Gothic - Kein Ziel keine Richtung

Gothic – Kein Ziel und keine Richtung

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Gothic - Kein Ziel keine RichtungManchmal tauchen Fragen, die man sich schon öfter gestellt und dann wieder verdrängt hat, auf Umwegen wieder auf. Heute sah ich ein junges Gothic-Paar in der Stadt, gekleidet in trendigem X-tra-X-Schwarz inklusive einem Berg aus Schnallen, Ösen und Bondage-Bändern. Sofort stellte sich bei mir die innere Abwehr ein. Mit denen hab ich nichts zu tun. Das sind nur Mitläufer. Die gehören nicht zur Szene. Mode-Gruftis, die sich nur interessant machen wollen. Untrue! Gleichzeitig das schlechte Gewissen, sich als „was Besseres“ zu fühlen und direkt in abwertenden Kategorien zu denken.

Was wissen die neuen Gothics schon von der alten Szene – von den Beweggründen und Zielen, die einen zum wahren Mitglied dieser Subkultur machen? So schoss es mir durch den Kopf. Äh – Moment mal! Da war sie wieder, die besagte oft verdrängte Frage. Gab es überhaupt jemals eine Richtung oder ein Ziel in der Szene?

Zuhause am Computer nehme ich Wikipedia zur Hilfe, um ein einigermaßen objektives Bild von großen Subkulturen und ihren Zielen zu erhalten. Und siehe da: Die Musik spielte zwar immer eine übergeordnete Rolle, aber es steckte mehr dahinter:

Hippie

Die von San Francisco ausgehende Hippiebewegung stellte die ihrer Meinung nach sinnentleerten Wohlstandsideale der Mittelschicht in Frage und propagierte eine von Zwängen und bürgerlichen Tabus befreite Lebensvorstellung. Im Vergleich zur 68er-Bewegung und den Gammlern dominierten dabei stärker gemeinschaftliche (Selbstverwirklichung) als gesellschaftspolitische Konzepte, teilweise überschnitten sich die Ideale der Bewegungen. „Denn anders als die Gammler wollten sie nicht nur dem Leistungsdruck der Gesellschaft entfliehen, sondern zugleich neue, menschlichere Lebensweisen und Umgangsformen finden.“ Die Idee von einem humaneren und friedlicheren Leben wurde mit dem – oft synonym zur Hippiebewegung verwendeten – Schlagwort Flower-Power (englisch für „Blumenmacht“) belegt, das 1965 vom US-amerikanischen Dichter Allen Ginsberg geprägt wurde. Diese Ideale wurden versuchsweise in neuartigen, oft ländlichen Kommunen umgesetzt.1

Punk

Zu den Ursachen für die Frustration englischer Jugendlicher bezüglich der sie umgebenden Regeln gehörte der mangelnde Halt durch die Schulen und mangelnde Aussichten im Berufsleben, bedingt durch die Wirtschaftskrise und das steife englische Klassensystem. Die Jugendlichen fühlten sich ausgeschlossen und betrogen um die Dinge, die ihnen erstrebenswert vorkamen: modische Kleidung, die neueste Musik, oft sogar schon der Konsum von Getränken in Gaststätten. Aus dieser Perspektive war auch durch Rock- und Popmusik ein neues Establishment geschaffen worden, das gegenüber der bürgerlichen Mehrheitsgesellschaft keine Alternative mehr bot und das deswegen bestenfalls noch Stillstand bedeuten konnte. Die Antwort der englischen Punk Szene hierauf hieß Eigenproduktion, „von der Szene für die Szene“… Die dreckigen und schnoddrigen Elemente des Punk Rock wurden hier zum Programm: das Establishment, und damit der Status Quo der Gesellschaft in ihrer Gesamtheit, wurde offen abgelehnt und brüskiert. Die herrschenden Werte wie auch die herrschende Ästhetik wurden durch einen radikalen Nonkonformismus negiert. Die Bewegung versuchte nicht, sich etwa durch künstlerische Qualität in ihrem Anliegen verständlich zu machen, sondern betonte gerade das Unvollkommene, Dreckige, das radikal Individuelle und Unvermittelbare der eigenen Musik und Lebensweise. Man war nicht der Auffassung, dass Kritik an dieser Gesellschaft in ihr auch konstruktiv wirken müsse. Im Mittelpunkt stand die eigene Subjektivität, das eigene Leiden am Zustand der Welt, das sichtbar gemacht und so gegen sie gewendet werden sollte.2

Hip-Hop

Die überlieferte Hip-Hop-Kultur begann ihre Karriere in den frühen 1970er-Jahren der Bronx, einem verarmten New Yorker Stadtteil. Im Verlauf der 1960er- und 1970er-Jahre war dieser Teil New Yorks einer zunehmenden Verarmung und Ghettoisierung durch Immigranten und Afroamerikaner ausgeliefert. Die schwarze Ober- und Mittelschicht mit ihren Intellektuellen entfloh zunehmend in die „weißen“ Vorstädte und hinterließ unter anderem ein sozial isoliertes afroamerikanisches Proletariat. Außerdem verstärkten städtebauliche Fehlplanungen des Viertels diesen Effekt noch, besonders auf dem Gebiet des sozialen Wohnungsbaus sowie beim Bau einer Umgehungsstraße, welche die Bronx nun vom Rest New Yorks abschnitt. Bandenkriminalität, Verarmung und Verwahrlosung waren die bekanntesten unmittelbaren Folgen dieser Entwicklung zu einem Teufelskreis. […] Während der ursprüngliche Hip-Hop noch die sozialen Ungerechtigkeiten, in denen die farbige Bevölkerung in den Ghettos New Yorks lebte, thematisiert habe, sei heutiger Hip-Hop jedoch oft reaktionär, gewaltverherrlichend, frauenfeindlich, homophob, sexistisch und fördere dadurch unter anderem die Jugendkriminalität, Aggressivität, Passivität und generelle Gewaltbereitschaft. Statt der Verbesserung der sozialen Lage der eigenen Community strebe, so die Kritiker, der gegenwärtige Hip-Hop-Künstler im Musikbereich keine weiteren Ziele mehr an als ein gefülltes Bankkonto und Platzierungen in Charts, sowie ein möglichst „gangster“-mäßiges Image (Kleidung, Auftreten, Äußerungen).3

Soweit die anderen – bei der Suche nach den Beweggründen unserer Gothic-Szene wird es schwammig:

Gothic

Die Gothic-Szene gilt als ästhetisch orientierte Subkultur, deren Mitglieder als friedlich, aber auch als unnahbar, elitär oder wirklichkeitsfremd wahrgenommen werden. Sie ist eine retrospektive Kultur mit einer enormen Bandbreite an modischen Formen. Die Durchschnittsbevölkerung wird von Teilen der Gothic-Kultur negativ kritisiert, etwa als konservativ, konsumorientiert, intolerant, egoistisch und vom Gesetz der sozialen Bewährtheit geleitet. Aus der Ablehnung dieser Eigenschaften resultiert eine demonstrative Distanzierung zur Gesellschaft. Eine charakteristische Lebenseinstellung, die alle Angehörigen der Gothic-Kultur miteinander teilen, gibt es nicht. Zwar werden philosophische, religiöse sowie politische Fragen unter Goths thematisiert, allerdings nicht einheitlich beantwortet.4

Klingt ein wenig nach einer hohlen Frucht, die außen zwar ganz hübsch aussieht, aber innen nicht viel zu bieten hat. Dabei propagieren wir doch – auch in diesem Blog – immer wieder, dass Gothic mehr ist als Mode und Musik. Alles nur nachträglich hinein interpretiert? Eine Art Subkultur-Sozialromantik, erdacht von ein paar Gutmenschen, die mit den schwarzen Klamotten alt geworden sind und sie mit Sinn füllen wollen? Ist Gothic überhaupt eine Subkultur, wenn es kein Ziel und keine Richtung gibt? Es gibt jenseits von Modetrend und Musik nicht einmal eine Wurzel, aus der die schwarze Blume gewachsen ist.

Der Begriff der Subkultur („Unterkultur“) ist ein seit den 1940er Jahren in der Soziologie verwendeter Terminus, mit dem eine bestimmte Untergruppe der sozialen Akteure einer Kultur beschrieben wird, die sich im Hinblick auf zentrale Normen deutlich von der „herrschenden“ Kultur abgrenzen. Eine völlige Abgrenzung, also eine den herrschenden Normen diametral gegenübergestellte soziale Gruppe wurde von Soziologen (vor allem seit den Protestbewegungen der 1960er Jahre) häufig als „Gegenkultur“ (counterculture) bezeichnet. Umgangssprachlich werden beide Begriffe häufig synonym verwendet.5

Grenzen wir uns deutlich von herrschenden Normen ab? Vielleicht: Wir verweigern uns aktuellen Modetrends, verwischen optisch die Geschlechter und bevorzugen eine morbide Ästhetik. Aber was wollen wir erreichen? Für ein ernstzunehmendes Ziel ist das wohl etwas zu dünn.  Selbst der Begriff „soziale Akteure“ aus der obenstehenden Definition muss in Frage gestellt werden. Wer agiert denn sozial? Wir agieren allenfalls, indem wir uns bewusst für schwarze Klamotten entscheiden und andere Musik hören als der Mainstream. Vielleicht bemüht sich der eine oder andere, im privaten Umfeld die Welt ein bisschen besser zu machen – der Szene als solches kann man das aber nicht als gemeinschaftliches Ziel zuschreiben. Immer wieder ist die Rede von „Provokation“, die zu diesem oder jenem Outfit führt. Wer soll provoziert werden? Und warum? Mit welchem Ergebnis?

Die Gothic-Szene ist nach 30 Jahren Orientierungslosigkeit nicht umsonst so breit gefächert. Wo es keine gemeinsamen Beweggründe, keine Ideale und keine gemeinsamen Ziele gibt, können Gruppen aller Gesinnungen ihr Fähnchen in den Boden hauen und eine neue „Strömung“ ausrufen. Es gibt niemanden, der mit dem Brustton der Überzeugung sagen kann: Das war und ist nicht unser Beweggrund, unsere Richtung, unser Ziel. Auch ich kann das nicht sagen. Leider.

 

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Einzelnachweise

  1. Quelle: Wikipedia – Hippie[]
  2. Quelle: Wikipedia – Punk[]
  3. Quelle: Wikipedia – Subkultur Hip Hop[]
  4. Quelle: Wikipedia – Gothic Kultur[]
  5. Quelle: Wikipedia – Subkultur[]
Orphi Eulenforst – impulsiv, pragmatisch, weniger optimistisch! Prädestiniert für den “Hexenfluch”. Außerdem großer “The Cure”-Fan und überzeugte Schriftstellerin. Sabrina wurde 1971 in Duisburg geboren und beschäftigt sich vornehmlich mit den kulturellen Aspekten der Szene. Darüber hinaus macht sie sich als Muse und Gegenpol unbezahlbar.

