Ist die Schwarze Szene ein Ort, der besonders sensible Menschen anzieht? Oder ist das nur meine persönliche Wahrnehmung, die mehr über mich aussagt als über die Szene? Ich will ehrlich sein: Ich weiß es nicht. Was ich weiß, ist, dass ich nach über 35 Jahren in der Szene an einen Punkt kam, an dem ich mich selbst besser verstehen musste. Dabei bin ich auf ein Thema gestoßen, in dem ich mich so sehr wiedererkannt habe, dass ich anfing, mich zu fragen, ob es anderen hier ähnlich geht. Vielleicht liest der eine oder die andere das hier und denkt: „Das hat doch nichts mit der Szene zu tun, das ist dein Ding.“ Kann sein. Vielleicht aber auch nicht. Ich will niemandem ein Label aufdrücken – ich möchte nur erzählen, was ich herausgefunden habe, und ein paar Zusammenhänge aufzeigen, die ich für bedenkenswert halte.
Warum gerade die Schwarze Szene?
Wenn ich mich in der Szene umschaue, fällt mir etwas auf: Innerhalb der Schwarzen Szene gibt es eine recht große Anzahl von Menschen, die sich oft schon lange als Außenseiter gefühlt haben, sich oft unverstanden fühlten, mit ihrer Nachdenklichkeit und Sensibilität, wenig Sinn für Oberflächliches und Massentaugliches eher „automatisch“ am Rande standen oder sogar weggestoßen wurden.
Es wird vermutet, dass innerhalb der Bevölkerung zwischen 10% und 20% hochsensibel sind beziehungsweise in diese Richtung tendieren. Es gibt auch andere neurodivergente Typen, wo es zum Teil Überschneidungen in der Sinneswahrnehmung gibt, aber das würde hier etwas zu weit führen – Interessierte werden hierzu Informationen finden.
Ich würde mutmaßen, dass es innerhalb der Szene mehr sein könnten, weil sie schon immer eine Art Sammelbecken für eher tiefgründige, sensible Menschen war. Nicht ausschließlich, das ist klar, aber allein meine über 35-jährige Erfahrung innerhalb der Schwarzen Szene reicht aus, um für mich zu diesem Schluss zu kommen. Worauf ich hinaus will, ist das Thema Hochsensibilität.
Aber bevor ich dazu komme, was das eigentlich ist und was es mit mir zu tun hat, möchte ich kurz bei der Szene bleiben. Denn was ich hier aus meiner persönlichen Erfahrung beschreibe, steht nicht nur so im Raum – es gibt durchaus Forschung, die in eine ähnliche Richtung deutet.
Eine Langzeitstudie der University of Glasgow begleitete über 1.200 Jugendliche über mehrere Lebensjahre und kam zu dem Ergebnis, dass die Gothic-Subkultur stark gewaltfrei und tolerant ist und gerade vulnerablen jungen Menschen wertvolle soziale und emotionale Unterstützung bietet – wobei sich zeigte, dass die Mehrzahl der Betroffenen bereits vor ihrem Eintritt in die Szene mit emotionalen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Der Kulturanthropologe Markus Tauschek (Universität Freiburg) beschreibt nach umfangreicher Feldforschung, dass Goths sich über eine bewusste Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen verbinden – Fragen, die in der Leistungsgesellschaft oft keinen Raum haben. Sasha Blums Studie zu den psychologischen Merkmalen von Goths bestätigte Zuschreibungen wie überdurchschnittliche Offenheit und Kreativität und widerlegte verbreitete negative Stereotype. Dass Musik dabei eine zentrale Rolle spielt, liegt nahe: Musikpsychologen haben gezeigt, dass manche Menschen melancholische Musik nicht als belastend, sondern als emotional bereichernd erleben – verbunden mit einer erhöhten Empathiefähigkeit. Und eine australische Forscherin, selbst seit fast 40 Jahren in der Szene, beschreibt, dass ihr gerade das Gefühl der Zugehörigkeit in dieser Gemeinschaft das Selbstvertrauen gab, sich selbst zu erforschen. Eine explizite Studie zum Anteil hochsensibler Menschen in der Szene gibt es bislang nicht – aber die Überschneidungen sind auffällig.
Kein Trend, keine Krankheit
Es ist ja leider so, dass in den letzten Jahren immer wieder mal „Label“ ins öffentliche Bewusstsein gespült werden, die dann für Trends gehalten werden – weil sie eine Zeitlang vermehrt thematisiert werden, weil es eben immer mehr Erkenntnisse dazu gibt. Ein gutes Beispiel wäre AD(H)S bei Erwachsenen. Beim Thema Hochsensibilität ist es ähnlich: Es wird schnell als „Humbug“ abgetan, weil Berichte oft an der Oberfläche kratzen oder die Forschungslage noch lückenhaft ist. Mittlerweile gibt es aber immer mehr Erfahrungsberichte und Studien, die zeigen, dass es sich nicht um einen schnöden Trend handelt. Lange Rede, kurzer Sinn: Hochsensibilität gilt mittlerweile als Persönlichkeitsmerkmal – keine Krankheit – und wird dem neurodiversen Spektrum zugeordnet, weil sich in gewissen Hirnarealen eine andere Aktivität messen lässt als bei Vergleichspersonen.
Das Konzept geht auf die Psychologin Elaine N. Aron zurück, die den Begriff der „Sensory Processing Sensitivity“ geprägt hat. Ihr Modell beschreibt drei Komponenten: eine leichte Erregbarkeit durch innere und äußere Anforderungen, eine erhöhte Empfänglichkeit für ästhetische Reize und eine niedrige Wahrnehmungsschwelle für sensorische Eindrücke. Hochsensibilität ist keine klinische Diagnose und keine psychische Erkrankung, sondern ein Temperaments- und Persönlichkeitsmerkmal. Die Forschung zeigt, dass Hochsensible sowohl negative als auch positive Reize intensiver erleben – unter guten Bedingungen können sie besonders stark von einem unterstützenden Umfeld profitieren.
Wie sich Hochsensibilität anfühlt
Stellt Euch vor, dass die Filter, die bei den meisten Menschen dafür sorgen, dass nur ein Teil der Eindrücke bewusst ankommt, bei Euch einfach durchlässiger sind. Alles kommt durch – mehr Reize, mehr Details, mehr Intensität. Das muss alles verarbeitet werden, und das kostet Kraft. Wenn man nicht gegensteuert, durch Rückzug, Ruhe oder bewusste Dämpfung, führt das schneller zu Stress, Überreizung und Überlastung, als man es von sich selbst erwartet.
Sowohl belastende als auch positive Reize werden verstärkt weitergeleitet und empfunden, das können individuell auch ganz unterschiedliche Wahrnehmungen sein. Visuell (Licht, Farben), akustisch (Geräusche, Musik, Lärm), sensorisch (Berührungen, Wärme/Kälte, Schmerzen, Materialien auf Haut), olfaktorisch (Gerüche).
Auch Empfindungen wie Freude, Kummer, Ärger, Wut, Stress, Ängste, zwischenmenschliche Konflikte und Spannungen werden stärker auf- und wahrgenommen, nicht nur bei einem selbst, sondern allgemein im zwischenmenschlichen Umgang. Das kann hilfreich sein (Stichwort: Empathie), aber auch zu Problemen führen, weil hochsensible Menschen anders wahrnehmen, bewerten und nachfühlen. Die Gedanken kreisen vermehrt um das, was erlebt, gefühlt oder wahrgenommen wurde.
