Lisa Eckhart beim WGT 2023 – Ist das Satire?

Die sogenannte „Maulheldin in Versace„, Lisa Eckhart, kommt für einen Auftritt am Sonntag zum Wave-Gotik-Treffen 2023. Der Auftritt der österreichischen Kabarettistin, die in der Vergangenheit immer wieder mit provokantem, populistischen und teilweise antisemitischen Humor aufgefallen ist, wirft Fragen auf. Nicht nur Fragen darüber, was Satire darf oder nicht darf, sondern auch darüber, ob sie überhaupt zur schwarzen Szene passt und auf dem WGT eine Bühne bekommen sollte.

Der Tabubruch als Bühnenprogramm

Lisa Eckardt ist eine leidenschaftliche Seglerin, die es liebt, im gesellschaftlichen Shitstorm über die Bühnen zu navigieren. Die berufliche Tabubrecherin nimmt zielsicher jedes heiß diskutierte Thema in ihr Programm und provoziert mit Judenwitzen, macht Witze über Klimaaktivisten, Cancel Culture und Woke Blasen. Eben über alles, was gesellschaftlich  kontrovers diskutiert wird. Man behauptet, sie würde der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten. Allerdings wirkt ihr Spiegel eher wie eine Lupe, unter der so mancher Deutsche,  der seine eigentliche Meinung unter „Political Correctness“ verbirgt, heimlich beim Lachen zu beobachten ist. Die Zeitung „Der Standard“ schreibt:

In Wahrheit findet in Eckharts Vortrag vor allem eines statt: Die aufgezählten Menschengruppen werden entwürdigt und rassistische, trans- und homophobe sowie antisemitische Stereotype dabei bedient.

Nun bin ich allerdings der Letzte, der definieren möchte, was Satire darf und was Satire nicht darf. Ich bin nicht kompatibel mit Lisa Eckharts Humor, empfinde das nicht als kluge und kritische Satire, sondern als Surfen auf der Welle der Empörung. Anecken, um wahrgenommen zu werden.

Immerhin, die fetten Jahre scheinen vorbei, denn wie beispielsweise die Frankfurter Rundschau schreibt: „Lisa Eckhart hat ein Problem: Sie schockiert nicht mehr„.

Lisa Eckhart auf dem WGT – Ist das ein Witz?

Die eigentliche Frage, die auch den Titel des Artikels beeinflusst hat, lautet: Was hat Lisa Eckhart überhaupt mit der Szene zu tun?

Auf mich wirkt der Auftritt von Lisa Eckhart im Rahmen des WGT ein wenig befremdlich, denn in ihrem Programm finden sich keinerlei inhaltliche Berührungspunkte mit der Gothic-Szene. Im Gegenteil. Und auch äußerlich – wenn wir dieses oberflächliche Kriterium anführen wollen – ist sie bis auf ein paar extravaganten Outfits ein ganzes Lichtjahr von „Gothic“ entfernt. Sie wirkt wie ein Fremdkörper auf der langen Liste der großartigen Bands des Treffens.

Darüber hinaus sind Menschen innerhalb der Szene bekannt für ihr klimaaktivistisches Engagement, ihre oftmals queeren Identitäten und für die „woke“ Wahrnehmung der Ungerechtigkeiten gegenüber benachteiligten Gruppen. Das übliche Publikum von Eckhart stammt meiner Einschätzung nach eher aus der konservativen Ecke leidenschaftlicher BILD-Leser, die nach ein paar Gläsern Wein – wegen der Kultur und zur Enthemmung – über die vorhersehbaren Pointen schmunzeln. Da wirkt ihr Auftritt eher wie ein Schluck Benzin in das Feuer der Szene. Jetzt schon polarisiert ihr Auftritt in den Kommentarspalten der sozialen Netzwerke der Szene und sorgt für eine ähnlich toxische Umgebung wie in den Kommentarspalten des Mainstreams. Das ansonsten durchweg großartige Band-Programm scheint in einer vermeidbaren Diskussion unterzugehen.

Was ist eigentlich aus der Realitätsflucht in eine düstere, phantasievolle, feingeistige, melancholische und höfliche Welt geworden?

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Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Vor 1 Jahr

Ich mag sie bzw. ihre Art „Humor“ zwar nicht, aber die gleiche Frage, ob es überhaupt zum WGT passt, könnte man sich auch beim Autor Sebastian Fitzek stellen oder wenn im Rahmenprogramm Besuche der Oper, Theaterstücke usw. möglich sind. Da werden oft Kulturveranstaltungen mit ins WGT-Programm eingegliedert, die dann eh gerade in Leipzig stattfinden. Vielleicht war es bei Lisa ja auch so?

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Tanzfledermaus
Daniel
Daniel (@guest_62366)
Vor 1 Jahr

Im Kontext des WGTs scheinen die Veranstalter sich aufgrund der streitbaren causa Eckhart gerade deswegen für sie entschieden zu haben, weil man auf die erhofften Reaktionen spechtet, die sich vielleicht auch monetär umwandeln lassen. Tatsächlich wirkt sie ein bisschen Fehl am Platz, aber das tat Heino auf Wacken auch.

Im kabarettistischen Rahmen finde ich Lisa Eckhart eine der wichtigsten Persönlichkeiten der letzten Jahre. Zum einen, weil sie die immer noch sträflich unterbewerteten KabarettistINNEN präsentiert, zum anderen, weil sie nämlich mit ihrer Satire den Menschen einen Spiegel vorhält. Nicht sie will Skandale provozieren, die woke Geschmacksgestapo steht mit scharrenden Hufen vor ihr und warten nur darauf, dass sie etwas sagt, was tendenziell rassistisch, fremdenfeindlich oder ableistisch sein könnte. Nur werden ihre Aussagen aus dem Kontext eines ganzen Programms gerissen. Es empfiehlt sich daher, ein Programm von ihr von Anfang bis Ende anzuschauen. Ich empfehle einfach mal, in der 3sat-Mediathek nachzuschauen, da sind momentan ein Programm von und ein Gespräch mit Lisa Eckhart zu sehen.

Das Problem unserer „durcherregten Gesellschaft“, wie eine Schriftstellerin mal treffend formulierte, ist der fast schon pawlowsche Reflex, sich auf alles zu stürzen, was nicht ihrer woken Gesinnung entspricht. Dabei verhalten sich die „politisch korrekten“ faschistoider als ihnen bewusst wird, wenn sie beispielsweise weißen Musikern verbieten wollen, Reggae zu spielen und Rastalocken zu tragen, weil das kulturelle Aneignung sei.

Ich bin der radikalen Auffassung, dass Kunst alles darf und das auch muss, um zum Nachdenken anzuregen. Das ist in kaum einem Bereich so immanent wie im Kabarett. Ohne funktioniert es nicht. Dann können wir uns auch zusammen eine Runde Nonnenhockey anschauen.

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Daniel
Vor 1 Jahr

Nicht sie will Skandale provozieren, die woke Geschmacksgestapo steht mit scharrenden Hufen vor ihr und warten nur darauf, dass sie etwas sagt, was tendenziell rassistisch, fremdenfeindlich oder ableistisch sein könnte.

Das eine schließt das andere NICHT aus, natürlich will sie provozieren. ;)
Ohne die „woke Geschmacksgestapo“ (warum muss eigentlich in Deutschland alles immer mit Hitler/Nazis/Gestapo verglichen werden?) wie du sagst hätte sie doch nie Karriere gemacht… ;)
IMHO: Sie darf sagen was sie will, darf aber dafür auch kritisiert werden von wem auch immer. Kunst- und Meinungsfreiheit sind keine Einbahnstraße.

wenn sie beispielsweise weißen Musikern verbieten wollen, Reggae zu spielen und Rastalocken zu tragen, weil das kulturelle Aneignung sei.

Da stimme ich dir wiederum zu. Das ist nach wie vor das beste Beispiel für „gut gemeint ist NICHT gleich gut gemacht!“ das es gibt…

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Durante
Daniel
Daniel (@guest_62372)
Antwort an  Durante
Vor 1 Jahr

warum muss eigentlich in Deutschland alles immer mit Hitler/Nazis/Gestapo verglichen werden?)

In diesem Fall: weil es so ist! Viele woke halten sich für ethisch ehrbar und meinen, den Königsweg gefunden zu haben, bemerken aber nicht, dass sie keine andere Meinung mehr zulassen, die nicht ihrer Gesinnung entspricht und lassen sich auch auf keinen Diskurs mehr ein. Und das hat faschistoide Tendenzen. Toleranz hört nicht an der Bubblegrenze auf, sondern schließt – natürlich nur bis zu einem gewissen Grad – auch Andersdenkende mit ein, die es mit Argumenten zu gewinnen gilt. Aber es findet kein Diskurs mehr statt, stattdessen erleben wir eine überempfindliche Gesellschaft, die sich in Mikroaggressionen ergeht und dabei das große Ganze übersieht. Oder wie Frau Eckart in puncto Ukraine-Krieg richtig bemerkt hat: In Deutschland geht es nicht um die Frage nach Aufrüstung oder Abrüstung, sondern um die Entrüstung.

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Daniel
Vor 1 Jahr

In diesem Fall: weil es so ist! Viele woke halten sich für ethisch ehrbar und meinen, den Königsweg gefunden zu haben, bemerken aber nicht, dass sie keine andere Meinung mehr zulassen, die nicht ihrer Gesinnung entspricht und lassen sich auch auf keinen Diskurs mehr ein. Und das hat faschistoide Tendenzen.

In der Sache sind wir uns einig (ich glaube ich habe damals als dieser grotesk-lächerliche FFF-Frisuren-Streit losging sogar hier auf Spontis auch was von „totalitärer Tendenz, die den Leuten leider selbst nicht auffällt“ oder so ähnlich geschrieben…), aber trotzdem halte ich es für unangebracht diese Leute gleich mit der „Gestapo“ zu vergleichen. Nicht jeder der (noch?) nicht erkannt hat dass er sich total verrant hat und erste totatlitäre Denkmuster aufweist, hat deshalb schon Inhaftierungen & Mord auf dem Konto. Hier tappst du doch selbst in von dir beschriebene Entrüstungsfalle (mehr Entrüstung/Erregung als ein Nazi-Vergleich geht quasi nich ;) ). Die ständigen Nazi-Vergleiche hierzulande sind einer gesunden Diskussion doch genauso wenig dienlich (allein schon deshalb weil sie eben STÄNDIG von ALLEN Seiten gemacht werden).
PS: Wer genau hat eigentlich wann genau diesen US-alt-right-Kampfbegriff „woke“ nach Deutschland importiert?

