28 Oktober

#metoo: Sexuelle Belästigung – (K)Ein Thema in der „schwarzen Szene?“

von Kategorie: BrennpunktDiskussion: 15 Kommentare

#metoo - Trendiger Hashtag mit ernstem HintergrundIn den vergangenen Tagen beherrschte vor allem ein Status meinen Facebook Newsfeed: #metoo. Viele Frauen, darunter fast 1 Millionen Twitternutzer, verfassten unter diesem Hashtag stichpunktartig ihre Geschichten oder teilten den Status kommentarlos. Mit diesem soll auf sexuelle Belästigung und Übergriffe aufmerksam gemacht werden und vor allem auf den Umstand, dass diese keine Einzelfälle sind. Viele meiner Facebook-Freunde teilten diesen Status, viele andere hätten vielleicht einen Grund gehabt ihn zu teilen. Ganz normale (junge) Frauen und Frauen aus „der Szene“. Natürlich passiert das überall und potentiell kann jeder davon betroffen sein – auch Männer. Was hat das also mit der „schwarzen Szene“ zu tun? Warum hier, auf Spontis, ein Mainstream-Hype-Thema. Weil ich es wichtig finde darüber zu sprechen. Um unseren „sicheren Hafen“ und unsere Nische zu hinterfragen und die schöne „Wir-haben-uns-alle-lieb“ Fassade anzugreifen: Den ganzen Artikel lesen… »


27 Juli

Von Szenen, Subkulturen und der Wichtigkeit eigener Abgrenzung

von Kategorie: BrennpunktDiskussion: 31 Kommentare

An einem, sagen wir, Freitagabend postet jemand, nennen wir sie Morticia Dunkeldüster, eine Aufnahme von einer vermeintlich schwarzen Veranstaltung in eine Facebookgruppe. Darauf zu sehen: Schwarzromantiker in aufwändigen Roben, Waver in Pikes und Haremshosen, Steampunks mit mechanisch ausfahrbaren Flügeln, Cyber, die sich mit Menge und Fülle der Plastikdreads und an schreienden Neonfarben gegenseitig überbieten, ein Pärchen in Uniformen, die an die SS erinnern, ein Kerl in Schottenrock mit Bärenfell und Vikingerhorn, ein Latexpferdchen und irgendwas mit Hörnchen, Glitzer und Feenzauberstab. „Alles das ist die schwarze Szene“ schreibt sie dazu und schon nimmt das Unheil seinen Lauf. Die Altgoten springen aus ihrer Gruft und beschreien, das viel bessere früher und sprechen nur den Wavern und Gruftis eine Existenzberechtigung in der wirklichen Szene zu. Angelockt davon schlagen die Toleranzverfechter und „wir-haben-uns-alle-lieb“ Konsorten in die Tasten. „Toleranz!“ schreien sie, „soviel zur Toleranz in der Szene„. Auf verlorenen Posten kämpfen einige Mutige um eine sachliche Diskussion. Schon fließen die ersten bissigen Kommentare in die Tasten und bis zur Beleidigung ist es auch nicht mehr weit. „Es geht um die Lebenseinstellung“ sagen die einen. Andere rezitieren (lückenhaft) eine vermeintliche Entstehungsgeschichte „der Szene“, die damals auf Ibiza begann. Oder irgendwie damals im Teutoburger Wald, die Sache mit den Urgoten. Oder irgendwie so ähnlich…. Den ganzen Artikel lesen… »


8 Juni

Karma, Karma, WGT-Chamäleon 2017 – Wie war Dein Treffen?

