Spontis Wochenschau #5/2012

Ich habe Tränen gelacht. Darf ich das überhaupt? Bin ich noch gruftig, wenn der Kajal durch Tränen der hemmungslosen Freude verwischt? Selbstverständlich. Wie einige von euch wissen, hat meine geschätzte, impulsive und pragmatische Mitbloggerin Sabrina zur Hälfte türkische Wurzeln. Aus Gründen aktiver Wurzelbehandlung und anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Deutsch-Türkischen Anwerbeabkommens haben wir uns gemeinsam den Film „Almanya“ angesehen.  (Die Weihnachtsbaum-Szene im Schaufenster ist großartig) Ein herrlicher Film. Vermittelt er doch auf satirische Art und Weise die Geschichte dieses Abkommens und zeigt, auf welche ungeahnten kulturellen Schwierigkeiten die Gastarbeiter sich einzustellen hatten. Außerdem beschäftigt es sich mit dem Begriff „Heimat“. „Was sind wir denn nun, Deutsche oder Türken„, fragte der kleine Cenk. Eine klare Antwort gibt es nicht, nur eine Spiegelung der inneren Zerrissenheit zwischen den Wurzeln und dem inneren Heimatgefühl. Heimat ist das, was man dazu macht?
Einen Trailer zum Film findet ihr am Ende der Wochenschau, schaut ihn euch an. Und während ihr nach unten scrollt, sollen euch noch einige weitere Links die Tränen in die Augen treiben, aus welchem Grund auch immer.

