20 Juni

Rückblick: Spontis Family Treffen auf dem WGT 2017

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Spontis Treffen 2017 - Ein RueckblickSicherheitshalber hatte ich mir gleich zwei Wecker gestellt, denn nach einem durchtanzten Pfingstsonntag auf der Shockwave-Party im Werk II erschien mir die Gefahr viel zu hoch, das eigene Treffen zu verschlafen. Doch vor lauter Aufregung habe ich gar keinen davon gebraucht, denn bereits um 11:00 habe ich in unserer WGT-WG Kaffee aufgesetzt und den Ofen für die Aufback-Brötchen vorgeheizt und Süßigkeiten gegessen, natürlich nur um die Nerven zu beruhigen. Mit einer Hand immer am Smartphone, um Wetter-Radar, Regenwahrscheinlichkeit und Temperatur zu prüfen – als wenn ich etwas daran ändern könnte, wenn es nun doch regnen würde! Im Grunde genommen bin ich nicht zu gebrauchen, in so einer Spontis-Treffen-Vorfreude-Phase. Lampenfieber könnte man das nennen, denn als Mainstream-Misanthrop sind mir Menschenaufläufe eigentlich ein Graus, glücklicherweise treffe ich den Strom hier nicht und deshalb wird aus dem Graus besagtes Lampenfieber. Werde ich wieder nur Unsinn erzählen? Werde ich jeden Besucher begrüßen können? Reichen Buttons und Magazine?

Um es gleich vorweg zu nehmen, die Buttons haben nicht gereicht. Alle 130 Button sind weg. Unglaublich. Natürlich ist das auf der einen Seite ein wenig schade, dass nicht jeder Besucher einen Button mit nach Hause nehmen konnte, auf der anderen Seite ist es ganz wunderbar, denn bedeutet es doch, dass über 130 Leute da gewesen sind! Glücklicherweise hat meine Orphi dafür gesorgt, dass sich Paare ein Spontis-Magazin geteilt haben, so dass alle Besucher an ein Magazin gekommen sind. Im übrigen ist es meiner Ehefrau und Sabrina zu verdanken, dass es überhaupt zu einem Magazin gekommen ist, denn während sich Orphi um den Inhalt gekümmert hat, wurde das Heft von Sabrina gestaltet und für den Druck vorbereitet. 

Sonderzug nach Leipzig

Seid ihr eigentlich verrückt? Wo kommt ihr nur alle her? Ich glaube, ihr könnt Euch vorstellen, dass das alles ein bisschen viel für mich war und ich mit Sicherheit nicht jedem der Anwesenden die Aufmerksamkeit schenken konnte, die ihm gebührte. Ich weiß nicht, vielleicht sollte ich mich das nächste mal klonen. Es war aber auf jeden Fall unheimlich berührend, denn wieder einmal gab es eine spannende Mischung aus bekannten und unbekannten Gesichtern und eine unfassbare Ansammlung an Geschichten, die es zu hören und zu erzählen galt. Das Bildnis vom Bahnhof, an dem die Reisenden die Züge wechseln, ankommen, umsteigen oder abfahren, hat sich wieder einmal in der Realität abgebildet. Diesmal kam gleich ein ganzer Sonderzug auf die Wiese hinter der Moritzbastei gefahren. Gefreut habe ich mich auch über den Besuch von unserer Autorin Tanzfledermaus, die nach jahrelanger Leipzig-Abstinenz vorbeigekommen ist, um sich den Leser zu stellen und sich von mir ganz feste drücken zu lassen. Flederflausch Ines, die auf ganz wunderbare Weise immer mehr mit Spontis verschmilzt, war auch zur Stelle, um Rede und Antwort zu stehen, Bilder zu schießen und bei der Organisation des Sitzkreises zu helfen.

Es ist ein gewaltiger Sitzkreis geworden und für das nächste Jahr wurde bereits angeregt, innere Kreise zu bilden, um das Gruppenbild kompakter zu machen. Irgendwer warf auch in den Raum, eine Drohne zu besorgen, aber so ein neuzeitlicher Kram schwebt nicht über 20 Kubikmetern toupierten Haaren! Kann sich ja keine ausmalen was hätte passieren können. 

