29 Juni

Wochenschau #4/2017 – Die haben doch den Dislike Button vergessen!

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Spontis WochenschauWir sind Inszenierungstrategen. Viele von uns verbringen den Tag damit, unserem Gegenüber ein ideales digitales Selbstbild zu suggerieren. Auf Facebook, Twitter und Instagram verteilen wir immer neue Inhalte von uns selbst, die wir beeinflussen, steuern und kontrollieren um das Bild, das andere von uns haben sollen, nicht zu trüben. Wir inszenieren uns sogar, wenn es uns schlecht geht, wenn wir angreifbar sind und verletzlich sind. Wir schreiben unsere Gedanken, unsere Meinungen und Ängste in die kleine Zeile bei Facebook die so höflich fragt: „Was machst du gerade?“ Wenn wir uns doch nur daran halten würden. Doch anstatt die Frage mit Bildern von der Heimfahrt im Bus, vom aktuellen Song der Playlist oder dem gerade gelesenen Link zu beantworten, fangen wir an uns über unsere Nachbarn auszulassen, posaunen unsere Meinung über Homoehe in die Welt hinaus oder halten es für nötig einfach mal das Gegenteil von dem zu behaupten, was die Freunde gerade so denken. Ich merke immer wieder, dass man bei all diesen Dingen den Dislike-Button vergessen hat.

Ach was wäre das schön, wenn wir uns nur äußerlich inszenieren würden! Nein, anstatt dessen spüren wir einen Zwang, uns auch innerlich zu inszenieren. Wie tolerant wir sind oder auch wie intolerant wir sein können. Wie mitfühlend wir gegenüber dem Anderen sind oder wie deutlich wir ihm sagen können, er solle sich zusammenreißen. Und bevor jetzt einer den Zeigefinger erhebt, weil ich ja im Grunde genommen genau das in meinem Blog auch mache: Ich darf das! Nicht weil meine Meinung besonders toll ist, sondern weil ich zumindestens ein paar interessante Links mitliefere und der Meinung so einen gewissen Inhalt spendiere: Den ganzen Artikel lesen… »


4 Juni

Doku über das Leben mit den Toten: Nice Places to Die

von Kategorie: VernetztDiskussion: Keine Kommentare

Nice Places to Die - Screenshot 2Könntet ihr euch vorstellen auf dem Friedhof zu wohnen? Könntet ihr euch vorstellen jahrelang neben eurer verstorbenen Mutter zu leben, die aufgebahrt im Raum nebenan liegt? Wäre es für euch vorstellbar den Lebensunterhalt durch das transportieren von Leichen zu verdienen, mit denen man tagelang durch die Gegend fährt? Wir haben den Tod weitestgehend aus unserem Alltag und aus unserem Leben verdrängt. Friedhöfe sind daher hierzulande nicht unbedingt bekannt für ihre Lebhaftigkeit, zu gruselig scheint der Gedanke den Ort der Toten zu besuchen. Das ist in anderen Ländern und Kulturen völlig anders. Bestattungsriten und der Umgang mit dem Tod sind trotz einer gemeinsamen Religion völlig unterschiedlich. 

In der „Stadt der Toten“, wie der Friedhof in Kairo genannt wird, leben rund 300.000 Menschen. Es gibt dort Händler,Friseure oder Kioske und auch Hauptstraßen führen durch den Friedhof, der zu einem der größten der Welt zählt. Die Millionenmetropole hat den Friedhof, der einst am Stadtrand errichtet wurde, längst verschlungen – Platzmangel und Armut treibt die Menschen auf den Friedhof. Und so leben die Ärmsten der Ägypter zwischen Gräbern, die seit Hunderten Jahren nicht nur die islamische Geschichte Ägyptens repräsentieren, sondern auch Baustile aus unzähligen Epochen wiederspiegeln. Unvorstellbar? Den ganzen Artikel lesen… »


1 Juni

Für Pilger, Heimchen und Missgoten

von undKategorie: Intern, Schwarze Szene, VernetztDiskussion: 3 Kommentare

Auch vom Spontis-Family Treffen werden wir natürlich berichten

Das schwarze Netz teilt sich – wie jedes Jahr – in die üblichen 3 Lager. Da hätten wir die Pilger, die sich glücklich schätzen ins 4 Tage lang heilig gesprochene Leipzig fahren zu können, um dem Wave-Gotik-Treffen zu huldigen. Seit Tagen sind sie damit beschäftigt, Facebook mit ihren Outfits zu überfluten, Wettervorhersagen zur Diskussion zu stellen und ihr persönliches WGT-Programm zum Besten geben. Sie posten ihre Treffpunkte, bekunden ihre Teilnahme an allerlei Nebenveranstaltungen und sind chronisch aus dem Häuschen oder wahlweise übertrieben cool, was bei der aktuellen Wetterlage aber mehr als schwierig erscheint (Oder auch nicht: drei Wetterberichtsseiten, drei Vorhersagen, ich nehme ja gerne die ohne 40 Grad und ohne Gewitter). Den ganzen Artikel lesen… »


25 Mai

Wochenschau #3/2017: Vatertag im Zeichen des Totenschädels!

