Geheimnis Kölner Melaten – Die Stadt der Toten und sein gruftigster Bewohner

Der Kölner Melatenfriedhof zählt zu den bekanntesten Friedhöfen in Deutschland, auf dem bereits seit 1810 die Kölner Prominenz begraben liegt. Auch Grufti-Legende Michael Kämpfer, der im letzten Jahr überraschend verstorben ist, hat auf Melaten seine letzte Ruhestätte gefunden. Sein Grab wurde jüngst vom Kölner Stadtanzeiger anlässlich von Allerheiligen präsentiert. Der WDR widmete kurz vor dem Feiertag dem Friedhof, seinen Prominenten und seinen Geschichten eine interessante Dokumentation.

Erstes Grufti-Grab auf Kölner Melaten-Friedhof

Ich hätte nichts anderes erwartet, das Grab von Michael Kämpfer, Grufti-Legende und Betreiber des „Art Of Dark“, hier zu finden. Hier gehört es einfach hin. Hier geht ER einfach hin. Ich war vor knapp einem Jahr erschüttert, von seinem Tod zu lesen.

Der im Dezember 2022 überraschend an einem Hirnaneurysma gestorbene Kämpfer, der mit seiner Frau Jana im Kwartier Latäng wohnte, konnte im Grunde nur hier begraben werden.

Michael Kämpfers Witwe Jana und seine Mutter Gabriele Brohl erzählen, dass die Grabgestaltung ein „echtes Gemeinschaftswerk“ der Grufti-Szene ist: „Die Grabplatte wurde von der Firma Grabmalkunst Fuchs in Dellbrück angefertigt. Ein Unikat. Die Idee dazu kam aus dem engsten Freundes- und Familienkreis. Das Porträt hat ein guter Freund und gnadenlos talentierter Tätowierer und Künstler – Tommy Lee Wendtner aus Siegburg – angefertigt. Die Fledermäuse auf dem Stein sind von Michael zu Lebzeiten gezeichnet worden. Sein Markenzeichen.“

„Knochlutscher“ Kämpfer besuchte den Friedhof bereits 1998 für einen Werbeclip seines Ladens „Art Of Dark“, der inzwischen auch schon legendär sein dürfte, genau wie die kurze Dokumentation des Privatsenders RTL, die 1996 ausgestrahlt wurde. Genau über diesen Beitrag habe ich mit Kämpfer 2016 auch ein Interview geführt, das ihr hier nachlesen könnt.

WDR: Geheimnis Kölner Melaten – Stadt der Toten

Wer noch weitere Gründe sucht, den Kölner Melatenfriedhof zu besuchen, findet in einer aktuellen Sendung des WDR genug spannende Geschichten. In der Serie „Heimatflimmern“ widmet man sich prominenten Gräbern, arbeitet die Geschichte des Friedhofs auf und erzählt, was es hier sonst noch alles zu entdecken gibt. In der Programmbeschreibung ist zu lesen:

Was der berühmte Père Lachaise für Paris ist, ist der Melaten-Friedhof für Köln. Unter alten Linden wacht der Sensenmann über die Gräber einiger der berühmtesten Bürger der Stadt. Hier ruhen zum Beispiel Prominente wie Dirk Bach, Alfred Biolek oder Willy Millowitsch. An der sogenannten „Millionenallee“ finden sich die imposanten Grabstätten der Familien Dumont bis Stollwerk. Der Film zeigt die Schönheit und Einzigartigkeit eines Friedhofs, der nicht nur historische Bedeutung hat, sondern längst auch eine Touristenattraktion ist.

Da ich das Video hier nicht einbinden kann, landet ihr mit einem Klick auf das folgende Bild direkt in der WDR-Mediathek.

Screenshot aus der WDR-Dokumentation über den Kölner Melatenfriedhof
Screenshot aus der WDR-Dokumentation über den Kölner Melatenfriedhof

Bevor ich es vergesse: Ihr könnt natürlich auch in unserer Galerie die zahlreichen Bilder unserer Leser bewundern

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Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Vor 6 Monate

Vielen Dank für den informativen Beitrag und besonders den Zeitungsartikel über Michael Kämpfer. Die Dokumentation habe ich erst selber vor kurzen entdeckt und es lohnt sich reinzuschauen.
Den Kölner Melaten konnte ich dieses Jahr neben dem Amphi-Festival bewundern. Ich würde behaupten, man könnte dort schon einen ganzen Tag verbringen und diesen schönen Ort in der Natur genießen. Leider fehlte uns während des Amphi einfach die Zeit dafür, um alles gesehen zu haben.
Der Artikel über das Grab von Michael Kämpfer ist wirklich bewegend, besonders was seine Freunde und Angehörige auf die Beine gestellt haben.
Auch wenn es etwas makaber klingt, so könnte ich mir so einen Grabenstein auch auf meiner Ruhestätte vorstellen.
Ruhe in Frieden, Kämpfer.

das H. Gen
das H. Gen(@hagen)
Vor 6 Monate

Ehre wem Ehre gebührt.
Auf dem Melaten Friedhof beerdigt zu werden ist schon was.

„En 100 Johr hält dr Dom noch Wach en Kölle.
Och dr Rhing schöckelt dann noch all sing Welle.
En 100 Johr sin die Lück die sich hück trofe,
op Melaten deef am schlofe.
En 100 Johr, jo jo, en 100 Johr, jo, jo,
es Manches anders un nit mih wie et wor
En 100 Johr, jo, jo, en 100 Johr, jo, jo,
simmer em Himmel, doch die kölsche Siel noch do“

Marquis
Marquis(@marquis)
Antwort an  das H. Gen
Vor 6 Monate
John Doe
John Doe(@arno-siess)
Vor 6 Monate

Ich habe fast 13 Jahre für eine Kölner Firma gearbeitet und war natürlich auch häufiger einmal dort. Aber davon höre bzw. lese ich jetzt das erste Mal.
Schade eigentlich, ein Besuch dort hätte sich sicher einrichten lassen… 🙁

Durante
Durante(@durante)
Vor 5 Monate

Ein sehr schönes Grab auf einem absolut wundervollen Friedhof, für einen wohl sehr besonderen und sympathischen Menschen wie man allerseits hört und liest. :(

Requiescat in pace

PS: Danke für das Erwähnen/Verlinken der Doku.

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