Wochenschau: Von Höllengruben, Totenkulten und einem See aus Gebeinen

Obwohl ich es sicherlich schon an vielen verschiedenen Stellen erwähnt habe, möchte ich aus aktuellem Anlass trotzdem noch mal darauf hinweisen: Ein Blog über die Szene, der sich nicht ausschließlich mit Musik beschäftigt, sondern vielmehr dem „Szene-Leben“ ist auf seine Leser angewiesen. Schickt uns interessante Links und Videos, nennt unterrepräsentierte Themen, erzählt von handfesten Skandalen oder verfasst berührende Nachrufe. Gerade in Zeiten einer gewissen sozialen Isolation fehlt mir oftmals der Weitblick und inspirierende Input von außen. Meist reichen ein paar schnelle Worte oder ein Link via E-Mail oder auf einem der anderen Kanäle, gerne nehmen wir aber auch Eure Erinnerung, Berichte und Erzählung auf und machen da – gemeinsam mit Dir – eine tollen Artikel draus. Wir sind auch ständig auf der Suche nach Bildmaterial rund um die Szene, die wir in unserer Bilddatenbank zur Bebilderung von Artikeln verwenden können und suchen auch stets nach neuen Friedhofsbildern, wissenschaftlichen Arbeiten, Bachelor- oder Masterarbeiten und sonstigen Texten, die durch die Teilung mit anderen einen ganz neuen Wert erfahren. Ich freue mich auf eure Nachrichten! Bis dahin, wieder mal ein paar Links aus der Vergangenheit.

Video aus dem jemenitischen „Höllenbrunnen“ | KFMW

Der Brunnen von Barhouts, der auch „Höllenbrunnen“ genannt wird, soll von einem Dämon bewohnt werden. Den fanden die Forscher allerdings nicht, die Höhle hat „wenig Sauerstoff, keine Belüftung und ist bislang kaum erforscht. Erst im September 2021 drangen erstmals acht Fachleute bis zum Boden der Höhle in einer Tiefe von 112 Metern vor und sammelten Boden-, Gesteins-, Wasser- und Tierproben. Am Boden der Höhle befanden sich Schlangen, tote Vögel sowie lindgrüne und graue Höhlenperlen. Als Ursache für die zuvor festgestellten üblen Gerüche wurden die verwesenden Vögel ausgemacht.

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LED-Atemschutzmaske direkt zum Marktstart ausverkauft | Heise

Razer Zephyr heißt das Produkt, das Cybergoths in armschwingende Ektase versetzte. Die LED-Maske, über die ich bereits im Juni 2021 berichtet habe, ist gleich zur Markteinführung ausverkauft. „In Deutschland ist die 109 Euro teure Atemmaske unmittelbar nach dem Verkaufsstart bereits ausverkauft. Zephyr wurde laut Razer im Labor auf 99-prozentige bakterielle Filtrationseffizienz getestet, allerdings fehlt der Maske eine unabhängige Zertifizierung. Die Maske ist mit abnehmbaren und aufladbaren aktiven Lüftern ausgestattet. Die Filter für Razers Maske müssen nach drei Tagen ausgetauscht werden, 10 Sets kosten dabei 35 Euro und halten 30 Tage. Sie filtern die Luft laut Razer sowohl beim Ein- als auch beim Ausatmen.“ (Danke Arno!)

Woher kommen die Toten vom „See der Gebeine“? | Tagesspiegel

Hach, was wäre die Welt ohne ihre immer noch existierenden Mythen und Legenden? Mich fasziniert diese moderne Suche nach Antworten und Erklärung für menschliche Verhaltensweisen und Geschichten immer aufs neue. Sowie der See der Gebeine, der auch nach zahlreichen Untersuchungen immer noch Rätsel aufgibt. „Im und am Roopkund-See im indischen Himalaya-Gebirge liegen die Knochen Hunderter Toter – nun haben Wissenschaftler neue Erkenntnisse über ihre Herkunft gewonnen. Die Knochen im „See der Gebeine“ haben demnach ein unterschiedliches Alter und stammen von Menschen verschiedener Herkunft, schreibt ein internationales Forscherteam im Fachmagazin „Nature Communications“. Eine Naturkatastrophe scheide als Erklärung für den bislang rätselhaften Tod der Menschen damit aus.“ (Danke Caro)