Daniel
Daniel (@guest_62375)
Antwort an  Durante
Vor 1 Jahr

Da gebe ich Dir recht, dass ich mich auch entrüste. Allerdings nicht in dieser Form, dass ich Ihnen mit Verbote und Zensuren drohe. Natürlich ist dieser Nazi-Vergleich sehr überspitzt. Aber da sind wir im Kern der Sache. Denn Du führst mit mir eine Diskussion, sachlich und argumentativ. Etwas, dass bei vielen nicht mehr möglich ist, wenn man sich diverse Kommentare in den sozialen Mendien anschaut. Würden die zusammen in Echt dastehen, würden sie alle durcheinander schreien. Das führt zu nichts.

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Daniel
Vor 1 Jahr

Etwas, dass bei vielen nicht mehr möglich ist, wenn man sich diverse Kommentare in den sozialen Mendien anschaut.

Ja, das stimmt leider. Und Social Media beeinflusst halt auch den Diskurs außerhalb davon seit zig Jahren massiv. Auch wenn Menschen (nachvollziehbarerweise) mangelnde Diskussionsbereitschaft und aggressiv-rechthaberisches Verhalten jeweils vor allem bei ihrem „politischen Gegner“ erkennen und kritisieren*, so zieht sich das inzwischen definiv durch ALLE Lager.
(*Hierfür ist auch Fr. Eckarts Stamm-Gastgeber D. Nuhr ein gutes Beispiel. Der tut regelmäßig selbst genau das was er anderen vorwirft… Und wahrscheinlich merkt er es tatsächlich nicht mal.)
Wenn man sich mal anschaut wie die Algorithmen von Facebook, Youtube, usw. (sicherlich auch TikTok) funktioneren, ist das aber auch kein Wunder. Letztendlich nutzen sie gezielt menschliche Schwächen aus und befördern diese sogar, einfach nur um die Leute möglichst lange auf der jeweiligen Plattform zu halten. Fakten und eine sachliche Diskussion produzieren halt kaum Emotion, und Emotion ist das was gewünscht wird, das was Klicks/Screentime/Reichweite/Auflage/… bringt. Schon die schmierige Bild-„Zeitung“ hat nach diesem Prinzip funktioniert.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Durante
Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Robert
Vor 1 Jahr

„Ich bin der radikalen Auffassung, dass Kunst alles darf und das auch muss, um zum Nachdenken anzuregen.“

Da bin ich tatsächlich bei Dir.

Kunst (und insbesondere Satire) kann und darf meines Erachtens erstmal alles. Aber: Sie muss sich ggf. auch kritisieren lassen. Ein „Recht darauf nicht kritisiert zu werden/keinen Widerspruch zu ernten“ gibt es nicht. ;)
Meine persönliche(!) Definition von „politischem Kabarett“ ist übrigens u.a. diese:
„Es tritt immer nur nach oben, NIEMALS nach unten…“

Oli Dee
Oli Dee (@guest_62419)
Antwort an  Daniel
Vor 1 Jahr

Nonnenhockey würde ich mir hundert mal lieber anschauen als immer die gleichen Wiener Witzchen von Nuhrens Gnaden. Aber du hast gut die ebenso immergleichen Schmährzchen der bourgeoisen Zirkusblondine zitiert, bald jedes einzelne davon eine Recht(s)fertigung. Oh wie sind ja so gecancelt! Ja über Geschmack kann man nicht streiten, über Geschmacklosigkeit auch nicht. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Da täuscht auch die teure Kleidung nicht über die Brigitte- Domina hinweg.

Pietschmann, Frank
Pietschmann, Frank (@guest_62475)
Antwort an  Oli Dee
Vor 1 Jahr

Ach Oli Dee Du tust mir richtig leid😭

Pitje
Pitje (@guest_62367)
Vor 1 Jahr

Die aufgeregte Diskussion um Lisa Eckhart zeigt wohl eher, dass die meisten Menschen heutzutage eher an Leute wie Mario Barth und Carolin Kebekus denken, wenn sie Kabarett hören, und deshalb eine entsprechende Erwartungshaltung an den Tag legen.

Lisa Eckhart macht halt keine flache Comedy, sondern geht dahin, wo es weh tut. Ihr Homophobie oder Antisemitismus zu unterstellen, weil sie es wagt, diese Themen in ihrem Programm einzubauen, finde ich zu kurz gedacht. Da ist dann vielleicht doch eine Parallele zur Gothic-Szene: Dort werden Bands wie Laibach, Death in June, ja sogar Rammstein, auch gerne verunglimpft, weil sie sich in ihrer Musik mit totalitären Systemen auseinandersetzen oder provokante Stilmittel verwenden. Für Leute, die Unheilig und ASP hören, ist das natürlich eine Zumutung. Die gehen dann lieber zu Mario Barth und hauen sich auf die Schenkel, wenn der einen geschmeidigen Herrenwitz verzapft …

Vielleicht haben die WGT-Macher Lisa Eckhart aber auch einfach nur eingeladen, weil sie mal wieder Lust auf ein inszeniertes Skandälchen hatten. Nunja, das ist ihnen gelungen.

An Lisa Eckarts großartigen Bühnenoutfits könnte sich übrigens so manche Gruft-Walküre in Schützenfestrobe gerne ein Beispiel nehmen.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Pitje
Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Pitje
Vor 1 Jahr

Dort werden Bands wie Laibach, Death in June, ja sogar Rammstein, auch gerne verunglimpft, weil sie sich in ihrer Musik mit totalitären Systemen auseinandersetzen oder provokante Stilmittel verwenden.

Death in June passt imho nicht ganz in deine Auflistung, weder Laibach (Kunst) noch Rammstein (Kommerz) haben es verdient neben dem völlig durchgeknallten Hrn. Pearce in einer Reihe zu stehen.

Vielleicht haben die WGT-Macher Lisa Eckhart aber auch einfach nur eingeladen, weil sie mal wieder Lust auf ein inszeniertes Skandälchen hatten.

Mit Sicherheit sogar. Dass die Kunstfigur Eckarts speziell rechte Ressentiments bedient dürfte aber im Falle des WGT auch kein Zufall sein (siehe den Schwarze-Sonne-Skandal damals etc. etc.).

das H.Gen
das H.Gen(@hagen)
Vor 1 Jahr

Mit Menschen die Satire nicht verstehen und Lisa Eckhart als echte Person auf der Bühne sehen mussten sich auch schon ander Kabarettisten rumärgern. Georg Kreisler der selbst jüdischem Glaubens war wurde für dieses Lied angefeindet. https://www.youtube.com/watch?v=1H0RqzfRCd4 Ein Ausdruck von Satire ist, sich in eine Person zu verwandeln die eben genau nicht der PC Kultur entspricht. Das gab es schon bei Alfred Tetzlaff, Georg Schramm, Little Britain und das geht bis zu Atze Schröder. Ich frage mich woran es liegt, dass es Leute gibt die das nicht mehr unterscheiden können oder vielleicht auch gar nicht mehr wollen um für Unstimmigkeiten zu sorgen? Oder geht es darum mal wieder auf dem WGT für einen Skandal zu sorgen?

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von das H.Gen
das H.Gen
das H.Gen(@hagen)
Antwort an  Robert
Vor 1 Jahr

Fehl am Platz auf jeden Fall. Da stellt sich die Frage wo will das WGT in Zukunft hin? Dass den Veranstaltern eh egal ist ob sich die Leute aufregen oder nicht ist auch klar. Man scheint der Meinung zu sein, die kommen ja eh alle wieder. Selbstreflexion ist auch ein gutes Thema, genau so wie die Frage was passt überhaupt noch zum WGT? Furries, Mangas, Steampunks, SM-Leute, Wehrmachtsangehörige und was es noch so alles gibt haben ja nun auch nicht gerade mit Gothic zu tun. :-)

Durante
Durante(@durante)
Vor 1 Jahr

ob sie überhaupt zur schwarzen Szene passt.

Antwort: Nein. Politisches Kabarett hat auch generell nix mit der Szene zu tun. Aber mei, WGT halt…
Da das geklärt ist ;) meine sonstige Meinung zu ihr:
Für eine echte Antisemitin/transphob/homophob/rassistisch… halte ich persönlich sie NICHT.
Sie wird aber von Leuten mit entsprechenden Ansichten die ihre Kunstfigur ernst nehmen/Kabarett nicht wirklich verstehen massiv dafür gefeiert dass sie mit diesen ganzen Quatsch halt öffentlich wiederkäut („…das wird man ja wohl noch sagen dürfen…!“, „…ich bin ja kein Nazi, ABER…!“ – Diese Fraktion meine ich). Das ist ihr definitiv auch bewusst und stört sie eindeutig kein bisschen, naja muss sie wissen. Ich glaube übrigens absolut auch dass diese VERMEINTLICHE Verbindung von Eckart zu rechtem Gedankengut und die damit verbundene „Provokation“ der Grund ist warum ausgerechnet sie beim WGT auftreten soll (die heutigen WGT-Veranstalter haben diesbezüglich durchaus einen gewissen „Track-Record“ wenn man sich die letzten Jahrzehnte ansieht…).
Anfangs fand ich ihren „schwarzen Humor“ ganz erfrischend damals, aber inzwischen langweilt sie mich massiv ehrlich gesagt – Denn wenn man genau hinsieht hat sie eigentlich nur eine Masche/einen Gag:
„Seht mich an wie krass ‚politisch unkorrekt‘ ich doch bin!!!! Ich sage auf der Bühne Unsinn den sich sonst (vermeintlich) keiner traut!!!“.
Darauf kann man im Kern jeden ihrer Auftritte den ich über die Jahre gesehen habe (und das waren als Kabarett-Fan einige) reduzieren. Ich glaube ohne den erfrischenden österreichischen Dialekt und ihre schrillen Outfits würde das auch deutlich mehr Leuten auffallen. Ist das WIRKLICH soviel niveauvoller als Comedy-Clowns wie Barth & Co.? Rein rhetorisch(!) natürlich (man denke nur an ihren grandiosen Auftritt damals in der Anstalt), aber INHALTLICH? Naja, wem’s gefällt…
PS: Ich vermisse Georg Schramm.