von undKategorie: BrennpunktDiskussion: 35 Kommentare

Orphi, Flederflausch und RobertZur Zeit geht es in den sozialen Netzwerken zur Sache. Da wird eine Unmenge an Diskussionsenergie darin verschwendet, über das Wave-Gotik-Treffen zu meckern. Entweder sind es Kostüme und Karnevalisten die Störenfrieden, Fetisch-Pferde und Elfenwesen der Stein des Anstoßes oder auch Fotografen und Schaulustige der Zankapfel. Man könnte den Eindruck gewinnen, als wäre für die meisten der Diskussionsfreudigen ein furchtbares WGT zu Ende gegangen. Auch Flederflausch ist in ihrer WGT-Depression der eigenen Impulsivität erlegen und hat einen Artikel verfasst, der ihren Unmut zum Ausdruck brachte. Ich fand den Artikel sogar ganz gut und übersah dabei völlig, dass er genau in das gleich Horn blies, das bereits bei Facebook die Lautsprecher zum Bersten brachte. Es dauerte keine Sekunden, da waren bereits die ersten Kommentare zu lesen, die ihre ganz persönliche Mecker-Erfahrung beisteuerten, anstatt sich mit dem Gedanken dahinter zu befassen. Das selbst gewählte Motto von Spontis „als aktive Gegenbewegung zur Meckerkultur“ drohte, mit dem Inhalt zu kollidieren. Orphi regte an, den Artikel zurückzustellen und gemeinsam entschieden wir uns dann, ein paar Schritte zurückzutreten und herauszufinden, ob das Wave-Gotik-Treffen wirklich so schlimm gewesen ist, wie es bisher zu lesen war. Irgendwas konnte nämlich nicht stimmen, denn in persönlichen Gesprächen oder beim Blick in private Fotoalben offenbarte sich ein ganz anderes Bild. Orphi hat die meistgeäußerten Kritikpunkte in den Diskussionen mal unter die Lupe genommen und zeigt, dass manche Dinge gar nicht so schlimm sind, wie sie sich bei Facebook anfühlen. Den ganzen Artikel lesen… »


7 Juni

Anders unter anderen – Kein WGT-Liebeslied

von Kategorie: BrennpunktDiskussion: 19 Kommentare

Ein Sinnbild für das heutige WGT? (Bild: Tobias Blank)

Post-WGT-Dienstag, 19.45: Meine Füße schmerzen, die Haare sind trotz mehreren Waschgängen immer noch spröde vom Haarspray, meine Lider sind schwer und das unangerührte Gepäck drängt sich in der kleinen Wohnung. Post-WGT-Depressionszeit. Eigentlich würde ich jetzt anfangen meinen persönlichen WGT-Rückblick zu schreiben, Bands und Stimmung loben, die Freude über neue und alte Bekannte kundtun und mich in Trauer wiegen, dass alles sooo lange hin ist, bis zum nächsten Mal. Tu ich aber nicht. Kann ich nicht. Obwohl das alles auch so war: coole Bands, geile Stimmung, nette Menschen, die ich sonst ewig nicht sehe und lange hin, bis zum nächsten Mal. Stimmt schon so. War ja auch toll. Trotzdem, auf meinem WGT liegt ein dunkler Schatten. Okay, vielleicht fällt dieser durch Kränkelei und Müdigkeit schwärzer aus, als er eigentlich ist. Anyway. Ich sitze mit einem komischen Gefühl im Bett, was mich – wie in „Von der Entzauberung der Dunkelheit“ beschrieben – nicht erst seit gestern begleitet. Den ganzen Artikel lesen… »


26 Mai

Urlaubsziel Leipzig: Besuchen sie unser Kuriositätenkabinett zu Pfingsten!

von Kategorie: BrennpunktDiskussion: 38 Kommentare

Viktorianisches PicknickDas ältere Ehepaar steht fasziniert am Rand der weitläufigen Wiese und staunt. Überall sitzen Leute herum, die wie Adelige aus dem 19. Jahrhundert aussehen, andere haben merkwürdige Maschinen auf dem Rücken geschnallt und an ihren Armen sind metallische Teile befestigt. Sie trinken Wein, essen Weintrauben und rauchen Zigaretten mit Spitze. „Mach mal schnell ein Foto!“ zischt Hildegard ihren Ehemann an. Hermann nestelt an der Kamerahülle, die um seinen Hals hängt, herum, entfernt hastig den Schutzdeckel und schiebt seine Brille auf die Stirn. Gerade als er die Dame im Reifrock, die sich in ihrem Korsett kaum bewegen kann, beim Kuchen essen knipsen will, läuft ein Pferd durchs Bild. Es ist kein echtes Pferd, sondern ein Mensch der komplett in Gummi gehüllt ist, einen Pferdekopf aus Kunststoff trägt und an einem Halsband eine ebenfalls in Gummi gehüllte Frau hinter sich herzieht, die auf der Wiese sichtbare Schwierigkeiten damit hat, ihre Absätze nicht zum vertikutieren des Rasens zu verwenden. Zack! Hermann bewundert seinen Fang auf dem kleinen Monitor. Stolz zeigt er das Bild von dem Pferdepärchen seiner Frau: „Guck mal, ist schön geworden, oder?

