Gastartikel: Gothic zwischen Killstar-Fashion, Subkultur und Mainstream

Wie wir wissen, liegt Gothic im Trend. Nicht nur wegen der Netflix-Serie Wednesday, sondern auch, weil „Neo-Gothic“ die Cover zahlreicher Mode-Magazine ziert. Die 24-jährige Voltaire ist mit einer Grufti-Mutter aufgewachsen, selbst als Grufti unterwegs und möchte in diesem Gastartikel schildern, wie ihr die Modeindustrie mit Fast-Fashion irgendwie die Identifikationsgrundlage geraubt hat.

Zugegeben war ich ein wenig skeptisch, als Netflix vergangenes Jahr großartig die Wednesday-Serie ankündigte. Meine Mutter, die sich als „Grufti-Relikt der 80er“ bezeichnet, ist schuld daran, dass ich wie selbstverständlich mit der Addams Family groß geworden bin und zur Serientochter Wednesday eine gewissen Vertrautheit aufbauen konnte. Obwohl ich von der Netflix-Adaption mit High School-Fokus nicht viel erwartete, hatte ich die Serie an einem Tag durch. Ich stelle fest: Obwohl ich als ‘99-er Jahrgang zur jungen „Generation Z“ gehöre, bin ich zu alt, um Teil des Zielpublikum zu sein.

Es dauerte allerdings nicht lange, bis das Zielpublikum auf sich aufmerksam machte. „Nicht lange“ bedeutete in diesem Fall keine 24 Stunden, gemessen an den Reaktionen bei TikTok, wo man sich, wie jeder (un)anständige Gen Z-ler, natürlich ganztägig herumtreibt. Gerade die Tanzszene der Serie wurde millionenfach nachgestellt und ging viral über die Plattform.

Du und dein Algorithmus haben mit den Hashtags #gothic und #wednesday nichts am Hut? Hier, nimm dennoch dieses Tanzvideo hin!

Den kurzen Clips, die durch sämtliche soziale Medien gegangen sind, konnte wahrscheinlich niemand entgehen. Ebenso wenig den darauf aufbauenden Videos, die noch tiefer in die „Wednesday Addams“- und Gothic-Thematik eintauchten. Zusammenstellungen von Outfits zu den einzelnen Charakteren, Makeuptutorials, Cosplays und Einkaufstipps, wo man die typische Wednesdays Garderobe shoppen konnte. Natürlich durften auch „How to Gothic“ Tutorials nicht fehlen, um vermeintlich gruftige Verhaltensmuster zu erlernen. Man konnte sich vor der Sintflut an schwarz angestrichenen Inhalten gar nicht retten! Innerhalb von einer Woche nach Release der Serie gingen die Suchbegriffe „Wednesday Addams“ und „Gothic Clothing“ bei Google Trends durch die Decke. Labels wie „Killstar“ machten mit den entsprechenden Outfitkombinationen, Hashtags und Darstellungen ihrer Produkte zeitnah Werbung und generierten Aufmerksamkeit.

Natürlich. Wäre ja auch doof, wenn nicht. Das schwarze Kleid mit weißem Kragen muss man als Gothic Label ja anbieten, wenn man etwas auf sich hält *hust hust*, und gerade der Trend um Wednesday Addams ist kostenlose PR. Killstar wäre auch schön blöd gewesen, wenn sie das nicht ausgenutzt hätten. Immerhin muss man auf Nachfrage ja auch mit Angebot reagieren. Und Nachfrage scheint es eine ganze Menge zu geben!

Ein Screenshot der Killstar Internetseite, auf dem Models das Wednesday-Addams-Outfit tragen
Screenshot des Killstar-Internetangebots zu „Wednesday“

Wo sonst sollten sich die ganzen Babybats, die aus dem fernen Land der Social Media geflattert kamen, denn auch melden? Das war den wöchentlichen Newslettern, die mein Postfach beglückten, zumindest unschwer zu entnehmen. Alleine im letzten Jahr bekam ich jeden Monat eine Mail über die neuen Trends und Kollektionen, die den Onlineshop zieren durften. Eine neue Kollektion pro Monat, die aktuelle Modetrends der jüngeren Generation aufgreift und vermarktet. Nur unter dem Label „gothic“. Und so mehr oder minder Schwarz – man muss ja schließlich mit dem Strom schwimmen, nicht?

Fast Fashion bei Killstar

Regelmäßige Kollektionen, die in kurzen Abständen zueinander erscheinen, und aktuelle Trends der Modeindustrie aufgreifen. Das klingt verdächtig nach Fast Fashion. „Voltaire, hast du gerade Killstar als Fast Fashion bezeichnet?!“ – Ja. Ja, das habe ich. Lass es mich erklären.

