Weihnachten - Stephie und Teddy

Schwarze Weihnachten: Wie feiert die Szene?

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Schwarze Weihnachten. Gibt es das eigentlich? Schwimmen die Gruftis im Strom aus glitzernden Lichtern, Weihnachtsbäumen, Geschenken und dem obligatorischen Kirchenbesuch? Oder sind wir, als Kinder des Punk, eher einer Rebellion erlegen, verweigern alles was mit der gesellschaftlich auferlegten Stimmung zu tun hat und nutzen die Tage um den Sarg frisch zu streichen?

Unzählige schwarze Partys locken die Gruftis dieser Tage in die Tanztempel und suggerieren, dass wir mit Weihnachten und dem ganzen Trubel nichts zu tun haben. Obwohl eben so viele „bunte“ Partys stattfinden und damit eher suggerieren, dass die Menschen an Weihnachten eher danach streben irgendwo feiern zu gehen, statt zu Hause unterm Weihnachtsbaum die Geschenke auszupacken. Die Kirche ist schon seit Jahren auf die harten Bänke in der zweiten Reihe des Weihnachtsfestes verwiesen worden und Weihnachtsmärkten, Lichterketten und Weihnachtsbäumen gewichen. Das wichtigsten Fest des Jahres folgt keiner Blaupause aus christlichen Traditionen, sondern scheint individueller geworden zu sein. Wie individuell genau, das wollte ich von einigen Menschen aus der Szene wissen und habe gefragt, was ihnen Weihnachten bedeutet und wie sie das Fest verbringen.

Lena & Patrik

Weihnachten hat für uns keinerlei Bedeutung, da wir beide überzeugte Atheisten sind und obwohl Weihnachten im Ursprung ja kein christliches Fest ist, hat es sich in christlichen Ländern dahingehend gewandelt. Ich denke, dass man daher hier durchaus von einem rein christlichen Fest sprechen kann. Für uns ist es ehrlich gesagt teilweise sogar etwas befremdlich, wie manche Szeneangehörige scheinbar einen Persönlichkeitswandel zu dieser Zeit durchlaufen – was aber auch nicht Szeneangehörige an den Tag legen. Auf uns wirkt vieles aufgesetzt.
Weihnachten - Jelena und Patrik

Wie feiern wir das Fest?

Traditionell gingen wir bisher immer auf eine ziemlich beschissen Party, die immer am 24. stattfand. Also neben den familiären (Pflicht-) Besuchen, die alle in der Zeit haben. Da meine Familie nie wirklich gefeiert hat, ist es eigentlich nur Lenas Mutter, die wir bespaßen müssen. Leider findet die Party dieses Jahr erstmals nicht statt und so werden wir wahrscheinlich gemütlich netflixen.

Simone & Ralf

Weihnachten bedeutet für uns nichts. Schlicht und ergreifend ausgedrückt, hat Weihnachten mit Gott, Jesus und dem ganzen Kirchenkram zu tun, dem wir nichts abgewinnen können. Wir sind ja nicht umsonst vor unendlichen Jahren aus der Kirche ausgetreten. Daher brauchen wir auch nichts feiern. Ich verteile auch keine Weihnachtswünsche. Ganz oder gar nicht. Für uns ist Weihnachten das Konsum- und Heuchelfest. Der ganze Weihnachtstrubel ist uns zuwider. Es fängt damit an, dass schon im September erste, auf Weihnachten getrimmte Leckereien in den Supermärkten zum Kauf animieren sollen und kurz vor dem Fest drehen dann alle durch, als würde es am nächsten Tag nichts mehr zu kaufen geben. Als Höhepunkt wirft man völlig maßlos Geschenke in die Runde, macht ein paar Stunden auf liebevolle Familie, um sich dann später wieder die Augen auszukratzen und rumzuheulen, wie stressig das doch alles war. Und das jedes Jahr. Mit dem Zusatz…. „es war wieder viel zu viel…. nächstes Jahr schenken wir uns nichts“. Jaja! Ne, danke, ohne uns. Wir feiern also nicht.

Weihnachten - Simone und Ralf - STW-6153
Ralf und Simone
Bild: (c) Stefan Wasmund, STW Fotos

Wie feiern wir das Fest?

Falls der Rabe überhaupt frei bekommt – was er gerade mal drei Tage vorher erfährt – fragen wir unsere Mütter, was sie so geplant haben an den freien Tagen. Haben sie nichts vor, gehen wir vielleicht zusammen irgendwo etwas essen und quatschen ein wenig. Einfach nur so, weil man sonst im Jahr so wenig Zeit füreinander findet. Wir halten uns diese Tage also einfach nur frei. Es hat lange gedauert, bis die Mütter kapiert haben, dass wir a) nicht feiern möchten, b) nichts schenken und c), das schwierigste für die Mütter, nichts geschenkt bekommen möchten! Nach einigen Jahren knallhartem Durchsetzen klappt das jetzt endlich. Romantische Kerzen haben wir oft genug an, eine Lichterkette hängt das ganze Jahr über im Treppenhaus und im Wohnzimmer – und im Wald wohnen wir auch noch. Reicht an Atmosphäre. Das ganze Jahr über. Weihnachten kann so entspannend sein, wenn man es einfach ignoriert und sich den ganzen Rummel einfach aus der Ferne ansieht. Wir können gönnen. Und wenn ich jemandem etwas schenken möchte, mache ich das, wenn ICH finde, dass es die richtige Zeit dafür ist und nicht weil irgendwer das so festgelegt hat.