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Steffi
Ich glaube ich bin eine Mischung aus Hippie-Goth wenn ich Deinen Beitrag nur von den oben genannten Subkulturen in aller Kürze zusammenfassen würde ;) Hmmm wenn Du schreibst „Kein Ziel, keine Richtung“ glaube ich ist das zu pessimistisch gesehen. Eine Gegenfrage: waren dann die ganzen Beiträge (die zwar nur einen kleinen Teil unserer Subkultur wiederspiegelten, jedoch ein ganz gutes Gesamtbild abgeben) zum Gothic Friday nur eine „Zusammenkunft gruftiger Schreiberlinge“ die sich zur jeweiligen gestellten Thematik einfach Just for Fun äussern wollten? Ich glaube nicht. Wurde nicht recht deutlich wie intensiv die Teilnehmer die Themen anpackten und niederschrieben, ebenso die abgegeben… Mehr lesen »
Benedikt Vogler
Und wo sind jetzt die großen Unterschiede zu Cybers? Cybers seien ja alle immer nur am Party machen, aber sie hören Musik abseits des Mainstreams, provozieren auch, eine Verwischung zwischen den Geschlechtern hat man auch, die Ästhetik ist jetzt nicht so sehr morbid, aber auch abseits des Mainstreams. Cybers sind noch weniger „ideologisch“ als Gothics, aber so verschieden dann doch nicht. Auch wenn es immer überall bei Gothics betont wird. Ich selber bin irgend so ne Mischung zwischen Geek, Gothic und Cyber. Ich kann mich selber nicht wirklich mit Gothic identifizieren, denn bis auf Teile des Stils (Bondage Hosen, Frisur… Mehr lesen »
Robert
Ich möchte gleich mit meinem ersten Gedanken dazu beginnen: „Hach, Sabrina, ich liebe Dich, aber Dein Artikel ist in meinen Augen völliger Unsinn.“ :) Du betrachtest die Große Masse dessen, was heutzutage „Gothic“ genannt wird, weil du vielleicht deinen eigenen Kern zu verwässerst siehst. Gothic hat eine Richtung und ebenfalls ein Ziel. Auch wenn es jetzt plakativ klingt, aber die Abkehr von der Spaßgesellschaft ist so ein Ziel. Das heißt nicht, das wir partout keinen Spaß haben dürfen, aber unsere Freizeitgestaltung beschränkt sich eben nicht nur darauf. Doch zurück zum Anfang. Gothic ist ein Oberbegriff für zahlreiche Spielarten eines möglicherweise… Mehr lesen »
Robert
Nur in Kurzform, damit die anderen auch zu Wort kommen: Jeder hat seinen „Einstieg“ in die Szene aus ähnlichen Beweggründen begonnen wie Du. Die von mir erwähnte Stichworte sind ja auch keine „Einstiegskriterien“. Ich beziehe mich eher darauf, was sich daraus entwickelt hat. Die Kids, die 1978 Joy Division gehört haben, habe sicher so ähnlich gedacht. Die selben Kids waren dann später die Prototypen der Szene, weil sie begannen, sich auseinanderzusetzen. Wenn man jugendlich ist, gibt es täglich neue Ziele ;) Ich schließe mich da nicht aus. Ob Spontis repräsentativ für die Szene ist? Keine Ahnung, für „meine“ Szene ist… Mehr lesen »
Axel
Axel
Ich bin auch eher auf Sabrinas Seite. Klar, es gibt einen harten Kern, der gern alles mit Inhalt füllt. Aber schlagen wir mal Nägel mit Köpfen! Wie sieht s denn in der allgemein Gothic-Szene aus? Politik: Die Szene ist so unpolitisch, dass selbst braune Spinner darin rumlaufen können ohne groß aufzufallen oder auf Gegenwehr zu stoßen. Politische Ziele hatte diese Szene nie! Kultur: Auch hier muss man sagen: einen kulturellen Weg kann man nicht erkennen. Es gibt keine Weiterentwicklung, alles soll so sein wie es war un sich nur nie ändern. Anders kann ich mir beispielsweise die ganzen Hassparolen auf… Mehr lesen »
robertianjim
robertianjim
Ich glaube, das mit den Zielen für eine Szene ist ein wenig zu hoch gegriffen. Die Sozialwissenschaft spricht bei Szenen oder posttraditionalen Gemeinschaften (ein Begriff, der den Szene-Begriff teilweise ersetzt/erneuert) von einem freiwilligen Zusammenschluss von Individuen aufgrund eines gemeinsamen thematischen Fokus. Dieser Fokus kann sehr kurz sein (Fussball WM/Public Viewing/ein einziger Abend im Club) oder eben länger anhaltend (Musik/Mode/Weggehen/Sport etc.). Sobald sich bei einzelnen dieses Interesse, also der Fokus verschiebt gehen sie eben woanders hin (ja es ist komplizierter, man bindet sich ja auch etc…aber so prinzipiell). Diese Gemeinschaften funktionieren und funktionierten schon immer durch gleichzeitige Abgrenzung und Einbettung, d.h.… Mehr lesen »
mela
Hm. Ich selber bin in diese Subkultur durch ältere Semester „geraten“. Und wohne seit zwei Jahren leider nicht mehr in diesem Wirkkreis. Als ich hierher kam, wurde ich schräg angeschaut, weil ich meine Kleidung selber mache und weil ich mich lieber zu den dunklen KLängen wiege als wild zum EBM zu stampfen. In meiner Region herrscht leider das schlecht gezeichnete Bild der schwarzen Partygemeinschaft vor. Schwarz tragen? Gerne, aber nur am Wochenende in der Disko! Nur nicht auffallen, was sollen denn die Nachbarn von mir denken? Hier ist die schwarze Szene leider wirklich zu einer Wochenend-Party geworden. Traurig, aber wahr.… Mehr lesen »
Death Disco
Death Disco
Ach, ihr und eure Ziele. Und dann diese Darstellung von Gothic als Trauerweidenverein. Warum darf Gothic nicht einfach wieder Gothic sein? Eine Szene, die sich um die Musik gebildet hatte, optisch rudimentär die Provokation des Punk aufgriff, die schon immer auch modisch interessiert war und Wert auf’s Aussehen legte (dabei aber nicht den Bezug zur Musik vergaß), die ein bisschen Neugier an dunklen Themen zeigte, dazu nicht zwingend akademisch an die Sache heranging (von den alten Grufties konnten ganz sicher nur 5 von 50 ein paar Romantiker nennen… und diese 5 waren schon viel), die einfach ein bisschen Mystik-Erleben anstrebte,… Mehr lesen »
mela
Ich würde nie bestreiten, dass der Ursprung Provokation / Rebellion war. Bei mir selber hat sich mein Weg auch durch eine ursprüngliche Rebellion entwickelt. Und ich denke, so wird es vielen gehen. In jeder Subkultur. Fragt mal 100 Punks, was für sie Punk sei. Man erhält 100 verschiedene Antworten, die alle untereinander paarweise genauso richtig und genauso falsch sind. Und nun fragt mal 100 Gothics, was für sie Gothic sei. Wenn es wirklich nur darum geht, sich zu kleiden und zu benehmen, wie man es gerade für cool findet…warum nimmt man dann Anstoß an das oben beschriebene Pärchen mit den… Mehr lesen »
Sheik Yerbouti
Sheik Yerbouti
Gothic kann kein Ziel haben, da gar keine allumfassende offizielle Ideologie vorhanden ist. Einige sind politisch interessiert, andere interessiert dieses Thema nicht die Bohne. Einige wollen provozieren und suchen den Kampf mit der scheinbar so andersartigen Mainstream-Gesellschaft, andere wollen vor selbiger nach Feierabend flüchten und blos ihre Ruhe haben. Und so weiter und so fort. Gothic als Gesamtheit ist kein bischen anders oder besser als der Rest (ja, Rest!) der Gesellschaft. Denn er gehört dazu. Es ist die gleiche Spassgesellschaft auf der Flucht vor der Verantwortung. Nur eben in – mehr oder weniger – schwarz und auch – aber nicht… Mehr lesen »
Axel
Axel
Wir sollten unsere Wurzeln kennen, aber auch die Blüten und Blätter schätzen, die daraus gewachsen sind. Genau darauf kommt es an. Nur weil man die heutigen Blüten schätzt, heißt das nicht, dass man die alten Wurzeln verachtet. Es gibt auch heute so viel tolle Musik zu entdecken. Es gibt heute so viel Kunst, soviel Inhalt was einem erfüllen kann. Manchmal erinnert mich die Veteranen der Gothicszene ein wenig an meine Großeltern. „Früher war alles besser“, „damals hätt’s das nicht gegeben“ – Ich wollte nie wie meine Großeltern werden. Gerade die heutige Zeit bietet Szenetechnisch soviel spannendes ud interkulturelles durch das… Mehr lesen »
Robert
Sollte Gothic denn nicht ein Ziel haben? Viele von euch beziehen sich auf die Anfänge und die eigenen Erfahrungen, um eine Erklärung für das Jetzt zu finden. Fakt ist, das die meisten hier mit (oder in) der Szene älter geworden sind. Reifer, nachdenklicher. Früher mag es cool gewesen sein, ist es denn heute immer noch cool? Ich finde, dass wir das, war wir damals schön fanden, was ein Teil unseres Stils geworden ist, ein Teil unserer Interessen und Vorlieben geworden ist, mit etwas von uns selbst füllen sollten. Anfangs fand ich es auch cool, mit schwarz zu kleiden und andere… Mehr lesen »
Katrin
Katrin

„Und dennoch: die Allgemeinheit denkt wohl leider nicht so. Da hält man das hoch womit man quasi “aufgewachsen” ist. Das kann ja auch ganz nett sein, doch macht es blind für das Heute und Morgen.“

Deswegen sind „wir“ doch hier. Was interessiert mich ne schwarze Allgemeinheit? Da suche ich doch lieber das wohlschmeckende Haar in jenem Brei und freu mich über erhobene Mittelfinger! Im Gestern und heute und im Morgen! :-)

Ian Luther
Ich kann im Prinzip den Grossteil der Meinungen verstehen. Auch ich hege eine gewisse Nostslgie vor allem was die Musik und Mode der Szene betrifft. Allerdings muss ich Robert zustimmen- allein das macht es fuer mich nicht aus. Daher finde ich es gut, dass es mittlerweile inhalte gibt. Ich rede nicht von tiefgruendigkeit in gezeungenem masse sondern von solchen kreativen aktivisten wie die, die ausstellung boten des todes gemacht haben. Und auch fruher wird es nicht arg anders gewesen sein. Es gab schon immer unterschiedliche gruppen. Allein unter musikern. Xmal deutschland hatten m.m. Nach tiefsinnigere texte als specimen, die mehr… Mehr lesen »
Melle Noire
Hi! Ich habe mir ehrlich gesagt nie groß Gedanken darüber gemacht, welches konkrete Ziel unsere Subkultur im Allgemeinen nun anstreben könnte. Das war für mich nie wichtig. Signifikant für mich ist : Ich fühle mich innerhalb der Szene geborgen, ich liebe die ganze Atmosphäre und die (mehr oder weniger) dunklen Klänge. Und es gibt immermal wieder etwas zu entdecken, mit dem man sich zuvor nicht beschäftigt hatte. Ich bin zB momentan total fasziniert von Joy Division, über die ich jüngst auf ARTE im Rahmen der Gothic Night eine Doku gesehen habe. Die Musik spricht mich absolut an, ich finde sie… Mehr lesen »
Axel
Axel

„Und jetzt tanz, Schlampe!“?
Ohne den Moralapostel raushängen zu lassen, aber: wie frauenfeindlich ist denn bitte schön sowas? Wenn ich jetzt ne Frau wäre, würde ich als selbstbewusste Frau keinen Club unterstützen, der Musik mit solchen Texten spielt!

(Da frage ich mich, ob heutzutage eigentlich das Gefühl für Sprache verloren gegangen ist, wenn man auf verbale Gewalt tanzt. Zudem wird im Text des besagten Liedes die Frau als williges Sexobjekt abgestempelt – und sorry, aber solche Inhalte sollte wir alle gemeinsam ablehnen! Wo leben wir denn eigentlich? In den 1950er Jahren???)

mela
Ich finde nicht, dass du den Moralapostel raushängen lässt, Axel. Hin und wieder muss ich selber zwar für mich differenzieren, ob die Vulgärsprache Provokation, ein „Kunstgriff“ oder einfach nur herabwertend ist – idR gehe ich zwar zugunsten des Künstlers von Provokation aus, aber ich persönlich ziehe da deutliche Grenzen. Mich erschreckt es ja schon, dass so viele Mädels so viel Haut zu zeigen bereit sind (hier gibt es sogar ein Mädel, das obenrum bevorzugt maximal mit BH tanzt) und die Herren das auch noch total „geil“ finden – da muss ich mich als Frau nicht auch noch weiter erniedrigen lassen,… Mehr lesen »
Axel
Axel
Da frägt man sich doch wofür die Frauen in den 70ern auf die Strasse gegangen sind! Dafür, dass sich heutige Mädels und Frauen bereitwillig erniedrigen und beleidigen lassen doch wohl ganz bestimmt nicht. Und Provokation? Klar, mit Provokation kann man ja alles rechtfertigen, ähnlich wie Satire immer vorgeschoben wird. „Ist ja nur Provokation“, „ist ja nur Satire“ – ganz ehrlich: soviel essen kann ich garnicht wie ich da k**** könnte. Um es mit dem Topic zu verbinden: ich finde jegliche Art von Vulgärsprache hat in der schwarzen Szene nichts verloren (Ich fande ja schon den Song „Irgendein Arsch ist immer… Mehr lesen »
mela

Das, was man geläufig in den Clubs zu sehen bekommt, ist weit entfernt von Erotik.
Ich kämpfe hier gegen Windmühlen, wenn ich von den Herren nicht nur als „Haare, Brüste, Arsch“ angesehen werden möchte. Für mich gehört Sexualität schlicht und einfach zur Intimsphäre und sollte genau das bleiben: intim.

Zur Weiblichkeit gehört für mich neben der von dir genannten Würde und ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein auch und vor allem Selbstachtung.
Ich stecke nicht in den Köpfen der Mädels, die gerne alles zeigen möchten, was sie an Vorzüge zu bieten haben, aber ich bezweifle, ob dadurch wirklich die Selbstachtung gewahrt wird.

Irmin
Irmin
Sollte Gothic denn nicht ein Ziel haben? Diese Frage möchte ich je nach Betrachtungsweise entweder mit „Das Ziel existiert implizit doch schon“ oder mit „Nein“ beantworten ;) Die Frage ist ja, was so ein Ziel sein könnte oder welche Voraussetzungen so ein Ziel erfüllen sollte. Gemeinsam gute Musik hören ist ja auch schon ein Ziel. Ein sinnvolles oder erfüllendes Ziel? Das kommt wohl darauf an, was man als sinnvoll ansieht. Da steckt die Frage nach dem Sinn schon drin, die auch mit der Frage nach einem Ziel zu tun hat. Es gibt schließlich genügend Leute, die sich viel allgemeiner fragen,… Mehr lesen »
Axel
Axel
Also bei mir rennst Du damit sperrangelweit offene Türen ein! :-) Denn „Haare, Brüste, Arsch“ interessieren mich an einer Frau nun überhaupt nicht. „Verstand, Charakter, Witz, Kreativität“ – Das macht mich an einer Frau an. Wir leben in einer oberflächligen und übersexualisierten Gesellschaft. Und da wundern die sich alle, dass ihre Beziehungen in die Brüche gehen, wenn diese auf das falsche Fundament aufgebaut werden? Ich mein, sowas läuft doch nicht von alleine. Es erfordert immer auch Arbeit an einem selbst und auch den Willen sich weiterzuentwickeln und offen zu sein. Aber genau das wird durch den immerständigen Konsum ja gerade… Mehr lesen »
Dominik
Dominik
Hallo zusammen, ich lese seit Langem diesen Blog, seit langem die Frage „Was sind wir, was wollen wir?“. Ich bin nun seit 8 Jahren „schwarz“, wenn man es denn über die Farbe definieren möchte. Ich selbst trage gern Bondagehosen. Einerseits weil ich gern weite Hosen mit viel Gebimsel trage, andererseits weil ich der Selbstshneiderei nicht mächtig bin. ;) Auch ich erwische mich dabei, die „Neuen“ zu belächeln, die sich mit Ketten behanden irgendwelche Zeichnungen ins Gesicht schmieren & anschließend in der Öffentlichkeit irgendwelche abgrundtief bösen Äußerungen von sich geben, um möglichst böse zu wirken. Ein Arbeitskollege verglich mich die Tage… Mehr lesen »
Melle Noire
Ohne den Moralapostel raushängen zu lassen, aber: wie frauenfeindlich ist denn bitte schön sowas? Wenn ich jetzt ne Frau wäre, würde ich als selbstbewusste Frau keinen Club unterstützen, der Musik mit solchen Texten spielt! Auweia, da hab ich ja nu was losgetreten… ;D Also : Zunächt einmal ist das Zitat „Und jetzt tanz, Schlampe!“ aus dem Rodriguez-Film Planet Terror. Dort kommen sie aus dem Mund von Quentin Tarrantino. Der Streifen ist saucool (wenn man denn, wie ich, auf derben Humor steht). Darüber hinaus sind grenzwertige Samples im Elektrobereich ja nun auch nicht neu. Von daher: Macht Euch mal locker. Nur… Mehr lesen »
shan_dark
pls don’t mind: Ich habe mich jetzt noch nicht durch die kommentare gewühlt. Guter Post bzw. interessante Frage, Sabrina! Es gibt aus meiner Sicht kein gemeinsames Ziel der Szene bzw. von Gothics als Gesamtheit. Dann wären wir wohl eher eine Partei oder eine Protestbewegung. Beides ist nicht der Fall. Gothics/Grufties/Waver waren nie aktiv und auffällig in der Gesellschaft, sondern haben sich jeder individuell ihre Parallelwelt geschaffen, in die sie sich zurückziehen, mit dem wahren Leben da draußen arrangiert man sich. Wir gehen alle brav arbeiten und nehmen an den normalen gesellschaftlichen Sachen teil. Wenn ich überhaupt ein gemeinsames Element bei… Mehr lesen »
Irmin
Irmin
Wenn Dich solche Harmlosigkeiten schon die Wand hochgehen lassen, solltest Du einen riesigen Bogen um die Industrial-Szene machen. Falls es Dich dennoch interessiert, empfehle ich Dir ein paar Alben von Whitehouse, Thorofon, Propergol und überhaupt jede Menge Getöse aus dem Noise/Power-Electronics-Umfeld, wo Themen wie Hass, Folter, Massenmord, Vergewaltigung, Pädophilie, Sex mit Tieren und ähnliches vorherrschen. Für die, die das nicht wollen, bleibt ja immer noch Winterkälte, damit kann man zumindest thematisch auch jeden Baumknutscher zufriedenstellen *g* (Der „Baumknutscher“ ist auch gar nicht abfällig gemeint, auch, wenn es vielleicht so klingt) Auch wenn sich mir die Szene nie als besonders laut… Mehr lesen »
Melle Noire

@ Dominik: Bei uns gibt es meist noch einen Classix-Floor oder so etwas in der Art. Da bin ich auch ziemlich oft anzutreffen. :) Bzw mag ich am liebsten gemischte Floors, wo die unterschiedlichen Richtungen abwechselnd laufen.