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Spontis WochenschauWilliam Jackson Smart, ein Veteran der Sezessionskriege in den USA, muss ein aufrechter und stolzer Mann gewesen sein. Als seine Frau bei der Geburt seines sechsten Kindes starb, zog er das Neugeborene sowie die anderen fünf Kinder alleine auf einer Farm im Osten des Bundesstaates Washington auf. Sonora Smart-Dodd kam 1909 auf die Idee, ihren Vater für seine Selbstlosigkeit und Hingabe ehren, die er seinen Kindern entgegengebracht hatte. Der erste Vatertag wurde am 19. Juni 1910 in Spokane begangen, der Heimat der Familie Dodd. Die Idee verbreitete sich schnell und 1924 unterstütze der damalige Präsident schon die Idee eines nationalen Feiertags. 1966 proklamierte Präsident Johnson den dritten Junisonntag zum Vatertag und 1974 erhob Nixon den Tag in den Rang eines offiziellen Feiertags. Wer allerdings den Tag zum nationalen Besäufnis für alle Männer erklärt hat, ist unbekannt. So Rollen heute wieder Bollerwagen und Kutschen durch die Lande, um den Alkohol zu transportieren, den sich die selbsternannten Männer und Väter hinter die Binde kippen. Ob darunter allein erziehende Witwer sind, bleibt fraglich. Aber wer will den gebeutelten Herren der Schöpfung schon ihren Tag vermiesen? In Zeiten, in denen die Männerrolle auf dem Rückzug ist, kämpfen die gefährdete Spezies bereits um Gleichberechtigung und ersinnt allerlei männliche Rituale, die sie in ihrer zugedachte Rolle als Speerspitze der Schöpfung bestärken. Wie sagte mein Arbeitskollege gestern wortgewandt? „Morgen bin ich spätestens um 11:00 sowas von zugeknallt!“ Für den jämmerlichen Rest der Menschheit, die bei klarem Verstand ist, habe ich eine Wochenschau geschnürt. Die letzte vor „unserem“ Feiertag: dem Wave-Gotik-Treffen. Den ganzen Artikel lesen… »


25 April

Video: Goth verdunkelt quietschbunte Osterparty

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Happy Easter - The Goth next DoorHabt ihr gewusst, dass es Oster-Partys gibt? Ich nicht. Lediglich eine bunte Erinnerungen aus Kindertagen erzählt mir davon, wie ich im Garten meiner Oma bemalte Eier gesucht haben, die ich dann in ein grünes Nest mit künstlichem Stroh gelegt habe. Wir brauchten schließlich Abwechslung vom langweiligen Besuch der Kirche, in der die Erwachsenen den ganzen Morgen damit verbracht haben, die Auferstehung von Jesus zu feiern. Was man dann so feiern nennt. Bedrückt dreinschauen, irgendwelche kruden Formeln murmeln und total schnöde Lieder singen. So kam es mir damals jedenfalls damals vor. Und natürlich weiß ich, das Ostern vorbei ist – aber es gibt Dinge zwischen Weihnachten und Pfingsten, die müssen einfach erzählt werden. Den ganzen Artikel lesen… »


14 April

Wochenschau #2/2017: Der Karfreitag und die gotische Subkultur.

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Spontis WochenschauKarfreitag. Ein besonders wichtiger Feiertag, wenn man der christlichen Lehre folgt, denn hier wird unmissverständlich definiert: „In der katholischen Kirche ist er ein strenger Fast- und Abstinenztag. Unter Einbeziehung des Gründonnerstagabends ist der Karfreitag der erste Tag der österlichen Dreitagefeier, die in ihrer Gesamtheit in allen christlichen Konfessionen das höchste Fest des Kirchenjahres darstellt…“ Doch der Blick aus dem Autofenster offenbart für mich ein anderes Bild. Der Bäcker hat geöffnet und verkauft wartenden Kunden frische Brötchen, die Bauern bestellen eifrig ihre Felder, an den Tankstellen ist der Teufel los, weil man sich für den Ausflug noch mit Sprit und Leckereien eindecken möchte und überall Jogger, Walker, Fahrradfahrer und sonstige Fitnessliebhaber, die übereifrig den freien Tag nutzen. Selbst die Wahlhelfer der AfD, die ja bekanntlich unsere christlichen Werte in Gefahr sehen, hängen Wahlplakate auf. Besonders hoch, versteht sich. Offenbar sehen viel weniger Menschen eine Gefahr für das Abendland, als bisher angenommen.

