31 März

Spontis Wochenschau #11

Dun­kel ist die Nacht. Der März neigt sich dem Ende und auch die letz­ten Tage der dunk­len Jah­res­zeit schei­nen gezählt. Die Uhren sind (hof­fent­lich) umge­stellt und die Win­ter­ja­cken ein­ge­mot­tet. Ein Besuch beim frisch ver­grö­ßer­ten Piercing-Studio brachte mir neben 2 wei­te­ren Löchern auch die Erkennt­nis, das Pier­cing und Täto­wie­rung end­gül­tig in der brei­ten Masse ange­kom­men sind. Das Stu­dio in Mön­chen­glad­bach, das ich seit ewi­gen Zei­ten besu­che begann stil­echt mit einem Mit­ar­bei­ter in einer klei­nen und pop­li­gen Hin­ter­hof­bude und mutierte nun zum Hochglanz-Studio mit 2 fest ange­stell­ten Pier­cern, 1 fes­ten Täto­wie­rer und einem Lehr­ling. Löchern im Dauertakt.

Wie lange dau­ert es wohl noch, bis pro­fes­sio­nelle Tattoo-Entfernung mit ins Pro­gramm auf­ge­nom­men wird? Wie bekommt man das Loch eines Plug wie­der zu? Kör­per­ver­än­de­run­gen wer­den zwar immer gesell­schafts­fä­hi­ger, aber im glei­chen Maße auch schnell­le­bi­ger. Was heute Hip und Modern erscheint, ist in 10 Jah­ren viel­leicht schon wie­der schlecht und häss­lich. Man betrachte die Kar­riere des Steiß­bein­bilds, das man umgangs­sprach­lich auch Arsch­ge­weih beti­telte, fehlt nur noch eine Fern­seh­sen­dung »Die Tattoo-Entferner«. Kommt noch. War­tet ab. Und dann, wenn es kei­nem mehr gefällt und sich jeder labile sei­ner Taten schämt, werde ich es wie­der mögen und Lebens­in­halt unzäh­li­ger, arbeits­lo­ser Täto­wie­rer wer­den. Vor­aus­ge­setzt, in mei­ner dann alten und fal­ti­gen Haut fin­det sich über­haupt noch eine eini­ger­ma­ßen benutz­bare Stelle.  Links ? Achso, ich ver­gaß: Den gan­zen Arti­kel lesen… »


30 März

Spiegel TV 1990 - Rechtsradikale in der DDR

Zu einer Repor­tage über Rechts­ra­di­kale im jun­gen wie­der­ver­ei­nigte Deutsch­land, die ich beim Kraft­fut­ter­mi­sch­werk gefun­den habe, sind mit spon­tan ein paar Gedan­ken auf­ge­stie­gen, die ich gerne auf­schrei­ben möchte:

Wir sind das Volk! Das mora­lisch und poli­ti­sche gela­dene Volk der DDR wehrt sich, soli­da­ri­siert sich, pro­tes­tiert, mar­schiert — am 9. Novem­ber 1989 fällt die Mauer. Das Ende der Kon­trolle und der Unter­drü­ckung ent­lädt sich wie ein Gewit­ter, das Wort Nach­hol­be­darf bekommt eine beson­dere Bedeu­tung. Jugend­sze­nen aus Ost und West ver­ei­ni­gen sich wie­der, die aus­ster­bende Gothic-Bewegung erhält völ­lig neue Impulse und unglaub­lich viel Ener­gie, die neue Frei­heit sorgt für das Inten­sive ver­lan­gen sich zu individualisieren.

Doch wo Licht ist, das ist auch Schat­ten, denn das poli­ti­sche Vakuum Anfang der 90er sorgt für eine neue poli­ti­sche Ori­en­tie­rung vie­ler jun­ger Men­schen. Auch faschis­ti­sches Gedan­ken­gut trifft auf frucht­ba­ren Boden, die Ableh­nung aus­län­di­scher Ver­trags­ar­beit­neh­mer ent­lädt sich in auf­ge­stau­ter Wut und blan­kem Hass. Jedem ist der Ort Hoyers­werda ein Begriff, an dem es 1991 zu mas­si­ven Aus­schrei­tun­gen gekom­men ist. Am 20. April 1990, dem Geburts­tag von Adolf Hit­ler tref­fen unzäh­lige Rechts­ra­di­kale am Alex­an­der­platz auf eine völ­lig über­for­derte Staats­macht. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


29 März

Originale - Dance the Ska

Kategorie: Vernetzt2 Kommentare

Schaubild mit den Tanzschritten des SKAWas pas­siert, wenn man einen Stein ins Was­ser schmeißt? Es ent­ste­hen Wel­len, völ­lig rich­tig. So ähnlich muss die neue Musik Ende der 50er in Jamaica’s Haupt­stadt Kings­ton ein­ge­schla­gen haben, die zur ers­ten Welle, dem Jamaica-Ska geführt habe, wei­tere Wel­len mün­de­ten spä­ter auch in den ers­ten Skinhead-Bewegungen.