Roopkund Himalaya
Schwiki, Human Skeletons in Roopkund Lake, CC BY-SA 4.0

Torajas bizarres Erbe – Ma’Nene – Pflege der Vorfahren | Claudio Sieber

Achtung, die Galerie hinter dem Link ist nichts für westliches Pietätsgefühl! In Toraja gibt es eine Legende. Der Eingeborene Pong Rumasek ist auf der Jagd. Doch anstatt einer fetten Beute trifft er auf eine verlassene Leiche, die unter einem Baum liegt. Er wickelt die Knochen sanft in seine Kleidung und vergräbt sie. Kurz danach wird er mit lebenslangem Glück und Reichtum gesegnet. Seitdem glaubt das indonesische Volk, dass die Geister sie belohnen würden, wenn sie sich gut um ihre Vorfahren kümmern würden. Das führt zu einem – für westliche Wahrnehmung – bizarren Totenkult. Ma’Nene nennt man die Pflege der Vorfahren, bei der die verstorbenen Angehörigen aus ihren Särgen geholt werden, um sie zu reinigen und neu einzukleiden. Anschließend macht im Kreise der Familie einige Bilder mit den Verstorbenen. Für uns unvorstellbar, für die Toraja ein Ausdruck ihrer Verehrung. (Danke Caro!)

Hilflose Helfende – Tierärzt*innen habe hohe Selbstmordraten | TAZ

Doch kein Traumberuf? Einer der romantisiertesten Berufe überhaupt, scheint auf den zweiten Blick doch nicht so toll zu sein: „Internationale Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Ve­te­ri­när­me­di­zi­ne­r*in­nen ein doppelt so hohes Suizid­risiko wie Ärz­t*in­nen haben und ein viermal so hohes wie die Allgemeinbevölkerung. Forscherinnen der FU Berlin und der Universität Leipzig, die nun erstmals das Risiko für Depressionen und Suizid bei Tier­me­di­zi­ne­r*in­nen in Deutschland untersucht haben, gehen sogar von einem sechsfach erhöhten Suizidrisiko aus.“ Warum? Angeblich ist die ständige Konfrontation mit dem Tod, wenn sie Tiere einschläfern, eine starke emotionale Belastung, die auf Dauer zu Abstumpfung führt und eine fatale Nähe zum Tod herstellt, der offenbar viele dann nachgehen. Tierärzte, meldet Euch in den Kommentaren!

Platten doppelt so teuer: Wie der Brexit britische Indie-Labels vom Rest Europas trennt | Bayern2

Der Brexit hat Großbritannien bisher mehr geschadet, als es genützt hätte. Es gibt kaum einen Wirtschaftszweig, der nicht unter der Abkopplung von Europa leiden würde. Auch die Indie-Kultur, kleine unabhängige Labels, leidet massiv unter unklaren Regeln, Zöllen und Versandproblemen. Teilweise hat sich der Preis für Platten verdoppelt: „Die Ironie ist schon bitter. Großbritannien war tatsächlich die Geburtsstätte der selbstermächtigten Indie-Label-Kultur, wie wir sie seit den Achtzigerjahren kennen, und Rob Pursey stand dabei selbst als Gründungsmitglied der C86-Band Talulah Gosh schon vor 35 Jahren im Zentrum des Geschehens. […] Aber der Brexit hat das mit einem Schlag zunichte gemacht. Purseys Perspektive klingt dementsprechend realistisch pessimistisch: „Ich sehe zwei Versionen der digitalen Zukunft. Die eine, repräsentiert von Bandcamp, wo man Kontrolle über sein eigenes kreatives Leben erhält, und die andere, verkörpert von Spotify, wo einem die Rechte und Einkünfte von jemand so Großem gestohlen werden, dass man unmöglich mit ihm darüber streiten kann.

