Gothic Friday 2011

Gothic Friday: Die Musik und Du – Gastbeitrag von Grabesmond

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In diesem Monat geht es beim Gothic Friday im Spontis Blog um Musik und Leidenschaft. Meinen Beitrag habe ich ja schon veröffentlicht. Leser, die mitmachen wollen, aber keinen eigenen Blog besitzen, können in einem der Gastblogs veröffentlichen – zum Beispiel in meinem. wink Nähere Informationen dazu findet Ihr bei Spontis.

Heute ist wieder „Grabesmond“ in meinem Blog zu Gast. Auch sie hat im Musikarchiv gestöbert und die 10 Fragen rund um die Musik beantwortet:

Was bedeutet Musik für Dich? Wie wichtig ist sie Dir?

Musik bedeutet für mich Abschalten, Abtauchen in andere Welten, Entspannung, Trost, manchmal auch Aufmunterung.

Welche Richtungen »schwarzer Musik« hörst du? Nenne ein Beispiel, das für Dich deine Bedeutung des Genre am besten wiedergibt.

Es kommt wirklich ganz auf meine Stimmung an, welches Genre der „schwarzen Musik“ ich höre, im Moment ist Gothicrock à la Fields of the Nephilim (auch weil ich erfahren habe, dass sie wieder auf dem WGT spielen…kanns kaum abwarten sie wieder zu sehen). Ansonsten mag ich auch sehr gerne Ambient, Neoklassik, Neofolk/Martial Industrial, Neue deutsche Todeskunst und ein wenig Batcave. Mittelalter geht auch noch in Einzelfällen, aber „Mittelalterrock“ wie Schandmaul und Konsorten geht bei mir gar nicht. EBM…naja, wenns was von Front 242 und Nitzer Ebb ist, geht’s noch, aber ansonsten ist das auch nicht mein Fall.

Welches Genre mich am besten wiedergibt…ich würde sagen es müsste eine Mischung aus Gothicrock, aber auch ruhiger Musik sein, ich denke da an Künstler wie Arcana, Narsilion, Die verbannten Kinder Evas, sowie die allerersten Sachen von Sopor Aeternus.

Wie würdest deine musikalische Laufbahn beschreiben? Über welche Richtung der Musik bist Du in die Szene gekommen, welche hast hinzugewonnen, welchen hast du abgeschworen und was hörst du heute?

Wie man vielleicht schon bei meinem Aufsatz darüber, wie ich in die Szene gekommen bin gelesen hat, habe ich am Anfang viel Metal gehört, insbesondere gerne Blackmetal und Metal mit Frauengesang wink Das habe ich auch sehr lange gehört, bis schließlich der Metalanteil, was meinen Musikgeschmack betrifft, in den letzten Jahren sehr stark abgenommen hat. Zum Vergleich: Ich war noch 2008 auf dem WGT und zwei Black-Paganmetalfestivals. An Metal mag ich aber heute im Grunde genommen nur noch Summoning (die übrings auch bei den verbannten Kinder Evas mitwirken) und Limbonic Art. Gut, durch meinen Freund werde ich indirekt auch gerne mal mit Blackmetal beschallt, aber das ist nicht so tragisch. grin

Ich mochte am Anfang auch Mittelalterrock wie In Extremo, Saltation Mortis und Schandmaul, aber da komme ich mittlerweile gar nicht mehr ran.

Neu hinzugewonnen habe ich Neofolk, Martial Industrial und Ambient, aber das kam recht spät, denn das geschah vor 3, 4 Jahren. Ich habe zwar schon in 2002 und 2004 Grabesmond und Die verbannten Kinder Evas für mich entdeckt, aber es dauerte eine Weile bis ich mehr aus dieser Musikrichtung kennen lernen sollte. Die erste Neofolkband die ich gehört habe, war Sol Invictus, hatte mir ein damaliger Freund anno 2007 empfohlen und später folgten dann Derniere Volonte, Death in June, Current 93, Sonne Hagal, Darkwood usw.

Und beim Stöbern auf lastfm habe ich dann auch Bands wie Arcana (ich ärgere mich noch heute, dass ich sie letztes Jahr auf dem WGT nicht sehen konnte), Dark Sanctuary, Narsilion, Wongraven (man höre und staune, es handelt sich hier um Seitenprojekt von Satyr von Satyricon), Vond und Dargaard entdeckt. Die Era I von Mortiis habe ich auch liebgewonnen smile herrlich entspannende und düstere Musik (eine Bezeichnung dafür war mal „dark dungeon music“), auch wenn er von dieser Phase heute nichts mehr wissen will.

