Neues aus dem Eulenforst: Bist du zu alt für die Gothic Szene?

Wir altern. Gnadenlos und unaufhaltsam. Die ersten Gothics, die mit dem Beginn der 80er-Jahre ihren Weg in die Szene gefunden haben, sind mittlerweile über 50 Jahre alt. Musikerinnen und Musiker, die den musikalischen Grundstein für unsere Subkultur gelegt haben, gehen stramm auf die 70 zu. Vor allem in äußerlich geprägten Subkulturen, wie der unseren, fragt man sich früher oder später: Bin ich nicht langsam zu alt für die Gothic Szene?

Genau dieser Frage widmet sich Ehe-Grufti Orphi in unserem YouTube-Kanal, dem Eulenforst. Wann ist man zu alt für die Gothic Szene? Und obwohl sie nicht so aussieht und natürlich viel jünger wirkt, weiß sie, wovon sie spricht. :-)

Bin ich zu alt für die Szene?

Ich fühle mich für viele Dinge zu alt und das, obwohl ich noch nicht einmal 50 Jahre alt bin (ganz knapp). Ich bin zu alt, um 4 Tage lang das Wave-Gotik-Treffen ohne Schlaf zu inhalieren. Nach 4 Stunden auf der Tanzfläche, wo ich versuche meinen Weltschmerz und die einsetzende Alter-Frustration wegzutanzen, schmerzen mir nicht nur die Füße. Mein fehlendes Haupthaar zwingt mich zu pragmatischen Frisuren, während der unverhältnismäßig hohe Einsatz körperlicher Betätigung mich davon abhält, androgyn durch die Nacht zu stolzieren.

Ich bin aber noch lange nicht alt genug, um der Subkultur, die mich mein Leben lang geprägt hat, den Rücken zu kehren. Ich altere auf Gothic-Art. Weniger Schminke, mehr Inhalt. Weniger Tanzfläche, mehr Friedhof.

Vielleicht befruchten sich auch so die Generationen innerhalb der Szene und können voneinander profitieren. Möglicherweise betrüge ich mich auch selbst, weil ich so mein Dasein in einer Subkultur rechtfertige, die eigentlich mal als Jugendkultur gedacht war.

Es würde uns freuen, wenn ihr Orphis Video zu dem Thema anschaut, einen LIKE dalasst, wenn es euch gefällt und auch den Kanal kostenlos abonniert. (Glocke aktivieren!) Kommentiert auch gerne bei YouTube und schreibt, ob euch ähnliche Gedanken plagen!

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Kommentare

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49 Kommentare
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Maren
Maren(@maren)
Vor 3 Monate

Zu alt für Gothic? – Das hängt davon ab, denke ich, was Gothic für einen selbst bedeutet, was einem an der Subkultur sympathisch ist und wie man sich persönlich zu deren einzelnen Aspekten verhält. Das Äußere: Den eigenen Verfall kann auch ich nicht leugnen. Ich habe Silbersträhnen und die vermehren sich. Mir ist es wichtig, dass diese sichtbar bleiben, auch wenn Farbe ins Haar kommt. (kein Schwarz-das passt nicht zu meiner Augenfarbe!). Was die Musik angeht: Soll ich jetzt etwa Helene Fischer hören??? Also dafür ist auch Baujahr 1971 keine Entschuldigung. Vieles von dem was musikalisch mein schwarzes Herz berührt, begleitet mich schon lange, anderes ist neu dazugekommen. Einiges völlig unerwartet . Das wird eine abwechslungsreiche Beerdigungsplaylist und es sind immer noch Überraschungen möglich. Natürlich macht sich bei mir auf Konzerten in verschiedenen Knochen bemerkbar, dass ich keine 25 mehr bin. Allerdings habe ich auf Konzerten auch Menschen gesehen, die gar nicht mehr laufen konnten. Bei einer Frau, die halsabwärts querschnittsgelähmt war, konnte man dennoch die Begeisterung für die Musik in ihren Augen sehen. – Das Umfeld reagierte übrigens dem positiven Bild von Schwarz entsprechend: Höflich und rücksichtsvoll. Für mich aber ist der Kern von Gothic die Dunkelheit, der Hang zur Melancholie, zum Morbiden, zum Makabren. Jemand sagte neulich zu mir, dass einem das Düster-Gen in die Wiege gelegt wird. Weder kann man diesen Hang dazu erlernen, noch kann man ihn ablegen. Wenn dem so ist, könnte einem gerade im Alter das Düster-Gen vielleicht ja auch dabei helfen, sich mit der eigenen Vergänglichkeit auseinanderzusetzen.

Gruftfrosch
Gruftfrosch(@gruftfrosch)
Vor 3 Monate

Ich hab bei Orphi kommentiert, aber auf Hinweis von Bibi wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass mein Beitrag wohl von YT als Spam eingeschätzt wurde und für sie nicht sichtbar ist. Vielleicht kann Orphi das irgendwie einsehen und „entspamen“ … Ich selbst kann meinen Beitrag sehen, wie jeden anderen auch… Seltsam.

Bibi Blue
Bibi Blue(@biljana)
Antwort an  Gruftfrosch
Vor 3 Monate

Ich konnte am Rechner die Einstellung für die Kommentare finden, die ich auf dem Handy nicht gesehen habe. Man kann auch bei YT nach „Neueste zuerst“ oder „Top-Kommentare sortieren.  Gruftfrosch ich kann jetzt Deinen Kommentar sehen. Ich hatte zwischendurch noch gelesen, dass manche Kommentare gefiltert und als Spam behalndelt werden können, allein wenn sie Links oder Sonderzeichen enthalten.

Gruftfrosch
Gruftfrosch(@gruftfrosch)
Antwort an  Bibi Blue
Vor 3 Monate

Ich danke dir für’s Probieren.