Schweizer Toilette im Totenkopfdesign | Skullpot

Endlich bekommt das stille Örtchen eine entsprechende Entsorgungsstelle für verbrauchte Nahrung. Mit anderen Worten, der Schweizer Hersteller „Skullz“ hat eine Toilettenschüssel im Totenkopf-Design herausgebracht. Rund 600€ werden für die Standard-Version in glänzendem Weiß fällig, es gibt aber auch noch eine schwarze und eine goldenen Ausführung. Da bekommen so machen Beleidigungen eine ganz neue Sinnhaftigkeit.

Nebelhexe-Sängerin Andrea Haugen unter Terror-Opfern in Norwegen | Rolling Stone

Ein 37-jähriger Däne hat am 13. Oktober 2021 fünf Menschen im norwegischen Kongsberg ermordet. Unter den scheinbar wahllos gewählten Opfern ist auch die Musikerin Andrea Haugen, die mit ihren musikalischen Projekten in der Gothic-Szene keine Unbekannte war. Die Hintergründe der Tat sind bisher unklar. „Andrea Haugen (geborene Meyer), deutsche Metal-Musikerin und Autorin, war unter den fünf Menschen, die letzte Woche bei einem Anschlag im norwegischen Kongsberg ihr Leben verloren. Haugen war vor allem bekannt geworden durch ihre Projekte unter den Pseudonymen „Nebelhexë“, „Andrea Nebel“ und „Hagalaz‘ Runedance“.“ Die Opfer wurden allerdings nicht durch Pfeil und Bogen tödlich getroffen, sondern offenbar durch eine spätere Messerattacke, wie die Behörden berichten.

The Cure’s Evolution: From Goth to Pop and Back Again | Trash Theory

Ist jetzt nicht mehr ganz taufrisch, aber vielleicht noch mal eine spannende Zeitreise durch die vielen Stilveränderungen, die die Band durchgemacht hat. Vielleicht sehen wir mit dem neuen Album, wenn es dann mal irgendwann erscheint, wieder eine neue Richtung?

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Steampunks aufgepasst: Mechanisch analoges Zählwerk | KFMW

Hier gibt es Inspiration für das nächste Bauprojekt während der kalten Wintertage. Allerdings habe ich keine Ahnung, wie er sich die Einzelteile zusammengestellt hat. Kommt sowas aus dem 3D-Drucker?

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Robert Forst
Wizard of Goth – sanft, diplomatisch, optimistisch! Der perfekte Moderator. Außerdem großer “Depeche Mode”-Fan und überzeugter Pikes-Träger. Beschäftigt sich eigentlich mit allen Facetten der schwarzen Szene, mögen sie auch noch so absurd erscheinen. Er interessiert sich für allen Formen von Jugend- und Subkultur. Heiße Eisen sind seine Leidenschaft und als Ideen-Finder hat er immer neue Sachen im Kopf.
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Fantôme Noir
Fantôme Noir (@guest_60610)
Vor 8 Tagen

Wow, der Bericht mit den Toten ist echt beeindruckend – danke dafür.

Danach habe ich mir dann das – ebenfalls sehr spannende – Zählwerk angesehen und bin dann Youtube erlegen, das mir anschließend einen Link zu irgendeinem australischen Bastler anbot, der offenbar einen Atari ST wieder zum Leben erweckt hat und nach Spielen suchte. Wenn ich dran denke, daß ich hier immer noch unter anderem Zak McKracken inklusive meiner Savegames von 1992 auf der Festplatte habe… :-))

Mourant
Mourant (@guest_60612)
Vor 7 Tagen

Bin perplex ob Nebelhexes Tod. Aber so schnell kann es gehen. Ich liebte vor allem ihr erstes Dark-Ambient-Projekt Aghast. Es gab, soweit ich weiß, musikalisch lange kein Lebenszeichen in den letzten Jahren. Umso absurder, dass jetzt nur noch das „Todeszeichen“ kommt.
Und wieder müssen unbeteiligte Menschen gewaltsam ihr Leben wegen irgendeines Gestörten lassen, trauernde Angehörige hinterlassen, für die nichts davon wiedergutzumachen ist.
R.I.P., Andrea

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