Karnstein
Zunächst mal: Sorry, ich habe mir die anderen Kommentare noch nicht durchgelesen, also mag das eine oder andere schon thematisiert worden sein… Wenn man der obigen Definition einer Subkultur Glauben schenkt dann ist die schwarze Szene sicherlich keine, sondern eben „nur“ genau das: eine Szene. Es gibt eben tatsächlich kein zentrales Gedankengut, keine allgemeine Mode und ebenso keine einheitliche Musik – einer der vielen Faktoren warum es so schwierig ist Gothic zu begreifen und begreifbar zu machen. Daher kann die „schwarze Szene“ für mich auch immer nur ein Oberbegriff für verschiedene artverwandte und sich manche Wurzeln teilende Szenen sein. Aber… Mehr lesen »
NorthernNephilim
NorthernNephilim
Ja wieder mal die Grundsatzdiskussion, kann man fast die Uhr nach stellen, alle 4 Jahre neuer (alter) US Präsident, VW bringt den neuen Golf raus und die Szene diskutiert sich zu Tode und die Sisters haben immer noch nicht das neue Album raus. Ich fühle mich hier wohl weils für mich hier die richtige Musik gibt die meinen Geschmack entspricht. Sorry kann zwar weder Schneidern noch habe ich nen begehbaren Kleiderschrank mit den neuesten Klamottentrends. Klassische Partys mit DJ meide ich auch lieber dann lieber auf Konzerten da weis man eher was einen erwartet bzw. habe ich kein Bock Sven… Mehr lesen »
Ian Luther
Karnstein gebe ich mal wieder recht :-) Lasst es uns einfach formulieren: Die 80er-Wave-Szene erschuf ein Konstrukt, eine Art Wolkenkratzer mit verschiedenen Etagen, Fluren und Zimmern, auf den wir alle später aufbauten und unsere eigenen kleinen Suites schufen. Da kann es schon vorkommen, dass die Möblierung und die Tapete beim einen anders aussieht als beim anderen, noch dazu die Heizkosten und Stromrechnung :-) Regt euch nicht so auf, ich nenne diesen Turm „Schwarze Szene“ und man muss ja nicht jeden besuchen, den man nicht mag. Aber es wird sicherlich auch WGs von gleichgesinnten geben. Spontis ist für mich auch so… Mehr lesen »
Scyllarus
Scyllarus
Ziel und Richtung … das frage ich mich auch schon, seit ich vor Jahren (als „Spätzünder“) in dieser Szene einen Raum zum Wohlfühlen gefunden habe. Anfangs dachte ich, Romantik, Morbidität, Kreativität, Nachdenklichkeit seien wohl die verbindenden Gedanken der Szene, das lag auch an der Auswahl der Leute, die ich getroffen hatte, und bei denen ich mich wiedergefunden habe. Diese Illusion war natürlich nicht haltbar … Eine gemeinsame Richtung kann ich immer weniger erkennen, und ein Ziel schon gar nicht. Aber jenseits des „Partyvolk zum Feten feiern“ (SG-Kategorie, schauder …) finde ich immer wieder diesen Kern an Romantikern, bei dem ich… Mehr lesen »
Sheik Yerbouti
Sheik Yerbouti

Ich glaube, dass wir heute noch nichts entscheiden sollten.

Death Disco
Death Disco
habe ich kein Bock Sven Väth auf ner Goth veranstaltung zu hören. Dafür ist die Fusion da. Herr Väth war übrigens mal DJ für Wave und Elektronik in der zweiten Hälfte der 80s und produzierte mit Luca Anzilotti auch ’ne EBM-Nummer. :) Das Fehlen politischer Richtung, oder zumindest politischen Bewußtseins, stört mich dagegen wirklich. Ich bin ganz froh darüber, dass die Sache recht unpolitisch funktioniert. Der Nährboden reicht nicht aus, um irgendeine politische Richtung darauf etablieren zu können (welche sollte das denn auch sein?). Rote Spinner und Antifa-Gurken möchte ich jedenfalls nicht in meiner Umgebung haben. Die sind genauso abzulehnen… Mehr lesen »
Ian Luther

Death Disco: sehe ich auch so. Auf rechtr habe ich genauso wenig lust wie auf rote antifas. Ich lehne die extremen ganz einfach ab.

Death Disco
Death Disco
Nicht dass Death Disco jetzt wieder die Plattensammlung rausholt und mit Fakten darüber glänzt, wer früher schon wann wie was gesungen hat. Wie Du sicher sehen kannst, erfolgte das nach Axels Empörung über belanglose Movie-Samples und seiner Forderung, „Vulgärsprache“ aus dem Umfeld der schwarzen Szene fernzuhalten. Dass das nicht möglich ist, zeigt das Beispiel Industrial, ein wirklich sehr altes Beispiel übrigens, das aufzeigt, dass Vulgärsprache eben keine Neuheit in der Szenemusik ist. Selbst ein Project-Pitchfork-Sänger sang in den 90s schon vom Ficken, wenn auch nicht ganz so oft und nicht ganz so billig verpackt. Und letzteres ist doch offensichtlich der… Mehr lesen »
Drowning Man
Drowning Man

Vielleicht hätte ich “Ich meine nicht die musikalischen Wurzeln” groß und fett schreiben sollen.

Allerdings gab es meines Erachtens nie eine eigene Industrial-Szene ( jedenfalls was die Hörerschaft anbelangt).

Death Disco
Death Disco
Siehe Ian und Drowning Man. Eine Industrial-Jugendszene gab es nicht in der Form, wie wir uns das vorstellen. Industrial war dafür zu klein, zu experimentell. Wenn man darüber las, dann in Punk-Magazinen, in denen zur selben Zeit auch frühe Goth- und Dark-Wave-Bands vorgestellt wurden. Diese Interaktion zwischen Punk, Wave und Industrial existierte von Beginn an und war prägend in der Entstehungsphase der Schwarzen Szene. Zumindest eingängigere (Post-)Industrial-Musik wurde auch von einem größeren Anteil der Szene favorisiert. Test Dept. und Foetus traten im Batcave auf. Experimentellere Sachen oder Ritual-Musik wurden zuhause im stillen Kämmerlein gehört. Anfang der 90er wurde das sogar… Mehr lesen »
Ian Luther
Und wieder einmal gebe ich Death Disco recht :-) Ich finde Gothic und Industrial verbindet zumindest schonmal, dass sich beide Gruppen gemeinsame Bands teilen oder teilten. Ich weise da nur auf Depeche Mode hin, die im Synth und EBM-Bereich ebenso wichtig sind wie im Wave-Bereich. Letztlich ist Industrial ja gar keine eigene Szene, die sich um eine Musikrichtung schart, denn streng genommen ist sie das ja auch nicht, sondern eine Erschaffung von „industriellen“ Klangbildern, die tatsächlich nur Emotionen ausdrücken. Die kalte unangenehme Welt in Manchester beispielsweise, woher auch Joy Division kamen, die eigentlich auch das gleiche Ziel hatten: Krach machen… Mehr lesen »
Robert
Also ich denke, dass man gerade aneinander vorbeidiskutiert. Es geht meiner Ansicht nach um die Szene als solche, nicht um die musikalischen Genre, die in der Szene zu finden sind. Sabrina hat Recht, wenn sie sagt, das schon damals zwei Szenen aufgrund ihrer musikalischen Berührungspunkte vermischt wurden, die eigentlich nichts miteinander zu tun hatten. Gothic und EBM, ferner auch Industrial. Die Vermischung fand in Clubs und auf Veranstaltungen statt. Die ursprüngliche Frage, ob Gothic kein Ziel und keine Richtung hat, ist meiner Ansicht nach NICHT in der Musik zu suchen. Es geht um das, was die musikalische Toleranz innerhalb der… Mehr lesen »
Axel
Axel
Finde den Widerspruch. :D außerdem wird teilweise doch sehr auf das Aussehen der einzelnen Leute geachtet Ich finde es zB wirklich schön, daß man bei uns tiefgründigere Gespräche führen kann und es nicht nur um banale Oberflächlichkeiten geht thematisch. Gerade diese ständige Reduzierung aufs Äußere Auftreten geht mir gewaltig auf die Nerven! Das geht soweit, dass Bands nach deren Outfit bewertet werden, nicht nach deren Musik. Das geht soweit, dass Menschen, die sich lieber gern schlicht und einfach kleiden, nicht akzeptiert werden. Wenn sich jemand aufwendig herausputzen will – bitte! – aber muss man das denn von jedem erwarten? Genau… Mehr lesen »
Drowning Man
Drowning Man

Gothic halte ich nicht für eine Idee. Für mich war das Ganze eine extreme, provokative, nebulöse Ausdrucksform, teilweise auch „okkult“ anmutend (obwohl das heutzutage gerne verneint wird). Allerdings wirkte diese Ausdrucksform am meisten in Bezug auf die entsprechende Zeit (und den damit einhergehenden gesellschaftlichen Zustand).
Im Grunde möchte ich eigentlich behaupten, dass die sogenannte „Szene“ aus dem Nicht-Erklären gewisser Dinge ihre Kraft bezog.

Melle Noire
@ Sabrina: Ich möchte nochmal etwas zum Thema Ästhetik innerhalb der Szene sagen. Ich habe selbige immer schon als eine sehr ästhetikbezogene Subkultur wahrgenommen. Man putzt sich heraus, macht sich aufwändig zurecht, außerdem wird teilweise doch sehr auf das Aussehen der einzelnen Leute geachtet (auch dies ist ein ästhetischer Aspekt). Zudem haben viele Gothics einen Hang zum Künstlerischen, es gibt viele kreative Köpfe, Kreativschaffende, Schöngeister, Träumer… Natürlich gibt es auch diejenigen, die wirklich sehr freizügig in die Disco gehen – nicht alles davon finde ich persönlich gut. Wenn jemand quasi grad mal die Unterwäsche am Körper trägt, finde ich das… Mehr lesen »
Death Disco
Death Disco
Das geht soweit, dass Bands nach deren Outfit bewertet werden, nicht nach deren Musik. Damit steht Lacrimosa gleich an erster Stelle. Ein Tilo mit Jeans und T-Shirt hätte mit der Musik faule Tomaten geerntet. Das Outfit ist ein bedeutendes Identifikationsmerkmal von Szene und Musik. Das sollte man nicht vergessen. @Death Disco: Nichts für ungut, aber das lässt sich alles auf das gleiche Phänomen herunterbrechen. Verwässerung. Die Szene hat immer schon Musik gehört, die ihre gefallen hat. Die Szene hat die Musik gehört, mit der sie entstanden ist. Im Vordergrund standen Wave (Goth-Gitarre bis Synth-Punk) und Industrial, zudem verwandte Sachen aus… Mehr lesen »
NorthernNephilim
NorthernNephilim

DeathDisco:

Das Herr Väth aus solchen Bereichen kommt ist mir bewusst, hat er ja später mit der Nummer „Dein Schweiß“ nochmal Revue passieren lassen. ;)

Robert
@Death Disco: Nichts für ungut, aber das lässt sich alles auf das gleiche Phänomen herunterbrechen. Verwässerung. Die Szene hat immer schon Musik gehört, die ihre gefallen hat. Das wir dadurch Nährboden für immer neue Szenen und Musikrichtungen geworden sind, liegt an unserer Haltung uns nicht zu wehren. Das Phänomen „Gothic-Szene“, dass hier diskutiert wird, lässt sich nicht mit musikalischen Fakten erklären. @Melle Noire: Natürlich muss man alles nicht bierernst nehmen, Spaß gehört ebenso dazu. Aber der Unterschied zu manchen anderen Szenen ist, dass es nicht nur darauf reduziert. Musik, die auf Spaß, Tanzen und Selbstdarstellung ausgerichtet ist, passt nicht in… Mehr lesen »
Axel
Axel
@Robert: Natürlich ist das nicht Gothic. Da musst Du mir ja garnicht widersprechen. Aber leider ist das so, dass der IST-Zustand ein komplett anderer ist. Ich versuchs mal musikalisch festzumachen. Indica wären da ein schönes Beispiel! In Finnland gibts die Band seit nun 10 Jahren. Die haben an sich nix, niente, nada mit Gothic zu tun. Sie machen einfachen Pop-Rock mit kleinen textlich folkigen Einschlägen. Hier mal ein paar Beispiele: Was passierte bekanntlich vor 2 Jahren? Man wollte die hier in Europa als super neue „Gothic“-Sensation vermarkten. Das sah dann so aus: Als langjähriger Fan der Band war ich GESCHOCKT… Mehr lesen »
Melle Noire
@ Axel: Mir geht es auch auf den Geist, daß viele zu sehr nach dem Äußeren schauen. Aber dies ist Bestandteil des Ästhetikempfindens innerhalb der schwarzen Szene. Das kann man nicht leugnen. In meiner Welt gibt es auch nicht nur Leute, die sich total aufbrezeln, ich habe auch nichtschwarze Freunde usw… Mein bester Freund zB hat mit Gothic nix am Hut, ist der totale Technik- und Computerfreak, total sportfanatisch und dazu noch gläubiger Christ. LOL :D Wichtig ist nur eines: Daß man sich auf menschlicher Ebene versteht! @ Robert: Wenn ich mich mit jemandem unterhalte,ist es ganz egal, welche Musik… Mehr lesen »
Axel
Axel

Aber dies ist Bestandteil des Ästhetikempfindens innerhalb der schwarzen Szene.