  • Die Hiebe  sind ein seltsames Spiel | UniSPIEGEL
    Offenbar gibt es in jeder Szene ein True oder Untrue, auch die Mittelalter-Rollenspieler unterscheiden zwischen wahren Recken und Freizeitrittern, man möchte sich von denen abgrenzen, die Mittelalter verklärt wahrnehmen und für ihre Zwecke umdeuten. Dabei bekommen auch die Gothics ihr Fett, Entschuldigung, Met weg: „Berüchtigt sind zum Beispiel die Freizeitritter, die Festivals und Märkte nutzen, um betrunken, rülpsend und Popo-grabschend übers Gelände zu wanken. Motto: wenig Geist, kaum Moral. Oder all jene, die die Kräuterlehre der Hildegard von Bingen oder den Schamanismus vorschieben, um sich althergebrachte Drogen wie Stechapfel oder Engelstrompeten einzupfeifen. Dann noch die Gothic-Fans, die das Mittelalter wegen der düsteren Musik, der Pest, der Hexenverbrennungen oder Zahnbehandlungen ohne Betäubung interessant finden.“ Wer den ganzen Artikel liest wird aber beruhigt feststellen, dass auch die echten Mittelalterfans ganz normale Unterwäsche tragen. Goth seid Dank!
  • Trent Reznor: „Ich bin froh, dass ich noch lebe“ | laut.de
    In einem Interview mit dem britischen Magazin „Q“ redet der Nine Inch Nails Frontmann über sein mangelndes Selbstwertgefühl und dem Verlangen, irgendein weißes Pulver durch die Nase einzuatmen: „Seine folgenschwerste Drogenerfahrung machte er während der „The Fragile“-Tour im Jahr 2000 in einem Londoner Hotelzimmer: „Ich sah weißes Puder, das auf mich den Anschein erweckte, als müsse es sofort meine Nasenflügel kennenlernen.“ Es handelte sich allerdings um Heroin, so dass Reznor im Krankenhaus landete (…) Der 46-Jährige, verheirateter, bald zweifacher Vater und seit Juni 2001 trocken und drogenfrei, sieht den Grund für seine zahlreichen Abstürze in mangelndem Selbstwertgefühl begründet: „Musikmachen war die Hölle für mich. In mir lief pausenlos der Soundtrack ab: Alles was du machst, ist scheiße. Du bist nicht gut genug. Ich hoffte, dass es mir helfen würde, wenn ich anderen Menschen etwas bedeute. Aber ein Teil von mir war einfach zerstört.“ Daher sei er „froh, dass ich noch lebe“. Lebensweisheit Nummer 176: Drogen steigern nicht das Selbstwertgefühl.
  • Bloody Sunday: „Er rief: Michael wurde getroffen“ | einestages
    Neulich im Autoradion, kurz von den Nachrichten auf WDR2. Sunday Bloody Sunday. Wie war das nochmal? Auf einstestages erinnert sich John Kelly an den 30. Januar 1972. „Wenn John Kelly an den Blutsonntag denkt, fällt ihm seine Mutter ein. Sie steht an jenem 30. Januar 1972 an einem Fenster in der nordirischen Stadt Derry und ruft nach ihrem Sohn Michael. Johns Bruder ist an diesem Tag unter den Demonstranten, er läuft unten auf der Rossville Street in Derrys Zentrum, und oben ruft seine Mutter. Aber er hört sie nicht. „Dann lief Michael in Richtung der Barrikaden, wo er erschossen wurde“, erzählt John Kelly. Kelly ist Nordire, für seine Mutter wurde der „Bloody Sunday“ von Derry zum Trauma ihres Lebens – und für ihn auch. Vor genau 40 Jahren starb sein Bruder Michael, 17 Jahre alt, nachdem ihn eine Kugel in den Bauch getroffen hatte. Mit ihm wurden 13 weitere Zivilisten getötet, sechs davon minderjährig. Sie hatten mit Tausenden anderen in der Stadt Derry demonstriert, bis schließlich Schüsse fielen. Abgefeuert von britischen Soldaten.
  • Hipster: Der Weltgeist im Turnschuh | FAZ
    Erst wurden die Emos zur Prügelsubkultur der letzten Dekade, nun geht es dem Hipster an den Kragen. Die FAZ beschreibt ihn so: „Horn- oder Pilotenbrille, Röhrenhose, Turnschuhe, aber selbstverständlich nur spezielle, T-Shirts mit Aussage, Vollbart, trendinformiert. Wer sich einen optischen Eindruck verschaffen will, dem sei das Youtube-Video „Being a dickhead’s cool“ empfohlen. Der Hipster arbeitet, sofern er arbeitet und nicht studiert, in der Werbung, kellnert, ist Kurator oder Designer. Er ist cool, vegetarisch oder jedenfalls humanitär, behandelt aber vor allem Konsumentscheidungen als Stilfragen und findet, dass Biersorten, Partyauftritte und Popkonzerte seine Identität berühren. Er gehört zu einer „Neo-Bohème“, die mit kleinen Ironien, einem etwas albernen Karneval und Blasiertheiten aufwartet.“ Weiterführend: Hipster-Hass, die Erben der Emos (laut.de)
  • Selbstversuch Wikipedia: Löschen was nicht passt | Jacob Jung
    Ich bin selber begeisterter Nutzer von Wikipedia. Ich stamme aus einer Zeit, da Lexikas immer nur im Bücherregal der Eltern zu finden waren und der Wunsch nach Weitblick meist in einer Bibliothek endete. Doch das Flagschiff hat Kratzer bekommen, immer wieder verschwinden Einträge über neue Szene und Subkulturen, einzelne Begriffserklärungen zu Szeneeigenheiten verschwinden. Jacob Jung, politisch engagierter, unangepasster und hintergründiger Blogger, hat den Selbstversuch gestartet und berichtet darüber: „Heute ist nach 15 Tagen ein kleines Experiment in eigener Sache zu Ende gegangen. Am 12. Januar hatte ich bei Wikipedia einen Artikel über dieses Blog eingestellt und in der vergangenen Nacht, um 2.08 Uhr, wurde er von einem aus der Schweiz stammenden und in den USA lebenden Tierarzt gelöscht, weil er das Blog nicht für relevant hält. Dieser Veterinär ist Mitarbeiter in der Wikipedia Redaktion für Medizin. Sein Fachgebiet sind Krankheiten von Rassehunden. Und weil er einer von rund 1.000 Administratoren ist, steht ihm das Recht zu, Beiträge aus dem Lexikon nach Gutdünken zu löschen.“ Qualität oder Willkür? Ich halte den Blog von Jacob Jung ebenso relevant, wie beispielsweise den von Netzpolitik und sicherlich hintergründiger als beispielsweise Nerdcore, die übrigens beide bei Wikipedia zu finden sind.
  • Gothics ehren Richard Wagner | Die Welt
    2013 wird das Wave-Gotik Treffen offizieller Bestandteil der Leipziger Wagner-Feierlichkeiten. Die Welt schreibt dazu:  „Eigentlich komisch, dass die Parallelen jetzt erst aufgefallen sind. Gothic-Fans, die man früher Gruftis nannte, tragen gern lange schwarze Haare und schwarze Klamotten. Genau wie die Figuren in Richard Wagners Opern: Als Kleidung der Kundry aus dem „Parsifal“ schreibt das Libretto vor: „Gürtel von Schlangenhäuten lang herabhängend; schwarzes, in losen Zöpfen flatterndes Haar“. Der Nibelung Alberich wird von Bekannten „schwarzes, schwieliges Schwefelgezwerg“ oder „Schwarz-Alberich“ genannt. Der Gott Wotan lebt mit schwarzen Raben zusammen.“ Das es sich beim WGT nicht nur um Schaulaufen und düstere Musik dreht, scheint angekommen. Subkultur in neuer Bedeutung.
  • Vergessene Orte – Der Anfang | Opus Mentis
    Kompensierung morbider Gedanken in Reinkultur: „Hinterlasse nichts als Fußabdrücke. Verweile wie der Schatten am Gemäuer und werde beim Verlassen zu einem Teil der unauffindbaren Vergangenheit innerhalb des Mauerwerkes.Erst heute wurde mir die Nachklang jener Worte bewusst. Da ich erstmals hinabstieg in das Territorium der Verwitterung. Bei dem mich weniger die Neugier trieb, noch die Abenteuerlust, sondern eher der Versuch, das Morbide und Zerstörerische innerhalb meines Schädels zu kompensieren.Zerfall, Verwahrlosung, Vergessen. Ich wollte mich umgeben vom Sterbebett der Zivilisation. Mit dem Wunsch, dass die Friedlichkeit der Natur, die jenes Bette herrichtet, die Gedanken besänftigen könnte. Und sei es nur für einen Moment.“  Wer sich einmal tiefer mit der Faszination für Lost Places beschäftigen möchte, sollte hier beginnen.
  • This is my Home | Nerdcore
    Ist das ein Antiquitäten-Laden? Nein, ich wohne hier.
  • Almanya – Willkommen in Deutschland

