10 Dezember

Die düstere Adventsgeschichte: Kein Sommermärchen für Mirjam (2/4)

von Kategorie: Schwarze SzeneDiskussion: Keine Kommentare

Weihnachtsgeschichte - Teil 2Pünktlich zum Tag, an dem die zweite Kerze entzündet, die zweite Herdplatte zum Glühen gebracht wird, den ersten Schneefall mit Glühwein und Schneemännern feiert oder an dem man darüber nachdenkt, wie spießig sich die verhalten die genau das machen, erscheint der zweite Teil von Mirjams Sommermärchen. Die feierte schon in den frühen 80ern ihre persönliche Rebellion, als sie sich in der Hausbesetzer-Szene, in der sie sich herumtrieb, mit Verbesserungsvorschlägen zur Erhaltung der baulichen Substanz unbeliebt machte. Sie trug drei Strumpfhosen übereinander, weil sie in ihren spitzen Schnallenschuhen fror, besuchte in London und Florenz Konzerte von Siouxsie & The Banshees und Killing Joke und interessierte sich auch in Paris nicht für touristengerechte Kultur, sondern für den historischen Friedhof Père Lachaise.

Doch ein Leben für die alternative Szene, die Musik und ihre Leidenschaften erschienen ihr zunehmend ziellos. „Ja, der Zorn, für den ich keine Ausdrucksform fand, spiegelte sich in der Musik und es half mir, sie zu hören, aber die Verweigerung von allem war nicht meine Zielvorstellung. “ Sie traf sich mit anderen Leute, als den Punks & Hausbesetzern, zog in ein anderes Ende der Stadt, fand eine berufliche Heimat und gründete eine Familie mit Kind und Kegel. Als sie ihr Chef 2016 um die Urlaubswünsche für das kommende Jahr bat, zog sie die organisatorische Reißleine und plante ihren Urlaub nicht um ihre Kinder herum, sondern für sich selbst. Den Rest dieser Karriere kennen viele Gruftis. Du kannst Dich eben nicht selbst hinters Licht führen. Mirjam schreibt dazu: „Seither höre ich wieder Musik aus dem Gruftreich, ziehe komische schwarze Sachen an und gehe tanzen. Wie ich es so lange ohne ausgehalten habe ist erklärlich, aber nicht klar.

Und so erfährt ihre Geschichte, die sie mir Ende November zuschickte, die wohlverdiente Fortsetzung, die mit ihren selbst gezeichneten Bildern zu einer spannenden Alternative im Einheitsbrei adventlicher Vorfreude mutieren könnte.  Den ganzen Artikel lesen… »


7 Dezember

Radioserie: „Club-Legenden im Westen“ über Orte, die subkulturelle Geschichte schrieben

von Kategorie: In den MedienDiskussion: 3 Kommentare

Club-Legenden im Westen - WDR2Wer sich in den späten 70ern und den 80er Jahren einer Subkultur anschließen wollte, fand hier und da einen Artikel in einer Zeitschrift, möglicherweise auch mal eine entlegene Fernsehsendung, aber hauptsächlich fand man Berührungspunkte in der lokalen Clubkultur. Hier wurde auch das musikalische Leben geprägt, denn nur hier hörte man den neuesten Sound aus der Szene, der bei den meisten Radio-Sendern überhaupt nicht gespielt wurde. WDR2 beschäftigt sich aktuell mit den „Club-Legenden im Westen“ und widmet den Ikonen der musikalischen Tempel kurze Beiträge, spricht mit ehemaligen Betreibern und Besuchern und versucht einzufangen, welche Faszination von Orten wie dem PC69 in Bielefeld, dem FZW in Dortmund, dem Rose Club in Köln oder auch dem Zwischenfall in Bochum ausging. 

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3 Dezember

Die düstere Adventsgeschichte: Kein Sommermärchen für Mirjam (1/4)