Leider braute sich über den toupierte Frisuren eine ganz andere Gefahr zusammen, denn gegen 16:45 zog sich der Himmel schlagartig zu, verdunkelte die Szene (soweit noch in Ordnung) und begann dann auch gleich, sich mit Regen zu einer sehr unangenehmen Sache auszuweiten. Zunächst klappten einige mitgebrachte Regenschirme auf, während andere Schutz unter dem nahe gelegenen Baum suchten. Als jedoch auch ein Gewitter nahte, machte sich Katharina vom Schemenkabinett begründete Sorgen um unser Wohlergehen und schrie: „Wir werden alle sterben!“ und so löste sich die Versammlung etwas unkoordiniert uns viel zu früh auf. Ich war – und bin – immer noch sehr traurig darüber, dass viele, die kommen wollten, dann logischerweise im Trockenen blieben und einige gerade erst eingetroffene Besucher so schlagartig von der einsetzenden Massenpanik ergriffen wurden (okay, ich übertreibe). Während einige versuchten, sich in der völlig überfüllten Moritzbastei niederzulassen, wollte ich nur kurz noch die letzten Utensilien zum nahe gelegenen Auto bringen und verstauen, um dann zu merken, dass meine Frau den Schlüssel mit sich trug, weil sie zuvor noch weitere Magazine aus dem Auto geholt hatte. Ein wenig nass und deutlich geknickt setzte ich mich in der Bastei dann auf zwei freie Stühle nahe der Augsburg-Connection, die zwar willig war zu kommen, dann aber völlig überhastet die Flucht ergreifen musste. (Ergänzung der Redaktion: Dabei habe ich ganz vergessen, meine Frau abzuholen, die bei Gewitter und Starkregen unter dem Baum auf mich wartete, mehrmals versuchte, mich auf dem Handy zu erreichen, an das ich nie gehe, und die schließlich auf gut Glück in die Moritzbastei stiefelte …)

Nachgedacht, Nachgebebt, Nachgeholt

Ich würde gerne so viel mehr Zeit mit Euch verbringen. Irgendwie kennt man sich und irgendwie kennt man sich nicht. Soziale Netzwerke verraten so viel und lassen am Leben der Anderen teilhaben (*zwinker* an Reinhard und Jenny) und dennoch fühlt man sich in solchen Augenblicken hilflos, ist man doch froh, das sonst nur aus Pixeln bestehende Gegenüber in echt zu erleben. Ich habe darüber nachgedacht, das Treffen in einer Räumlichkeit abzuhalten, wodurch aber der Charakter verloren gehen würde (wie ich finde) und darüber nachgedacht, ob man nicht außerhalb des WGTs ein Spontis-Treffen organisieren könnten, vielleicht mit Musik und Rahmenprogramm (so wie damals in Frankfurt). 

Ich habe nachgebebt. Das ist so ein Zustand zwischen Freude und Trauer, bei dem der Körper nicht weiß, mit welcher Reaktion er dem Gemütszustand gerecht werden könnte. Freude über die unglaublich vielen Besucher, über die unfassbar netten, eloquenten, introvertierten und lebensfroh-melancholischen Menschen die da waren. Trauer über die, für die ich viel zu wenig Zeit hatte, die vom Regen vertrieben wurden und über alle die, die ich nicht richtig verabschieden konnte. 

Vielen Dank an Ines „Flederflausch“ Irrelephant, Orphi Eulenforst, Mecky Messer, Lars Klaus Aßhauer, Konrad Funke, Reinhard Fülle und Bibi Blue für die vielen geschickten Bilder. Ich habe versucht eine Auswahl zu treffen und ein paar besonders schöne Exemplare herauszupicken. Eure Bilder haben ein „nachholen“ möglich gemacht und die vielen schönen Menschen, die das Spontis-Treffen 2017 besucht haben, noch einmal in Erinnerung gerufen.

