Unten am Fluss: Ist dieser Zeichentrickfilm traumatisierend oder lehrreich?

Der Zeichentrickfilm „Unten am Fluss“, der 1978 in Großbritannien unter dem Namen „Watership down“ erschien, gehört auch heute noch zu den kontroversesten Kinderfilmen, die bislang mit einer „FSK 0“ Einstufung zu sehen waren. Kritiker nennen den Film eine „Einbahnstraße zur posttraumatischen Belastungsstörung„, weil darin Kaninchen auf vielfältige Art und Weise ums Leben kommen. Für andere ist der Film ein realitätsnahes und moralformendes Drama, das zeigt, dass in der Natur nicht immer alles „Friede-Freude-Eierkuchen“ ist.

Unten am Fluss – Eigentlich ganz schön idyllisch

In einem Bau auf dem idyllischen englischen Land lebt der junge Rammler namens Hazel zusammen mit vielen Artgenossen. Ihr Leben scheint sorglos zu sein, bis Hazels schmächtiger Bruder Fiver Visionen von einer drohenden Katastrophe hat. Er drängt Hazel, die Heimat so schnell wie möglich zu verlassen. Obwohl Hazel zunächst zögert, beschließt er schließlich zusammen mit Fiver und einigen anderen Kaninchen gegen den Willen ihres Anführers aufzubrechen. Bald darauf wird ihr Bau von Menschen ausgeräuchert und zerstört. Die meisten zurückgebliebenen Kaninchen werden durch den giftigen Rauch, den die Menschen in den Bau geleitet haben, getötet…

Bereits hier bröckelt die heile Welt der Kaninchenwelt erheblich, bevor sie im weiteren Verlauf des Umzugs in einen neuen Bau vollständig zusammenbricht.

Als der Film 1978 zum ersten Mal in die Kinos kam, bestand der Regisseur des Films, Martin Rosen, darauf, dass das Bild auf dem Werbeplakat die Zuschauer davor warnen sollte, dass es sich nicht um einen niedlichen Zeichentrickfilm über ein paar Hasen handelte. In einem Interview sagte er dazu:

Ich dachte, eine Mutter, die ein Kaninchen in der Schlinge sieht, dem Blut aus dem Maul kommt, würde ihrem sensiblen Kind einen solchen Film nicht zumuten und denken: ‚Das ist vielleicht nichts für Charlie – das ist ein bisschen zu hart‘

Dennoch vergaben die britischen Aufsichtsbehörden eine „U“ Kennzeichnung, die hierzulande mit der „FSK 0“ Einstufung gleichzusetzen ist und darauf hinweist, dass der Film selbst für kleinste Kinder geeignet ist. Was folgte ist eine ganze Generation von Kindern, die bei der sanften Melodie von Art Garfunkels vorgetragenem Titelsong „Bright Eyes“ für immer Schreckensvisionen von blutrünstigen Schoßtieren vor Augen hatten.

Jetzt, 45 Jahre später, hat das „British Board of Film Classification“ (BBFC) seine Meinung über den Film geändert, der nach einer Wiedervorlage als „Einbahnstraße zur posttraumatischen Belastungsstörungbezeichnet wurde.

Immer wenn ein Verleiher den Film erneut herausbringt oder veröffentlicht, überprüft ihn die BBFC nach ihren aktuellen Richtlinien. Das kann zur Folge haben, dass ein Film mit einer höheren oder niedrigeren Einstufung zu kennzeichnen ist. Der aktuelle Bericht der Kommission räumt ein, dass Teile des Films „beunruhigend“ sein können. Er warnt vor sichtbarer Gewalt, Blut und Schrecken:

Ein Kaninchen ist in einer Schlinge gefangen und beginnt zu ersticken, wobei Blut aus seinem Maul schäumt. Man sieht, wie Kaninchen mit Zähnen und Krallen gekratzt und zerrissen werden, und es gibt eine Szene, in der ein Hund einen Kaninchenbau angreift, wobei kurz Blut und Verletzungsdetails zu sehen sind. […] Es gibt beängstigende Szenen und Momente der Bedrohung, darunter Kaninchen, die von Raubtieren gejagt werden. Ein Kaninchen hat eine beängstigende Vision von blutüberströmten Feldern, und in einer Sequenz, in der die Zerstörung eines Bauwerks durch menschliche Bauarbeiter gezeigt wird, werden mehrere Kaninchen in Tunneln eingeschlossen und sterben.