Als Fast Fashion wird Mode bezeichnet, die schnell und günstig produziert wird und Designs aktueller, konventioneller Trends aufgreift. Bekannte Beispiele sind zum Beispiel H&M, Zara und C&A. Zusätzlich haben solche Kollektionen eine sehr kurze Durchlaufzeit – das heißt, dass der Zeitraum vom ersten Entwurf bis zum fertigen Kleidungsstück sehr gering ist. Ein Vergleich: Ein traditionelles Modeunternehmen benötigt für eine Kollektion ein halbes Jahr. Fast Fashion-Unternehmen circa fünf bis sechs Wochen. Das deckt sich so ziemlich mit den Newslettern der neuen Kollektionen von Killstar. Das Ende vom Lied? Nun ja, schaut es euch gerne an:

Ein weiteres Merkmal von Fast Fashion nennt sich im Englischen „Celebrity Endorsement„. Du hast also berühmte Personen, die deine Mode tragen und dadurch bewerben. Eine ähnliche Werbestrategie sehen wir bei Killstar. Nur mit dem Unterschied, dass ihre „Celebrities“ meist Influencer mit hoher Followerzahl und großer Reichweite auf Social Media sind, die aktiv für das Label und ihre Produkte werben. Haul-Videos bei TikTok und Outfit of the Day bei Instagram mit dazugehörigem Gewinnspiel und einem Rabattcode, der für die werbetreibenden Unternehmen gilt. Willkommen im 21. Jahrhundert!

Gothic-Influencer. Klingt eigentlich wie ein Widerspruch in sich. Das klingt so, wie soll ich es schreiben, Mainstream. Da wäre mir fast die Käse-Lauch-Suppe zur Nase hochgekommen.
Tatsächlich aber die Realität, wenn wir auf Kanälen wie Instagram und TikTok schauen. Also da, wo man den Szene-Nachwuchs und die jüngeren Generationen findet. Unter dem Instagram-Hashtag #gothicstyle finden wir 2,6 Millionen Beiträge. Unter #gothicfashion 1,4 Millionen. Der Hashtag #goth hat bei TikTok 16,7 Billionen(!) Aufrufe. Und als Influencer (Ja, davon können einige Menschen tatsächlich leben.) haben wir hier dieselbe Ausgangssituation wie zuvor bei Wednesday und Killstar: Man wäre schön dämlich, das nicht zu nutzen! Teilweise stößt man dank der „Gothic-Influencer“ und deren Beeinflussten auf die Meinung, dass man dank entsprechender Kleidung ja dazu gehört.

So ein bisschen, wie damals auf dem Schulhof mit Hollister. Oder Marco Polo und Lacoste, für die älteren Jahrgänge.

Wir fassen den Abschnitt also zusammen: Durch Netflix‘ Wednesday-Serie wurde auf den sozialen Medien ein Hype um die Protagonistin und ihren Style losgetreten. Daraus resultierten noch mehr junge Menschen, die sich mit dem Modephänomen „Gothic“ auseinandersetzten und entsprechend den Markt für schwarze, außergewöhnliche Kleidung weiter ankurbelten. Das ganze erreichte mittlerweile eine Größe, dass die Labels auf ähnlichem Level wie konventionelle Fast Fashion-Ketten produzieren und für eine deutlich breitere Masse vermarkten, als es jemals der Fall war.

Gothic + Fashion = Mainstream?

Können wir also schon von Gothic als Mainstream sprechen? Vielleicht sollten wir erst genauer definieren, welche Bestandteile von „Gothic“ im Trend sind. Denn wie wir wissen: Stinos und Modeindustrie haben ja nicht dieselbe Auffassung von Goth wie dein freundlicher Grufti von nebenan.

In erster Linie geht es um einen Modetrend, der verfolgt wird. „Neo Gothic“ ist beispielsweise ein Begriff, den Designer gerne benutzen – und übrigens voll im Kommen für 2023 ist. Man kann ihn sich ein wenig vorstellen, als würde man Elemente des Viktorianischen mit zeitlosen Schnitten und futuristischen Aspekten vereinen, um ein Outfit für das klassische Bild eines Schurken zu kreieren. Es ist zumindest mal ein Look. Ob es Gothic ist? Darüber lässt sich vermutlich streiten.

Ich erinnere mich noch an Zeiten, in denen meiner Grufti-Mutter und mir geistreiche Kommentare wie „Emo!“ und „Halloween ist vorbei!“ hinterhergerufen wurden. Angestarrt zu werden, war Alltag. Heute kann ich sowohl durchs Dorf als auch durch die Stadt laufen und habe meine Ruhe. Gelegentlich schaut mal ein Stino interessiert, das ist dann aber auch das höchste der Gefühle. Gerade in der Stadt sehe ich mehr alternativ gekleidete, junge Menschen als zu meiner Teeniezeit – und interessanterweise sind das gerade die, die starren. Den Kids würde ich das nun allerdings weniger krumm nehmen. Die kennen andere Goths und Gruftis außerhalb ihrer Handybildschirme wahrscheinlich noch nicht. Gerade durch Modemarken, Social Media und Netflix, die das Thema Gothic verstärkt aufgreifen und vermarkten, wird es natürlich auch Menschen außerhalb der Szene präsenter.

Wie viele Menschen, die Wednesday gesehen haben, sind Stinos? Und jetzt die Preisfrage: Wie viele davon erkennen den Unterschied zwischen einem Modetrend und einem Grufti?

