5 Mai

Goth-Typographie und Grufti-Logos analysiert

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Goth-Typographie und Grufti-LogosAus der Serie „Alt aber nicht veraltet“, präsentiert Karnstein von den Otranto-Archiven eine weitere Perle seines Blogs, der ja bekanntlich bei Spontis ein neues zu Hause gefunden hat. Diesmal geht es um das Design von Band-Logos einschlägiger Bands, das sich einige Fans sogar in die Haut tätowieren lassen, um eine dauerhafte Identifizierung mit ihrer Lieblings-Band einzugehen.

Eigentlich ist es ja ein klassisches Refugium von Hardrock- und Metal-Bands: Das Verwenden eines durchgestalteten Logos, das in der Regel in erster Linie den Bandnamen in einer mal mehr, mal weniger originellen graphischen Darstellung enthält – manchmal noch erweitert um einzelne Symbole, die ebenso bekannt und repräsentativ werden können.

So wird vermutlich fast jeder von uns die Logos von zum Beispiel AC/DC oder Metallica schneller erkennen als es ihm möglich wäre den Schriftzug bewusst zu lesen – auch wenn man mit dieser Art Musik gar nichts zu tun hat. Weniger einprägsam, weil mehr oder weniger fest definierten Konventionen folgend, verhält es sich da in der Black-Metal-Szene, wo Bandlogos offenbar als absichtlich unkenntlich und nur für den Eingeweihten entzifferbar entworfen werden; und mit dem Metal-Umlaut (auch: Röck Döts) hat sich sogar in kleinem Maße so etwas wie ein eigener orthographischer Faktor entwickelt. Den ganzen Artikel lesen… »


28 April

Mythos Dracula – Vlad Draculeas gesammelte Scheußlichkeiten

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Dracula - Vlad TepesObervampir Dracula geht zurück auf den historischen Vlad III Drăculea, der wegen seines legendären Blutdurstes auch Țepeș (der Pfähler) genannt wurde. Klar, weiß jeder. Doch wie genau haben seine Abscheulichkeiten denn nun eigentlich ausgesehen? Vampirkenner Karnstein, der seit ein paar Wochen zum Autorenteam bei Spontis gehört, hat diesen Artikel bereits vor einer Weile in seinem alten Blog, den Otranto-Archiven, verfasst. Nachdem dieser nun bei Spontis integriert wurde, ist es Zeit, ein paar besondere und zeitlose Perlen seiner Werke aufzupolieren, um sie neu zu veröffentlichen.

Teil I – Dracula ein Mythos zwischen Wahrheit und Fiktion

Nun, sagen wir mal: Zumindest wie seine Mitmenschen ihn wahrnahmen oder darstellten, darüber lässt sich manches sagen. Wie hoch der Wahrheitsgehalt ist, wo man politische Hetzreden dahinter vermuten mag, und wo bereits Grusel-Märchen gesponnen wurden – darüber können wir wohl nur spekulieren. In meinen Händen halte ich jedenfalls gerade eine Photokopie, den Auszug eines Textes, der ungefähr auf das Jahr 1500 zu datieren ist (das erkennt man an Schrift und Sprache), also nur wenige Jahre nach seinem Tod 1476. Die Forschung scheint den Text schlicht „Dracula“ zu nennen, und darin beschrieben findet man allerlei reichlich bizarre (und daher schon wieder lustige) Schweinereien, die allesamt unserem Vlad zugeschrieben werden, und die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Den ganzen Artikel lesen… »


30 April

Beltane – Fest des strahlenden Feuers

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Fest des strahlenden FeuersHeute feiert man das keltische Fest Beltane. Nach Imbolc und Ostara ist es das letzte und wichtigste Fest naturreligiöser Glaubensgemeinschaften. Es ist das Fest der Fruchtbarkeit und markiert den Übergang in die warmen Sommermonate. Für den Wechsel vom 30. April zum 1. Mai gibt es viele Namen, die keltische Bezeichnung ist vielleicht die ursprünglichste. Woher der Begriff letztendlich stammt, ist historisch nicht eindeutig nachzuvollziehen. „bel“ bedeutet soviel wie  „leuchtend“ oder auch „strahlend“, während „tene“ ein Begriff für das Feuer ist. Wörtlich übersetzt könnte man Beltane also Fest des strahlenden Feuers nennen. Da für die Kelten an diesem Tag die Zeit des Sommers begann, spielte der Sonnengott Belenus ebenfalls eine wichtige Rolle bei den Feierlichkeiten.

