Umfrage: Jugend, Jugendkultur und die Nutzung des Internets

Neulich erhielt ich eine E-Mail von Ilona Cwielong und Wolf Gerald der Universität zu Köln mit der Frage, ob ich dabei helfen würde eine Umfrage zur Jugendkulturellen Nutzung des Internets bekannt zu machen. Das löste eine grundsätzliche Diskussion aus, deren Konsens ich euch nicht vorenthalten will da sie maßgeblich dazu beigetragen hat, zuzusagen.

Zunächst einmal halte ich nicht viel von Umfragen oder gar einer wissenschaftlichen Herangehensweise an Jugendszenen und Bewegungen da diese meiner Meinung nach im Kern zum scheitern verurteilt sind – denn wenn man eine Bewegung erfasst, wird daraus eine Momentaufnahme. Und die zeigt selten was davor passierte und vor allem, wo die Reise hingeht.

Dennoch ist eine wissenschaftliche Herangehensweise unerlässlich, denn nur die besitzen in der Regel die entsprechende Seriösität, eine relevante Aussage über den Zustand einer Bewegung zu treffen. Ich finde es daher wichtig, möglichst viele Daten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu sammeln, die eine halbwegs richtige Darstellung zulassen. Umso weniger müssen wir uns nachher mit Klischees, Vorurteilen und falschen Schlußfolgerungen herumschlagen.

Worum geht’s?

Unter der Leitung von Prof. Dr. Kai Hugger führt die Universität ein Forschungsprojekt zum Thema „Jugendszenen im Internet“ durch. Im Mittelpunkt steht die Frage: „Wie nutzen Jugendliche, die sich an jugendkulturellen Szenen orientieren oder sich diesen zugehörig fühlen, szenespezifische Internetseiten im Rahmen ihres Alltags?“ Hintergrund dieses Projekt ist es eine Lücke in der Forschung zu füllen, denn es gibt kaum genaue Ergebnisse darüber, wie Jugendliche und junge Erwachsene szenespezifische Websites nutzen, von HipHop über Skateboarding bis hin zu Visual Kei. Genau aus diesem Grund richtet sich die Befragung auch an Menschen im Alter von 14 bis 29 Jahren, die solche Seiten besuchen.

Die Befragung dauert etwa 8-10 Minuten, die Auswertung der Daten erfolgt anonym. Bis Mitte April Bis zum 25.03.2011 habt ihr Zeit an der Umfrage teilzunehmen, euren Freunden davon zu erzählen die dann auch daran teilnehmen. Ich selbst habe davon keinen direkten Nutzen, ich erhalte nach Abschluß der Befragung die Auswertung der Daten, die ich dann selbstverständlich für euch aufbereiten werde. Mir geht es darum, das eine solche Datenerhebung nicht auf der einseitigen Befragung von Szenegängern bestimmter Discotheken, Festivals oder Veranstaltungen beruht, sondern auch die zu „Wort“ kommen, die sich auf andere Art und Weise mit der Szene beschäftigen und vor allem das Medium nutzen, um das es geht.

Ich erhoffe mir einen interessanten Einblick in die Internetnutzung junger Szeneangehöriger, so wie Du und Ich (bin natürlich zu alt) und Du daneben. Den Button zur Umfrage werde ich ebenfalls in die Seitenleiste meines Blogs heften, wer möchte, kann das gleiche tun. Natürlich würde ich mich darüber hinaus auch freuen, wenn ihr die Kommentare dazu nutzt, eure Ansicht über Umfragen und Szeneforschung loszuwerden.

 

Nähere Informationen über das Projekt findet Ihr unter dem Link http://www.hf.uni-koeln.de/30559 – Eine Projektbeschreibung findet ihr auch als PDF, die benötigt aber eine Fremdwörterlexikon in unmittelbarer Griffbereitschaft.