Janina & Nikita

Mein Mann hat als gebürtiger Russe keinen so starken Bezug zu Weihnachten. Für ihn ist Silvester wichtiger. Ich verbinde mit Weihnachten viele schöne Kindheitserinnerungen. An geschmückte, leuchtende Bäume, Mamas Vanilleparfait, Plätzchen und Kerzenschein. Und ganz viel daran, anderen eine Freude zu machen. Beispielsweise bin ich mal an Heiligabend extra morgens um 4 Uhr aufgestanden, um Süßigkeiten in den Baum zu hängen, damit sich mein kleiner Bruder am Morgen freuen würde. Überhaupt war Weihnachten für mich immer ein wirklich entspanntes Fest mit der Familie. Dass auch in der Kirche die Geburt Jesu eher symbolisch an genau diesem Tag gefeiert wird, war mir (dank ehrlicher Erklärungen ohne christliche Indoktrination) schon als Kind bewusst und ist mir heute auch nicht sonderlich wichtig. Ich kann trotzdem feiern. Ob wegen einem Märchen, einer wahren Begebenheit oder weil der kürzeste Tag des Jahres überstanden ist, ist mir dabei egal. Weihnachten gehört einfach in den Dezember, wie Eiscreme und Pommes vom Freibad-Kiosk in die Sommerferien gehören.

Weihnachten - Janina und Nikita
Ein Aufnahme aus dem letzten Jahr, in diesem Jahr haben die drei (bald vier) noch keine Zeit gefunden, ein neues Bild zu schießen.

Wie feiern wir das Fest?

Dieses Jahr ist unser erstes Weihnachten in Deutschland. In Shanghai haben wir Weihnachten nur richtig gefeiert, als unser Sohn geboren war. Vorher ging mir der dortige Konsumwahn im Dezember mehr auf den Geist wie alles andere. Wirklich, das ist da nochmal eine ganz andere Hausnummer als hier.

Was wir jedes Jahr machen, ist an Weihnachten „The nightmare before Christmas“ zu sehen. Außerdem Glühwein selbst zubereiten. Und die Gitarren in der Wohnung bekommen alle Weihnachtsmützen auf. Jetzt haben wir auch einen richtigen, großen Baum. Dieses Jahr kommt meine Familie zu uns, da ich hochschwanger bin und nicht mehr so weit weg fahren kann. Immerhin wohnen wir noch immer über 400km auseinander. Wir werden gemeinsam Bescherung feiern (mit einem nicht zu großen Geschenk für jeden), dann wahrscheinlich ein paar Gesellschaftsspiele spielen und gut essen. Allerdings weder Gans noch Karpfen oder so. Das mag bei uns niemand so recht. Stattdessen gibt es Brot und Fisch. Und an den Feiertagen je einmal Raclette und einmal Chinesisch. Auf jeden Fall möchten wir wieder gerne mit der ganzen Familie feiern. Denn am wichtigsten ist mir, meinen Kindern ebenfalls diese schönen Erinnerungen an ein glückliches Fest zur dunkelsten Zeit des Jahres zu geben.

Larissa & Johannes

Weihnachten hatte für uns beide, als wir noch bei unseren jeweiligen Eltern wohnten, eine ähnliche Bedeutung. Johannes wuchs mit drei Geschwistern in einer relativ großen Familie auf, sodass Weihnachten immer gleichzeitig auch ein großes Familienfest war. Der Gang zur Kirche gehörte ebenso dazu wie ein gemeinsames Essen sowie die anschließende Bescherung. Ich war (und bin) das einzige Kind aus zwei Familien, Weihnachten bedeutete für mich in erster Linie viele Geschenke, dafür ließ man auch den eher langweiligen Gottesdienst, den meine Familie ebenfalls nur an den Feiertagen besuchte, über sich ergehen. Schon als Kinder waren wir der christlichen Religion nicht verbunden, sodass das Fest keinerlei tiefere Bedeutung für uns hatte. Heute sieht es kaum anders aus. Religiös sind wir beide nach wie vor nicht und gehen auch dem ganzen Drumherum so gut es geht aus dem Weg. Eine Bedeutung hat das Fest für uns nicht.

Larissa und Johannes
Larissa und Johannes
Schmuck: Ars Notoria

Wie feiern wir das Fest?