Wir Gruftis, sagt man, haben ja weder mit Politik noch mit Religion viel am eingeflochtenen Haarteil und geben uns ganz ungeniert dem Genuss all der Dinge hin, die andere tunlichst meiden sollten. Wir finden es deshalb natürlich auch ausgesprochen doof, dass wir heute nicht tanzen dürfen, weil der Karfreitag ja ein „stiller“ Feiertag ist. Mein Goth, wenn ihr schon nicht tanzen dürft und auch nicht wisst, wie ihr euch sonst an diesem Feiertag verhalten sollt, dann gibt es hier wenigstens was zum klicken:

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3 April

Die modische Zukunft unserer Subkultur: Harajuku Street Fashion

von Kategorie: VernetztDiskussion: 17 Kommentare
Bercerk Street Fashion - Screenshot Tokio Fashion

Ist das unsere stilistische Zukunft?
(c) Tokiofashion.com

Tokio ist nicht nur die Hauptstadt Japans, sondern auch einer der interessantesten subkulturellen Schmelztiegel auf diesem Planeten. Rein äußerlich versteht sich. Hier wird alles, was an Mode-Stilen existiert mit japanischen Traditionen und der dortigen Popkultur zur einer Kombination vermischt, die ihres gleichen sucht. Die Stadtteile Harajuku, Shinjuku, Shibuya und Ikebukuro sind bekannt für ihre ausgefallenen Läden und Labels und für die Menschen, die ihre Form der Individualität auf die Straßen tragen. Klassische Stereotypen findet man dort nicht, in Tokio regieren völlig andere und für uns unbekannte Stile das Modebewusstsein der dortigen Jugend.

Gyaru, Lolita, Visual Kei, Dolly Kei, Mori Kei oder auch Fairy Kei vereinen äußerliche Splitter etablierter Subkulturen, die mit typischerweise überzeichnet mit Stilen, die aus Mangas und Animes stammen, vermischt werden. Der Wille zur Individualität scheint grenzenlos zu sein und macht auch vor dem eigenen Körper nicht halt und scheint einem Dogma der ewigen Jugend unterworfen zu sein. Da werden die Zähne für ein kindliches Lächeln angeschliffen, die Augenform operativ verändert und schon als junger Erwachsener Unmengen von Botox unter die Haut gespritzt. Das die meisten Japanerinnen häufig x-beinig stehen, um kindchenhaft zu wirken, ist noch die harmloseste Unart. Tokio, das Zentrum für alle diese Dinge, ist voller Widersprüche, Kuriositäten oder Absurditäten – eine Stadt für deren Beschreibung Worte nicht ausreichen. Jedenfalls nach unserem Empfinden.  Den ganzen Artikel lesen… »


23 Februar

Video der Woche: Tod der Demokratie! Sie sind Massenhysterie!

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Massenhysterie - Ein Bild aus ihrem Facebook-ProfilIch weiß es doch auch nicht, liebe Leser. Die schicken mir sowas! Ob das ein perfider Plan zu Eroberung der Goth-Herrschaft ist? Die Infiltration einer schleichenden sexistischen Seuche? Wieder möchte ich dem neugierigen Leser eine Band präsentieren, das Fragezeichen in den Gesichtern der Sehenden zurücklassen wird und das mich in eine moralisch schwierige Position bringt. Der Grund: Joanna von der Band Massenhysterie schrieb mir jüngst in einer E-Mail, dass sie sich über ein Berichterstattung freuen würden und sie gespannt auf ein Feedback seien. Ein paar Klicks auf angehängte Videos und Bilder später dachte ich: „Das machen die doch extra!“ Mein leerer Blick gleitete hilflos durch den Raum. Die Helden von Einst blickten von ihren Postern streng auf mich herab. Wie hat Bauhaus damals für Aufmerksamkeit gesorgt, ist die Nazi-Armbinde von Siouxsie Sioux mit einem ähnlichen Hintergrund in Szene gesetzt worden? Was sollte ich tun? Darüber berichten und Aufmerksamkeit generieren oder freundlich absagen und die Sache totschweigen? Ich fasse mich dieses mal kurz: reden ist Silber und Gruftis tragen kein Gold.  Den ganzen Artikel lesen… »


