8 Februar

Gothic Friday Februar: Ronny Rabes Szeneeinstieg

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Ronny Frank Rabe - SzeneeinstiegHallo, mein Name ist Ronny, ich zähle nunmehr 39 Jahre und komme aus Leipzig. Für den Gothic Friday im Februar möchte ich kurz erzählen, wie ich in die Szene gekommen bin.

Mein Einstieg in die Szene begann durch einen Freund, der sich 1993 Lacrimosas Album „Einsamkeit“ kaufte. Wir haben es zusammen gehört und ich war sofort hin und weg. Die Vertonung der Texte und die Aufmachung der Band, für mich eine Offenbarung – ich war fasziniert. Ich habe davor schon Gedichte und Gedanken für mich niedergeschrieben, welche ich eben in den Texten von Lacrimosa wiedergefunden habe. Mich faszinierte nicht nur die Musik sondern auch der Mensch Tilo Wolff – und so begann ich alles zu sammeln (bis jetzt sind es alle Alben, Auslandsveröffentlichungen, Artikel über die Band und auch 3 Lacrimosa Tattoos) und mein Äußeres zu verändern. Ich färbte mir die Haare schwarz, fügte eine blonde Strähne hinzu und änderte meinen Kleidungsstil. Die Farbe schwarz zog ein, mein damaliges Zimmer veränderte sich in eine dunkle Höhle – trotzdem blieb ich ein fröhlicher und geselliger Zeitgenosse.

Wie damals faszinieren mich auch heute noch die nachdenklichen Texte und die Melodien der Band und das Erscheinungsbild der „Gruftis“. Leider kann ich keine Haare mehr auftoupieren, da sie etwas weniger geworden sind. Gern erinnere ich mich auch an mein erstes Konzert innerhalb der Szene. Damals im sogenannten „Kraftwerk“ zu Goethes Erben. Meine ersten Schminkversuche waren grottig, aber ich hatte Spaß und fühlte mich wohl. Mit den Jahren lernte ich dazu, was das Outfit und die Schminkkünste betraf.

Gothic ist ja auch, sein inneres nach außen zu tragen – seine Gefühlswelt in Texten und Songs wiederzufinden, wobei jeder selbst auf seine Weise Songs interpretieren kann. Ich lebe mein „schwarzes Dasein“ aus und liebe es so, wie es jetzt ist. Mit der Zeit lernte ich auch die musikalischen Facetten der Szene kennen und entdeckte die „neue deutsche Todeskunst“, „Darkwave“ und „Gothic Rock“ für mich und finde auch einiges aus der Neofolk-Ecke spannend.

Meine Einstellung gegenüber der Szene hat vielleicht nicht geändert, weil ich seit mehr als 20 Jahren meine Szene lebe, mich darin bewege und auslebe. Ich fühle mich wohl und das auch über die Musik hinaus. Ich habe viele Dinge für mich entdeckt: Literatur, schöne Orte und kleine Partys und Clubs fernab der breiten Masse. Doch das Hauptaugenmerk bleibt für mich die Musik. Im Laufe der Zeit lernte ich viele „Gleichgesinnte“ kennen, von denen leider nicht mehr viele in der Szene sind, weil es für manche dann doch nur ein Phase gewesen ist. Eine Phase, die bei mir bis heute anhält.

3 Kommentare

  1. Ja, Dein Faible für Lacrimosa lässt sich schwer übersehen, hast den Look damals sehr gut getroffen! Ich denke, wenn Musik es schafft, einen im Innersten zu „treffen“, dann bleibt man ihr treu, auch wenn im Laufe des Lebens weitere Facetten hinzukommen.

  2. Ja, mit Lacrimosa fing es an und ich amg / höre immer noch Lacri. Zwar nicht mehr so intensiv wie früher , aber irgendwie gehört Lacri halt zu mir … und stimmt mehere Facetten sind dazu gekommen.
    Auch muß ich noch sagen , dass ich gern ein paar Jahren früher in die Szene gekommen wäre …aber dem ist nunmal nicht so ;-) … Von daher paßt es schon.

  3. Hallo Ronny, zunächst viele Grüße in eine meiner Lieblingsstädte. „Ja, die Lacrimosa-Phase“ hatte ich auch, wenn sie sich auch nicht in meinem Äußeren wiederschlug. Manche Lieder verirren sich auch heute noch in meine Abspielliste…Mir gefielen damals diese teils recht „dramatischen“ und „apokalyptisch“ wirkenden Arranagemants mit Orchester und Chören.

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