Und dann findet die so gern, zum Beispiel auf Schwarzes Glück seitenweise, propagierte Individualität ein jähes ende, wenn man vielleicht ein etwas anderes, oder auch mehrere Ästhetikempfinden hat. Und genau in diesem Punkt unterscheidet sich das Gros der schwarzen Szene nicht im geringsten von der normalen Gesellschaft.

Irmin
Irmin
Meine Güte, ihr seid ja fleißig hier… ;-) Dann will ich mal, zunächst an Death Disco: Ich bin ganz froh darüber, dass die Sache recht unpolitisch funktioniert. Jein. Auf der einen Seite brauche ich tatsächlich keine politische Aufladung der Szene, zumal so etwas selbst mit besten Absichten in die völlig falsche Richtung gehen kann (dazu äußerte ich mich hier ja schon oft genug). Auf der anderen Seite sollte „Wir sind unpolitisch!“ aber keine Entschuldigung für die Toleranz extremer Ansichten sein – außerdem finde ich, dass eine Subkultur immer ein Stück weit politisch sein sollte, und sei es nur im Sinne… Mehr lesen »
Robert

Ich finde das, was ihr schreibt, sehr interessant. Jedes einzelne Kommentar wäre einen eigenen Artikel wert, wenn wir über Musik diskutieren würden.

Ich würde mir (und Sabrina schließt sich sicherlich an) wünschen, wenn ihr mehr über euer Gefühl sprecht, was die Ziele der Gothic-Bewegung oder die Intention der eigenen Zugehörigkeit angeht. Was verbindet Ihr, außer der Musik, noch mit Gothic? Gibt es etwas, was ihr erreichen wollt, ein Ziel oder einer Richtung, die für euch erstrebenswert wäre?

Katrin
Katrin
„Gothic“ im Sinne von „Schwarze Szene heute“ ist doch lediglich ein weiteres Angebot unserer Spaßgesellschaft. Zu Hause fühle ich mich dort eher selten. Das was in der Summe heute als “schwarze Szene” unterwegs ist, ist doch letztlich nur das Ergebnis von Stempeln, die sich ein Markt selbst aufgedrückt hat, um unwirtschaftliche Lücken gewinnträchtig zu füllen… marktwirtschaftlich betrachtet perfekt gelungen und Müller und Meier freut es, abseits eines grauen Alltags ein wenig Aufsehen erregen zu können und stolzen Hauptes das eigene Ego zu streicheln. Wo sind denn aber die Köpfe, die über all das nur lachen können? Dieser Kessel Buntes ist… Mehr lesen »
mela
Was verbindet Ihr, außer der Musik, noch mit Gothic? Gibt es etwas, was ihr erreichen wollt, ein Ziel oder einer Richtung, die für euch erstrebenswert wäre? Primär verbinde ich die Farbe Schwarz damit. Und ein Gefühl des „Hier bin ich Zuhause“. Ich muss mich nicht verstellen, ich darf sein, wer ich bin. Und ich fühle mich wohl dabei. Ich erwische mich oft, dass ich auch gerne mal behaupte, es sei ein Lebensgefühl, wenn ich von anderen gefragt werde, warum ich denn zum Schwarzvolk gehöre. Mittlerweile drehe ich den Spieß um und frage, warum der- oder diejenige denn „normal“, HipHoper, Metaller… Mehr lesen »
mela

Zu Hause fühle ich mich dort eher selten.

In den meisten Clubs fühle ich mich auch nicht heimisch, wohl aber in dem Teil der Szene, in dem ich mich bevorzugt und gerne bewege. Und der hat mit der illustren Partygesellschaft wenig gemein. Aber was der exakte Kern dieser Splittergruppe ist, das vermag ich nicht in passende Worte kleiden. Es ist einfach ein: „So sind wir einfach.“

Death Disco
Death Disco
Frage mal einen typischen Goth was seiner Meinung nach einen “Gothic-Künstler” ausmacht. In sehr vielen Fällen wird nicht etwa die Musik genannt, sondern das Styling und die Art wie sich der Künstler inszeniert. Du kannst Dir garnicht vorstellen wie sehr ich beschimpft wurde seitens der Hörer, weil ich nicht den üblichen Blutengel/Untoten/ASP Wünschen nachgegangen bin. Klar, Du wirst schon wissen, was typisch Goth ist… Also meine Erfahrungen sind eher so, dass die typischen Goths ziemlich engstirnig und alles andere als offen sind. Dann versuch’s halt in der Metal-Szene. Die sind gleich noch ’ne Nummer engstirniger. Die können dabei sogar so… Mehr lesen »
Scyllarus
Scyllarus
Auf der anderen Seite sollte “Wir sind unpolitisch!” aber keine Entschuldigung für die Toleranz extremer Ansichten sein Ich kann Dir da nicht ganz folgen. Ansichten soll man nicht tolerieren? Was kümmern mich die Ansichten anderer Leute? Die dürfen so viel denken und fühlen, wie sie wollen. Wenn jemand die gesamte Menschheit zum Teufel wünscht, kann ich auch damit leben. Damit kannst Du leben, bis sie Dich damit sterben lassen … Tolerieren heißt Erdulden, und erdulden sollte man in der Tat eine ganze Menge an anderen und fremdartigen Einstellungen. Nicht erdulden sollte man jene, die anderen – also letzendlich auch UNS!… Mehr lesen »
Death Disco
Death Disco
@Ian: Ich dachte dabei eher an diverse Eisblümchen und Unheilige und natürlich an chart-orientierte Klänge, wie sie Pohlemann und Co. fabrizieren. Damit kannst Du leben, bis sie Dich damit sterben lassen Tut mir leid, aber das halte ich für unsinnig. Dass eine derartige Gefahr von der Schwarzen Szene ausgeht, gehört ins Reich der Mythen. Ich kann die Ansichten anderer nicht verbieten. Hier fängt die Gleichschaltung schon an. Solange sie damit keine Politik betreiben, ist mir ihre Denkweise völlig Wumpe. Tolerieren heißt Erdulden Danke für den Lateinkurs, aber ich denke, wir wissen alle, was es bedeutet… Nicht erdulden sollte man jene,… Mehr lesen »
Ian Luther
“Gothic” heißt für mich, einen Schutzraum für meine melancholisch-romantische Weltsicht zu haben, eine Raum zum Wohlfühlen ohne “Fröhlichkeitszwang”, zum Träumen … Damit blende ich selbst eine ganze Menge Alltag und Gesellschaft(spolitik …) aus (und damit trifft mich meine oben geäußerte Kritik selber). Es ist ein Abtauchen in eine Welt, in der eher Stimmung als Konkretheit wichtig ist, damit aber auch das beste Mittel, Stimmungen zu transportieren: die Musik. Musik schafft es, am Verstand vorbei zu unseren Gefühlen vorzudringen. Das ist ihr wunderbares und zu zugleich erschreckendes Potenzial. Ohne Musikstile kann ich daher “Gothic” einfach nicht definieren, (überindividuell) verständliche WORTE vermag… Mehr lesen »
Ian Luther
Naja, solange es Leute gibt, denen Eisblümchen und Co. gefallen, ist es doch auch egal. Ich selbst höre das Zeugs ab und an, bezeichne es aber nie und nimmer als „Gothic“, das bin ich mir schon bewusst. Aber eher bezeichne ich diesen Gruftie-Pop als Gothic als dass ich so etwas als „Wave“ bezeichnen würde. Für mich kann alles pseudodüstere wie Unheilig oder Blutengel „Gothic“ sein. Aber nie und nimmer Wave. So viel Vorwissen besitze ich auch. Aber wie du schon sagst, es sind angeklebte Blüten. Deshalb finde ich es gut, wenn es so viele verschiedene Floors gibt, in denen jeder… Mehr lesen »
Death Disco
Death Disco
Ich selbst höre das Zeugs ab und an, bezeichne es aber nie und nimmer als “Gothic”, das bin ich mir schon bewusst. Wie bewusst ist das aber den anderen? Daran mangelt es doch. Szenewachstum durch musikbezogene Fehlinterpretationen, zu (großen?) Teilen forciert durch Printmedien, Labels und „Szenemacher“. Wenn Axel mit seinen Virgin Black daherkommt und sie wiederholt als Gothic-Band tituliert, dann muss man sich schon fragen, was da schief gelaufen ist. Und sich anschließend darüber beschweren, dass ein Teil des Schwarzvolks diese Musik nicht hören will. Wen wundert’s. Schwere Doom-Metal-Gitarren, Growling und weiblicher Operngesang, als würde man My Dying Bride mit… Mehr lesen »
Ian Luther
Im Übrigen stelle ich gerade bei meiner eigenen Generation fest: Düster muss es sein. Harrrrt muss es sein. Für mich WAR das vielleicht mal der Gedanke, als ich mit dem Schwarzsein angefangen habe. Aber es ist für mich mittlerweile ein meilenweiter Unterschied zwischen einer SCHWARZEN Einstellung (die wesentlich mehr ein Ausgleich zwischen Gute- und Schlechte-Laune ist) als das, was manche als SCHWARZE Musik bezeichnen. So viele Leute, die ich kenne, könnten bessere Black Metaller sein als Grufties. Gruftie-sein ist alles andere als finster und pseudo-intellektuell, wie manche es gerne hätten. Grufties dürfen lachen. Und dürfen szenefremde Mukke hören. Aber bitte… Mehr lesen »
Chris Juracid
Wenn alle DJs nur noch Wave und Gothic spielen würden, wären die Diskos leer… zu langweilig, zu lahm. Letztes Wochenende erst wieder erlebt. Seltsame Parties auf die du da gehst….kann ich nämlich überhaupt nicht bestätigen. Öhm…“Zu langweilig, zu lahm“ ??? Ich will die ganze Leier auch nicht wieder durchkauen, ich finde die ganze Entwicklung der letzten 10-15 Jahre furchtbar. Gründe wurden hier schon genug genannt. Ergo, die beiden größten Fehlentwicklungen sind der vergewaltigte Begriff Industrial und die Tatsache, das Gothic heute mit Blutengel, Unheilig und ASP assoziiert wird. Für mich ist der Begriff einfach durch. Er hat seinen ursprünglichen Gedanken… Mehr lesen »
Ian Luther
Chris Juracid: Danke für die Tipps. In Karlsruhe gibt es halt leider keine reinen Wave-Partys. Da muss man schon mit Veranstaltungen mit mehreren Floors zufrieden sein. Und eben der Wave und Indie-Floor hat außer mir und ca. sechs anderen über den ganzen Abend lang niemanden zu Gesicht gehabt. Da bin ich schwer am Überlegen, ob man vielleicht lieber Partys im privaten Rahmen veranstalten sollte, da echter „Gothic“ dort leider nicht mehr gefragt ist. Zumindest ist meine Ecke eine ziemliche Wüste, was das betrifft. Es gibt zwar eine Menge Schwarzkittel, die sich allesamt Grufties nennen und auch kleidungstechnisch der alten Zeit… Mehr lesen »
Marcus

Was heutzutage alles mit dem Etikett „Gothic“ versehen wird, hat keine gemeinsame Basis. Ich meine mich zu erinnern, dass dies auch schon einmal anders war. Zumindest schien eine Mehrheit die Musik und die Suche nach einem Gegenpol zur bunten Spaßgesellschaft zu verbinden. Ohne gemeinsame Basis kann es auch keine Richtung geben. Vielleicht sollte man sich einfach von dem mittlerweile beliebig gewordenen Begriff „Gothic“ verabschieden…