Bärbel und Guido aus dem Nachbarhaus wahrscheinlich nicht. Deine Eltern, die immer noch denken, dass du dich in einer (vielleicht sehr lange) andauernden Phase befindest, bestimmt auch nicht. Kurz: Wenn du nicht wirklich im Thema bist – was die Allgemeinheit nun mal nicht ist – wird dir auch kein Unterschied auffallen. Aktuelle Modetrends werden aus Nichtwissen einer Subkultur gleich gestellt.

„Aber da ist doch ein riesiger Unterschied!“ – Ja? Ach! Aber das wissen Bärbel und Guido als Stinos doch nicht. Dass der Begriff „Gothic“ eben nicht nur heißt, dass man sich etwas extravaganter in Schwarz kleidet und heftiger schminkt, sondern noch viel mehr, ist überhaupt nicht Thema, wenn „Gothic“ als Modetrend wahrgenommen wird. Dass dahinter noch eine große Subkultur steht, deren eigentliches Ziel es war, sich gerade durch Kleidung und Auftreten als „Wir sind nicht konventionell und wollen es auch nicht sein!“ abzusondern, wird vollkommen außer Acht gelassen. Wenn immer mehr Menschen sich kleiden und herumlaufen wie wir, weil sie Gothic-Mode so „toll und trendy“ finden – was dann?

Einerseits finde ich es natürlich cool, dass Kleidung, die mir gefällt, deutlich zugänglicher ist. Ich schwöre auch niemanden zu verurteilen, der sein nächstes Outfit fürs M‘era Luna bei H&M findet. Ebenso kann ich gestylt in Ruhe in die Stadt oder ins Dorf, und habe meinen Frieden, weil meine Mitmenschen deutlich offener gegenüber anders aussehender Personen sind.

Aber gleichgesetzt zu werden mit jemandem, der halbwegs blind einem Trend nacheifert, den man von der Modeindustrie vorgeschrieben bekommt? Oder auf sein tolles Wednesday Addams-Kostüm angesprochen werden, wenn man bereits so rumlief, bevor es cool war?

Darauf würde ich – so glaube ich – gerne drauf verzichten können.

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Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Vor 1 Jahr

So ernst das Thema natürlich ist, so musste ich doch an einigen Stellen des Artikels schmunzeln.

Nun ja, was soll ich sagen? Wenn es mal wieder heißt, dass Gothic zum Trend wird, hab ich mittlerweile das Seufzen aufgegeben und nur noch ein müdes Lächeln übrig. Die Modeszene hat schon immer danach gegiert, aus Trends Kapital zu schlagen, das ist nichts Neues. In den letzten Jahren gab es immer wieder Berichte, dass Gothic auf einmal Trend wäre, und letztlich passierte dann aber nicht mehr viel (ich hab auch in Berlin daraufhin keine schwarz „verkleideten“ Leute gesehen).

Auch jetzt sehe ich keine Wednesday-Lookalikes herumlaufen. Für den Alltag reicht es den meisten dann doch wohl nicht… und „echte“ Gothics erkennt man oft auch noch im harmloseren dunklen Alltags-Look als solche. Das lässt sich schwer erklären, aber ein Gespür dafür ist da. Dann wird auch schonmal ein wissender Blick oder ein Grinsen ausgetauscht.

Mir geht es aber auch so, dass ich froh bin, die dummen Sprüche und Blicke los zu sein, die mich in meinen ersten Jahren in der Szene (ab 1989) begleiteten und die mich immer gestört, genervt oder betrübt hatten. Da hat sich die öffentliche Meinung zum Thema Gruftis/Gothics schön sehr gewandelt.

Als nicht-Netflix-Kunde hab ich die Serie nicht geschaut, aber die Addams-Family-Filme kenn ich natürlich, auch wenn sie nie so ganz mein Fall waren. Aber ich hab – zufällig – mal das besagte Tanzvideo auf Youtube gesehen.
Gothictypisch tanzt Wednesday ja nun nicht gerade. Auch glaube ich nicht, dass es nun auf einmal einen Anstieg an „Baby-Bats“ geben wird.
Eben wenn es nur an der Mode festgemacht wird und die Musik kein Thema ist, dürften die Berührungspunkte mit der Schwarzen Szene ja äußerst gering bleiben.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Tanzfledermaus
das H.Gen
das H.Gen(@hagen)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Jahr

„und „echte“ Gothics erkennt man oft auch noch im harmloseren dunklen Alltags-Look als solche“

Echte Gruftis/Gothics würde man meistens sogar schon vom Weitem erkennen wenn die mit Kartoffelsack und Holzklumpen rumlaufen würden. Das hat man einfach im Blut . :-)

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von das H.Gen
Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  das H.Gen
Vor 1 Jahr

Na na na, so weit reicht das Auge / der Röntgenblick dann doch nicht ;-)

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Tanzfledermaus
Bibi Blue
Bibi Blue(@biljana)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Jahr

Doch wenn aus dem Sack Patchouliduft rausströmt? Und ich muss gestehen, ich mag Oud.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Bibi Blue
Matthias
Matthias(@marquis)
Vor 1 Jahr

Gothic liegt im Trend? Der war ab 2002 wieklich im Trend. Die Modezeitungen a la Fashon de Paris waren düster schwarz gefärbt.Einschließlich Liedschatten und schwarzen Anzügen.
Einen wirklich neuen Trend kann ich noch nicht feststellen.

