14 Juli

Steampunk: Mit Volldampf in die eigenständigen Subkultur

von Kategorie: Schwarze SzeneDiskussion: 11 Kommentare

Steampunk - 2011 - tobikult

Von unzähligen Zahnräder, Gelenken, Schaufelrädern und der Dampfmaschine angetrieben, hat das Motorschiff „Steampunk“ Fahrt aufgenommen und fährt flussaufwärts Richtung Subkultur. In den letzten 5 Jahren hat die Steampunk-Szene die interessantesten Entwicklungen aller Splittergruppen, die – freiwillig oder unfreiwillig – unter dem Schirm der schwarzen Szene zusammengefasst werden, vollzogen. Vor allem in Deutschland haben ambitionierte Festivals das Licht der Welt erblickt und pochen darauf, in den kommenden Jahren zu festen Einrichtungen der Steampunk-Welt zu werden. Erst vor ein paar Tagen endete in Meißen das Debüt-Festival „Mit Zahnrad und Zylinder„, das ein weiterer Erfolg im mittlerweile vollen Terminkalender der Steampunker zu werden scheint und im nächsten Jahr wiederholt werden soll, wie die Sächsische Zeitung berichtet: „Dass es auch im nächsten Jahr mit „Zahnrad und Zylinder“ weitergehen soll, steht für die Veranstalter Jens und Jeannette Mahlow schon fest. „Wir haben positive Rückmeldungen bekommen und möchten das Festival fortsetzen.“

Dabei ist der Weg, den die angehende Subkultur genommen hat, scheinbar ungewöhnlich, denn im Gegensatz zu Gothic oder auch dem Punk handelt es sich nicht um eine Szene, in der die Musik im Mittelpunkt steht, sondern spricht eher Menschen an, die sich als Bastler, Designer, Rollenspieler oder Fantasy- und Science-Fiction-Fans verwirklichen wollen. Den ganzen Artikel lesen… »


5 Juli

Mein schaurig schönes Tagebuch #15: Der Ehe-Grufti und ein Hermann im Nebel

von Kategorie: Finstere OrteDiskussion: 5 Kommentare

Hermann im NebelLiebes Tagebuch. Am letzten Wochenende habe ich den Hermann in Detmold besucht. Im Grunde genommen, das muss ich einräumen, aber eher beiläufig, denn in meiner eigentlichen Mission war ich als engagierter Ehe-Grufti unterwegs und habe meine bessere Hälfte auf das Owls ’n‘ Bats Festival im Teutoburger Wald begleitet. Es waren auch keine Unmengen an Pferden notwendig, um mich dort hinzuziehen, denn ehrlicherweise fand ich die Idee eines Grufti-Festivals mitten im Wald und unweit des Hermanns-Denkmals ziemlich reizvoll und irgendwie aufregend. Einziger Haken: wir waren nicht zum Vergnügen dort, sondern als Teil des zum Festival gehörenden Schattenmarktes, den Orphi mit ihrem selbst entworfenen Schmuck aus dem Hause Eulenforst und einem kleinen Verkaufsstand bereichern wollte.

So kam es dann, dass ich mich als Fahrer, Zelt-Aufbauer, Beleuchter, Aushilfsschmuckverkäufer, Nahrungsbeschaffer und Hunde-Sitter heldenhaft einsetzte und mir so im Nachbericht, den Orphi in ihrem Blog veröffentlich hat, den Titel Ehe-Grufti verdiente. Fast wäre es noch in die Hose gegangen, denn ich habe den Popo nicht hochbekommen und die Autobahn glänzte durch hohes Verkehrsaufkommen. Letztendlich fanden wir uns aber recht pünktlich in einer Wolke auf 386m wieder und konnten mit dem Aufbau des Zeltes beginnen. Nachdem ich einige Minuten ratlos mit unterschiedlich langen Stangen, Verbindern und Eckelementen gekämpft hatte, stand das kleine schwarze Verkaufszelt und sah zwischen zwei übergroßen weißen Zelten aus wie eine Hobbit-Höhle im Teutoburger Wald. Nachdem ich beim Aufbau geholfen und meine Frau mit Essen und Kaffee versorgt hatte, kümmerte ich mich um Caya, unseren Grufti-Großspitz und seine natürlichen Bedürfnisse. Zusammen wollten wir die Gegend erkunden, Hermann besuchen und den Wald durchschnüffeln. Den ganzen Artikel lesen… »


29 Juni

Wochenschau #4/2017 – Die haben doch den Dislike Button vergessen!