Das Pferd, die vermeintliche Reiterin, die Dame im Reifrock und die Leute mit den Maschinen auf dem Rücken sind Teil von Leipzigs Kuriositätenkabinett, das jährlich zu Pfingsten im Clara-Zetkin-Park stattfindet und von dem die beiden aus dem Leipziger Amtsblatt erfahren haben. Sie sind wahrlich nicht die einzigen Schaulustigen, die sich an diesem Freitag dort versammelt haben. Die Wiese ist umringt von Menschen, es müssen hunderte sein. Die meisten haben eine Kamera dabei, ihre Familie im Schlepptau und schlecken selbstzufrieden ein Eis. Das viktorianische Picknick ist mittlerweile fester Bestandteil von Reiseführern und Leipzig-Guides und eines der „Höhepunkte“ des Festivals, wie das Amtsblatt verspricht. Den ganzen Artikel lesen… »


27 Februar

Clubsterben: Vom Tod der Clubs und der Suche nach ihren Mördern

von Kategorie: BrennpunktDiskussion: 52 Kommentare

ClubsterbenEs vergeht kein Monat ohne Hiobsbotschaft. Irgendwo meldet ein Club Insolvenz an, eine engagierte Party-Reihe wird nicht mehr fortgesetzt und reihenweise Discothekenbetreiber und Konzertveranstalter schmeißen die Flinte ins Korn. Kein Publikum mehr vor der Bühne, keine Leute auf den Tanzflächen und die Vorräte in den Kühlschränken der Theken stehen kurz vor dem Verfallsdatum. Schwarze Tanztempel schließen ihre Pforten, werden nicht wieder aufgebaut oder wechseln ihre musikalische Ausrichtung, um zahlungswilliges und ausgehwilliges Publikum anzulocken. 2015 war erst vom Sterben der Großraumdiscotheken die Rede, jetzt ist der Begriff „Clubsterben“ auch bei mittleren und kleiner Läden angelangt. Allerorts wird über die möglichen Gründe spekuliert. Betreiber, DJs und Besucher schieben sich gegenseitig die Schuld in die Pikes, ein gemeinsames Feindbild scheint es nicht zu geben. Außer die Anderen, die sind ja eigentlich immer schuld. Spontis begibt sich auf Spurensuche nach den Mördern der Clubs, sammelt Fakten, spricht mit Zeugen und fragt sich: Warum war früher alles besser und ist heute wirklich alles zum scheitern verurteilt? Den ganzen Artikel lesen… »


30 Januar

Black Friday im Louvre: Was, wenn Provokation plötzlich funktioniert?

von Kategorie: BrennpunktDiskussion: 33 Kommentare

Black Friday und Schwarzkittel in ParisWas für das Grufti-Ehepaar Freyja und Matthias als romantischer Urlaub in die Stadt der Liebe geplant war, endete in einem Drama. In den Louvre, eines der berühmtesten Museen der Welt, gewährte man ihnen keinen Einlass, weil es wegen ihres Aussehen angeblich Sicherheitsbedenken gäbe. Der eigentliche Grund war, davon sind die beiden fest überzeugt, allein ihr Aussehen und nicht die vorgeschobenen Sicherheitsbedenken. Als sie einen Tag später den historischen Pariser Friedhof Père-Lachaise besuchten, wurden sie erst von der Security verfolgt, dann hielt man sie gegen ihren Willen fest. Freyja wurde gezwungen, die für ihren Youtube-Kanal „Black Friday“ entstandenen Videoaufnahmen, die sie während ihres Rundgangs gemacht hatte, zu löschen. Während man angeblich auf die Polizei wartete, gab man dem Ehepaar zu verstehen, dass ihre Kleidung und Schmuck respektlos gewesen wären. Für die beiden Gothics, die ausleben was sie sind, ein herzzerreißender und negativer Höhepunkt der Reise in die Stadt der Liebe.