Bibi Blue
Bibi Blue(@biljana)
Vor 1 Jahr

Ich möchte mich grundsätzlich Tanzfledermaus anschließen und noch etwas ergänzen. Was die Serie „Wednesday“ angeht, mich hat die Gelegenheit dazu gebracht. Ich war letzten Winter nach langer Zeit heftig erkältet und hatte gerade ein Angebot, ein Netflix-Konto mitzunutzen. Wenn ich fit bin, schaue ich vielleicht Filme von Alain Resnais oder Robert Bresson, aber im Delirium sind mir leicht märchenhafte Serien ganz recht. Ich habe nicht viel erwartet, habe erstmal reingeschaut und die Serie in einigen Tagen zu Ende geschaut. Einige Aspekte darin fand ich wirklich gut. Wednesday als Charakter ist auf eine Art authentisch, und auch wenn sie im Reifeprozess ist, sie geht ihren Weg, schert sich nicht um andere Meinungen, kritisiert Unaufrichtigkeit (oder das, was als solche aus ihrer Perspektive erscheint), nimmt sich täglich Zeit für ihren Roman und spielt wunderbar Cello. Die Tanzszene zu Goo Goo Muck von The Cramps fand ich witzig, aber sie ist eben eine von vielen Szenen und der Charakter ist für so eine Serie trotz Klischees und Patzer nicht verwerflich. Er könnte „Baby-Bats“ auch zu anderen Sachen inspirieren als nur zum Nachahmen des Outfits oder des Tanzstils.

Doch dieser Gastbeitrag erinnerte mich eben an eine Diskussion in facebook in der Gruppe „Elder Goths“ zum letzten Halloween. Jemand postete ein gruftig gestaltetes Bild mit dem Text: „My Subculture is not your Costume“. Es gab eine rege Diskussion, denn für manche war es ohnehin albern, Halloween unbedingt an Gothic zu knüpfen, andere regten sich über das Gatekeeping auf. Dass ich mit Halloween selber nichts anfangen kann oder das Wort Gothic nicht sehr gerne benutze, ist jetzt zweitrangig. Jemand erklärte sehr ausführlich, warum er Gatekeeping als toxisch ansieht. Er schrieb: „I’ve been through abuse for being ethnically mixed, for being too femme, for being strange long before goth even existed! And was one of our communities founding people where I grew up before it was even called goth.“ Er schrieb später darüber, wo und wie früher sonderbare Menschen vom Mainstream ausgegrenzt wurden. Mich interessierten seine früheren Dark-Wave-Musikprojekte „Ninth Circle“ und „Rain In Eden“, bin dann auf eine Künstler-Platform in Tokyo gestoßen, das „art&music cafe Cheshmeh“, für das er sich engagiert oder gar betreibt. Auf der Homepage https://www.cafecheshmeh.com existiert jedoch ein Gate: „Bigot, racist, sexist, anti-LGBTQIA narrow minded people are NOT WELCOME.“
Ich glaube, die Personen hinter diesen Projekten sind einen gesonderten Beitrag wert. Ich regte mich zuvor auch hin und wieder über Artikel wie diese auf: „Dua Lipa gets a goth makeover as she dons black mini dress and dramatic makeup for stunning photoshoot“:
https://www.dailymail.co.uk/tvshowbiz/article-9661399/Dua-Lipa-gets-gothic-makeover-stunning-photoshoot.html
doch ich versuche, meine Aufmerksamkeit häufiger inhaltlich interessanteren, produktiveren und inspirierenden Aktionen zu widmen. Hier ist ein Video von dem erwähnten Musiker mit dem Künstlernamen Kelly Rain:
https://www.youtube.com/watch?v=BiqJZqPKvjU
und eins mit Megumi Rain (backing vocals), „Rain“:
https://www.youtube.com/watch?v=kG-r4Yhw_i4

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Bibi Blue
John Doe
John Doe(@arno-siess)
Antwort an  Robert
Vor 1 Jahr

Gegenfrage, ging das denn überhaupt schon jemals zweifelsfrei? Ich frage für einen Freund… 😀

