranstaltungen wünschen.

Genau das ist der Punkt! Zu bestimmten Anlässen passt man sich nun mal an. Ich habe auch noch niemanden in Bauarbeiter-Klamotten in der Oper oder im Theater gesehen, es sei denn, er arbeitet dort oder gehört zum Ensemble eines Stückes.

Zu DeMo: Es mag sein, dass DeMo oder F242 keine „Gotenmukke“ sind, das braucht aber die „Goten“ nicht daran zu hindern, diese zu hören :) Ich höre schließlich auch Hurts oder Chelsea Wolfe, auch wenn das keine schwarze Musik ist, es gefällt mir ganz einfach :)
Die damaligen Gruft-Bands haben sich unmittelbar im entsprechenden Umfeld gegründet, daher ist es nicht verwunderlich, dass eine entsprechende Anzahl an Leuten z.b. Skeletal Family oder Specimen etc. gehört hat. Heute, wo es kein so großes Szeneumfeld mehr gibt und jeder dank Internet seine eigene Musik zusammenbasteln kann, fehlt ein großer Szenebezug, also zu den Mitgliedern einer „Bewegung“. Daher nennen viele Indie-Bands Bauhaus oder Joy Division als Vorbilder, ohne mit deren Fans je in Kontakt gekommen zu sein. Im Grunde ist es ja mit Deathrock schon immer so gewesen, welcher sich primär in den USA parallel zu Post-Punk in England entwickelt hat. Inwiefern es damals einen Kontakt zu den jeweiligen Gruppen gegeben hat, kann uns wahrscheinlich eher Death Disco verraten. Es würde mich jedenfalls sehr interessieren. Der Begriff „Schwarze Szene“ ist ja auch erst Ende der 80er entstanden, also gab es ja wohl quasi mehrere, schätze ich. Und jede einzelne weiß sicherlich am Besten, was nun richtig oder falsch ist. Beispielsweise hatte die Beyreuther „Todesromantiker“-Szene eine ganz andere Ästhetik als die im Ruhrpott oder in Ostdeutschland…

Saturin
Gast
Saturin

Ian von Nierenstein: Schön auf den Punkt gebracht!

Eric Sator
Gast
Eric Sator

@Kara:
axel in welchen club bist du den nicht reingekommen?
Dieser eine komische Club da in Zwickau, in der Seilerstraße. Bei den Mainstreamparties haben die natürlich kein Dresscode. Da kann jeder rein, ist klar. Aber die machen gelegentlich, so aller paar Monate mal, auch Neofolk/Heavenly Voices Abende. Und just da gab es dann auch einen Dresscode, damit die “Atmosphäre” nicht gestört wird. Ich war da grad zufällig in Zwicke bei ner Freundin. Waren ursprünglich bei ner Lesung und dann gemeinsam schön essen und da ist uns eingefallen, bei der Frage was man halt noch so machen könnte, dass da diese Veranstaltung im besagten Club ist. Die wollte ich mir sowieso mal rein interessenshalber mitnehmen, einfach um zu sehen ob da auch wirklich das drin ist was drauf steht. Als jemand, der sich ja sehr intensiv mit solcherlei Musik auseinandersetzt ist das ja immer ganz nett. Aber “zugang verweigert”. Das hat mich auch dann darin bestätigt, dass ich für diesen Club sicher auch nicht direkt von Chemnitz nach Zwickau fahren werde.
Und dann regen die sich auf, dass zu so einer Veranstaltung nicht genug Leute kommen. Ja, wenn man die aussperrt kein Wunder. Zudem gerade bei solch einen Nischengenre. Wo übrigens meine Beobachtung ist, dass Neofolk, Heavenly Voices, Neoclassic und artverwandte Genres auch garnicht so sehr vom “gemeinen Schwarzvolk” gehört werden, sondern die Hörerschaft quer durch alle Altersschichten und Szenen verläuft. :-(