Für gewöhnlich tun wir unseren Familien den Gefallen und besuchen sie über die Feiertage. Dieses Jahr haben wir uns allerdings freiwillig für den Dienst an den Feiertagen gemeldet, da wir beide in Bereichen arbeiten die auch an Weihnachten durchgehend besetzt werden müssen. Johannes kann so für die Menschen, die er betreut, die Feiertage so angenehm wie möglich gestalten. Mir selbst ist die Arbeit, so ganz ohne andere Menschen, im Tierheim auch weitaus lieber als ein Treffen von zumeist viel zu unterschiedlichen Familienangehörigen. Jedoch bemühen sich die viele Spender*innen sehr um ein weihnachtliches Flair – sei es ein Adventskalender für das Hundehaus oder eben neues Putzartikel mit festlicher Schleife. Zeit für Menschen die einem lieb sind haben wir auch außerhalb von religiösen Feiertagen.

Jenny & Reinhard

Was bedeutet Weihnachten für Reinhard? Weihnachten bedeutet für mich erinnern, erinnern an die gute Zeit mit der Familie. Weihnachten war immer eins der schönsten Feste, man hat Teile der Familie gesehen, die man sonst selten sieht. Geschenke und viel Essen. Diese guten Erinnerungen versuche ich in die heutige Zeit zu übertragen. Das hat alles nichts mit Glauben oder dem Grund Jesus Geburt zu feiern, sondern einfach Familie zu genießen. Und auch Freundschaften zu stärken mit unaufgeforderten Überraschungen .

Was bedeutet Weihnachten für Jenny? Weihnachten bedeutet für mich vor allem Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Ich feiere aber weder eine christliche Weihnacht, noch den alljährlichen Konsumrausch (soweit ich es sich vermeiden kann). Sobald Ende Oktober die ersten Geschenke in den Schaufenstern liegen, bekomme ich normalerweise das Gruseln. Es geht also vor allem darum, dass die mittlerweile verstreute Verwandtschaft sich zu einem schönen Anlass zusammenfindet.

Weihnachten - Reinhard und Jenny (4)

Wie feiern wir das Fest ?

Reinhard: Für einen Grufti sehr klassisch. Viel Deko mit Lichterketten selbstgebastelten Fensterschmuck, echtem Weihnachtsbaum und klassischem Essen. Aber ohne Kirchenbesuch. Eher der Besuch der Familie steht im Vordergrund und das Beschenken, wobei mir das Beschenken wichtiger ist als das beschenkt werden. Von der Dekoration muss ich zugeben bin ich auch der extremste in meiner Straße. Meine Fenster leuchten stark in der Dunkelheit. Heilig Abend ist dann sehr traditionell, nachdem am 23. Der Baum geschmückt wurde, gibt es Kartoffelsalat, einen Weihnachtsfilm (meist „Schöne Bescherung“) und danach die eigene Bescherung. Danach geht’s für mich als Leipziger Grufti in die Moritz Bastei zum Schwarzen Leipzig Tanzt um mit denen, die auch noch in Leipzig sind, anzustoßen. Witzig ist, dass jeder eigentlich nur „kurz“ da sein will weil er morgens früh raus muss, um zu einem anderen Teil der Familie zu fahren.

Jenny: Die ‚Traditionen‘, die sich auch bei mir finden, sind zum einen die Weihnachtsmarktbesuche, an denen ich erstaunlich viel Freude habe. Zum anderen findet sich bei mir auch ein wenig weihnachtliche Dekoration, die aber hauptsächlich von Reinhard oder meinen Eltern stammt. Ich selbst würde allein für mich wahrscheinlich nur wenig dekorieren oder weihnachtliche Veranstaltungen besuchen.

Gemeinsam finden sich übrigens Beiden am 1. Weihnachtsfeiertag zur Sondervorstellung von Dr. Who Weihnachtsspecial „Twice Upon A Time“ im Kino ein.

Stephie & Teddy

Was bedeutet Weihnachten für uns? Autobahn. Nein, im Ernst. Aber seit wir vor 10 Jahren nach Leipzig gezogen sind, ist Weihnachten ein Grund für einen großen Familienbesuch mit 500km Fahrt hin und 500km wieder zurück. Und weil mittlerweile diverse Teile der Familie nicht mehr wie früher in einem Ort wohnen, sondern in ganz NRW verteilt, sind auch die Tage nach der Ankunft von der Autobahn geprägt. Das wir den Stress auf uns nehmen, zeigt uns selbst immer wieder, wie wichtig uns unsere Familien sind. Und damit lässt sich Weihachten auch ganz kurz beschrieben: Familienfest. Nix religiöses, auch nicht wirklich besinnlich (wie auch, bei 4 Städten in 4 Tagen). Aber trotzdem schön. Das liegt aber an der Familie, nicht am Fest. Ansonsten ist es schön, dass zur Weihnachtszeit überall und alles mit Lichtern geschmückt wird. Uns regt es jedes Jahr ziemlich auf, dass nach Weihnachten alles wieder dunkel ist. Dunkle Jahreszeit ist genug Grund für hübsche Lichter, oder? Da braucht man doch kein Weihnachten für.

Weihnachten - Stephie und Teddy

Wie feiern wir das Fest?