Fantôme Noir
Fantôme Noir (@guest_64547)
Vor 3 Monate

Wie war der Spruch? „Old goths don’t dye… we just fade to grey.“

Die von Robert so schön angesprochenen Einschränkungen notgedrungen pragmatischer Frisuren und… öm… gewisser schwerkraftbedingter Materialrelaxation treffen auch hier zu, man wandert halt durch die Jahre in Richtung Friedhof. So ist das Leben.

Deswegen sehe ich jedoch nun wirklich keinen Grund, warum zum Teufel irgendjemand aufgrund einer gewissen Zahl auf dem Tacho plötzlich bunte Klamotten tragen, seine Einrichtung, Musikrichtung oder gar die innere Einstellung ändern sollte. Und die Altersvielfalt ist ja gerade einer der Punkte, die unsere Szene von anderen abgrenzt, soweit ich das beurteilen kann.

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Fantôme Noir
Vor 2 Monate

Wie war der Spruch? „Old goths don’t dye… we just fade to grey.“

Korrekt! Und wenn wir dann irgendwann endgültig verblasst sind, werden unsere Grufti-Seelen bekanntermaßen für immer Teil des Chors der das Intro von „This Corrosion“ von den Sisters singt… ;)

Fantôme Noir
Fantôme Noir (@guest_64725)
Antwort an  Durante
Vor 2 Monate

… nur die Wochenend-Disco-Poser nicht, die müssen auf ewig den Umfang der Wildecker Herzbuben mehren X-D

Fantôme Noir
Fantôme Noir (@guest_64726)
Antwort an  Fantôme Noir
Vor 2 Monate

(OT –  Robert kann es sein, daß irgendwas bei Deinem WPDiscuz klemmt? Ich habe hier gerade zum zweiten Mal einen „URL not found“-Fehler bekommen, als ich die Benachrichtigung bei Antworten bestätigen wollte…)

Hans
Hans (@guest_64729)
Antwort an  Fantôme Noir
Vor 2 Monate

Jetzt vielleicht?

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Fantôme Noir
Vor 2 Monate

…made my day! XD

graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Vor 3 Monate

In erster Linie ist man immer so alt, wie man sich fühlt!
…aber ehrlich gesagt, für mich hat schwarz sein und sich in der Szene bewegen bzw. in welcher Intensität man es tut, nie etwas mit dem Alter zu tun gehabt. Genauso wenig habe ich anhand der Intensität jemals eine Zugehörigkeit von abhängig gemacht.
Natürlich mögen die Knochen nicht mehr alles mitmachen und man zieht das Bett, durchtanzten Nächten, vor, aber Party ist doch nicht das einzige was die Szene zu bieten hat und was einen Schwarzen ausmacht 😉!
Persönlich sind mir die erholsamen Streifzüge (tagsüber) auf Friedhöfen auch lieber, als mir die Nächte auf Tanzflächen um die Ohren zu schlagen, – dass hat aber auch einfach etwas mit Interesse zu tun.
Und dass sich über die Jahre Interessen und Vorlieben ändern, halte ich übrigens für einen natürlichen Vorgang. Der Mensch ist täglich verschiedenen Eindrücken ect. ausgesetzt und ein Wandel bleibt nicht aus. Denke ich an mich als 18 jähriges Mädchen zurück, dann sehe ich lange schwarze Haare, einen langen schwarzen Ledermantel und 10 Loch Underground-Springer. Geblieben ist davon nix. Der Mantel und die Schuhe zieren noch immer die Garderobe, aber nicht mehr mich und die langen schwarzen Haare sind einem dunkelbraunen halblangen Undercut gewichen. Nicht dass mir das alles nicht mehr zu sagt, aber ich bin das alles nicht mehr 🤷🏼‍♀️. Es wäre doch auch schlimm, wenn man sich nicht weiterentwickeln würde! Und wichtig ist doch, dass man sich, so wie man ist, in seiner Haut wohlfühlt,…egal ob lange Samtroben und viel Schmuck oder Skinnyjeans, einfache Boots und ein legeres Shirt.
Das gute an der Szene ist doch auch, dass sie optisch so viele Stile zu bieten hat, dass jeder für sich das passende findet 🙂.
Ich konnte auch so Argumente nie wirklich verstehen, dass man jetzt irgendwas so tun muss oder so sein und aussehen muss, nur weil man nun so und so alt ist.
Wer sich mit 50 in Minirock und mit bunten Haaren wohl fühlt soll es machen, genauso wer mit 30 lieber hochgeschlossene Rollkragen-Shirts und Jeans tragen will.
War nicht auch einer der Punkte der Szene, dass man drauf scheißt was andere sagen und denken und man macht wonach einem ist?!

Adrian Stahl
Adrian Stahl(@rosa_aristides_c)
Vor 3 Monate

Ich schließe mich der Meinung voll und ganz an, daß Alter in unserer Szene kein Thema ist.
Wenn es für jemanden wirklich nur eine „Phase“ war, dann ist das halt so, Menschen sind verschieden, und wahrscheinlich war auch die Phase dann ein notwendiger Teil des Lebens dieser Person, insofern kann ich mich auch über die Leute die sich irgendwann davon weg entwickelt haben, schon lang nicht mehr aufregen.

Aber wer sich beim Schwarz-Sein zuhause fühlt – für den ist Alter kein Hinderungsgrund – ausser vielleicht die schon angesprochenen körperlichen Veränderungen, die nicht mehr alles an Styling dann zulassen – am Ende ist ja auch hier nur wichtig daß man sich selbst erstmal wohl fühlt wie man ist.

Ich finde übrigens, die KI-Bilder in Orphis Video ganz toll, so stell ich mir „schwarz alt werden“ für mich absolut vor!