von Kategorie: VernetztDiskussion: 7 Kommentare

Spontis WochenschauWir sind Inszenierungstrategen. Viele von uns verbringen den Tag damit, unserem Gegenüber ein ideales digitales Selbstbild zu suggerieren. Auf Facebook, Twitter und Instagram verteilen wir immer neue Inhalte von uns selbst, die wir beeinflussen, steuern und kontrollieren um das Bild, das andere von uns haben sollen, nicht zu trüben. Wir inszenieren uns sogar, wenn es uns schlecht geht, wenn wir angreifbar sind und verletzlich sind. Wir schreiben unsere Gedanken, unsere Meinungen und Ängste in die kleine Zeile bei Facebook die so höflich fragt: „Was machst du gerade?“ Wenn wir uns doch nur daran halten würden. Doch anstatt die Frage mit Bildern von der Heimfahrt im Bus, vom aktuellen Song der Playlist oder dem gerade gelesenen Link zu beantworten, fangen wir an uns über unsere Nachbarn auszulassen, posaunen unsere Meinung über Homoehe in die Welt hinaus oder halten es für nötig einfach mal das Gegenteil von dem zu behaupten, was die Freunde gerade so denken. Ich merke immer wieder, dass man bei all diesen Dingen den Dislike-Button vergessen hat.

Ach was wäre das schön, wenn wir uns nur äußerlich inszenieren würden! Nein, anstatt dessen spüren wir einen Zwang, uns auch innerlich zu inszenieren. Wie tolerant wir sind oder auch wie intolerant wir sein können. Wie mitfühlend wir gegenüber dem Anderen sind oder wie deutlich wir ihm sagen können, er solle sich zusammenreißen. Und bevor jetzt einer den Zeigefinger erhebt, weil ich ja im Grunde genommen genau das in meinem Blog auch mache: Ich darf das! Nicht weil meine Meinung besonders toll ist, sondern weil ich zumindestens ein paar interessante Links mitliefere und der Meinung so einen gewissen Inhalt spendiere: Den ganzen Artikel lesen… »


26 Juni

Kinder der Nacht – Der MDR zum Wave-Gotik-Treffen 2017

von Kategorie: In den MedienDiskussion: 4 Kommentare

Valentin und seine Freunde - MDR ScreenshotDer MDR ist zum offiziellen Sender des Wave-Gotik-Treffens geworden und das meine ich tatsächlich nicht im negativen Sinne. Mit wiederkehrender Intensität beschäftigt sich die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt mit den Pfingsttagen in Leipzig und hat auch 2017 viel Interessantes dazu produziert. Man kann diese Neugier jetzt sehen wie man möchte, ich für meinen Teil empfinde das als Glück im Unglück. Warum? Am liebsten hätte man das WGT ja so wie damals in den 90ern: klein, intim, abgegrenzt und undergroundig. Früher in Deutschland kaum wahrgenommen und wenn, dann eher argwöhnisch und ängstlich betrachtet. Damals, als Leipzig noch eine große Ruine war und als die Szene sich im kleinsten Kreise versammelte. Man kann es also 2017 für Unglück halten, dass das Treffen zum bekanntesten und größten Gothic-Treffen der Welt geworden ist und nicht nur der Szene Platz bietet, sondern auch Trittbrettfahrern und Touristen, mit denen auch Kommerzialisierung und Popularität einhergehen. Aber so ist es nun mal. Glück ist es da schon, wenn man sich ernsthaft mit der Szene auseinandersetzen möchte und distanziert beschreibend bleibt und nicht nur auf das plakativ Provozierende setzt. Den ganzen Artikel lesen… »


20 Juni

Rückblick: Spontis Family Treffen auf dem WGT 2017

von Kategorie: VeranstaltungenDiskussion: 8 Kommentare

Spontis Treffen 2017 - Ein RueckblickSicherheitshalber hatte ich mir gleich zwei Wecker gestellt, denn nach einem durchtanzten Pfingstsonntag auf der Shockwave-Party im Werk II erschien mir die Gefahr viel zu hoch, das eigene Treffen zu verschlafen. Doch vor lauter Aufregung habe ich gar keinen davon gebraucht, denn bereits um 11:00 habe ich in unserer WGT-WG Kaffee aufgesetzt und den Ofen für die Aufback-Brötchen vorgeheizt und Süßigkeiten gegessen, natürlich nur um die Nerven zu beruhigen. Mit einer Hand immer am Smartphone, um Wetter-Radar, Regenwahrscheinlichkeit und Temperatur zu prüfen – als wenn ich etwas daran ändern könnte, wenn es nun doch regnen würde! Im Grunde genommen bin ich nicht zu gebrauchen, in so einer Spontis-Treffen-Vorfreude-Phase. Lampenfieber könnte man das nennen, denn als Mainstream-Misanthrop sind mir Menschenaufläufe eigentlich ein Graus, glücklicherweise treffe ich den Strom hier nicht und deshalb wird aus dem Graus besagtes Lampenfieber. Werde ich wieder nur Unsinn erzählen? Werde ich jeden Besucher begrüßen können? Reichen Buttons und Magazine? Den ganzen Artikel lesen… »