Im Kreise der Familie. Es wird gegessen, getrunken, geredet. Aber eigentlich spielt Weihnachten nicht wirklich eine Rolle, es ist halt nur der Rahmen. Und zumindest bei unseren Familien auch die Deko. Wir gehen nicht zum Gottesdienst, es wird nicht gesungen etc. Ok, Geschenke austauschen gehört dann doch dazu, vor allem mit unseren Nichten. Aber vor allem einfach Beisammensein. Und dann wieder Autobahn.

Alex & Thomas

Auch den DJ Alexx Botox habe ich zu Weihnachten befragt, der jedoch mündlich und nicht schriftlich geantwortet, daher hier eine Zusammenfassung

Alex ist im evangelischen Norden aufgewachsen und zählt sich zum ironischen Landadel irgendwo zwischen Bremen und Hannover. Seit 1987 in der Szene fühlt er sich eher zu Christian Death als zu Lacrimosa hingezogen, liebt den Stil der 80er und 90er Szene und hat nicht nur durch seinen Austritt aus der Kirche mit Weihnachten abgeschlossen, auch wenn er das Fest immer als schöne und harmonische Zeit für sich und seine Familien in Erinnerung behalten hat. Auch Thomas, so erzählt Alex, ist kein Weihnachtsgrufti, obwohl der in Kempten (Allgäu) aufgewachsen ist und dort mit alle christlichen Insignien bedacht wurde, die eine katholische Erziehung mit sich bringt. Alex ist spirituellen und esoterischen Erfahrungen nicht abgeneigt „Ich mach gerne irgendwelche Workshops mit, in denen es um Seelenheil oder irgendwas esoterisches geht, meinetwegen auch Joga oder Meditation, aber die christliche Religion ist dann schon so ein bisschen zusammengesucht“, dementsprechend ist Weihnachten für ihn Arbeitszeit und nicht unbedingt eine festliche Zeit.

Weihnachten - Alex und Thomas

Wie feiert ihr das Fest?

Alex und Thomas feiern getrennt, denn während sich Thomas bei seiner Familien in Bayern aufhält, ist Weihnachten für den DJ Alexx die Hauptgeschäftszeit. Unzählige schwarze Partys während der Feiertage wollen schließlich adäquat beschallt werden. Alex war es wichtig, dass Thomas die Zeit nutzt um bei seiner Familie zu sein, denn in seiner Familien fehlen einfach viele Menschen, mit denen man ein gemeinsames Fest feiern könnte. Er hat dann mit seinem Bruder, der ihn in der Vorweihnachtszeit besucht hat, ein wenig gefeiert. Alex am Mischpult und sein Bruder auf der Tanzfläche in der Zeche in Bochum.  Mit privater weihnachtlicher Dekorationen können sich weder Alex noch Thomas anfreunden und auch wenn sie die Feiertage gemeinsam verbringen sollten, sind das dann doch eher normale Tage für die Beiden, auch wenn sie durchaus auch Geschenke verteilen: „Wir machen diese gesellschaftlichen Verpflichtungen mit Geschenke verteilen so ein bisschen mit, da wir in dieser Gesellschaft leben. Wir geben was, wir bekommen was – das ist eben so. Man kann sich nicht wie in den 80ern nach Punk-Motte „No Future“ aus allem herausziehen. Das machen wir ein bisschen mit, aber ganz dezent für uns eben.“

Wer Alex nicht schon auf einer der Partys in der Matrix, im X-Herford oder im Eisenlager über den Weg gelaufen ist, trifft in in letzterer Location auch an Sylvester.

Wizard of Goth – sanft, diplomatisch, optimistisch! Der perfekte Moderator. Außerdem großer “Depeche Mode”-Fan und überzeugter Pikes-Träger. Beschäftigt sich eigentlich mit allen Facetten der schwarzen Szene, mögen sie auch noch so absurd erscheinen. Er interessiert sich für allen Formen von Jugend- und Subkultur. Heiße Eisen sind seine Leidenschaft und als Ideen-Finder hat er immer neue Sachen im Kopf.

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Tanzfledermaus
Gast

Religion hat in unserer Familie nie eine Rolle gespielt, auch wenn meine Eltern mich auf eine evangelische Schule schickten. Zu Hause war es einfach ein gemütliches Winter- und Familienfest, und so halte ich es auch heute noch. Den langen dunklen Winter durch Lichter, Feierlichkeit und Beisammensein einfach etwas erträglicher und gemütlicher machen.

Ich brauche kein buntes Las Vegas-mäßiges Geblinke und Pomp, sondern Kerzen und weiße Lichter, einfarbige, silbrige oder natürliche Deko (Naturmaterialien) reichen mir, um Stimmung zu zaubern. Meine Mutter braucht ihre Weihnachtslieder und das Klavierspielen, aber Singen muss zum Glück keiner ;-) Okay, Geschenke fallen alljährlich bei ihr etwas zu opulent aus, das bräuchte nicht zu sein. Ich konzentriere mich da lieber auf wenige, aber persönliche Geschenke. Und verschenke auch gerne selbstgestaltete Kalender mit Fotos, die ich immer nach dem Geschmack der Beschenkten zusammenstelle. Das macht auch Freude, aber keinen Stress.