Axel du bist einfach ein Lügner, tut mir leid das ich das so offen sagen muss aber du bist jemand der sich die Dinge so hinbiegt wie er sie gerade braucht, aber das du hier Unwahrheiten über eine Veranstaltung verbreitest, die Du gar nicht besucht hast ist schon nen starkes Stück
Richtig guter objektiver Journalismus sieht anders aus. Als Märchenonkel hast du aber was aufm Kasten.
Ich hab mal was zum nachlesen hier mit reingepostet inklusive dem Link zur nächsten Veranstaltung, wo sich Axel schon mal ausgelassen hat allerdings schreibt er da auch indirekt im ersten Post das er noch nie im Club war. Naja aber Hauptsache erstmal schlecht machen
Aufgeregt das zu solchen Veranstaltungen zu wenig Leute kommen hat sich auch niemand die Veranstaltung war als none Profit Konzept angesetzt (eben aus Liebe zur Musik), kosten hat man dabei natürlich trotzdem.

Link zur Quelle der folgende Zitate:

AKTUELLE BEITRÄGE

Axel Meßinger
Hmmm… eigentlich hätte ich ja schonmal Lust rumzukommen und eure Veranstaltung anzuschauen. Aber der Dresscode hält mich ab nach Zwickau zu fahren. „Klassisches schwarz“ kann ja vieles bedeuten.
Gefällt mir · · Teilen · 12. Januar um 23:47
Jemand Anderes gefällt das.

Axel Meßinger Wirklich: müssen alberne Dresscodes sein? Und dann noch so schwammig formuliert. Im Endeffekt wird es wohl – wie immer – darauf hinauslaufen, ob dem Einlass die Nase gefällt. Muss dieser Elitismus sein?

Die Blaue Stunde sowie das Seelenschatten in Leipzig oder die Nacht der Blauen Blume in Nürnberg sind auch frei von Dresscodes. Und da läuft niemand in bunt rum. Wichtig ist doch, dass man so ist wie man ist und man sich eben nicht sinnlos verkleidet. Gerade bei solch einer Veranstaltung sollte ja die Musik im Vordergrund stehen und nicht das Äußere der Besucher.
13. Januar um 00:00 · Bearbeitet · Gefällt mir · 1

Holm Siegel
die sec ist top und wird bestimmt niemand, der „nur“ in schwarz oder dunkel erscheint abweisen und natürlich steht die musik im vordergrund – nach der „nase“ wird nicht entschieden – wir sind doch keine disco, sondern ein club!!! man(n) kann sich es auch schwer machen…
13. Januar um 07:55 · Bearbeitet · Gefällt mir nicht mehr · 2

Eric Sator
Du redest wieder von Dingen die du nicht verstehst und wovon du kein Plan hast. Vergleichst Äpfel mit Birnen und weißt natürlich alles besser. Anstelle des halb vollen Glas, wird natürlich wieder das halb leere gesehen. Vor allem der blöde Spruch mit „wie immer“, du warst doch noch nicht ein mal bei uns …. Ich stell mal die Gegenthese auf und sage „gerade bei solch einer Veranstaltung muss ein Dresscode bei uns leider sein“ Und bitte erzähl mir nun nicht wieder was von der blauen Stunde, dort liegen ganz andere Umstände zu Grunde. Aber das kannst du leider nicht nachvollziehen weil du nun mal keinen Einblick von unseren Umständen hast, schon allein weil du das mit Elitismus gleich setzt, zeigt mir wie wenig Ahnung du hast. Anstatt sich mal zu freuen das es solch eine Veranstaltung gibt, wird es wieder madig gemacht und das ist erstens ungerecht und zweitens nervt es einfach nur. Wenn wir auf den Dresscode verzichten würden, du Gast dann warst und dir ein paar unpassende, verirrte Leute aus der zwickauer Innenstadt den Abend verdorben hätten, würdest du sicher gleich den nächsten Text verfassen und ich bin mir sicher wir wissen beide, was da dann drin stehen würde und ja klassisches Schwarz kann vieles bedeuten …. das soll ja auch so sein, wir wollen den Gästen ja nicht die Klamotten aussuchen oder vorschreiben, sondern nur das Spektrum des Möglichen etwas eingrenzen. Das Gesamtkonzept der Veranstaltung besteht eben nun mal nicht nur aus der Musik die im Vordergrund steht, sondern die gesamte Atmosphäre rundet den Abend ab und sollen ihn zu etwas besonderem werden lassen. Es jedem Recht machen ist mal wieder ein Ding der Unmöglichkeit, so gern ich es auch wollte.
13. Januar um 11:39 · Bearbeitet · Gefällt mir ·