Nach den aktuellen Richtlinien der Behörde erhält der Film nun eine „PG“ Einstufung, die besagt, dass solche Filme nur unter elterlicher Aufsicht zu sehen sein sollen, was in Deutschland einer „FSK 6“ Einstufung gleichkommt.

Gegenüber dem Guardian verteidigt die Behörde ihre damalige Einstufung: „Wir waren der Meinung, dass der Film Kinder zwar während der Laufzeit emotional berühren kann, sie aber nicht ernsthaft beunruhigen kann, wenn der Bann der Geschichte gebrochen ist.

Zuletzt zeigt „Channel 5“ den Film „Unten am Fluss“ 2016 im Nachmittagsprogramm des Oster-Sonntags und löste damit einen Shitstorm bei Twitter (X) aus: „Who the hell thought it a good idea to put Watership Down on Easter Sunday? ‘Hey kids let’s watch dead Easter bunnies!

Unten am Fluss – Dramatische Realität zur Prägung eines Weltbilds?

Es gibt allerdings nicht nur negative Meinungen zu diesem Film, sondern auch viele Stimmen, die in dem Film die bittere Realität abgebildet sehen. Es ist der Mensch – sinnbildlich dargestellt durch den Bauunternehmer – der den Lebensraum der Kaninchen einschränkt, allerdings gibt es in der Natur selbst eine schonungslose Brutalität, die so gar nicht in die kindgerechte, und hauptsächlich von Disney dargestellte Welt, passen mag.

Die grausame Darstellung der Natur ist die schonungslose Ehrlichkeit dieses Ökosystems, in der es gilt zu fressen und gefressen zu werden. Doch auch darüber hinaus gibt es in dem Film einige positive Dinge zu entdecken. Die Gerissenheit von Hazel, der Mut von Bigwig  und der dramatische Kampf für ein friedliches Dasein kann kindliche Phantasie durchaus beflügeln.

Neben dem Realismus gibt es auch übernatürlich Andeutungen einer Kaninchengottheit, sowie amüsante Fabelanspielungen auf die Kaninchenmythologie. Diese Mischung aus der dreidimensionalen Welt und der Verheißung von etwas Jenseitigem hat mich immer tief bewegt.

Die ganze Welt wird dein Feind sein, Fürst mit tausendfachen Feinden, und wann immer sie dich fangen, werden sie dich töten. Aber zuerst müssen sie dich fangen, Gräber, Lauscher, Läufer, Fürst der schnellen Warnung. Sei schlau und voller Listen, und dein Volk wird niemals vernichtet werden.

Der Zeichentrickfilm „Unten am Fluss“ ist vor allem eins. Traurig und wunderschön. Auch wenn klassischer Trickfilm ein wenig in die Jahre gekommen zu sein scheint, so verströmt er dennoch einen ganz eigenen Charme und hat mich „positiv traumatisiert“.

Welche Zeichentrickfilme habe Euch geschockt oder nachhaltig beeinflusst? Haltet ihr es für sinnvoll, solche Film im Alter einzuschränken und überhaupt, habt ihr den Film überhaupt schon gesehen?