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Robert
Vor 1 Jahr

Ja, „ungünstig“ ist gut gesagt hehe, „suboptimal“ würde mir alternativ noch einfallen… ;)
Was die Veranstalter betrifft: Ich denke man sympathisiert durchaus mit Eckarts Aussagen (bzw. denen ihrer Bühnen-/Kunstfigur) und will damit evtl. gleichgesinnte anziehen, UND will mit ihrem Auftritt auch provozieren/ein Skandälchen inszenieren (ist ja nicht der erste)… aber diejenigen die den Auftritt unnötig/unpassend/affig finden, werden ja TROTZDEM zum WGT kommen (nur halt nicht unbedingt zu diesem Auftritt). Also kein wirtschaftlicher Schaden zu befürchten.
Aus Sicht der Veranstalter ist das also wsl. eine Win-Win-Win-Situation. Aber was ich persönlich inzwischen von denen halte hab ich auf spontis.de schon öfters kund getan, also spar ich mir das inzwischen. ;)

Thomas Klotz
Thomas Klotz (@guest_62373)
Vor 1 Jahr

Natürlich liegt die Vermutung nahe, dass die WGT-Orga damit mal wieder ein wenig für Aufruhr und Aufmerksamkeit (sicher auch nicht nur innerhalb der Szene) sorgen möchte. Aber andererseits ist es auch möglich, dass man zumindest einem Teil der schwarzen Community noch zutraut, zwischen einer Kunstfigur und der Privatperson, die dahinter steckt, zu unterscheiden. Ich hab jedenfalls noch nie gedacht, dass das bei Lisa Eckhardt deckungsgleich ist, genauso wenig wie zB bei Serdar Somuncu, auch der wird von vielen falsch verstanden, weil sie denken, dass das, was er auf der Bühne darstellt, auch er privat ist.
Was Lisa Eckhardt mit der Szene zu tun hat, darf man natürlich schon fragen, aber das haben andere hier ja auch schon bemerkt: diese Frage könnte man genauso bei Lesungen von Markus Heitz oder Sebastian Fitzek stellen.

Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Editor
Antwort an  Thomas Klotz
Vor 1 Jahr

Pardon, wenn ich kurz anmerken darf ohne Klugscheißerei :). Der Herr Heitz ist hier ein schlechtes Beispiel. Er selbst ist sozusagen angehöriger des dunklen Volkes und seine Bücher erfreuen auch die Leseherzen dunkler gestalten. ;)

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 1 Jahr

Das stimmt, ich sehe bei ihm auch schon etwas mehr Berührungspunkte als bei den anderen die hier genannt wurden.

Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Editor
Antwort an  Robert
Vor 1 Jahr

Es geht doch in unserer Szene auch um Realitätsflucht, eine Parallelwelt für ein paar Tage zu genießen, die frei ist von politischen Einflüssen oder ideologischen Vereinnahmungen.

Da muss man sich langsam auch mal Fragen, ob das WGT überhaupt noch die richtige Veranstaltung dafür ist.
Leider habe ich den Beitrag vom letzten Jahr hier bei Spontis nicht mehr in Erinnerung, aber in den Kommentare wurde darüber diskutiert, ob es nicht Zeit für etwas neues wäre. Weniger Mainstream, die Szene mehr unter sich…

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Gruftwurm
bernardo
bernardo (@guest_62409)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 1 Jahr

ein wenig off-topic: mehr Szene, weniger Mainstream – dazu gibts im Werk II ne gute Parallelveranstaltung als Alternative zum WGT ;-)

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  bernardo
Vor 1 Jahr

Das „Gothic Pogo Festival“ ist bestimmt wunderschön (war leider noch nie da :( ), aber ich vermute unser Gruftwurm meinte eher etwas das völlig losgelöst von Pfingsten/Leipzig existiert (und halt dem „frühen WGT“ ähnelt)… ;)
Das „Gothic Pogo Festival“ wird halt von den meisten doch immer „nur“ als Alternative/inoffizielle „Begleitveranstaltung“ „zum WGT“(!) gesehen (trotzdem will ich irgendwann mal hin ;) ).

Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Editor
Antwort an  Durante
Vor 1 Jahr

Sie haben es richtig erfasst, Mr. Durante. ;)

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Durante
Vor 1 Jahr

Das ist schon recht cool, allerdings hab ich auch das Gefühl, dass viele Besucher dort sich recht arrogant und elitär geben. Da findet ein Schaulaufen der anderen Art statt, meist möglichst schräg/spacig. Anfangs war ich begeistert von den vielen abgefahrenen Styles (viele scheinen der New Romantic-Zeit entlehnt), aber das obercoole Gehabe einiger hat mich dann doch zunehmend enttäuscht, da scheint es mitterweile auch mehr ums „Sehen und Gesehen werden“ zu gehen.
Als „Normal-Goth“ fühlte ich mich von manchen ganz schön von oben herab betrachtet, wie ein Fremdkörper, und das finde ich nicht schön.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Tanzfledermaus
Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 1 Jahr

ob es nicht Zeit für etwas neues wäre. Weniger Mainstream, die Szene mehr unter sich…

Stimme hiermit dafür! :)

Durante
Durante(@durante)
Vor 1 Jahr

Man behauptet, sie würde der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten. Allerdings wirkt ihr Spiegel eher wie eine Lupe, unter der so mancher Deutsche, der seine eigentliche Meinung unter „Political Correctness“ verbirgt, heimlich beim Lachen zu beobachten ist.

Davon abgesehen dass bei Fr. Eckarts Publikum TEILWEISE(!) letzteres auch mir der Fall zu sein scheint (NICHT bei jedem, ich fand sie anfangs ja wie ich zugebe selbst mal ganz unterhaltsam)…
…die Formulierung „den Spiegel vorhalten“ finde ich inzwischen generell arg überstrapaziert. Übrigens GERADE auch in der schwarzen Szene!
(Jemand will mal wieder provozieren und tritt deshalb in einer SS-Uniform auf? „Ich/Er will euch/uns den Spiegel vorhalten!!!!“)
Oft ist es einfach nur eine Ausrede für inhaltslose Provokation und der Künstler und/oder seine Fans können dann gar nicht näher ausführen, was GENAU sie eigentlich damit meinen…

Leider finde ich online kein Video mehr, aber ein Beispiel wo ein Kabarettist WIRKLICH dem Publikum den „Spiegel vorgehalten“ hat war folgendes:

Der Kabarettist lästert zuerst über Umweltschutz, soziales Engagement und ganz allgemein „Weltverbesserer“, propagiert dann in Macho-Manier noch ein wenig seine angebliche „Nach mir die Sintflut“-Einstellung, das Publikum ist etwas irritiert…Dann kommt er irgendwann auf das Thema Kinder und wie egal sie ihm angeblich sind, meint schließlich (so oder so ähnlich): „Wenn Ihnen mal wieder eins vor den SUV läuft – Fahren Sie drüber! Einfach Gas geben! Fahren Sie drüber!“ Das Publikum ist totenstill und offensichtlich baff.
„Sie tun denen doch einen Gefallen! So wie wir mit unserem Planeten und unserer Umwelt umgehen, so wie wir uns um unser Bildungssystem und Gesundheitssystem kümmern, bei den gesellschaftlichen Schulden die wir ihnen hinterlassen… uns sind unsere eigenen Kinder doch off-ffen-sicht-lich scheißegal! Dann können wir ihnen das ganze Elend doch gleich ersparen. Oder etwa nicht?!“
Wohlgemerkt alles aus dem Gedächtnis wiedergegeben. Aber SO in etwa sieht das aus wenn jemand einem tatsächlich mal „den Spiegel vorhält“. ;)

(Der Mann dessen Namen ich hier nicht nenne ist inzwischen leider seeeehr sehr tief gesunken und macht jetzt billigste niveaulose Comedy, aber früher – während der Zeit aus der der genannte Auftritt stammt – war er echt mal gut…)

Ich wünschte durchaus Fr. Eckart würde ihren Intellekt und ihr beachtliches rhetorisches Talent nutzen um mal etwas anderes zu transportieren als nur wieder und wieder
A. Provokation um der Provokation willen und
B. Lästern über die die sich provozieren lassen (ohne die sie aber kein Schwein kennen würde wenn man ehrlich ist).

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Durante
Daniel
Daniel (@guest_62378)
Vor 1 Jahr

Lieber Robert, auf Deine abschließende Frage kann ich Dir dieses Gespräch mit Lisa Eckart empfehlen, die sehr viel Wert auf Höflichkeit legt.

Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Antwort an  Daniel
Vor 1 Jahr

Mit der Höflichkeit ist das ja immer so ne Sache, sie muss auf einer Synthese von Respekt und Rücksicht basieren, sonst ist sie nur Scheinheiligkeit. 
Das Gespräch ist übrigens sehr interessant, habe es mir tatsächlich erst gestern angesehen. Kann ich auch empfehlen, ganz wertfrei. 

Nichtsdestotrotz, ich kann Roberts Schlusssatz sehr gut nachempfinden! Ebenso „feingeistig, phantasievoll und melancholisch“, sind Begriffe die ich auch schwinden sehe. Vor allem Feingeistigkeit – ein schönes Wort das viel zu selten Gebrauch findet. 

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Norma Normal
Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Norma Normal
Vor 1 Jahr

Ebenso „feingeistig, phantasievoll und melancholisch“, sind Begriffe die ich auch schwinden sehe. Vor allem Feingeistigkeit – ein schönes Wort das viel zu selten Gebrauch findet.