Heute höre ich, wie schon oben erwähnt überwiegend Musik nach Lust und Laune. Mal habe ist mir nach New Wave und 80er, mal nach Gothicrock und im Moment als ich diese Zeilen tippe, höre ich Arcana „Chant of Awakening“

Musikbeispiel für Mortiis Era I: Reisene til Grotter og Odemarker Teil 1Current 93- Bloodbells ChimeVond – Slipp sorgen los

Wie und wo hörst du Musik am liebsten?

Am liebsten höre ich Musik über meinen mp3-Player, gerne auch mal meine alten, selbstüberspielten Kassetten über den Kassettenrekorder oder über den Laptop. Beim Lesen höre ich gerne mal Musik, muss aber nicht zwingend sein. Wenn ich z. B. „Der kleine Hobbit“ oder „Der Herr der Ringe“ lese, muss ich aber irgendwie im Hintergrund Summoning laufen lassen ^^ deren Musik eignet sich am besten für diese Bücher (was auch passt, denn sie nennen Tolkien und seine Werke als größte Inspirationsquelle für ihre Musik). Ansonsten habe ich gerne mal Stille beim Lesen.

Welche Musik hörst du außerhalb der typischen dunklen Musik noch?

Wie gesagt, ein ganz klein wenig Metal mag ich noch wie Summoning oder Limbonic Art (ganz besonders kann ich „Moon in the Scorpio“ empfehlen), manchmal ein wenig 80er, ein paar Stücke aus dem Classic Rock-Bereich und als ich noch Scrubsfan war, fand ich etliche Lieder, die in der Serie vorkamen auch gut, oft auch aus textlicher Sicht.

Musikbeispiele:

Mal angenommen, Du könntest ein Instrument spielen, hättest eine tolle Stimme und würdest zusammen mit Freunden eine Band gründen. Welche Rolle in der Band wäre Deine?

Also da ich schon früh mit dem Singen angefangen habe, würde ich demnach gerne die Rolle der Sängerin einnehmen ^^ wobei ich aber auch gerne gestalte und entwerfe. Ich würde z. B. Auch gerne an der Gestaltung eines Albumcovers mitwirken, sowie von Flyern, dem Bandlogo usw.

Nenne 5 deiner Alben die für Dich unverzichtbar mit Szene verbunden sind.

Fields of the Nephilim- Revelations
Sisters of Mercy- Floodland
Die verbannten Kinder Evas- In Darkness let me dwell
Goethes Erben- Der Traum an die Erinnerung
Sopor Aeternus- Todeswunsch
Untoten- The look of Blasphemie

Welche musikalischen Eigenschaften hat für dich das ideale Lied?

Früher hatte für mich das ideale Lied die Eigenschaft, das es sofort von Anfang richtig reinbrettert, ums mals so aus zudrücken. Mittlerweile ziehe ich es aber vor, wenn es sich allmählich aufbaut und steigert, da fallen mir bspw. „My cold Sea“ und „Chant of the Awakening“ von Arcana, aber auch „Last exit for the lost“ von Fields of the Nephilim ein. Mein ideales Lied kann gerne auch harmonisch, ruhig und einen Hauch pompös, aber nicht übertrieben laut klingen.

Musikbeispiele:

Welche Band oder welchen Musiker/in würdest Du gern mal interviewen und auf welchen Frage musst Du dabei unbedingt eine Antwort haben?

Ich würde ja gerne mal Anna-Varney Cantodea oder Carl McCoy interviewen, aber nicht der Manier nach „Wir setzen uns an einen Tisch, das Diktiergerät liegt bereit und du gibst mir die Antworten auf meine Fragen“, ich ziehe da eher einen Spaziergang in Betracht. Von den beiden würde ich auch gerne wissen wollen, was ihr Bezug zu Gothic ist, was es für sie bedeutet und inwiefern sie ihre Anhänger als „Goths“ sehen.

Wer oder was repräsentiert für die Dich die Zukunft der »schwarzen« Musik?