Ich möchte aber eines noch einwerfen – vonwegen „wir Älteren sind aus der Phase raus, wo es um Protest geht“ – vielleicht ist gerade das Älter werden ein Grund für Protest in eine ganz andere Richtung – nämlich den, ganz offen und vor allem sichtbar so zu altern wie man es selbst möchte.
Wenn die Gesellschaft Altersdiskriminierung und Jugendkult betreibt, in der Form daß ältere Menschen unsichtbar gemacht werden – strunzdämliche „Empfehlungen“ die finden, ab einem gewissen Alter dürfe man zB keine langen Haare mehr haben, oder gewisse Sachen nicht mehr anziehen, sind unterm Strich ja genau das – Empfehlungen sich unsichtbar zu machen.
Da kann man doch sagen – wir Grufties machen da nicht mit, bei uns kann jeder selbstbestimmt so alt werden wie er/sie möchte, und – gesehen werden. Ohne Spott.
Wir sind doch die, die sich gern mal den gesellschaftlich unbequemen Themen annehmen … finde ich, ist doch ein guter Anlass, für eine gruftig-punkige Dagegen-Haltung – dem Ageismus den Stinkefinger hinzustrecken und so weiterzumachen wie man es selbst für sich gut findet.

Gruftfrosch
Gruftfrosch(@gruftfrosch)
Antwort an  Adrian Stahl
Vor 3 Monate

Deinen letzten Absatz mit dem „nicht unsichtbar werden“ kann ich nur ganz fett unterstreichen. Danke dafür.

graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Antwort an  Adrian Stahl
Vor 3 Monate

Mir gefällt dein Gedanke mit dem Protest!

Persönlich habe ich nie viel damit anfangen können, wenn ich irgendwo gehört oder gelesen habe, Schwarz sein wäre Rebellion oder Protest. Nicht nur weil das zwei Dinge sind, die ich mit „laut und Präsenz“ assoziiere – quasi etwas, mit dem ich Schwarz sein nie verbunden habe (für mich war es immer etwas ruhiges und zurück gezogenes), sondern auch weil Schwarz sein für mich persönlich schon immer etwas mit Abgrenzung zu tun hatte. Abgrenzung von der Oberflächlichkeit der Stinogesellschaft (jeden Trend mitmachen, dass nur der etwas wert ist, wer Geld und Prestige hat, dass Arbeitsweise an Äußerlichkeiten festgemacht wird, ect.).

Aber ja, vll. protestiert man als alter Gruft sowohl bewusst gegen das Verschwinden unter den „Rentnern“ in langweiligem grau, als auch gegen das anpassen, weil man ja ein bestimmtes Alter erreicht hat und die Gesellschaft das so will.
Selber merke ich ja auch, dass ich mich wesentlich jünger fühle als was mein Ausweis sagt und das es sich auch durchaus in der Optik wiederspiegelt. Statt in der Masse unterzugehen, falle ich eher auf. Und wie ich in meinem Beitrag weiter oben schon erwähnte, konnte ich ja noch nie viel damit anfangen, dass man sich ab einem bestimmten Alter, dem Alter entsprechend, anpassen sollte.

Adrian Stahl
Adrian Stahl(@rosa_aristides_c)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 3 Monate

Protest muss nicht immer was lautes, mit viel Aktionismus sein, es kann durchaus auch einfach „nur“ ein stilles Ablehnen von Trends und gesellschaftlich auferlegten Normen sein – was sich dann so gesehen wohl eher als Abgrenzung äussert.

Ich denke auch daß man „jung im Kopf bleiben“ auch ein stückweit ausstrahlt – und das ist was schönes, weil es eigentlich doch davon zeugt, daß man mit sich im Gleichgewicht ist und sein Ding so macht wie man will.
Man schaue sich Iris Apfel an, die zuletzt mit über 100 noch so rumgelaufen ist wie sie Bock drauf hatte – trotz der sichtbaren Spuren des Alters finde ich, daß sie immer eine Jugendlichkeit in den Augen hatte, die manche 30-jährige nichtmal ansatzweise hinbekommen.
Also, so will ich alt werden. Nur vielleicht insgesamt mit weniger Farbe …

Im Gegensatz dazu ist der schädliche Jugendwahn, der 14-jährige dazu treibt, sich das Lachen abzugewöhnen, weil man Angst vor Falten hat, oder da gibts ja noch diesen US-Milliardär der psychisch wohl so angekratzt ist daß er die absonderlichsten Dinge tut um seinen Alterungsprozess aufzuhalten … die täten alle besser daran sich um die Gesundheit dessen zu bemühen, was da unter der Schädeldecke vor sich rumschwimmt … am Ende ist es die Gesellschaft die eben diktiert daß die körperlichen Spuren des alt werdens so unglaublich schlimm sind daß man sie nicht in der Öffentlichkeit sehen will – kein Wunder daß das Menschen psychisch ruiniert, die dahingehend instabil sind. Die haben sicher auch Angst daß das älter werden sie zur Unsichtbarkeit zwingt. Ziemlich traurig sowas.

Graphiel
Graphiel(@michael)
Vor 3 Monate

Ich schließe mich hier einfach mal dem allgemeinen Tenor an. Denn wenn es etwas gibt, das ich besonders an unserer Subkultur zu schätzen gelernt habe ist es, dass sich bei uns alt und jung nebeneinander auf dem schwarzen Tanzboden bewegen können, ohne dass sich auch nur eine der beiden Seiten dafür unwohl fühlen muss. Sicherlich schauen manch ältere Grufties modernen Ausprägungen mit einer ordentlichen Portion Skepsis bis hin zu Abscheu entgegen und auch manch jugendlicher Schwarzkittel mag den traditionsbewussten, skeptischen Altgruftie für einen festgefahrenen, verbohrten Schnösel halten. Unterm Strich ist es aber gerade dieses altersübergreifende Beisammensein, was ich mit Ausnahme der Metalszene sonst von keiner anderen, musikbasierten Subkultur kenne und ich finde das kann man auch mal als positiv hervorheben. Von daher: Nein! Ein zu alt für die Szene gibt es nicht.