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Guldhan
Guldhan(@guldhan)
Vor 11 Jahre

Die guten alten Umfragen. Der liebste Spaß, des forschenden Lehrstuhls, für zwischendurch und die beste Möglichkeit, um sich als eifriger Student schon wie ein richtig erwachsener Magister / Magistra Artium zu fühlen.
Im Grunde schaue ich mir gerne solche Fragebögen an, aber da man auch mir anhand der Altersgrenze die Unjugendlichkeit attestierte, hat sich das wohl erledigt.

Jedenfalls bin ich auf die Auswertung der Daten gespannt. Und tippe schon einmal darauf, dass das Internet als Kulturträger eine exorbitante Rolle eingenommen haben wird. Es wird ja ohnehin schon zu viel Abhängigkeit und Vertrauen in diesen Datenstrom gesetzt.

Davon einmal abgesehen; aus gestalterischer Sicht finde ich den Button richtig schick gemacht. Cybertechnisch verspielt ohne kitschig zu wirken…schätze da war ein Kreativer am Werk.
Bis auf die Tatsache, dass für das Wort »UMFRAGE« eine der mit am abgelutschtesten Schriften Verwendung fand. Und sich dann noch nicht einmal die Mühe gemacht wurde, diese einer Spationierung zu unterziehen. Somit sieht das aus wie Hund und untergräbt die plastisch sterile Anmutung des Buttons. Aber das nur am Rande.

orphi
orphi(@orphi)
Editor
Vor 11 Jahre

 Guldhan

Ja weißt du was… Spationierung… du kennst ja Wörter ;-)
Wir könnten einfach so tun, als seien wir höchstens 29 und trotzig die Fragen beantworten. Das wäre ein rebellischer Akt gegen die Diskriminierung der älteren Generation in Jugendkulturen. Jugendkultur ist ohnehin ein bescheuerter Begriff. Also ob man ab 30 automatisch zum Mainstream wechselt.

Guldhan
Guldhan(@guldhan)
Vor 11 Jahre

Ja ich weiß. Meine Mutter sagt auch immer, ich soll nicht ständig solche Unanständigkeiten in den Mund nehmen.

Also soll ich den selbstgestrickten Pullunder wieder von mir reißen, die Wärmeflaschen trotzig dem Zivildienstleistenden entgegenwerfen und selbstbewusst den Aufstand der alten Säcke proben.
Und dabei immer die Hinterlist im Auge, dass dadurch die Auswertung verfälscht wird. Mal schauen…

Aber stimmt schon. Wenn ich so darüber nachdenke, so ist »Jugendkultur« doch recht unpassend für eine Szene mit mindestens zwei Generationen.

orphi
orphi(@orphi)
Editor
Vor 11 Jahre

Genau! Lass und Auswertungen verfälschen! Kannst du mir bitte mal die Schnabeltasse reichen?

Guldhan
Guldhan(@guldhan)
Vor 11 Jahre

So sei es.

[…]Kannst du mir bitte mal die Schnabeltasse reichen?[…]

Gerne. Mit Haferschleim oder leckerem Blasen- und Nierentee. Bin noch gut versorgt, da vorhin das »Essen auf Rädern« klingelte.

Atanua
Atanua (@guest_12330)
Vor 11 Jahre

Ahh Umfragen…kann sie meistens nicht ausstehen, weil ich immer per Zufallsauswahl von meiner Unileitung gezwungen werde den Mist auszufülllen…

Ich fand die Umfrage bis auf die Frage, was einem den am wichtigsten an der Szene sei, ganz gut. Da fehlte nämlich „Musik“. Musik entdecken, und dazu tanzen zu können ist bei musikorientierten Szenen doch wichtig? Vielleicht denken sie das geht unter „Fun, Party und Spass“…

Die Altersbeschränkung finde ich auch dämlich, aber ist es nicht so, dass die meisten Jugendkulturen wirklich nur während eines gewissen Lebensabschnitts gelebt werden und die schwarze Szene da eher aus dem Rahmen fällt?

Na, bin jedenfalls auch auf die Resultate gespannt.

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