8 Juni

Karma, Karma, WGT-Chamäleon 2017 – Wie war Dein Treffen?

von undKategorie: BrennpunktDiskussion: 35 Kommentare

Orphi, Flederflausch und RobertZur Zeit geht es in den sozialen Netzwerken zur Sache. Da wird eine Unmenge an Diskussionsenergie darin verschwendet, über das Wave-Gotik-Treffen zu meckern. Entweder sind es Kostüme und Karnevalisten die Störenfrieden, Fetisch-Pferde und Elfenwesen der Stein des Anstoßes oder auch Fotografen und Schaulustige der Zankapfel. Man könnte den Eindruck gewinnen, als wäre für die meisten der Diskussionsfreudigen ein furchtbares WGT zu Ende gegangen. Auch Flederflausch ist in ihrer WGT-Depression der eigenen Impulsivität erlegen und hat einen Artikel verfasst, der ihren Unmut zum Ausdruck brachte. Ich fand den Artikel sogar ganz gut und übersah dabei völlig, dass er genau in das gleich Horn blies, das bereits bei Facebook die Lautsprecher zum Bersten brachte. Es dauerte keine Sekunden, da waren bereits die ersten Kommentare zu lesen, die ihre ganz persönliche Mecker-Erfahrung beisteuerten, anstatt sich mit dem Gedanken dahinter zu befassen. Das selbst gewählte Motto von Spontis „als aktive Gegenbewegung zur Meckerkultur“ drohte, mit dem Inhalt zu kollidieren. Orphi regte an, den Artikel zurückzustellen und gemeinsam entschieden wir uns dann, ein paar Schritte zurückzutreten und herauszufinden, ob das Wave-Gotik-Treffen wirklich so schlimm gewesen ist, wie es bisher zu lesen war. Irgendwas konnte nämlich nicht stimmen, denn in persönlichen Gesprächen oder beim Blick in private Fotoalben offenbarte sich ein ganz anderes Bild. Orphi hat die meistgeäußerten Kritikpunkte in den Diskussionen mal unter die Lupe genommen und zeigt, dass manche Dinge gar nicht so schlimm sind, wie sie sich bei Facebook anfühlen. Den ganzen Artikel lesen… »


7 Juni

Anders unter anderen – Kein WGT-Liebeslied

von Kategorie: BrennpunktDiskussion: 19 Kommentare

Ein Sinnbild für das heutige WGT? (Bild: Tobias Blank)

Post-WGT-Dienstag, 19.45: Meine Füße schmerzen, die Haare sind trotz mehreren Waschgängen immer noch spröde vom Haarspray, meine Lider sind schwer und das unangerührte Gepäck drängt sich in der kleinen Wohnung. Post-WGT-Depressionszeit. Eigentlich würde ich jetzt anfangen meinen persönlichen WGT-Rückblick zu schreiben, Bands und Stimmung loben, die Freude über neue und alte Bekannte kundtun und mich in Trauer wiegen, dass alles sooo lange hin ist, bis zum nächsten Mal. Tu ich aber nicht. Kann ich nicht. Obwohl das alles auch so war: coole Bands, geile Stimmung, nette Menschen, die ich sonst ewig nicht sehe und lange hin, bis zum nächsten Mal. Stimmt schon so. War ja auch toll. Trotzdem, auf meinem WGT liegt ein dunkler Schatten. Okay, vielleicht fällt dieser durch Kränkelei und Müdigkeit schwärzer aus, als er eigentlich ist. Anyway. Ich sitze mit einem komischen Gefühl im Bett, was mich – wie in „Von der Entzauberung der Dunkelheit“ beschrieben – nicht erst seit gestern begleitet. Den ganzen Artikel lesen… »