Haben die beiden einen Fehler gemacht, indem sie sich nicht anpassten? Sind die Wachleute schuld, die aufgrund von Äußerlichkeiten über die Menschen urteilen? Was tun, wenn die Provokation plötzlich funktioniert? Den ganzen Artikel lesen… »


14 November

Neofolk – Eine Wahrheitssuche zwischen Vereinnahmung und Deutungshoheit

von Kategorie: BrennpunktDiskussion: 20 Kommentare
Douglas P. (Death in June)

Douglas P. (Death in June)
(c) Thorium Heavy Industries

Neofolk ist in vielerlei Hinsicht ein Zankapfel. Für die einen ist es die letzte Form echter musikalischer Rebellion, für die anderen, wie beispielsweise das Rolling Stone Magazin, der „Der Sound der Neuen Rechten“ und eine Einladung an rechte Ideologien. Viele Künstler dieses Genre fühlen sich missverstanden und die Menschen vor der Bühne in eine Ecke gestellt, in der sie nicht stehen möchten. So sind es Musikjournalisten und Kritiker, Bands und Künstler die die Deutungshoheit für Neofolk an sich reißen, doch das wird nicht den Fans gerecht, die dieses polarisierende Genre schätzen und durchaus in der Lage sind, sich differenziert mit dem Thema auseinanderzusetzen. Auch Spontis hat sich bereits in der Vergangenheit mit den Symboliken und Vereinnahmungsversuchen dieses Genre befasst, konnte sich jedoch nie in die Hörer versetzen, die Neofolk leidenschaftlich verfolgen. Autor +VLFBERH+T möchte diese Lücke schließen und lädt ein, seiner Annäherung zu folgen und sich selbst ein Bild zu machen.

But, What Ends When the Symbols Shatter?

Eigentlich wollte ich eine Artikelreihe über Neofolk schreiben, meine ganz subjektive Meinung zu Szene, Szenerie und so weiter. Aber der unsägliche Rolling-Stone-Artikel (das muss man dem RS lassen: Die klaren Worte von Jännerwein, welche sich im Widerspruch zum Artikel befinden, haben sie veröffentlicht) hat mir da dann doch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mein Artikel wäre zu einem (zwangsläufig) unzureichenden Versuch verkommen, Neofolk möglichst multiperspektivisch zu erklären, was letztlich daran scheitern muss, dass es es zwangsläufig immer weitere Fragen aufwerfen würde, denn: Den ganzen Artikel lesen… »


6 Oktober

Die Gothic-Szene, eine Welt der Traurigkeitsgenießer?

von Kategorie: BrennpunktDiskussion: 19 Kommentare

traurigkeitsgeniesserMusikpsychologen wollen herausgefunden haben, warum einige Menschen melancholische Musik bevorzugen und die dabei empfundene Trauer für sie ein Genuss sein kann. Ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung, der eine zu Grunde liegende Studie britischer und finnischer Forscher zusammenfasste, brachte mich zum Grübeln. Nicht nur, weil ich die Idee dahinter sehr spannend finde und mich auch selbst mit der Vorstellung beschäftigen möchte, sondern auch, warum die Musikrichtungen der schwarzen Szene, oder auch die Szene selbst darin keine Rolle spielt. Es liegt doch auf der Hand, dass eine Szene, die sich immer schon mit der melancholischen Seiten der Musik identifiziert hat, eigentlich ein Paradebeispiel sein sollte. Oder nicht? Den ganzen Artikel lesen… »


11 August

Keine halben Sachen: In sieben Schritten zum Vollzeit-Grufti

von Kategorie: BrennpunktDiskussion: 20 Kommentare

Echte Grufti in RotHildesheim. Das M’era Luna steht unmittelbar bevor. Während in vielen Teilen der Republik die ersten Reisevorbereitungen getroffen werden, fragt man sich andernorts, wie man schnell mal am schwarzen Treiben teilnehmen kann, ohne sonderlich aufzufallen. Frau Schmidt von der Osnabrücker Zeitung macht es ihren Lesern leicht und erklärt in ihrem Artikel: „Ausprobieren: In sieben Schritten zum Teilzeit-Grufti.“ Mit anderen Worten: wie man vom skeptischen Betrachter zum Mitschwimmer wird.

Spontis möchte Frau Schmidts ernstzunehmende Hinweise aufgreifen und hilft euch durch einfache Erweiterung ihrer Tipps, zum Vollzeit-Grufti zu werden und tiefer in die düstere Szene einzutauchen, in der man sich endlich mal so anziehen kann, wie man sonst nie rumlaufen würde.

Oder, wie es Frau Schmidt fast richtig schreibt: „Wer dabei immer schon einmal mitmachen wollte, kann das gern tun, die Szene ist offen und freundlich. Um aber nicht als Stino, also als Stink-Normaler, unangenehm aufzufallen, gilt es, ein paar Punkte zu beachten. Hier das kleine Einmaleins für Neu- und Teilzeit-Gruftis.“ Stimmt. Nur offen und freundlich sind wir nicht. Das ist ein Mythos.

Den ganzen Artikel lesen… »