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Das H. Gen
Das H. Gen(@hagen)
Vor 10 Monate

„Who killed Bambi? “ oder „Im Kino läuft ein neuer Muppets-Film: Meet the Feebles“ 😏

Letzte Bearbeitung Vor 10 Monate von das H.Gen
Textro
Textro (@guest_63320)
Vor 10 Monate

Unten am Fluß war als Kind in der Tat etwas verstörend, kann ich mich auch kaum noch an den Film erinnern. Prägend hingegen war eher Fritz the Cat;-]

Matthias
Matthias(@marquis)
Vor 10 Monate

Da fällt mir Disney´s „Taran und der Zauberkessel“ ein, den ich sogar im Kino schaute. Eigentlich für Kinder zu gruselig.

Oder Yellow Submarine, den ich im TV als Zeichentrickfilm für Kinder in den späten 70ern schaute und mit dem ich nichts anfangen konnte, da zu schräg.

Als Serie natürlich „Captain Future“, mit dem bombastischem deutschen Soundtreck von Christian Bruhn.Aber eigentlich keine Kindersendung.

Saphra
Saphra(@dana)
Vor 10 Monate

Ich meine mich zu erinnern, dass der Film damals ab 6 war 🤔
Wurde natürlich reingeschleppt, war ja mit süßen Hasen, und ich hab das bis heute nicht wirklich verarbeitet.
Es ist einfach kein Kinderfilm und sollte auch nicht so behandelt werden. Genauso wie ‚Wenn der Wind weht‘, der nur ein kleines bisschen weniger schlimm war.
Filme sind nicht automatisch für Kinder, nur weil sie gezeichnet sind, aber damals hat man da kein Aufhebens drum gemacht 🤷🏻‍♀️

Victor von Void
Victor von Void(@vivovo)
Antwort an  Saphra
Vor 10 Monate

Für mich war auch „Wenn der Wind weht“ sehr prägend, den ich irgendwann im Alter zwischen 10 und 12 gesehen haben muss. Er hat mich nicht verstört, aber doch nachhaltig beeinflußt, was die ganze Atomdebatte anging.

Yttrium
Yttrium(@yttrium)
Antwort an  Victor von Void
Vor 10 Monate

Wie ich „Wenn der Wind weht“ rezipiert hab war bei mir total vom Alter abhängig. Als kleines Kind fand ich ihn langweilig – es war ja nur ein altes Ehepaar, das sich die ganze Zeit über uninteressante Themen unterhalten hat. Später, in meiner pubertären edgy-misanthropischen Phase, hab ich mich vor allem darüber aufgeregt wie dumm die Protagonisten doch wären. Zugegeben, sie sind schon etwas arg naiv. Und noch später dann hab ich es als elegantes, psychologisch dichtes Kammerspiel gesehen.

Gegruselt hab ich mich dabei aber trotzdem nie, die wirklich furchteinflößenden Elemente waren da wohl immer zu kurz oder zu abstrakt.

Claudia
Claudia (@guest_63331)
Antwort an  Saphra
Vor 10 Monate

Ich unterschreibe jedes Wort. Habe den Film auch mit so ungefähr acht Jahren gesehen und nein, das ist, denke ich, für die Mehrheit der Kinder einfach zu harte Kost.
„Prinzessin Mononoke“ habe ich auch als Kind gesehen – ebenfalls kein Kinderfilm. Und ja, meine Großeltern dachten, dass ich mir den ruhig anschauen könne, denn für sie waren Zeichentrickfilme automatisch Kinderfilme.

Graphiel
Graphiel(@michael)
Vor 10 Monate

Ich weiß nicht mehr wie alt ich war, als ich Watership Down das erste mal mit meinem Coisin sah. Unter 10 war es auf alle Fälle.

Nachhaltig verstört, oder gar traumatisiert hat er mich damals jedenfalls nicht. Zumindest nicht negativ. So brutal und schonungslos er an manchen Stellen auch war, so faszinierend fand ich dieses Bild einer alles andere als lustigen und bunten Welt, deren finaler Trost dann doch auch irgendwo im Tod (oder in dem Fall im schwarzen Kaninchen) zu finden war. Das hatte für mich dann neben Charakteren wie der paddeligen Möwe Kehaar dann auch schon wieder etwas versöhnliches.

