Keine Subkultur ohne Musik, Kunst und Begegnung – Solidarität jetzt für die Subkultur der Zukunft

Es ist eine seltsame Zeit. Covid-19 hat die Welt fest im Griff. Das gesellschaftliche Leben ist weitgehend gecancelt, die Menschen sind zu Hause. Es fühlt sich an, als wäre man dauerhaft gefangen in den Tagen „zwischen den Jahren“. In einer seltsamen Schwebe, in der nichts und alles geht. Für Kunst- und Kulturschaffende geht nichts mehr. Was öffentliche Veranstaltungen betrifft, absolut gar nichts mehr. Viele Künstler*innen, Musiker,*innen DJ*anes, Veranstalter*innen etc. sehen sich in ihrer Existenz bedroht. Finanzielle Unterstützung soll es geben, aber wie, wann und für wen unter welchen Bedingungen ist unklar – und auch hier gilt: Kredite sind zu tilgen. Klar ist bisher nur: Die Kunst- und Kulturszene wird nach Covid-19 nicht mehr die gleiche sein wie zuvor.

Betroffen sind davon natürlich auch Veranstalter*innen und Künstler*innen der „schwarzen Szene“. Bei Absagen befinden sich Veranstalter wohl dann auf der sichersten Seite, wenn eine Veranstaltung behördlich untersagt wurde. Sonst können neben den zu erstattenden Ticket- und Standgebühren auch noch Schadensersatzansprüche und Rückforderungen zu vergeblichen Aufwendungen auf die Veranstalter zu kommen. Juristisch und in voller Gänze geht Haerting auf die Problematik ein. Auch die Verbraucherzentrale äußert sich zu den Rechten von Besuchern.

Veranstalter*innen sehen sich in der momentanen Situation gleich mit mehreren Problemen konfrontiert: Sie müssen bereits eingenommene Gelder zurückzahlen, sie haben aber bereits zur Vorbereitung der Veranstaltung Ausgaben getätigt und es gibt keine Einnahmen, mit der an die Organisation des nachfolgenden Events gegangen werden kann. Dreifach doof.

Kultur und damit auch Szenen und Subkulturen leben aber von ihren Veranstaltungen. Viele Musiker*innen, Bands & DJ*anes stellen momentane virtuelle Streaming Alternativen auf die Beine. Diese heben uns ein kleine bisschen über die momentane Situation, füllen aber in der Regel keine leeren Kassen. Hier ist unsere Solidarität gefördert. Was können wir tun, um Veranstalter und Künstler*innen in der momentanen Zeit zu unterstützen, um in Zukunft ein lebendiges Szeneleben zu haben?

  • Online Musik kaufen: Bei Bandcamp gibt es darüber hinaus die Möglichkeit eine beliebige Summe über den normalen Kaufpreis zu wählen – damit könnt ihr Künstler*innen unterstützen
  • Merch kaufen: Ihr braucht eh ein neues Shirt und Band X fandet ihr schon immer ganz knorke: Warum kein Bandshirt?
  • Tickets kaufen und keine Erstattung einfordern, wird die Veranstaltung abgesagt: Klar, sitzt nicht bei jedem locker, viele sind von der momentanen (wirtschaftlichen) Situation betroffen, aber wer irgendwie die Möglichkeit hat, trägt somit dazu bei, dass die Veranstaltung weiter bestehen kann
  • Gutscheine kaufen, wenn diese angeboten werden: Selbsterklärend, oder?
  • Spenden: Wenn es die Möglichkeit gibt zu spenden und ihre euch das leisten könnt: Unterstützt eure Veranstaltungsstätten. So gibt es beispielsweise für die Leipziger Clubszene ein Soliticket, dass erworben werden kann

Die Leipziger Clubs sind nun auf eure Unterstützung angewiesen. Gemeinsam hoffen wir auf eure Solidarität und wollen diese auch unter uns mit einem gemeinsam Club-Soliticket beweisen. Die aktuelle Krise ist existenzbedrohend und in ihren Auswirkungen noch nicht einzuschätzen – jedoch die finanzielle Lage der Clubs schon: Wir sind durch die Bank weg von Insolvenz bedroht. Gehälter, Mieten und sonstige laufende Kosten können nicht mehr bezahlt werden und das jeweils in einem individuellen Maß.

  • Crowdfunding unterstützen: Vielerorts wurden Crowdfunding Aktionen ins Leben gerufen, um Kunst und Kulturschaffende zu unterstützen. So gibt es in Leipzig beispielsweise ein Crowdfunding unter dem Namen Leipziger Kulturfallschirm
  • Sparen für zukünftige Veranstaltungen: Veranstaltung, die nach der Krise stattfinden werden, benötigen unsere besondere Unterstützung, um wieder auf die Beine gestellt werden und langfristig überleben zu können. Wir können also das ganze Geld, dass wir jetzt sparen, weil wir zur Untätigkeit verdammt sind, für zukünftige Veranstaltungen vorsehen und dann dort einsetzen. Die Kreuzmühle beispielsweise plant mit „The Festival After We Died“ eine Veranstaltung, die sich nicht über Ticketverkäufe finanziert, sondern auf Spenden.
  • Händler*innen unterstützen: Viele Kreative vertreiben ihre Waren unter anderem auf Märkten und Veranstaltungen. Dass diese wegfallen, fällt für die Händler*innen eine Einkommensquelle weg. Die Onlineshops stehen euch aber wie gewohnt offen. Online einzukaufen bietet hier also eine Möglichkeit eure*n Lieblingshändler*in zu unterstützen.

Jetzt kein in der Realität stattfindendes, sondern nur ein virtuelles Szeneleben zu haben, ist für uns alle wenig erfreulich. Umso mehr liegt es an uns, die Zukunft der schwarzen Kunst- und Kulturszene mitzugestalten und zu fördern. Jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten.

Falls ihr weitere Ideen und konkrete Hinweise habt, wie Künstler*innen und Veranstalter*innen momentan unterstützt werden können, lasst uns bitte daran teilhaben.

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