Wenn ich ehrlich bin, war mein Wissen über „Die anderen Bands“ und den musikalischen DDR-Underground bislang das eines interessierten Zaungastes: Ich kannte zwar wichtigen Eckpfeiler – Feeling B, Die Art, Die Skeptiker –, hatte Bücher gelesen und Dokus geschaut, und trotzdem blieb da immer dieses Gefühl, nur an der Oberfläche zu kratzen. Als ich im März die Bandbestätigungen für das diesjährige Wave-Gotik-Treffen durchging und zwischen The Essence und Klimt 1918 über drei Namen stolperte, die mir nichts sagten – Rosengarten, Sandow, Freunde der italienischen Oper –, wurde aus dem Kratzen ein Graben. Alle drei aus der DDR. Alle drei auf dem Programm für den Pfingstmontag. Und ich, Grufti seit den späten 80ern, hatte von keiner dieser Bands je gehört.
Nun bin ich Jahrgang 1974, im Westen aufgewachsen, und meine Jugend spielte sich in einer Welt ab, in der das schwärzeste aller Probleme darin bestand, dass der einzige alternative Schuhladen in Reichweite nie anständige Pikes in meiner Größe führte. Was zeitgleich ein paar hundert Kilometer östlich passierte – dass Jugendliche sich in Kellern trafen, um leise Musik zu hören, dass Bands vor staatlichen Kommissionen vorspielen mussten, um überhaupt auftreten zu dürfen –, das war für mich so weit weg wie der Mond. Nicht aus Desinteresse, sondern weil es schlicht nicht in meiner Welt stattfand.
Also habe ich getan, was ich immer tue: recherchiert, gelesen, nachgefragt. Und was ich gefunden habe, hat mich fasziniert. Genug, um diesen Artikel zu schreiben – auch auf die Gefahr hin, dass mir jemand, der dabei war, sagt, ich hätte nichts verstanden. Dieses Risiko gehe ich ein. Was mir als Wessi allerdings an Erfahrung fehlt, soll ein Interview mit Torsten „Peggy“ Füchsel von Rosengarten ausgleichen, das ich in ein paar Tagen nachreichen werde. Ich liefere den Rahmen, er füllt ihn mit Leben.
Die anderen Bands – eine kurze Einordnung
Um die drei Bands einzuordnen, muss man kurz über „die anderen Bands“ sprechen – jene lose Bewegung alternativer Gruppen, die sich ab Mitte der 1980er in der DDR formierte. Der Begriff fasste New-Wave-, Punk-, Indierock- und experimentelle Bands zusammen, die sich vom staatlich sanktionierten „Ostrock“ der Puhdys oder Karat radikal unterschieden. Eine Schlüsselfigur war Lutz Schramm, Redakteur beim Jugendradio DT64, der ab März 1986 in seiner Sendung „Parocktikum“ erstmals die Musik dieser Bands einem breiteren Publikum zugänglich machte – zunächst monatlich, später wöchentlich. 1988 erschien auf dem DDR-Staatslabel AMIGA der Kleeblatt-Sampler „Die anderen Bands“ mit Feeling B, Sandow, Hard Pop und WK 13, ein Jahr später folgte der Parocktikum-Sampler mit weiteren Bands, darunter Rosengarten. Der DEFA-Dokumentarfilm „flüstern & SCHREIEN“ von 1988, der über eine Million Zuschauer in die DDR-Kinos lockte, brachte Bands wie Feeling B und Sandow erstmals auf die große Leinwand. Wer möchte, kann sich den Film bei der Bundeszentrale für politische Bildung in voller Länge ansehen.
Was man dabei nicht vergessen darf: Bands brauchten in der DDR eine staatliche Spielerlaubnis, die sogenannte „Einstufung“. Wer ohne „Pappe“ auftrat, spielte illegal. Texte wurden geprüft, Bandnamen mussten genehmigt werden, und regelmäßig musste man vor einer Kommission vorspielen, um die Erlaubnis zu behalten. Dass in diesem System überhaupt Musik entstand, die nach Bauhaus, Joy Division oder Tuxedomoon klang, grenzt an ein kleines Wunder.
Sandow – Born in the G.D.R.