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Robert Forst
Wizard of Goth – sanft, diplomatisch, optimistisch! Der perfekte Moderator. Außerdem großer “Depeche Mode”-Fan und überzeugter Pikes-Träger. Beschäftigt sich eigentlich mit allen Facetten der schwarzen Szene, mögen sie auch noch so absurd erscheinen. Er interessiert sich für allen Formen von Jugend- und Subkultur. Heiße Eisen sind seine Leidenschaft und als Ideen-Finder hat er immer neue Sachen im Kopf.

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Rosa Chalybeia
Rosa Chalybeia (@rosa-chalybeia)
Vor 9 Jahre

Also vor Guldhans Text kann ich mich nur verneigen – so großartig hat bislang noch keiner in Worte gefasst was an Urbexen so faszinierend ist.
Ich warte schon ungeduldig drauf daß das Wetter wieder schrottrobtauglich ist – ich bin ja seit dem letzten Herbst auch endlich mal zu den aktiven Urbexern gestoßen.

Der Artikel über die Mittelalterleute finde ich jetzt aber nicht wirklich gut gelungen. Zum Einen wird nicht wirklich verraten was die Gruppe jetzt anstellt. LARP oder Geschichtsdarstellung – also Living History.

Mit Rollenspiel kann man Darstellung nur ganz entfernt vergleichen, Living History zielt darauf ab die Lebensumstände von früher möglichst so zu rekonstruieren und dann auch zu zeigen wie es damals eben auch gewesen ist (nicht: hätte sein können), wie es eben heutzutage möglich ist. Dabei geht es auch darum interessierten Leuten Geschichte auf diesem „anfassbaren“ Weg näher zu bringen – die Abgrenzung von LARP-Leuten zielt nicht darauf ab wer der härtere Hund ist und sichs am übelsten gibt beim Lagerleben, sondern daß Living History eben auch diesen Aspekt der Experimentellen Archäologie hat und stellenweise sogar Wissensvermittlung sein soll. Da sind Leute die im Elbenkleid im Wald sitzen einfach eine ganz andere Rangehensweise die mehr Fantasy-Elemente besitzt, denn Elbenkleider gab es im Mittelalter nunmal nicht. Nachweisbar.

