Rückblick: Mera Luna 2009 – Tag 1, Die Anreise

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Ein ereignisreiches Wochenende auf dem Mera Luna 2009 ist zu ende gegangen. Jetzt werden wieder fleißig Fotos hochgeladen und Artikel verfasst, die einen zusammenfassenden Überblick geben wollen, der aber so gar nicht möglich ist, denn die eigene Wahrnehmung ist der erste Schritt in Richtung Subjektivität. Ich habe während des gesamten Festivals ein handschriftliches (!) Tagebuch verfasst um die Eindrücke einzufangen und ein paar Bilder geschossen um die zu visualisieren.  Rund 30 Seiten DIN A5 sind dabei herausgekommen, die ich euch nicht vorenthalten möchte und starte mit der Anreise, dem ersten Tag und mache aus den restlichen Tagen ein lesbare Geschichte mit Festivalcharakter, jawohl. Das es sich dabei um keine neutrale Analyse handelt sondern um knallharte, subjektive Eindrücke muss ich mittlerweile keinem mehr erzählen. Für alle Sucher, die jetzt enttäuscht sind, erste Bilder vom Festival gibt es schon in der Hildesheimer Zeitung, auch Anne von Black Live hat schon zusammengefasst.

Freitag 07.08.2009, 20:00 Uhr

Kennt ihr den Begriff “es zieht sich“? Man umschreibt damit die besondere Länge einer Reise und macht damit besonders auf eine lange, eintönige Strecke aufmerksam, die scheinbar nie zu ende geht. Die Autofahrt nach Hildesheim bei Hannover war also spannend, das 200km lange Stück auf der A2 zieht sich aber, vor allem dann, wenn ein Unfall einen Stau verursacht. Schön das wir vorbereitet waren, wir hatten uns Brötchen geschmiert, Obst eingepackt und ausreichend zu trinken an Bord, so das wir den neidischen Autonachbarn etwas voressen konnten.

Mein Ziel, noch vor Einbruch der Dunkelheit in Hildesheim anzukommen habe ich knapp erreicht. Die Parkmöglichkeiten auf dem ersten Parkplatz sind bereits erschöpft, so werden wir auf den weiter entfernten Parkplatz weitergeschickt. Die Fahrt durch ein Industriegebiet und einen staubigen und steinigen Feldweg endet direkt auf dem Flughafengelände, auf den Wagen abstellen kann. Erinnert mich das nächste mal daran, dass ich einen Bollerwagen mitnehmen, meine Arme brennen wie Feuer und meine Füße schmerzen schon am ersten Abend.

Das Flughafengelände ist riesig, die Landebahn ist ganz in schwarz getaucht. Ich habe kein Gefühl dafür wie viele Menschen hier gerade sind, aber die Zeltstadt wirkt wie eine kleine babylonische Stadt. Wie bei der Sendung mit der Maus versuche ich, die vielen Sprachen zu identifizieren. Norwegisch, Finnisch, Englisch, Französisch, Niederländisch konnte ich bereits ausmachen, nur die Sprache einer großen Zeltgruppe am Rand der Landebahn bleibt mir verschlossen. Achso, das ist Sächsisch, sorry.

Der Weg zum Zelt ist mit Stolperfallen gesichert, überall diese Schnüre für die Zeltbefestigung. Kann man die nicht aus reflektierendem Material fertigen? Schwarze Zeltschnüre sollten von der Genfer Konvention verboten werden, jetzt mal echt. Schön, das Appartment Nummer 316 von Mein-Zelt-steht-schon schon Einzugsfertig war, nur die obligatorischen Schokoladentäfelchen fehlten, wurden dann aber durch eigene ersetzt. Während meine Freundin die Höhle vorbereitete, habe ich weiter geschleppt, denn wir wollten ja an alles gedacht haben.

Ein kurzer Check der Sanitären Anlagen offenbart: Es gibt Keramik, also echte Toiletten, die zudem auch noch anständig unterhalten werden. Kein Vergleich zu Rock am Ring Zuständen, auch wenn einige Besucher gleich zu Beginn meckern, irgendwas ist ja immer. Auf dem Gelände verkauft Sponsor Becks direkt gegenüber der Toiletten seine 0,5l Dosen für 1€ und iniziiert damit ein Saufgelage. Jedenfalls scheint die Stimmung einiger Besucher meist jüngerer Baureihe schnell sehr überschwänglich zu werden.

Jetzt ist es 0:45. Ich bin jetzt jedenfalls hundemüde. Ein Tag packen, 4 Stunden Autofahrt und Materialschlepperei fordern ihren Tribut. Übrigens, Chilli con Carne schmeckt vom Gaskocher total authentisch nach Texas!

Mein Mera Luna Tagebuch:

Wizard of Goth – sanft, diplomatisch, optimistisch! Der perfekte Moderator. Außerdem großer “Depeche Mode”-Fan und überzeugter Pikes-Träger. Beschäftigt sich eigentlich mit allen Facetten der schwarzen Szene, mögen sie auch noch so absurd erscheinen. Er interessiert sich für allen Formen von Jugend- und Subkultur. Heiße Eisen sind seine Leidenschaft und als Ideen-Finder hat er immer neue Sachen im Kopf.

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