Soll ich das nun zynisch beantworten oder nicht? grin
Ich sehe es so: Durch die Szenebravos werden natürlich überwiegend Bands für die breite Masse gehypt, während Künstler die noch mit voller Herzblut dabei sind, eher wenig Beachtung finden. Ich habe erst neulich wieder darüber nachgedacht, inwiefern es überhaupt noch Fanzine, handgemachte Magazine gibt (ich hatte ja mal kurzweilig bei einem Fanzine mitgewirkt, bzw. hatte dort Selbstgeschriebens veröffentlicht). Vieles, was in den großen Magazinen steht, hat für mich oft nix mehr mit der Szene zu tun, ich meide bewußt seit Ende 2003 eben solche Magazine, weil sie mir einfach nichts mehr geben können. Ich kenne auch persönlich niemanden, der sie noch kauft.

Auf Festivals werden demnach auch nur den großen Namen eine Bühne im wahrsten Sinne des Wortes gegeben, und auch wenn ich mir sicher bin, dass es von den unbekannten Bands und Künstler noch welche gibt, die sich nicht dem Elektro- und Technogeballer verschrieben haben, so befürchte ich das eben letztgenanntere Stile sich immer mehr breiter machen werden und der Nachwuchs denkt „Gothicmusik = Elektro und Techno“.

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Orphi Eulenforst – impulsiv, pragmatisch, weniger optimistisch! Prädestiniert für den “Hexenfluch”. Außerdem großer “The Cure”-Fan und überzeugte Schriftstellerin. Sabrina wurde 1971 in Duisburg geboren und beschäftigt sich vornehmlich mit den kulturellen Aspekten der Szene. Darüber hinaus macht sie sich als Muse und Gegenpol unbezahlbar.

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Gast
Cookie

Schön smile

Was bisher schon auffällt: Fast jeder hatte den einstieg über die Metal Szene und 90% sagen das der dunkle Techno z.Zt. zu dominieren scheint :/

Und bleiben eigentlich nur zwei Fragen: 1. in welchem Stil würdest du z.B. Cover gestalten? und darf man die Interview Frage zurückgeben? Was ist für dich persönlich goth?

Steffi
Redakteur

„Gary Moore-Over the hills and far away“ … *hach* ist das lange her … macht der Gute eigentlich noch Musik?

shan_dark
Gast

Ein Spaziergang statt eines Interviews – toll, toll, toll! Das ist ja mal was anderes.

Und du Schummel, du! Aber mir ist es aufgefallen, dass es 6 Alben sind **lach** (aber nur, weil ich das auch schon machen wollte > einfach 6 hinschreiben und nicht groß erwähnen ;-))

Grabesmond
Gast
Grabesmond

Nee Stoffel, der ist doch vor kurzem verstorben :/

@Cookie

Danke für deinen Kommentar und ich will auch gleich mal deine Fragen beantworten:

Das Cover würde ich mit recht düsteren Farben gestalten, vor meinem geistigen Auge habe ich gerade altes Gemäuer, vielleicht auch Skulpturen, ein wenig „Gestrüpp“ um das Gemäuer herum und dann scheint im Hintergrund noch entweder ein Sichel- bzw. Vollmond smile ist grad echt schwer zu beschreiben, und ich bin an sich auch kein guter Zeichner. Das ideale Albumcover wäre für mich wie eine Mischung aus „Mann und Frau den Mond betrachtend“ von Caspar David Friedrich und das Cover von „In darkness let me dwell“ von den verbannten Kinder Evas.

Was Goth für mich persönlich ist bzw. bedeutet: Puh, das ist meiner Ansicht nach recht komplex zu erklären. (Und manchmal fällt es mir auch leichter zu erläutern, was Goth für mich NICHT ist)
Sagen wir, für mich ist es etwas, was ich schon seit langer Zeit in mir trage. Goth ist für mich Rückzugsort/-möglichkeit, Sehnsucht, Nachdenken, es tröstet mich, es gibt mir Geborgenheit, es lässt mich in andere (vergangene) Welten und Zeiten abtauchen, es ist Schwere und manchmal auch Leichtigkeit zugleich.
Mir hat es ebenso gezeigt, wie ich mein Leben gestalten und welchen Weg ich gehen will.
Wenn du willst, kannst du dir ja noch einen weiteren Gastbeitrag von mir hier im Blog durchlesen, das findest du unter der Rubrik „Gothic Friday“.

Grabesmond
Gast
Grabesmond

@shan_dark

Jetzt wo dus sagst grin sind ja tatsächlich 6 statt 5 Alben. Ist mir beim schreiben so nicht aufgefallen

Cookie
Gast
Cookie

Danke für die Antwort und guter Design Geschmack – könnte man ja fast als Gothic-kitsch bezeichnen (nicht böse gemeint!) smile