Deswegen sind viele Living History Gruppen sehr zimperlich bei der Auswahl von neuen Mitgliedern. Bei denen die ich kenne darf man nur dann mit auf Veranstaltungen wenn die mit Sicherheit wissen daß man historisch passende Kleidung hat, teilweise auch Ausrüstung – auch wenn nicht unbedingt penibel kontrolliert wird ob der Faden der beim Nähen verwendet wurde tatsächlich Seide oder Leinen ist, oder ob sich nicht doch irgendwo mal eine Maschinennaht versteckt, die die es wirklich ernst nehmen schauen aber auch von sich aus früher oder später auf so Kleinigkeiten.

Da will man auch nicht mit LARP und anderen in einen Topf geworfen werden – bei den Leuten setzt sich dann schnell fest daß das Elbenkleid total repräsentativ und authentisch fürs Mittelalter ist – was aber genaugenommen nicht stimmt.

Die Authentiker und die Fantasy-Leute kommen sich eigentlich ständig in die Wolle – Erstere wegen oben schon genanntem, zweitere weil die nicht selten das Gefühl haben daß die A-Leute ihnen ihren Spaß an ihrem eigenen Hobby vermiesen wollen. Was nicht wirklich stimmt, das eine ist an sich nicht schlechter als das andere, nur die richtige Etikettierung sollte an beidem dran sein.

Es kommt durchaus auch vor daß Wissenschaftler und Museumskuratoren die ernsthaften Darstellen für Spinner halten, weil sie eben mehr als Rollenspieler gesehen werden, eine befreundete Gruppe die 18. Jahrhundert darstellt hat ziemlich hart dafür gekämpft daß sie von den Verantwortlichen ernst genommen werden – inzwischen sind sie bei diversen Veranstaltungen Teil des Programmes und können Besucher oft unglaublich detailreich erzählen, wie es sich damals so gelebt hat, wenn dann eine komplette Gesellschaft im alten Schloß der Eremitage sitzt und man sich in der Szene wiederfindet ist das ein erlebnis das an dem drögen Geschichtsunterricht in der Schule bei dem eh alle gepennt haben, um Längen voraus ist! Zu solchen Veranstaltungen werden dafür Besucher die selbst in Gewand erscheinen aber auch nicht reingelassen, es sei denn man kennt die Gruppe und die wissen daß man nicht im Polyesterfummel mit schneeweißer Faschingsperücke auf dem Kopf daherkommt.

Ich habs selbst schon live erlebt als bei einem Museumsfest neben uns eine Rokoko-Gruppe eingeladen wurde bei denen hinten und vorne nichts stimmte. Faschingssatin, moderne Brautreifröcke und ganz viel Plastikglitzer.
Da standen die Besucher reihenweise davor und haben ohne zu zögern auch sofort geglaubt daß man exakt sowas damals getragen hat – und dann wurde eine Freundin von mir, die im komplett handgenähten Seidenkleid – schlicht aber historisch ziemlich korrekt – daneben stand, was denn bitte sie darstellen wollte …

Lange Rede, kurzer Sinn – den Artikel hätte man besser schreiben können und eben – wenn die angesprochene Gruppe auch eher im Living History Bereich unterwegs ist, das präziser formulieren und besser rausarbeiten worum es solchen Gruppen beim „Abgrenzen“ wirklich geht.

Im Übrigen ist das Rekonstruieren historischer Kampftechniken auch eine Art Living History. Es gibt eine Reihe alter Fechtbücher nach denen trainiert wird bzw versucht man herauszufinden wie gewisse Techniken funktioniert haben. Manche Gruppen gehen auch direkt in die Darstellung mit Ausrüstung etc, manche konzentrieren sich nur auf die Kampfkunst. Die beinhalten auch nicht nur Schwertkampf, es gibt auch im europäischen Bereich verschiedenste Waffen sowie waffenloser Kampf – mittelalterliches Ringen. Als amüsanten Nebeneffekt lernt man dabei auch schon mal warum es im 16. Jahrhundert zum guten Ton gehört hat eine Kneipenschlägerei anzuzetteln, und wie genau man das bewerkstelligt mitsamt zeigenössischer Beleidigungen :D
Ich hab selber mal eine kurze Zeit lang „dengeln“ betrieben, ich muss momentan nur leider Pause wegen der Modeschule einlegen. Danach bin ich wieder dabei.