Ja, das stimmt wohl. Laut und aggressiv, provokant und schrill muss alles sein heutzutage, ein Skandal muss den nächsten jagen… *seufz*
Noch mehr Dinge & Begriffe die „out“ sind, die ich persönlich aber gern in unserer Gesellschaft wieder hätte: Anstand. Respekt. Gelassenheit. Würde. Und zu guter Letzt: „Haltung bewahren“.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Durante
Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Editor
Vor 1 Jahr

Ich habe mich mit Frau Eckhardt nicht großartig auseinandergesetzt und möchte oder kann auch in dieser Diskussionsrunde keinen großen Senf dazu geben.
Es ist nur so, ich finde es generell etwas fragwürdig, wenn Personen des öffentlichen Leben mit viel Humor über bestimmte Randgruppen sich auslassen, um letztlich damit ihre Bekanntheit zu erhöhen und auch noch Geld verdienen. Ob sich die heutige Gesellschaft mit solchen Shows diesen vorgehaltenen Spiegel auseinandersetzt, stelle ich ebenso in Frage. Ein weiteres Problem darin, das durch gewisse „humorvolle“ Satire bestimmte Gruppen in ihren Gedankengut eine Bestätigung finden. So wundert es eben nicht, das schon in der Vergangenheit die AFD mit einem Photo von Frau Eckhard in sozialen Medien ein politisches Statement gesetzt hat. Zur Verteidigung von Frau Eckhard muss man sagen, das sie und ihre Management sich davon distanziert und Anzeige erstattet hatten.
Ich möchte mich jetzt auch nicht als ganz humorlos darstellen und kann auch einige Kommentare, die für sie sprechen nachvollziehen. Aber wenn ich kluge und sinnvolle Satire sehen möchte, dann schalte ich dafür nicht den Fernseher ein.

Aber es geht in dem Beitrag besonders um die Frage, was hat eben Frau Eckhardt mit unserer geliebten Szene zu tun. Ganz genau, irgendwie überhaupt nichts. Und vielleicht darf man nicht ganz vergessen, das schließlich auch unser schwarzes Völkchen besonders in der Vergangenheit eine Randerscheinung war oder vielleicht teilweise noch ist. Für mich persönlich ist die junge Dame auf dem WGT fehl am Platz. Äußerlich lässt sich darüber streiten.
Aber zugegeben, die Bestätigung für ihren Auftritt auf dem WGT wundert mich wenig. Das kleine schwarze Familientreffen ist eben nicht mehr das was es mal war. Da wären wir wieder bei dem Thema Mainstream und Gothic oder eher WGT, was eben schon in einigen Beiträge bei Spontis diskutiert wurde.
Ich stimme  Robert zu, was ist eigentlich aus der Realitätsflucht in eine düstere, phantasievolle, feingeistige, melancholische und höfliche Welt geworden? Diese Frage ist wirklich sehr schön formuliert und sorgt für etwas Herzbluten.
Aber neben dieser ganzen Frau Eckhardt Diskussion, sollte man nicht vergessen, dass das WGT eine wirklich tolle Bandauswahl bietet und das sollte man unterstützen.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Gruftwurm
Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 1 Jahr

Ob sich die heutige Gesellschaft mit solchen Shows diesen vorgehaltenen Spiegel auseinandersetzt, stelle ich ebenso in Frage.

…und das zu recht fürchte ich.
Häufig scheint mir dieser „Spiegel“ aber auch nur eine Ausrede dafür zu sein „mal wieder richtig über XY zu schimpfen/lästern/lachen zu ‚dürfen’…“, weil „ist ja nur Satire“ bzw. der gern bemühte „Spiegel für die Gesellschaft“.
In geschätzt 9 von 10 Fällen wohl eher wohlfeiles Gelaber um halt „ungestraft“ zwischen AFD-Wählern („endlich sagts mal eine(r)!!1!“) und ARD-Zuschauern („ist ja nur Humor/Satire!“) hin- und her meandern zu können (und seine „Zielgruppe“ nicht unnötig einzugrenzen). ;)

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Durante
Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Editor
Antwort an  Durante
Vor 1 Jahr

Ich stehe generell den heutigen öffentlichen Comedians recht kritisch gegenüber. Da werden sich über Themen ausgelassen, die vielleicht für andere Menschen verletzten sind. Das was z.B. in der heutigen Glotze geboten wird, geht teilweise auch unter die Gürtellinie. Da schaltet doch vom Publikum keiner groß sein Gehirn ein, sondern wird gelacht und wird gleich wieder vergessen.
Das hier die Hemmschwelle und der Respekt gegenüber Randgruppen verloren geht, wundert doch dann nicht.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Gruftwurm
das H.Gen
das H.Gen(@hagen)
Vor 1 Jahr

Frau Eckhart wird bestimmt ein extra Programm präsentieren in dem es nur um Gothic und das WGT geht während Lord of the Lost ganz undergroundmäßig den ESC Schlagerwettbewerb gewinnen. Und die Wacken Firefighters spielen „Oh wie ist das schön“ dazu. ;-)

Matthias
Matthias(@marquis)
Vor 1 Jahr

Past für mich nicht zum WGT, ebensowenig wie Steampunk,Mittelalter,Gasmasken,Gummipferdekostüme und Stahlhelme.
Im TV schau ich sie mir aber gerne an.

Blackangel
Blackangel (@guest_62415)
Antwort an  Robert
Vor 1 Jahr

naja aber vieles hat sich seit langem doch ins fragwürdige gewandelt im Interview zu Terminal choice sagte der Interviewer/Moderator von Schwarzbild zu anfang: vom Alternativen/undergroundigen zum Kommerz, vom Schwarzen zum bunten bis hin zum Industrial, der kaum noch vom Techno zu unterscheiden ist, ob jetz Industrial dazugehört oder nich kann man jetzt diskutieren, eigentlich wars Gothicrock, wie ihn zb The House of Usher noch machen und wie sie in einem Interview sagten, sie haben die seele des Gothic bewahrt genauso wie auch die Gothrock band Angels of Liberty die ich auch gerne höre die kennste bestimmt, aber man muss sagen, dass die szene immer mehr vom Mainstream eingenommen wird und anscheinend nur noch verkaufszahlen, chartplatzierungen usw zählen, was nicht gut ist, aber da ist jeder anderer meinung.

Matthias
Matthias(@marquis)
Antwort an  Robert
Vor 1 Jahr

Nicht Opi´s Uniform gebügelt? ;-)

BastianRauch
BastianRauch (@guest_62418)
Vor 1 Jahr

Ich finde Eckharts Kokettieren mit Themen wie Blasphemie und schwarzem Humor und so eine dekadente Selbstinszenierung passen schon ein wenig aufs WGT. Ich denke dass das Provokative alleine an ihr auch nicht das Entscheidende ist, sondern auch das Sprachkünstlerische und das kann sie aus meiner Sicht schon ganz gut. Manche Teile ihres Programms sind vielleicht etwas „drüber“ (Gut hier die Böhmermann-Satire „Nuhr im Zweiten“), aber vieles, auf das sie anspielt, ist schon im Denken der Gesellschaft da, die manchmal eben nur oberflächlich progressiv tut – klar, aber man könnte sie auch reaktionär vereinnahmen (aber dann jemand, der zu linken feministischen Sachen was geschrieben hat würde so Rechten vermutlich auch nicht komplett gefallen).

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  BastianRauch
Vor 1 Jahr

Ich denke dass das Provokative alleine an ihr auch nicht das Entscheidende ist, sondern auch das Sprachkünstlerische und das kann sie aus meiner Sicht schon ganz gut.

Sprachlich ist sie wie weiter oben schon mal geschrieben teilweise echt stark, da hat sie unverkennbar Talent – Aber ich denke bekannt und erfolgreich ist sie halt primär wegen ihrer Provokationen (Rhetorik und „kunstvoll-ausufernde wortgewaltige Satzgebilde“ weiß nur eine Minderheit wirklich zu schätzen behaupte ich).

Gut hier die Böhmermann-Satire „Nuhr im Zweiten“

Die Eckhart-Parodie war wirklich ziemlich gelungen ja… XD

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Robert
Vor 1 Jahr

Dem ist eigentlicht nichts mehr hinzuzufügen.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Durante
Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Editor
Antwort an  Robert
Vor 1 Jahr

Das WGT ist ein Fluchtpunkt für diese Menschen, die der Realität ein Stück weit entfliehen möchten und eben nicht die gleichen Diskussionen, die im Alltag stattfinden und die in der Gesellschaft verarbeitet werden, auch in ihrer Freizeit verarbeiten.

Du bringst es auf den Punkt, nur scheinen die Veranstalter diese Einstellung bzw. Vorstellung wohl nicht ganz zu teilen. Schade eigentlich!

Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 1 Jahr

Voll auf den Punkt. Festivals, vor allem in so einem nischigen Bereich wie der Gothic Szene, sollten ein Schutzraum sein, wie Robert schreibt! Wenn man dort befürchten muss dafür angegangen zu werden, zu queer, zu „woke“, zu anders zu sein, ob nun auf der Bühne oder von Besuchern, dann läuft es einfach total in ne falsche Richtung. 
Aber bei einem Festival in dieser Größenordnung ist das mit der Nische eben nicht mehr gegeben. Statt größer zu werden müsste es eigentlich kleiner werden, aber leider leben wir ja in einer höher /schneller / weiter Welt. Erfolg wird an Wachstum gemessen und kennt scheinbar keine Grenzen. Eine deutliche Verkleinerung und Reduktion auf das Wesentliche, also Musik und wirklich szenenrelevante Kultur, würde wohl als vermeintliches Scheitern angesehen. Dabei wäre es im Falle vom WGT vermutlich das Beste was passieren könnte, naja zumindest für die „Szene“.
Aber irgendwie glaub ich das der Drops gelutscht ist. Ich finde auch etwas neues, anderes, kleines und feines wäre wirklich sehr erfrischend. Da kann ich deinem Kommentar weiter oben ebenfalls zustimmen.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Norma Normal
Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Editor
Antwort an  Norma Normal
Vor 1 Jahr

Du nimmst mir die Worte aus dem Mund. Danke. ;)

Gruftfledermaus
Gruftfledermaus (@guest_62420)
Vor 1 Jahr

Ok ich mag Lisa Eckert und heutzutage muss Kabarett einfach weh tun. Und zur Zeit ist es recht einfach anzuecken und die Leute auf die Palme zu jagen. Sie übertreibt teilweise maßlos das mag sein aber eigentlich bekommt jeder sein Fett weg und sie nimmt sich ja nicht aus. Aber beim WGT hat sie wahrlich nix verloren, das lockt Fans von ihr an die dann ebenfalls nicht rein passen und es gibt sicher auch Menschen die sie absichtlich falsch verstehen, egal aus welcher Richtung. Aber WGT wird eben auch immer Mainstreamiger da Gothic ja ein Trend ist und inzwischen mit der Masse verschwimmt. Da passt dann jemand wie sie anscheinend rein, verstehen muss das keiner. Vielleicht steht ja auch gar keiner und lauscht ihrer Worte. Vielleicht wäre es viel sinnvoller sie zu ignoriern anstatt sich aufzuregen. Ist doch eigentlich ganz einfach wers mag geht hin, wer nicht eben nicht. :)

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Gruftfledermaus
Vor 1 Jahr

ich glaub kaum, dass sich „Stino“-Lisa-Fans extra das 170 Euro teure WGT-Ticket kaufen, um sie beim WGT zu sehen – da dürften ihre sonstigen Shows doch einiges günstiger sein.