8 Kommentare

  1. Ein schöner Bericht und viele viele interessante Fotos! (Ich hatte Dir auch noch einige Fotos in die Dropbox – mein Ordner – gepackt, ist vielleicht untergegangen?) Das mit dem Lampenfieber hatte ich allerdings auch, obwohl ich natürlich (zum Glück) als nicht-Organisator weniger im Mittelpunkt stand. Ich bin ja immer froh, wenn ich ein überschaubares Grüppchen um mich habe und nicht den Überblick verliere und dann nicht so recht weiß, wo hin mit mir unter soviel Menschen ;-)

    Ich fand es auch sehr schön, ein paar vom Lesen/Schreiben/Kommentieren bekannte Gesichter und Menschen mal live und in „Farbe“ (grins) zu treffen, auch wenn mich die Masse an Besuchern ein wenig überfordert hat. Leider hat der Regen dann alles so abrupt durcheinander gebracht, so dass ich einige, mit denen ich gerne noch in Kontakt getreten wäre, gar nicht mehr ansprechen konnte. Vielleicht nächstes Mal – ich würde es auch toll finden, wenn sich ein Treffen zwischendurch realisieren ließe!

  2. Das liest sich wirklich ganz wunderbar !
    Die Bilder sind tolle Momentaufnahmen von glücklichen, zufriedenen Menschen das erkennt man in den Zauberhaften Gesichtern.
    Liebe Grüsse aus der Schweiz ♡

  3. @Tanzfledermaus: Oh, tatsächlich. Die habe ich völlig übersehen! Ich werde da noch mal stöbern und die Alben nachbessern :) Wie sich ein „Zwischendurchtreffen“ realisieren lässt, weiß ich ehrlichgesagt noch nicht, schließlich sind die Leser ja über die ganze Republik verstreut, da müsste man wohl einen Ort „in der Mitte“ finden.

    @Victoria: Liebe Grüße IN die Schweiz. Glücklich und zufrieden waren wir natürlich nur „unter der Haube“, denn eigentlich wollten wir ja alle melancholisch und traurig wirken. Hat offensichtlich nicht geklappt ;)

  4. Vielen Dank für den schönen Bericht und das wundervolle Treffen am WGT.
    Ich muss gestehen, dass ich auch ein wenig nervös war vor dem Treffen, nicht aufgrund von Lampenfieber sondern weil ich privat eher sozial unbegabt bin und es mir schwer fällt Gespräche zu beginnen. Zuerst freue ich mich auf das Treffen und darauf sämtliche Leute die man nur via Internet und von Bildern kennt zu sehen, aber kurz davor fange ich an zu überlegen ob ich auch wirklich hingehen soll. Im Nachhinein freue ich mich aber dort gewesen zu sein.

    (Die Idee mit der Drohne stammt zumindest auch von mir. Auch deshalb weil ich glaube, dass die Idee an mehreren Orten aufgekommen ist.)

  5. Vielen Dank für den schönen sehr authentischen Bericht.

    Leider ist die Zeit immer zu kurz ;-) aber die schönen Erinnerungen daran , überwiegen.

    Zum Glück hat das Wetter auch wieder mitgespielt.

  6. Es ein herzliches wunderschönes Spontis treffen.

    Deine Idee Robert die Spontis treffen außerhalb des WGT abzuhalten ist wirklich eine wunderbare Vorstellung die all zu entgegenfiebern ist. :)

  7. Mir ist ähnlich wie Levi gegangen. Die Überwindung war es definitiv wert. Und ab dem Moment, ab dem ich bei euch war, ist mir kein einziges Mal der Gedanke durch den Kopf geschossen, ich wäre falsch hier.

  8. Auch ich fand es mal wieder sehr schön, und wünsche mir wie immer, ich hätte mit mehr Leuten gesprochen und für alles wäre irgendwie mehr Zeit gewesen.
    Ein Spontis-Treffen ausserhalb des WGTs fände ich ja auch absout großartig, wer weiß, vielleicht findet sich die in oder andere Idee…

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