PS.: von wegen Verbot für Frauen zu kämpfen: sicher wars kein übliches Bild, doch im ältesten Fechtbuch sind Abbildungen in denen der Autor gegen eine Dame kämpft – und sogar den kürzeren zieht ;)

Schatten
Schatten (@guest_17320)
Vor 9 Jahre

Wow wenn man Rosas kommentar ließt könnte man meinen die LARPer sind die Cybers der Living History Szene :D

Rosa Chalybeia
Rosa Chalybeia (@rosa-chalybeia)
Vor 9 Jahre

@Schatten: Mit Cybers kann man LARPer in Beziehung zu Living History nun wirklich nicht vergleichen, das ist was völlig anderes.
Ich hab noch keinen LARPer getroffen der ernsthaft behauptet hätte, er würde realsitische Geschichtsdarstellung betreiben ;) – aber mal ohne Spitzen – es geht darum daß beide Sparten eben nunmal unterschiedliche Intentionen haben, deswegen ist LARP nicht plöter – ich kenne selbst einige LARPer die sehr viel Mühe und Zeit in ihre Ausrüstung investieren, eine Gruppe ist sogar Kampfkunstmässig so gut daß sie bei den Shows eines Freizeitparkes hier bei uns, mit auf der Bühne stehen. Das ist auch ziemlich beeindruckend … garkeine Frage.

 Robert Forst: nein, kam leider nicht wirklich an wie ich zugeben muss ;) – aber man ist irgendwann wohl so konditioniert auf das Thema Living History=LARP=Spinner daß man erstmal rot sieht ;)
OK, Spinner sind beide Fraktionen auf eine gewisse Weise sicher, aber auf die positive Art. LARP ist kreativ in jeder Hinsicht, Geschichtsdarstellung kulturell wertvoll und etwas für die Allgemeinbildung. Wie so viele andere die sich für Geschichtsdarstellung begeistern, hat mich Geschichte an sich vorher nie interessiert, in der Schule erstrecht nicht.

Sicher, kein Living History Mensch würde wirklich gern in der Zeit leben die er darstellt, geschweige denn daß er lang überleben würde – ist ja so ein Argument was gern mal als „Beweis“ dafür herangezogen wird daß das ja alles nur realitätsfremde Irre sind – kapitales Eigentor für jeden der sowas behauptet, gibt derjenige der solche Aussagen macht nicht indirekt zu daß er von Kultur und Wissen nicht viel hält?

Was Reenactment angeht sind die Amis natürlich gut dabei, das stimmt, gibt es bei uns auch aber ist nicht ganz so verbreitet. Mag wohl am amerkanischen Patriotismus liegen daß Militär-Darstellung da so populär ist.
Ich muss aber zugeben, im nächsten Jahr versuch ich sowas auch mal, anlässlich des 200sten Jahrestages der Völkerschlacht schmeiß ich mich in Uniform und geselle mich zu einer österreicherischen Kavalerieeinheit ;)

Stimmt natürlich wenn Du die Mittelaltermärkte wieder als andere Kategorie einstufst. Gut, auf manchen Märkten gibt es auch Lagergruppen, da unterscheiden sich die Qualitäten aber auch sehr – zwischen „so irgendwie“ und „möglichst authentisch“ gibts fast alles – ich denk bei den MA-Leuten ist das Problem des großen Topfes mit Allerlei drin gravierender als bei Darstellern anderer Epochen – was aber auch zur Folge hat daß beim Publikum pauschal alles „Mittelalter“ ist -,-

Ich mag Mittelaltermärkte aber auch ganz gern – wenn sie einigermaßen gut aufgezogen sind, und das muss in dem Fall auch nicht vom historisch akkuraten Standpunkt sein. Ich finds ganz schön daß Grufti sich auch mit nettem Silberschmuck eindecken kann bei sowas, ein Tässchen Met schlürfen und den Dudelsackquetschern lauschen :D – und mittendrin ist auf manchen Märkten auch immer mal ein Händler wo man seine eigene Darsteller-Ausrüstung erweitern kann …

NorthernNephilim
NorthernNephilim (@guest_17393)
Vor 9 Jahre

Nun hat es dieser furchtbare Artikel von der „Welt“ auch hierher geschafft. Für mich wars Grund genug Beschwerde beim Presserat einzureichen.

ASRianerin
ASRianerin (@guest_17456)
Vor 9 Jahre

NorthernNephilim, hälst du uns auf dem Laufenden, bei einer Antwort vom Presserat?

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