Wer mehr dar­über erfah­ren möchte, sei ein Besuch bei Red Flog emp­foh­len, der sich aus­führ­lich mit den musi­ka­li­schen Wel­len beschäf­tig­ten. Spon­tis zeigt heute für alle Bewe­gungs­leg­as­the­ni­ker wie man sich dazu bewegt. Und zwar rich­tig und ursprüng­lich, wie das Bild zur lin­ken anschau­lich dar­stellt, das übri­gens von einer Bier­marke gespen­det wur­den, deren Genuss aber für die kor­rekte Aus­füh­rung der Bewe­gun­gen nicht unbe­dingt not­wen­dig ist. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


26 März

Das Kind in Dir - Hörspiele

Das Kind in DirDie letz­ten Aus­ga­ben von Heu­nis Pro­jekt Das Kind in Dir (Pro­jekt­be­schrei­bung) habe ich lei­der aus Zeit­man­gel und Lust­man­gel sau­sen las­sen müs­sen, möchte jetzt aber wie­der Quer­ein­stei­gen, da mich der vierte Abschnitt mit dem Thema Hör­spiele beson­ders fas­zi­niert hat. Beglei­tet haben mich Hör­spiele seit ich etwa 7 Jahre alt war, aber eher noch unbe­wusst, ich musste mir die Plat­ten von Hui Buh, die meine Schwes­ter gehört, hat ein­fach rein­zie­hen — schließ­lich leb­ten wir in einem Zim­mer. Etwas spä­ter begeis­terte auch ich mich für Hör­spiele, aber dazu möchte ich zunächst etwas aus­ho­len — keine Angst, ich nehme nur einen Arm. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


25 März

OK Go und die ultimative Kettenreaktion

Kategorie: Vernetzt11 Kommentare

Ich habe immer gerne zuge­schaut, wenn beim Domino Day die klei­nen recht­ecki­gen Steine gegen­ein­an­der fal­len und so eine Ket­ten­re­ak­tion aus­lö­sen. Als das ganze spä­ter noch mit klei­nen Maschi­nen und Gegen­stän­den gespickt wurde, die die Steine ersetz­ten war das gebo­ren, was Pro7 als Kipp-Roll-Fall Spek­ta­kel bezeich­nete und spä­ter in einem unglaub­lich gro­ßen Deba­kel endete. Frei nach Rube Gold­berg, dem Urva­ter die­ser fas­zi­nie­ren­den Ket­ten­re­ak­tio­nen habe jetzt auch die Musi­ker von OK Go die­ses Spek­ta­kel für sich ent­deckt und zu ihrem Song This too Shall Pass, über den ich bereits geb­loggt habe, eine neue Ver­sion fer­tig gestellt. Der für mich ulti­ma­ti­ven Ver­sion eines Kipp-Roll-Fall Spektakels.

Fin­den das eigent­lich nur Jungs oder Nerds fas­zi­nie­rend? Wie auch immer, inter­es­sant ist auch die Tat­sa­che, wie sich der Sän­ger Damian Kulash über die virale Wir­kung sei­ner Videos äußerte, nach­dem seine eigene Plat­ten­firma den Vide­o­hahn zudrehte und dazu führte das er nun seine eigene Plat­ten­firma betreibt. Ich jeden­falls habe vor Freude gegluckst :)

(via Nig­ge­meier)