Insgesamt finde ich es immer ein wenig schwierig zu pauschalisieren und einem Film wie Watership down grundsätzlich die Eignung für X oder Y abzusprechen. Kinder sind da auch nach meinen beruflichen Erfahrungen nach sehr unterschiedlich geprägt und verarbeiten Erlebnisse aus Filmen recht individuell. Viel wichtiger finde ich es daher die Eltern in die Verantwortung zu nehmen, die eigentlich dazu in der Lage sein sollten ihre Kinder richtig einzuschätzen, ob diese „gefestigt“ genug sind um einen Film wie Watership down emotional zu verarbeiten.

Ob man so einen Film ungeniert im Nachmittagsprogramm senden sollte, weil er doch nur gezeichnet ist, das steht natürlich auf einem anderen Blatt. Hier tendiere ich auch eher zu nein. Im Heimkino auf DVD und in Begleitung der Eltern sehe ich das (wie beschrieben) aber tatsächlich ein wenig anders.

Edit, weil es mir gerade einfällt….

Verstörend empfand ich als Kind übrigens eher die Gesangseinlagen gewöhnlicher Disneyfilme. Die fand ich tatsächlich schon als kleiner Graphiel unglaublich albern bis störend und hab sie deshalb daheim auf Video immer vorgespult, um zur normalen Handlung zurück zu kommen. :-D

Letzte Bearbeitung Vor 10 Monate von Graphiel
Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Graphiel
Vor 10 Monate

Viel wichtiger finde ich es daher die Eltern in die Verantwortung zu nehmen, die eigentlich dazu in der Lage sein sollten ihre Kinder richtig einzuschätzen, ob diese „gefestigt“ genug sind um einen Film wie Watership down emotional zu verarbeiten.

Auch wenn ich inzwischen gewisse Zweifel habe ob das wirklich bei den meisten Eltern der Fall ist… ;) stimme ich dir so grundsätzlich in allem zu!
Ergänzen würde ich vielleicht noch dass eine evtl. Alterseinstufung (und so ganz ohne Einstufung/Empfehlung, halte ich auch nicht für ein realistisches Szenario) sich aber schon wohl besser immer an „weniger reifen/gefestigten“ Kindern der jeweiligen Altersstufe orientieren sollte (schlimmstenfalls sehen die „gefestigten“ den Film halt etwas später).
Alternativ müsste man über eine völlig andere (komplexere) Methodik nachdenken um Filme altersmäßig einzustufen (welche dann aber alle Eltern – auch die eher naja „desinteressierten“ – wieder auf Anhieb verstehen müssten)…

Verstörend empfand ich als Kind übrigens eher die Gesangseinlagen gewöhnlicher Disneyfilme. Die fand ich tatsächlich schon als kleiner Graphiel unglaublich albern bis störend

Dito! XD Ich habe es als Kind immer gehasst wenn in Filmen gesungen wurde… erst als Erwachsener fand ich Musicals z.B. dann erträglich (natürlich nur Tanz der Vampire, Dracula & Co. ;) ).

Letzte Bearbeitung Vor 10 Monate von Durante
Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Durante
Vor 10 Monate

Ich kotze auch immer ab, wenn in Filmen gesungen wird und Musicals mag ich auch aus diesem Grund überhaupt nicht. Das einzige, was ich halbwegs erträglich finde ist die alte Filmfassung von „Linie 1“.

Letzte Bearbeitung Vor 10 Monate von Tanzfledermaus
Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Antwort an  Durante
Vor 10 Monate

Dito! XD Ich habe es als Kind immer gehasst wenn in Filmen gesungen wurde… erst als Erwachsener fand ich Musicals z.B. dann erträglich (natürlich nur Tanz der Vampire, Dracula & Co. ;) ).