Die Kelten feierten Beltane überschwänglich. Die Menschen waren voller Hoffnung und Vorfreude auf den Sommer. Die Natur blühte bereits in ihrer vollen Pracht, die Tage des kalten Winters waren gezählt. Häuser und Ställe wurden mit frischem Grün geschmückt, überall entzündet man Feuer, um die bösen Wintergeister endgültig zu vertreiben. Für die Kelten war es das Erwachen der Erde nach einem harten Winter und sorgte auch bei den Menschen für eine weit verbreitete Aufbruchstimmung. Als Fruchtbarkeitsfest nicht nur im Zeichen der Fortpflanzung, sondern auch für Kreativität, neue Ideen und neue Beziehungen.

Die Menschen tanzten um die lodernden Feuer, die Druiden zeugten in dieser Nacht mit den Druidinnen den druidischen Nachwuchs und die Dorfjugend verliebte sich im Rausch des Mets ineinander. Die Kelten wussten, wie man Feste feiert. Den ganzen Artikel lesen… »


26 November

Mittelalter für ein Wochenende – Zwischen Fantasy und Living History

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Screenshot Jetzt mal ehrlichAuch 2014 war der „Trend“ Mittelalter ungebrochen. Nicht nur Gothics lieben die Reise in die Vergangenheit, die Besucherzahlen vieler Veranstaltungen sprechen dafür, dass die Faszination für die Vergangenheit auch die übrige Bevölkerung in ihren Bann gezogen hat. Rund 1500 Veranstaltungen in ganz Deutschland hat es im letzten Jahr gegeben, die meisten davon sind jedoch ohne historisch korrekten Charakter. Mittelaltermärkte oder Fantasyspektakel, wie das Spectaculum, haben mit dem tatsächlichen Mittelalter nichts zu tun und sind vielmehr aufwendig inszenierte Feste, die Unterhaltung und Kurzweil bieten. Seit den Fantasy-Filmen über den „Herr der Ringe“ oder Serien wie „Game of Thrones“ erleben wir einen regelrechten Ansturm auf alles, was irgendwie mittelalterlich scheint. Die dunkle Epoche zwischen Antike und Renaissance ist längst zur kommerziellen Alltagsflucht mutiert, das wird auch immer wieder von den Mitglieder der Mittelalterszene kritisiert, die sich um eine möglichst authentische Darstellung des Mittelalters bemühen. Den ganzen Artikel lesen… »


14 April

Von der Reichsmark zur Eintrittskarte – WGT 2014

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Zwanzig Reichsmark 1924

Die historische Designvorlage der WGT Eintrittskarte aus dem Jahr 1924

Am 11. November 1918 schwiegen die Waffen, der erste Weltkrieg wurde beendet. Zurück blieben 17 Millionen Tote und Zerstörung. Das deutsche Kaiserreich endet im Chaos, die Monarchie hatte sich mit der vorauszusehenden Niederlage endgültig erledigt – das Volk ist enttäuscht, verbittert und hoffnungslos. 1919 entlässt die Nationalversammlung in Weimar die Deutschen in eine parlamentarische Demokratie. Bereits zu diesem Zeitpunkt ist die deutsche Mark nur noch die Hälfte wert. Um die Staatsschulden, die der Krieg in Form von Reparationszahlungen hinterlassen hatte in den Griff zu bekommen, erhöhte man die im Umlauf befindlich Geldmenge drastisch. Der Beginn der Hyperinflation, denn mangelnde Versorgung mit Sachgütern verschärften das Problem. Im Oktober 1921 war die Mark nur noch ein Hundertstel, im Oktober 1922 nur noch ein Tausendstel wert.

In Wäschekörben trugen die Bürger ihre wertlosen Geldscheine in die Läden. 105 Milliarden Papiermark kostete ein Brot, ein Ticket für die Straßenbahn für schlappe 150 Milliarden – es war sogar billiger, sich die Wände mit den gedruckten Scheinen zu tapezieren, als die eigentliche Tapete dafür zu kaufen.  1924 dann die erlösende Währungsreform zur Reichsmark, die als „Wunder der Rentenmark“ in die Geschichte eingehen sollte.  Den ganzen Artikel lesen… »


20 März

Ostara – Göttin des aufsteigenden Lichts

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Die Göttin Ostara fliegt durch den Himmel während sie von Putten und Tieren umgeben ist. Lichtstrahlen säumen ihren Weg. Das Reich der Erde schaut hinauf und feiert ein Fest zu ihren Ehren.