Sandow dürften die bekannteste der drei Bands sein. 1982 gründeten Kai-Uwe Kohlschmidt und Chris Hinze die Band als 13-Jährige im gleichnamigen Cottbuser Stadtteil. Die Anfänge waren bescheiden – Brigadefeiern, Geburtstage, LPG-Erntedankfeste. 1984 erhielten sie ihre offizielle Spielerlaubnis. Den Durchbruch brachte die Mitwirkung im Film „flüstern & SCHREIEN“ 1988, der sie quasi über Nacht in größere Hallen katapultierte. Ihr bekanntester Song „Born in the G.D.R.“ entstand im selben Jahr, eine ironische Antwort auf Bruce Springsteens Auftritt vor mehr als 160.000 Menschen in Ost-Berlin. Das Stück wurde oft als Hymne auf den Staat missverstanden – tatsächlich war es das Gegenteil.
Die zugehörige LP „Stationen einer Sucht“ war im Februar 1989 fertig produziert, konnte wegen der brisanten Inhalte aber erst nach dem Mauerfall im Februar 1990 erscheinen. Sandow verbanden frühen Wave-Rock, Post-Punk und experimentellen Avantgarde-Sound, Kohlschmidt nutzte für seinen Gesang eher einen Erzählduktus. Nach der Wende tourten sie mit Rio Reiser und den Toten Hosen, teilten sich 1991 beim Bizarre Festival die Bühne mit Iggy Pop und den Ramones, und 1995 spielte eine damals noch völlig unbekannte Band namens Rammstein als ihre Vorgruppe. 1999 lösten sich Sandow auf, gründeten sich 2005 neu und veröffentlichten 2022 mit „Kinder des Verbrechens“ ein Best-Of-Album mit Neueinspielungen, für das Bela B von den Ärzten den Gesang zu „Born in the G.D.R.“ übernahm.
Freunde der italienischen Oper – Tragödie und Komödie
Die Freunde der italienischen Oper, kurz FDIO, wurden 1987 in Dresden von Sänger Ray van Zeschau, Schlagzeuger Tom Gross und Posaunist Rainer A. Schmidt gegründet – zunächst unter dem vielsagenden Namen „Kot Mpi“. Ihren ersten Auftritt als FDIO hatten sie am 7. Oktober 1988, ausgerechnet am Tag der Republik, im Klub Südstadt in Cottbus – ohne Spielerlaubnis, also illegal. Musikalisch waren sie schwer einzuordnen: eine Mischung aus Post-Punk, Electro, Shanty und Swing-Jazz mit aggressivem bis pathetischem Tenorgesang, live kombiniert mit zum Teil verstörenden Videoprojektionen.
Regisseur Wolfgang Engel, der am Staatsschauspiel Dresden eine ambitionierte dreiabendliche Faust-Inszenierung vorbereitete, wurde auf sie aufmerksam und erkannte in Ray van Zeschaus exzessivem Bühnenauftritt den idealen Euphorion – jene Figur aus dem dritten Akt von Faust II, die als Sohn von Faust und Helena mit überschäumendem Lebensdrang auf die Bühne stürmt und sich buchstäblich zu Tode entflammt. Van Zeschau trat in der Rolle gemeinsam mit FDIO live auf, begleitet von einem eigens für die Inszenierung gedrehten 35-mm-DEFA-Film, und lieferte Abende, die das Dresdner Theaterpublikum so nicht erwartet hatte.
Am 25. März 1991 gelang FDIO dann etwas, das man als historisch bezeichnen darf: eine eigene Revue im Großen Haus des Staatsschauspiel Dresden, mit über 1.200 Besuchern – bis heute ein Rekord für das Haus, und FDIO waren damit die erste Rockband in dessen Geschichte. Es folgten Filmproduktionen, ein Antikriegsfilm und die LP „Um Thron und Liebe“, eingespielt in drei Tagen in einem Essener Kellerstudio. Die Band beschreibt sich selbst mit Worten, die prägnanter nicht sein könnten: aufgewachsen in der Diktatur, geschunden, gedemütigt, bestohlen und geknechtet – das Produkt der gleichzeitig existierenden Tragödie und Komödie. 2005 brachte Opernstar René Pape die Band für eine ARTE-Dokumentation noch einmal zusammen, 2009 folgte eine Reunion zum 20. Jubiläum des Mauerfalls. 2024 erschien das Album „Kassandras Komplex“, besetzt mit Szene-Veteranen von Think About Mutation, Mad Sin und Messer Chups.