Das führt dazu, dass viel hinterfragt wird – sowohl die eigene Wahrnehmung und Verhalten als auch das anderer Menschen, aber auch die Unterscheidung schwer fällt. Das kostet viel Kraft, bewirkt oft (zum Teil) unnötiges Grübeln, Interpretieren, Diskutieren, und macht einem selbst und dem Umfeld das Leben nicht gerade leichter.
Andererseits gibt es auch positive Auswirkungen, dass schöne Dinge und Erlebnisse hochsensible Menschen sehr tief berühren können und ihnen viel Kraft verleihen. Hochsensible sind oft sehr fantasievoll, empfänglich für diverse leise Zwischentöne, sehr verständnisvoll und mitfühlend, sie können häufig gut planen und strukturieren.
Wie geht man damit um?
Insgesamt werden aber meist die belastenden Aspekte als stärker empfunden, weil diese im Umgang mit anderen und im Alltag häufig stärker wahrgenommen werden. Das Unverständnis, das viele hochsensible Menschen im Umgang mit anderen erfahren, führt dazu, dass sie sich vermehrt hinterfragen, für irgendwie „verkehrt“ halten, für zu empfindlich, kompliziert, anstrengend… was auch immer ihnen vorgeworfen wird und sie dann zum Teil selbst irgendwann von sich glauben, dass sie dies sind.
Dann wird häufig versucht zu verdrängen, sich anzupassen, zu funktionieren, nur nicht aufzufallen oder anzuecken… was zu inneren Kämpfen und Anspannung führt. Hochsensibilität lässt sich jedoch nicht ablegen, es ist nicht möglich sich diese Filter im Kopf anzutrainieren, sich ein dickeres Fell zuzulegen, wie es oft gefordert wird.
Was aber geht, ist sich Strategien zu erarbeiten, die einem helfen, mit Situationen umzugehen. Pausen, Ruhe, Ausgleich schaffen, sich Zeit nehmen zur Verarbeitung. Positive Dinge wie Hobbys und angenehme Kontakte pflegen. Grenzen setzen lernen, für Aufklärung im Umfeld sorgen (wo nötig), sich auf die Stärken konzentrieren.
Sich möglichst Ventile zu schaffen, zum Beispiel im kreativen Bereich (Malen, Texten…) im Herauslassen (Sport, Tanzen, Singen…), Sich-Erden (Natur, Achtsamkeit…).
Was auch wichtig ist: sich mit Gleichgesinnten umgeben und austauschen, die einen verstehen. Das Wissen: es gibt andere, denen es ebenso geht, hilft ungemein!
Abtauchen – Auftauchen – Luft schöpfen
Dass ich das alles so klar benennen kann, ist noch nicht lange so. Lange habe ich mir selbst nicht erklären können, warum ich so funktioniere, wie ich funktioniere – warum mich Dinge treffen, die andere scheinbar kalt lassen, warum ich nach einem Wochenende voller Menschen tagelang Ruhe brauche, warum mich bestimmte Situationen so viel mehr kosten als andere. Es brauchte erst eine Krise, um mich damit wirklich auseinanderzusetzen.
Einige von Euch wird meine Ankündigung im Herbst letzten Jahres verwundert haben, Spontis nach etwa 10 Jahren aktiver Beteiligung den Rücken zu kehren.
Das letzte Jahr war für mich aus vielerlei Gründen nicht leicht und ich kam an einen Punkt, wo ich nicht mehr weiter konnte und Abstand brauchte (auch zur Szene), vieles aufarbeiten und verstehen lernen musste, wofür ich mir dann auch Hilfe gesucht habe. Inzwischen verstehe ich besser, warum das alles so gekommen ist, und ich habe einige interessante Dinge gelernt und erfahren, die vermutlich nicht nur mich selbst betreffen, sondern hier auch für andere ein Thema sein könnten.
Was mich betrifft
Mir selbst half die Erkenntnis, als hochsensibel eingeordnet zu sein, einiges zu verstehen und anders zu bewerten – was mich selbst und meine Mitmenschen betrifft. Plötzlich ergab vieles einen Sinn: Warum mein Leben oft kompliziert ist, warum ich schon als Kind gemobbter Außenseiter war, ich manchmal anders ticke als mein Umfeld, Missverständnisse auftreten, obwohl mir eine hohe Empathie nachgesagt wird. Warum ich Emotionen und Empfindungen anderer spüre, als wären es meine, sogar über Probleme anderer grüble. Mein Gerechtigkeitsempfinden ist sehr ausgeprägt und ich reagiere oft so heftig auf Rücksichtslosigkeit, dass ich nicht anders kann, als den Mund auf zu machen.
Auch wenn ich nun besser darin bin, meine Grenzen zu erkennen und auch mal Grenzen zu setzen, fällt es mir immer noch nicht leicht, Erwartungen nicht zu erfüllen. Ich brauche Zeit, Eindrücke zu verarbeiten, sacken zu lassen, möchte mich einer Sache ganz widmen können. Zeit für mich zum Verarbeiten, Erholen, Erden. Wichtig ist mir dabei sowohl viel Zeit für mich allein als auch der Austausch mit Gleichgesinnten und der „safe space“ unter ihnen, um mich weniger hinterfragen zu müssen.
Freunde, Haustiere, Natur und Hobbys sind meine Kraftquellen, ebenso Musik – die fühle ich besonders stark und verspüre sehr schnell den Drang, intensiv zu tanzen. Beim Tanzen vergesse ich alles um mich herum, gerate in einen „flow“, weshalb Störungen jeglicher Art regelrecht katastrophal für mich sind und ich heftig reagiere.
Szene bleibt safe space?
Den größten Teil meines Lebens – seit meinem 15. Lebensjahr, nun bin ich Anfang 50 – war die Schwarze Szene für mich überwiegend etwas, wo ich mich wohl fühlte, wo ich viele Menschen getroffen habe, die mir zum Teil immer noch nahestehen und mit denen ich wunderbaren Austausch, aber auch viel Spaß hatte und habe. Diese Zusammengehörigkeit und der „Rote Faden“, den ich durch die Szene im Leben spürte, haben mich in vielen Lebensphasen begleitet und zum Teil auch gestützt.
Besonders in den letzten Jahren beobachte ich jedoch leider auch innerhalb der Szene vermehrt unschöne Entwicklungen, die einen Trend der Gesellschaft spiegeln: Gedankenlosigkeit, Rücksichtslosigkeit und Egoismus. Ob es das Verhalten auf der Tanzfläche ist (Reindrängeln/Querlatschen) oder bei Konzerten (lautes Dauer-Quatschen), sexuelle und tätliche Übergriffe oder Ignoranz (Rauchverbot). Aber auch respektloser Umgang, vor allem im Internet. Kontakte verlagern sich zunehmend in soziale Medien.
