Körperkult: Tattoo & Piercing Convention Dortmund 2011

Ob nun Zufall, Schicksal oder wie auch immer … es prägte sich vergangenes Wochenende ein Event in mein Hirn: meine erste Tattoo & Piecring Convention und das noch in der Dortmunder Westfalenhalle. Wow, als „Insel-/Landei“ waren die Dimensionen doch etwas „anders“ als gewohnt. Der Eintritt kostete satte 15 Euronen plus 5 Euro Parkgebühr. Nicht gerade günstig, jedoch lohnte sich die Investition, zumindest für mich persönlich.

Schon beim Betreten der Halle 4 schallte mir ein gewohntes Geräusch in die Ohren: das summen unzähliger Tat-Guns 1 … herrlich!

Meine Euphorie wurde jäh gebremst als ich die Besucherströme realisierte sowie die unzähligen Stände und Gänge und ich völlig überfordert nicht wusste wo ich anfangen sollte. Nun gut erst mal einmal rum und dann schauen wir mal. In der Nähe des Eingangsbereichs waren die Jungs von metalwonder mit ihren metallischen Kunstwerken zu finden (besonders die Alien Queen hatte es mir angetan) und ich war froh das ich mein Budget sehr knapp gehalten habe ;)

Tätorierender Koch

Weiter ging es und ich fühlte mich wie ein kleines Kind an Weihnachten … nicht nur die Stände der Tätowierer sondern auch die Besucher selbst mit ihren Tätowierungen/Piercings machten es mir unmöglich auch nur annähernd einen Überblick zu bekommen.

Irgendwann stellte sich mein Hirn auf Genuss anstelle rationalen Denkens um und ich konnte nun endlich die Atmosphäre auf mich wirken lassen.

Es war äußerst interessant zu sehen mit wie viel Leidenschaft die Jungs und Mädels bei der Arbeit waren, von deren Kreativität und Talent ganz zu schweigen. Etwas verdutzt und amüsiert war ich über den tätowierenden „Koch“ und dessen Kunden der die Küchentuchrollen hielt als hätte Selbiger Zahnweh gehabt ;)

Das auch Chris Garver anwesend war nahm ich zur Kenntnis, jedoch war der Andrang am Stand von Ruthless & Toothless so groß das es einfach keinen Spaß machte dort länger zu verweilen. Auch weil ein direkter Blik auf seine Arbeit durch den Rummel nicht möglich war.

Tattoworld aus SchwedenIch fand die anderen Künstler und ihr Schaffen wesentlich interessanter, wie zum Beispiel Tattooworld aus Schweden.

Zwischendurch machte sich ein Hungergefühl breit, Magen und Kehle waren am Rebellieren. Also ab zum Futterstand mit den überhöhten Preisen … 16 Euro für 2 Brote und 3 Getränke (für Merlin und mich), aber was soll’s, wir hatten Hunger ;) Auch hier war es wieder bannig interessant das anwesende Publikum zu beobachten. Neben dem Metal- und Gothic Genre waren ebenfalls unzählige Rockabillys zu finden (inkl. diverser Stände die Schmiere und Co. verkauften). Hin und wieder entdeckte man auch „Herrn Meier“ oder „Frau Schulze“, welche aber deutlich in der Unterzahl waren und nur dadurch auffielen das Selbige mit Kinderwagen und „Steppke“ mit Roller eine Messe besuchten auf der es ausgesprochen unangebracht war mit Selbigen durch die engen Gänge zu huschen. Nix gegen Familienausflug, im Gegenteil, jedoch gibt es praktischere Möglichkeiten (z.B.  Rückentrage o.ä.).

Studio aus BangkokDas Mädel aus Bangkok fand ich übrigens erstaunlich. Bei einer gefühlten Körpergröße von 1,50m, hatte sich die junge Dame ganz schön verrenkt um am Backchest 2 zu arbeiten. Leider habe ich den Namen dieses Studios vergessen.

Spezielle Trends sind mir nicht aufgefallen, alles war querbeet vertreten, vielleicht war ich auch zu „Reizüberflutet“ um irgendetwas zu bemerken. Zu gerne hätte ich mich ebenfalls auf einen Stuhl gesetzt oder auf eine Liege gelegt um mir ein weiteres Tattoo stechen zu lassen, jedoch habe ich bereits einen „Stecher meines Vertrauens“ und auf den nächsten Termin im Juli freue ich mich tierisch. Nach ca. 2 Stunden verliessen wir die Messe mit vielen positiven Eindrücken, ein paar Euronen weniger im Geldbeutel und mit der festen Absicht solch einen Event wieder zu besuchen, wenn sich die Möglichkeit ergibt.