Die Göttin Ostara fliegt durch den Himmel während sie von Putten und Tieren umgeben ist. Lichtstrahlen säumen ihren Weg. Das Reich der Erde schaut hinauf und feiert ein Fest zu ihren Ehren.

Nach so viel tiefschürfenden Diskussionen ist es Zeit für etwas Aufhellung. Man nennt es Frühlingsanfang, doch das dieser Tag etwas besonderes ist, wusste man schon vor sehr langer Zeit. Auch heute noch huldigen neuzeitliche Hexen und Hexer Ostara, der Göttin des aufsteigenden Lichts. Das Ostarafest aus dem Wicca-Jahreskreis wird vom 20. März bis zum 23. März gefeiert und steht für die Tagundnachtgleiche – der Tag, an dem der lichte Tag und die Nacht gleich lange dauern . Die Tage sind nun schon spürbar länger geworden und die meisten Pflanzen erwachen langsam aus ihrem Winterschlaf. Bis Ostern, so die Metereologen, könnte es noch schneien, doch Sonne und steigende Temperaturen künden jetzt schon vom unmittelbar bevorstehenden Frühling. Ostara ist das Fest für den Frühling, ein Fest der Fruchtbarkeit und ein Fest des Wachstums.

Woher der Name Ostara stammt, ist nicht wirklich geklärt, womöglich hat die Sonne im Osten zur Namensgebung beigetragen. Eine weitere Möglichkeit der Deutung ist die germanische Frühlingsgöttin Ostara, die von einem gewissen Jacob Grimm 1835 geprägt wurde. Er verweist in seiner Arbeit „Deutsche Mythologie“ auf den Mönch Beda Venerabilis, der die Herkunft des Wortes „Easter“ (Ostern) mit einer früheren germanischen Göttin namens „Eostrae“ erklärte. Grimm, ein glühender Anhänger der deutschen Romantik, war sehr interessiert an der germanischen Religion und kam in seinem Buch über die deutsche Mythologie von 1835 zu folgenden Schluss: „Ostara, Eástre mag also Gottheit des strahlenden Morgens, des aufsteigenden Lichts gewesen sein, eine freudige, heilbringende Erscheinung, deren Begriff für das Auferstehungsfest des christlichen Gottes verwandt werden konnte„, die Erfindung der Göttin „Ostara“ des frommen Mönchen Breda lehnte er als zu unwahrscheinlich ab, offensichtlich wurde die Romantik von schnöden Indizien zerschlagen.

Ganz offenkundig ist jedoch die Verbindung mit dem christlichen Osterfest, das ebenfalls im Ostara herum gefeiert wird und den einst heidnischen Brauch vermutlich im Laufe der Jahrhunderte abgelöst hat. Das heutige Osterfest bedient sich in seiner Symbolik immer noch seiner heidnischen Abstammung, so symbolisieren die Eier Fruchtbarkeit, während die Hasen für Fortpflanzung stehen. Den ganzen Artikel lesen… »


14 März

Izzie Adams – Gender? Fucked!

von Kategorie: HintergründeDiskussion: 66 Kommentare
Izzie Adams - Gender Fucked

Ich will es aggressiv, auffallend und provokativ.

Liebe Gemeinde, wir haben uns heute hier versammelt, um einmal ganz unorthodox unser Augenmerk auf das Thema der Geschlechterrollen (Gender) in der schwarzen Szene zu lenken. Mein Name ist Izzie Adams, 25 Jahre und von Beruf Mediengestalter sowie leidenschaftlicher Künstler – und ich werde heute ein umfassendes Geständnis ablegen.

Den folgenden ersten Eintrag habe ich bestimmt mindestens zehn Mal umformuliert, umstrukturiert und gedanklich definitiv viele weitere Male komplett auf dem Kopf gestellt und umgekrempelt. Wo fängt man bei einem Thema wie dem, welches ich hier ansprechen möchte, am besten an? In wie fern greift man erklärend vor, wie viel Hintergrundwissen traut man dem Leser zu?