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Gruftfledermaus
Vor 1 Jahr

Aber WGT wird eben auch immer Mainstreamiger da Gothic ja ein Trend ist und inzwischen mit der Masse verschwimmt.

Mein Eindruck ist vielmehr Gothic ist „in der Masse“ eigentlich total out (und teilweise schlicht unbekannt), in den 2000ern waren wir das letzte mal WIRKLICH „in“… ;)
Ich denke u.a. deshalb versuchen die WGT-Veranstalter auch krampfhaft immer wieder irgendwie aufzufallen (auch außerhalb der „Szene“).

Blackangel
Blackangel (@guest_62465)
Antwort an  Durante
Vor 1 Jahr

Ja kann ich nur zustimmen, auch dem kommentar von Gruftfledermaus, diese entwicklung die es ja schon länger gibt, finde ich gar nicht gut.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Blackangel
Matthias
Matthias(@marquis)
Antwort an  Robert
Vor 1 Jahr

Toleranz macht nur Sinn, wenn man die Intolenanten mit Intoleranz begegnet, sonst ist die Toleranz rasch Vergänglichkeit.
Ja, ich denke mitlerweile, wir Toleranten waren über die Jahre (leider) zu tolerant (Gummipferd u. Co).

Blackangel
Blackangel (@guest_62466)
Antwort an  Robert
Vor 1 Jahr

so siehts aus, seh ich genauso,
aber man kann den bunten normalo Leuten ja nicht verbieten die szene und die Musik gut zu finden und auch hingehen zu den veranstaltungen, schön wäre es doch, wenn die szene sich wieder zurückentwickeln würde bzw sich zurückzieht, wie Oswald Henke in einem Interview bei Crazy Clip TV sagte, abe so ist es leider, dass alles immer Massentauglicher wird einige Titel von verschiedenen szenebands wie zB VNV NATION ODER AUCH BLUTENGEL haben auf YouTube Millionen von aufrufen, mehr muss man dazu nicht mehr sagen, ich hoffe auch dass Lord of the Lost wieder absagen beim ESC was aber unwahrscheinlich ist.

Wolf Marx
Wolf Marx (@guest_62442)
Vor 1 Jahr

Wie, es passt nicht?
Dem Linken Mainstream passt nichts, es muss schon den Linken gefallen. Das Motto: Wer sich nicht zum Linken Dämagogen eignet, wird von der Bunt-Grün-******-********* Community unterdrückt, gebashed, gecrushed, verurteilt und Geist und Seele getötet.

Diese Haltung widerspricht einer Freiheitlich Demokratischen Ordnung und bestätigt die Menschenrechts- widrige Haltung des Linken Schmocks.

Eine traurige Entwicklung der Links gesteuerten Meinungs Einschränkungen und des Selbstbestimmungs Verbots Links Faschistische Kräfte!

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Robert
Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Wolf Marx
Vor 1 Jahr

Was für ein Quatsch! Seit wann ist der mainstream denn bitteschön links? Aber aus der Sicht von rechtsaußen ist vermutlich alles andere links…

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Tanzfledermaus
Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Jahr

Aber aus der Sicht von rechtsaußen ist vermutlich alles andere links…

…also entweder das, ODER spontis.de ist inzwischen auch von total abgefahrenen Paralleluniversen aus erreichbar, in denen es sowas wie einen „linken Mainstream“ in Deutschland tatsächlich gibt… XD
(Hm, Paralleluniversen… das nenn ich mal „Reichweite“ Robert, sowas schafft ja nicht jeder Blog! ;) )

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Durante
Vor 1 Jahr

you made my day!

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Jahr

Immer gerne ;)

Blackangel
Blackangel (@guest_62468)
Antwort an  Durante
Vor 1 Jahr

Ja und politische ausrichtungen und auch religiöse gibt es in verschiedene richtungen in der szene, genauso wie in der breiten normalo Masse auch.

Blackangel
Blackangel (@guest_62469)
Antwort an  Robert
Vor 1 Jahr

rechte ausrichtung ??
wirklich jetzt ? oder ich bin zu naiv.

Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Antwort an  Wolf Marx
Vor 1 Jahr

Haben sie evtl eine Obsession mit dem Wort links? In dem kurzen Kommentar fällt es auffällig oft. Könnte es am Namen liegen, sind sie da evtl familiär vorbelastet…

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Wolf Marx
Vor 1 Jahr

Einge gute Illustration dessen was ich weiter oben geschrieben habe, danke für das anschauliche Beispiel, Zitat:

Eine traurige Entwicklung der Links gesteuerten Meinungs Einschränkungen und des Selbstbestimmungs Verbots Links Faschistische Kräfte!

…Rechte denken heutzutage fälschlicherweise zumeist Meinungsfreiheit bedeutet:
„1. Jeder muss mir/uns permanent zuhören!!!!“
„2. Niemand darf mich oder meinesgleichen kritisieren oder mir/uns widersprechen, sonst schränkt derjenige doch meine Meinungsfreiheit ein!!!111elf!!!“ XD
Welch grotesker Unsinn…
PS: Dieses Land muss definitiv mehr in seine Bildung investieren (und damit beziehe ich mich gar nicht auf die schauderliche Grammatik und Rechtschreibung des obigen Kommentars, sondern darauf dass Bürger in einer Demokratie bitteschön zumindest wissen sollten was Meinungsfreiheit eigentlich bedeutet).

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Durante
Blackangel
Blackangel (@guest_62467)
Antwort an  Wolf Marx
Vor 1 Jahr

Hä ?was willst du damit genau sagen ?

Dorothea Hohner
Dorothea Hohner (@guest_62447)
Vor 1 Jahr

Da hat man eine blitzgescheite, mutige und absolut freigeistige Kabarettistin, und dann muß man diesen, an die verdeppte Wirklichkeit angepaßten Scheißartilel lesen!!
Man will ALLES über einen verschissen angeglichenen Kamm scheren!! DAS geht bei der klugen Lisa nicht, gar nicht, und das ist gut so!!!

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Dorothea Hohner
Vor 1 Jahr

Diese fäkalbetonte Wortwahl sagt ja eigentlich alles…. *augenroll*
Ruft sich Wolfi jetzt seine Freunde zu Hilfe?

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Tanzfledermaus
Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Robert
Vor 1 Jahr

Der Artikel wurde in einer Berliner Tageszeitung verlinkt, daher „genießen“ wir in den letzten Tagen ein wenig mehr Popularität wie sonst.

Aaaah, darum die ganzen Stinos die hier mit Fäkalvokabular herumpöbeln, ich hatte mich schon gefragt wer von uns versehentlich die Grufttür aufgelassen hat… XD

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Durante
Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Editor
Antwort an  Robert
Vor 1 Jahr

Trotzdem sehr interessant, das die Reichweite von Spontis schon bis in die Berliner Presseagentur geht. :)

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 1 Jahr

Stimmt… hätte ich auch nicht gedacht. ;)
Was kommt wohl als nächstes?
(Was als übernächstes kommt wissen wir ja eh alle… die Spontis-Weltherrschaft natürlich! >;D )

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Durante
John Doe
John Doe(@arno-siess)
Antwort an  Durante
Vor 1 Jahr

Schwarze Weltherrschaft?
Bin dabei, das klingt nach viel Spaß… 😉

luisa klang
luisa klang (@guest_62546)
Vor 11 Monate

ich mag sie.
die wgt veranstalter sind mutig, sie ins wespennest zu buchen.
wahrscheinlich ist ihre veranstaltung in Leipzig gut besucht, allen hasstiraden zum trotz. :)

Yttrium
Yttrium(@yttrium)
Antwort an  luisa klang
Vor 11 Monate

Wespennest? Eher nicht. Da wird sich niemand beschweren, und die Verkaufszahlen werden deswegen auch nicht sinken.
Das WGT hat eine lange Tradition, „problematische“ Acts zu buchen (Nachtmahr, Combichrist, Of the Wand an the Moon, And One …), und nie gab es einen Aufschrei. Wenig überraschend, weil das meiste Schwarzvolk ziemlich unpolitisch ist, leider.

Fantôme Noir
Fantôme Noir (@guest_62573)
Antwort an  Yttrium
Vor 11 Monate

Ohne auf die genannten Bands im Detail einzugehen (das würde vermutlich zu einer längeren Diskussion führen, die den Rahmen hier vollkommen sprengt) – die Frage ist immer: wo ist die Grenze zu „problematisch“?

Das wird denke ich jeder für sich unterschiedlich beantworten. Der eine geht schon auf die Palme, wenn nicht an jedem Furz ein Gendersternchen dranhängt und schreit bei jedem Zigeunerschnitzel und jedem Negerkuß Zeter und Mordio, und der andere wählt seinen Sprachgebrauch wie meine Wenigkeit aus dem Duden von 1991 und hält mindestens 95% der dazugehörigen Diskussionen für eine völlig aus dem Ruder gelaufene Beschäftigungstherapie chronisch gelangweilter Leute, die einfach verzweifelt etwas suchen, über das sie sich aufregen und dann anderen Vorschriften machen können.