Death Disco
Gast
Death Disco

Ich denke, man kann problemlos erkennen, dass es mir in meinen Beiträgen nicht darum geht, was Goths hören oder nicht hören (sollten). Ich hätte auch jeden x-beliebigen anderen Künstler, von Gary Numan bis Yazoo, nennen können. Es geht darum, dass offenkundig gerade die jüngere Generation sich das Recht herausnimmt, die eigentliche Hörerschaft dieser Musik, die sich nicht zwingend in den schwarzen Bereich rechnet, ihrer Kleidung/Kleidungsfarbe wegen zu kritisieren. Und da läuft was schief. Diesen Eindruck vermittelte zumindest Saturins erster Beitrag.

Die Oper ist übrigens ein schlechtes Beispiel. Dort laufen keine zehn verschiedenen Musikstile, die mindestens 5 verschiedene Splittergruppen anlocken.

Ian von Nierenstein
Gast

Mr. Niles, das ist kein gutes Beispiel. Die Art der Frisur und die Weise sich zu schminken zeigt doch schon, dass es sich hierbei um Grufties und Gruftinen handelt. Aber was soll Pali und Blue-Jeans mit Gruftmode zu tun haben? Das ist öko-oder Hippie-Kleidung und vielleichz alternativ, aber ganz sicher nicht gruftig. Gothic hat schließlich nichts mit Alternative zu tun. Nichz umsonst hat man früher auch „Edel“-Punk dazu gesagt. Batcave-Klamotten sollen ja schließlich auch nur aussehen, als seien sie zerrupft. Es ist Maskerade. War es immer und wird es immer sein. Kein Gruftie schläft in seinem Outfit.

Mone vom Rabenhorst
Autor

Waaaaaaaaaaas????
Zerstöre doch nicht diese schöne Illusion!!! :P

Death Disco
Gast
Death Disco

Mr. Niles, das ist kein gutes Beispiel. Die Art der Frisur und die Weise sich zu schminken zeigt doch schon, dass es sich hierbei um Grufties und Gruftinen handelt.

Es sind New Waver. Nichts anderes. Bei dem Wort „Grufti“ hätten sie Dich vermutlich nur seltsam angeschaut. Nicht jeder Waver ist ein Grufti. Ein Grufti aber sehr wohl ein (Dark) Waver.

Gothic hat schließlich nichts mit Alternative zu tun.

Kommt ganz darauf an, was Du mit „Alternative“ meinst. Denn Gothic ist zumindest ein Teil der Alternative Music.

Und es gab sehr wohl auch Waver mit Pali-Tuch (sind Punks jetzt auch Ökos und Hippies? Die trugen das nämlich auch). Ich wundere mich immer, wovon ihr eigentlich redet. Die Wave-/Post-Punk-Szene war vielseitig, mit etlichen optischen Abstufungen von bunt bis schwarz. Und wenn ich schwarz sage, meine ich nicht kohlrabenschwarz. Immerhin hatten auch viele Grufties lustig bunte Haare, von rot über blau bis wasserstoffblond.