Persönlich bin ich auch kein Film von Musical, aber deine genannten Aufführungen wie Tanz der Vampire kann ich nur bestätigen. In Sachen Filmen möchte ich noch Sweeney Todd mit Johnny Depp erwähnen – hat mir auch gut gefallen. :)

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 10 Monate

Ja Sweeny Todd ist klasse! Hab sowohl den Depp-/Burton-Film im Kino als auch mal ein entsprechendes Live-Musical mit britischen Darstellern gesehen, war echt grandios! :)
(Meine Live-Musical-Erfahrung beschränkt sich aber auch auf Sweeny Todd, Tanz der Vampire, Dracula, Frankenstein und Rocky Horror Show – In sowas wie „Cats“ oder den Disney-Kram kriegen mich keine 10 Pferde… XD )

Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Antwort an  Durante
Vor 10 Monate

Mein Lieber, das ist aber schon so einiges was Du an Musical gesehen hast. Dazu wirklich gute Klassiker. Da kann ich kaum mithalten.
Frankenstein habe ich im Theater in Salzburg gesehen, was natürlich kein Musical war. Aber es war wirklich als Theaterstück sehr schön.

Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Antwort an  Durante
Vor 10 Monate

Musicals und Gesang im Film gehen überhaupt nicht!
Ausnahme die Musical Episode von Buffy, wobei das bestimmt 20 Jahre her ist, das ich das geguckt habe. Buffy war damals ein absolutes guilty pleasure von mir ; )

Was Filmrezeption betrifft würde ich auch sagen, das es bei manchen Themen schwierig werden könnte das allein den Eltern zu überlassen. Das könnte auch beim Film aus dem Artikel der Fall sein. Ich kann mich zwar nicht erinnern ihn gesehen zu haben. Aber ich würde sagen es wäre ganz gut den medienpädagogisch angeleitet zu gucken, mit Vorgespräch, begleitetem gemeinsamen schauen, pausieren wenn nötig, und dann am Schluss nochmal alles zusammen aufarbeiten. Wäre eine echt sinnvolle Sache z.B. in ner Grundschule, aber für Medienpädagogik gibts leider oft kein Geld…
Grundsätzlich kann man Kindern durchaus einiges zumuten, allerdings darf man sie auf gar keinen Fall allein damit lassen. Deshalb ist das mit den Altersbeschränkungen auch immer so ne Sache. Ist eben vor allem im Kindesalter individuell unterschiedlich, aber ob man da ein alternatives Modell machen könnte…gute Frage.

Letzte Bearbeitung Vor 10 Monate von Norma Normal
Graphiel
Graphiel(@michael)
Antwort an  Norma Normal
Vor 10 Monate

Grundsätzlich kann man Kindern durchaus einiges zumuten, allerdings darf man sie auf gar keinen Fall allein damit lassen.

Darin sehe ich auch eher das größere Übel. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach kennen sich viele Eltern besser in den Untiefen von Social Media aus, als in den Köpfen ihrer eigenen Kinder. Traurig, aber leider die Realität.

Ich finde es zwar grundsätzlich wichtig und richtig Eltern mehr in die Verantwortung zu nehmen, da ich nicht unbedingt ein Freund davon bin diese Bequemlichkeiten der Eltern noch mehr zu fördern, indem man ihnen die Verantwortung weiter abnimmt. Doch ich sehe durchaus auch, dass dies zum Wohle der Kinder natürlich öfters leider einfach notwendig ist. Junges Menschenleben in die Welt zu setzen und ihm eine stabile und gesunde Zukunft zu ermöglichen bedarf im Gegensatz zu vielen anderen eher nutzlosen Dingen halt keine Qualifikation mit entsprechender Eignungsprüfung.

Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Antwort an  Graphiel
Vor 10 Monate

Leider sehr wahr was du schreibst. Das mit der menschlichen Reproduktion bleibt mir persönlich sowieso ein Rätsel. Man erschafft einfach so ein neues Wesen, aus dem nichts quasi, mal so nebenbei evtl. unabsichtlich. So viel (moralische)Verantwortung und es wird viel zu oft auf die leichte Schulter genommen. 

