Spontis Wochenschau

Spontis Wochenschau #01/2016

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Männergrippe. Erwischt auch mich, soll man ja nicht glauben. Nachdem ich mit dem 10€ Schein in der Hand beim Hausarzt feststellen musste, dass es die Praxisgebühr seit Ende 2012 nicht mehr gibt, habe ich die Wartezeit im Sprechzimmer damit verbracht mir auszumalen, was ich mit dem unerwarteten Geldsegen so alles anstellen kann. Kam aber nicht viel bei rum. Fieber, Matschbirne, Kopfschmerzen. Auch aus meinen Plänen, die im groben aus dem Sofa, der Bettdecke, heißem Tee und unzähligen ungesehenen Filme und Serien bestand, wurde nichts. So habe ich zwei Tage schlecht geschlafen, mich durch mein Leben gelitten und das beste gehofft. Immerhin, meine liebevolle Ehefrau kümmert sich besorgniserregend besorgt um mich und spendete Trost. Donnerstag war es dann endlich soweit: Der Firestick im Fernseher war mit den wichtigsten Informationen versorgt, die Kindersicherung war abgeschaltet (welche Kinder eigentlich?) und schon konnte es losgehen mit der Horrorflut. Blöd nur, wenn du gleich beim ersten Streifen wieder einschläfst und zu allem Überfluss auch noch die Handlung mitträumst. Das ist abgefahren! So war ich dann ein kranker Serienkiller der mordend durch die Gegend gezogen ist, um die Leute möglichst eklig aus dem Leben zu nehmen. Das mich die Gesichter der Opfer dabei an ungeliebte Zeitgenossen aus meinem Umfeld erinnerten, ist wohl dem Unterbewusstsein geschuldet.