Das führt dazu, dass ich mich innerhalb der Szene nicht mehr so heimisch und wohl fühle, wobei hier immer noch die größte Schnittmenge für mich herrscht im Vergleich. Dunkle Musik ist für mich weiterhin Kernthema, Tanzen ein wichtiges Ventil und mein Kleidungsstil ist nunmal eindeutig „eingeschliffen“ – ich steck in dieser Haut. Auch sind die meisten meiner engen Freunde Goths. Fest steht aber, dass ich bei Festivals, also auch dem WGT, pausieren werde, weil es für mich einfach zu anstrengend ist, zu viel Input auf Dauer. Ich genieße es nicht mehr richtig. Die Zeit nutze ich dann lieber für andere Dinge, die mir Freude machen, und für kleine einzelne Veranstaltungen, wo ich nicht zu schnell „übersättigt“ und gestresst bin.
Vielleicht finden sich ein paar von Euch in manchen Punkten wieder. Vielleicht auch nicht – und das ist völlig in Ordnung. Mir ging es nicht darum, der Szene eine Diagnose zu stellen, sondern darum, eine Frage aufzuwerfen, die ich für wichtig halte: Was macht die Schwarze Szene eigentlich zu dem besonderen Ort, der sie für viele von uns ist? Und was passiert, wenn wir nicht darauf achten, das zu bewahren?
Denn wenn es stimmt, dass sich hier überdurchschnittlich viele sensible, nachdenkliche und tiefgründige Menschen versammeln – und vieles deutet darauf hin –, dann hat das Konsequenzen. Dann ist der respektvolle Umgang miteinander nicht nur eine Frage der Höflichkeit, sondern das Fundament dessen, was diese Szene zusammenhält. Dann ist jede Rücksichtslosigkeit auf der Tanzfläche, jeder Übergriff, jedes gedankenlose Verhalten nicht nur ärgerlich, sondern ein Riss in genau dem Schutzraum, den viele von uns nirgendwo anders finden.
Passt auf diesen Ort auf. Ich glaube, er ist für mehr Menschen wichtig, als wir ahnen.
Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal und keine klinische Diagnose. Die Schwarze Szene ist kein Sammelbecken für psychische Erkrankungen – sie ist ein Raum, in dem Eigenschaften wie emotionale Tiefe, Nachdenklichkeit und Sensibilität nicht als Makel gelten, sondern als Teil des gemeinsamen Selbstverständnisses. Wer das Gefühl hat, unter seiner Sensibilität zu leiden, oder vermutet, dass andere Ursachen (z. B. Depression, Angststörung, AD(H)S) eine Rolle spielen könnten, sollte professionelle Unterstützung suchen.



Mein Goth, das ist so wunderschön geschrieben…
Vielen herzlichen Dank, werte Tanzfledemaus, für die Platzierung dieses auch für mich ganz besonderen Themas!
Vielen lieben Dank, bin ganz gerührt…!
Ich muss mich bei dir
Tanzfledermaus bedanken. Du hast so vieles geschrieben, was auch auf mich zutrifft. Gerade die letzten ca. 10 Jahre habe ich über mich selbst soviel gelernt, wie nie zuvor. Vorher konnte ich das nie so richtig in Worte fassen, jetzt umso mehr. Ein Beispiel dazu. Es gibt Leute, die sehr häufig auf Konzerte und Partys gehen. Ich persönlich brauche das garnicht so oft. Ich kann so lange von einem Konzert zehren, weil es mich, wenn es wirklich gut ist, flasht und mich lange Zeit in Anspruch nimmt. Aber eben auch viele negative Dinge kommen bei mir doppelt oder dreifach an, so dass ich manchmal Schwierigkeiten habe, dass alles so zu ordnen, dass mein Kopf nicht explodiert. Gerade aber, weil „normal fühlende“ Menschen oft garnicht wissen, wie man Dinge aufnimmt, habe ich mich auch zunehmend zurückgezogen. Ich habe eine Freundin, die ebenso hochsensibel ist und der Austausch ist eine echte Bereicherung für mich.
Eigentlich wollte ich garnicht soviel schreiben, sondern nur Danke sagen, dass du das mal näher beleuchtet hast. :)
Vielen Dank, ich freue mich sehr, dass dich mein Artikel so sehr angesprochen hat und du dich darin wiedergefunden hast.
Ich hab ja gehofft, dass ich damit auch anderen aus der Seele spreche bzw. schreibe und der Austausch bzw. die Beschäftigung mit dem Thema auch anderen hilft. Entweder, sich selbst besser zu verstehen oder aber auch im Umgang mit anderen.
Was ich gern von dir wissen würde… empfindest du Hochsensibilität als Gabe (es gibt Fachleute, die es so nennen)/Bereicherung oder als Last.
Ich persönlich empfinde es eher als Last, weil es mich doch mehr einschränkt und hemmt, als dass ich positives daraus ziehen könnte.
Gute Frage…. mal so mal so, würde ich sagen. Es hat wirklich beide Seiten und ich spüre beide sehr intensiv und häufig, aber es gibt Phasen, wo eins überwiegt. Es hängt auch wirklich sehr damit zusammen, was mich gerade beschäftigt und was ich erlebe. Zum Glück habe ich auch einige Ressoucen, die mich z.T. auffangen können – aber es funktioniert auch nicht immer. Letztes Jahr war ich an so einem Punkt, gesundheitliche, berufliche und persönliche Krisen kamen zusammen, das war zu viel, da gab es zuwenig in der positiven Waagschale, um das zu wuppen.
Negativ sind natürlich Missverständnisse, Konflikte, Grübeleien und dass ich schneller erschöpft und innerlich „voll“ bin – was andere oft nicht verstehen.
Sich dann irgendwie dafür rechtfertigen zu müssen, ist anstrengend und lästig. Außerdem nervt es mich dann selbst, wenn ich nicht so viel aushalte,
mir Situationen und Veranstaltungen auch schnell zu viel werden, obwohl ich sie kurz zuvor noch genießen konnte… wenn es also plötzlich kippt.
Dann kann man ja nicht immer sofort seinem Drang nachgeben, sich zurück zu ziehen – entweder Umstände lassen es nicht zu oder man enttäuscht andere.
Und diese Neigung zum Grübeln, Nicht-Abschalten-Können, raubt eine Menge Energie und oft auch Schlaf. Manchmal finde ich Ventile dafür, indem ich es aufschreibe (als Brief/Gedicht/Text), oder heraus tanze, so dass sie aus dem Kopf heraus kommen.
Sehr positiv empfinde ich meine Begeisterungsfähigkeit und die Fähigkeit, mich von vollem Herzen über etwas zu freuen, selbst über manch Kleinigkeiten. Da steck ich auch ziemlich oft andere mit an.
Ich geh auch sehr in Hobbys auf, genieße schöne Momente mit lieben Menschen und vor allem Musik sehr, das macht auch viel Negatives wieder wett. Und ich bekomme von anderen auch oft positive Rückmeldungen, dass ich mitdenke, gut zuhören kann, empatisch bin.
Es gibt im Zwischenmenschlichen auch viel Verbundenheit und Tiefe mit denen, die mich verstehen und akzeptieren.
Es ist vielleicht eine Frage des Typs, was man stärker wahrnimmt und an sich heranlässt… und welche Situationen und Erfahrungen man macht.
Wenn das Umfeld überwiegend Verständnis hat bzw. Akzeptanz zeigt, eckt man weniger an und fühlt sich weniger „anders“ und unverstanden.