von Kategorie: Schwarze SzeneDiskussion: Keine Kommentare

Adventsgeschichte - Kein Sommermaerchen fuer MirjamPassend zum Advent werden wir unserem Anspruch an die Andersartigkeit gerecht und schwimmen gegen den Strom von Geschichten, die uns mit ihren beschriebenen Schneelandschaften, den üppig gedeckten Gabentischen und aus den Zeilen tropfender Fröhlichkeit in die diktierte Weihnachtsstimmung ziehen wollen. Mirjam, die schon lange aus ihrem Schneckenhaus lauernd diesen Blog beobachtet, hat die Geschichte eines Sommerwochenendes geschrieben, um sie mit den Leser zu teilen. Oder besser gesagt, um etwas auszugleichen, wie sie schreibt: „Das Schräge an einem solchen Blog ist, dass ich als Außenstehender, der nur liest, ohne sich selbst mitzuteilen, die Schreibenden zunehmend kennen lerne – zumindest die Facetten ihrer selbst, die sie darin vorstellen – ganz ohne von mir etwas preiszugeben. Einigen von Euch fühle ich mich inzwischen richtiggehend vertraut, während ihr nicht einmal von meiner Existenz wisst. Wie gesagt: Schräg. Unausgeglichen, einseitig, und für mich fühlt es sich parasitär an.

Herausgekommen ist die 4-teilige Geschichte eines Wochenendes im Sommer, die uns auf eine bizarre Art und Weise durch ihre oberflächliche Erscheinung täuscht, um uns dann – wenn wir es dann wollen – auf eine Reise in Mirjams Gedankenwelt entführt. Die entblößt sie nicht nur als düster-melancholischen Grufti, sondern auch noch als exzellente Beobachterin ihrer Umwelt, der sie im Grunde eigentlich lieber aus dem Weg gehen möchte. Das spiegelt sich auch in ihren Bildern, die nur als Inspiration dienen sollten, aber passender nicht hätten sein können. Den ganzen Artikel lesen… »


23 November

Grufti-Gruftis: Wenn Erwachsene sich weigern, ihre Jugendkultur zu verlassen

von Kategorie: Schwarze SzeneDiskussion: 30 Kommentare
Simone und Ralf - (c) Marcus Rietzsch

Simone und Ralf vom Rabenhorst – (c) Marcus Rietzsch

Die war doch vorher noch nicht da! Verzweifelt stehe ich vor dem Spiegel und reibe an der Falte neben meinem rechten Auge herum. Genau da, wo einst Lidstrich, Kajal und Lidschatten zu einem perfekten ägyptischen Augen-Makeup zusammenliefen, hatte sich eine tiefe Furche gebildet. Oder war die schon immer da? An diesem frühen Morgen kommt sie mir besonders ausgeprägt vor. Entsetzt wende ich mich ab, schlurfe in die Küche und drehe auf halbem Weg die Heizung höher. Während ich die Müdigkeit mit einer Tasse Kaffee vor dem Rechner vertreibe, stolpere ich wieder und wieder über diese demütigenden Instagram-Alben junger Nachwuchs-Gruftis, die mir mit ihrer perfekten Haut, ihrer Androgynität und einem unfassbaren Talent für Selfies die Laune verderben. Es ist nicht so, als würde ich mit meinem Alter nicht klarkommen, im Gegenteil – ich schätze den inneren Frieden, der sich eingestellt hat, die Ausgeglichenheit, die man sich geschaffen hat und die Erfahrung, die in mir steckt. Aber das sind innere Werte. Beliebte Werte für jeden, der irgendwas an sich herumzumeckern hat und über den äußerlichen Verfall hinwegtäuschen will.

Manchmal frage ich mich, ob wir dem Nachwuchs die „Jugendkultur“ versauen, weil wir uns beharrlich weigern, diese zu verlassen. Und mit spätestens 30, seien wir ehrlich, ist unsere Jugendlichkeit doch endgültig vorbei. Und nicht nur Jilian Venters von der Gothic Charm School sieht sich desöfteren mit der Frage konfrontiert, ob man mit 30, 40 oder sogar 50 Jahren nicht zu alt ist, um wie ein waschechter Grufti herumzulaufen. Den ganzen Artikel lesen… »


18 November

Mein schaurig schönes Tagebuch #16: Das kleine Schicksal im Herbst

von Kategorie: AnsichtssacheDiskussion: 23 Kommentare

Schicksal im HerbstSchicksal ist der Ablauf von Ereignissen im Leben des Menschen, die als von göttlichen Mächten vorherbestimmt oder von Zufällen bewirkt empfunden werden, mithin also der Entscheidungsfreiheit des Menschen entzogen sind.

