Musikperlen – Meine tanzende Ikone in „Mad World“ (Tauchgang #04)

The Sister of Mercy – Adrenochrome

Die Väter des Gothic-Rock mit einer Bandharmonie wie eine Sinuskurve gehört sicherlich zu den einflussreicheren Bands der 80er Jahre. Der sehr eigene Stil aus dem düsteren Gesang von Andrew Eldritch und der größtenteils gelungenen Mischung aus Gothic, Rock und New Wave zeichnen sich meiner Meinung nach Verantwortlich für den großen Erfolg, den die Band Mitte der 80er Jahre feierte. Der Bandname The Sisters of Mercy ist eine Anlehnung an Leonard Cohens gleichnamigen Song und steht im englischen ebenso für eine umgangssprachliche Ausdrucksform für Prostituierte und hat weniger mit dem Orden der barmherzigen Schwester zu tun. Sie distanzieren sich heute von der Gothic Bewegung, deren Zugehörigkeit ihnen von Journalisten angeheftet worden ist. Klingt plausibel, schließlich sprach zu dieser Zeit noch niemand von Gothic. Nachdem sich die Band einige male trennte, um gleich wieder eine Reunion zu feiern, sind sie seit 1996 wieder zusammen und treten auf. Erstaunlicherweise immer noch mit den alten Stücken, denn seit 1993 (!)  ist kein offizielles Album mehr erschienen. So wirken die alternden Schwestern heute wie Aufziehmännchen und werden wohl nie wieder an alte Erfolge anknüpfen. Aus besseren Zeiten habe ich das grandiose Stück Adrenochrome herausgesucht.

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New Model Army – Vagabonds

Machen wir einen kleinen Abstecher in die Indie-Ecke und treffen dort auch gleich die bekannteste Independent Band Europas, die New Model Army. Die haben jetzt nichts mit militärisch angehauchten Tarnfleckenfetischisten zu tun, sondern gelten als strenge Kriegsgegner die sich während des Falklandkrieges durch entsprechenden Einsatz einen Namen machten. Der Name New Model Army entstand durch die gleichnamige republikanische Revolutionsarmee Oliver Cromwells, die 1645 erstmals von sich reden machte. Die mittlerweile seit 29 Jahren existierende Band aus England blickt auf eine sehr aktive Live-Karriere zurück, kein Indie-Festival ohne die schon Mitte/Ende der 80er als Headliner geführte Band, der 1986 mit dem Song 51st State der große Durchbruch gelang.  Die Band überzeugt durch kraftvolle Stücke mit kräftigem Gitarrensound, das mit dem Spiel der Violine so prima harmoniert. Die Folk-Einflüsse haben meiner Meinung nach den Stil der Band in eine sehr angenehme Richtung entwickelt, ein eindrucksvolles Beispiel ist das 1989 erschienene Vagabonds (Landstreicher). Großartig.

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Tears for Fears – Mad World

Oft kopiert, nie erreicht. Das fällt mir spontan zu diesem Stück ein, denn obwohl Gary Jules mit seinem Akustischen Cover 2003 die Charts stürmte, ist Mad World ein absoluter New Wave Klassiker. Obwohl der Bandname Tears for Fears auf dem Buch des amerikanischen Psychotherapeuten Arthur Janov beruht und viele Texte auf seinen Themen beruhen, ist davon in den Stücken nicht viel zu spüren. 1981 gründeten Roland Orzabal und Curt Smith die Band, die für einiges Aufsehen in der New Wave Szene sorgten. Vielen zu populär orientiert feierte die Band dennoch große Charterfolge und konnte 1984 mit Shout in den meisten Top 10 der Welt punkten. 1990 trennte sich die Band wieder, konnte aber bis dahin einige tolle Alben veröffentlichen. Zu dem Stück Mad World habe ich eine ganz besondere Beziehung, den die im Video gezeigten Tanzschritte (2:22) hatte ich als 9-jährigen voll drauf und auch heute noch erwische ich mich dabei bei dem Stück auf der Tanzfläche mit den Armen zu fuchteln.

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Robert Forst
Wizard of Goth – sanft, diplomatisch, optimistisch! Der perfekte Moderator. Außerdem großer “Depeche Mode”-Fan und überzeugter Pikes-Träger. Beschäftigt sich eigentlich mit allen Facetten der schwarzen Szene, mögen sie auch noch so absurd erscheinen. Er interessiert sich für allen Formen von Jugend- und Subkultur. Heiße Eisen sind seine Leidenschaft und als Ideen-Finder hat er immer neue Sachen im Kopf.

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stoffel
stoffel (@guest_2888)
Vor 12 Jahre

Robert mein Held … ich weiss nicht wie lange ich nach Vagabonds gesucht habe … ich kannte das Lied, fand es geil, nur wusste ich nicht mehr von wem es war. Danke Dir :)

Zu Mad World … Geschmacksache aber die Version von Michael Andrews & Gary Jules gefällt mir besser als das Original ;)

stoffel
stoffel (@guest_2889)
Vor 12 Jahre

Hab die 2:22 gerade hinter mir und stelle mir Dein Geschriebenes gerade bildlich vor *bigsmile* … solltes es in diesem Leben mal zu einem realen Treffen kommen, hoffe Dich überreden zu können … *dumdidum*

Stephan
Stephan (@guest_2892)
Vor 12 Jahre

Jau, bei Tears for Fears werd ich gerne zum Popper *grins*

Mysti
Mysti (@guest_2897)
Vor 12 Jahre

Robert, dir ist doch mit deinen Beiträgen klar, dass du unseren Itunes-Umsatz ankurbelst? *g*

beetFreeQ
beetFreeQ (@guest_2898)
Vor 12 Jahre

Eine sehr schöne Auswahl ist das! New Model Army sind mir seitdem ich sie letztes Jahr auf der Kieler Woche live gesehen hab, auch sehr ans Herz gewachsen. Vagabonds ist ein absoluter Klassiker. Die beiden anderen genannten Songs aber auch!

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