Rosengarten – Das Reinheitsgebot von Gothic
Rosengarten sind der vielleicht überraschendste Name auf der Liste. Gegründet 1985 in Salzwedel von Torsten „Pegman“ Füchsel, Torsten Thönert und Torsten Fütterer, spielte die Band das, was man mit Fug und Recht als Gothic Punk der DDR bezeichnen kann. Im Wikipedia-Artikel zu „Die anderen Bands“ werden sie explizit als Vertreter des Gothic Punk genannt. Ihre musikalische Sozialisation lag bei Bauhaus, Joy Division, The Cure, Xmal Deutschland und den Einstürzenden Neubauten. Auch bei Rosengarten zeigt sich die Absurdität des DDR-Einstufungssystems: Der gewünschte Bandname „Rosegarden“ – ein Verweis auf den Bauhaus-Song „Rosegarden Funeral of Sores“ – wurde von der örtlichen Einstufungskommission abgelehnt. Also übersetzte man ihn kurzerhand ins Deutsche und erhielt dafür eine „befristete Grundstufe“, die Henryk Gericke treffend als Entsprechung einer „Ehrenspange in Holz“ beschreibt 1. Die Band musste alle sechs Monate vor einer Kommission vorspielen, nahm das aber in Kauf, um überhaupt auftreten zu können.
Henryk hebt auch die Unterstützung durch Lutz Schramm hervor, der Rosengarten-Songs regelmäßig in seiner Parocktikum-Sendung spielte und den Song „Bessere Zeiten“ auf den Parocktikum-Sampler auf AMIGA lancierte – heute ein Klassiker der DDR-Underground-Musik. Zwischen 1986 und 1989 produzierte die Band mehrere Tapes: „The Funeral of Sores“, „No Tale“, „Blut & Liebe“, eine Parocktikum-Livesession, „Exorcism & Return“ und „Viva Now“. Mit der Umbesetzung 1987, als Helge Semlow den Gesang übernahm und die Band sich stärker dem Dark Wave zuwandte, etablierten sich Rosengarten in der entsprechenden Szene. Bis Ende 1990 war die Band in Salzwedel aktiv, es folgte eine kurze Neuformierung 1992/93 in Berlin, dann Stille.
Die erstaunliche Wiedergeburt begann schleichend: 2021 trafen sich einige ehemalige Mitglieder zu entspannten Jam-Sessions alter Songs. Das Dresdner Label Rundling begann, die alten Tapes auf Vinyl zu veröffentlichen – „Blut & Liebe“ 2023, „Exorcism & Return“ 2024 – und die Resonanz war unerwartet groß. 2025 folgte die Box „Schwarze Wolken“ auf Major Label und im Juni 2025 gab das wiedervereinigte Sextett ein gefeiertes Konzert im Leipziger UT Connewitz, gefolgt von einem Auftritt in Berlin.
Ein Blick durch fremdes Glas
Wenn ich diese Geschichten zusammentrage, beschleicht mich ein vertrautes Gefühl: die Mischung aus Faszination und leiser Scham, die ich schon beim Lesen von „Our Darkness“ empfand. „Ich erinnere mich gut daran, wie ich litt, weil ich kein paar anständige Pikes bestellen konnte und der einzige alternative Schuh-Laden in der nächstgelegenen Großstadt nie meine Größe hatte. Beim Lesen komme ich mir in der Rückbetrachtung ziemlich lächerlich vor, denn in der DDR war es faktisch unmöglich, überhaupt so etwas zu erwerben. Ja, so ein bisschen peinlich berührt über die Probleme in der eigenen Jugend ist man dann schon.“
Was mich an der Ankündigung dieser drei Bands auf dem WGT besonders fasziniert, ist die Tatsache, dass das Festival selbst aus genau diesem Geist entstanden ist. Leipzig, die friedliche Revolution, der Zusammenhalt einer Generation, die sich gegen ein System behauptet hat – das WGT trägt dieses Erbe in seiner DNA, auch wenn es heute vor allem als das größte Gothic-Festival der Welt wahrgenommen wird. Dass nun drei Bands aus dem DDR-Underground gemeinsam auf dem Pfingstmontag auftreten, ist mehr als ein Konzerttermin. Es ist eine Begegnung mit einer Geschichte, die auch meine Szene mitgeprägt hat – nur eben von der anderen Seite der Mauer.