Ian von Nierenstein
Gast

Hmm… ich neige pauschalisierend des öfteren alles aus dem Wave-Bereich „Grufties“ zu nennen, was ja eigentlich auch nicht besonders nett ist, wenn man darüber nachdenkt.
An anderen Stellen hatten wir es ja mal darüber gehabt, dass das Wort „Gruftie“ eigentlich eine Beleidigung war und sich im Lauf der Jahre halt verselbstständigt und zur Definition von Schwarzträgern im Allgemeinen hat. Also entschuldige ich mich vielmals dafür :) Zu den Palis: Ich finde diese Tücher eigentlich sehr unüblich, habe jetzt ehrlich gesagt noch keinen Punk damit rumlaufen sehen. Vielleicht war das früher anders.

@Mone vom Rabenhorst…:
Tja :D

The Drowning Man
Gast
The Drowning Man

Anfang der 90er trugen schon einige Schwarze, Punks und andere alternative Leute Pali-Tücher..die waren damals eigentlich ziemlich angesagt. So hab ich es jedenfalls wahrgenommen. Gothic war ja insofern alternative weil es eben Teil der Independent-Szene war. Heutzutage bezeichnen die Begriffe Alternative und Indie einen Musik- und Klamottenstil. Damals standen sie für die „Geisteshaltung“ einer übergeordneten Szene (zu der Punk, Wave, Goth, Industrial, Indie-Pop und andere Stile zählten), die sich als nichtkommerziell verstand.

Christian
Gast
Christian

Hm, ich weiss ja nicht wie es euch so geht, aber ich kann prinzipiell für mich sagen, dass mir auf Szeneparties Punks, Leute mit Palituch, 10kg Metall im Gesicht oder auch der obligatorische „Blue-Jeans-Träger mit Ramones Bandshirt“ lieber sind, als die Horden verquerter Hiphop/Techno Leute mit ihren Sneakern mit Neonschnürsenkeln und Amok-Shirts. Dann doch lieber „Gruppe 1“, die wissen in der Regel eher warum sie da sind und warum sie so rumlaufen, wie sie rumlaufen. Zumindest habe ich meistens den Eindruck.

Letztere Gruppe bringt in meinen Augen meistens auch noch fürchterliche und unpassende Musik mit, kommt ja noch hinzu.

Und zum Dresscode generell, sowas hat in meinen Augen sowohl Vor- als auch Nachteile. Allerdings verstehe ich trotzdem manchmal nicht, wieso es für manche Szenegänger ein so grosses Problem darstellt sich mal ausnahmsweise ne schwarze Hose und ein schwarzes Shirt anzuziehen. Mal abgesehen von der Schnappatmung die ein „Dresscode Schwarz“ bei manchen irgendwie hervorruft.

The Drowning Man
Gast
The Drowning Man

@Christian

Deinem ersten Absatz kann ich eigentlich auch zustimmen..zum Thema Dresscode: Na ja seit einiger Zeit gehe ich wirklich höchst selten auf irgendwelche schwarzen Parties..aber vielleicht stört ja manche der Gedanke „Ich passe mich jetzt im Sinne der Unangepasstheit gegenüber einer scheinbar normalen Gesellschaft (die mittlerweile oftmals gar nicht mehr soo normal ist) an“ was ja wiederum jegliches Streben nach Individualität ad absurdum führt..haha

Ian von Nierenstein
Gast

Eben.
Und eigentlich braucht es doch erst gar keinen Dresscode, wenn man allein das Wort „Gothic“ hört. Dann sollte es „Klick“ machen.
Gothic bedeutet schwarz. Punkt. Unabhängig von irgendwelchen zigtausend möglichen Subgenres.
Unabhängig von Weinrot oder Königsblau mit Samt und Rüschen verhangen etc.
Ich sage mal ganz pauschalisierend: Wer privat weder Gruft-Mukke hört, noch sich für gruftige Sachen interessiert, der geht im Normalfall auch von sich aus nicht in die Clubs. Ich werde ja bestimmt auch nicht in eine Disco gehen, in der Hip Hop läuft. Und nein, auch, wenn man mir einreden will: „Mach das doch mal, Hip Hop ist so tiefsinnig und hat so viele Aussagen etc.“ – da geh ich nicht rein, es interessiert mich erstens nicht und ich will zweitens nichts davon wissen. Da bin ich halt so.
Wenn ich nach einem langen Tag um 11 Uhr abends von der Arbeit komme, gehe ich auch nicht in die Clubs. Denn dann bin ich platt. Auch soviel zum Thema Arbeitskleidung im Club. Das Clubleben steht schließlich nicht über allem. Und über „Schwarzkultur“ ohnehin nicht. Clubs und Konzerte etc. sind – oder sollten – die Spitze des schwarzen Eisberges sein, etwas besonderes, aber nichts, das Voraussetzung sein sollte.