Als ich klein war, gab es immer recht große Familienfeiern, einmal bei uns und später bei der einen Oma, die ein Haus hatte. Als wir dann an die Nordsee zogen, sahen wir viele Verwandte gar nicht mehr und ein Großteil der Verwandtschaft wurde uns Kindern immer fremder, wir sahen sie zum Teil jahrelang nicht. Die meisten Ehen in unserer Verwandschaft zerbrachen (auch die meiner Eltern) und da wir über ganz Deutschland zerstreut wohnen, uns nicht mal mehr zu Weihnachten sahen, blieb es beim Bruch. Inzwischen wird nur noch im engsten kleinen Kreis gefeiert, gemütlich und stressarm. Auch wenn ich als Kind die großen Feiern schon spannend fand. Jetzt brauch ich sowas nicht mehr. Ich denke mal, wer Kinder hat, erlebt Weihnachten nochmal ganz anders und zelebriert und inszeniert es extra für die Kleinen mehr, als es Kinderlose tun.

Ronny Rabe
Gast

Als Kind fand ich Weihnachten toll – wegen der Geschenke ;-)
Mit zunehmenden Alter jedoch , wurde Weihnachten für mich immer uninteressanter.
Die Heuchelei , der Konsumwahn , der Geschenke zwang , das bunte Leuchten in den Fenstern – nein, Danke .
Mein geschmückter Kaktus steht das ganze Jahr am Fenster und auch mein Rachermännel , steht das ganze Jahr über da.
Ich melde mich da immer freiwillig auf Arbeit und verbringe eben die „Heilige Nacht “ und die Feiertage auf Arbeit.
Natürlich freut man sich über Geschenke – aber eben auch nur welche die von Herzen kommen und dafür brauche ich kein Weihnachten.

@Tanzfledermaus – in den Punkt mit den Kindern stimme ich Dir zu – Wer Kinder hat , erlebt Weihnachten ganz anders – finde ich auch gut , für die Entwicklung des Kindes – Später kann es ja selber entscheiden ob ja oder nein.

Turp der Tageslichtvermeider
Gast

Also ich mag Weihnachten! 🙂

Zum kirchlichen Aspekt habe ich zwar schon lange keinen Bezug mehr aber die Atmosphäre mit meinen Geschwistern, Nichten und Neffen zum Jahresende gemeinsame Zeit zu verbringen und das Jahr ausklingen zu lassen ist etwas, dass ich sehr genieße.

Bei den kleineren Kindern im Haushalt geht es traditionell zu, was schöne Kindheitserinnerungen lebendig hält.

Mit den erwachsenen Nachkommen kann es hingegen zu einer Pokerrunde oder ähnlichem kommen.

Den Kommerz drumherum nehme ich eher ironisch. Die ersten Dominosteine habe ich dieses Jahr bei 30 Grad auf dem Balkon gegessen. 😎
Auch auf dem Weihnachtsmarkt war ich mit ein paar netten Menschen und habe die Tradition gepflegt sich überteuerte Heißgetränke zu erkämpfen und unter intensiver Berempelung auf die verbrühte Zunge und die Kleidung zu verteilen. Man muss das Leitbild der deutschen Kultur schließlich pflegen. 🤓

Auch das Beschenken finde ich nicht schlimm! Menschen die mag eine Freude machen ohne Misstrauen zu Erregen. Warum nicht?

Kategorische Ablehnung lehne ich kategorisch ab! 🤪

Svartur Nott
Gast

Ich sitze nun hier bei den Ellis meiner Freundin, lese nach einem gemeinsamen längeren Spaziergang weiter Theodor Plievers „Stalingrad“, erfreue mich im Gegensatz zu den Protagonisten meines Lebens mit delikatem Essen – und bin einfach nur froh, meine Ruhe zu haben.

Weihnachten selbst gibt mir nichts, mit Religion habe ich nichts am Hut und der ganze Trubel darum nervt mich schlicht nur an. Letztlich ist es nichts weiter als eine entspannende Urlaubszeit für mich, bei der endlich mal wieder Zeit für sich und seine Mitmenschen genutzt werden kann. In diesem Sinne einen möglichst angenehmen Abend allen.

Mone vom Rabenhorst
Gast

Nachtrag.
Zu Punkt c).
Das üben wir dann noch mal bis nächstes Jahr.
Grmpf.

Carmen
Gast

Weihnachten an sich ist mir egal, aber seit ich hier wohne, geh ich gerne zur Mitternachtsmesse. Jedes Jahr ne andere Kirche. Da hoer ich schoenen Chor und Eintritt muss ich auch nicht bezahlen.