Irmin
Irmin
Bezüglich der Frage Roberts möchte ich mich zu wesentlichen Teilen Scyllarus anschließen: “Gothic” heißt für mich, einen Schutzraum für meine melancholisch-romantische Weltsicht zu haben, eine Raum zum Wohlfühlen ohne “Fröhlichkeitszwang”, zum Träumen … Damit blende ich selbst eine ganze Menge Alltag und Gesellschaft(spolitik …) aus (und damit trifft mich meine oben geäußerte Kritik selber). Es ist ein Abtauchen in eine Welt, in der eher Stimmung als Konkretheit wichtig ist, damit aber auch das beste Mittel, Stimmungen zu transportieren: die Musik. Musik schafft es, am Verstand vorbei zu unseren Gefühlen vorzudringen. Das ist ihr wunderbares und zu zugleich erschreckendes Potenzial. Ohne… Mehr lesen »
Ian Luther
Eigentlich hätte man das Wort nie verwenden dürfen. Schon die Waver in den 80ern sträubten sich gegen die Bezeichnung Gothic. The Cure, Sisters Of Mercy & Co. wollten einfach nur Wave und Post-Punk machen. Das, was man heute als Gothic versteht ist für mich sowas wie Goethes Erben, und selbst die machten später einen Crossover hin zu Metal. Gut zu hören auf dem Album auf dem auch „Glasgarten“ ist. Alles schöne Musik. Aber lasst das „Gothic“ weg und nennt es „schwarz“. Dann werden zumindest die Cyber als erste verschwinden. Wir streiten hier nicht über Grundsätze sondern über Fakten. Schwarz ist… Mehr lesen »
Pitje
Pitje
Im Grunde ist es doch egal, welches Etikett man verwendet. Ob Goth, Wave oder Schwarz. Interessant ist doch eher, dass sich im Untergrund viele neue Bands etablieren, die weit düsterer, cooler und gehaltvoller sind, als das, was die einschlägigen Szene-Postillen hoch schreiben. Ein paar Beispiele wurden oben ja schon genannt. Lebanon Hanover, Zola Jesus, Die Selektion oder Agent Side Grinder fallen mir da noch spontan ein. Das könnte der Soundtrack der schwarzen Szene anno 2012 sein, ist es ja zum Teil auch. Beim WGT oder dem Drop Dead Festival bekommen solche Bands ein Forum. Weil die Szene aber zu allem… Mehr lesen »
Irmin
Irmin
Ich sehe keinen Grund dafür. Metaller geben doch auch nicht den Metal-Begriff auf, nur weil Nu- und Heulbojen-Metal existieren und den Trend bestimmen. Vielmehr wäre es doch ein erstrebenswertes Ziel, Goth und seine Wurzeln noch stärker herauszuarbeiten. Irgendwann ist auch diese Blutegel-Ära vorüber. Dann kräht kein Hahn mehr danach. Okay, das ist ein Argument. Auch wenn man bezüglich Nu-Metal meiner Meinung nach endlich das Präteritum benutzen kann, das interessiert keinen mehr. Die Leute, die das früher gehört haben, sind vermutlich jetzt bei Dubstep angekommen… Dann muss man aber den anderen Weg gehen und Gothic deutlich enger fassen, denn Metal ist… Mehr lesen »
Death Disco
Death Disco
Das, was man heute als Gothic versteht ist für mich sowas wie Goethes Erben, und selbst die machten später einen Crossover hin zu Metal. Ich nehme an, Du beziehst Dich u.a. auf „Nichts bleibt wie es war“? Den Song hatten Project Pitchfork zusammen mit Mindy Anfang 1996 verbrochen. Im Original heißt er „Shockwaved„. Goethes Erben hatten genau genommen schon seit dem Abschluss der Trilogie (Der Traum…, Das Sterben…, Tote Augen…) und mit der Veröffentlichung des „blauen Albums“ nicht mehr sonderlich viel mit der Düsterecke zu tun. „Schach ist nicht das Leben“ könnte man noch nennen. Was man später in deren… Mehr lesen »
Ian Luther
Nun, Unheilig war ja auch nie Gothic und hatten auch nie Ambitionen, dazu zu gehören. Wenn die Szene sowas hören will, dann vereinnehmen sie das ja auch ganz schnell, genauso, wie sie eine Band sofort fallen lassen, sobald sich neue Fans oder ein Stilwechsel ankündigen (wobei ich zweiteren nicht bewusst, aber nur durch das Rumgejammer mancher Altfans wahrgenommen habe, ja, die Meinung anderer trübt die Sicht der Dinge). Und wenn Robert Smith plötzlich Haarausfall hat und sich die Frisur abrasiert, geht ein Aufschrei durch die Gruftieschar, denn diese wollen möglichst alles in Konserven packen. Seltsam, war dies doch einst ein… Mehr lesen »
Melle Noire
Beispiel Bondage-Hosen, was Sabrina angesprochen hat: Ich selbst besitze eine, ziehe diese einmal im Jahr an und komme mir sowas von dumm in dem Teil vor. Da frage ich mich doch: Habe ich das gekauft, weil es mir gefällt, oder weil es mir gefallen “muss”? Ich sehe das Problem der Szene darin, dass jeder viel zu sehr Wert darauf legt, was die anderen von einem denken, und dennoch sagt man über sich selbst: Ist mir doch scheißegal, was alle von mir halten. Ich nenne das Gruppenzwang und der gehört nicht in meine Vorstellung zu ner “schwarzen” Gesellschaft. Also mir sind… Mehr lesen »
Death Disco
Death Disco
Trage ich tagtäglich Schwarz, steh auf Kajal, Silberschmuck und Patschuli (im übertragenen Sinne), weil das Musikgenre es erfordert? Dazu muss man nach den Wurzeln dieser „Ausschmückung“ suchen. Wer kommt denn schon von sich aus auf die Idee, Kajal zu tragen? Dieses „Bemalen“ entstammt geradewegs der Punk-Szene bzw. lässt sich schon früh bei den Goth-Musikern finden. Mit der Kleidung ist es genauso. Es ist ja nicht nur das Schwarz, das getragen wird, sondern es ist ein bestimmtes Outfit. Zumindest bei der Altszene ließ sich das sehr gut beobachten. Lauter kleine Bob Smiths, Siouxsie Siouxs, Johnny Sluts und Andrew Eldritchs. Bei vielen… Mehr lesen »
achjee
achjee
Ich diskutiere mal nicht, sondern kommentiere den Text. Es wurde beim zitieren der allwissenden Müllhalde ein Punkt vergessen, der eigentlich sofort einige aufgekommene Fragen beantwortet: „Die Gothic-Kultur ist eine Subkultur, die Anfang der 1980er Jahre aus dem Punk- und New-Wave-Umfeld hervorging…“ Da hast du deine Wurzel, aus der die schwarze Blume gewachsen ist. Nimmt man weiterhin den Punk als Grundlage und Vater/Mutter der Goth Szene, wird einem auch das Ding mit der Provokation durch z.b. die Klamotten schon klarer: Es soll den Ottonormalo zum nachdenken, vielleicht auch zur Diskussion anregen. Der Tabubruch mit dem Thema Tod war auch mal eine… Mehr lesen »
Death Disco
Death Disco
Jennifer Rostock und Udo Lindenberg haben wohl kaum zur Szenebildung beigetragen. ;-) Auch rannte Bob Smith nicht ständig mit Turnschuhen umher. Man muss da schon genauer hinschauen und die unterschiedlichen Phasen von The Cure berücksichtigen. Es fing 1980 an mit Seventeen Seconds und endete vorläufig mit dem Split der Band nach der Veröffentlichung von Pornography anno 1982/83. Vor 1980 waren The Cure eine lärmende Post-Punk-Garagen-Band. Nach 1983 und der „Neugründung“ landeten sie im Pop, versuchten sich an „schwarzer“ Musik usw.. Zu der Zeit waren selbst die Maxi-B-Seiten besser als die Titel auf den Alben. Es dauerte bis 1989. Dann bekam… Mehr lesen »
Ian Luther
Wave (bzw. das, was man in den 80s darunter begriff) war nicht so politisch wie Punk. Es ging um Konsum, um Lifestyle, um Provokation und vereimzelt um Okkultes. Mehr war da nicht. Und mehr musste da nicht zwingend sein. Etliche Musikbewegungen beinhalteten Konsum und Lifestyle, ganz egal, ob das nun die Revival-Mods der 80er oder den Grunge- und Brit-Pop-Boom der 90er betraf. Das ist richtig. Für mich ist Cure eben ein Beispiel dafür, wie vielfältig Wave-Musik sein kann. Eine schwarze Band muss nicht zwingend immer depressive Musik machen sondern kann auch eine total abgefahrene Freakshow bieten. Letztlich geht es beim… Mehr lesen »
Irmin
Irmin
@Death Disco, zum Thema Symbolik: Ich stimme dir in soweit zu, dass man nach den Wurzeln schauen muss, wenn man wissen will, woher z. B. die „Bemalung“ überhaupt kommt und wer damit angefangen hat. Wenn man aber wissen will, warum das Leute heute machen – mal davon ab, dass da wohl bei vielen einfach das Herdenverhalten ausschlaggebend ist – hilft die Historie meiner Meinung nach nicht unbedingt weiter. Es ist wirklich interessant, dass die Frage nach Beweggründen und nach dem, was die Schwarze Szene im Kern ausmacht, immer in akribischen Musikanalysen endet. Wahrscheinlich, weil das die einzigen “Fakten” sind, an… Mehr lesen »
Katrin
Katrin

WIr können daher gar nicht einen englischen Gruftie mit einem mitteleuropäischen gleichsetzen.

Na dann schau Dir mal die Leute vom November Whitby Goth Weekend an… ;-)

Irmin
Irmin

@Ian: Na, die Cyber“goths“ von mir aus. Die hast du aber nicht als Beispiel genannt. Vermutlich sind Schwarzmetaller mit dem In-einen-Topf-Werfen in etwa so glücklich wie du es bist ;-) Und naja, ich frage mich ja auch so manches mal, was diverse Black-Metal-Bands auf dem WGT zu suchen haben, aber das ist ja nun auch nicht die Schuld der Fans…

Ian Luther
Hmmm ja. Das sind typische WGT-Besucher würde ich mal so auf Anhieb vermuten :-) Aber ich sehe da keinen einzigen Grufti – zumindest leider niemanden, der gänzlich schwarz trägt. Die gotischen Kathedralen passen zu England, sind ja auch sehr typisch. Dracula soll sich dort in der Gegend aufgehalten haben, wenn man Bram Stokers Buch zu ernst nimmt, kann das sein? Nehmt es mir nicht übel. Auch ich bin ein Freund von Historien- und Kostümfilmen so wie opulent ausgestattetem Theater. Aber keiner von denen läuft unter der Woche so rum, das garantiere ich :-) Irmin: Natürlich können andere Szenen etwas dafür.… Mehr lesen »
Ian Luther

Das stimmt. Das sind die Veranstalter. Aber waren das ursprünglich nicht mal Fans? Ich glaub, wir sollten unser eigenes Festival machen :-)

Axel
Axel

Irmin schrieb:

Sollte sich die Abneigung dann nicht gegen die Szenemedien richten? ;-)

Da merkt man: du bist nicht mit mir auf Facebook befreundet. Dort meckere ich ständig über diese Szenemedien. Letztens auch bei mir im Blog, so gut es öffentlich geht!

Michael
Michael
Ich muss sagen, mir gehen diese ewigen gleichen Diskussionen auf den Keks. Ich weiss, wo ich her komme und weiss auch, wo ich hin will. Ich denke, das wissen die Meisten hier auch. Wenn ich diese Bilder aus Whitby seh, krieg ich das kalte Grausen und fühle mich an die schrecklichen Halloweenverkleidungen von der letzten B.O. erinnert. Es ist einfach so, dass ich bestimmte Veranstaltungen meide und auch auf dem WGT nur dahin gehe, wo ich weiss, das die Leute da genauso ticken wie ich, also Konzerte wie die Lorrys, Vendemmian und Sigue Sigue Sputnik. :) Und in den Bayerhauskeller.… Mehr lesen »
Robert
Ein interessanter Grundtenor, der sich entwickelt. Selber machen. Mutig sein, aktiv werden. Das sehe ich genauso. Und dies nimmt auch direkt Bezug auf den Kommentar von Michael: Mehr gibt’s dazu eigentlich nicht zu sagen und ich bin der Meinung, man soll die “traditionellen” Veranstaltungen vor allen Dingen besuchen und nicht so viel darüber reden und schreiben. Weil davon könne die nämlich ihre Miete und Unkosten nicht bezahlen. Das stimmt natürlich, aber wenn niemand von alternativen Veranstaltungen erfährt, geht auch nieman hin. Das Problem an ehrgeizigen Party-Projekten ist die Verbreitung. Der Laden muss voll werden, damit sich der Betrieb rentiert. Früher… Mehr lesen »
Marcus

@Michael:

…ich bin der Meinung, man soll die “traditionellen” Veranstaltungen vor allen Dingen besuchen…

Dem stimme ich voll und ganz zu. Allerdings ist nicht immer der Besuchermangel verantwortlich für eine Clubschließung. Hier gibt es doch vielfältige Gründe vom Ärger mit Anwohnern bis hin zu Personalmangel.

Michael
Michael
Also manche von den „Alten“ :) hier verirren sich manchmal ins Nero und sprechen da einen Jungspund an, ob er nicht mal Lust auf was ‚Gscheits“ :) hat. Dann kommen die ein paarmal ins Loft oder auf die B.O., meistens bleiben sie aber dann wieder weg. Das liegt natürlich auch daran, dass sie ihre Clique da haben und es mit den „Alten“ nicht so leicht ist, in Kontakt zu kommen. Das kommt dann auch sehr auf den Charakter an, wie aufgeschlossen der/diejenige für Neues ist. Und leider sind manch alte „Batcaver“ nu nich sonderlich kommunikativ oder rümpfen ziemlich schnell die… Mehr lesen »
Axel
Axel
Wir sollten zeigen, was wir denken und unsere Ziele darlegen. Das sorgt für Diskussion, das sorgt für Gedankenaustausch und vielleicht für ein Umdenken. Ich freue mich immer, wenn ein 20 jähriger Jung-Gote die Szene entdeckt und hier erfährt, dass es “mehr” gibt. Hier muss ich Dir, Robert, ein Stück weit widersprechen. Gerade wenn man neu in die Szene kommt, kann man eigentlich niemanden gebrauchen der einem ständig … ich sage mal: altklug reinredet. Zum Beispiel solche Leute wie Death Disco kannte ich in meiner Jugend auch. Die haben sowas über Lacrimosa und Goethes Erben hergezogen und versuchten mir diese Bands… Mehr lesen »
Ian Luther
Also ich als Szene-„Frischfleisch“ bin immer sehr froh, mit den „Alten“ ins Gespräch zu kommen. Und ich muss sagen, dass mir deren schwarze Welt oder auch persönliche Ansichten in Bezug zu Wave und Gothic wesentlich mehr behagen und irgendwie eher mein Ding sind als meine eigene Generation. Nicht falsch verstehen: Ich meide auch die neuen Richtungen nicht, wie ich oftmals geschrieben habe. Ganz im Gegenteil. Ich bin für ein gesundes Zusammensein aller Schwarzkittel, auch wenn meine Wünsche für den ein oder anderen sehr düster-Hippie-mäßig klingen wollen. Aber ich kann die Generation Agonoize auch nicht verteufeln, da sie auch nur ein… Mehr lesen »
Katrin
Katrin

Hier muss ich Dir, Robert, ein Stück weit widersprechen. Gerade wenn man neu in die Szene kommt, kann man eigentlich niemanden gebrauchen der einem ständig … ich sage mal: altklug reinredet.

Einspruch! Sehr wohl braucht es eben genau jene Leute. Mehr denn je und für meinen Geschmack gern noch lauter sogar. Und ganz ehrlich: Würden solche Menschen – wie einige hier – nicht mehr den Finger heben, dann drehte sich jene „Szene“ doch tatsächlich nur noch um die eigenen Pappmasken, ohne auch nur im Kern noch sowas wie Substanz zu haben.