Wenn Leute (egal ob Szene oder nicht) der Meinung sind, dass ich mit 40 einfach zu alt bin um noch in bekritzelter Lederjacke, mit ausrasierten Haaren und Makeup im Gesicht herumzulaufen, mich in Diskotheken oder auf dem Friedhof herum zu treiben oder meine Wohnung mit allerlei schwarzem Kitsch voll zu stopfen, so ist mir dies persönlich offen gesagt scheißegal. Das ist nun mal die Welt, in der ich bereits mehr als die Hälfte meines Lebens trotz kleinerer Weiterentwicklungen verbracht habe und ich denke nicht Traum daran diese zu verlassen. Auch nicht wenn ich irgendwann so wenig Haare auf dem Kopf haben sollte, dass selbst der talentierteste Haarbaukünstler daraus nichts mehr zurecht gebaut bekommt. Diese Welt ist mein Zuhause und ich fühle mich darin wohl. Und auch wenn ich bei Leibe schon nicht mehr der ersten Generation Goth angehöre, so ist diese Subkultur inzwischen einfach untrennbar mit mir verwachsen. Sie ist ein Teil von mir, den ich nicht wie einen alten Schuh ausziehen und in die Ecke werfen kann, geschweige denn in die Ecke werfen will. Wem das nicht passt hat halt Pech gehabt.

Auf einer rein sachlichen Ebene bin ich damit (angelehnt an einen früheren Artikel hier auf Spontis) ein Erwachsener, der sich weigert seine Jugendkultur zu verlassen. Aber: Ich bin auch irgendwie stolz darauf. Ich lebe das, wovon viele andere meiner damaligen Altersgenossen nur in ihrem jugendlichen Leichtsinn faselten: „Wenn ich mal so alt bin, dann mache ich es anders. Ich bleibe wie ich bin, egal was die anderen dazu sagen.“ – Nun… ICH habe mein Wort gehalten. Andere könne das nicht von sich behaupten. :-D

Wiener Blut
Wiener Blut (@guest_64591)
Antwort an  Graphiel
Vor 2 Monate

„Diese Welt ist mein Zuhause und ich fühle mich darin wohl. Und auch wenn ich bei Leibe schon nicht mehr der ersten Generation Goth angehöre, so ist diese Subkultur inzwischen einfach untrennbar mit mir verwachsen. Sie ist ein Teil von mir, den ich nicht wie einen alten Schuh ausziehen und in die Ecke werfen kann, geschweige denn in die Ecke werfen will. Wem das nicht passt hat halt Pech gehabt.“
Hervorragendes Zitat.
Ich persönlich habe eher umgekehrt das Gefühl, dass die bekritzelte Lederjacke mit dem Alter des Trägers immer cooler wird. Hey, wer trägt denn heute noch bekritzelte Lederjacke… wer trägt denn noch richtig Frisur und Make Up…. Eben! Das ist auch ein Generationen Ding. Das muss der Nachwuchs erstmal kennen lernen, ausprobieren und sich das erste Mal trauen draußen.
Persönlich finde ich interessant das es bei gleichartigen „Stinos“ kein Thema ist, bei jüngeren „Stinos“ eher abgelehnt wird, aber Ältere oft etwas damit anfangen können. Die verbinden das dann mit Künstlern, Bands, oder Jahrzehnten. Schon witzig. Zumindest meine Erfahrung.

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Graphiel
Vor 2 Monate

Aber: Ich bin auch irgendwie stolz darauf. Ich lebe das, wovon viele andere meiner damaligen Altersgenossen nur in ihrem jugendlichen Leichtsinn faselten: „Wenn ich mal so alt bin, dann mache ich es anders. Ich bleibe wie ich bin, egal was die anderen dazu sagen.“ – Nun… ICH habe mein Wort gehalten. Andere könne das nicht von sich behaupten. :-D

Ein wahres Wort! :)
Ich glaue es gibt unter „gleichaltrigen Stinos“ die unsereiner kritisieren oder belächeln zwei Arten – Diejenigen die das mit dem „du bist nicht erwachsen geworden/irgendwie hängengeblieben“ ernst meinen UND diejenigen die unsereiner insgeheim beneiden, weil sie sich selbst nicht (mehr) trauen einfach zu tun worauf sie eigentlich Lust hätten, weil „man dieses oder jenes mit 30+, 40+, … halt nicht mehr macht blablah…“ ;)
Erinnert mich daran wie überrascht und verwirrt ein (geringfügig jüngerer) Arbeitskollege letzten Sommer darüber war dass ich mit Ende 30 „noch auf ein Festival fahre“… XD

Letzte Bearbeitung Vor 2 Monate von Durante
Maren
Maren(@maren)
Antwort an  Durante
Vor 2 Monate

„Das macht man mit 30, 40, 50 …nicht!“ oder generell „Das macht man nicht“ sind auch wo ich aufgewachsen bin geläufige Weisheiten. Nur, ich bin nicht „man“.- Diese Antwort habe ich mir schon früh angeeignet, um sie bei passender Gelegenheit anzubringen. Um so älter ich werde, um so souveräner gelingt mir das. Meine Umwelt? Ich habe das Gefühl, um so weniger mich die kümmert, um so besser kommt die damit zurecht. Naja, „ angepasste Spießerschweine“ gibt es immer, aber genau die helfen einem doch, dass man sich jung fühlt ;).

Black Alice
Black Alice (@guest_64554)
Vor 3 Monate

Ich werde nen Teufel tun und mich irgend wie verhalten wie die Gesellschaft es wünscht, nur weil ich… äh… alt bin.

