Spiegel TV 1990 – Rechtsradikale in der DDR

Zu einer Reportage über Rechtsradikale im jungen wiedervereinigte Deutschland, die ich beim Kraftfuttermischwerk gefunden habe, sind mit spontan ein paar Gedanken aufgestiegen, die ich gerne aufschreiben möchte:

Wir sind das Volk! Das moralisch und politische geladene Volk der DDR wehrt sich, solidarisiert sich, protestiert, marschiert – am 9. November 1989 fällt die Mauer. Das Ende der Kontrolle und der Unterdrückung entlädt sich wie ein Gewitter, das Wort Nachholbedarf bekommt eine besondere Bedeutung. Jugendszenen aus Ost und West vereinigen sich wieder, die aussterbende Gothic-Bewegung erhält völlig neue Impulse und unglaublich viel Energie, die neue Freiheit sorgt für das Intensive verlangen sich zu individualisieren.

Doch wo Licht ist, das ist auch Schatten, denn das politische Vakuum Anfang der 90er sorgt für eine neue politische Orientierung vieler junger Menschen. Auch faschistisches Gedankengut trifft auf fruchtbaren Boden, die Ablehnung ausländischer Vertragsarbeitnehmer 1 entlädt sich in aufgestauter Wut und blankem Hass. Jedem ist der Ort Hoyerswerda ein Begriff, an dem es 1991 zu massiven Ausschreitungen gekommen ist. Am 20. April 1990, dem Geburtstag von Adolf Hitler treffen unzählige Rechtsradikale am Alexanderplatz auf eine völlig überforderte Staatsmacht.

Eine Spiegel-TV Reportage fasst zusammen, was sich Anfang 1990 im Osten der Bundesrepublik abspielt. Westdeutsche rechtsradikale rekrutieren mit Leichtigkeit unzählige junge Leute, die auf der Suche nach Struktur und Ordnung in ihrem Leben falsche Ideologien Glauben schenken.

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Man sollte meinen, 20 Jahre sollten reichen um Wissen zur Einsicht zu machen, aber ein Blick in den Westen zeigt, das offensichtlich auch 60 Jahre nicht reichen. Das einzige was man gelernt hat ist, die eigene Naivität zu kontrollieren und offensichtliche äußerliche Merkmale zu ändern. Wie viele Jahre sind noch notwendig bis der Nährboden nicht mehr fruchtbar ist? Wird ihre Zahl kleiner, oder werden die anderen unsichtbarer? Müssen wir wieder bis zur Fußball-WM warten um stolz zu sein aus Deutschland zu kommen? Am 20. April 2010 werden wir sehen, wer immer noch die alten Lügen der rechten Szene glaubt.

Einzelnachweise

  1. So nannte man Gastarbeiter in der DDR, 1989 arbeiteten etwa 94.000 sogenannte Vertragsarbeitnehmer in DDR-Betrieben, im Gegensatz zum Westen hat man hier aber nie versucht die Gäste zu integrieren[]
Robert Forst
Wizard of Goth – sanft, diplomatisch, optimistisch! Der perfekte Moderator. Außerdem großer “Depeche Mode”-Fan und überzeugter Pikes-Träger. Beschäftigt sich eigentlich mit allen Facetten der schwarzen Szene, mögen sie auch noch so absurd erscheinen. Er interessiert sich für allen Formen von Jugend- und Subkultur. Heiße Eisen sind seine Leidenschaft und als Ideen-Finder hat er immer neue Sachen im Kopf.
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