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Norma Normal
Vor 10 Monate

Das mit der menschlichen Reproduktion bleibt mir persönlich sowieso ein Rätsel.

Dito… Bei vielen ist das Kind „halt da“ und „läuft so nebenher“ scheint mir, ich kenne wie gesagt aktuell genau eine Familie (mit kleinen Kindern meine ich jetzt) die sich wirklich extrem bemühen (wofür sie meinen größten Respekt haben). Ansonsten wird die eigentlich enorm große Verantwortung – gerade im Alltag – oft einfach ausgeblendet glaube ich.

Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Antwort an  Graphiel
Vor 10 Monate

Meiner unmaßgeblichen Meinung nach kennen sich viele Eltern besser in den Untiefen von Social Media aus, als in den Köpfen ihrer eigenen Kinder. Traurig, aber leider die Realität

Solche Fälle habe ich auch im Umfeld schon erleben können. Gutes Beispiel ist auch Youtube, wo es etliches an Gore Filme und mehr zu sehen gibt, teilweise ohne Altersbestätigung und Kinder oft leichten Zugang bekommen können. Dabei darf man auch nicht die junge Smartphone Generation vergessen, die ebenfalls leichten Zugang zum Internet haben und man sich nicht wundern muss, was alles auf deren Handys gespeichert ist.
Definitiv liegt hier die Verantwortung der Eltern, mehr als einen Blick auf das Handy oder Computer ihres Kindes vorzunehmen. In vielen Fällen mag das aufgrund von Überforderungen oder Bequemlichkeit bestimmt zu wenig passieren. Neulich erst gelesen, wie ein 12-jähriges Kind sich Zugang zum Darknet verschaffen konnte und sich dort ein Hinrichtungsvideo runtergeladen und angeschaut hat. Folglich war das Kind traumatisiert und musste in psychologische Behandlung. Die Eltern sahen die Schuld bei sich nicht selber.
Da muss man sich schon fragen, wo führt das ganze noch hin?! Wie werden die Kinder vor solchen Dingen überhaupt noch geschützt? Muss besonders auch bei den Eltern mehr Aufklärung stattinden?

Graphiel
Graphiel(@michael)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 10 Monate

Du glaubst gar nicht wie viele Geschichten ich dir da alleine von meinem letzten Einsatzort erzählen könnte. So beschrieb mir beispielsweise so ein 8 jähriger Großkotz aus der damaligen Klasse meines Klienten detailliert alle möglichen Szenen aus der Neuverfilmung von Steven Kings Es. Quelle: (wie du sicher schon richtig vermutet hast) Youtube. Über einen Film wie Watership down hätte dieses Kind höchstens geschmunzelt und ihn als langweilig befunden.

Zu Anfang war ich da echt ein wenig perplex und dachte ich höre nicht richtig. Allein schon weil es der Mutter komplett egal zu sein schien, was ihr Sohnemann sich da so im Internet anschaut. Ich fürchte da hätte auch Aufklärung nicht mehr viel bewegen können.

Kleiner fun fact zum Schluss: Irgendwann schickte sie ihn mit einem quietschgelben Regencape zur Schule. Danach hatte der Junge bei mir seinen Spitznamen Georgie weg. Seltsam… Aus irgend einem Grund wollte er von dem Film kurze Zeit später allerdings nichts mehr wissen, nachdem ich ihn öfters morgens als Georgie begrüßte und danach fragte ob er einen Luftballon haben möchte, oder doch lieber sein Papierboot. Kann ich gar nicht verstehen. *pfeif*

Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Antwort an  Graphiel
Vor 10 Monate

Stimmt, Du bist in solchen Dingen fast an der Quelle und hast bestimmt einige Erfahrungen. Die Story mit Georgie liest sich irgendwie köstlich. :) Auch wenn es vielleicht nicht ganz so lustig ist. Hatte das mit Georgie einen gewissen erzieherischen Effekt dann auf ihn? :) Wenn die Mutter schon nicht in der Lage dazu war….