Es gibt offensichtliche Fehltritte, und es gibt eine – sehr breite! – Grauzone. Im Ergebnis will ich ganz ehrlich nicht in der Haut jeglicher Veranstalter stecken – sei es beim WGT oder sonstwo. Irgendwas gibt es immer, wo sich irgendein Depp auf den Schlips getreten fühlt…

Fantôme Noir
Fantôme Noir (@guest_62577)
Antwort an  Robert
Vor 11 Monate

Siehst Du, da haben wir schon zwei unterschiedliche Sichtweisen darauf, was problematisch ist. Für mich fällt unter den Begriff alles, was in die Ecke „potentiell demokratiegefährdend“ paßt – ein leider fast schon traditionelles Beispiel ist da dieser VAWS-Stand in der Agra.

Provokation nur um der Provokation willen ist dämlicher Quatsch, den ich mir selber nicht antun würde. Aber sowas fällt unter die freie Meinungsäußerung, und daher sind solche „Künstler“ halt nunmal hinzunehmen, ob man sie mag oder nicht – auch wenn ich mir oft wünsche, daß sie möglichst wenig Kunden haben mögen…

Yttrium
Yttrium(@yttrium)
Antwort an  Fantôme Noir
Vor 11 Monate

Leute als hysterisch und überreagierend darzustellen, die sich gegen eindeutig rassistische Ausdrücke wie das N- oder das Z-Wort aussprechen, halte ich übrigens ebenfalls für problematisch. Menschen, die darauf beharren, diese rassistischen Begriffe zu benutzen, machen das in der Regel entweder aus plumper Provokation oder aus Ignoranz. Beides halte ich für eher negative Eigenschaften.

Ich persönlich würd mich ja schämen, Partei für Rassist*innen zu ergreifen, bzw. selber rassistische Ausdrücke zu benutzen. So wie ich mich auch dafür schämen würde, seit über 30 Jahren keine sprachlichen Fortschritte als Reaktion auf den gesellschaftlichen Wandel hinbekommen zu haben und immer noch in der Vergangenheit festzustecken.

Diskutieren tu ich das nicht, das Thema ist seit Ewigkeiten durch, jedes Argument was es gibt wurde schon gesagt. Wer sich bis jetzt nicht hat überzeugen lassen wird das auch nicht mehr tun. Ich würd mir trotzdem aber vielleicht überlegen, was für Leute sonst so darauf bestehen, diese Ausdrücke zu benutzen, und ob man tatsächlich mit diesen Leuten assoziiert werden möchte. Was unweigerlich passieren wird.

Fantôme Noir
Fantôme Noir (@guest_62588)
Antwort an  Yttrium
Vor 11 Monate

Ah, Du bist also auch einer von denen, die „Sprache“ mit „Einstellung“ verwechseln. Die Amerikaner haben einen schönen Begriff für solche Leute: „language nazi“.

Wenn meine Mutter von dem „süßen Negerkind“ schwärmt, das sie irgendwo gesehen hat, dann ist da ebensowenig was rassistisches dran wie an dem gesamten Begriff, der nichts weiter als eine vom Lateinischen „niger“ stammende Umschreibung eines schwarzen Menschen ist. Das amerikanische Schimpfwort „Nigger“ hat damit absolut nichts zu tun.

Wenn dagegen irgendein rechtes Arschloch über einen Afrikaner herzieht, dann ist es vollkommen egal, mit welchem Wort derjenige sein Ziel bezeichnet.

„Hysterisch und überreagierend“ unterschreibe ich daher vollkommen. Respekt gegenüber anderen bringt man Leuten nicht bei, indem man willkürlich Wörter umdeutet und auf eine schwarze Liste packt, die einem nicht passen. Das ist bestenfalls sinnfreier Aktionismus – schlimmstenfalls bringt es die Menschen sogar gegen das eigentliche Ziel auf.

Bezüglich des Worts „Zigeuner“ verweise ich im übrigen auf die entsprechende offizielle Stellungnahme der Sinti-Allianz, deren Mitglieder es als unmittelbar Betroffene ja besser wissen dürften als jegliche besserwisserischen Sprachvermurkser – einfach mal nach dem Text „unwürdige Soßendiskussion“ googlen…

Daher laß mich bitte so sprechen und schreiben, wie ich es gelernt habe, ebenso wie ich Dich sprechen und schreiben lasse, wie Du es für richtig hältst (und lediglich meinen Browser anweise, im Interesse der Lesbarkeit jegliche Gendersternchen und ähnliche Verunstaltungen aus Texten zu entfernen, die er mir zeigt – dafür gibt es ja zum Glück Plugins), und unterstell mir hier keine rechten Tendenzen. Danke.

(@Robert: ich bitte um Entschuldigung für diesen doch arg weit vom Thema entfernten Post, aber das mußte raus…)

Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Antwort an  Fantôme Noir
Vor 11 Monate

„Süßes N#kind“, als vermeintlich positive Zuschreibung ist weder süß noch nett. Der Übergang zu anderen Vorurteilen ist fließend. Denn „positiver“ Rassismus ist auch Rassismus. 
Dein Post ist gar nicht so am Thema vorbei. Sondern eine ganz gute Zusammenfassung von Eckharts „Comedy-Programm“. Also man findet eigentlich alles wieder, was du auch geschrieben hast. 
Ps: Zur Ergänzung, die Sinti Allianz Deutschland ist nur eine Organisation von vielen. Andere „Betroffene“ sehen es genau umgekehrt, z.B. der Zentralrat der Deutschen Sinti und Roma. Du kannst dir nicht nur die Sichtweise rauspicken, die so gut in deine Argumentationskette passt.

Letzte Bearbeitung Vor 11 Monate von Norma Normal
Fantôme Noir
Fantôme Noir (@guest_62603)
Antwort an  Norma Normal
Vor 11 Monate

Na, dann habe ich wohl blind getroffen – die Frau kenne ich nämlich nicht und hab auch nicht vor hinzugehen :-))

Ansonsten hat jeder seine eigene Meinung, auch bei Sprache – und das ist auch gut so. Für mich ist das ein vollkommen wertfreier Begriff, der lediglich aussagt, daß im Beispiel kein blondes hellhäutiges Kind gemeint war, sondern offensichtlich ein vom Phänotyp her eindeutig schwarzafrikanisch aussehendes. Genau dasselbe also wie „der blaue Opel“ statt „das Auto“. (Mal sehen, wann die ersten Verrückten auf die Idee kommen, einen „Kraftfahrzeugrassismus“ zu definieren und in der Folge bekämpfen zu wollen – schließlich könnte man durch die Nennung eines billigen Fahrzeugtyps oder gar einer Kraftstoffart ja möglicherweise den Besitzer herabwürdigen… -.- )

Die unterschiedlichen Meinungen bei den entsprechend betitelten Leuten sind ein guter Punkt. Ich habe mich hier in der Tat auf mir zufällig bekannte Aussagen gestützt, die meinen Standpunkt unterstützen. Daß es andere gibt, stelle ich nicht in Abrede. Von Vertretern der… wie nennt man die „Gegenseite“ eigentlich (ja, die Frage meine ich ernst)…? Sprachbereinigungsaktivisten…? wird aber umgekehrt ja auch mit keinem Wort erwähnt, daß sich die eigentlich von der Problematik Betroffenen da eben keineswegs einig sind. Verständlich, das liefe ja auch dem erklärten Ziel der – ich sag das mal bewußt provokant – „systematischen Ausrottung mißliebiger Begriffe“ entgegen.

Stichwort Betroffene: wenn es irgendjemanden gibt, der das Recht hat, sich über Namen und Bezeichnungen zu beschweren, dann sind es ausschließlich eben die, und zwar in ihrer Gesamtheit – nicht irgendwelche vereinzelten Mimosen, und erst recht keine (höflich ausgedrückt) „wohlmeinenden Dritten“, die meinen in irgendjemandes Sinne vorbeugend handeln zu müssen.
Aber meines Wissens ist bisher noch jede „Umbenennungsinitiative“ von ebendiesen Dritten angestoßen worden.
Diejenigen, die das Recht hätten, sich zu beklagen, interessieren sich dagegen offenbar zu einem weit überwiegenden Teil einen feuchten Kehricht für diese Diskussionen – oder haben es zumindest getan, bevor sie aktiv aufgestachelt wurden. Der Tenor der paar (ja, sicher nicht im Geringsten eine repräsentative Menge) Ausländer, mit denen ich über das Thema „deutsche Sprache“ ein paar Worte gewechselt habe, war jedenfalls durchweg: „Habt Ihr Deutschen eigentlich nix besseres zu tun?“
Und ich würde sogar wetten, daß hypothetische deutschlandweite Volksentscheide über die Fragen „das Wort ‚Neger‘ durchgehend und in allen Kombinationen verbieten?“ bzw. „das Wort ‚Zigeuner‘ durchgehend und in allen Kombinationen verbieten?“ krachend scheitern würden.
Aus meiner Sicht es eine im Verhältnis zur Zahl der 84,3 Millionen unmittelbar Betroffenen relativ kleine, aber höchst lautstarke Lobby, die hier agiert – und, ganz ehrlich: ja, das stinkt mir gewaltig, ebenso wie alle anderen Lobbyisten.

Yttrium
Yttrium(@yttrium)
Antwort an  Fantôme Noir
Vor 11 Monate

Soso, „die Amerikaner“ (Amerikanerinnen demzufolge nicht?) setzen also Menschen, die sich für eine sensible Sprache gegenüber marginalisierten Gruppen einsetzen, mit Menschen gleich, die genau diese marginalisierten Gruppen systematisch unterdrückt und ermordet haben? Nun ja, das amerikanische Bildungssystem ist nicht das beste, insbesondere wenn es um europäische Geschichte geht sieht es dünn aus. Was für ein Glück dass insbesondere Deutsche da ein wenig sensibilisierter sind, nicht wahr?