Axel
Axel
@Katrin: Substanziell wird es aber nur, wenn man versucht etwas zu ändern – und zwar aktiv. Wenn aber einige sich hinter der gefühlten Anonymität des Internets verstecken und die ganzen Communities fast schon vollspammen mit ihren Meckereien, dann geht diese Kritik nach hinten los. Weil die, die erreicht werden wollen, dann mit den Augen drehen und sagen „Nicht schon wieder“. Einfach weil sich die Diskussionen und die Argumente immer wieder im Kreise drehen. Diese Diskussionen gibt es jetzt schon seit Jahren im Netz und heute sind die Argumente dieselben wie vor fünf Jahren: „alles ist nur noch kommerz, es wird… Mehr lesen »
Katrin
Katrin
Axel schrieb: „Substanziell wird es aber nur, wenn man versucht etwas zu ändern — und zwar aktiv.“ Wieso sollte man denn zu ändern bestrebt sein, woran viele Menschen ihren Spass haben? Du schriebst doch selbst: „Ich wollte niemanden der mir sagt: “Das darfst Du, das darfst Du nicht”.“ Soll doch jeder machen, wie er lustig ist. Nur: Mit „Goth“ im traditionellen Sinne hat das eben seltenst etwas zu tun und wenn man es tausendmal drauf schriebe. Weshalb sollte es nicht legitim sein, das so auch zu sagen? Destruktives Gemeckere und Klugscheißerei kann ich diesbezüglich hier nirgends finden. Und: Du forderst… Mehr lesen »
Michael
Michael

Ich hab jetzt mal ’ne verzwickte, nicht ganz ernst gemeinte ;)Frage:

Ich geh immer mal wieder von Zeit zu Zeit gern bei uns, meistens im Feierwerk, auf ein Punkkonzert, z.B. Vibrators oder U.K. Subs. Die kommen eigentlich einmal im Jahr. Neulich war ich aus Nostalgiegründen sogar mal bei den Bollocks.:), aber nicht in der ersten Reihe…

Anschliessend war ich auf der Black Opera.

War ich jetzt da ein Punk, der auf einer Gothictanzveranstaltung war oder ein Goth, der auf ein Punkkonzert gegangen ist? (@_@)

Irmin
Irmin
Aber weißt Du, ich habe einfach für mich entdeckt. Ich wollte niemanden der mir sagt: “Das darfst Du, das darfst Du nicht”. Solche Leute wie Death Disco, die da ständig meinen “Das und das und das gehört nicht dazu” finde ich dahingehend manchmal nervig, weil es einfach diesen Tunnelblick symbolisiert den viele haben. Moment, dein erster und dein zweiter Satz in Anführungszeichen haben eine unterschiedliche Bedeutung. Nur, weil eine bestimmte Aktivität nicht zu den typischen Aktivitäten einer Szene gehört, heißt das ja nicht, dass man dieser Aktivität nicht nachgehen darf. Außerdem war das doch eine Diskussion, die sich fast ausschließlich… Mehr lesen »
Ian Luther

Michael: Mach dir keine Gedanken, du machst das schon ganz richtig so :-) An dir können sich so einige ‘ne Scheibe abschneiden.

Ich kenne das Lebensgefühl der Goths!!! Die Angst vor dem Verlust der eigenen Scheinwelt ist es. Kann ich zumindest aus so gut wie jedem Kommentar hier ablesen. Wer eine andere Idee hat, möge bitte sprechen oder für immer schweigen ;-)

Michael
Michael
Um mal hier etwas konstruktives beizutragen : „Die Gothic-Szene ist nach 30 Jahren Orientierungslosigkeit nicht umsonst so breit gefächert. Wo es keine gemeinsamen Beweggründe, keine Ideale und keine gemeinsamen Ziele gibt, können Gruppen aller Gesinnungen ihr Fähnchen in den Boden hauen und eine neue „Strömung“ ausrufen. Es gibt niemanden, der mit dem Brustton der Überzeugung sagen kann: Das war und ist nicht unser Beweggrund, unsere Richtung, unser Ziel.“ Das liegt aber teilweise auch an der mangelnden Konfliktbereitschaft vieler Szenemitglieder. Es haben nicht viele den Mut, rosa Hasenfellträgerinnen ins Gesicht zu sagen : „Du schaust Scheisse aus“. Dieses Jahr ist bspw.… Mehr lesen »
Robert
Ich merke, dass es hier mehrere Diskussionsstränge gibt, die teilweise vom Thema abdriften. Die Diskussionen um Szenemagazine und das „Dark Feather“ werde ich in den Artikel Dark Feather – Onlinemagazin aus dem alternativen Underground auslagern, da ich diese Diskussion interessant finde, aber nicht wirklich zielführend ist. Außerdem werde einige Kommentare zusammengefasst um die Übersicht zu wahren. Warum mache ich das? In einem Kommentar hat NorthernNephilim die Sache ganze gut auf den Punkt gebracht, als er sagte: „Ja wieder mal die Grundsatzdiskussion, kann man fast die Uhr nach stellen, alle 4 Jahre neuer (alter) US Präsident, VW bringt den neuen Golf… Mehr lesen »
Death Disco
Death Disco
Nach 127 Kommentaren hat man das Ganze aus den Augen verloren, was letztendlich dazu führt, dass wieder nichts dabei herumkommt. Genau das Gegenteil ist der Fall. Augenscheinlicher kann das Problem gar nicht dargestellt werden. 127 Beiträge und kein Ergebnis… Das sollte doch zeigen, dass diese Fragen nicht zu beantworten sind, solange keine grob umrissene Goth-Definition existiert. Wer soll denn die zweite und dritte Generation sein? Wie setzen die sich zusammen? Wie soll man einen roten Faden, sprich: nennenswerte Gemeinsamkeiten, finden, wenn die Bedeutung szenebildender und szene-erhaltender Merkmale so geschmälert wird? Sabrina hatte es schon in Beitrag 78 auf den Punkt… Mehr lesen »
Ian Luther

Und so ist das in „Familien“ üblich.

Robert
@Death Disco: Ja, das stimmt. 127 Kommentare sind stilprägend für die Überschrift „Kein Ziel und keine Richtung“, so habe ich das noch gar nicht gesehen. Für mich ein nicht befriedigender Umstand. Ich hoffe dennoch, dass in der Vielzahl der Sichtweisen ein gemeinsamer Nenner zu finden ist, das man als Ziel oder Richtung definieren könnte. Letztendlich sind wir alle Sklaven der Zeit, im Kampf gegen die Windmühlen des Kommerzes. Und obwohl es angesichts der Tatsachen hoffnungslos erscheint, bleibe ich optimistisch. Unverbesserlich eben. Ich habe alle Kommentare nun eingehend studiert und denke, dass ich daraus etwas destillieren kann. Die 3 Generationen sind… Mehr lesen »
Katrin
Katrin

Ein gemeinsames Ziel kann nur definiert werden, wenn die Geisteshaltung eine gemeinsame ist. Ist diese umrissen, muss Distanz geschaffen werden, zu dem, was die Szene heute ist. Und diese Distanz erreicht man durch Ignoranz. Und das alles ist keine Frage des Alters oder einer irgendwie gearteten Äußerlichkeit. Links liegen lassen ist nicht schwer. Der Weg in die Tiefe führt zurück an die Wurzel. An der entdeckt man übrigens mitnichten nur angestaubt Vergangenes. Da sind diverse Triebe.

Michael
Michael
Nun, ich bin mit Sicherheit hier einer der Ältesten und habe nicht nur die Entwicklung der Subkultur Gothic miterlebt. Was ich heute in erster Linie kritisiere, das ist der Hang zur „PERFEKTION.“ Für mich war Gothic immmer auch der Inbegriff des „Independent“ und Unperfekten. Darum liebe ich so Lieder wie „Drunk, Stupid and Goth“ von Vendemmian oder „21st Century Boy“ von Sigue Sigue Sputnik :))) , die mir genau das Feeling rüberbringen, was ich damals empfunden habe und ich denke, die meisten Überlebenden meiner Generation fühlen genauso. :) Darum mag ich auch keine gestylten Gruftdiscos mit in Silberpapier eingewickelten Skulls… Mehr lesen »
Neonlove
@Michael ja bei uns in München haben wir noch die „Wahl“ der veranstaltungen wo anders siehts traurig aus Ich veranstalte seid dem ich in der szene bin Partys und ich hoffe das ich daurch ein teil der szene bin zumindest ist es wichtig für mich mich aktiv zu beteiligen und kein konsument zu sein Ich mache auch Wave Musik (Nachtanalyse) und kann mich so verwirklichen Mein freundeskreis besteht nur aus Gothics davon hören würde ich mal sagen 80% Wave und Synthpop Ich bin früher und heute oft in die einschlägigen Clubs gegangen bei uns in Bayern: Libella,Melodrom,Strich8,Camera,Blackout,Loft,Nero,Feierwerk,Turm,Cat usw) aber überall… Mehr lesen »
Ian Luther

NEW WAVE IS NOT DEAD

Da schließe ich mich an!

Jens
Jens
„Manchmal tauchen Fragen, die man sich schon öfter gestellt und dann wieder verdrängt hat, auf Umwegen wieder auf. Heute sah ich ein junges Gothic-Paar in der Stadt, gekleidet in trendigem X-tra-X-Schwarz inklusive einem Berg aus Schnallen, Ösen und Bondage-Bändern. Sofort stellte sich bei mir die innere Abwehr ein. Mit denen hab ich nichts zu tun. Das sind nur Mitläufer. Die gehören nicht zur Szene. Mode-Gruftis, die sich nur interessant machen wollen. Untrue! Gleichzeitig das schlechte Gewissen, sich als „was Besseres“ zu fühlen und direkt in abwertenden Kategorien zu denken.“ machmal frage ich mich wie man sich so viel mit sich… Mehr lesen »
Robert
@Jens: Provokativ gesprochen: Manchmal frage ich mich, wie man sich nur so wenig mit sich selbst beschäftigen kann. Toleranz in aller Ehren, aber wenn man nicht weiß wer man ist kann man nicht entscheiden ob etwas in „seine Welt“ passt oder nicht. Der Begriff Toleranz ist überladen und Intoleranz wird im allgemeinen empfinden als negativ ausgelegt. Oftmals ist Toleranz auch einfach nur Akzeptanz und „Duldung“ (auch wenn per Definition genau das Toleranz zu sein scheint) für mich ist das mehr. Toleranz hat „uns“ meiner Meinung nach nie ausgemacht, sondern die Passivität unerwünschte Einflüsse hinzunehmen. Wozu das geführt hat, sehen wir… Mehr lesen »
Ian Luther
1. Wer hat je von Toleranz gesprochen? Das waren vielleicht ein paar, die der Bildzeitung ausreden wollten, schlecht über die Szene zu sprechen und außerdem sind das WGT und andere Festivals große wirtschaftliche Einnahmequellen. 2. Klar hätte man auch in der DDR bei XtraX eingekauft. Wäre aber damals gar nicht möglich gewesen. Aber falls doch, hätte man dort auch eingekauft und man hätte trotzdem drüber gemackert. Warum? Weil das in der Szene völlig normal ist. Gegen was hat man sich früher beim Punk aufgelehnt? Gegen Kommerz. Was trieb und treibt der Punk voran? Den (verhassten) Kommerz. Da fängt’s doch schon… Mehr lesen »
Death Disco
Death Disco
wenn es in den achzigern in der ddr xtrax gegeben hätte wäre man da nicht auch einkaufen gegangen??? Du hast Dich nicht sonderlich viel mit dem Leben dort beschäftigt, oder? In der DDR hätten sie sicher Schlange gestanden, ein Viertel der Interessenten hätte ein Outfit mit nach Hause genommen, der Rest wäre leer ausgegangen. War doch bei vielem so… Obst, Schallplatten usw. Vielleicht hättest Du Dein Outfit auch anmelden müssen, um anschließend zehn Jahre darauf zu warten, wie bei einem Trabi oder Wartburg. ;) Nein, im Ernst. In der DDR hätte kein Mensch solch ein Outfit geduldet. Wenn Du Deine… Mehr lesen »
Ian Luther

Stimmt. Darum sag ich’s ja :-) Aber sicher nicht im schlichten schwarzen T-Shirt und schwarzer Hose.

Jens
Jens
@Death Disco blockquote>wenn es in den achzigern in der ddr xtrax gegeben hätte wäre man da nicht auch einkaufen gegangen??? Du hast Dich nicht sonderlich viel mit dem Leben dort beschäftigt, oder? In der DDR hätten sie sicher Schlange gestanden, ein Viertel der Interessenten hätte ein Outfit mit nach Hause genommen, der Rest wäre leer ausgegangen. War doch bei vielem so… Obst, Schallplatten usw. Vielleicht hättest Du Dein Outfit auch anmelden müssen, um anschließend zehn Jahre darauf zu warten, wie bei einem Trabi oder Wartburg. ;) Nee hab ich nicht müssen weil ich dort gelebt habe Ich finde es nur… Mehr lesen »
Jens
Jens
@Death Disco blockquote>wenn es in den achzigern in der ddr xtrax gegeben hätte wäre man da nicht auch einkaufen gegangen??? Du hast Dich nicht sonderlich viel mit dem Leben dort beschäftigt, oder? In der DDR hätten sie sicher Schlange gestanden, ein Viertel der Interessenten hätte ein Outfit mit nach Hause genommen, der Rest wäre leer ausgegangen. War doch bei vielem so… Obst, Schallplatten usw. Vielleicht hättest Du Dein Outfit auch anmelden müssen, um anschließend zehn Jahre darauf zu warten, wie bei einem Trabi oder Wartburg. ;) Nee hab ich nicht müssen weil ich dort gelebt habe Ich finde es nur… Mehr lesen »
Death Disco
Death Disco
Da wo die Szene jetzt steht daran ist die Szene Schuld Schuld haben vor allem Minderheiten, die glauben, aus einer Jugendszene Profit schlagen zu müssen. Das geschieht sowohl von außen als auch von innen. Diese Minderheiten formten die Szene gänzlich neu, durch Labels, Veranstaltungen, Printmedien, etc. Daran hat der durchschnittliche Szenegänger kaum Anteil. Dessen einziger Fehler war es, abzuwandern, als die Szene scheiße wurde, oder zum Stubentiger zu mutieren, weil die Clubs nur noch Murks verzapften. Auch ich war mal Zillo-Käufer, kaufte in der zweiten Hälfte der 90er das Heft nur noch sporadisch und als HIM auf dem Cover auftauchte,… Mehr lesen »
Jens
Jens

Was ist ein goth für dich ?

Death Disco
Death Disco

Ich greife da ganz auf tradionelle Maßstäbe zurück. Das dürfte inzwischen hinlänglich bekannt sein. Einen Großteil der aktuellen Schwarzen Szene würde ich nicht als Goth titulieren. Das sind oftmals Nebenausläufer, Grenzgänger und Oberflächenankratzer, Leute, die mit populären VIVA-Grüppchen à la Pitchfork, Wolfsheim, Lakaien, Oomph! oder Nightwish mit der Düsterszene in Berührung kamen. Inwieweit hier ein Bezug zum eigentlichen Kulturkern besteht, kann sich jeder selbst beantworten. Dieser Bezug existiert zumeist nicht.

Death Disco
Death Disco

Wer mit Nightwish anfängt muss ja nicht zwangsweise in diesem Bereich stehen bleiben.