Hat man hingegen vor allem erlebt, dass das Umfeld irritiert bis negativ reagiert, führt zu mehr eigenem Hinterfragen und Unglücklichsein,
dem Versuch sich anzupassen – und zu einem Negieren bis Verbiegen der eigenen Persönlichkeit. Dass das auf Dauer schadet, wundert nicht,
auch dass Rückzug dann oft als bestes Mittel der Wahl erscheint.
Und wenn einem gleich mehrere „Päckchen“ übergeholfen wurden, kann es auch dazu führen, dass es sich so anfühlt, als wäre alles nur schrecklich, vor allem wenn zugleich Positives als Gegengewicht fehlt.
Vielleicht ist es auch nicht die Frage, welche Seite stärker in einem selbst vorhanden ist, sondern die, wie man versucht, damit umzugehen. Ob man dazu neigt, zu verzagen oder zu kämpfen, sich für resignierten Rückzug oder den Kampf für Verständnis und Akzeptanz zu entscheiden… Rückzug ist leichter, aber dann gibt es womöglich auch keine Verbesserung der Situation. Wenn man versucht, sein Umfeld zu gestalten, durch Aufklärung, Bitte um Akzeptanz und auch Aufzeigen von Grenzen, aber auch Selbstfürsorge betreibt (ganz wichtig), kann man es so wenden, dass es leichter wird und auch die positiven Seiten wieder stärker durch kommen.
Interessanterweise gab es vor sehr lange Zeit, ist bestimmt 25-30 Jahre her, ein Gespräch mit meiner Mutter (die auch sehr feinfühlig und empatisch war).
Ich hatte ihr ein paar mich belastende Dinge erzählt, und sie meinte daraufhin: „Du und ich, wir sind sehr intensiv fühlende Menschen.
Wir empfinden Schlimmes stärker als andere – sind aber ebenso in der Lage, uns dafür auch viel intensiver zu freuen, intensiver zu leben.“
Warum ich das damals nicht stärker verinnerlicht habe, weiß ich nicht (mehr)… Ich hab erst vor kurzem angefangen, mich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen, weil immer mehr darauf hingedeutet hat, dass ich hochsensibel bin.
(Ich hab jetzt neben der professionellen Hilfe auch einige Bücher zu Rate gezogen, um das alles für mich selbst besser zu verstehen, anzunehmen und damit umzugehen. Die kann ich ggf. auf Anfrage per PN nennen, es liegt mir aber fern, hier irgendeine Form von Werbung zu machen.)
Liebe Tanzfledermaus,
vieles – sehr vieles – von dem, was Du im Artikel und Deinen Antworten schreibst, kenne ich genau so.
Bei mir verbindet sich die – allerdings rein emotionale, da unterscheiden wir uns – Hochsensibilität ebenfalls mit zu viel Empathie.
Für mich ist es eher Fluch als Segen. Im Alltag kann ich mich meist gut abschirmen, aber in persönlichen Beziehungen zum Menschen, die ich gut kenne, wird es zu einem echten Problem. Sie – oder vielmehr: ihre emotionalen und kognitiven Spiegel – existieren in mir.
Das ist harmonisch im Gespräch mit ihnen, wenn ich teilweise schon absurd synchron zu ihnen denke und ihre Gedanken ausspreche. Aber es hat auch diese Schattenseite, dass auch ihre Emotionen voll durchschlagen.
Nein, das ist keine Gedankenübertragung oder dergleichen. Es ist ein Modell dieser Personen in mir, das ihre realen Gefühle registriert, aufnimmt und annimmt.
Und dies ohne einen Schutzschild zu spüren, ist manchmal überwältigend. Beziehungen werden dadurch nicht leichter.
Meine eigenen Emotionen sind schon herausfordernd genug. Mit denen habe ich einigermaßen umzugehen gelernt – ich bin kognitiv dissoziativ. Als wäre es dafür gedacht… etwas, was nicht minder schwer zu vermitteln ist, wie es Hypersensibilität und Empathie sind.
Aber manchmal wird es einfach zu viel.
Dann ist es, als flöge eine Sicherung heraus. Dann habe ich einige Tage völliger Ruhe vor allem. Als ich noch nicht verstanden habe, was das ist, war es beängstigend, vorübergehend jegliche Gefühle zu verlieren. Heute weiß ich, dass es – emotionale Dissoziation – eine Überlastungsreaktion ist.
Bin ich damit in der schwarzen Szene besser aufgehoben?
Ich muss leider sagen… Nein. So fühlt es sich nicht an.
Hat es noch nie, auch nicht vor 30 Jahren.
Bis zu den oberflächlichen Stichwörtern – Empathie, Sensibilität, neuerdings auch Neurodiversität – reicht die Toleranz noch.
Aber es ist mir inzwischen etwas zu oft passiert, dass ich jeden kleinen Einblick, den ich in meine Welt gewähre, hinterher bitter bereue.
Gerade gegenüber Einzelnen, die es selbst nicht kennen – sich aber gerne als Experten sehen.
Puh, das klingt sehr heftig und auch traurig… Vor allem deine schlimmen Erfahrungen, wenn du dich (den falschen) anvertraut hast.
Ja, wenn es zu viel wird, streikt irgendwann auch der Körper und erzwingt Ruhe. Das kenne ich auch, wenn auch in anderer Form. Bei mir ist entweder der Kopf wie Watte oder Nebel oder ich fühle mich, als hätte mein innerer Akku eine plötzliche totale Entladung und die Kraft ist völlig aus Armen und Beinen raus. Jede Bewegung ist dann enorm anstrengend.
Ganz so krass übertragen sich Emotionen anderer zwar nicht auf mich, aber ich merke trotzdem, dass mich Leid anderer sehr auslaugt und beschäftigt, ich zerbreche mir dann den Kopf, um für andere Lösungen aus ihrer Not, ihrem Kummer, zu finden und wenn das nicht gelingt, macht dies zusätzlich traurig. Ich kann mich da nicht wirklich abgrenzen.
Auch wenn ich im Umkehrschluss ebenso intensiv mitfühle, wenn jemand etwas positives erlebt hat, so hallt Belastendes stärker und länger nach. Und das ist dann etwas, was mich auch sehr beansprucht.
Das passiert mir nicht nur bei nahestehenden Menschen, auch bei anderen und zum Teil sogar wenn ich Filme schaue oder Bücher lese. Ich kann manche Szenen mit körperlicher oder psychischer Gewalt nicht sehen oder lesen (erst recht keine Splatter Filme) , weil mich das zu sehr mitnimmt. Auch schlimme Nachrichten (inzwischen vermeide ich es so gut es geht, Nachrichten zu schauen und lese sie lieber, eher dosiert, dann bleib ich wenigstens von den bildlichen Eindrücken verschont).
Es ist wichtig, zu lernen, nicht erst den Crash wahrzunehmen, sondern schon die ersten subtilen Anzeichen vorher. Eigentlich gibt es die immer, aber man traut sich oft nicht, sie ernst zu nehmen, es wird ja meist auch erwartet, zu funktionieren, stark zu sein usw. Aber wenn man sich immer wieder übergeht, anstatt sich dann raus zu nehmen und für Ausgleich zu sorgen, kommt irgendwann der Punkt, wo es kippt. Das können dann kleine Anlässe sein, die alles überlaufen lassen. Dann fragt sich das Umfeld, warum man auf Kleinigkeiten so dermaßen heftig reagiert. Dass das innere Maß schon viel länger am Limit war, hat keiner gemerkt, oft nichtmal man selbst. Hier kann man versuchen, anzusetzen, sich selbst wieder früher zu spüren, bevor es zu viel wird, und gegen zu steuern. Das geht nur, wenn man lernt, eigene Grenzen zu erkennen und zuzulassen. Und letztlich auch dem Umfeld zu vermitteln. Das geht nicht von jetzt auf gleich, manchmal braucht es auch Hilfe von außen.