24 März

Musikperlentaucher - Tauchgang #12

Kategorie: Dunkle Klänge19 Kommentare

Bauhaus - Bela Lugosi's Dead

Defi­nie­ren sie das Genre Gothic anhand eines Musik­ti­tels. Sollte diese Frage ein­mal auf­tau­chen, kann es fast nur eine Ant­wort geben. Mit Bela Lugosi’s Dead schuf die Band Bau­haus einen der berühm­tes­ten Titel ihrer musi­ka­li­schen Kar­riere und legte damit im August 1979 einen Grund­stein für das, was Musik­kri­ti­ker als Gothic defi­nie­ren soll­ten. Der Song ist dem unga­ri­schen Schau­spie­ler Bela Lugosi gewid­met, der 1931 den Dra­cula im gleich­na­mi­gen Film spielte und bis heute das Bild eines Vam­pirs als gut geklei­de­ten Her­ren mit Umhang prägt. Doch nicht nur das Stil­mit­tel des Vam­pirs macht die­sen Song zur Legende, son­dern auch sein Sound. Luf­tige Gitar­ren und ein Baß mit nach unten zie­hen­den Tri­to­nus ste­hen dem knar­zen­den und strai­gh­ten Beat wie ein Bru­der zur Seite. »Es dau­ert, bis end­lich Mur­phys Stimme ein­setzt. Lachen ist ver­bo­ten. Mas­ku­lin und her­risch treibt er die tan­zen­den Krea­tu­ren der Nacht vor sich her, die sich ein­ge­fun­den haben, um Bela Lugosi die letzte Ehre zu erwei­sen« Die Büh­nen­prä­senz der Band muss auch heute noch für die dama­lige Defi­ni­tion eines Goth her­hal­ten, denn es dau­erte nicht lange bis aus den Fans Jün­ger wur­den, die die Musik, die Prä­senz, den Stil und die Geschichte auf­saug­ten um dar­aus den Pro­to­typ einer Jugend­be­we­gung zu formen.

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22 März

Spontis Wochenschau #10

Kategorie: Wochenschau9 Kommentare

Ein schö­nes Wochen­ende. Wirk­lich jetzt. Sams­tag war ich zusam­men mit mei­ner bes­se­ren Hälfte auf der Crea­tiva, einer Bas­tel­messe in Dort­mund um die neu­es­ten Trends in Sachen Bas­teln auf den Zahn zu füh­len. Übri­gens eine reine Frau­en­ver­an­stal­tung und das erste mal das Gefühl als Mann dis­kri­mi­niert zu wer­den. Wie nicht anders zu erwar­ten, musste ich für kleine Jungs, denn immer wenn ich eine Reise mache, muss ich für kleine Jungs. Im Ein­gangs­be­reich gab es aber nur Toi­let­ten mit Röck­chen, also für Frauen. Auch die Her­ren­toi­let­ten waren zum Zwe­cke der Messe umfunk­tio­niert und nur für Frauen ver­füg­bar. So bin ich zu Infor­ma­tion und fragte nach der Her­ren­toi­lette: »Wo finde ich die Her­ren­toi­lette?« Die Dame hin­ter dem Schal­ter seufzt, »Gute Frage, da gucke ich mal in den Kata­log«. Sie blät­tert, wäh­rend ich das Gefühl einer Was­ser­bombe teile. »Gehen sie durch Halle 7, direkt gera­de­aus durch Halle 6 und bie­gen sie links ab zum Durch­gang zu Halle 3 und 4, dort ist eine Her­ren­toi­lette.« Es dau­ert gefühlte 15 Minu­ten bis ich die ret­tende Kera­mik errei­chen, nach­dem der Schmerz gewi­chen ist weiß ich, wie eine Frau sich öfter durch­macht und wie sich Dis­kri­mi­nie­rung anfühlt. Aber was erzähle ich, hier kom­men die Links. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


20 März

Konzertbericht DAF + No More

Kategorie: Dunkle Klänge4 Kommentare

DAF im Pulp 2010Wie ich bereits völ­lig eupho­risch in die­sem Arti­kel berich­tet habe, besuchte ich am Don­ners­tag Abend das Kon­zert im Duis­bur­ger Pulp. Ich war gespannt ob No More als Vor­gruppe von DAF das Publi­kum begeis­tern konn­ten, denn obwohl ihre Musik irgendwo mit­ein­an­der ver­wandt ist, unter­schei­det sie sich jedoch grund­le­gend voneinander.

Pulp, Don­ners­tag 18.03.2010 — 19:35: Als Tina Sanu­da­kura und Andy Schwarz die Bühne betre­ten fin­den sich einige Leute vor der Bühne ein, wobei sie auch die Fans von DAF sehr offen für die Kie­ler Band zeig­ten. Nach einem sehr küh­len und sphä­ri­schem Auf­takt mit The Kores of Stock­holm vom neuen Album Mid­night People & Lo-Life Stars ist das Publi­kum zunächst ver­wirrt, den ent­ge­gen der sehr ener­ge­ti­schen Musik von DAF mag die­ses Stück nicht so recht in das vor­ge­fer­tigte Bild ein­ge­stan­de­ner DAF-Fans passen.