Ich seh’s realistisch: die wenigsten finden den Weg zur Wurzel. Sie bleiben an der Oberfläche hängen wie ein paar Fliegen an der Scheiße. Ihre drei Unheilig-Alben schmeißen sie nach zwei oder drei Jahren mutmaßlicher „intensiver Szenezugehörigkeit“ wieder zu eBay rein. Platz gemacht für die nächsten paar tausend Oberflächenankratzer.

The Cure spielten übrigens Goth. HIM taten das nie. Stellt sich mir also die Frage, wie man von „Pop-Metal“ zur Wave-Musik kommt. Der gängige Weg, durch den Heerscharen neuer Goths gewonnen werden können, ist das wohl kaum.

lor
lor
Ich habe die achtziger als teenager erleben dürfen und für mich hatte die New Wave sene ihren Reiz darin das sie ien Lebnsgefühl darstellte was von Rebellion, Auflehnung und Anti Kommerziell geprägt war und genau das passt „sondern die Passivität unerwünschte Einflüsse hinzunehmen“. New Wave /Dark wave ist aus den Punk entstanden und ich verbinde damit auch im Gothic aber Minimal, Postpunk und den frühen Industrial oder EBM.Man muss zu dieser Zeit eben auch wissen das Synthesizer, Sampler, E-Gitaren und Tongeräte zu dieser Zeit erachwinglich wurden und von daher jeder musiklaisch rumexperimentieren konnte. Und das spricht ein wenig für diese… Mehr lesen »
Ian Luther
Leute, die mit populären VIVA-Grüppchen à la Pitchfork, Wolfsheim, Lakaien, Oomph! oder Nightwish mit der Düsterszene in Berührung kamen. Ja, auch ich kam so mit der „Düsterszene“ in Berührung. Und Gott sei Dank gab es solche „Viva“-Bands. Was für Einstiegsmöglichkeiten gibt es denn sonst, wenn die eigenen Eltern nichts mit der schwarzen Szene am Hut haben und mir so nichts darüber beibringen konnten? Eine Wave-Szene gibt es in Bruchsal und anderen Käffern nicht. Ich bin froh, dass es das Internet gibt, das einen durch ein wenig Recherche im Musikbereich in eine vermeintlich tote Sparte bringt. Und Sachen wie Nightwish braucht… Mehr lesen »
Death Disco
Death Disco

Ich denke mir, dass der Metal ein bisschen mit manch populärer Band in die Düsterszene gelangte. Da hatte er aber noch keinen nennenswerten Einfluss. Für jeden Alt-Waver war es ein Graus, als beispielsweise Valor aus Christian Death eine Hard-Rock/Metal-Band bastelte und die Goth-/Death-Rock-Gitarren nahezu völlig verschwanden. „Atrocities“ von 1986 (mit Gitane Demones „Tales of Innocence“) war meiner Meinung nach das einzig brauchbare Werk, das aus der damaligen Besetzung hervorging (Ok, ich will nun keinen Rozz vs. Valor-Streit vom Zaun brechen, aber die Entwicklung der Band sollte man schon kritisch beäugen dürfen).

Ian Luther

Nun, wieso höre ich dann Wave-Musik? Ich entspreche scheinbar nicht dem gängigen Weg :-)

Nightwish ist definitiv in ihrer Anfangszeit 1996 tatsächlich bloßer Pop – ich sage nur: Damit hätten sie es bei Carmen Nebel noch einfacher gehabt als der Graf, der ja über 10 Jahre gebraucht hat, vom RosamundePilcher-Techno-Kasper der schwarzen Szene zum (für mich) ziemlich akzeptablen Musiker zu wachsen.

Death Disco
Death Disco

Nun, wieso höre ich dann Wave-Musik? Ich entspreche scheinbar nicht dem gängigen Weg :-)

Eben. Du bist sicherlich kaum repräsentativ für die Mehrheit.

Nightwish ist definitiv in ihrer Anfangszeit 1996 tatsächlich bloßer Pop — ich sage nur:

;-)

Ian Luther

Aber dafür versuche ich in Teile der Mehrheit hineinzuschauen und sehe darin dennoch ganz passable Schwarzkittel. Wie viele „Fraggles“ gab es in den 80ern, das kommt doch heute aufs gleiche raus. Wir leben in einer anderen Zeit, ich wünschte mir auch ich könnte andere Zeiten erleben, aber da hilft nur: Das beste draus machen und wie gesagt, selbst schwarze Partys organisieren. Ob jemand kommt oder nicht, ist denen überlassen. Was wichtig ist, ist dass man selbst seinen Weg findet. Und für meine Zukunft sehe ich schwarz ;-)

Ian Luther
lor: Gebe ich dir völlig recht, aber es gibt durchaus auch Leute, die anders denken und versuchen, nicht im schwarzen Mainstream mit zu schwimmen. Ich setze mich verstärkt für Veranstaltungen ein, die speziell Wave- und Post-Punk spielen. Das darf nämlich nicht wegsterben, sind das doch die Wurzeln von allem, was sich heute als schwarze Szene tituliert. Gerade die älteren sollen sich angesprochen fühlen, damit sie wissen, dass sie nicht „out“ sind sondern dazugehören. Obwohl ich jünger bin, kann ich es durchaus verstehen, dass ihr nichts mehr mit dem heutigen Szenen-Gefüge anfangen könnt. Und eben da möchte ich helfen, etwas zu… Mehr lesen »
Ian Luther
Ich habe vor nicht allzulanger Zeit die Fields live gesehen und muss sagen, Goth-Rock ist das eigentlich nicht. Für mich klangen sie arg, arg nach Metal. Und auch die Sisters Of Mercy klingen mir live zu straight nach purem Rock. Ne ne, ich bleib da bei The Cure und ihrem Kinderzimmer-Alptraum-Pop, wie manche so nett dazu sagen :-) Was ich auch ganz nett finde sind so neuere Bands wie The Soft Moon oder Lebanon Hanover, OBWOHL ich sie teilweise ein wenig eintönig finde. Ist glaube ich auch mehr Retro als was wirklich eigenständiges und sie leben wohl eher durch ihr… Mehr lesen »
Death Disco
Death Disco

Ich habe vor nicht allzulanger Zeit die Fields live gesehen und muss sagen, Goth-Rock ist das eigentlich nicht.

…nicht mehr. Mittlerweile ist’s eher ein Gemisch aus Fields of the Nephilim und The Nefilim (letztere eine kurzlebige Metal-Band von „Hütchen-Calle“).

Früher klangen sie u.a. so:

Ian Luther

Na das ist mal ein gewaltiger Unterschied! So wie in dem Video gefällt mir das wesentlich besser. Diese komische kratzige Hundestimme, die er heutzutage hat, klingt nämlich auch sehr seltsam.

Ian Luther
lor
lor
Fields mochte ich komischerweise nie so richtig, war nicht mein Sound. Allerdings ist es selbst bei Punk so das viele Bands auf Hardcore gegangen sind also das es schon mehr nach Metal klang als sonstwas. Furchtbar. Aber auch im Electrobereich sind so einige in Gefilde hinabgegangen die ich nicht nachvolllziehen z.B Cabaret Voltaire. Selbst bei The Cure oder Depeche Mode sind doch eher deren früheren Werke weswegen sie Kultstatus erreicht haben.;.Gerade im Eletronikbereich muss ich sagen das ich inzwschen im Elektrobereich reinhöre was absolut geil ist aber die Akteure kein Schwarz tragen und was auch nicht in schwarzen Clubs gespielt… Mehr lesen »
Marcus
@Jens: und ehrlich wenn es in den achzigern in der ddr xtrax gegeben hätte wäre man da nicht auch einkaufen gegangen??? Im Westen haben sich in den 80er Jahren die meisten Zugehörigen alternativer Subkulturen auch nicht mit überteuerten Klamotten eingedeckt. Wer hatte den – in einer noch jungen Szene – die finanziellen Mittel, um sich teure Kleidung zu kaufen? Das dürfte doch den wenigsten „vergönnt“ gewesen sein. Wurden nicht in Ermangelung grenzenloser finanzieller Mittel Prioritäten gesetzt? Investierte man nicht zuerst in Platten und Konzerte. Manch einer auch in Instrumente, um selbst aktiv zu werden. Die Kleidung war dann eher ein… Mehr lesen »
Scyllarus
Scyllarus
Es ist faszinierend, wie schnell sich die Diskussion immer wieder und in immer enger werdenen Kreisen um die „richtige“ Musik dreht, mit einem gelegentlichen Exkurs über falsche Klamotten. Den armen Leser stürzt das in ein Wechselbad der Gefühle – oh goth, ich habe jahrelang die falsche Band gehört, sind meine Favoriten nun als „Viva-Grüppchen“ enttarnt, muß ich dringend mein CD-Regal ausmisten, wenn ich weiter dazugehören will …? Nein, für mich ist dieses Name-Dropping mit Band-Namen einfach langweilig. Und ob am Ende vielleicht die falschen Leute gute Musik hören, na und? Wird sie dadurch schlechter? Den Kern der „meiner“ Szene, dieses… Mehr lesen »
Death Disco
Death Disco
Den Kern der “meiner” Szene, dieses Teils des schwarzen Wusts, in dem ich mich aufgehoben fühle, sehe ich vor allem in einer Lebenseinstellung, einem Lebensstil, und Ästhetikgefühl. Das hatten wir doch alles schon. Das kann nicht funktionieren. Ich gehe da völlig pragmatisch und ohne große Umwege heran. Was lässt die Szene Szene werden? Was macht sie greifbar? Wo setzt man die Grenzen, damit dieses Konstrukt überhaupt die Bezeichnung „Szene“ verdient? Eine Lebenseinstellung? Unmöglich. Ein Lebensstil? Funktioniert dieser denn ohne den musikalischen Bezug? Funktioniert die gemeinsame Ästhetik ohne den musikalischen Bezug? War das denn nicht schon immer eng miteinander verknüpft? Eine… Mehr lesen »
Axel
Axel

@Death Disco:
Nur mal o als Denkansatz: Dein Kulturverständnis uss ziemlich eng sein, wenn Du mit Kultur nur Musik meinst. Was ist mit Literatur? Oder Ausstellungen? Gemälde? Skulpturen? Zählt das für Dich denn nicht zur Kultur?

Das an der Musik festzuknüpfen ist schwachsinnig. Was ist mit Menschen die Beispielsweise durch einen Unfall taub werden? Dürfen diese Deiner Ansicht nach nicht mehr Teil einer Szene sein, weil sie keine Musik hören können?

Death Disco
Death Disco

Literatur ist doch aber keine Grundeigenschaft der Szene. Darum geht es mir. Kannst ja mal ’ne Umfrage starten, wieviele Die-Hard-Goths sich mit Literatur beschäftigen. Davon ab: es gibt meines Erachtens keine szene-eigene Literatur. Daran ändert sich auch nichts, wenn die Autoren aus der Szene stammen. Auch bestreite ich, dass es soetwas wie szene-eigene Gothic-Kunst gibt. Das ist doch alles imitiert, z.B. in den Anfängen vom Punk (Flyer-Kunst). Man bedient sich einfach bestehender Techniken. Es wird konsumiert, rezipiert und kopiert.

Musik ist und bleibt das einzig nennenswerte Basiselement der Szene.

Axel
Axel

Genausowenig wie es szeneeigene Musik gibt. Denn auch dort wurde schon immer konsumiert, rezipiert und kopiert.

Es wurde schon immer rezipiert und kopiert, z.B. von Gothic Novels des 18. Jahrhundert. Oder vom Barrock-Zeitalter. Oder vom Impressionismus – auch, oder gerade in der Musik.

„Kannst ja mal ‘ne Umfrage starten, wieviele Die-Hard-Goths sich mit Literatur beschäftigen.“

Du wärst überrascht wieviele das sind.

Death Disco
Death Disco
@ Axel. Das ist so unsinnig, als würdest Du behaupten, es gäbe keine Musik der Metal- oder Punk-Szene. Natürlich gibt es die. Das ist der einzige Grund, weshalb diese Szenen überhaupt existieren. Und nein, ich glaube nicht, dass sich ein Großteil der Goths, Waver, Goth Rocker, wie Du es auch immer nennen magst, gezielt mit Literatur beschäftigt. @ Ian Luther: Was hat das mit szene-eigener Literatur zu tun? Welches eigenständige, literarische Genre wurde denn hervorgebracht? Welche szene-eigene Foto-Kunst? Die Hochglanzmedien der aktuellen Schwarzen Szene unterscheiden sich kaum von herkömmlichen Tittenheften. Und nur weil ein Zeichner der Schwarzen Szene statt Batman-… Mehr lesen »
lor
lor

Also ich selbst sehe mich nicht als Goth odoer so sonder eher als Waver. Dieser Begriff ist mir wesentlich passender da cih auch gern elektronische MusiK höre.Ob man sich nun unbedingt „ich sage verkleiden muss “ sei dahingestellt. Teilweise will man damit ja eigentlich nur zum Ausdruck bringen das man ähnlich denkt und dazugehört. Ich wiederum finde wesentlich wichtiger wer man persönlich ist. Zu dem dazugehören gehört abe rauch die Arttypische Musik die einen anspricht. Dabei muss man auch hier nicht jede Band mögen.-Jede Szene hat ihre schlechten oder qualitativ und prägenden Bands.