(Ich kann hier keine echte Beratung liefern, nur das, was ich selbst aus professioneller Hilfe und dem, was ich gelesen habe, herausziehe, aber ich versuche, so gut ich kann, ein paar Hilfestellungen zu geben.)
Diese physiologischen Auswirkungen kenne ich ebenfalls. Sogar die „Watte“. Die ist etwas völlig anderes als das „Abschalten“. Sie dämpft zwar auch die Emotionen, wirkt aber – wenn wir da vom selben sprechen – auch sensorisch.
Ich habe aber noch nicht herausgefunden, was genau sie bei mir auslöst.
Die Erschöpfung ist mir auch vertraut, mit Armen und Beinen wie Blei.
Auch, dass sich nicht nur die unangenehmen Emotionen übertragen. Es gilt gleichermaßen für Glück und Wut.
Nur leider greift da anscheinend bei mir ein zweischneidiges Persönlichkeitsmerkmal. Ich könnte sagen, ich ziehe bestimmte Menschen an – aber es ist wohl eher das Gegenteil. Ich fühle mich besonders von Menschen angezogen, die bestimmte Arten von seelischen Verletzungen aufweisen. Instinktiv. Zweischneidig deshalb, weil ich für sie einiges richtig zu machen scheine – es aber auf meine Kosten geht und ich mich so wenig Glück, dafür aber viel Traurigkeit aussetze. Rational betrachtet so mit das dümmste, was ich tun kann.
Jetzt, wo ich die emotionale Dissonanz – das ist tatsächlich eine Art Crash – zumindest in ihren Grundzügen verstanden habe, erscheint sie oberflächlich wie eine Erleichterung. Aber das ist sie nicht… nicht wirklich. Mit dem Verständnis ist zwar die Beklemmung und Besorgnis weg, aber sie ist nun durch die Versuchung ersetzt worden.
Da ist nun ein Zustand, der sich ganz sicher auch absichtlich herbeiführen ließe und der Erleichterung verspricht.
Aber der Gedanke erinnert viel zu sehr an die Mechanismen von Betäubungsmitteln – einschließlich des Suchtpotenzials.
Mir ist allzu bewusst, dass es als regelmäßiger oder gar Dauerzustand ernsthaft gefährlich werden kann. Und dann wäre die Grenze in den pathologischen Bereich überschritten.
Inakzeptabel.
Frühwarnzeichen erkenne ich inzwischen. Nur wie ich diesen Crash dann abwende – statt ihn sogar zu beschleunigen – muss ich noch herausfinden.
Ein Baustein für den Alltag kommt aus dem Verständnis, was im Körper überhaupt abläuft, wenn da verschiedenfarbige Sturmfluten durch Kopf und Körper rauschen. Es ist nicht alles nur Kopf – es sind auch Hormone, die sich nicht schnell genug abbauen und Überhand nehmen.
Um es kurz zu machen: Sport hilft, und das sehr direkt.
Es gibt in anderen Phasen auch andere Möglichkeiten, aber da wird es vielleicht zu individuell, um da etwas pauschales vorzuschlagen – ich habe für mich verschiedenes gefunden.
Ich kann mir gut vorstellen, dass ein geeignetes Umfeld auch helfen könnte. Entweder, wenn die Antennen dort selbst fein genug sind oder wenn es auf die Bitte um Unterstützung entsprechend reagiert. Aber wie das dann konkret aussehen kann, ist für mich leider reine Theorie.
Ja, es wäre wohl – wieder theoretisch – möglich, dass externe Unterstützung durch Dritte mit entsprechender Qualifikation langfristig wirkt.
Vorausgesetzt, besagtes Umfeld wäre überhaupt bereit und fähig, das zuzulassen.
„Ich fühle mich besonders von Menschen angezogen, die bestimmte Arten von seelischen Verletzungen aufweisen.“
Das kenne ich auch nur zu gut… krass, da haben wir einiges gemeinsam.
Bei mir ist Tanzen, was ja auch Sport ist, ein Ventil, das gut hilft – für alle extremen Emotionen. Auch Spaziergänge/Wandern in der Natur sind hilfreich, aber nicht für extreme Situationen…
Ja, das liebe Umfeld… seufz… bei mir ist es aktuell die Arbeit, wo ich sehr darum kämpfe, akzeptiert und verstanden zu werden. Familie ist bis auf eine Person nicht mehr vorhanden und der Freundeskreis besteht zum Glück aus wirklich lieben, verständnisvollen Menschen.
(muss jetzt leider für heute Feierabend machen)
Für mich ist die kognitive Dissoziation ein Schlüssel, um damit umzugehen, und das gleich auf mehrere Arten.
Dadurch bleibe ich handlungsfähig, wenn die Gefühle durch die Decke gehen.
Es ermöglicht es mir auch, eine Außenperspektive auf mich selbst einzunehmen. Zu verstehen, was in mir abläuft und gezielt gegenzusteuern.
Damit einher geht aber auch ein Persönlichkeitsmerkmal, durch das ich es auch nicht einfach hinnehmen kann.
Es wird jetzt etwas viel – und es berührt auch das Problem, mit Pseudowissenschaften umzugehen. Das alleine bietet Inhalte für einen ganzen Artikel.
Unterm Strich bleibt, dass meine Werkzeuge für den Ausgleich sehr unterschiedlich sind und an verschiedenen Stellen ansetzen.
Mit „Tanzen“ hast Du in meinen Augen ein besonders gutes Ventil gefunden, das mehr als nur „Sport“ abdeckt. Um dasselbe zu erreichen, brauche ich mehrere meiner Werkzeuge.
Mit den extremen Situationen und dass der Waldspaziergang da nicht hilft, berührst Du etwas, was ich auch so erlebe – und wofür ich auch eine Erklärung gefunden habe. Diese Erklärungen sind aber vielleicht auch nur für mich so ausschlaggebend. Manchmal reicht zu wissen, was in welcher Situation funktioniert und was nicht.
Ja, ich denke, wir sind uns da in vielem sehr ähnlich. In wichtigen Teilbereichen aber auch wieder nicht. Aus einer bestimmten Richtung sieht beides wie ein Kreis aus – und hat auch alle seine Eigenschaften. Aber dreht man es etwas, ist das eine eine Kugel und das andere ein Zylinder.
Für mich bestimmt dieser Unterschied meinen Umgang mit mir selbst und auch die Interaktion mit dem Umfeld. Das Resultat klingt widersprüchlich, aber eigentlich ist es das nicht. Nicht wirklich.
Ein hypersensibler Empath kann in bestimmten Ausprägungen kalt wirken – und es mitunter auch tatsächlich sein.
Vor etwa 2 Jahren ist mir zum ersten Mal der Begriff des „Maskings“ untergekommen. Der beschreibt vieles ganz gut – aber die Erklärungen dazu bekommen eine schon sehr andere Bedeutung, wenn man selbst drin steckt.
