18 November

Mein schaurig schönes Tagebuch #16: Das kleine Schicksal im Herbst

von Kategorie: AnsichtssacheDiskussion: 21 Kommentare

Schicksal im HerbstSchicksal ist der Ablauf von Ereignissen im Leben des Menschen, die als von göttlichen Mächten vorherbestimmt oder von Zufällen bewirkt empfunden werden, mithin also der Entscheidungsfreiheit des Menschen entzogen sind.

In den letzten Tagen und Wochen hätte ich zu gerne einige Dinge auf das Schicksal geschoben, dieser imaginären Macht, die unser Leben mit den Fäden, an denen wir gefühlt baumeln, steuert, beeinflusst und vom erwünschten Pfad ablenkt. Wäre da nicht ihr heimtückischer Gegenspieler, die Vorsehung. Die Vorsehung, die auch unter dem Namen Bauchgefühl ihr Unwesen treibt, lässt einen irgendwie ahnen, dass Dinge so kommen, wie sie kommen. Und so reiben wir uns auf zwischen dem Gefühl „Warum ich? – Warum jetzt?“ und dem klopfen aus der Bauchgegend „Das hätte ich mir denken können!“, das man auch ganz prima dann von anderen noch unter die Nase gerieben bekommt: „Das habe ich dir von Anfang an gesagt!“ Den ganzen Artikel lesen… »


3 November

Wochenschau #6/2017: Die Szene endlich mit eigenem Feiertag?

von Kategorie: VernetztDiskussion: 5 Kommentare

Spontis WochenschauAllerheiligen, Reformationstag, Samhain, Halloween oder auch „Eine Woche frei mit 3 Tagen Urlaub“. Es gab in diesem Jahr unzählige Beweggründe, die beiden Feiertage tatsächlich zu feiern oder einfach nur zu nutzen. Rein Marketingtechnisch scheint Halloween ein fester Bestandteil unserer Kultur geworden zu sein, während die beiden ursächlichen Bedeutungen auf Desinteresse stoßen. Macht ja auch Sinn, denn mit Grabkerzen und kleinen Figuren von diesem komischen Luther verdienst du natürlich nicht das große Geld. Stattdessen werden Kürbisse zum Leuchten gebracht, schlechte Horrorfilme ausgeliehen und jeder macht durch Deko aus der Klischeekiste einen auf besonders gruselig. Hier und da werden Süßigkeiten bereitgehalten und in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November hat es wohl an unzähligen Haustüren geklingelt zu haben, um diese einzusacken. Auch vor der Gothic-Szene macht dieser Trend keine Pause der Ehrfurcht, sagt man uns doch nach, dass bei uns jeden Tag Halloween wäre. Und so kam es, dass sich zu diesem 31. Oktober unzählige Gruftis auf unzähligen Gothic-Halloween-Partys besonders gruselig geschminkt und gekleidet hatten, kleine Weingummi-Gehirne, Monster-Muffins oder Sarg-Schokolade gegessen haben und Halloween-Playlisten lauschten. Jetzt frage ich mich: wenn bei uns jeden Tag Halloween ist, ist dann der 31. Oktober unser persönlicher Feiertag? Und: Macht eine gruselige Steigerung unserer Garderobe überhaupt Sinn? Ist Halloween vielleicht der Feiertag, an dem wir die Könige sind und der breiten Masse erlauben unsere Passion zu schnuppern? Weise Wissende helfen mir in den Kommentaren. Den ganzen Artikel lesen… »


28 Oktober

#metoo: Sexuelle Belästigung – (K)Ein Thema in der „schwarzen Szene?“

von Kategorie: BrennpunktDiskussion: 16 Kommentare

#metoo - Trendiger Hashtag mit ernstem HintergrundIn den vergangenen Tagen beherrschte vor allem ein Status meinen Facebook Newsfeed: #metoo. Viele Frauen, darunter fast 1 Millionen Twitternutzer, verfassten unter diesem Hashtag stichpunktartig ihre Geschichten oder teilten den Status kommentarlos. Mit diesem soll auf sexuelle Belästigung und Übergriffe aufmerksam gemacht werden und vor allem auf den Umstand, dass diese keine Einzelfälle sind. Viele meiner Facebook-Freunde teilten diesen Status, viele andere hätten vielleicht einen Grund gehabt ihn zu teilen. Ganz normale (junge) Frauen und Frauen aus „der Szene“. Natürlich passiert das überall und potentiell kann jeder davon betroffen sein – auch Männer. Was hat das also mit der „schwarzen Szene“ zu tun? Warum hier, auf Spontis, ein Mainstream-Hype-Thema. Weil ich es wichtig finde darüber zu sprechen. Um unseren „sicheren Hafen“ und unsere Nische zu hinterfragen und die schöne „Wir-haben-uns-alle-lieb“ Fassade anzugreifen: Den ganzen Artikel lesen… »