Das Gute am alt werden ist, dass man bestimmten Zwängen nicht mehr unterliegt und man somit freier ist. Man wird weniger beachtet und somit kann man sich ausleben ohne, dass sich andere daran stören würden. Man muss auch keinem mehr was beweisen, der Fortpflanzungsdrang ist auch weg und andere wollen von einem auch nix mehr und so hat man alle Freiheiten der Welt. Ich warte nur noch auf den Enkeltrick. Wenn der kommt, dann bin ich wirklich alt.. LOL…

Pseudo
Pseudo (@guest_64555)
Vor 3 Monate

Bin eher sowas wie ein Sympathisant der Szene, sehe auch nicht extrem aus und habs da vielleicht etwas leichter, andererseits zähle ich auch schon zu den „alten Säcken“.
Kann nur zustimmen, keine Frage des Alters, sondern der Einstellung, Heiner Geißler hat mal gesagt „es gibt 80jährige Jünglinge und 20jährige Greise“.
„die eigentlich mal als Jugendkultur gedacht war.“
Wie jede musikalische Innovation vorher auch, weil es in der Praxis eben meist die Jugend ist die erstmal neue Wege geht, Ausnahmen abgesehen, wie Blondie, die schon Anfang 30 war als sie Punk mit erfand.
Klassik galt lange als typisch für ältere Semester, war aber oft der Punk seiner Zeit- genau genommen sind die heutigen „Bildungsbürger“, die stolz sind auf ihren „altersgemäßen“ Klassikkonsum, also nie aus ihrem juvenilen Stadium rausgekommen.
Heute ist es völlig normal als 70jähriger auf Stones oder Beatles zu stehen, obwohl damals noch viele geschrien haben, man möge keinem über 30 trauen.

Wiener Blut
Wiener Blut (@guest_64588)
Vor 2 Monate

„Ich fühle mich für viele Dinge zu alt und das, obwohl ich noch nicht einmal 50 Jahre alt bin (ganz knapp)“

Das was Robert meint kann ich mit Anfang 40 auch nachvollziehen.

Was soll ich in der Gruft Großdisco nachts um 1 wenn die Musik nach meinen Geschmack zu modern und rappelig ist, und das viele viele Publikum mich eher abschreckt als einlädt zu tanzen? Ganz einfach: Nach Hause fahren! Ich habe das Recht mir meine Nischen zu suchen bei Veranstaltungen und Musik, Sachen, Menschen, Orten… auch mal etwas ungemütlich finden zu dürfen, oder einfach müde zu sein.

Zu Protest… ja, auch ich unterstütze den hier gefallenen Begriff Protest. In einer Zeit…. nein…. eigentlich ist das zeitlos…. in der Menschen dummes Zeug sagen, meinen und machen ist die Subkultur gemischt aus Gruft, Punk, Metal, Rock etc ein Save Space. Ich meine da nicht Stinos… ich meine Alltagsspießer, Alltagsfaschos, religiöse Alltagsfundamentalisten, Alltagsangeber, Alltagsaggressoren usw. Die gehen mir immer auf die Säckin, und in der Subkultur geht das gar nicht. Daran lass ich auch nicht rütteln. Es ist mir egal was du gerne trägst, mit wem du fi*äh*vö…st, was du beruflich machst, was du verdienst oder hast, deine Hobbies: Subkulturelle Orte und Veranstaltungen sind Save Space…. Auf alles andere reagiere ich sehr vergrellt.

Schön ist natürlich Leute zu haben, die auch nicht mehr 30 sind, und mit denen auch andere Sachen zu teilen als nur Disco, Festival und Konzert. Natürlich bleibt das ein Thema, aber man kann Zeit auch anders verbringen. Immerhin sind wir mitten im Leben, und die Interessen und Aktivitäten sind vielfältig. Da kann zB Mode und Musik schonmal stark in den Hintergrund treten.

Auf diesem Wege nochmal ein ganz dickes Lob an Orphi. Der Kanal ist wirklich gut, sie erklärt und redet sehr freundlich und gut verständlich, und die Themen sind unterhaltsam bis lehrreich. Bitte weitermachen.

graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Antwort an  Wiener Blut
Vor 2 Monate

Ich muss zugeben, dass ich mich immer etwas als Sonderling gefühlt habe, weil Musikveranstaltungen für mich eine untergeordnete Rolle spielen und ich gefühlt nur Bekanntschaften mit Leuten schließe, bei denen das einen großen Raum einnimmt. Hier im Thema zu lesen, dass ich da aber doch gar nicht Mal so allein damit bin, gibt mir ein gutes Gefühl 🙂.

Wiener Blut
Wiener Blut (@guest_64590)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 2 Monate

Ja das freut mich doch ☺️

Maren
Maren(@maren)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 2 Monate

Also ich finde „Sonderling“ gar nichts schlechtes, Das heißt doch, dass man besonders ist. Dazu macht einen alleine schon Schwarz- denn man ist zu etwas fähig, was viele andere nicht können: Die Dunkelheit zu umarmen, anstatt sie zu fürchten. Ob man das jetzt auf der Tanzfläche, auf dem Friedhof oder im Wald tut, ist doch individuell. Es hat mit der eigenen Persönlichkeit zu tun, aber auch mit den äußeren Umständen, wie und wo man lebt.

graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Antwort an  Maren
Vor 2 Monate

Ich sage ja auch nicht, dass „Sonderling sein“ etwas schlechtes ist oder auf mich bezogen, mich stört. Wäre dies der Fall, dann hätte ich vermutlich schon etwas daran verändert. Es gibt zum Beispiel nicht wenige, die wegen „Szene“ von kleinen Städten in größere ziehen. Für mich persönlich jetzt kein Kriterium, um mich für einen Wohnort zu entscheiden. Man merkt aber durchaus, dass durch dieses „anders sein“ schon auch Mal gemeinsame Nenner mit anderen fehlen. Nicht nur im Sinne von Freizeitaktivitäten, sondern auch im Sinne von Kommunikation. 🙂

Maren
Maren(@maren)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 2 Monate

Das mit dem fehlenden Nenner bezüglich Kommunikation kann ich gut nachvollziehen .Da habe ich wohl ein bisschen an dem, was du sagen wolltest, vorbei geschrieben. Und selbst wenn der gemeinsame Nenner vorhanden ist, habe ich schon die Erfahrung gemacht, dass es manchmal seine Zeit braucht bis man zueinander findet, weil beide“anders“ sind. Naja, das ist jetzt ein anderes Thema…

Wiener Blut
Wiener Blut (@guest_64619)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 2 Monate