Ein echtes Schmuckstück entdeckten wir übrigens vor der Halle auf dem Parkplatz. Da ich Autos nur nach dem Aussehen und nicht nach der Technik, etc. beurteilen kann, weiß ich leider nur das es sich um einen Chevrolet handelt, der eben ziemlich genial ausschaut. Darin würde ich gerne einmal eine Spritztour unternehmen.

Chevy

In der Zwischenzeit besuche ich die Webseiten die auf den gesammelten Visitenkarten zu finden sind und bewundere die Werke der Künstler und hole mir weitere Inspirationen … es ist ja noch Platz auf meinem Körper ;)

Einzelnachweise

  1. Tat-Gun oder Tattoo-Gun ist die Bezeichnung für eine Tätowiermaschine[]
  2. Backchest bezeichnet eine Tätowierung die die gesamte Fläche des Rückens bedeckt.[]
Steffihttp://mahltied.com
Sie liebt das Meer, besonders die Stürme haben es ihr angetan. Früher als Kind war Sie immer an den Klippen auf Helgoland und hat fasziniert auf das Meer geblickt und die einzigartige Stimmung genossen. Heute ist sie Gruftie aus Leidenschaft, auch in Indien.
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Rosa Chalybeia
Rosa Chalybeia (@rosa-chalybeia)
Vor 10 Jahre

Bei uns gibts jährlich auch so eine Veranstaltung, leider bin ich noch nicht dagewesen, will ich mir aber mal ansehen. Bislang bin ich zwar noch völlig „unbemalt“, aber Pläne sind vorhanden, seit Jahren schon (wenns sich so lange hält können die Motivwünsche nur gut sein ;) ) , scheiterte bislang am Kleingeld …

tobikult
tobikult (@tobikult)
Vor 10 Jahre

Da geht es Dir wie mir, liebe Rosa. Das kostet tatsächlich ein Vermögen. Der Artikel ist eber eine schöne Erweiterung unserer Diskussion aus dem Muskelshirt-Post.

Karnstein
Karnstein (@karnstein)
Vor 10 Jahre

Das ist genau meine Vorgehensweise, Rosa – mein erstes Tattoo habe ich mir auch erst machen lassen, nachdem ich den Entwurf nach zwei oder drei Jahren immer noch gut fand, und bis heute hab ich es noch nicht bereut.
Mal schauen, wann ich endlich mal dazu komme, das Tattoo umzusetzen, dass ich seitdem plane ;)

der_Roboter
der_Roboter (@guest_15372)
Vor 10 Jahre

Die beschriebene Reizüberflutung kommt mir von meinem Besuch bei der Leipziger Tattoo-Convention nur zu bekannt vor. Reihen von Ständen, an denen jeder Tätowierer auf seine eigene Art seine Kunst unter die Haut bringt, dazwischen noch die ganzen Besucher und dazu das Verlangen, alles auf einmal und möglichst genau vors Auge zu kriegen :D Vor allem finde ich die Kreativität und handwerklichen Fähigkeiten interessant; vorbei scheinen die Zeiten, in denen man sich bei der nächsten Tätowierstube ein simples Motiv von einem Plakat an der Wand ausgesucht hat und nur wenig später um ein Bildchen unter der Haut reicher war.
In diesem Fall bin ich selbst noch „nackt“, Pläne um das zu ändern bestehen aber. Bei den Gründen, warum diese noch nicht umgesetzt wurden, muss ich mich bei meinen Mitkommentatoren einreihen, nämlich Geld (Qualität kostet ja bekannterweise auch hier) und das Bedürfnis, sich seines Wunschmotives auch nach einiger Zeit noch sicher zu sein.

MysteraXIX
MysteraXIX (@guest_15373)
Vor 10 Jahre

Ich vermisse das Hinweisschild: „Sternzeichen und chinesischer Schriftzeichen sind heute ausverkauft“. Ich muß dir vollkommen Recht geben, für den ersten Besuch war es schon fast eine Nummer zuviel an Präsentationen. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall, alleine schon die Insperationen die sicher für das ein oder andere Motiv sorgen werden. Der „Stecher des Vertrauens“ freut sich schon auf den Umsatzträger.

shan_dark
shan_dark (@guest_15375)
Vor 10 Jahre

@MysteraXIX: DAS ist ja wirklich ein lustiger Hinweis ;o) – gute Ergänzung, die allerdings auch frappierend aufzeigt, dass sich viele wohl wenig Gedanken um ihr Stechmotiv machen. Für mich beginnt ein „ernstzunehmendes“ Tattoo nämlich erst ab Handgröße, alles andere sind… naja, freundlich gesagt ist alles andere Geschmackssache. Aber bei 3 Sternchen auf der Schulter, oder einer kleinen Rose oder eben einem chinesischen Sternzeichen – nuja, da muss ich immer milde lächeln.