Kreis für die, die es als Unbeteiligte lesen.
Kugel für einen, der es kennt.
Kegel für einen anderen. Oder Querschnitt durch ein Segment eines Torus.
Eigentlich charakterisiert das hier ganz gut mein Erleben und die gleichzeitige Übersetzung in Abstraktion – und illustriert gleichzeitig, warum und wie ich selbst und praktisch jedes meiner Umfelder in einem Spannungsfeld existiert.
Es steckt auch eine gewisse Ironie darin, dass die Maske – oder die Seite, die am sichtbarsten ist – die des unerträglichen Klugscheißers ist, der alles unnötig verkompliziert.
Puh, hier wird es jetzt etwas komplizierter für mich, mich da rein zu denken… Es beschreibt natürlich deine eigenen Erfahrungen und Empfindungen und Umgang mit der Situation.
Was letztlich zählt, ist dass man für sich selbst einen Weg findet, mit dem man (einigermaßen) zurecht kommt, so wie jeder Hochsensible individuell ist, so unterschiedlich ist auch das jeweilige Umfeld und daraus ergeben sich dann Konflikte oder Lösungen…
Auch ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich erst einmal für deinen Artikel zu bedanken. Ich finde du sprichst in dieser Art Essay einen Punkt an, der auch innerhalb der Szene viel zu oft als Beleidigung oder Klischee empfunden und abgetan wird: Subkulturen (hier sehe ich die Schwarze Szene ausdrücklich nicht als Einzelfall an) ziehen oft Personen an, die sich in der Mainstreamwelt nicht verstanden fühlen. Und ja: Dazu zählen auch oft neurodiverse Menschen.
Ich persönlich würde das ganze aber ein wenig breiter fassen. Ein schöner Satz den ich hierzu einst mal aufgeschnappt habe lautete: „In der Szene sammeln sich oft Menschen, die auf die ein oder andere Weise vom Leben enttäuscht wurden.“ – Ich finde dies umfasst einfach besser den Kern des ganzen, ohne dabei einem zu romantisierten, oder einseitigen Blick zu verfallen.
Denn womit ich mich trotz aller Zustimmungen inzwischen eher schwer tue ist in unserem Szenezusammenhang die Verwendung des Begriffes Save Space und das nicht allein aufgrund von gesellschaftlichen Veränderungen innerhalb der letzten Jahre. Hier muss ich noch nicht einmal bei offensichtlichen Störfaktoren wie sexuellen Übergriffen, oder besoffenem Partyvolk beginnen, sondern kann mich auf den Bereich derer beschränken, von denen man annehmen sollte, sie müssten es doch besser wissen.
Denn selbst wenn wir jetzt nur mal gedanklich sämtliche neurotypischen Szenegänger zur Veranschaulichung ausklammern, so haben wir es immer noch mit einem Spektrum an Neurodiversitäten zu tun und Spektren haben nun mal die Eigenschaft, dass die sich darin bewegenden Personen eben keine homogene Masse sind. Individuelle Eigenschaften und Bedürfnisse können sich darin teils sogar diametral gegenüber stehen und völlig neue Konflikte produzieren. Selbst innerhalb einer einzigen Teilgruppe dieses Spektrums. In meinem beruflichen Umfeld habe ich daher ziemlich schnell den Merksatz „Kennst du einen Autisten, dann kennst du EINEN Autisten.“ gelernt, doch wenn ich ehrlich sein muss so trifft dies meiner Ansicht nach auch auf so ziemlich jede andere Ausprägung neurodiverser Formen zu, von Dynamiken die entstehen können sobald unterschiedliche Formen aufeinander prallen ganz zu schweigen.
Mein Fazit lautet daher: Subkulturen sind keine stabilen Schutzräume und waren es auch nie. Sie sind viel mehr Gemeinschaften mit eigenen Regeln, die bestimmte Menschen eher anziehen – und genauso eigene Konflikte produzieren wie woanders auch.
Vielen Dank für diesen wundervollen Artikel!
Ich habe mich zwischen den Zeilen sehr wiedergefunden. Ich bin auch hochsensibel, spreche aber nicht oft darüber, weil ich damit schon oft negative Erfahrungen gemacht habe. So mir wurde z.B. von kleinauf von Verwandten gesagt, ich wäre zu sensibel, solle mich mal nicht so haben & wurde regelmäßig dafür kritisiert, dass ich mich bei sozialen Events wie eben z.B. Familienfeiern relativ schnell zurückgezogen habe. Dass mir die vielen Menschen & Reize einfach zu viel waren, wollte niemand verstehen.
Inzwischen habe ich zum Glück ein soziales Umfeld, das Verständnis dafür hat bzw. in dem Neurodiversität auch einfach sehr präsent ist & dadurch gegenseitige Verständnis & Rücksichtnahme herrschen.
Ich denke, was die Szene betrifft ist es ähnlich. Wir umgeben uns mit Menschen, die uns verstehen & bei denen wir uns wohl fühlen. Und die Schwarze Szene war ja schon immer ein Sammelbecken für Gleichgesinnte. Ich denke, dass hier einfach die Offenheit der Szene, das gemeinsame „Anderssein“, aber auch die Möglichkeit, innerhalb der Szene seine Art Menschen zu finden, zusammenkommen. Denn auch wenn nicht jeder hier z.B. selbst hochsensibel ist, haben wahrscheinlich viele von uns die Offenheit, sich damit auseinanderzusetzen & selbstverständlicher Rücksicht darauf zu nehmen, weil wir es gewohnt sind, andere Lebensrealitäten als die eigenen zuzulassen & aufeinander einzugehen. Und auch wenn wir Gemeinsamkeiten haben, ist ja nicht jede Person (auch innerhalb der Szene) jemand, mit dem man sich zwingend verstehen muss. Aber ich glaube, die Chance, hier Menschen zu finden, auf die das zutrifft, ist ziemlich hoch & mit denen, auf die es nicht zutrifft, ist meistens trotzdem einfach ein höflicher Umgang miteinander möglich.
Vielen Dank für Euren Zuspruch!
Unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen, aber auch Gemeinsamkeiten finde ich interessant. Es war auch meine Intention, einen konstruktiven Austausch zu erreichen mit anderen, die ähnlich empfinden oder aber auch offen für das Thema generell sind.
Ich denke, dass man es auf jeden Fall so stehen lassen kann, dass in der Szene eine Gemeinschaft gesucht und z.T. auch gefunden wird, die mehr Annahme und Offenheit bietet, also in dem Sinne doch eine Art (erhoffter) Schutzraum ist für Menschen, die etwas mit sich tragen, das in der Mainstream-Welt oft keinen rechten Platz hat – ob Erfahrungen oder Persönlichkeitsmerkmale.
Liebe Tanzfledermaus, danke für Deinen schön geschriebenen Beitrag, den ich aus mehreren Gründen wichtig finde. Zum einen verstehe ich jetzt besser, warum Du Ruhe und Abstand – auch von Spontis – brauchtest. Ich hatte ja damals die Hoffnung geäußert, Dein Weg möge sich als Rundweg entpuppen und Dich wieder hier vorbei führen – nun, ganz unbegründet war diese Hoffnung ja dann wohl nicht.