17 Oktober

Festivalbericht: Not so young, but cold – Young and Cold 2017

von undKategorie: Vor OrtDiskussion: 6 Kommentare

YoungandCold FestivaltagebuecherDas Young&Cold Festival jährte sich im September zum fünften Mal und wieder waren verschiedenste Künstler aus dem breitgefassten Wave-Bereich vertreten. Neu hingegen war, dass die Veranstaltung bereits am Donnerstag begann und an jedem Tag in einer anderen Location stattfand. Zudem waren dieses Jahr Tagestickets zu erwerben.

Für Autorin Flederflausch war es bereits das dritte Mal in Augsburg, Svartur Nott, den einige vielleicht noch als fleißigen Helfer vom Gothic-Friday in Erinnerungen haben, sollte dieses Jahr seine Young&Cold Jungfräulichkeit verlieren. Was lag da näher als ein gemeinsames Festival-Tagebuch zu erstellen und abwechselnd die Eindrücke und Erinnerungen zu beschreiben, nebeneinander und gegenüber zu stellen? Den ganzen Artikel lesen… »


13 Oktober

#AllHallowsRead: Von den vielen kleinen Toden des Lebens

von Kategorie: SubKultur!Diskussion: 15 Kommentare

Ein Artikel der mit Toten beginnt! Oder besser ausgedrückt, mit den Totgesagten. Denn die Blogparaden, Aktionen bei denen sich Blogger zu einem speziellen Thema untereinander verlinkten, hatte man längst begraben. Schön, wenn es trotzdem passiert, denn nun hat Tanja zum #AllHallowsRead aufgerufen, bei dem es darum geht, zu Halloween (eigentlich ja Allerheiligen, aber Halloween klingt moderner) ein passendes Buch vorzustellen und darüber hinaus einen ganzen Haufen davon zu verschenken. Eine tödliche Fügung, dass ich Klaus Märkerts neuen Roman „Wie wir leuchten im Dunkeln, geben wir so verdammt gute Ziele ab“ gerade zum Lesen bestellt hatte, als ich von der Aktion erfuhr. Der Klaus ist nämlich nicht nur einer meiner Lieblingsautoren, sondern auch ein ausgesprochener Experte in Sachen Tod. Doch dazu gleich mehr. 

Das Gewinnspiel, bei dem es einen ganzen Haufen gruseliger Bücher zu gewinnen gibt, funktioniert folgendermaßen: In jedem der 13 Blogbeiträge, die an #AllHallowsRead teilnehmen, ist ein Buchstabe zu finden, die am Ende das Lösungswort ergeben, das man per E-Mail einschickt. Die Gewinner von 10 Bücherpaketen mit jeweils 2-4 Büchern, werden dann am 31. Oktober von Tanja ermittelt, benachrichtigt und beschenkt. Wie das alles genau funktioniert und was es zu gewinnen gibt, erfahrt ihr in ihrem Blog. Darüber hinaus verlose ich zwei von Klaus Märkert signierte Exemplare seines Buches unter den Kommentierenden hier im Blog. Mit anderen Worten: Auch bei tödlichen Themen lohnen sich Lebenszeichen! Den ganzen Artikel lesen… »