  • Die Lyrikerin des Synthpop auf Abschiedstournee | Deutschlandfunk
    Anfang der 80er war es schon eine kleine Sensation, als Anne Clark so gar nicht singen wollte und mit ihrer unterkühlten und fast schon poetischen Stimme ihre Synthiesounds mit Text belegte. Doch Texte und Sound trafen den Geist der Zeit und die Dame aus England wurde zum Underground-Erfolg. Jetzt ist die 55-jährige auf Abschiedstournee: „In der Lage zu sein, jemanden so zu erreichen – dass er seine Situation erkennt, sich nicht damit allein fühlt oder Dinge infrage stellt – das ist, denke ich, die wahre Aufgabe eines Künstlers. Mit dem deutschen Produzenten Stefan Bernauer alias Herr B arbeitet Anne Clark seit zwei Jahren zusammen. […] Ob es wirklich die Abschiedstour der Künstlerin ist? Man wird sehen. Erst mal will sie Zeit für andere Projekte haben: vielleicht ein Kinderbuch rausbringen und eine Galerie eröffnen.Der Tobi war ja nicht so begeistert von dem Konzert.
  • Vintage Occult | Kurz vorgestellt
    In den 70ern und 80ern war Okkultismus ja schwer angesagt und wahlweise auch gefürchtet. Die Menage aus sexueller Revolution, dem schwindenden Einfluss der christlichen Religionen und B-Movie Horrorfilmen zauberte erstaunliche Blüten in den Köpfen der Menschen.  Für die einen einfach nur ein Spielplatz sexueller Fantasien, für die anderen ein neuer Sinn in ihrem Leben und für andere wieder die Gefahr der gesamten Menschheit. „Vintage Occult“ sammelt den ganzen Schund aus dieser Zeit und verwandelt in nun, 40 Jahre später in eine Art Kunst. Irgendwie jedenfalls. Es ist jedenfalls sauinteressant, sich durch die ganzen Bilder zu klicken und kopfschüttelnd hinzunehmen, wozu du das bei einigen Leute und Institutionen geführt hat.
  • Wie Fledertiere kopfüber landen | Schemenkabinett
    Das die possierlichen Tiere kopfüber hängen, wussten wir ja bereits. Aber habt ihr gewusst, dass sie schon kopfüber landen? Und jetzt, wo ihr wisst, dass sie Kopfüber landen, müssen wir noch wissen, wie sie das machen. Kein Problem, im Blog von Katharina und Parm wird Euch geholfen, dort gibt es auch noch Videos und Bilder: „Die Wissenschaftler zeigten mit Computermodellen, die den Flug der Fledertiere simulierten, dass die asymmetrische Haltung der Flügel das Gewicht der Tiere so verlagert, dass sie in der Luft eine Rolle machen. Die verhältnismäßig schweren Flügel helfen ihnen dabei so viel Schwung zu bekommen, dass sie sich innerhalb weniger Millisekunden in der Luft drehen, und dass sie – wie es sich für Fledertiere gehört – kopfüber zum Hängen kommen.
  • Amphi kommt nach Hause! | Amphi-Festival
    Nach dem kurzen Gastspiel in der Kölner Lanxess Arena, die nicht alle Besucher passend fanden, kommt das Amphi wieder zurück zum Tanzbrunnen, dem man 2014 aus organisatorischen Gründen den Rücken kehren musste. „Der Kölner Tanzbrunnen, welcher uns allen von 2006 bis 2014 mit seinem besonderen Flair ans Herz gewachsen ist und das Amphi Festival nachhaltig geprägt hat, steht 2016 wieder zur Verfügung. Home is where the heart is, heißt es im Volksmund und so ergreifen wir die Möglichkeit an den Ort zurückzukehren, welchen wir Ende 2014 aufgrund von organisatorischen Einschränkungen verlassen mussten.“ Über die Gründe kann man nur spekulieren, über das für und wider kann man streiten. Ich halt mich diesmal da raus ;)
  • The Blogging Goth – Cemetery Confessions | The Belfry Network
    Jetzt gehts aber los in den USA. Nicht nur, dass sie erklären was Goth NICHT ist, jetzt gibt es auch schon eine Weile im „Belfry Network“ regelmäßig Podcasts zum Thema „Goth“. In der jüngsten Sendung 28 ist auch Blogging Goth Tim Sinister. „This month we are going to spend a lot of time talking about music, its relevance in the goth scene today, some of the history and evolution of the genre, and some of our favorite albums. We are going to review the newest album from the band Savages, and at the end of the show, we have an interview with The Blogging Goth, in which we discuss the concept of hate crimes, the goth scene in England, and WGW among other topics.
  • Die Bergfestung Poenari – Fluchtburg von Graf Dracula | Der schwarze Planet
    Shan Dark liebt Rumänien, war aber seit Ewigkeiten nicht mehr da. Der Uwe liebt Rumänien auch. Und weil der Uwe letztes Jahr da war und die „echte“ Burg von Graf Dracula erobert hat, berichtet er für den schwarzen Planeten von seiner Tour. Schöne Story, wirklich tolle Fotos. „Viel ist es nicht, was der legendäre Vlad III. Draculea (Vlad Țepeș, Vlad der Pfähler) an sichtbaren Spuren hinterlassen hat. Ein bedeutendes Bauwerk (vielleicht das einducksvollste), das ihm nachweislich zugeordnet werden kann, ist die Bergfestung Poenari (oder Poienari). Sie liegt auf der walachischen Seite des Făgăraș-Gebirges, einem Abschnitt der Südkarpaten, der die Grenze zwischen Siebenbürgen und der Walachei bildet. Das hörte sich doch nach einem interessanten Ziel auf unserer dreiwöchigen Rundreise durch Transsilvanien an!