Fragen, die mir einigen Kopfschmerz bereitet haben – bis ich mir schließlich dachte „Weißte was, Izzie? Scheiß drauf.“ Und dabei verbleibe ich, mit Verlaub, nun. Es würde zu lange dauern, alles durchgehend zu erklären und zu beschreiben. Nicht umsonst gibt es an der Universität ganze Lesungen und Kurse zu „Gender studies“.

Gender? Fuck!

Robert ließ bei unserer Diskussionsrunde zu diesem Thema kürzlich durchscheinen, dass er persönlich diesen Begriff etwas harsch und unästhetisch findet, ihn als sehr aggressiv und provokant empfindet. Damit hat er durchaus Recht, und doch muss ich ihm in einem Punkt widersprechen: Zu mir passt die seichtere Variante, Genderbend oder Genderfluid, einfach absolut nicht. Den ganzen Artikel lesen… »


17 Oktober

Amphi-Festival 2014 – Zwischen Familienfreundlichkeit und Kinderschutz

von Kategorie: HintergründeDiskussion: 47 Kommentare

Amphi 2014 - Festival ohne KinderDie Szene wird älter. Seit in den frühen 80ern die Jugendlichen auf die Idee gekommen sind, sich schwarz anzuziehen und merkwürdige Musik zu hören, ist viel passiert. Einige haben die Szene wieder verlassen, andere sind ihr bis heute treu geblieben. Mittlerweile ist sie ein Querschnitt durch die Gesellschaft und durch alle Altersschichten, aus einer Jugendkultur ist eine Subkultur geworden. Es gibt viele Grufties mit eigenen Kinder jeden Alters, die immer noch einen Lebensstil pflegen, der Festival-Besuche mit der ganzen „schwarzen“ Familie einschließt. Das Online-Magazin Gothic-Family.net erfreut sich steigender Beliebtheit und ist mittlerweile auch Partner vieler schwarzer Festivals, auf denen es auch oftmals mit einem eigenen Stand vertreten ist.

Die großen Festivals der schwarzen Szene in Köln, Gelsenkirchen, Hildesheim oder Leipzig müssen sich zwangsläufig mit Fragen des Kinder- und Jugendschutzes auseinandersetzen und Regeln formulieren, um die herrschenden Gesetzesauflagen zu erfüllen. Manche Veranstalter gehen jedoch noch einen Schritt weiter und versuchen, Kinder auch über die Bestimmungen hinaus zu schützen. So kündigte die Amphi-Festival GmbH für 2014 an, keine Kinder unter 6 Jahren mehr auf das Festivalgelände in Köln zu lassen, um diese vor den großen Belastungen durch ein solches Großereignis zu schützen. In der Pressemitteilung vom 31. Juli 2013 heißt es: „Ein Open-Air Festival ist für Kinder stets eine große physische und mentale Belastung, der man vor allem kleine Kinder nur in absoluten Ausnahmefällen aussetzen sollte. Leider häufen sich in letzter Zeit Fälle, in denen auch Kleinstkinder und Säuglinge im Kinderwagenalter auf das Festival mitgenommen werden. Viele Eltern schützen Ihre Kinder zwar mit Gehörschutz oder halten sich nur im hinteren Bereich des Geländes auf, aber leider nicht alle.

Unausweichlich finden es die Einen, denn der Nachwuchs muss geschützt werden. Sie finden das Verhalten der Eltern, die ihre Kinder ungeschützt einer solchen Beschallung ausliefern, verantwortungslos. Bevormundend, finden es die Anderen, denn die möchten sich nicht vorschreiben lassen, was gut und was schlecht für ihre Kinder ist und wie sich zu verhalten haben.  Den ganzen Artikel lesen… »


29 August

Gothic als bedrohte Lebensart? Jugendkriminalität und Subkultur

von Kategorie: HintergründeDiskussion: 8 Kommentare
Sophie Lancaster | (c) The Sophie Lancaster Foundation

Sophie Lancaster | (c) The Sophie Lancaster Foundation

Der Fall machte 2007 weltweite Schlagzeilen. Sophie Lancaster und ihr Freund Robert Maltby wurden in einem Park zusammengeschlagen, weil sie so aussahen, wie sie aussahen. Sie waren Gothics. Ohne jede Vorwarnung, so Augenzeugen, griff eine Gruppe von Jugendlichen Robert Maltby an, der durch Schläge gegen den Kopf bewusstlos zu Boden ging. Sophie, die sich schützend über ihren Freund Robert warf, wurde solange verprügelt, dass später eintreffenden Sanitäter Schwierigkeiten hatten, die Identität des Opfers festzustellen. Körper und Gesicht waren durch den Angriff völlig entstellt. Maschinen hielten das hirntote Mädchen am Leben, bis sich die Familie dazu entschied, die lebenserhaltenden Maßnahmen zu beenden. Sophie Lancaster starb am 24. August 2007.