5 Oktober

Japanische Subkulturen: Die schrillen Fassaden der Jugend

von Kategorie: ReportagenDiskussion: Keine Kommentare
Gothic Lolitas

Japanische Subkulturen sind sehr visuell.
(c) tokyofashion.com

Japan ist ein kontrastreiches und spannendes Land, dessen Kultur mir fremd und einzigartig erscheint. Immer wieder schwappen Subkulturen aus dem Land der aufgehenden Sonne auch nach Europa, auf zahlreichen Festivals der schwarzen Szene gehören beispielsweise Cosplayer oder Gothic-Lolitas bereits zum gewohnten bunten Farbtupfer im Meer der schwarze gekleideten Gruftis. Auch scheint das Interesse an japanischer Subkultur, deren Stilen und Erscheinungsformen, zugenommen zu haben. Gerade unter den jüngeren Mitgliedern der schwarzen Szene gehören Japan-Tage, Mangas, Anime und Cosplay-Conventions zu den bevorzugten Tellerrand-Interessen. Auch ich finde das, was sich an japanischer Subkultur bei uns etabliert hat, sehr spannend und wollte mich bereits seit einigen Monaten mit dem Thema beschäftigen. Nachdem ich einige japanische Street-Fashion-Portale angeschrieben hatte, um deren Bilder für diesen Beitrag zu verwenden, fand ich schließlich Tokyo Fashion, die mir ihre Aufnahmen zur Verfügung stellten. Dem Wunsch der Betreiber „mit den Bildern und den abgebildeten Personen respektvoll umzugehen„, wie man mir in einer E-Mail schrieb, komme ich gerne nach. Den ganzen Artikel lesen… »


27 September

„Wer in einer Demokratie schläft, erwacht in einer Diktatur“

von Kategorie: AnsichtssacheDiskussion: 16 Kommentare

Ich habe einen Wunsch. Den Wunsch, unsere Demokratie hält den Rechtsruck in der Regierung aus. Ich habe sogar die Hoffnung, sie wird durch diese Prüfung stärker und gelebter. Doch ich bin niedergeschlagen. Fast ein bisschen Hoffnungslos. Wie konnte man einen Herrn Gauland, Spitzenkandidat der AfD, der erst Aydan Özoğuz, Integrationsbeauftragte des Bundes und SPD-Politikerin, „in Anatolien entsorgen“ wollte und nun offen ankündigt: „Wir werden Frau Merkel jagen“ mit seinem Kreuz auf dem Wahlzettel nur wählen? Die Szene, so ist oftmals zu lesen, sei unpolitisch und beugt sich keiner Vereinnahmung durch eines der Lager. Das ist auch gut so, schützt aber nicht davor, sich individuell zu positionieren. Nie war es so wichtig wie am vergangenen Sonntag, zur Wahl zu gehen und seinem Standpunkt in Form eines Kreuzes Ausdruck zu verleihen.

Ihr hattet keinen Standpunkt? Ihr wolltet keinen haben? Es erschien Euch zu schwierig? Vielleicht wäre dann eine andere Regierungsform für Euch interessant, im Ausland gibt es zahlreiche Länder, die keinen Standpunkt erfordern. In einer Demokratie geht das nicht. Stellt Euch vor, die tausende AfD-Wähler nehmen ihre Spitzenkandidaten wörtlich und unliebsame Kritiker werden „entsorgt“ oder Frau Merkel wird „gejagt“. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch an Rostock-Lichtenhagen

Dies ist ein persönlicher Artikel. Er hat nichts mit der schwarzen Szene oder einer sonstigen Subkultur zu tun und spiegelt lediglich meine persönliche Meinung. Es soll sich nicht wiederholen, denn Spontis möchte keine politische Plattform sein oder der AfD weitere kostenlose Popularität spendieren. Totschweigen geht aber leider nicht. Es war mir ein Bedürfnis. Den ganzen Artikel lesen… »


20 September

Interview: Kämpfer und Zöller und ihr Comic „Anektötchen und andere Zwischenfälle“

von Kategorie: SubKultur!Diskussion: 5 Kommentare

Art of Dark ComicAls ich neulich meinen Briefkasten öffnete, war ich vom Brief aus dem Hause Art of Dark in Köln etwas überrascht. Hatte ich in meiner Konsumsucht wieder etwas bestellt, was ich nun völlig verdrängt hatte? Nachdem ich den Umschlag hastig aufriss, hielt ich den Comic „Immer wenn es dunkel wird – Zwischenfälle und andere Anektötchen“, nebst einem Anschreiben und kurzen Biografien der beiden Autoren Kämpfer und Zöller in meinem Händen. Was für eine freudige Überraschung! Auf der Suche nach Gemeinsamkeiten und Parallelen verschlang ich das kleine Meisterwerk bei insgesamt 4 Sitzungen auf der heimischen Toilette. „Welch eine Wohltat!“ dachte ich, als ich die gesuchte Gemeinsamkeit entdeckte: Wir nehmen uns und die Szene nicht immer so ernst, wie unsere Leidenschaften gelegentlich suggerieren. 