Bibi Blue
Bibi Blue(@biljana)
Antwort an  Robert
Vor 1 Jahr

Ich versuche, es auch mit anderen Worten zu erklären. Der ursprüngliche Drang war bei mir nicht, mich durch Äußerlichkeiten abzugrenzen. Ich habe auch bestimmte Musik nicht aus dem Grund gehört, nur weil es eine kleine Gruppe hört oder weil sie nicht Teil des Mainstreams ist. Ende der 80er trafen sich an gleichen Orten manchmal Punks, Gruftis und Hippies, wie auch Individuen, die nicht unbedingt einzuordnen waren, aber authentisch, nonkonformistisch und frei in ihrer Lebensweise und ihrem (künstlerischen) Ausdruck waren, bis hin zum Kleidungs-, Schmink- und Frisurstil. Der Stil resultierte aber bei diesem Menschen durch ihr Inneres, er war ihnen innewohnend. Es war nicht umgekehrt, dass sie sich zu einer Szene (die damals äußerlich noch sehr heterogen war, von schlicht schwarz bis provokativ schrill) nur durch Äußerlichkeiten angezogen fühlten und durch das Nachahmen des Äußeren Teil davon sein wollten. Solche gab es durchaus, doch gehörte dazu vielleicht die Neugier, das Sich-Gesellen zu anderen Rebellen, aber es gab auch Mitläufer, die sich nicht so sehr um Inhalte, Lebensweisen, Haltungen usw. scherten. Ein plakatives Beispiel sind Punks, denen es nur um Saufen und Pöbeln ging, und die mit einem anderen Teil der Punk-Szene von manchen gleichgesetzt wurden. Es gab aber nicht wenige Punks, die sehr wohl über gesellschaftliche Missstände reflektiert haben, die versuchten, autark zu leben, kreativ zu sein und ihrem Protest durch Musik, Aussehen und Verhalten einen Ausdruck zu verleihen. Auch bei den Gruftis gab es nicht nur kontemplative, feinfühlige Menschen, die die aktuellen Geschehnisse und Tendenzen kritisch betrachteten, Kunst suchten, die ihnen im Ausdruck entspricht, selbst ihren Stil formten. Es entstanden, wie auch bei anderen Subkulturen, szenetypische Stilmerkmale. Doch auch in diese Subkultur mischten sich manche, die hauptsächlich oder nur vom Äußeren fasziniert waren. Bei denen war es dann vielleicht wirklich eine Modephase. Andere kamen dazu, weil sie meinten, mit Gruselattributen sei man besonders cool oder (und das sehe ich als positiv) weil in der Szene mit der Aufweichung der Grenzen von geschlechtertypischen Stilmerkmalen besonders offen umgegangen worden ist.
Ich möchte mich deswegen auch in diesem Kommentar dafür aussprechen, eigene Wege zu gehen anstatt sich beim Zulegen von gerade aktuellen Attributen gegenseitig übertreffen zu wollen. Manche Sachen sieht man eben erst auf dem zweiten Blick oder erfährt sie durch näheres Kennenlernen und Austausch.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Bibi Blue
M.
M.(@voltaire)
Antwort an  Bibi Blue
Vor 1 Jahr

Der Stil resultierte aber bei diesem Menschen durch ihr Inneres, er war ihnen innewohnend.

Genau mit diesem Bild der Szene bin ich groß geworden. Umso enttäuschter bin ich, wenn sich in Gesprächen mit gleichaltrigen Goths herausstellt, dass es bei vielen eben nicht so ist. Dass es genau ausschließlich um ein extremes Äußeres geht. Ich will niemandem absprechen, der sich im Inneren wie ein Alien fühlt, das auch äußerlich zum Ausdruck zu bringen. Das tun wir doch eigentlich alle irgendwo. Ich finde es nur schade, dass die Äußerlichkeiten zu dem essenziellen Teil dieser Generation und das „Goth sein“ auf Oberflächlichkeiten begrenzt werden. Selbstverständlich bin ich mir bewusst, dass das garantiert nicht auf jeden jüngeren Menschen in der Szene zutrifft – ein gewisses Muster ist allerdings vorhanden, dass sich definitiv von den Gruftis der 80-/90-er Jahren unterscheidet.

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Bibi Blue
Vor 1 Jahr

Bibi, ich stimme Dir, deinen Beobachtungen und auch dem Gedankenanstoß aus dem letzten Absatz voll und ganz zu!

Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Vor 1 Jahr

Ich kann mich den vorangegangen Kommentaren im Großen und Ganzen anschließen. 
Außerdem bin ich mittlerweile überzeugt, das Mainstream Trends einer Subkultur, die nun doch schon eine Weile besteht, nicht wirklich gefährlich werden können. Ich meine, was soll passieren wenn Ute oder Klaus eine Saison lang schwarz tragen? Bin ich dadurch weniger authentisch, ich denke nicht. Die Sache mit der Abgrenzung…mir ging es nie darum mich äußerlich abzugrenzen, sondern darum einfach ich selbst sein zu können (bis auf ein kurze Phase als Teenager). Die Abgrenzung zeigt sich dann vielmehr in der Haltung zum Leben und zur Welt, was sowieso wichtiger ist als alles Äußere. 
Falls sich aber, neugierig durch so einen Trend, junge Leute anfangen mit gruftigen Inhalten zu befassen, hat das ja auch was Gutes. Die merken dann schon bald genug, das es um mehr als nur Mode geht, und wie vielfältig und toll die Welt der Szene-Musik sein kann.
Vielleicht ist es wirklich der Zeit geschuldet – man hat schon so oft diese (angeblichen) Trends kommen und gehen gesehen. Vor nicht allzulangem hätte ich mich auch noch sehr gut über sowas empören und entrüsten können. Häufig, so ist mir aufgefallen, ist es das eigene Ego das rebelliert, weil man bitte als etwas „besonderes“ und nicht etwa als ein Modeopfer wahrgenommen werden möchte. Eigentlich sollte es uns doch egal sein, was Bärbel und Guido von nebenan über unsere Klamotten denken, nicht umsonst sagt man Szeneleuten bisweilen eine arrogante Attitüde nach ; )

Das Thema Produktionsbedingungen ist allerdings hochbrisant, daran müssen wir uns immer wieder erinnern. Als Menschen der westlichen Welt bzw. des globalen Nordens, haben wir da alle unseren Anteil, ob nun Grufti oder Normalo, da dürfen wir uns nix vormachen. 