Orphi
Gast

Weihnachten ist das, was man draus macht. Wir kaufen einfach keine Spekulatius im September und auch keine Geschenke. Unser Weihnachten ist also kein „Konsumfest“. Jedenfalls nicht mehr Konsumfest als unser Leben in einem der reichsten Länder dieser Erde an anderen Tagen. Eine religiöse Bedeutung hat Weihnachten auch nicht für uns. Trotzdem ist es schön, wenn man abends mit dem Hund durch die dunklen Straßen zieht und es überall in den Vorgärten und an den Fenstern leuchtet und glitzert. In Kombination mit der Kälte – und manchmal sogar mit Schnee – werden Kindheitserinnerungen an eine mittlerweile fast komplett verstorbene Familie wach und die Welt wird am Jahresende doch nochmal etwas stiller und besinnlicher. Von Trubel ist bei uns nix zu spüren, weil wir uns dem entziehen.

Dennis
Gast

Für mich ist Weihnachten zum einen ein wichtiges Familienfest. Den christlichen Hintergrund bräuchte es dafür nicht, er lungert hat irgendwo rum, aber ernst nimmt ihn bei uns niemand. Es ist einfach ein Anlaß, an dem alle zusammenkommen, gemeinsam ein Festessen bestücken, Ruhe finden und reden, ohne dass der nächste Termin drängt. Das braucht man heute wohl mehr denn je. Die Geschenkeflut habe ich zurückzudrängen geschafft, im Wesentlichen werden nur noch die Kinder beschenkt. Statt dessen gibt es einen Umschlag, in den jeder Geld stecken kann (dass man ja sonst doch schenken müsste, ist ein Zusatzanreiz), und der Inhalt geht dann an eine Wohltätigkeits-Organisation. Das ist für mich das größte Geschenk.
Daneben ist Weihnachten für mich ein Lichterfest: der Höhepunkt der dunklen Zeit, ein Zeichen gegen den Winter und für die Hoffnung auf Wärme (ja, ich neige zur Winterdepression). In meiner Küche hänge ich jedes Jahr meinen „Glitzerbaum“ auf (zum Stellen ist kein Platz, aber ich finde es so auch schöner), einen kleinen Baldachin auf Tannenzweigen über meinem Küchentisch, mit Lichterketten und Kugeln in Glas und Silber. Er funkelt und hebt meine Stimmung meist bis in den Februar. So sieht er aus: http://www.merbach.net/tmp/glitzerbaum.jpg

Wiener Blut
Gast

Bei uns hat sich als schwarzes Paar über die Jahre folgendes herausgeschält: Besuch eines Kleinstadtweihnachtsmarktes mit frische Waffeln und geröstete Maroni essen. Anbei ist gleich eine Kirche, die 15-20 Minuten Auszeit in reinem Kerzenschein beleuchtet, Orgelkonzert in drei Teilen, und dazwischen Lesung, anbietet. Nehmen wir gern zum still durchatmen an. Dann kommen zwei Dorfweihnachtsmärkte. Auf einem bin ich Nikolaus hoho… Erziehungsauftrag quasi ;). Damit ist der Advent fast vorbei. Zuletzt folgt noch die Pleasure Dome Remember Party, als alternativer Discoabend. Weihnachten direkt haben wir sehr „entstresst“. Keine großen Geschenke, Konzertkarten, Thermengutscheine, oder so, kein oder ganz wenig Materielles. Kein Besuchs und Kochstress, besucht wird im Zweifelsfall zwischen den Jahren zwischendurch auf einen Kaffee. Heilig Abend ist der einzige Besuch um das Haus zu verlassen, die Mitternachtsmesse und fertig. Eigentlich würde für mich die Mitternachtsmesse alleine reichen als Weihnachten. Gut, wir fahren in die nächste Domstadt, der Chor kommt dann aus dem Kreuzgang singend eingezogen, Konzert mit zwei Orgeln, Krippe, Kerzen, Weihrauch, etc… also sehr kath. barock, aber Tschuldigung is halt bei mir schon als Kind angelegt…. der wird mal Pastor… muss ich von der Oma geerbt haben den Hang dazu… gut jetzt läuft er in schwarz rum ;-) ;-P. Damit ist eigentlich Weihnachten fertig. Draußen hab ich den Halloween Schädel im Kübel mit Bart und Mütze bestückt, und auf dem Futterhaus sitzt eine Krampuspuppe mit beleuchteten Augen und Rute hoho, drinnen ist schlicht, nostalgisch, natürlich, auch mit Krampus und Co. Tja, das wars dann scho.