Ich hab mit dem Sonderling so meine Probleme. Es gibt ja wirklich sonderliche Stinos, die sehr sonderliche, nervige, oder problematische Dinge denken, sagen oder tun. Ich persönlich habe sehr „normale“, manchmal sogar „altbackene… solide“… hmmm schwierig der passende Begriff…. Facetten im Leben. Ich würde auch niemals für die Subkultur aus meiner wirklich dünn besiedelten Ecke in das nächste Mittelzentrum ziehen. Ich bin im Prinzip in meinem Leben nur ein Dorf weiter gezogen. Der Sonderling Schuh wird ja auch gerne von außen hingestellt… damit Menschen die einen sehr wenig kennen vorsortieren können. Und wenn man nicht die… auch negativ gemeinten…. Erwartungen erfüllt… tja. Trägt man hingegen selber das Sonderling Banner vor sich her, schließt man sich quasi selber ein Stück aus von Menschen, von denen man ja vielleicht gar nicht weiß wie ähnlich man tickt…. oder wo Gemeinsamkeiten liegen können. Ich hab in der nahen Vergangenheit häufiger den Begriff bunter Vogel gehört. Den Begriff lasse ich mir gerade noch gefallen weil Farben im Kontrast zu schwarz ja noch mehr knallen… aber Sonderling…. neee.

graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Antwort an  Wiener Blut
Vor 2 Monate

Deine Gedanken, Wiener Blut, sind natürlich nachvollziehbar, warum „Sonderling“ dir nicht gefällt. Wiederum wird es ja aber nur, in den meisten Fällen, von Stinos negativ behaftet. Und eigentlich sollte es einem doch egal sein, was andere über einen denken, oder?
Klar ärgern mich unterbelichtete Sprüche oder Gestigen auch, aber wiederum ist mir aufgefallen, die Leute schauen mich auch blöd an, wenn ich beim einkaufen Mal weniger auffällig bin. Das hat geholfen, dass ich mich vorallem an Blicken nicht mehr so oft störe, – neben dem Wissen, dass es klar ist, dass die Leute schauen, wenn man auffälliger daher kommt.
Ich glaub dadurch und weil ich weiß, wie ich es meine, wenn ich mich als „Sonderling“ bezeichne, sehe ich es weniger als ein negatives Wort.

Durante
Durante(@durante)
Vor 2 Monate

Auch wenn ich bisher weder Tanzflächen noch Schminke meide, das:

Ich altere auf Gothic-Art. Weniger Schminke, mehr Inhalt. Weniger Tanzfläche, mehr Friedhof.

…hast du wirklich wunderschön gesagt lieber Robert! :)

Und ganz generell schließe ich mich der hier bereits in mehreren Kommentaren geäußerten Meinung an, dass die breite Altersspanne in der Szene (ohne irgendwelche automatischen Abgrenzungstendenzen „jung vs. alt“) etwas sehr positives und angenehmes ist.

Letzte Bearbeitung Vor 2 Monate von Durante
AltePizza
AltePizza (@guest_64596)
Vor 2 Monate

Ich bin nicht bei You Tube. Stehe immer noch auf Briefe schreiben, Collagen basteln, Platten und Kassetten. Für mich bedeutet Subkultur auch Gegenkultur.

allez98
allez98 (@guest_64682)
Vor 2 Monate

Auch wieder so ein Zielgruppen-Thema…
Leider aber auch eine zu befürchtende Diskussion, in der u.U. Befindlichkeiten, seien sie arg nostalgisch geprägt, wenn nicht gar „narzisstisch“ (?), mit viel Weh und Ach bejammert und beweint werden könnten. Sucht der eine oder die andere nicht auch vielleicht mit wachsendem Alter und befremdlichem Seitenblick auf die eigene verschwendete oder die nachgewachsene Jugend die Bestätigung „man ist so alt wie man sich fühlt“ als bräsigen Allgemeinplatz, um sich entweder bemitleiden oder trösten zu lassen, oder besser noch, zu hören: „Du? Du bist doch noch gar nicht so alt“, vor allem aber auch „Du siehst doch für Dein Alter noch toll aus“? „Und was haben wir nicht früher alles gemacht, juchhei!“ – Sprüche für das Kaffeekränzchen zum 50., 60., 70. Geburtstag, so wie wir das von unseren Eltern oder Großeltern kennen…
Es ist aber nunmal eine unabänderliche Binsenweisheit, daß wir alle älter werden (ach was…), und manche Dinge, die wir treiben, halt irgendwann ein Ende, bzw. eine Veränderung erfahren müssen. Im besten Falle geschieht das automatisch und fliessend, mitunter erst lange im Nachhinein – auf sich selbst bezogen – bemerkbar.
Und ich rede nicht primär von Äusserlichkeiten, so eitel geprägt diese auch sein mögen.
Und eigentlich bin ich auch froh darüber, daß man von gewissen „Gepflogenheiten“ auch irgendwann einmal lassen kann, solange man nicht unter einem Zwang steht (sei er auch selbst auferlegt), plötzlich sein Leben ändern zu müssen.
Von daher sage ich ohne Bedauern oder grossartigem Hinterhertrauern: Ja, ich bin für manche „szenischen“ Erscheinungsformen und Getue einfach zu alt, mittlerweile. Und vermisse dies(e) nicht einmal großartig. Alles zu seiner Zeit.
Schwerhörig bin ich noch nicht, die Musik kann ich immer noch klar hören, auch wenn das eine oder andere davon ebenfalls gealtert ist (in vielen Fällen sogar nicht gut gealtert…). Sogar diverse aktuellen Outputs können gut „reingehen“, nicht wenige davon sogar. Problemlos laufen und stehen kann ich auch noch, also sind Konzerte und/oder „Club“-Besuche auch noch drin, allerdings wohlweislich mit Bedacht ausgewählt, und natürlich seltener. Und das eigene Erscheinungsbild? Man reift mit dem Alter auf unpeinliche Art und Weise. Bestenfalls.
Also nix mit seufzendem „gnadenlos“ – was mich zumindest betrifft. Und „mehr Friedhof“? Nö, Danke, da komme ich noch früh genug hin… (btw., die mochte ich als Kind schon nicht, und völlig aus der „Szene-Art schlagend“ ging ich dort noch nie hin, wenn ich nicht unbedingt musste…)