Ich finde es aber wirklich gut mal wieder einen Gastartikel zu lesen, und die Perspektive eines jungen Menschen kennenzulernen.

Und zur Frage, erkennt man einen Grufti im Jahr 2023? Auch da schließe ich mich den Anderen an, ja… man erkennt sich zumindet untereinander. Oft sind es nur unscheinbare Details. Außenstehende, siehe oben, who cares!

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Norma Normal
Bibi Blue
Bibi Blue(@biljana)
Antwort an  Norma Normal
Vor 1 Jahr

Norma Normal vielen Dank, ich schließe mich wiederum hier an.

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Norma Normal
Vor 1 Jahr

ich schließe mich auch an!

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Tanzfledermaus
thebunneh
thebunneh (@guest_62530)
Antwort an  Norma Normal
Vor 1 Jahr

Erkennt man einen Grufti? Ist das wirklich so?

Mich grinst regelmäßig ein Mädel beim Einkaufen an. Schwarz gekleidet, tattowiert, gepierced, Patronengürtel. Das Shirt wechselt von The Cure zu Chealsea Grin,wandert dann über irgendwelche unaussprechlichen DingsiDongsis… wieder zu Depeche Mode. Korsage und Tüllrock wechseln mit hautengen Jeans oder auch Samt-Gewandungen.
Ist das heute Goth? Sind DAS unsere Nachfolger:innen (peitscht mich gern für das Gendern)?

Oder ist das junge Mädel, nicht mal annähernd 18, das mich schüchtern anlächelt, das mit einem kleinen, schwarzen Fächer und einem schwarzen Faltenrock und Korsage am Marktstand steht, ein Goth?
In sich gekehrt, kaum auffallend, aber, wenn man sich mal näher unterhält, mit viel Ahnung und Leidenschaft für die Szene…

Ich empfinde diese Diskussion als äußerst spannend, wenn auch furchtbar schwierig. In größeren Städten ist es sicher anders als im ländlichen Bereich. Daher würde mich persönlich interessieren, wie es bei den „Landeiern“ ist? Habt ihr überhaupt Fledermaus-„Nachwuchs“?

Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Antwort an  Robert
Vor 1 Jahr

Beim Nachwuchs, da gebe ich dir recht, da ist es schwieriger zu identifizieren. Siehe meinen anderen Kommentar.
Sind es Cosplayer, Modeopfer, Ravejünger, Kunststudierende oder einfach nur leicht verwirrte Jugendliche..!?
Aber bei gleichaltrigen bilde ich mir zumindest ein, einen gewissen Radar zu haben ; )

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Norma Normal
Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Antwort an  thebunneh
Vor 1 Jahr

Ich kann natürlich nur spekulieren ob ich recht habe, wenn ich meine jemanden zu „erkennen“ ; )
Ich spreche hier eben nicht von Corasgen oder Tüllröcken, bei jungen Menschen. Sondern eher von „älteren“, unauffälligen Leuten bei denen nur eine Kleinigkeit darauf hindeutet. In den letzten Wochen sind mir 2x Personen in Berufskleidung begegnet. Einmal war es ein Neubauten Tattoo, das unter dem Ärmel hervorguckte,das mir ins Auge sprang. Ein anderes Mal waren es die Haare/ Frisur, zumindest ist mir diese Person einfach direkt aufgefallen, trotz Arbeitskleidung. Und als sich unsere Blicke für ne Millisekunde trafen, gab es so einen „aha“ Moment auf beiden Seiten, wie ich mir einbilde ; ) Sowas meine ich. Ein kleiner Button etc. kann bei ansonsten unauffälliger Kleidung auch Hinweise geben (ich würde mich wie Bolle freuen wenn ich jemanden in freier Wildbahn mit Spontis Button oder Beutel sehen würde, aber das ist mir tatsächlich noch nie passiert…).
Aber ja, generell ist es schon schwierig irgendwelche Behauptungen von Äußerlichkeiten abzuleiten. Eigentlich sollte man das auch besser nicht tun, denn da fallen wir sonst schnell in die Vorurteilsfalle!
Ich habe keine Ahnung wie das auf dem Land ist. Die Sache mit dem Nachwuchs ist eh nochmal was anders, der ist rar, auch in der Stadt, wie ich finde. Teenager oder Leute um die zwanzig, da fällt es mir eh schwer sie einzuordnen. Neulich auf einer Party habe ich ein ganz junges Pärchen gesehen, wenn ich die auf der Straße entdeckt hätte, hätte ich sie vielleicht für „cosplayer“ gehalten, weil sie eben irgendwie „kostümiert“ wirkten, aber da sie auf dieser Party waren, unterstelle einfach mal ein grundsätzliches Interesse an Szenemusik. Die sind wohl noch in der Findungsphase, ist ja auch voll ok. Ist bei deinen zwei Begegnungen wahrscheinlich ähnlich. 