Es mag sein, dass es ein großer Generationsunterschied ist, mir persönlich würde es nicht so sehr nahegehen, ob nach und nach alle Clubs schließen würden. Die Leute wohnen ja nicht da drin und die meisten, die ich persönlich kenne, habe ich irgendwann online kennen gelernt.
Wo ich wohne, gibt’s halt nichts dem man großartig nachtrauern kann. Wir haben das Culteum, das ist nett, aber nichts außergewöhnliches, da gehe ich ab und an hin, es gibt das Nachtwerk (nicht mit der verlinkten Veranstaltung verwechseln), das finde ich scheiße, das Ambiente ist nichts, die Leute und die Musik ohnehin nichts (Stichwort: Angeschwärzter Cyber) und im Unverschämt läuft nur Metal, also nichts, das sich lohnen würde.
Da beneide ich das Ruhrgebiet, wo es scheinbar an jeder Ecke schwarze Hochburgen hat.
Natürlich, wenn man ein großer „Ausgeher“ ist und die Szene so vor Jahren kennen und schätzen gelernt hat, ist eine Club-Schließung natürlich ein Stich ins Herz. Oder wenn man sich gern zur Schau stellt, wie das in der Szene üblich ist – Stichwort „Wandelnde Kunstwerke“. Wenn man allerdings bei manchen Lokalitäten die Entwicklung betrachtet und irgendwann nur noch reine House/Techno- oder Metal-Events dominieren, fände ich es nicht allzu tragisch. Eher im Gegenteil. Vielleicht könnte man über das Thema ja mal schreiben. „Gothic aus dem Club ins Wohnzimmer“ oder so…

Death Disco
Gast
Death Disco

Damals standen sie für die “Geisteshaltung” einer übergeordneten Szene (zu der Punk, Wave, Goth, Industrial, Indie-Pop und andere Stile zählten), die sich als nichtkommerziell verstand.

So sieht’s aus. Deswegen konnte man damals neben Sisters oder Cure auch noch problemlos Smiths, The Go-Betweens, TJ&MJ, MBV, Chimera, Slowdive oder Miranda Sex Garden im Schrank stehen haben, ohne dämlich angeschaut zu werden.

Im Verlauf der 90er hatte sich der schwarze Teil dann unverständlicherweise völlig aus dem Indie-Sektor ausgegliedert. Das driftete total auseinander. Eindeutig ein Grund, wieder einmal vermehrt rüberzuschauen und den aktuellen, post-punkigen Indie-Combos zu huldigen. ;-)

Marco
Abonnent
Marco

nochmal zum Thema „Märchen-Axel“

er hat heute seine entlarvenden Postings bei dem verlinkten FB Event gelöscht… schlechter Lügner und noch schlechterer Verlierer

Er ist kein Gruftie, war es nie und wird es nie sein..basta!