Ich werde versuchen, dort sein, als neugieriger Beobachter, als Wessi, der erst jetzt anfängt zu verstehen. Ich freue mich auf das Interview mit lasse Torsten „Peggy“ Füchsel von Rosengarten, der vielleicht ein bisschen Licht ins Dunkel der Vergangenheit bringt.
Einzelnachweise
- Aus dem Booklet der demnächst erscheinenden Compilation „United States Of Melancholia – Post Punk GDR„[↩]



Oh, schön, dass du dich mal mit dem DDR-Underground beschäftigt hast. Zwar hatte ich zur damaligen Zeit, wenig davon mitbekommen, aber dafür nach der Wende doch einiges mehr. Feeling B oder Sandow fallen mir da ein und der Song „Born in GdR“ hatte es mir doch echt angetan. Auch durch meine beiden älteren Brüder, die dann mal Tapes namens „Songs aus dem Hitkeller“ präsentierten. Hier mal die damalige Rohfassung von Sandow-Born in GdR: https://youtu.be/A3lDNYzf91o?si=3vPrMpZSEvdmuf5U
Hier: https://youtu.be/rRmjKuWsGFE?si=2HoPUIvTVBaZLp71
gibts noch einen schönen Podcast mit dem Kopf von Sandow. Ein bisschen Nostalgie hat mich schon eingeholt, nachdem Robert diesen Blog geschrieben hatte. :)
Wer sich wirklich für die Post-Punk- und New-Wave-Szene der DDR interessiert – und zwar nicht nur für die wenigen Bands wie Die Art, Die Skeptiker, Sandow, Feeling B, Herbst in Peking, Kaltfront oder Die Anderen, die es ins kollektive Gedächtnis geschafft haben, sondern für all das, was abseits davon existierte, wenig dokumentiert und kaum gehört wurde – wird an dem Sampler „United States of Melancholia“ nicht vorbeikommen. Er erscheint bald. Ich freue mich darauf.
-> https://kurzlinks.de/yoek
Es gibt dazu auch eine „richtige“ Seite, für die Menschen, die kein FB mehr benutzen: https://www.tapetopia.de/index_de.html#tt25
Wieso „kein FB mehr benutzen“? Ich bin offenbar einer der ganz wenigen, die das noch nie benutzt haben und es auch zukünftig nicht tun werden. ;)
Danke für den Link.
Aber ganz ehrlich… damals hat das wohl niemand als Post Punk bezeichnet. Das ist derzeit so ein Mode-Genre, für alles, was man nirgendwo anders zuordnen kann. New Wave und Punk waren die gängigsten Begriffe.
Post-Punk wurde auch später als Genre-Begriff beigefügt. Damals wusste man noch nicht wie man es nennen soll, zumindest habe ich damals keinen Begriff mitbekommen. Es war zumindest alles Indie und Underground was noch keinen Namen hatte.
Post-Punk ist doch kein Modebegriff? Der ist in UK schon seit den späten 70ern im Gebrauch und setzte sich während der 80er Jahre durch.
Deswegen nannte man die erneute Welle an ähnlichen Bands ab den 2000ern ja auch Post Punk Revival.
Was natürlich richtig ist, dass heute an alles und jedem Post Punk rangeschrieben wird. Aber der Begriff selbst ist klar definiert und seit nem halben Jahrhundert im Gebrauch.
Das mag ja sein. Aber wieviel aus dem Ausland ist in die DDR geschwappt? Eben. Sehr wenig. Das jetzt nachträglich als Post-Punk zu betiteln, wird dem nicht gerecht. Ich gehe sogar ganz stark davon aus, dass diese Musik zu der Zeit einfach nur als anders, provokant und systemkritisch bezeichnet wurde, ohne dem einen bestimmten Stempel aufzudrücken. Und nur darum gehts. Gefühlt lese ich zumindest bei jeder 2. Veröffentlichung (derzeit), dass es Post-Punk zu sein scheint. Kann man machen, muss es aber nicht. ;)
Ja, da hast Du natürlich recht. Post-Punk ist eines der Begriffe das am meisten falsch verwendet und zugeordnet wird.
Dann freuen wir uns gemeinsam auf den Pfingstmontag mit den Anderen Bands!
Eine Neuentdeckung nach so vielen Jahren….