In den letzten Tagen und Wochen hätte ich zu gerne einige Dinge auf das Schicksal geschoben, dieser imaginären Macht, die unser Leben mit den Fäden, an denen wir gefühlt baumeln, steuert, beeinflusst und vom erwünschten Pfad ablenkt. Wäre da nicht ihr heimtückischer Gegenspieler, die Vorsehung. Die Vorsehung, die auch unter dem Namen Bauchgefühl ihr Unwesen treibt, lässt einen irgendwie ahnen, dass Dinge so kommen, wie sie kommen. Und so reiben wir uns auf zwischen dem Gefühl „Warum ich? – Warum jetzt?“ und dem klopfen aus der Bauchgegend „Das hätte ich mir denken können!“, das man auch ganz prima dann von anderen noch unter die Nase gerieben bekommt: „Das habe ich dir von Anfang an gesagt!“ Den ganzen Artikel lesen… »


3 November

Wochenschau #6/2017: Die Szene endlich mit eigenem Feiertag?

von Kategorie: VernetztDiskussion: 15 Kommentare

Spontis WochenschauAllerheiligen, Reformationstag, Samhain, Halloween oder auch „Eine Woche frei mit 3 Tagen Urlaub“. Es gab in diesem Jahr unzählige Beweggründe, die beiden Feiertage tatsächlich zu feiern oder einfach nur zu nutzen. Rein Marketingtechnisch scheint Halloween ein fester Bestandteil unserer Kultur geworden zu sein, während die beiden ursächlichen Bedeutungen auf Desinteresse stoßen. Macht ja auch Sinn, denn mit Grabkerzen und kleinen Figuren von diesem komischen Luther verdienst du natürlich nicht das große Geld. Stattdessen werden Kürbisse zum Leuchten gebracht, schlechte Horrorfilme ausgeliehen und jeder macht durch Deko aus der Klischeekiste einen auf besonders gruselig. Hier und da werden Süßigkeiten bereitgehalten und in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November hat es wohl an unzähligen Haustüren geklingelt zu haben, um diese einzusacken. Auch vor der Gothic-Szene macht dieser Trend keine Pause der Ehrfurcht, sagt man uns doch nach, dass bei uns jeden Tag Halloween wäre. Und so kam es, dass sich zu diesem 31. Oktober unzählige Gruftis auf unzähligen Gothic-Halloween-Partys besonders gruselig geschminkt und gekleidet hatten, kleine Weingummi-Gehirne, Monster-Muffins oder Sarg-Schokolade gegessen haben und Halloween-Playlisten lauschten. Jetzt frage ich mich: wenn bei uns jeden Tag Halloween ist, ist dann der 31. Oktober unser persönlicher Feiertag? Und: Macht eine gruselige Steigerung unserer Garderobe überhaupt Sinn? Ist Halloween vielleicht der Feiertag, an dem wir die Könige sind und der breiten Masse erlauben unsere Passion zu schnuppern? Weise Wissende helfen mir in den Kommentaren. Den ganzen Artikel lesen… »


28 Oktober

#metoo: Sexuelle Belästigung – (K)Ein Thema in der „schwarzen Szene?“

von Kategorie: BrennpunktDiskussion: 25 Kommentare

#metoo - Trendiger Hashtag mit ernstem HintergrundIn den vergangenen Tagen beherrschte vor allem ein Status meinen Facebook Newsfeed: #metoo. Viele Frauen, darunter fast 1 Millionen Twitternutzer, verfassten unter diesem Hashtag stichpunktartig ihre Geschichten oder teilten den Status kommentarlos. Mit diesem soll auf sexuelle Belästigung und Übergriffe aufmerksam gemacht werden und vor allem auf den Umstand, dass diese keine Einzelfälle sind. Viele meiner Facebook-Freunde teilten diesen Status, viele andere hätten vielleicht einen Grund gehabt ihn zu teilen. Ganz normale (junge) Frauen und Frauen aus „der Szene“. Natürlich passiert das überall und potentiell kann jeder davon betroffen sein – auch Männer. Was hat das also mit der „schwarzen Szene“ zu tun? Warum hier, auf Spontis, ein Mainstream-Hype-Thema. Weil ich es wichtig finde darüber zu sprechen. Um unseren „sicheren Hafen“ und unsere Nische zu hinterfragen und die schöne „Wir-haben-uns-alle-lieb“ Fassade anzugreifen: Den ganzen Artikel lesen… »


17 Oktober

Festivalbericht: Not so young, but cold – Young and Cold 2017

von undKategorie: Vor OrtDiskussion: 6 Kommentare

YoungandCold FestivaltagebuecherDas Young&Cold Festival jährte sich im September zum fünften Mal und wieder waren verschiedenste Künstler aus dem breitgefassten Wave-Bereich vertreten. Neu hingegen war, dass die Veranstaltung bereits am Donnerstag begann und an jedem Tag in einer anderen Location stattfand. Zudem waren dieses Jahr Tagestickets zu erwerben.