6 Juni

Die Historischen Friedhöfe in Görlitz

von Kategorie: Finstere OrteDiskussion: 3 Kommentare

Nikolaifriedhof - Alter TeilAnfang Mai verbrachte ich ein paar Tage in Görlitz und war sehr beeindruckt von der Pracht aus mehreren Jahrhunderten Baugeschichte. Rund 4.000 Baudenkmäler bieten eine eindrucksvolle Kulisse für historische Filme, daher wird die Stadt auch häufig als Drehort – auch für internationale Produktionen – genutzt. Görlitz war früher eine sehr reiche Stadt, vor allem durch Tuchhandel, was repräsentativ nach außen getragen wurde. Während der DDR-Periode verfielen die alten Gebäude wie vielerorts jedoch zusehend und es war bereits beschlossen, noch im Jahr 1989 die marode Altstadt komplett zu sprengen und mit sozialistischen Neubauten zu überbauen. Zum Glück kam es dank der Wende nicht mehr dazu und seit ein anonymer Spender zur Rettung der Stadt seit 1995 alljährlich eine Million DM/50.0000 Euro überweist, konnte eine Menge saniert werden. Es sollen mittlerweile ca. 80% saniert sein, aber ich fand trotzdem jede Menge alte, schöne und total marode Gebäude vor, oft sogar große prunkvolle Eckhäuser mit Erkern, Statuen und jeder Menge Fassadenschmuck. Ich habe nicht nur die Altstadt abgelaufen, in der es vor allem Renaissance- und Barockgebäude gibt, sondern auch die Gründerzeit- und Jugendstilviertel rings herum und den seit 1945 polnischen Teil der Stadt, Zgorzelec, auf der anderen Seite der Neiße. Den ganzen Artikel lesen… »


4 Juni

Doku über das Leben mit den Toten: Nice Places to Die

von Kategorie: VernetztDiskussion: Keine Kommentare

Nice Places to Die - Screenshot 2Könntet ihr euch vorstellen auf dem Friedhof zu wohnen? Könntet ihr euch vorstellen jahrelang neben eurer verstorbenen Mutter zu leben, die aufgebahrt im Raum nebenan liegt? Wäre es für euch vorstellbar den Lebensunterhalt durch das transportieren von Leichen zu verdienen, mit denen man tagelang durch die Gegend fährt? Wir haben den Tod weitestgehend aus unserem Alltag und aus unserem Leben verdrängt. Friedhöfe sind daher hierzulande nicht unbedingt bekannt für ihre Lebhaftigkeit, zu gruselig scheint der Gedanke den Ort der Toten zu besuchen. Das ist in anderen Ländern und Kulturen völlig anders. Bestattungsriten und der Umgang mit dem Tod sind trotz einer gemeinsamen Religion völlig unterschiedlich. 

In der „Stadt der Toten“, wie der Friedhof in Kairo genannt wird, leben rund 300.000 Menschen. Es gibt dort Händler,Friseure oder Kioske und auch Hauptstraßen führen durch den Friedhof, der zu einem der größten der Welt zählt. Die Millionenmetropole hat den Friedhof, der einst am Stadtrand errichtet wurde, längst verschlungen – Platzmangel und Armut treibt die Menschen auf den Friedhof. Und so leben die Ärmsten der Ägypter zwischen Gräbern, die seit Hunderten Jahren nicht nur die islamische Geschichte Ägyptens repräsentieren, sondern auch Baustile aus unzähligen Epochen wiederspiegeln. Unvorstellbar? Den ganzen Artikel lesen… »


3 Juni

So war es so soll es sein – zurück zu den Wurzeln?

von Kategorie: VeranstaltungenDiskussion: Keine Kommentare

Vergangenheitsnostalgie ist wohl etwas, was Gruftis ganz besonders gut können. Schwärmen von den alten Zeiten als alles noch dunkler, echter und weniger kommerziell war. Ob es sich dabei um wirkliche Erlebnisse handelt, denen nachgetrauert wird, oder um Sehnsucht nach einem vermeintlich besseren Damals, dass man selbst nicht erlebt hat und nur aus Hörensagen kennt, spielt dabei keine Rolle. Die 80er sind für viele Schwarzkittel immer noch das gelobte Land und mit einem besonderen Zauber belegt. Auf vielen Wegen wird versucht etwas von damals wieder zum Leben zu erwecken, sei es mittels Musik, welche sich stark an damaligen Klängen orientiert, Kleidung, die an damalige Maßstäbe angelegt ist oder Veranstaltungen, die wieder mehr auf den Selbst-Machen-Gedanken setzen. An Kreativität und Tatkraft mangelt es oft nicht und so versucht auch Theodor mit der kleinen „So war es so soll es sein“ Geburtstagsparty mit befreundeten Bands etwas zu bewegen. Aufmerksam geworden bin ich auf Theodor und seine Feier über einen Facebook-Post und musste zur Stillung meiner Neugier natürlich nachfragen. Den ganzen Artikel lesen… »