Aber ich helfe trotzdem gerne mal nach, ich bin ja nett:
https://www.derstandard.at/story/1334796527881/anti-rassismus-aktion-das-wort-zigeuner-hat-mir-meine-jugend-versaut

Herr Stojka spricht sich sehr deutlich gegen das Z-Wort aus. Von seiner Familie haben von 200 Verwandten nur 6 den Porajmos überlebt. Sein Vater hat ein Buch drüber geschrieben, wie er mit 13 nach Auschwitz kam und mit anschauen durfte, wie Kinder lebendig verbrannt wurden. Generationentrauma, sicher schonmal gehört. Aber, klar, der eigentliche Nazi ist natürlich er, weil er den Menschen die Sprache verbieten will. Ist ja genau das gleiche Verhalten wie das der Mörder und genauso moralisch verwerflich.

Und wenn ich das richtig verstehe: Leute sollen also bitte rassistische Ausdrücke benutzen dürfen, ohne dass man sie darauf hinweist, dass sie rassistische Ausdrücke benutzen? Hahaha, ok. Man kann sich ja viel wünschen, aber das ist wirklich illusorisch.

Dass das mit dem generischen Maskulinum auch eine wenig schlaue Idee ist wird hier übrigens ebenfalls sehr schön demonstriert. Durch die Nutzung setzt sich ja bekanntermaßen im Hirn unterbewusst die Idee fest, dass alle Menschen erstmal Männer sind. Nennt sich Androzentrismus und ist gut belegt. Mich als „einer“ zu bezeichnen war ein Griff ins Klo und belegt wie aus dem Lehrbuch, weswegen diese Form längst überholt ist. Vielleicht einfach mal ein paar mehr gegenderte Artikel lesen, dann passieren solche peinlichen Fehler nicht mehr. Kann man lernen, wirklich, auch in gehobenerem Alter. Ich glaub an Dich, Mausebärli! Du schaffst das! Ganz sicher! ;)

Aber das war’s von meiner Seite, habe echt keinen Bock auf Taubenschach.

Fantôme Noir
Fantôme Noir (@guest_62608)
Antwort an  Yttrium
Vor 11 Monate

Die ganze Gender-Debatte ist eine Wichtigtuerei von Leuten, die von Sprache keine Ahnung haben. Zwischen dem natürlichen und dem grammatischen Geschlecht besteht nicht der geringste Zusammenhang. Wie könnte es sonst das Weib heißen? Der Löwe, die Schlange, das Pferd. Obwohl sie alle dieselben zwei Geschlechter haben. Die Führungskraft ist heute überwiegend ein Mann – und keiner hat sich je beschwert. Die Liebe ist weiblich, dabei soll es bleiben.“

Zitat von Wolf Schneider

Tut mir leid, aber über Deinen ersten Halbsatz hinaus habe ich erst gar nicht mehr weitergelesen, das gebe ich mir lieber nicht. Ich komme hierher, um mich an Roberts Texten zu erfreuen – nicht, um mich über irgendein (egal ob männliches oder weibliches) Sternchentröty (ausnahmsweise mal entgendert, nach Phettberg als der einzigen die Relevanz dieses Themas angemessen darstellenden Methode) aufzuregen. Vermutlich darf ich mich gerade eh schon bei „Binnen-I Be Gone“ bedanken.
Kann sein, daß ich Dir damit Unrecht tue und Du die eine Ausnahme von der Regel bist, aber wenn jemand so anfängt wie Du im Post gerade, dann ist nach meiner Erfahrung jegliche Diskussion ebenso vergebens wie bei einem Scientology-Anhänger – daher die Vollbremsung, da hab ich was besseres zu tun.

Dankenswerterweise haben wir ja außer dieser zufälligen Diskussion absolut nichts miteinander zu tun – lassen wir es also dabei bleiben, freuen uns über diese Tatsache und beten, daß sich daran niemals etwas ändern wird. :-p

Letzte Bearbeitung Vor 11 Monate von Fantôme Noir
Fantôme Noir
Fantôme Noir (@guest_62626)
Antwort an  Robert
Vor 11 Monate

Keine Sorge, ich hatte auch nicht vor, die hier weiterzuführen ;-)

Bezüglich der fortwährenden Weiterentwicklung der Sprache stimme ich Dir vollkommen zu, das sieht man ja abseits der bekannten Aufreger zum Beispiel auch am langsamen Verschwinden irregulärer Vergangenheitsformen („buk“ –> „backte“ beispielsweise). Sonst würden wir ja auch alle noch reden wie im Mittelalter.

Allerdings gibt es aus meiner Sicht einen massiven Unterschied zwischen der natürlichen Weiterentwicklung der Sprache, wo einfach Begriffe aus dem allgemeinen Sprachgebrauch fallen und neue hinzukommen, und der derzeit als „sprachliche Gleichstellung“ und „Political Correctness“ vergoldeten Verbotskultur, wo manch einer einen am liebsten an den Pranger stellen möchte, wenn man diese oder jene – je nach persönlicher Ansicht – überfällige Modernisierung oder hirnlose Idiotie nicht umgehend mitgeht.
Der einzige Fall, der mir aus dem Geschichtunterricht noch spontan einfällt, wo sowas schon mal versucht wurde, war das Dritte Reich mit der „Arisierung der Sprache“… sorry für den drastischen Vergleich, aber so ist es nun mal.

Meine stille Hoffnung ist ja, daß von den aktuellen Versuchen einer von irgendwelchen Einflußgruppen diktierten Sprachanpassung am Ende auch nicht mehr übrigbleiben wird als von den damaligen Versuchen der Nazis. Das wird am Ende nur die Zeit zeigen.
Bis dahin übe ich mich in Geduld und Toleranz für die, die ihre Sprache ändern wollen und werde einen Teufel tun, denjenigen Vorschriften machen zu wollen. Aber das erwarte ich auch umgekehrt, und wenn mich jemand – sei es aktiv oder durch vorgetäuschtes Unverständnis wie oben – in meiner Freiheit einschränken will, meinerseits nach bestem Wissen und Gewissen so zu reden und zu schreiben, wie ich es gelernt habe und für angemessen halte, dann schieße ich halt zurück.

Was Dich als Autor angeht: Für die durch diese teils ja völlig konträren Ansichten notwendige Gratwanderung hast Du mein Mitgefühl – einfach weil es für Dich einen, wie ich denke, nicht unerheblichen zusätzlichen Aufwand bedeutet. Gefühlt bekommst Du das aber prima hin, scheints.

So, und jetzt genug davon :-)

Letzte Bearbeitung Vor 11 Monate von Fantôme Noir
Sasha
Sasha (@guest_62778)
Vor 10 Monate

ich finde es unerträglich, dass Lisa Eckhardt, diese Antisemitin auf dem wgt war… der Leitung ist wohl der Kompass verloren gegangen, und auch das Bewusstsein, was goth ist, und was nur billige Inszenierung…. Ich überleg nächstes Jahr kein Bändchen zu kaufen, ich mag nicht mit meinem Geld Antisemiten unterstützen….

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Sasha
Vor 10 Monate

Sorry, aber mit der Wokeness kann man es aber auch echt übertreiben. Wenn ein einzelner umstrittener Künstler auftritt, bedeutet das noch lange nicht, dass dieser die politische Meinung der Veranstalter vertritt, zumal es genügend andere Künstler im WGT Programm gibt, die politisch unauffällig bzw eher links zu verorten sind.
Und nein, ich bin kein Fan von Frau Eckhard, ich mag sie sogar überhaupt nicht. Trotzdem finde ich deinen Post ziemlich theatralisch.

Letzte Bearbeitung Vor 10 Monate von Tanzfledermaus
Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 10 Monate

Wenn ein einzelner umstrittener Künstler auftritt, bedeutet das noch lange nicht, dass dieser die politische Meinung der Veranstalter vertritt

Naja, die WGT-Veranstalter haben da schon einen recht eindeutigen Track-Record, seit vielen vielen Jahren… ;)
„ein einzelner Künstler“ ist es halt beileibe nicht, es sind viele gewesen (und dann noch die Obsorgekarten-Sache, VAWS, etc. dazu). Und jedes Skandälchen das sich die WGT-Veranstalter leisten (oder es bewusst inszenieren?) hat irgendwie immer mit „rechts“ zu tun. Zufall dass man ausgerechnet die die in der konservativen und rechten Blase populäre Eckart eingeladen hat und keinen anderen Kabarettisten? Alles nur Zufälle? Seit zig Jahren? Das erscheint mir statistisch höchst unwahrscheinlich.

Letzte Bearbeitung Vor 10 Monate von Durante
Yttrium
Yttrium (@guest_62780)
Antwort an  Sasha
Vor 10 Monate

Gescheit. Je mehr Leute das WGT boykottieren umso besser.

Ich glaub der Hasnain Kazim war es, der mal ein schönes Bild gebracht hat: Man stelle sich ein wunderschönes Kleid vor. Rüschen, Spitzen, Samt, was immer das Herz begehrt.
Und dann klebt am Saum ein Stück Hundescheiße. Das Kleid ist dadurch untragbar geworden, egal wie schön es sonst auch sein mag. Und am Saum des WGT klebt inzwischen echt sehr, sehr viel Scheiße.

Aber wen wundert’s. Einer der Organisatoren vom WGT ist ja der Sven Borges, der ist über sein Booking-Unternehmen mit der Band Weimar verbandelt, die grad bei Universal rausgeschmissen worden ist weil sie so rechtsextrem und antisemitisch waren.

Und z.B. Jüdinnen und Juden zu sagen dass sie sich doch bitte nicht so anstellen sollen und es ja schließlich noch genug andere Shows auf dem WGT gäbe ist da schon ein bisschen … äh … Dings.

Creature
Creature(@creature)
Antwort an  Yttrium
Vor 10 Monate

Fairerweise: Sven Borges Firma „In Move“ hat sich im Zuge des Skandals um Weimar ebenso wie Universal von der Band distanziert (IN MOVE GMBH – Konzert- und Kulturproduktionen). Eine weitere Verbindung zu Weimar habe ich nicht recherchieren können.