Sophies Mutter Sylvia gründete die Sophie Lancaster Foundation um auf die Gewalt gegenüber Anhänger der schwarzen Subkultur aufmerksam zu machen, den Opfern zu helfen und um Aufklärungsarbeit zu leisten. 5 Jahre später gibt es Teilerfolg, denn die Polizei von Manchester sammelt Verbrechen gegen Subkulturen wie Gothic und Punks um diese auszuwerten und in die polizeiliche Arbeit einfließen zu lassen. Nur so ließe sich das Bewusstsein für das Problem erhöhen, denn „without a change in legislation, police in Greater Manchester can do little more than record subculture hate as an element in a crime.“ Einige Wochen später kann man bereits erste Einträge machen, doch was aus den gewonnen Erkenntnissen gemacht wird, bleibt weiterhin unklar. Für das erste reicht den Behörden offenbar die gestiegene Aufmerksamkeit als Prävention gegen weitere Gewalttaten. Den ganzen Artikel lesen… »


14 Mai

Afro Goth: Wie rassistisch ist unsere Szene?

von Kategorie: Brennpunkt, HintergründeDiskussion: 54 Kommentare
Ein ungewöhnliches Bild, doch werden "Andersartige" wirklich anders behandelt?

Ein ungewöhnliches Bild, doch werden Menschen mit anderer Hautfarbe wirklich anders behandelt?

Dieser Artikel wird ein Problem haben. Schon bevor ich überhaupt eine Zeile geschrieben habe beschäftigt mich ein Problem, dass sich so schrecklich deutsch anfühlt und dennoch eine englische Phrase verwendet: „Political Correctness“. Es geht, wie die Überschrift bereits verrät, unter anderem um den Afro-Goth, also um dunkelhäutige Mitglieder der Gothic-Szene. „Schwarze“ wäre in diesem Zusammenhang irreführend, vielleicht auch witzig oder einfach nur peinlich. Und jetzt stecke ich im Dilemma. Habe ich die richtige Bezeichnung gewählt? Was darf ich schreiben uns was nicht? Wie spricht man von dunkelhäutigen Menschen, wenn es um die Hautfarbe geht? Uns fehlt offensichtlich der lockere Umgang mit heiklen Themen. Die „Politische Korrektheit“ (wie man es im Deutschen nennen könnte) schwebt wie ein Damokles-Schwert über unseren Köpfen und droht ständig, uns bei einem verbalen Verstoß gegen eben diese nicht definierten Regeln als Rassist zu zeichnen. Halten wir fest: „Afro-Goth“ ist keine von mir gewählte Bezeichnung, sondern ein Begriff, der von den „Betroffenen“ selbst verwendet wird. Viele der von mir verwendeten Links dürfen gerne als Beleg herangezogen werden. Genug Rechtfertigungen.

Ich gebe zu, dunkelhäutige Menschen als Mitglieder der Gothic-Szene sind für mich rein optisch ungewöhnlich. Sie fallen auf, weil sie in unsere Breiten selten sind und eher als „Ausnahme“ gelten dürften. Vermutlich liegt das daran, das die Wurzeln des Gothic kalkweiß sind. Die Szene wurde irgendwann in England geboren und hat sich im Laufe der 80er Jahre erst nach Europa und später um die ganze Welt verteilt. Das damals so wenig dunkelhäutige Gothics waren, lässt sich womöglich ganz einfach erklären. Ich bin mir sogar fast sicher, dass es immer wieder welche gegeben hat, sie sind nur nicht aufgefallen, oder wurden nicht thematisiert. Minderheiten in Minderheiten sind die Stecknadeln im Heuhaufen. Mit anderen Worten: In England war der Anteil der weißen Bewohner deutlich höher als der der schwarzen Bewohner, die Anzahl der Gothic noch überschaubarer. Doch kommen wir zum Punkt. Den ganzen Artikel lesen… »