Naja, so ganz vorbildlich ging es im Kindesalter bei mir auch nicht immer rund. Ich hatte damals mit 10-11 Jahren mit meinem größeren Bruder heimlich „Friedhof der Kuscheltiere“ auf VHS geschaut. In dem Alter fand ich ihn natürlich sehr gruselig, aber irgendwie fand ich den auch spannend. Ob sich das negativ ausgewirkt hat, kann ich schlecht sagen. :D

Graphiel
Graphiel(@michael)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 10 Monate

Hatte das mit Georgie einen gewissen erzieherischen Effekt dann auf ihn? :) Wenn die Mutter schon nicht in der Lage dazu war….

Zumindest war er danach nicht mehr ganz so vorlaut. Allerdings war das auch nur eine Baustelle unter vielen, für die ich zum Glück nicht zuständig war. Bei dem familiären Hintergrund hätte ich irgendwann nur noch resigniert aufgegeben. ;-)

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Graphiel
Vor 10 Monate

Ganz ehrlich: Einfach mal großen Respekt dafür dass du so einen Job machst! :)
(Auch wenn es dieser Job war der dich wohl endgültig zum Misantrophen gemacht hat kann ich mir vorstellen… ;) )

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Graphiel
Vor 10 Monate

Ich war auch ziemlich geschockt, als ich mal in einer 2. Klasse einen Kochkurs mit 10 Kindern gab – und die sich ganz ungeniert in meinem Beisein über Chucky die Mörderpuppe unterhielten… Offenbar hatten sie das alle schon gesehen. Ich möchte ja nicht wissen, wie viele das nicht so cool weg gesteckt haben wie sie dann vor der Gruppe später taten…

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 10 Monate

Neulich erst gelesen, wie ein 12-jähriges Kind sich Zugang zum Darknet verschaffen konnte und sich dort ein Hinrichtungsvideo runtergeladen und angeschaut hat.

Die Hürde ist ja nicht mal so hoch, das sog. „Darknet“ (also i.d.R. hidden services via Tor) ist gar nicht mal notwendig um auf sowas zu stoßen, das gibts leider auch auf diversen Seiten im ganz normalen „Surface Web“…

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Graphiel
Vor 10 Monate

Junges Menschenleben in die Welt zu setzen und ihm eine stabile und gesunde Zukunft zu ermöglichen bedarf im Gegensatz zu vielen anderen eher nutzlosen Dingen halt keine Qualifikation mit entsprechender Eignungsprüfung.

Den hypothetischen Gedanken hatte ich auch schon oft… ;) natürlich leider weder praktisch noch noch juristisch noch rein ethisch (wer würde die Kriterien festlegen wer Kinder „haben darf“ und wer nicht…?) umsetzbar sowas, aber EIGENTLICH wär sowas wie ein „Kinderführerschein“/“Erzieherschein“ definitiv angemessen… ein Mensch kann nirgendwo soviel nachhaltigen Schaden anrichten wie bei der (Nicht-)Erziehung seines Nachwuchses.
Natürlich werden Eltern niemals ALLES richtig machen (können), aber die Bereitschaft sich zu kümmern, zu bemühen und auch dazuzulernen sollte halt da sein, wenn man denn schon unbedingt einen neuen Menschen in diese sterbende Welt setzen will.

Letzte Bearbeitung Vor 10 Monate von Durante
Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Durante
Vor 10 Monate

Ja, wenn man bedenkt, welch große Hürden Leute überwinden müssen, um ein Kind adoptieren zu dürfen… und die wollen ja einem Kind ein GUTES Zuhause bieten.
Dagegen kann jede sozial wie emotional völlig auffällige und heruntergekommene Person Kinder in die Welt setzen – bis dann mal von außen drauf geschaut und geholfen wird, passiert oft jahrelang nichts. Oft sind die Kinder dann schon schwer gestört und/oder vernachlässigt….
Da läuft doch irgendwie gewaltig was schief.