Yttrium
Yttrium(@yttrium)
Antwort an  Creature
Vor 10 Monate

Na ja, was anderes blieb ihnen da ja auch nicht übrig, weil das ihnen sonst ziemlich auf die Füße gefallen wär. Persönlich halte ich nicht viel von diesen „Distanzierungen“, viel zu oft sind es nur Lippenbekenntnisse.

Und wem Frau Eckhart zu harmlos ist: Fire + Ice war auch beim diesjährigen WGT, und der Ian Read ist sehr nah mit dem Orphischen Kreis (Uwe Bolte und so) zusammen, siehe https://lsa-rechtsaussen.net/voelkische-szene-germanische-glaeubige-und-corona-proteste/#Voelkische_Kulturarbeit Der Carsten „Baal“ Müller, der in dem Artikel erwähnt wird und der wirklich ein waschechter Neuer Rechter ist war auf dem Konzert beim WGT. Gibt Fotos.

Ich versteh’s echt nicht, wieso man bei Neofolk nicht doppelt und dreifach checkt was für Leute das sind – das Genre ist doch bekannt dafür, ziemlich völkisch unterwegs zu sein. Und das Publikum regt sich lieber über Leute in lustigen Latexkostümen auf (die niemandem was tun) als über Rechtsextreme. Das sind dann echt die Momente, wo ich kurz davor bin, den Glauben an die Szene zu verlieren, haha.

Creature
Creature(@creature)
Antwort an  Yttrium
Vor 10 Monate

Ich will da gar nicht so tief in die Meinungsdebatte einsteigen. Mir war nur wichtig, dass dabei die Fakten stimmen. Und Sven Borges / In Move sind mit Weimar, anders als es Dein ursprünglicher Beitrag darstellt, eben nicht mehr verbandelt. An Spekulationen darüber, inwieweit etwaige ideologische Sympathien fortbestehen oder überhaupt bestanden haben, möchte ich mich nicht beteiligen. Man kann den Protagonisten nicht in den Kopf schauen. Meines Wissens ist aber die Chemnitzer Abteilung der Treffen- und Festspielgesellschaft bisher nicht in dieser Richtung aufgefallen.

Dass „Baal“ Müller sich dort getummelt hat, glaube ich unbesehen. Der treibt sich regelmäßig auf schwarzen Veranstaltungen herum. Was will man auch machen? Gesichtskontrolle, auch wenn sich Leute im Rahmen ihres Besuches nicht danebenbenehmen? Finde ich schwierig. Beim WGT war er mit einem Vortrag zum Neuheidentum auch schon geladener Gast. Ob sein politisches Wirken damals auch schon so deutlich erkennbar war, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis. Wo der heute politisch steht, ist aber in der Tat eindeutig. Auf Youtube ist etwa einen Redebeitrag von ihm bei einer Pegida-Demonstration zu finden.

Auch Ian Read kann man faktisch kaum von höchst problematischen zumindest persönlichen Verstrickungen reinwaschen. Inhaltlich sind seine Äußerungen in der Regel zu dünn, um ihnen irgendeine Form von geschlossener Ideologie zu unterstellen. Aber wo seine Sympathien liegen, lässt sich schon erahnen; erfreulich ist das nicht. Dennoch bin ich froh, dass das WGT ihn als Künstler einlädt, zählt er doch im folkloristischen Bereich zur Speerspitze des Genres – und Kunst geht, zumindest nach meinem Dafürhalten, immer vor Politik.

Künstlerisch finde ich es daher besonders erfreulich, dass die auf diesem Treffen möglichen Darbietungen sich in einem Spektrum befinden, das von konservativ-revolutionärer Waldgängerromantik vom Schlage Read/Nolte/Vogel bis hin zu Gruppen wie Test Dept. reicht, deren aktuelle Videoshow in großen Lettern den Slogan „Bury Fascism Forever“ beinhaltet, oder auch bis zu den groß angebundenen Mainstream-Rockern von Lord of the Lost, deren neu entdeckte Glitzerigkeit recht eindeutig auf die LGBTQ-Community abzielt. Angesichts immer raumgreifenderer Debatten um die ideologische Reinhaltung künstlerischer Darbietungen und Vermengung von Künstlern und Werk halte ich diese thematische Offenheit des Festivals für eine erfrischende Brise freiheitlicher Luft zum Atmen und nicht etwa für einen Ausweis einer einseitig rechten Gesinnung der Organisatoren; gleichwohl mir in politischen Sphären die Grenzen des Diskursfähigen von rechts durchaus gerne früher enden dürfen als auf Kunstbühnen.

Yttrium
Yttrium(@yttrium)
Antwort an  Creature
Vor 10 Monate

„Konservativ-revolutionäre Waldgängerromantik“? Das ist ziemlich verharmlosend. Man muss da doch nur mal z.B. den Wikipedia-Artikel zur Konservativen Revolution anschauen, wo ganz eindeutig steht „Gemeinsam war diesen Strömungen, dass ihre Ideologien entschieden antiliberale, antidemokratische und antiegalitäre Züge trugen. (…) In der Fachwissenschaft ist der Begriff (…) wegen der starken Heterogenität der damit zusammengefassten Ideologeme und weil er verwendet wird, um ultranationalistisches, antidemokratisches Denken salonfähig zu machen, bis heute umstritten.“ Gibt natürlich bessere Quellen, aber für Einsteiger ist Wikipedia jetzt nicht schlecht.
Und die Salonfähigkeit ist ja genau das, was die Neofolk-Leute und auch die Neuen Rechten anstreben. Das sind ja keine tumben Schläger, sie tun stattdessen auf super kultiviert und gebildet und zitieren alles von Körner bis fucking Evola, das schindet beim Kleinbürgertum natürlich Eindruck. Weil für die die Form oft mehr zählt als der eigentliche Inhalt. Hab da ja auch schon Leute erlebt, die „aristokratisch“ im positiven Sinne benutzt haben, weil sie die Klamotten, die Kultur und die „feinen“ Umgangsformen mochten, die ausbeuterischen und unterdrückerischen Elemente aber vollkommen ausgeblendet haben. Das Phänomen sieht man übrigens auch bei Frau Eckhart: Durch die Tatsache, dass sie sich halbwegs fein ausdrückt, halten sie viele für schlau und schlucken deswegen bereitwillig das Gift, das sie verpritzt.

Und Neofolk ja eben auch keine organisch gewachsene „Volksmusik“ im eigentlichen Sinne sondern nur ein verkitschtes Zerrbild, zusammengebastelt aus recht beliebigen Versatzstücken. Hat rein formell tatsächlich sehr viel mit volkstümlichem Schlager zu tun, nur dass sie halt nicht harmlos über blaue Augen singen sondern über den Untergang Europas.

Ich würd die Formulierung „konservativ-revolutionär“ also tunlichst vermeiden und die Hanseln lieber als „reaktionär“ bezeichnen, da kapiert hoffentlich auch der oder die letzte, wes Geistes Kind sie sind. Oder sie gleich „faschistisch“ nennen, Griffins angenehm handliche Definition des Faschismus als „palingenetischer Ultranationalismus“ trifft da ja wie Faust auf Auge zu.

Ich finde auch die Gegenüberstellung von faschistischen Ideologien und antifaschistischen Aussagen à la Test Dept. mehr als fragwürdig. Als ob das einfach zwei kontrastierende Extremwerte oder gar gleichwertige Meinungen wären. Hat was von Hufeisen, und das Thema ist ja schon seit Ewigkeiten durch. Aber das nur nebenbei.

„Kunstfreiheit“ heranzuziehen ist in meinen Augen auch nur ein rhetorischer Trick. In Wahrheit geht es nämlich nicht um Kunst sondern um Exposition und natürlich auch um Geld, „Kunst“ ist da nur das Vehikel. Aber mir ist klar, dass man mir unterstellen wird dass ich Sachen nur „hineinlese“ sobald ich Text- und Sprachkritik betreibe und mich damit ein bisschen auf die Meta-Ebene begebe. Drum gehe ich da gar nicht weiter drauf ein.

Gesichtskontrolle funktioniert natürlich nicht. Wobei ich persönlich ja Events bevorzuge, wo sich Rechte gar nicht erst reintrauen – die gibt’s glücklicherweise auch, wenn auch eher in Städten.

Aber was funktioniert: Die Leute aufklären, damit sie wissen was sie da eigentlich mitfinanzieren und in welche Gesellschaft sie sich begeben. Vielleicht hat ja der oder die eine oder andere wenigstens ein schlechtes Gewissen, wenn sie feststellen, dass sie so großen Wert auf Party legen dass sie die Augen vor den problematischeren Aspekten ebendieser Party verschließen. Grad weil sich so große Teile der Szene gern als „tiefsinnig“ sehen und sich gegen oberflächlichen Hedonismus aussprechen. (Was ich im übrigen oft für Selbstbetrug und Inszenierung und falsche Eitelkeit halte, aber sei’s drum.)

Bands aufklären wird schwerer, weil für die das WGT natürlich den Bekanntheitsgrad massiv erhöht und sie durch ein Boykott ihrer Karriere extrem schaden würden. ASP kann das ja nur machen, weil sie auch so eine massive Fanbase haben und keine Absatz-Sorgen.

Aber schauen wir mal, wie sich das alles weiterentwickelt.

Letzte Bearbeitung Vor 10 Monate von Yttrium
Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Yttrium
Vor 10 Monate

Man stelle sich ein wunderschönes Kleid vor. Rüschen, Spitzen, Samt, was immer das Herz begehrt.Und dann klebt am Saum ein Stück Hundescheiße. Das Kleid ist dadurch untragbar geworden, egal wie schön es sonst auch sein mag. Und am Saum des WGT klebt inzwischen echt sehr, sehr viel Scheiße.

Danke für den gelungenen Vergleich, den muss ich mir merken!

Letzte Bearbeitung Vor 10 Monate von Durante
jean-luc
jean-luc (@guest_62787)
Vor 10 Monate

Wenn neun Leute mit einem Nazi am Tisch sitzen und keiner protestiert, dann sitzen da zehn Nazis am Tisch.

CRUELLA
CRUELLA (@guest_62817)
Vor 10 Monate

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