Zum anderen ist es wichtig für uns alle zu begreifen, um wieviel ärmer unsere Welt und erst recht unsere Szene ohne all die hochsensiblen Menschen wäre, die hier so viel kreativen Input mitbringen. Deswegen finde ich auch den Appell am Ende des Textes enorm wichtig: Selbst wenn wir nicht zu den Hochsensiblen zählen, ist es in unser aller Interesse, diesen Schutzraum zu bewahren, denn nur durch Menschen, die sich außerhalb des Durchschnittes bewegen kann am Ende wahre Kunst entstehen. Und ohne die würde die Szene für alle arm und belanglos werden.
Lieben Dank, liebe Maren :-)
Ich denke auch dass Hochsensibilität in der Szene vermutlich häufiger anzutreffen ist als in der Gesamtgesellschaft (wie vermutlich auch einige andere Eigenschaften die dazu geeignet sind einen auf die eine oder andere Art, sei es freiwillig oder unfreiwillig, zum „Außenseiter“ zu machen – manche davon waren hier auf Spontis ja auch schon Thema)… bin selbst aber nicht „betroffen“. Weshalb ich auch inhaltlich hier gar nicht viel zu deinem Artikel sagen kann (außer dass er toll geschrieben ist und erkennbar viel Mühe darin steckt!), aber eines will ich dennoch loswerden:
Es gehört finde ich auch Mut dazu einen derart persönlichen Blog-Artikel zu verfassen.
Und dies geschah hier ja auch noch in der Intention Menschen die ähnlich empfinden, aber womöglich noch damit hadern, die noch kein „Wort“ für diese „Sache“ haben… zu helfen (sich selbst eventuell ein klein wenig besser zu verstehen).
Deshalb liebe Tanzfledermaus: Meinen höchsten Respekt.
Vielen lieben Dank! Ja, ich hatte auch überlegt, ob ich so einen persönlichen Artikel schreibe – aber es war mir tatsächlich ein wichtiges Anliegen, das Thema zum einen zugänglich zu machen und zum anderen den Austausch zu suchen, weil ich sicher war, hier ein paar Menschen damit „abholen“ zu können. Auch gibt es bei Spontis ja auch einige gute Diskussionen und Austausch zu diversen Themen, so dass ich es hier gut aufgehoben finde.
Einfach nur sachlich darüber zu schreiben, wäre zum einen nicht mein Stil (wäre mir irgendwie zu distanziert) und zum anderen helfen persönliche Beispiele besser, zu verstehen, wie sich das äußert und anfühlt. Für viele Nicht-Betroffene sind Hochsensible ja auch nicht immer einfach zu verstehen oder „händeln“.
Außerdem hatte meine angekündigte Spontis-Pause auch bei einigen Lesern Fragezeichen aufgeworfen. Und nun ist zugleich auch klar, warum man mich beim WGT und Spontis-Treffen auch nicht antreffen wird. Ich hätte einige liebe Leute sehr gerne dort wieder getroffen, aber der äußere Rahmen ist mir einfach zu viel.
Vielleicht komme ich irgendwann mal wieder nur am Pfingstmontag nach Leipzig zum Treffen, das wäre eher machbar. Aber aktuell nutze ich die wenigen freien Tage, die ich beruflich außerhalb der Sommerferien habe, für andere Aktivitäten.
Liebe Tanzfledermaus,
es ist schon sehr berührend diesen Text zu lesen und ich finde den Einblick, den du gibst, wirklich eindrücklich! Ich habe jetzt erstmal alles sacken lassen, bevor ich mich dazu äußere.
An mir kann ich wohl nur in einzelnen Aspekten meiner Persönlichkeit ein Übermaß an Sensibilität feststellen, es reicht dennoch, um mir die Belastungen einigermaßen vorzustellen. Und die schönen Aspekte!
„Irgendwanns“ Kommentar hat nochmal zusätzlich verdeutlicht, wie schnell es passieren kann, jemanden falsch einzuschätzen, nur weil die Person sich quasi eine schützende Maske aufgezogen hat (Masking).
Ich habe schon den Eindruck, dass sich in der Szene viele feinfühlige Menschen finden lassen, sodass man annehmen könnte, dass sich hier auch ein geschützter Raum auftut.
Wir sollten vielleicht alle daran arbeiten, dass es so ist. Und immer mal wieder den Blick hinter scheinbar schwierige Fassaden zu werfen versuchen.
Klar treffen hier in der Szene unterschiedliche Charaktere aufeinander, die so wie überall einander auf die Palme bringen können. Aber, großes ABER, gerade hier sollte man einfach mal öfter überlegen, was hinter der vielleicht so nervigen Fassade wirklich abgeht. Muss man ja nicht immer gut finden oder verstehen, aber man kann es respektieren.
Lieben Dank für dein Lob und auch die zutreffenden Gedankenanstöße!
Deinem Kommentar kann ich nur beipflichten. Auch wenn nicht zu unrecht festgestellt wurde, dass die Idee der Szene als Schutzraum vielleicht eine Idealvorstellung ist, so liegt es doch an jedem Einzelnen von uns, auf dieses Ideal hinzuarbeiten. Für mich persönlich ist es ohnehin keine Option, sich mit Ist-Zuständen zufrieden zu geben. Klingt vielleicht nach naiver Weltverbesserei, aber meine Erfahrung ist, es lohnt sich auch nur für zwei Zentimeter Verbesserung von irgendetwas zu ringen. (Sonst könnte ich meinen Job gar nicht machen). Und ja, Deinen Appell, sich immer mal wieder fragen was hinter der Fassade von Menschen steckt, die man als nervig empfindet, muss ich mir auch zu Herzen nehmen.
Hallo Tanzfledermaus,
ein wichtiges Thema und ein toller Text.
Danke dafür!
Vermutlich bin ich kein hochsensibler Mensch.
Allerdings hatte ich in meinem Leben das Glück,
Menschen kennengelernt zu haben, die ich als
sehr sensibel bezeichnen würde.
Den Kontakt mit diesen Menschen habe ich als sehr
bereichernd empfunden. Denn mit diesen Menschen
konnte man sich über alle möglichen Themen tiefgründig
und erkenntnisfördernd unterhalten.
Doch es gibt natürlich auch eine Schattenseite:
Dass sehr sensible Menschen ein besonderes
Problem damit haben, sich gegenüber anderen
Menschen abzugrenzen, hast Du ja in Deinem
Text thematisiert.
Zudem: Nach meinem Eindruck sind sehr sensible
Menschen besonders stark der Gefahr ausgesetzt,
dass sie von egozentrischen Menschen ausgenutzt
werden.
Kürzlich habe ich einen Sinnspruch gelesen,
der meines Erachtens für sehr sensible
Menschen eine Schutzfunktion gegen
Egozentriker entfalten kann:
„Eine Wahrheit, die weh tut, wir aber begreifen müssen:
Wenn Du Grenzen setzt, verlierst Du keine Freunde, Familie
oder Liebe. Du wirst Menschen los, die Dir Energie rauben,
egoistisch und manipulativ sind. Die von dieser nicht
gesetzten Grenze in ihrem Sinne profitiert haben.“
Klar, man kann natürlich sagen, das ist nichts weiter als
ein unterkomplexer Kalenderspruch. Gleichwohl finde
ich, dass der Spruch ziemlich gut die Gefahrenlage
zusammenfasst, die droht, wenn sensible Menschen
Egozentrikern begegnen.