Für Autorin Flederflausch war es bereits das dritte Mal in Augsburg, Svartur Nott, den einige vielleicht noch als fleißigen Helfer vom Gothic-Friday in Erinnerungen haben, sollte dieses Jahr seine Young&Cold Jungfräulichkeit verlieren. Was lag da näher als ein gemeinsames Festival-Tagebuch zu erstellen und abwechselnd die Eindrücke und Erinnerungen zu beschreiben, nebeneinander und gegenüber zu stellen? Den ganzen Artikel lesen… »


13 Oktober

#AllHallowsRead: Von den vielen kleinen Toden des Lebens

von Kategorie: SubKultur!Diskussion: 15 Kommentare

Ein Artikel der mit Toten beginnt! Oder besser ausgedrückt, mit den Totgesagten. Denn die Blogparaden, Aktionen bei denen sich Blogger zu einem speziellen Thema untereinander verlinkten, hatte man längst begraben. Schön, wenn es trotzdem passiert, denn nun hat Tanja zum #AllHallowsRead aufgerufen, bei dem es darum geht, zu Halloween (eigentlich ja Allerheiligen, aber Halloween klingt moderner) ein passendes Buch vorzustellen und darüber hinaus einen ganzen Haufen davon zu verschenken. Eine tödliche Fügung, dass ich Klaus Märkerts neuen Roman „Wie wir leuchten im Dunkeln, geben wir so verdammt gute Ziele ab“ gerade zum Lesen bestellt hatte, als ich von der Aktion erfuhr. Der Klaus ist nämlich nicht nur einer meiner Lieblingsautoren, sondern auch ein ausgesprochener Experte in Sachen Tod. Doch dazu gleich mehr. 

Das Gewinnspiel, bei dem es einen ganzen Haufen gruseliger Bücher zu gewinnen gibt, funktioniert folgendermaßen: In jedem der 13 Blogbeiträge, die an #AllHallowsRead teilnehmen, ist ein Buchstabe zu finden, die am Ende das Lösungswort ergeben, das man per E-Mail einschickt. Die Gewinner von 10 Bücherpaketen mit jeweils 2-4 Büchern, werden dann am 31. Oktober von Tanja ermittelt, benachrichtigt und beschenkt. Wie das alles genau funktioniert und was es zu gewinnen gibt, erfahrt ihr in ihrem Blog. Darüber hinaus verlose ich zwei von Klaus Märkert signierte Exemplare seines Buches unter den Kommentierenden hier im Blog. Mit anderen Worten: Auch bei tödlichen Themen lohnen sich Lebenszeichen! Den ganzen Artikel lesen… »


5 Oktober

Japanische Subkulturen: Die schrillen Fassaden der Jugend

von Kategorie: ReportagenDiskussion: Keine Kommentare
Gothic Lolitas

Japanische Subkulturen sind sehr visuell.
(c) tokyofashion.com

Japan ist ein kontrastreiches und spannendes Land, dessen Kultur mir fremd und einzigartig erscheint. Immer wieder schwappen Subkulturen aus dem Land der aufgehenden Sonne auch nach Europa, auf zahlreichen Festivals der schwarzen Szene gehören beispielsweise Cosplayer oder Gothic-Lolitas bereits zum gewohnten bunten Farbtupfer im Meer der schwarze gekleideten Gruftis. Auch scheint das Interesse an japanischer Subkultur, deren Stilen und Erscheinungsformen, zugenommen zu haben. Gerade unter den jüngeren Mitgliedern der schwarzen Szene gehören Japan-Tage, Mangas, Anime und Cosplay-Conventions zu den bevorzugten Tellerrand-Interessen. Auch ich finde das, was sich an japanischer Subkultur bei uns etabliert hat, sehr spannend und wollte mich bereits seit einigen Monaten mit dem Thema beschäftigen. Nachdem ich einige japanische Street-Fashion-Portale angeschrieben hatte, um deren Bilder für diesen Beitrag zu verwenden, fand ich schließlich Tokyo Fashion, die mir ihre Aufnahmen zur Verfügung stellten. Dem Wunsch der Betreiber „mit den Bildern und den abgebildeten Personen respektvoll umzugehen„, wie man mir in einer E-Mail schrieb, komme ich gerne nach. Den ganzen Artikel lesen… »