  • punk.londonPunk.London – 40 Years of subversive Culture | London
    In London wird der Punk dieses Jahr 40, wenn man 1976 als Geburtsstunde festlegt. Dazu finden eigentlich das ganze Jahr irgendwelche tollen Ausstellungen, Aktionen oder Events statt, die vom selbermachen leben. Es wird den Punks von damals und von heute möglichst leicht gemacht, etwas auf die Beine zu stellen, der Bürgermeister und die National Lottery hauen sogar ein bisschen Kohle dazu. Aktuell sammeln sich unter dem Punk GOB jede Menge Links zu total spannenden Berichten, Videos und Bildern, die stundenlang Klicks garantieren. Echt jetzt. Wenn ihr also dieses Jahr plant mal nach London zu reisen, werft doch einen Blick in den Kalender, ob es was punkiges gibt. Kleiner Tipp für alle, die sich Videos anschauen wollen dort aber „ausgesperrt werden“: Mit der Browser-Erweiterung Hola!, die ihr euch kostenlos runterladen könnt, kann man den dortigen Videoplayern vorgaukeln, man sei aus dem Land, aus dem das Video stammt. Funktioniert hier bei mir prima.
  • Die Sisters of Mercy enttäuschen in der Columbiahalle | BMopo
    Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Wenn es lächerlich wirkt, ist es vermutlich zu spät. Großartiger Artikel von Alexander Gumz: „Wer heute, 26 Jahre nachdem die Band aus Leeds ihr letztes Studioalbum veröffentlich hat, auf ein Konzert der Sisters geht, kann – neben T-Shirts mit alten Plattencover-Motiven – auch ein Sisters-Geschirrtuch erwerben. Warum nicht: selbst die Verzweifelten müssen hin und wieder Teller spülen. Oder was immer das einem sagen soll. Damit nicht zu stark auffällt, wie alle miteinander älter geworden sind, wurde die Columbiahalle auf Dauerrempelniveau abgedunkelt. Pseudo-Schwarzlicht fällt von oben. Von der Bühne wabert Nebel. Alles wie früher also. Und da kaum jemand im Saal unter 40 ist, kann man wagen zu sagen: wegen früher sind die Leute da. Es gibt tätowierte Damen in blond und schwarz. Herren in Lederjacken, mit ärmellosen Shirts der 1991er-Sisters-Tour. Herren mit Django-Hüten und Gesichtern wie Iggy Pop. Dann steht auf einmal Andrew Eldritch am Mikroständer. Er ist kahl, trägt Sonnenbrille, eine Art Thermohose und einen Hoodie über gelbem T-Shirt. Gelb. Der finstere Fürst trägt Gelb. Nicht zu fassen. Er sieht aus wie ein Rave-Opa.
  • Beelzebubs Tochter | VICE
    Sie lebt! Weder wurde sie geopfert, noch hingerichtet. Zeena Schreck, die Tochter des Church-of-Satan-Gründers Anton LaVey erfreut sich bester Gesundheit, auch wenn sie – wie sie selber in einem Interview mit dem VICE-Magazin verrät – unter bizarren und traumatischen Verhältnissen aufgewachsen ist. „Zeena ist die Tochter der Church-of-Satan-Gründer Anton LaVey and Diane Hegarty und die Empfängerin der ersten Taufe durch diese Sekte. Mit 13 Jahren war sie von der CoS vollständig indoktriniert, erhielt regelmäßig Todesdrohungen und erwartete ein Kind. Später wurde sie zur Hohepriesterin der CoS geweiht und deren Sprecherin zu einer Zeit, als Yuppies der Reagan-Ära gerade wegen der Geschichten über Kinder, die angeblich von ihrer Sekte im Wald geopfert wurden, total ausflippten. Allen Umständen zum Trotz gelang es Zeena, sich gegen die egozentrischen Fanatiker, die sie aufgezogen hatten, aufzulehnen. 1990 trat sie zusammen mit ihrem Mann Nikolas Schreck aus der Sekte aus. 2002 gründete das Paar eine religiöse Körperschaft, the Sethian Liberation Movement, die es Menschen ermöglicht, Magie zu erlernen und auszuüben, ohne einer unterdrückerischen Sekte beitreten zu müssen…
  • „She’s a Punk Rocker UK“ | Dangerous Minds
    Wo wir eben beim Punk waren. Der kommt doch irgendwie ein bisschen „männlich“ rüber, findet ihr nicht? Die Doku „She’s a Punk Rocker“ beschäftigt sich mit den Speerspitzen der weiblichen Punk-Bewegung in England. „The movie, which clocks in at a crisp 68 minutes, features women punkers including, as already mentioned, Poly Styrene, Eve Libertine and Gee Vaucher of Crass, Gaye Advert of The Adverts, Michelle of Brigandage, and Olga Orbit of Youth in Asia as well as other figures like writers Julie Burchill and Caroline Coon.“
  • Orkestra Obsolete play „Blue Monday“ using 1930s instruments | BBC Arts
    Genau so ist es. Am 7. März 1983 erschien der Songs erstmals in England und durfte damals schon als Synthie-Pop-Meisterwerk bezeichnet werden. Doch warum hat man erst so lange gewartet? Bereits in den 30ern scheint der Song möglich gewesen zu sein, wie uns diese Band beweist:

