Leipziger Szenedisco „Dark Flower“ gerettet – Wiedereröffnung am 6. Oktober

Es klingt wie eine Geschichte aus einem Märchenbuch für Gruftis. Als der Betreiber des „Dark Flower“ Marko Meyer Anfang Juli 2023 die Notbremse ziehen musste und die Schließung der Leipziger Szene-Discothek ankündigte, schien auch eines der letzten „Schwarzen Wohnzimmer“ für einheimische Gruftis verloren. Jetzt hat allerdings ein Stammgast für eine erstaunliche Wendung gesorgt.

Nach seiner Ankündigung, den Leipziger Szene-Club „Dark Flower“ Ende Juli schließen zu müssen, gab es einige Interessanten, die an einer Übernahme interessiert waren. Leider, so Marko Meyer gegenüber der LVZ, waren alle Gespräche nicht zielführend. So feierte der Club Ende Juli eine Abschiedsparty, als Verabschiedung von der Leipziger Club-Bühne. Auch der 46-jährige Stammgast Alexander Herbig war dabei und machte ein verwegenes Angebot.

Bei der Abschiedsparty Ende Juli sah Alexander Herbig Tränen in vielen Augen, auch er selbst hatte eine im Knopfloch. „Das darf einfach nicht zu Ende sein“, sagte er sich – im Wissen darum, dass der bisherige Betreiber Meyer in diesem Frühsommer die Schließung verkündet hatte – wegen finanzieller Schwierigkeiten. Der DJane gegenüber signalisierte Herbig, dass er sich vorstellen könne, den Club zu übernehmen. Woraufhin ihn die Frau an den Turntables fragte, wie viel er schon getrunken habe.

Eigentlich hätte er über ein Eigenheim nachgedacht, allerdings scheint ihm das „Dark Flower“ so ans Herz gewachsen zu sein, dass der die Pläne für das eigene Haus verwarf und sich entschied, das Dark Flower zu übernehmen.

2008 zog der gebürtige Karlsruher nach Leipzig, um dem Wave-Gotik-Treffen, zu dem er regelmäßig anreiste, ein Stückchen näher zu sein.

Wiedereröffnung am 6. Oktober 2023

Anfang Oktober soll die kurze Durststrecke ohne die beliebte Diskothek enden. Der Termin ist nicht zufällig gewählt, denn am Abend spielen die Sisters of Mercy im Haus Auensee. Im Club selbst gab es nur kleine Veränderungen. Ein neuer Anstrich, aktualisierte Technik, reparierte Lüftung. Auch das Thekenpersonal bleibt gleich, der ehemalige Betreiber Marko Meyer will dem neuen Chef noch ein wenig mit Rat und Tat zur Seite stehen, bevor er sich neuen Aufgaben widmet.

So bleibt der Leipziger Innenstadt zumindest ein schwarzes Herz erhalten, auch wenn Alexander Herbig ein paar musikalische Genre mehr bedienen möchte. „Im Kern bleiben wir schwarz, wollen aber auch für andere Richtungen offen sein, warum nicht beispielsweise Hillbilly oder Hardrock?

Offensichtlich ist das Dark Flower dem Clubsterben in der schwarzen Szene durch eine überraschende Wendung entgangen. Fraglich bleibt natürlich, ob sich der Club, der kurz vor der Insolvenz stand, durch einen neuen Betreiber wirtschaftlicher präsentieren kann. Am Eintrittpreis ändert sich jedenfalls nicht, der bleibt bei sechs Euro.

Wir wünschen dem Leipziger „Dark Flower“ eine aufregende Wiedergeburt und ein langes, zweites Leben! Auf der Facebook-Seite des Clubs gibt es schon mal ein kurzes Video mit dem neuen Logo zu sehen.

Das neue Logo des Dark Flower in Leipzig

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Durante
Durante(@durante)
Vor 6 Monate

Das is einfach eine sooooo unfassbar coole und sympathische Aktion!

Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Editor
Vor 6 Monate

Fraglich bleibt natürlich, ob sich der Club, der kurz vor der Insolvenz stand, durch einen neuen Betreiber wirtschaftlicher präsentieren kann.

Da kann man sagen, Glück im Unglück. Eine tolle Nachricht in diesen Zeiten und ich wünsche dem neuen Betreiber viel Erfolg auf diesen Weg.
Natürlich hängt das Überleben auch von uns Konsumenten ab, also beim nächsten Leipzig besuch unbedingt vorbei schauen. ;)

Letzte Bearbeitung Vor 6 Monate von Gruftwurm
Marquis
Marquis(@marquis)
Vor 6 Monate

Es passieren wohl noch Wunder. Schön zu erfahren!

Gruftfrosch
Gruftfrosch(@gruftfrosch)
Vor 6 Monate

Schon ein sympathisch verrückter Vogel, der Herr Herbig.

Rio
Rio (@guest_63810)
Vor 6 Monate

Der Laden ist (und war) doch nie im Leben eine Szenedisco. Da muss man sich doch nur das Programm anschauen. Metal, Rock, Mittelalter, gelegentlich einen ganz kleinen Hauch von Wave oder Synthpop reingeworfen, die zumindest historisch mal zur Szenemusik gehört haben. Aber von aktuellen Szene-Sachen seh ich da überhaupt nichts.

Die können dort natürlich gern ihre Boomer-Partys machen, warum auch nicht. Aber ein Szene-Club ist das genauso wenig wie das Amphi ein Szene-Festival ist.

Black Alice
Black Alice (@guest_63870)
Vor 6 Monate

Aus Karlsruhe ist er? Und will jetzt auch Rockmusik machen? Das erinnert an die selige Katakombe in Karlsruhe, wo er sicherlich Stammgast war. :-)

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