Und während wir uns trefflich darüber streiten, ob Post-Punk nun das richtige Etikett ist oder nicht, bleibt das Eigentliche irgendwie auf der Strecke: die Musik selbst. Diese Bands haben unter erschwerten Bedingungen etwas Eigenes geschaffen — fernab westlicher Trends, ohne Plattenverträge, ohne Publikum außerhalb eines kleinen, eingeweihten Kreises, und mit dem Wissen, dass das alles auch böse enden konnte. Sie haben einfach gemacht. Und die spannendste Frage, die wir uns dazu einfallen lassen, ist die der korrekten Genrezuordnung. Als ob es irgendeiner dieser Bands damals auch nur im Entferntesten darum gegangen wäre, in welcher Schublade sie landen. Chapeau.
Heute mit dem linken Bein aufgestanden?
Ähm… und?
Mir als Ostdeutschen sind diese Dinge durchaus klar. Umso interessanter ist es, mal ganz entspannt in diese Veröffentlichungen hinein zu hören. Das Berliner Label Aufnahme+Wiedergabe hat sich die Mühe gemacht, einiges davon zu veröffentlichen.
Und trotzdem kann und darf man sich über Genrezuordnungen unterhalten und streiten. Keine Ahnung, warum du dich darüber aufregst?! Vielleicht ist das bei dir einfach Standard? ;)
Linkes Bein, rechtes Bein, Hauptsache, man landet sicher im Kommentarfeld, um erstmal mit „Ähm… und?“ zu eröffnen und gleichzeitig zu fragen, warum ich mich „aufrege“. Die Chuzpe, jemandem Aufregung vorzuwerfen, während man selbst mit demonstrativem Schulterzucken ins Gespräch stolpert, das hat schon eine gewisse Eleganz.
Und dann, als wäre es ein nachgereichtes Friedensangebot, der Hinweis auf Aufnahme+Wiedergabe. Ja, danke. Das Label, das genau das tut, worüber ich geschrieben habe, nämlich diese Musik ernst zu nehmen und zugänglich zu machen. Hätte meinen Punkt also eigentlich stützen können. Aber wozu auch, wenn man stattdessen lieber fragt, ob ich schlecht geschlafen habe.
Und klar, über Genrezuordnungen darf man streiten – nobody said you can’t. Die Frage war nur, ob es das Spannendste ist, was uns dazu einfällt. Aber ich sehe: Die Antwort lautet ja. Sehr erhellend. Danke für diese tiefe Auseinandersetzung mit dem Thema, man merkt, wie sehr die Musik dabei im Mittelpunkt steht.
Dir sollte nicht entgangen sein, dass wohl jeder hier die Musik ernst nimmt. Ich hab keine Ahnung, wo das in Abrede gestellt wird. Aber wenn du den Gesprächsleiter und Koordinator von Diskussionen hier mimen willst, dann nur zu. Dann bin ich aber raus.
Leute gibts…
Ach, Phoenix – dann bis zum nächsten Mal. Dabei wollte ich eigentlich gar nichts weiter, als über die Musik dieser Bands zu reden – über weitere Bands, über Konzerte beispielsweise, zu denen man sich irgendwie durchgemogelt hat, wissend, dass das nicht ganz ohne Konsequenzen bleiben konnte. All das. Vielleicht auch mal ernsthaft drüber nachdenken, ob das, was im künstlerischen und musikalischen Untergrund der DDR entstand, nicht mindestens genauso viel – oder mehr – an Kreativität hatte wie das, was gleichzeitig drüben passierte. Warum es mehr als 30 Jahre nach der Wende gebraucht hat, bis das überhaupt jemand hören wollte. Solche Fragen. Statt wie üblich beim Begriff „Post-Punk“ stecken zu bleiben, als wäre die Schublade interessanter als der Inhalt. Aber gut zu wissen, dass schon eine Anmerkung als Koordinationsversuch gilt.
Ich verstehe Deine Aufregung nicht. Wir haben uns über die Genrezugehörigkeit unterhalten, was auch ein Teil der Diskussion ist. Über alle anderen Aspekte wird sich ja schon anderweitig unterhalten und kann dort weiter geführt werden. Aber nach dieser aggressiven Intervention fehlt mir jetzt der Bock dazu. Klingt irgend wie als ob Du Dich darüber aufregst nicht genug Aufmerksamkeit für die Aspekte zu bekommen das Dir am wichtigsten sind und keine anderen Nebenaspekte zulassen willst, weil nur und absolut nur Dein Thema wichtig sei. So läuft Diskussion nicht.