Black Alice
Black Alice (@guest_64683)
Antwort an  allez98
Vor 2 Monate

Naja, dieses Friedhofsding ist ja auch eher so ein 90er Dingens, also die zweite Generation der Goth. In der Anfangszeit war nix mit Friedhöfen, sondern Party machen in den schäbigsten, verrauchten Höhlen…

allez98
allez98 (@guest_64685)
Antwort an  Black Alice
Vor 2 Monate

Na, da bin ich ja beruhigt. Und ich dachte schon, ich hätte was verpasst… ;-)

allez98
allez98 (@guest_64687)
Vor 2 Monate

Was leider wieder allzu auffällig geworden ist im Laufe der Diskussion: irgendwann ab einem gewissen Zeitpunkt ist der subjektive, auch vllt. wünschenswerte individuelle Umgang mit dem Thema, gerade auch im Bezug auf die eigene Person/Persönlichkeit wieder auf Vergleiche und Fingerdeuteleien auf „Aussenstehende“ projiziert worden. Im hinkenden Vergleich mussten gleich mal wieder „die Stinos“ (meine Güte – ich bin durchaus froh, zum grössten Teil ein „normales“ Leben zu führen, zu tun was „normale“ Menschen eben tun. Manche Menschen wären froh darüber, normal sein zu können. Aber das ist ein anderes Thema…) und „die angepassten Spiesserschweine“ (sic! – geht’s nicht noch klischeehaft plakativer? – naja, man weiß ja, von woher dieses „Zitat“ stammt…) an den Haaren herbeigezogen werden?
Leute, die Frage nach dem Umgang mit dem Älterwerden, bzw. dem „Herauswachsen“ aus dem Szenebohei ist Eure Privatangelegenheit, mit der ihr ganz individuell selber klarkommen müsst, nix anders wie Eure „Midlife crisis“ in all ihrer Ausgeprägtheit. Alles gut, wenn darüber hier diskutiert wird. Aber dies mit dem Hintergrund, mal wieder „szenisches“ und melodramatisches Abgrenzungstheater draus zu machen, ist – mit Verlaub – doch etwas lächerlich.
In diesem Sinne, ich zitiere Robert:

„Vielleicht befruchten sich auch so die Generationen innerhalb der Szene und können voneinander profitieren. Möglicherweise betrüge ich mich auch selbst, weil ich so mein Dasein in einer Subkultur rechtfertige, die eigentlich mal als Jugendkultur gedacht war.“

Jep, da dürfte durchaus was dran sein…

Letzte Bearbeitung Vor 2 Monate von allez98
graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Antwort an  allez98
Vor 2 Monate

Ich frage mich gerade ob du in das hier geschriebene nicht vll. zuviel hinein interpretierst 🤔.
Mein Eindruck ist z.B nicht, dass hier irgendwer Probleme damit hat, dass er sich über die Jahre weiterentwickelt hat und nicht mehr wie zu Teeniezeiten herum läuft. Genauso der Punkt mit dem „normalen Leben“. Ich geh von aus, dass die meisten hier ein „normales Leben“ führen 🤔. Und was ist überhaupt ein normales Leben? Definiert das nicht auch jeder für sich selbst?

graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Antwort an  Robert
Vor 2 Monate

„Hier will ich in Selbstmitleid ertrinken, meine Klischees zelebrieren und meine „Midlife-Crisis“ ausleben!“

Und die Szene hat durchaus tolle Klischees!!! Friedhöfe zum Beispiel 😁.

Maren
Maren(@maren)
Antwort an  Robert
Vor 2 Monate

@Robert: Ich muss jetzt echt laut lachen, da ich gerade eben meine Reaktion auf den Beitrag abgeschickt habe. Da müssen wir wohl fast zeitgleich geschrieben habe. Und welche Ironie, dass gerade ich jetzt zu Menschen gehöre, die „szenisches und melodramatisches Abgrenzunggstheater“ betreiben! ;)Naja, ich bin hier ja schon in mancherlei Hinsicht beeinflusst worden:) :)

Maren
Maren(@maren)
Antwort an  allez98
Vor 2 Monate

@allez98: Du vermisst hier die Subjektivität im Umgang mit dem Thema? Ich habe mir daraufhin alle Beiträge noch einmal durchgelesen und konnte das eigentlich nicht feststellen, da jeder/ jede der Thematik m.E. den eigenen auch auf Erfahrung beruhenden persönlichen Aspekt hinzugefügt hat. „Manche Menschen wären froh, normal sein zu können.“ Da muss ich dir voll und ganz recht geben. Sehr aufrüttelnd und lesenswert finde ich da einen Beitrag auf dem Blog „Schwarzer Planet“: „Der Fluch der Abnormität“. Wenn hier in dieser Diskussion „normal“ mit unfreundlichen Worten bedacht wird, ist das auf Menschen bezogen, die anderen ihre mehrheitskonformen Vorstellungen aufzwingen wollen: Wie sollte man sich in einem gewissen Alter kleiden, was sollte man tun und lassen etc…Zumindest kann ich das für meine Verwendung des Begriffes „Angepasste Spießerschweine“ sagen. Und ja, ich habe ihn bewusst plakativ verwendet als Stilmittel der Übertreibung. Genauso kann ich für mich sprechen, wenn ich versichere, dass ich hier keine Midlifecrisis bewältige und den Eindruck habe ich auch bei den anderen nicht. Vielmehr geht es doch darum, sich treu zu bleiben, unabhängig davon, ob andere das jetzt altersgemäß finden oder nicht.

graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Antwort an  Maren
Vor 2 Monate

Was mich stört, allgemein betrachtet und weil es hier eben nochmal aufgegriffen wird, ist das Wort „normal“. Was ist denn schon normal?!? In unserer Gesellschaft wird ständig alles was nicht dem typischen Bild und Gewohnheiten entspricht, als „nicht normal“ abgetan, statt das individuelle zu sehen, wie Menschen sind und leben.