Pitje Puck
Pitje Puck (@guest_62488)
Vor 1 Jahr

In einer Zeit, in der die Szene ein echtes Nachwuchsproblem hat, kann man doch nur dankbar sein, wenn junge Leute auf Gothic aufmerksam werden. Und wenn es durch eine Netflix-Serie ist. Vielleicht bleibt ja der ein oder die andere doch hängen und taucht etwas tiefer in die Grutie-Historie ein …

Für die Modewelt war Gothic aber schon immer ein Thema. Brands wie Vivienne Westwood oder Alexander McQueen, aber auch die Schwarze Avantgarde von Rick Owens oder Ann Demeulemeester haben schon immer Inspiration aus der Szene gezogen.Rick Owens war sogar so freundlich, seine Show „Men F/W 22“ mit den Sisters zu unterlegen. Zu sehen hier: https://www.youtube.com/watch?v=NM6EuIJxeqc&t=21s

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Pitje Puck
Curt
Curt (@guest_62497)
Antwort an  Pitje Puck
Vor 1 Jahr

Im Fall von Rick ist es wohl auch persönliche Vorliebe, Lights nannte er schon in einem Podcast als einen seiner Lieblingssongs, schon vor Strobe :)

Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Vor 1 Jahr

Danke für den interessanten Gastbeitrag, der wirklich gut recherchiert und bei der Bearbeitung reflektiert wurde. Besonders lobenswert über die kurze Aufklärung zum Thema Fast Fashion. Selbst mal den Ursprung der eigenen Kleidung zu hinterfragen, statt wahllos zu kaufen ist definitiv ein erwähnenswerter Aspekt.
Ob allein die Serie Wednesday einen neuen Gothic-Boom angestiftet hat, mag ich jetzt zu bezweifeln. Dafür lassen sich auch andere Anhaltspunkte nennen, aber generell spürt man persönlich wenig von einem neuen „Schwarzen-Look“ Trend.
Aufgrund der Diskussion über die anscheinend hohe Altersrate der Besucher auf dem letzten WGT, könnte natürlich diese Frage etwas mehr „junges“ Publikum einbringen. Nach meinen Erfahrungen kommt mit einem Trend natürlich neue Menschen in die Subkulturen, aber die meisten verschwinden dann auch irgendwann wieder.
Natürlich stand ich noch in meinen jüngeren gothischen Szene Jahren gegenüber solchen aufkommenden Trends auch immer sehr skeptisch gegenüber.
Diese Diskussionen über Mainstream und Trendsetter, die die Subkulturen mit ihren etwas oberflächlichen Auftreten überschwemmen, findet sich fast in jeder Szene irgendwie wieder.
Mittlerweile und natürlich auch die Lebenserfahrungen, habe ich für solche Kleinigkeiten auch nur ein müdes Lächeln übrig.
Was ich persönlich am Mainstream kritisiere, dass bei neuen Trends von Kleidungsstücke, Accessoires oder Symbole, die Hintergründe einfach nicht hinterfragt werden.
Die Rechtfertigung weil es „In“ ist oder jeder trägt es, ist dann die einzige Antwort.
Beispiel in der Vergangenheit verkaufte ein bekanntes öffentliches Modelabel Bandshirts mit Joy Division und andere Sorten. Viele der Träger war dabei noch nicht mal die Band bekannt und es gab auf Anfrage nur ein Schulterzucken. Ob man sich überhaupt mit der Band identifizieren kann wird komplett ausgelassen.
Durch diesen doch ignoranten Umgang mit Symbolik oder Ästhetik gehen die eigentlichen Bedeutungen fast verloren. Wie im Beispiel für Joy Division, die schließlich auch einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Musik und Szene hatte. 

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 1 Jahr

Beispiel in der Vergangenheit verkaufte ein bekanntes öffentliches Modelabel Bandshirts mit Joy Division und andere Sorten. Viele der Träger war dabei noch nicht mal die Band bekannt und es gab auf Anfrage nur ein Schulterzucken.