Demzufolge habe ich natürlich nicht an einer einzigen Stelle der 84 Seiten geschmunzelt, gelacht oder gekichert. Interessant fand ich die Geschichten dennoch, denn ihr hoher Wahrheitsgehalt erlaubt einen unverblümten Blick in das Szene-Leben der Protagonisten und versucht, durch den beiliegenden Humor den Geist für ein wenig Selbstkritik zu öffnen. Vielleicht war dann früher doch alles nicht so heroisch, wie es uns in unserer Erinnerung vorkommt. Natürlich gilt das nur für die gemeinen Leser, bei mir war alles genau so toll, ernsthaft und tiefgründig, wie es mir einrede! Genug Gründe, den Beiden ein paar Fragen zu ihrer Veröffentlichung  zu stellen und herauszufinden, was denn nun hinter dem plumpen Versuch, mich zum lachen bringen zu wollen, stecken könnte. Den ganzen Artikel lesen… »


8 September

Altenpflege im Nachtdienst: Vergänglichkeit und Tod als Alltag

von Kategorie: ReportagenDiskussion: 13 Kommentare

Ronny - Altenpfleger in LeipzigFür Ronny gibt es zwei Dinge, die zu seinem Alltag gehören: Der Tod und die Gothic-Szene. Als Pflegefachkraft in einer Altersresidenz in Leipzig ist er nicht nur für die Pflege und das Wohlergehen der Menschen zuständig, sondern begleitet die Bewohner oftmals auch auf ihren letzten Schritten bis in den Tod. Für ihn ist das schon eine Art Berufung, den Bewohnern bei allen ihren Wünschen, Ängsten und Nöten hilfreich zur Seite zu stehen. Alte Menschen werden in unserer Gesellschaft ausgeblendet und sterben oftmals einsam und allein. „Viele werden in Heime „abgeschoben“ und müssen dann dort den Rest ihres Lebens verbringen.“ Steht sein Beruf, der sich stärker als viele andere mit den Tabu-Themen unserer Gesellschaft auseinandersetzen muss, nicht im Grunde am langen Ende der Entscheidung „gegen den Mainstream“ zu sein? Als Ronny mir nach dem WGT in Leipzig einen Artikel zusandte, in dem er den Bewohnern in der hauseigenen Zeitschrift liebevoll erklärt, was ein Grufti ist und warum die sich jedes Jahr in Leipzig treffen, wurde ich neugierig auf die Geschichte hinter seiner Berufswahl. Den ganzen Artikel lesen… »


1 September

Mein schaurig schönes Tagebuch #16: Vitamin D Mangel auf der Gamescom 2017

von Kategorie: VeranstaltungenDiskussion: 9 Kommentare

Gamescom 2017 - Vitamin DIn Köln treffen sich einmal im Jahr die Tageslichtvermeider, die Nerds, die Geeks,  die Cosplayer, die Gamer und die Freaks an einem Ort zusammen, der sich Gamescom nennt. Das ist die zweitgrößte Computer-Spiele Messe der Welt, zu der jedes Jahr über 300.000 Menschen dieser Spezies in die Domstadt pilgern. Zugegeben, nicht alle Besucher bewegen sich abseits der Norm oder verlassen den gesellschaftlich gesteckten Rahmen der Vernunft völlig, aber die sind auch nicht der Grund warum ich diesen Tagebuch-Eintrag schreibe. Es geht um eben diese unerklärliche Masse an Menschen, die wie ihre Lieblings-Spiele-Figur aussehen wollen, die 5 Stunden darauf warten, einen angekündigten Spiele-Titel zu spielen, Menschen die kreischen, wenn sie einen YouTuber sehen, der nicht anderes macht, als auch Computer-Spiele zu spielen. Es geht auch nicht um Erklärungen, Anleitungen zum Dabeisein oder Hintergrundinformationen zur Lebenswelt der Spieler. Wer sich nicht schon mal gewünscht hat, wie Geralt der Hexer durch Temerien zu reisen, als gefürchteter Pilot in das Herz eines Sternenzerstörers einzudringen oder verzweifelt, wenn die feindlichen Truppen die wunderschöne Mauer um die eigene Stadt schon wieder einreißen, wird diesen Artikel wohl befremdlich finden. Ich bin gespannt, liebes Tagebuch, wie Du ihn findest. Den ganzen Artikel lesen… »