Dabei hab ich gar nicht das Recht dazu, denn ich hab selbst kein Tattoo und will auch keins. Keins mehr muss ich vllt. sagen, denn als ich noch in Leipzig gewohnt habe war ich auch auf der Tattoo-Convention (@Roboter: Ist die immer noch im Anker oder mittlerweile aufs Messegelände erweitert/gezogen?) und wollte damals auch ein Tattoo. Hatte schon den Entwurf, alles gemalt und bin zum „Stecher des Vertrauens“ meines damaligen Freundes gegangen. Der hat sich den Entwurf angeguckt und gesagt: „hübsch, aber ich bin jetzt erstmal ein halbes Jahr in New York, Bronx und so (ja, das hat er wirklich gesagt!) und wenn ich wiederkomme und du willst es dann noch, kommste einfach noch mal vorbei.“ Ich war damals sehr wütend und sauer und dachte „Was ein arroganter Sack!“, wollte aber auch von niemand anderem eines haben weil der wirklich super gestochen hat – glaube der Stephan oder Matze wars). Nun, innerhalb dieses halben Jahres ist mir der Tattoo-Wunsch abhanden gekommen, obwohl ich die Tattoos meines Freundes immer begrüßt und z.T. ‚mitgeplant‘ habe, falls ihr wisst, was ich meine. Scheinbar war es aber doch nicht so stark in mir (ich hatte die Idee vorher seit einem halben Jahr und war wohl etwas ‚angefixt‘ von meinem tattoosüchtigen Freund diesbezüglich). Heute bin ich froh, dass ich keins habe – der Tattootyp hat es wohl gemerkt/gerochen. Soweit eine kleiner Schwank dazu aus meinem Leben.*g*

Wenn ihr allerdings schon lange mit einem Motiv „schwanger“ geht (und 2-3 Jahre sind da aus meiner Sicht lange genug), dann klar: machen! Sobald die nächste Steuerrückzahlung kommt oder ihr über ein Portemonnaie stolpert. Oder den heiligen Gral findet…

Miriam
Miriam (@guest_15381)
Vor 10 Jahre

Ich liebe solche Veranstaltungen und bin froh, das es genau auf das WE gefallen ist, als ihr hier wart :) Hätte mich auch am liebsten dort hingesetzt und mich stechen lassen aber…auch ich habe den Tätowierer meines Vertrauens gefunden und freue mich schon, wenn ich ihm endlich eine Aufgabe geben darf *gg

der_Roboter
der_Roboter (@guest_15382)
Vor 10 Jahre

@ shan dark: Also die letzten beiden male war es auf dem agra-Gelände, alles andere wäre auch vor meinem Umzug nach Leipzig gewesen.
Von dem, was ich so mitbekommen habe, scheint es ja ganz normal zu sein, dass man durchaus ein paar Monate warten muss, bis man einen Termin bei einem fähigen bzw. beliebten „Stecher“ kriegt, aber so klingt das schon recht arrogant bzw. abweisend. Aber wenn die Lust darauf sowieso vergangen ist, ists dann wohl auch besser so.

mattensan
mattensan (@guest_15394)
Vor 10 Jahre

Ach, da werden Erinnerungen wach an meinen ersten Conventionbesuch in Mannheim (2010). Zum Üben noch ein überschaubares Event. Die Veranstaltung für „die Großen“ folgte dann kürzlich in Frankfurt. Noch etwas teurer als Dortmund, aber jeden Cent wert. Ein wunderbarer Ausflug mit lauter normalen Menschen, die wie ich die Leidenschaft für das gestochene Hautbild entdeckt haben oder wollen. Reizüberflutung gab es auch bei mir, dazu aber auf jeden Fall eine Menge Anregungen für Erweiterungen der bisherigen Kunstsammlung auf meinem Körper (der nächste Termin ist am 14.06. – Juchuu)

Robert Forst
Robert Forst (@robert-forst)
Admin
Vor 10 Jahre

Zu Tattoos habe ich ein, sagen wir ambivalentes Verhältnis. Viel zu oft sieht man „chinesische Schriftzeichen“ oder auch andere Dinge, die sich der Träger aus modischen Gründen stechen lässt, ohne je einen Bezug dazu herzustellen oder sich damit zu identifizieren. Viel zu oft landen solche „Jugendsünden“ dann ein paar Jahre später beim Laser-Entfernen.

Tätowierungen können wunderschön sein, keine Frage. Ich stehe aber mehr auf ein GROSSES Motiv, als viele kleinere. Aber das ist Geschmackssache. Ich finde es nur wichtig, sich darüber im klaren zu sein, das so ein Bild fester hält als eine Ehe ;) Daher kann so ein Termin nicht lange genug dauern, nicht teuer genug sein und nicht ausreichend schmerzhaft, damit der Gestochene weiß, worauf er sich hier einlässt.

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