Das ging an mir damals komplett vorbei, bis ich mal einen anderen (vermeintlichen) „Fan“ hocherfreut auf sein Joy Division-Shirt angesprochen habe, und er keinerlei Ahnung hatte wovon ich rede… so abrupt bin ich wahrscheinlich noch nie vom Modus „freudig-freundlich“ zum Modus „verächtlicher Blick“ gewechselt… XD

Klein Grün
Klein Grün (@guest_62501)
Vor 1 Jahr

Ich merke, dass sich bei mir langsam eine Art Altersmilde einstellt und es mich nicht mehr großartig kratzt, wenn Goth mal wieder „in“ ist. Wenn ich drüber nachdenke, habe ich mich seit 30 Jahren nicht mehr um Trends gekümmert. 🤭

Was ich während der letzten Jahre allerdings positiv bemerkt habe ist, dass es mittlerweile im Bio- und Fairtradebereich unheimlich haltbare schwarze Basisteile für den Alltag gibt. Es war ja lange Jahre eher schwierig, schlicht und schwarz in Bioqualität zu bekommen, dazu noch irgendwie bezahlbar – eigentlich nicht existent… und pastellfarbene Leinenkleidung, am Besten noch „figurkaschierend“ geschnitten, war noch nie mein Ding 😂
So kann ich jetzt meine „Arbeitskleidung“ abseits der Fast Fashion kaufen und bin glücklich, damit meinen kleinen Teil beitragen zu können.

Durante
Durante(@durante)
Vor 1 Jahr

Aber gleichgesetzt zu werden mit jemandem, der halbwegs blind einem Trend nacheifert, den man von der Modeindustrie vorgeschrieben bekommt? Oder auf sein tolles Wednesday Addams-Kostüm angesprochen werden, wenn man bereits so rumlief, bevor es cool war?

Darauf würde ich – so glaube ich – gerne drauf verzichten können.

Das ist imho absolut verständlich, aber da kann ich dich beruhigen: Solche Trends (egal durch was sie genau ausgelöst werden) verschwinden normalerweise sehr schnell wieder. Kann man erfahrungsgemäß quasi aussitzen. ;)

Generell sollte man auch den Effekt den eine Serie wie Wednesday HEUTE noch hat (und überhaupt haben kann) nicht überschätzen denke ich: Ja, es gab mal kurz nen Hype um die Serie/die Hauptdarstellerin/ihren Tanz… aber man wird heutzutage so zugeballert mit Content (und Eindrücken) auf den Streaming-Plattformen (und Social Media) dass eine einzelne Serie, selbst wenn sie erfolgreich ist, es kaum noch schafft nachhaltig(!) irgendeinen Eindruck bei der Mehrheit zu hinterlassen (und dass z.B. Wednesday auch Plattform-exklusiv ist und nicht für jedermann verfügbar schränkt das sogar noch weiter ein). Das rauscht doch beim Konsumenten alles nur noch so durch, völlig unabhängig von der Qualität… (die letzte Serie der ich aktuell zugestehen würde dass sie wirklich längerfristig ein „Phänomen“ war und Leute irgendwie geprägt war damals GoT).
Ich persönlich kenne genau eine Person die so ein Wednesday-Kleidchen hat das sie ab und an trägt (und die lief schon vorher schwarz rum).

PS: Ja, hab Wednesday auch gesehen. War OK/ganz unterhaltsam, aber auch nicht mehr.

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Durante
Vor 1 Jahr

Ergänzung: Generell halte ich darüberhinaus auch den Einfluss von dem was in der Hochglanz-Modewelt so über die Laufstege getragen wird (da war schon öfters der sogenannte „Gothic-Look“ mal Thema in den letzten Jahrzehnten) für sehr begrenzt. Immer wenn „Gothic-Look“ angeblich mal wieder „DER Trend“ werden sollte, ist mir danach bei den Stinos optisch keinerlei diesbezügliche Veränderung aufgefallen (was ich auch völlig in Ordnung so finde ;) ), auch nicht im Kleinen. Ich glaub die „Mode-Welt“ kreist bei solchen Dingen primär um sich selbst.

thebunneh
thebunneh (@guest_62529)
Vor 1 Jahr

Auch wenn ich durchaus desöfteren mit extremen Sichtweisen anecken mag (nicht nur in der „normalen“ Gesellschaft), so bin ich in diesem Thema (unverständlicherweise für Viele) doch sehr verzeihend.

Für mich war der Einstieg in die Szene extrem schwer, da wir quasi keinerlei offensichtliche Berührungspunkte hatten. „Sonic Seducer“, „Orkus“ oder gar „Zillo“ bei uns zu bekommen war quasi unmöglich… CDs waren meist nur auf Bestellung und quasi nur „unter der Hand“ zu bekommen… An Kleidung war da in keinem Fall zu denken. Glücklich wer einen älteren Bruder in der Bundeswehr hatte und Stiefel bekam…
Wir haben uns alles irgendwie selbst zusammengestellt, gefärbt, gebastelt.
Ich erinnere mich da an einen lieben Freund, der mir eine SMS schickte, ob ich ihm zur nächsten Party irgendwie noch 1-2 Flaschen Haarlack mitbringen könnte, bei ihm sei alles ausverkauft wegen der nächsten Darkwave-Party… Und damit kann ich beileibe nicht anstinken gegen manch andere Geschichte hier…

Und trotzdem schaue ich mir die kleinen Babyfledermausis an… und bedauere sie. Nicht weil sie es so „einfach“ haben heutzutage, sondern weil sie es eben nicht so schwer haben, wie mancher von uns damals. Die Erfahrung sich selbst etwas zu basteln/anzupassen und so ganz einzigartig zu sein… das fehlt ihnen heute.

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