Flederflausch
Editor

Mir persönich bedeutet Weihnachten im religiösen Sinne nichts und den Stress drumherum kann ich auch nicht verstehen. Die angenehmen Nebenerscheinungen der Feiertage genieße ich trotzdem. Die schönen Lichter überall, Glühwein auf Weihnachtsmärkten, die vielen Leckereien und ja, auch andere zu beschenken. Weil es einfach ein schöner Anlass ist anderen eine Freude zu machen – ich freue mich immer diebisch, wenn ich etwas finde, von dem ich weiß, dass der andere es mag. Abgesehen davon, tut die Zwangspause am Jahresende auch irgendwie gut – wer Stress hat ist selbst Schuld…Ih genieße es sowohl mla mit der ganzen Familie zusammen zu sein , als auch, dass es „zwischen den Jahren“ dann eine Zeit ganz für mich alleine gibt

Victor von Void
Gast

Weihnachten hatte in meiner Familie noch nie eine religiöse Komponente (eine Folge der ostdeutschen Sozialisation) und in der Familie meiner Liebsten, soweit ich das überblicke, auch nicht wirklich. Daher ist das Weihnachtsfest für uns eher ein Familienfest mit buntem Drumherum. Da geht es hauptsächlich darum, die Familien zu besuchen, da wir sie aufgrund teils erheblicher Entfernung nicht so oft sehen, uns gegenseitig eine Freude zu machen und zumindest teilweise ein wenig den Alltagsstress hinter uns zu lassen. Wir sind trotzdem immer wieder froh, wenn uns ein paar Tage in Ruhe zu Hause bleiben, ohne Verpflichtungen. Geschenke sind weniger Pflicht, als vielmehr eine Gelegenheit, jemandem eine Freude zu bereiten, deshalb fallen sie meist auch nicht groß oder zahlreich aus, sondern orientieren sich eher daran, was nützlich ist und was der Beschenkte mag, und wenn es nur eine Kleinigkeit ist (und zumindest in der Familie meiner Liebsten werden ohnehin nur noch die Kinder beschenkt). Lichter, Deko und Ähnliches sind bei uns aber stark reduziert und nach Weihnachten meist sehr schnell wieder verschwunden. Einzig ein kleiner künstlicher Weihnachtsbaum steht üblicherweise schon kurz vor Weihnachten bis zum Beginn des neuen Jahres.

Bibi Blue
Gast

Zu Beginn möchte ich erwähnen, dass ich mich am ehesten als Agnostikerin bezeichnen würde. Verschiedene Schriften wie die Bibel, aber auch Texte über den tibetischen oder den Zen-Buddhismus interessierten mich eine Zeit lang sehr. Doch sowohl in der Bibel selbst als auch in Auslegungen der Kirchen fand ich Aspekte, die zu meiner ambivalenten Haltung ihnen gegenüber geführt haben. Ich konnte ihnen auch etwas Spirituelles abgewinnen, doch ich traf auch auf misogyne und lustfeindliche Weltbilder, und der Dualismus darin erschien mir zu einfach.

In den letzten Jahren habe ich um den Jahreswechsel nichts gefeiert, weder Weihnachten noch Silvester. Mir ging sowohl das unreflektierte Massenverhalten als auch das Geböllere ziemlich auf die Nerven. Ich wollte die Zeit für mich und meine Kontemplation nutzen. Ich muss hinzufügen, dass in meiner Heimat Mazedonien die kirchlichen Feiertage nach dem Orthodoxen Kalender gefeiert werden, also zwei Wochen später als nach dem neuen. Eine Ausnahme bilden die Osterfeiertage, da sie jedes Jahr nach den Mondphasen neu berechnet werden. Diesen „alten Kalender“ nutzen anscheinend die Orthodoxen Kirchen in den Ländern, die (noch) nicht in der EU sind, nämlich auch die Serbische, Georgische, Russische, Koptische u.a. Heute ist nach diesem Kalender der zweite Weihnachtsfeiertag, in der Nacht vom 13. zum 14. Januar ist Neujahr. Meine Schwester hat Verständnis dafür, dass ich Weihnachten nicht feiern mag, doch ihrerseits bestand das Angebot, sie und meinen Schwager zu besuchen. Wir haben uns geeinigt, dass es dabei nicht um Geschenke geht, und sie feierten dieses Jahr Weihnachten nach beiden Kalendern. Zur ersten Feier wollte ich nichts Besonderes tun, zur zweiten habe ich mich aufgerafft. Meine Schwester hat zu Heiligabend das traditionelle verzierte Brot gebacken, in dem eine Münze versteckt wird. Derjenige, der das Stück mit der Münze bekommt, soll im kommenden Jahr besonderes Glück haben. Glaube und Aberglaube hin oder her, der Brauch wurde nicht nur von Menschen weitergetragen, die sich als Gläubige bezeichnen würden. Es ist außerdem wahrscheinlich, dass dieser Brauch älter ist und in einen kirchlichen Feiertag integriert wurde. Mich erinnert er jedenfalls an meine geliebten Großeltern. Sie haben beide Weltkriege erlebt, sie sind sogar noch in den letzten Zeiten des Osmanischen Reiches in Mazedonien geboren, wonach die Balkankriege folgten. Ich erlebte sie als sehr friedliche und bescheidene Menschen, habe mich bei ihnen sehr wohl gefühlt und hatte nie einen Grund, aufmüpfig zu sein. Meine Oma war religiös, ist regelmäßig in die Kirchen gegangen, hat sich an die Fastenzeiten gehalten und gebetet. Sie hat es jedoch nicht von anderen verlangt, sie nahm mich aber hin und wieder mit in die Kirche. In der Zeit des sozialistischen Staates Jugoslawien war die Kirche eine vom Staat vernachlässigte und aus gesellschaftlich-politischer Sicht verpönt. Wollte man eine politische Karriere, sollte man nicht in der Kirche gesehen werden. Die Kirchen und Kloster waren meistens stille Orte der Kontemplation, zu den Liturgien waren sie nicht so überfüllt wie heute. Seit dem Zerfall Jugoslawiens werden in vielen Teilen des ehemaligen föderativen Staates traditionelle Bräuche von den neuen Staaten auf eine seltsame Art gefördert und sogar forciert. Darauf möchte ich hier nicht näher eingehen, denn ich müsste sehr weit ausholen. Zudem geht es mir hier eher darum, was Weihnachten für mich bedeutet. Für mich intensiviert es vor allem meine Erinnerung an meine Großeltern. Meine Oma hat meine Mutter mitten im Zweiten Weltkrieg zur Welt gebracht hat und musste mit ihr als Baby zeitweilig im Unterschlupf verbringen. Nach dem Krieg hat sie ihre Mutter und ihre Schwester durch grausame Umstände verloren. Sie hatte wahrscheinlich ein Gelübde abgelegt und dafür gebetet, dass es ihren nahen und lieben Menschen gut geht. Genaues wissen wir nicht darüber, doch Einiges wies darauf hin. Sie hat sich jedenfalls ehrlich sehr darüber gefreut, dass es uns, ihren Verwandten, gut ging. Zu Heiligabend und Weihnachten versammelten wir uns bei ihr. Da Heiligabend noch in der Fastenzeit liegt, gab es traditionell dann nur pflanzliche Kost und wir Kinder bekamen jeweils eine Tüte mit Nüssen, getrockneten Feigen und Mandarinen. In der Ecke brannte Feuer im Kaminofen. Ich denke insbesondere an diesen Tagen sehr gerne an meine Großeltern und einige Bräuche wie das Brot mit der Münze ließen diesmal einige Erinnerungen in mir besonders intensiv aufflammen.