Saturin
Gast
Saturin

@ Death Disco: The Go-Betweens – eine sträflich vergessene Band (die man als ‚Schwarzer‘ nicht nur mögen darf, sondern sollte …)

@ Ian von Nierenstein: Frustrierende Erfahrung von gestern Abend: In unserem etwas öffentlicherem Dresdner Schwarzclub war die Veranstatung „Ball Noire“ angekündigt. Bin leider erst sehr spät hin, es war wenig los, passiert manchmal. Im kleinen Floor zum Schluss drei Leute. Rechts ein junges Mädchen, die ihren „Rote Kirschen auf weißem Grund“-Look bis auf die dazu passenden Sneakers abgestimmt hatte. Drehe ich mich nach links, tanzt eine Dame im weißen Herrenoberhemd, mit Rucksack. Drehe ich mich nochmal nach links, tanzt ein Herr in Blue-Jeans mit grauem Pullover und irgendwie malvenfarbener Kapuzenjacke. Ok, sie waren alle nicht schwarz und vielleicht nur wegen ihrer Musikliebe da (es lief ein für mich unidentifizierbares Utz-Utz-Geballer) – ich in meinen Pikes kam mir blöd vor und habe schleunigst das Weite gesucht.

Die meisten scheinen ja zu befürworten, dass dies nunmal so ist. Ich nehme für mich aber in Anspruch, es ein klein bisschen scheiße zu finden, wenn ich im Schwarzclub als Schwarzer unter Stinos fehl am Platze zu sein scheine… ;)

Ian von Nierenstein
Gast

Also wenn die Mehrheit einer schwarzen Veranstaltung bunt herumläuft, ist tatsächlich etwas schief gelaufen. Selbst ich bin zu meinem ersten finsteren Tanzabend meines Lebens in Schwarz gegangen. Nicht, weil irgendwer gesagt hat, man müsse dort so rumlaufen – ich habe es schlicht so gewollt, ohne zu wissen, was mich erwartet. Vielleicht war ich da auch ein wenig taktlos… einfach so in Schwarz auf eine Gruftie-Party zu gehen, tssss.

Und dann bin ich da rein und alle waren sie komplett schwarz – so wie ich. Da wusste ich: HIER bin ich zu Hause.

Agricola Heimgang
Gast
Agricola Heimgang

Also meiner Erinnerung nach gab es zumindest in der mitteldeutschen Nach-Wende-Szene häufig einige „bunte“ Leute in den Clubs – meist Punks oder Zecken. Die haben mich definitiv weniger gestört als die Spinner mit und ohne Schläuche, die sich heute „schwarz“ nennen. Die Bildergalerien da oben sprechen Bände für das, was ich meine.

Allerdings hielt sich die Frequentierung Szenefremder bei Gruft-Parties Anfang der 90er in engen Grenzen, was meiner Meinung nach in der Tat daran lag, dass es seinerzeit kaum einem DJ einfiel, deren Musikgeschmack zu bedienen (vielleicht mit Ausnahme von M. Brunner, der, wenn ich mich recht erinnere, auch schon mal Sex Pistols oder Doors auflegte). Wenn heute Partys kippen, dann liegt das m.E. nicht zuletzt an den DJs, die sich auf szenefremde Musik einlassen oder – schlimmer noch – szenefremde Musik und pseudoschwarzen Mist nicht mehr als solche erkennen können. Im B-Plan, Kara, sind „Gruftiweiber-Gaffer“ ja eher spärlich vertreten, und ich glaube nicht, dass das in erster Linie den Türstehern zu danken ist.

Was die Palitücher angeht: Natürlich wurden die auch von Gruftis getragen. Gerade von uns jüngeren, die noch mit Mopeds oder gelegentlich sogar Fahrrädern zu Partys anrückten. Die Dinger ersetzten dann praktisch „uncoole“ und „spießige“ Schals bzw. nicht ausreichend wärmende Seidentücher. Gute Dienste leisteten sie auch bei nächtlichen Friedhofsspaziergängen, romantisch und/oder jugendokkult inspirierten „Ruinen-Sitins“ und ähnlichen Anlässen. Allerdings gehörten Palitücher meiner Erinnerung nach nie zur „schwarzen Mode“, will heißen, die wurden bei Eintritt in Clubs normalerweise in Rucksäcken verstaut oder sonstwo zwischengelagert. Sonst hätte man ja auch schwarze Seidentücherund Silberschmuck zu Hause lassen können! Und dann ging’s aufs Klo Haare richten…