Doku: Auswärtsspiel – Die Toten Hosen in Ost-Berlin

Seit 40 Jahren gibt es die Toten Hosen, die als Nachfolger von ZK Anfang 1982 im Ratinger Hof in Düsseldorf gegründet wurden. Zu ihrem runden Bandjubiläum hat der SWR eine ganz besondere Geschichte ausgegraben und aus dieser eine dreiteilige Dokumentation gemacht. Es geht um ein geheimes und zutiefst illegales Konzert, das man 1983 in Ostberlin organisierte, um das sich bis heute wilde Legenden ranken.

Zugegeben. Ich gehörte damals nicht zu den Fans der Toten Hosen, sondern war eingefleischter Ärzte-Anhänger. Irgendwie gab es da zwischen den einzelnen Lagern der Fans auch eine schwelende Feindschaft, von der eigentlich niemand wusste, woher sie stammte. Angeblich gab es da ein Konzert der Hosen im Ballhaus Tiergarten, bei dem auf die Band „Die Suurbiers“ auftraten, die wiederum die Ärzte auf die Gästeliste setzten. Daraufhin soll Campino ausgerastet sein und hat Backstage einen Schrank zerstört. Es soll sogar eine Schlägerei gegeben haben. Könnte aber auch ein Gerangel gewesen sein. Daraus zauberte man jedenfalls in der Presse eine „Feindschaft“ an der sich hauptsächlich die Fans orientierten.

Allerdings hatten die Hosen Rückblickend einen Stein mehr im Brett der Legenden, auch wenn ich die Ärzte immer noch besser finde. So heißt es in der ARD Mediathek:

Bald nach ihrer Gründung vor 40 Jahren führen Die Toten Hosen die Stasi an der Nase herum. Die wilde Kombo aus dem Westen wittert die Chance, gemeinsam mit den Ost-Punks jenseits der Mauer ein Statement gegen das System zu setzen. Und so spielen die Musiker Campino, Andi, Breiti, Kuddel und Trini ein heute legendäres Geheimkonzert in einer Kirche, mitten in der damaligen DDR.

Das haben die Ärzte nicht hinbekommen, auch wenn es geplant war. Die Dokumentation erzählt diese Geschichte, interviewt die Hosen und damalige Weggefährten und besucht auch damalige Schauplätze.

Und jetzt schnell in die ARD-Mediathek und eine lohnenswerte Dokumentation anschauen.

Ein Screenshot aus der Dokumentation

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John Doe
John Doe(@arno-siess)
Vor 5 Monate

Auch wenn ich persönlich mit den Toten Hosen nie etwas anfangen konnte (und mit den Ärzten auch nur ganz am Anfang), klingt das recht spannend…
Danke für den Tipp! :-)

das H.Gen
das H.Gen(@hagen)
Vor 5 Monate

Sahni (Hans Runge) von den Ärzten war Bassist bei den Suurbiers. Die Tangobrüder waren eine Vereinigung aus Mitgliedern der Ärzte und Toten Hosen. Das alles kann man auf dem tollen Sampler: „Ein Vollrausch in Stereo: 20 schäumende Stimmungshits“ hören. Der ganze Krach wurde unteranderem von der BAVO produziert da die Ärzte keinen Bock auf den Kommerz mit der Zeitung hatten. Übrigens: Ein Pfennig pro verkaufter Stimmungshitplatte ging an einen Stimmungsmacher der ersten Stunde der sein Leben einer gnadenlosen Alkohol und Unterhaltungsindustrie opferte: Harald Juhnke. (Original Zitat auf der Sampler-Rückseite.) Als Verballhornung Campinos (Bonbonsorte) nannte sich Hans Runge, Sahnie in Anspielung auf Sahnebonbons.

Letzte Bearbeitung Vor 5 Monate von das H.Gen
Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Vor 4 Monate

Mich haben damals mehr die Hosen musikalisch fasziniert. Ich kann mich noch gut an meine erste Hosen Kassette erinnern „Ein kleines bisschen Horrorshow“. Ich war damals Anfang der 90er noch jung und habe das ganze noch nicht verstanden, aber diese Kassette habe ich gefeiert. :)
Vor ein paar Wochen habe ich die Doku B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin 1979-1989 gesehen und dort wurde auch teils von dem Auftritt in Ost-Berlin berichtet. Falls jemand die Doku aus dem Jahr 2015 nicht kennt, kann ich mit besten Gewissen empfehlen.

Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Antwort an  Robert
Vor 4 Monate

Bevor ich den obigen Kommentar hier reingekritzelt habe, schnüffelt ich über die Suchfunktion nach einem Beitrag über die Doku mit Mark Reeder. Aber tatsächlich, wie Du schon sagst, der fehlt und passt bestimmt gut hier rein. Also ich würde mich sehr über Deine Meinung freuen und lesen.

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