Tanzfledermaus
Gast

Liebe Bibi, vielen Dank für den interessanten und sehr persönlichen Einblick!

Kitty
Gast

Bei uns ist Weihnachten schon immer ein fröhliches und gemütliches Familienfest. Wir haben Adventskalender, schreiben Wunschzettel und dekorieren die Wohnung und den Vorgarten. Alles stilvoll und nicht zuviel. An Heiligabend trinken wir zusammen Kaffee, dann gehen mein Papa, mein Bruder und ich eine große Runde durch die Nachbarschaft spazieren, bewundern oder belästern die Vorgartendeko der Anderen und erzählen uns Geschichten von früher. Wenn wir zurück kommen, ist Bescherung und danach Abendessen. An den Feiertag gibt es meist noch ein Kaffeetrinken mit Onkel und Cousins und dieses Jahr haben wir am 2. einen Spieleabend gemacht. Am 1.oder 2. abends treffe ich mich noch mit Freunden. Sonst habe wir dann im Programmkino „Das Leben des Brian“ geguckt. Das war in Dortmund eine Tradition, wo im Kino gesungen wurde, bei der Steinigung mit Zeitungspapier geworfen und Leute verkleidet kamen. Leider ist die Konzession abgelaufen und seit 2016 wird der Film nicht mehr gezeigt. So haben wir uns einfach nur zu einem gemütlichen Essen getroffen. Ich mag die Weihnachtszeit sehr, für mich bedeutet es Familie, Wärme, Lichterketten, Kerzen, Geschenke und leckeres Essen. Bei den Geschenken geht es auch nicht um Konsumterror, sondern darum, sich etwas wünschen zu können, was man sich das Jahr über nicht mal einfach so leisten kann, wie z.B. einen schönen Mantel. Dieses Jahr habe ich eine kleine Katze bekommen, die ich mir so sehr gewünscht habe, weil meine alte Katze schon sehr krank war. Außerdem machen wir viel selbst, Papa backt seit Jahren Stollen, Mama backt Brot und Kekse, ich verschenke gerne was gehäkeltes oder gebasteltes. Ich habe zum Beispiel dieses Jahr meinen Freunden Kerzengläser mit schwarzer Spitze und Fledermäusen gebastelt und letztes Jahr habe ich meiner Mama ein Lacetuch geschenkt, an dem ich monatelang gehäkelt habe.
Da hab ich doch noch was vergessen, was mir seit ein paar Jahren zusätzlich die Vorweihnachtszeit versüßt: Es gibt in Dortmund den Lichterweihnachtsmarkt vom MPS, der über mehrere Wochen geht. Der ganze Fredenbaumpark ist wunderschön mit Fackeln und Lichterketten erleuchtet, es gibt Konzerte, Mittelalterbuden und den Falkner Achim. Da gehe ich jedes Jahr mehrmals mit Freunden hin.