20 Februar

Wochenschau #1/2017: Wir sind Touristen unserer eigenen Jugend

von Kategorie: VernetztDiskussion: 6 Kommentare

Spontis WochenschauUm 23:00 soll die Vorstellung beginnen. Ein Blick auf die Uhr verrät, es ist soweit. Ein Blick auf die Eintrittskarte versichert: Wir sitzen im richtigen Kino und auf den richtigen Plätzen. Trotzdem ist der Saal leer. Im Foyer dachte wir noch anders: Menschenmassen vor den Kassen, das Popcorn in der ersten Tankstelle für Kinogänger war schon so gut wie leergefegt und die Toiletten waren nicht mehr als solche zu erkennen. Doch wir sitzen vor unzähligen leeren Sitzreihen. Das Interesse an Trainspotting 2, dem Nachfolger des legendären und prägenden englischen Anti-Drogen-Films der 90er Jahre, ist gering. Kurz bevor die Werbung endet, gesellen sich noch ein paar End-30er dazu, ein Betrunkener direkt vor uns und ein Paar 2 Reihen weiter vorne. Doch die zwei haben sich bestimmt vertan, was ihnen auch selber auffällt, als sie 30 Minuten später das Kino verlassen. Möglicherweise dachte man: „Komischer Anfang von dem 50 Shades of Dinges Nachfolger!„, der ganz nebenbei erwähnt gleich in 2 Kinos lief und restlos ausverkauft war.
Zugegeben. An das Original reicht der zweite Teil nicht heran, zu bemüht erscheint mir die Idee, die Geschichte der 4 Protagonisten fortzuführen. Es fehlt die düstere Frische, der Hauch Todessehnsucht, die Hoffnungslosigkeit und das Bestreben wieder einen Zeitgeist festzuhalten, der sich damals genau so breit gemacht hatte. Interessanterweise erkennt das der Film auch selbst und einige seiner Dialoge und Monologe sind druckreif für die Geschichtsbücher der Selbstreflexion. Warum also ist das Kino so leer? Die Erklärung erscheint simpel. Niemand hatte das Original wirklich gesehen. Für die meisten Jugendlichen von damals war Trainspotting der Song „Born Slippy“ von Underworld und die Kenntnisse des Inhalts beschränken sich auf die Inhalte des Musikvideos. Für meinen Sitznachbarn war es jedenfalls eine Erfahrung, denn mit ihm hatte ich den ersten Teil noch einige Stunden vorher auf einem „Pervers großen Fernseher“ gesehen, bevor ich ihn in die Fortsetzung entführte. Wir sind eben Touristen unserer eigenen Jugend. Den ganzen Artikel lesen… »


24 Januar

Video der Woche: Bestraft ihn! Er hat es nicht anders gewollt.

von Kategorie: VernetztDiskussion: 37 Kommentare

Bestraf mich - ScreenshotLiebe Leser. Das nun nachfolgend präsentierte Video der Band Arise-X könnte zart besaitete Dunkelgeister nachhaltig verstören, schockieren, beeindrucken oder wahlweise auch belustigen. Je nach dem welche der unzähligen schwarzen Schubladen unserer Szene ihr Euch zugehörig fühlt, welche Weltanschauung ihr vertretet oder auch wo Eure sexuelle Präferenzen liegen. Ich möchte darauf hinweisen, dass der folgende Text nur die persönliche und subjektive Meinung des Autors darstellt und nicht etwa den Anspruch einer fundierten Auseinandersetzung erhebt.

Der akustische Verführer („Sonic Seducer“) präsentierte mir dieses Werk in meinem – bis zur dieser Stunde – recht jungfräulichen Nachrichtenstrom, der sich bis dahin unschuldig in immer neuen Trump-Karikaturen, Björn Höcke-Zitaten und heimwerkenden Orang-Utans wälzte. „Abwechslung!“ schrien freudig die eingerosteten Synapsen, denn was das Fachblatt der schwarzen Subkultur verbreitet, muss einen gewissen Mehrwert inne haben. Einen beherzten Klick auf den „Play Button“ und mutig in den Vollbildmodus gesprungenen Augenblick später sehe ich mich nicht nur mit in schwarzen Klamotten gehüllten Lustmolchen konfrontiert, sondern auch mit äußerst verstörenden Textzeilen wie „Bestraf mich! Ich will mich leiden sehen!“ zugedröhnt, die vom hämmernde Techno-Beat getragen, durch die Windungen des Gehörgangs dringen.  Den ganzen Artikel lesen… »