Am Ende Deines Artikels schreibst Du:
„Passt auf diesen Ort auf. Ich glaube, er ist für mehr Menschen wichtig,
als wir ahnen.“
Ein sehr guter Appell. Genauso sehe ich das auch.
Schön, dass Du wieder bei Spontis dabei bist.
Grüße von Stefan
Herzlichen Dank, Stefan!
Du hast eine tatsächlich vorhandene Gefahr beleuchtet, die ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann. Und der zitierte Spruch trifft absolut zu.
So schmerzhaft solche Erfahrungen sind, sie bringen wahre Freunde ans Licht und sieben diejenigen aus, die es nicht wert sind, ihnen nachzutrauern…
Bezugnehmend auf den von dir zitierten Spruch, denke ich nicht, dass das ein Phänomen ist, welches vorallem hochsensible Menschen trifft!
Egoismus ist in meinen Augen ein allgemeines Problem unserer Gesellschaft!
Man wird da Draußen genug andere finden, die sich nicht als hochsensibel sehen bzw. es nicht sind und dennoch schon ausgenutzt worden sind. Denn es wird immer denen passieren, die einfach nur menschlich in ihren Werten sind. Die Empathie und Herz haben. Hilfsbereit ect. sind.
Und das sind keine Merkmale, die ausschließlich hochsensible Menschen ausmachen.
Ich tu mich, allgemein sowieso schwer damit, wenn man bestimmte Eigenschaften und Merkmale immer einzelnen Menschengruppen zuschreiben möchte.
Ich habe Stefans Beitrag so verstanden, dass er für Hochsensible hier aufgrund ihrer verstärkten Empathie eine besondere Gefährdung sieht, nicht dass er sie für die einzigen hält denen dies passieren kann oder es gar anderen mitfühlenden Menschen abspricht, dass sie ebenfalls solche Erfahrungen machen können…
Das Zitat ist ja ganz allgemein und auch allgemein gültig.
Hochsensible sind auch keine „besonderen/besseren“ Menschen, nur anders. Und sie haben in manchen Punkten mehr Risiken und Belastungen, weil sie sich stärker hinein hängen. Weder erhöht sie das noch wertet dies andere „normal sensible“ Menschen ab.
Wenn ich Stefan in irgendeiner Weise falsch verstanden habe, dann kann er mich es ja wissen lassen. Für mich klang es so, als wäre es vorrangig ein Problem hochsensibler Menschen…
Hallo Graveyardqueen,
danke für Deinen Kommentar.
Tatsächlich sehe ich es so: Sehr sensible Menschen
haben ein höheres Risiko von Egozentrikern ausgenutzt
zu werden als andere Menschen.
Dies ist meine persönliche Meinung.
Und für diese Meinung sind meine subjektiven
Wahrnehmungen die Grundlage.
Ob sich die These „Sehr sensible Menschen
haben ein höheres Risiko von Egozentrikern ausgenutzt
zu werden als andere Menschen“ durch wissenschaftliche
Studien beweisen lässt, weiß ich nicht.
Zur Erläuterung weise ich auch gerne auf den Kommentar von
Tanzfledermaus hin: Sie hat meine Wortmeldung richtig verstanden.
Grüße von Stefan
Ähm, ich muss dir ein kleines bisschen widersprechen. Es gibt durchaus das Phänomen, dass sich Narzissten (in meinen Augen die schlimmste Form des Egoismus, der Egomanie und der Egozentrik) ganz bewusst hochsensible Menschen suchen, um sich an ihnen auszuleben. Dabei werden teilweise aber auch die Bedürfnisse eines hochsensiblen Menschen befriedigt, was schlußendlich aber eher in einem zerstörerischen Mechanismus endet. Ich hatte mal einen Beitrag einer Mentorin und Coachin für hochsensible Menschen gelesen, in der das ganz gut beschrieben war. Natürlich beschränkt sich das nicht ausschließlich darauf, dass nur hochsensible Menschen an Egoisten geraten. Aber Menschen ohne dem Persönlichkeitsmerkmal können sich wohl besser gegen Egozentriker und dergleichen zur Wehr setzen, ohne dass es in einem zerstörerischen Strudel endet. Ich würde sogar behaupten, dass mir im Leben mehr als genug Menschen über den Weg gelaufen sind, die ausschließlich nur an ihr Weiterkommen und ihr Wohl gedacht haben, als an das der Anderen.
Aber ja! Dass der Egoismus zunimmt und jeder nur noch an sich denkt, ist natürlich ein allgemeines Problem… eher wohl eines hochindustriellen Wohlstandslandes, als eines armen Landes, wo die Leute, die wenig haben immer noch denen etwas abgeben, die noch weniger haben. Manchmal sind Menschen kaum noch von Robotern zu unterscheiden, gerade was Emotionalität und Empathie betrifft.
Vorsicht, bitte nichts durcheinander bringen! Ich habe nicht in Frage gestellt, ob Narzissten sich hochsensible Menschen raus suchen. Der Kern meiner Aussage war, dass es nicht nur bei sensiblen Menschen passiert, dass sie ausgenutzt werden! Ein Mensch, der von klein auf nicht gelernt hat wie man „nein“ sagt, läuft genauso Gefahr benutzt zu werden. 😉🙂
Sehr guter Beitrag und ich hab die Diagnose Borderline und weiß das viele in der Szene diese Diagnose haben aber auch Depressionen oder ADHS und PTBS. Es ist auf jeden Fall so das ich von mir sagen kann die Szene war der Erste Ort wo ich nicht ausgegrenzt wurde. Ich war überwältigt von der Freundlickeit der Leute. Ok das waren die 90er aber auch heute treffe ich immer wieder auf Menschen die einfach keine Vorurteile zu haben scheinen und einen nehmen wie Mensch ist.Das heute einiges anders ist, nun ja jeder will heute anders sein und kommt in die Szene ohne etwas darüber zu wissen was Gothic ausmacht. Dann noch die Faschos die sich schon viel zu lange in der Szene breit machen und defenitiv die schlechten Dinge einschleppen. Und ja heute neue Leute kennenlernen ist zumindest im Internet fast unmöglich geworden. Sehr viele wollen kein persönliches kennenlernen sondern likes bei FB. Ich denke das die Szene sehr offen ist was psychisches anders sein betrifft. Es ist ein Austausch ohne Vorurteile, echtes Interesse auch Empathie genannt am Gegenüber und das gibt es schon noch.
Um es vorsichtig zu sagen, finde ich es nicht gut, ein Persönlichkeitsmerkmal mit psychischen Störungen gleich zu setzen bzw. da eine Verbindung her zu stellen.
Tut mir leid, das sagen zu müssen, aber ich habe einige nicht so schöne Erfahrungen mit psychisch angeschlagenen Menschen gemacht und meine These, dass die Szene ein Sammelbecken solcher Menschen ist, hat sich immer wieder bestätigt. Deswegen versuche ich einen großen Bogen um solche Menschen zu machen. Das geht nicht gegen dich, sondern das ist meine Einstellung, die sich über Jahrzehnte entwickelt hat. Mich als hochsensiblen Menschen hat das sehr oft ziemlich runtergezogen, gerade bei sehr unausgeglichenen Menschen.