Mit Dim the Lights wen­den sie sich einem Klas­si­ker zu, der aber in der elek­tro­ni­schen Instru­men­tie­rung und zurück­hal­ten­den Dar­bie­tung seine Ener­gie nicht voll­stän­dig aus­spie­len kann. Das Stück Mid­night People & Lo-Life Stars hat mir bereits in der Album-Version gut gefal­len und ani­miert das Publi­kum zu vor­sich­ti­gen ers­ten Reak­tio­nen. Das hyp­no­ti­sche A Rose is a Rose das mit dem Stück Wait­ing for the Man einen Span­nungs­bo­gen mün­det im Stück, das die meis­ten ken­nen Sui­cide Com­mando, das immer noch ein Klas­si­ker ist und in dem leicht modi­fi­zier­ten Ori­gi­nal­sound erstaun­lich gut klingt. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


16 März

DAF und No More im Pulp Duisburg

Kategorie: Veranstaltungen2 Kommentare

DAF Plakat PulpAnläss­lich ihres 30 jäh­ri­gen Band­ju­bi­lä­ums (2009) mit der Gruppe DAF (Deutsch Ame­ri­ka­ni­sche Freund­schaft) und der Ver­öf­fent­li­chung des Albums Das Beste von DAF sind die zwei Pio­niere des Elek­tro­punk auf einer Club­tour, die sie am 18. März auch ins Pulp nach Duis­burg führt. Zusam­men mit der eben­falls sehr legen­dä­ren Kie­ler For­ma­tion No More (Sui­cide Com­mando), die ihrer­seits mit Mid­night People & Lo Life Stars eins ganz neues Album prä­sen­tie­ren, wol­len die nicht mehr ganz tau­fri­schen Musi­ker zei­gen, was in Ihnen steckt.

Zu fei­ern haben alle etwas. Die als Vor­gruppe agie­ren­den Andy Schwarz und Tina Sanu­da­kura von No More sind auch seit 30 Jah­ren mit von der Par­tie, nach­dem sie sich in Umfeld des Punk 1979 in Kiel grün­de­ten. Mit dem Stück »Sui­cide Com­mando« schu­fen sie 1981 ihre per­sön­li­che Hymne, die auch heute noch auf zahl­rei­chen Play­lis­ten ange­sagte Dunkel-Partys zu fin­den sein dürfte. Nach­dem sie sich 1986 auf­lös­ten (damals noch mit Thors­ten Har­tung am Bass) wid­me­ten sie sich dem Pro­jekt Nijinsky Style und beschrit­ten musi­ka­lisch völ­lig neue Wege. 20 Jahre spä­ter beson­nen sie sich wie­der auf ihre Wur­zeln und prä­sen­tierte mit Remake/Remodel ein neues Album das mit einer Mischung aus alten und neuen Tönen über­rascht, 2010 dann Mid­night People & Lo Life Stars, das sich nur noch auf neues Mate­rial kon­zen­triert. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


15 März

Kinder des New Grave - O.Children

Die Band o.childrenImmer wenn man glaubt, man hat alles gehört und alles gese­hen und ist gerade dabei sich auf sei­ner Mischung aus Weis­heit und Alters­starr­sinn aus­zu­ru­hen, kommt ein neuer Song um die Ecke geschli­chen und haut dich aus den Pikes. Die britisch-französische Band O.Children hat mit ihrem Debüt Dead Disco Dance schon kleine Wel­len schlu­gen und mit zahl­rei­chen Auf­trit­ten ihrer Wahl­hei­mat Lon­don schon dafür sorg­ten das eben diese Debüt aus­ver­kauft ist, sind wie­der da — dies­mal mit ihrem neuen Gänsehaut-Titel Ruins.

Der opti­sche Ein­druck ent­spricht so gar nicht den Vor­stel­lun­gen gän­gi­ger Kli­schees wenn man im Zuge von Post-Punk und New Wave von einer Band spricht, die viele an Joy Divi­sion oder die Sis­ters of Mercy erin­nert. Sän­ger Tobias O’Kandi der mit sei­ner tie­fen Stimme schon am ehes­ten Ian Cur­tis ent­spricht, sieht sich aber lie­ber in den Fuß­stap­fen von Bau­haus: »I have a very deep voice, and with my deep voice I thought I could have more range by using it in that way. We never said, we want to sound like joy divi­sion; we want to sound like Bau­haus or anything.« Aber anstatt in den tie­fen Spu­ren zu ver­sin­ken, geht man neben­her, wenn auch in die glei­che Richtung.

Der Band­name O.Children, der von einem Song der Bad Seeds inspi­riert wurde und die Musik, deren Sound zwi­schen den Sis­ter und Bau­haus schwankt inspi­rierte die eng­li­sche Presse bereits zur Schaf­fung eines neuen Genre, dem New Grave, dem Tobias aber so gar nicht gerecht wer­den möchte. »Its cool they’re get­ting a second wave, what with films and movies going out, and ever­yone is cal­ling us new grave, but that’s not we deci­ded to be it just tur­ned into the sound we have which is defi­ni­tely influ­enced by the post punk bands, gothic as well but were not try­ing to be like them, we’re just try­ing to be a good pop band with dar­ker ele­ments.« Den gan­zen Arti­kel lesen… »