Maren
Maren(@maren)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 2 Monate

Genau dieses „normal“ , das du meinst, stört mich auch. Auf Menschen, die andere nicht individuell sehen wollen, beziehe ich mich überzogen wenn ich meine neue Lieblingskünstlerin zitiere! Mir wurde der Stempel „nicht normal“ schon im Kindergarten aufgedrückt. (Ha, und jetzt ertappe ich mich doch dabei wie ich hier auch Krise auslebe, und zwar Vergangenheitsbewältigung;) )
Das andere „normal“ nach dem sich andere zurecht sehnen gehört für mich in einen ganz anderen Zusammenhang: Den in der Antwort erwähnten Blogartikel „Fluch der Abnormität“. (Robert möge mir das Fremdlesen verzeihen:))Der ist ziemlich krass, weil es darin tatsächlich um Menschen geht, die aufgrund übler Launen der Natur entstellt sind. Gehört eigentlich gar nicht hierher, aber ich habe mich darauf bezogen, weil ich irgendwie versucht habe, auseinander zuhalten, was Allez98 zum Thema „normal“ sagt und worum es bei dem „normal“ geht das hier in den anderen Beiträgen auftaucht, das mich genauso stört wie dich.

Black Alice
Black Alice (@guest_64714)
Antwort an  Maren
Vor 2 Monate

Ich will gar nicht normal sein. Ich war nie normal, selbst dann als ich dachte ich sei normal. Ich habe allerdings heute meinen Frieden mit den Spießern geschlossen. Soll doch jeder nach seiner Façon leben, solange er/sie mich tangiert. Aber normal sein? Näh…

graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Antwort an  Black Alice
Vor 2 Monate

Naja auf gewisse Weise…seine persönliche Weise…ist man ja schon normal. Man entspricht halt nur nicht dem Bild, welches die Gesellschaft vielmals vorgibt. Und nur weil die einen vll. tausend Mal als unnormal wahrnehmen, ändert das ja nix an einem selbst und wie man etwas wahrnimmt. Ich finde das immer etwas irretierend, wenn Leute sich selbst als unnormal bezeichnen. Gut…kann natürlich schnell passieren, wenn man sich an Leitlinien der „Stinogesellschaft“ orientiert.
Aber da es keine genaue Vorgabe gibt, was normal ist, sondern persönlichen Vorstellung entspricht, kann man eigentlich auch getrost drauf scheißen.
Wenn ich deinen Text, Alice, aber richtig verstehe, dann meinst du mit „normal“ die festgefahrenen Bilder und Vorstellungen der Gesellschaft, oder 🤔?

Letzte Bearbeitung Vor 2 Monate von graveyardqueen
bluelotus
bluelotus(@blue-lotus)
Vor 2 Monate

Ich bin seit Jahrzehnten in der Szene und habe mich noch nie zu alt gefühlt. Ich habe einfach immer gemacht worauf ich Bock hatte, egal was andere davon halten und das mache ich noch immer so. Der Schlüssel ist das Selbstbewußtsein und nicht das Alter. Gewisse Nachteile des Alters körperlicher Natur lassen sich bis zu einem gewissen Grad durch den Lebensstil beeinflussen und bleiben ja den „Normalos“ auch nicht erspart! Das älter sein hat aber auch klare Vorteile, zB. leiste ich mir heute Dinge, die für mich als Teenie-Goth undenkbar waren ;) Wenn ich zu einem Konzert oder Festival will fliege ich hin, egal in welchem Land es ist. Eine seltene Erstpressung für meine Schallplattensammlung um 400€, gekauft. Ich lebe genau so und sehe so aus, wie ich es mit 16 Jahren megacool fand. Mit szenigem Aussehen kann man heutzutage nicht mehr schnell wen schocken, das war früher andres. Was es auch heute noch leider gibt sind negative Vorurteile bezüglich Seriosität/ Finanzen. Es wird zB. nicht leichter eine Wohnung zu mieten, wenn Du von Kopf bis Fuß zutätowiert bist. Der Elitism in der Gothic-Szene geht im Übrigen auch sehr oft von älteren Gruftis aus! Ist eher eine Charakter als Altersfrage würde ich sagen. Zusammengefaßt finde ich, daß das sehr gut klappt in der Gothic-Szene, die verschiedenen Generationen zu vereinen! Und ich bin up to date, da ständig am Ausgehen :) Wir sehen uns in Leipzig & am Amphi!

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  bluelotus
Vor 2 Monate

Ich lebe genau so und sehe so aus, wie ich es mit 16 Jahren megacool fand.

Das ist einfach ein sehr schöner Satz wie ich finde – Zu dem Zustand kann man dir nur gratulieren! :)

Der Elitism in der Gothic-Szene geht im Übrigen auch sehr oft von älteren Gruftis aus!

Ich hab diesen zwar häufiger bei jüngeren (bewusst) bemerkt, aber ich glaube das ist rein anektdotisch und – wie du sagst – wirklich keine Generationenfrage. Bei jüngeren hat der Elitismus vlt. häufiger mit Äußerlichkeiten (Styling, Klamotten) zu tun, bei älteren hingegen eher mit Dingen wie „Szene-Wissen“, Musikgeschmack, etc. … aber Elitismus ist es ja in beiden Fällen.

Orphi
Orphi(@orphi)
Editor
Vor 1 Monat

Ich weiß, ich besuche den Blog meines lieben Ehegruftis viel zu selten und ich melde mich hier auch viel zu selten. Aber der Tag hat zu wenige Stunden. ;-) Deshalb nun eine späte Antwort. Ich freue mich sehr darüber, dass mein Video zu so einer ausführlichen Diskussion geführt hat. Und vielen lieben Dank für das Lob zum YouTube-Kanal. 🖤

Diskussion

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