Death Disco
Death Disco
Zu dem dazugehören gehört abe rauch die Arttypische Musik die einen anspricht. Absolut. Wenn ich mit der Musik nichts anzufangen weiß, ob das nun Synthwave oder Gitarrenwave betrifft, kann ich nicht davon ausgehen, von anderen als Goth oder Waver akzeptiert zu werden. Ein bedeutendes Merkmal fehlt dann nämlich. Ich frage mich, warum das immer wieder diskutiert werden muss. In keiner anderen Szene wird die Bedeutung der Musik derart infrage gestellt. aber ich kenne keine Band die ausschließlich nur Goth-Rock spielt… Nimm es mir nicht übel, aber anhand Deiner vielen Beiträge habe ich schon länger das Gefühl, dass Du Dich in… Mehr lesen »
lor
lor
Fortsetzung :) … Hier sehe aber auf das obengenannte genau die Argumente warum die Musik doch wichtig ist, den wenn ich rückblickend sehe dann wird jede Szene von der Mediem und Konsumindustire gnadenlos ausgeschlachtet und wir werden mit sogenannten Hypes totgenervt bis es unerträglich ist. Dabei gilt Masse vor Qualität. Und genau das hat sich in der Szene eingeschlichen.Ganz einfach gesagt bin ich damals vor den Technoschuppen gewichen als es hier mit Anfang der 90er wieder Clubs gab die Wave und Gothic spielten. Ideal da der Techno immer „billiger und kommerzieller wurde. Und heute habe ich genau das Gefühl wen… Mehr lesen »
robertianjim
robertianjim
Hach diese Endlosdiskussion um Begriffe und Inhalte. Da hat sich halt jeder sein eigenes „Lexikon“ aufgebaut im Laufe der Jahre und wird es nach und nach auch verändern. Das ältere Goths sich mit Literatur beschäftigen ist doch logisch. Wenn man aufgrund von bestimmten Pflichten (Arbeit, Familie, Haus, Hund etc.) weniger weg geht, sucht man sich eben Dinge, die dem Lebensstil auf einer anderen Ebene entsprechen. Und wenn man sich mit Musik weniger auskennt (das ist logischerweise in Jugen Jahren so beim Erfahrungsgut Musik) oder sie einem weniger bedeutet, man aber trotzdem Anerkennung will legt man eben mehr Wert auf Äußeres… Mehr lesen »
Death Disco
Death Disco
@Death Disco: Antworte mal bitte auf folgendes: Was ist mit Menschen die Beispielsweise durch einen Unfall taub werden? Dürfen diese Deiner Ansicht nach nicht mehr Teil einer Szene sein, weil sie keine Musik hören können? Sorry, aber ich fand das Beispiel einfach zu beknackt, um es ernst nehmen zu können. Wieviele Menschen in der Goth-Szene werden denn plötzlich taub? Und selbst wenn dem so wäre, wie Du schilderst, käme sicher niemand auf die Idee, Deine Freundin dafür zu kritisieren. Also ehrlich… langsam wird es lächerlich. Fragt doch mal rum, was 20-25jährige unter Industrial verstehen….Das heißt ja nicht, dass die alle… Mehr lesen »
Ian Luther
Von wegen szene-eigene Literatur. Da hätte ich schon ein paar Autoren oder Vor-Leser anzubieten: Markus Heitz, Gesa Schwartz, Wolfgang Hohlbein oder auch Oswald Henke… Robert Forst würde ich sogar dazunehmen, er schreibt höchst spannende Artikel in einem sehr interessanten schwarzen Blog ;-) Die Frage ist doch außerdem: Was ist Literatur überhaupt und welche Genres gibt es? Ein Dr. Mark Benecke hat sicher auch schon mal die eine oder andere Doktor-Arbeit geschrieben. Und wir müssen betrachten: Im musikalischen Sinne gibt es vielleicht zwischen einem Ur-Waver und einem Doom-Metaller wenige Schnittpunkte, wohl aber im literarischen. Glaube mir, wieviele Leute gibt es in… Mehr lesen »
Ian Luther
lor: Also ich selbst sehe mich nicht als Goth odoer so sonder eher als Waver. Dieser Begriff ist mir wesentlich passender da cih auch gern elektronische MusiK höre.Ob man sich nun unbedingt “ich sage verkleiden muss ” sei dahingestellt. Teilweise will man damit ja eigentlich nur zum Ausdruck bringen das man ähnlich denkt und dazugehört. Ich wiederum finde wesentlich wichtiger wer man persönlich ist. Zu dem dazugehören gehört abe rauch die Arttypische Musik die einen anspricht. Dabei muss man auch hier nicht jede Band mögen.-Jede Szene hat ihre schlechten oder qualitativ und prägenden Bands. So sehe ich das. Ich kann… Mehr lesen »
Death Disco
Death Disco

DU sagst doch, dass jeder nicht zur schwarzen Szene gehört, der eine bestimmte Musik nicht hört. Die Folgefrage ist also richtig. DU sagst, dass es kein Lebensgefühl gibt und sich alles nur um Musik dreht. Das Beispiel war einfach nur dazu da um zu verdeutlich: Du irrst Dich.

Sie ist einfach nur dumm und argumentativ entbehrlich.

Wenn Du nicht begriffen hast, dass man Musik fühlt und der Mensch über ein Erinnerungsvermögen verfügt, tut’s mir leid.

Ian Luther
Das ist so unsinnig, als würdest Du behaupten, es gäbe keine Musik der Metal- oder Punk-Szene. Weil für mich die schwarze Szene keine eigenständige Mukke hat bzw. noch nie hatte! Klar, in den 80ern war der Punk und New Wave das, was einige zusammengeschart hat und neues daraus hervorgebracht haben. Aber für mich gibt es ganz klar keine einzelne schwarze Musikrichtung. Ok – Goth-Rock… das war in den 80ern mal ne Phase, die etwa von ’81 bis ’86 manche Bands beeinflusst hat… aber ich kenne keine Band die ausschließlich nur Goth-Rock spielt… das sind dann vielleicht Sachen wie Dr. Arthur… Mehr lesen »
Ian Luther
Selbst wenn ich mit Synthwave oder Gitarrenwave etwas anfangen könnte, wäre es mir in erster Linien wurscht, ob man mich als Goth oder Waver akzeptiert. Von der Normalbevölkerung kann man ja auch nichts anderes erwarten, als dass sie einen trotz Pikes und Mantel in die Wacken-Schiene oder den Sarg legt. Die „Kleiner Vampir“-Phase hatte ich mit 11, als ich aus nem Ikea-Karton einen Sarg gebaut habe. Aber dieser Trip ist lange schon vorbei :-) Dieses ganze Gruselding ist für mich nur noch eine spielerische Fassade. Ich liebe Haribo-Fledermäuse und solche Sachen, weil ich Klischees liebe. Ich bin ein total normaler… Mehr lesen »
Death Disco
Death Disco

Wow… und weiter am Kern der Sache vorbei. Lasst es gut sein. Die Zeit ist mir dafür zu schade…

Axel
Axel
@Death Disco: Antworte mal bitte auf folgendes: Was ist mit Menschen die Beispielsweise durch einen Unfall taub werden? Dürfen diese Deiner Ansicht nach nicht mehr Teil einer Szene sein, weil sie keine Musik hören können? Ist vor einem Jahr einer Freundin passiert. 22 Jahre lang in der Szene und hatte nen ziemlich heftigen Autounfall und wurde dadurch gehörlos. Darf diese denn deiner Ansicht nach nicht mehr zur schwarzen Szene gehören? Ich sag Dir was: für sie ist es schwer, aber gerade das Lebensgefühl gibt ihr wahnsinnigen halt. Sie hat angefangen zu malen, sie hat ihre schreiberischen Tätigkeiten intensiviert, usw. Alles… Mehr lesen »
Ian Luther
Ich sage: Solange es keine Leute gibt, die in der Szene das Sagen haben, kann jeder sein Schwarzsein so gestalten wie er will und auch hören was er will. Mein Gott. Und jeder darf so viel mosern und motzen, wie seine Finger und Stimmbänder da mitmachen. Es ist wahr – doch die Wahrheit ist nicht immer das, was sie zu sein scheint. Optik ist Illusion. Akkustik ist Illusion. Dürfen Blinde sich überhaupt zur schwarzen Szene dazu zählen? Sieht ein Blinder hell oder dunkel? Wir diskutieren und diskutieren immer um den heißen Brei und das gleiche Thema herum. Manchmal macht es… Mehr lesen »
Ian Luther
robertianjim: Wenn die DJs das spielen, weil die Leut es hören wollen, ist es halt nun mal so. Was ich mir wünschen würde, wäre eine schöne Mischung, dass niemand zu kurz kommt. Ich mag halt vieles aus dem schwarzen Bereich, von alt bis neu, von Post-Punk bis ASP. Das ist es eigentlich, was für mich einen netten Party-Abend ausmacht: Leute verschiedener Generationen, die gemütlich beisammenhocken und sich austauschen. Von sowas lebt eine Szene und nicht allein vom Vorsich her schieben einer toten Leiche (nicht falsch verstehen). Außerdem habe ich manchmal den Eindruck, viele Ältere gehen damit wesentlich lockerer um als… Mehr lesen »
Katrin
Katrin

Wie wäre es denn zur Auflockerung mal mit ein wenig Goth Rock anno 2012? Wenn das was für komische Käuze ist, dann bin ich wohl einer. ;-)

Merciful Nuns ~ The Nazarene

Opened Paradise ~ Ximbalba

The Daughters Of Bristol – Sleight Of Hand

Ikon – Azkadelia

Red Sun Revival – Running from the dawn

Aeon Sable – Algorithm Of None (Dying Motion)

Midnight Caine – Mirrors

Angels Of Liberty

Axel
Axel

Sorry, aber ich fand das Beispiel einfach zu beknackt, um es ernst nehmen zu können.

DU sagst doch, dass jeder nicht zur schwarzen Szene gehört, der eine bestimmte Musik nicht hört. Die Folgefrage ist also richtig. DU sagst, dass es kein Lebensgefühl gibt und sich alles nur um Musik dreht. Das Beispiel war einfach nur dazu da um zu verdeutlich: Du irrst Dich.

Ian Luther

Katrin: Neiiiin, so hab ich das nicht gemeint, tut mir leid, dass ich mich falsch ausgedrückt habe! :-) Die Sachen sind doch großartig… ich meinte damit irgendwelche Vampiristen, die es tatsächlich gibt und Blut schlabbern… sich aber als Goths bezeichnen. Das meinte ich^^

Axel
Axel

@Katrin:

Du hast Puppet Lane vergessen:

:-)

Ian Luther

Sicher fühlt man Musik. Aber man fühlt auch andere Dinge. Menschen. Filme. Bücher (?). Gemälde. Theater. Kleidung. Nahrung. Die Natur. Waldspaziergänge im Herbst. Goldene Blätter. Vollmondnächte. Regen.

Axel
Axel

Natürlich kann man Bücher fühlen. Denn das geschriebene Wort vermittelt ja auch … Gefühle.

Ian Luther

Stimmt! Wie oft habe ich mir schon den Arsch abgelacht, nachdem ich irgendwo auch nur einen Satz gelesen habe, und das für Stunden :-)

Death Disco: Was genau ist für dich eigentlich Gothic? Was verbindest du damit, was fesselt dich so daran?

Axel
Axel

Hey, Du erdreistest Dich zu lachen? :D Das wird dem General Darth nicht gefallen. ;-)

Ian Luther

Come to the dark side. We have cookies. And Java Script :-)

Axel
Axel

And Mylene Farmer. <3

Okay, genug gespammt. :D

Ian Luther

Ich versteh gar net, wie man sich so sehr in sowas reinsteigern kann. Ich hör demnächst David Guetta. (Wüärks) Dat is mal sowas von Gossick :-)

Axel
Axel

Wobei ich mich bei der guten Mylene Farmer wirklich frage, waum die nicht in der Szene gehört wird. Thematisch passt die Frau voll rein und wenn man sich mal mit ihrem Background und ihrer Lebensgeschichte beschäftigt noch viel mehr.

Ian Luther

Oder Kate Bush…

Michael
Michael

Ich besteh aber auch auf Vendemmian und Pretentious, Moi? :))

Ian Luther

Ha, auf alle Fälle! :-) Ich finde wir müssen das Ganze einfach mit mehr Spaß und weniger Ernsthaftigkeit sehen ;-)

Ian Luther

Anne
Anne
also mal ganz ehrlich: im ursprung ist es doch eine jugendkultur, also warum wird sich über den ausstieg vieler, wenn sie vermeintlich erwachsen werden so aufgeregt? für heutige teenager steht das „aussehen, wie ein goth“ auch für rebellion und wenn es der selbstfindung beiträgt ist es doch lohnenswert. schließlich setzt sich die gruftiejugend heute mit den selben themen von damals auseinander, nur eben anders. wäre ja auch schlimm, wenn jede generation dasselbe täte, oder? ich bin ja auch aus der jüngeren generation(bin 24) und für mich war es in der jugend auch eine demonstrative abgrenzung oder auch ein signal, dass… Mehr lesen »
Axel
Liebe Anne, dass da nich mehr dahinter steckte und heute steckt liegt ja auch an den ereignissen der zeit. wir haben keine unmittelbaren kriege oder eien teilung des landes. heute darf jeder individuell sein, also wogegen wirklich gemeinschaftlich rebellieren? Mir würden da, wenn Du so gesamtgesellschaftlich fragst, doch ne ganze Menge Themen einfallen: – Die Hinzusteuerung der Gesellschaft zu 1984-Verhältnissen, sprich: immer mehr Überwachung, immer mehr Datensammelei usw. – Was übrigens dazu führt, dass irgendwann die Menschen ganicht mehr individuell sein können. – Die immer krassere Aufspaltung zwischen Arm und Reich. Hier entsteht durchaus eine „Teilung des Landes“ nämlich zwischen… Mehr lesen »
Ian von Nierenstein

Axel muss ich schon zustimmen. Nur zu dem letzten Punkt, was die Nettigkeit oder Unnettigkeit von „Goths“ anbelangt, muss ich sagen: Das Image ist mir persönlich sowas von scheißegal. Ich bin wie ich bin und wenn mich jemand nett findet, finde ich das toll, wenn mich jemand unheimlich oder scheiße findet, meinetwegen. Die Medien sind sowieso nicht relevant für mich, denn wenn der Fernseher bei mir an ist, zappe ich sofort Richtung Kultur- oder Doku-Sender :) Über BILD-WGT-Berichte & Co. schmunzle ich eh nur…

Asti

Da kann ich Ian und Axel nur kommentarlos beipflichten.
Aussehen wie ein Goth hat in meinen Augen aber nun nicht viel mit Rebellion zu tun, ich meine, so besonders außergewöhnlich ist das nun nicht

Ian von Nierenstein
Und dazu muss man sagen: Es laufen so viele „Tussys“ auf den Straßen rum, die komplett in Schwarz eingepackt sind, Sidecuts und sonstige eigentlich eher subkulturell abgefärbte Frisuren haben – aber mit Gruftiness mal so gar nix anfangen können, sobald man sie darauf anspricht. Also: Goth muss nicht aussehen wie Goth, um so zu sein. Auch wenn er bloß nur die Mukke hört. Andere haben eine „Einstellung“ – sei es Axels angesprochene Rebellion – im Kopf, andere wiederum tragen bloß die Klamotte, aber hören nur Freiwild (was ja wohl mal gaaaaar nix mit der Szene zu tun hat). Schwarz ist… Mehr lesen »