In eigener Sache: Ebbe. Die Linkflut bleibt schon eine Weile aus, weil ihr immer alles bei Facebook in euren Profilen teilt. Kriegt dann natürlich nicht jeder mit, außer Euren Freunden und auch nur dann, wenn FB gerade Bock drauf hat, Euch den Link zu zeigen. Über interessante Artikel, Videos, Bilder und was ihr sonst noch so findet, freut sich auch mein Kontaktformular. Einfach mal wieder was schicken.

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+VLFBERH+T
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Uh.
Da hat Zeena aber VICE ordentlich getrollt.
„Foto von A. Wyatt Mann“.
Einfach mal A. Wyatt Mann googlen.

Shan Dark
Gast

Mein Highlight hier waren die Sisters Geschirrtücher – WTF?!? Danke dafür, sehr köstlich – ähnlich wie der von tobikult zu Anne Clarks vergeigtem Freitod, den hab ich am Wochenende auch schon traurig wahrgenommen. Da hatten wir nun irgendwie zur gleichen Zeit die Idee mit der Wochenschau bzw. meinen Links zum Abbiegen, aber sind ohne Absprache völlig überschneidungsfrei! :)

Zeena Schreck war übrigens eines meiner Highlights beim WGT 2015: http://der-schwarze-planet.de/rueckblick-24-wgt-2015/#attachment_9873

Ach ja, lieben Dank für den Verweis auf die Dracula-Festung.

+VLFBERH+T
Autor

Shan: Ja, war absolut großartig.
Ich stand für einen lieben Freund an der Kamera, das Konzert wurde aus drei Perspektiven in HD aufgezeichnet. Ob das aber jemals ne Veröffentlichung bekommt (entweder über Zeena oder über seinen YouTube-Kanal) steht aber in den Sternen.
(Grad deinen Bericht dazu gelesen. Die Kamera sieht man auf dem Bild, mich nicht mehr. ;))

Irmin
Gast
Irmin

@+VLFBERH+T:

Getrollt? Weiß gerade nicht, ob ich dich da richtig verstehe. Kann doch gut sein, dass das Foto von A. Wyatt Mann ist. Hier ist die versammelte Mannschaft: http://i3.kym-cdn.com/photos/images/newsfeed/001/028/929/c33.jpg

Herr NON dürfte auch dem ein oder anderen etwas sagen…

+VLFBERH+T
Autor

Irmin:
Soweit ich weiß hat Nick nie offiziell bestätigt A Wyatt Mann zu sein, welcher ja in anderen Kreisen eher durch sowas hier bekannt ist: http://i3.kym-cdn.com/photos/images/newsfeed/001/028/487/6e0.jpg

(Und, als kleiner Postedit: „Feral House“ ist Adam Parfrey, dessen Buch über Ed Wood die Vorlage zum Tim-Burton-Film war, weiterhin hat er unter anderem mehrere Bücher veröffentlicht, die Michael von Blood Axis mitveröffentlicht hat. Einflußreiche Bande…)

Svartur Nott
Autor

Die Sisters spielen wohl dieses Jahr auf dem MeraLuna. Neben den Fields wäre es eine der wenigen Bands, die mich -wenn- interessierten. Bei Berichten, wie solchen hier, frage ich mich dann aber echt, ob ich mir das wirklich antun-, oder nicht doch lieber lassen und in Ruhe zuhause die alten Sachen anhören soll.

Das Damen-Punk-Video war eine wunderbare Aufwachhilfe. Da ha juckts einem doch gleich in den Fingern, Musik zu machen. Wenn man denn nicht zur Uni müsste.

Und dann noch der Vintage Occult-Link. Zwischen all den netten Bilderchen dann noch King Diamond zu finden – herrlich…^^

Gruftfrosch
Gast
Gruftfrosch

Erstmal danke für das Video von Orkestra Obsolete…sehr geil!!

Meine Fresse, da hab ich ja 2014 in Dresden noch Schwein gehabt. Da kam der Herr Eldritch nur in Weiß. (Viel zu viel) Nebel gab’s da auch schon und Glatze war obligatorisch. Das Fazit damals war allerdings auch, nö…kein zweites Mal. Erschien mir zu lustlos und das alles nach ellenlanger Umbauwartezeit (ich glaube, es waren fast 1,5h!!!).

P.S.“…Linkflut bleibt schon eine Weile aus, weil ihr immer alles bei Facebook in euren Profilen teilt. Kriegt dann natürlich nicht jeder mit, außer Euren Freunden und auch nur dann, wenn FB gerade Bock drauf hat, Euch den Link zu zeigen.“

Liebes Facebook, tu mir einen Gefallen. Tu es den Dinosauriern gleich. Stirb aus. Bitte!