Letzte Bearbeitung Vor 10 Monate von Tanzfledermaus
Graphiel
Graphiel(@michael)
Antwort an  Durante
Vor 10 Monate

Das sowas schon rein ethisch nicht umsetzbar ist steht natürlich außer Frage, jedoch ist es irgendwo schon ein Trauerspiel. Für so viel Kram braucht man zwingend eine Qualifikation mit entsprechender Abschlussprüfung. In den meisten Fällen auch völlig zurecht, um nicht anderen Menschen aus reiner Unfähigkeit Schaden zuzufügen.

Unschuldiges Leben in die Welt setzen und ihm nachhaltig durch nichts-/das völlig falsche tun das Leben zu versauen ist hingegen vom Grundrecht her erstmal abgedeckt. Da muss dann ein Affenaufstand betrieben werden, damit Kinder die nachweislich in ihren Familien vernachlässigt oder misshandelt werden aus diesen rausgeholt werden können. Und selbst wenn das gelingt so hindert niemand die Eltern daran einfach das nächste Kind in die Welt zu setzen und den gleichen Mist noch einmal zu veranstalten.

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Graphiel
Vor 10 Monate

Ich bin völlig deiner Meinung, nur eine (realistische) Lösung fällt mir leider nicht ein. :(
(Am „Grundrecht Kinder in die Welt zu setzen“ wird def. niemand rütteln, ganz unabhängig davon ob das jetzt überhaupt richtig wäre oder nicht… und wenn es hierfür irgendwann Regeln GÄBE befürchte ich ehrlich gesagt deren Missbrauch (z.B. durch konservative/rechte Regierungen die das dann möglicherweise NICHT nur an der „Eignung als Eltern“ festmachen sondern evtl. auch an „anderen Kriterien“)…)
Man könnte nur die Jugendämter besser ausstatten (vor allem natürlich personell) und ggf. deren Befugnisse erweitern… aber sobald das den Staat Geld kostet hab ich da wenig Hoffnung (mal unabhängig davon ob man das Personal gegenwärtig überhaupt finden würde, sie werden es eh gar nicht erst versuchen). :(

Yttrium
Yttrium(@yttrium)
Antwort an  Durante
Vor 10 Monate

Am „Grundrecht Kinder in die Welt zu setzen“ wird def. niemand rütteln

Ich würd da ja eher die offizielle Formulierung „Recht eine Familie zu gründen“ nutzen, einerseits weil’s so im Grundgesetz und auch bei den Menschenrechten der UN steht, andererseits weil es sich nicht so herablassend anhört. Und Menschenrechte haben nun mal die dumme Eigenschaft dass sie für alle Menschen gelten, auch für solche die die man nicht mag oder für doof hält. ;)

Reproduktionsrechte sind überhaupt ein super spannendes Thema, kann nur jedem/r empfehlen sich da mal etwas reinzulesen. Gibt einem auch ein wenig argumentative Munition gegen die Eugeniker*innen, die einem erzählen wollen dass ja immer nur die „falschen“ Leute Kinder bekommen würden.

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Yttrium
Vor 10 Monate

Nicht jedes Kind wird in eine „Familie“ hinein geboren, weil es oftmals auch Trennungen noch vor der Geburt gibt oder das Kind aus anderen Gründen bei der Mutter allein aufwächst. Demnach ist die Formulierung mit Familie gründen schon etwas altbacken.

Yttrium
Yttrium(@yttrium)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 10 Monate

Auch Alleinerziehende gelten als Familien. :)
Der Wikipedia-Artikel dazu ist recht interessant zu lesen.
Ich find’s im Gegenzug etwas altmodisch, wenn jemand nur Kinder mit zwei Elternteilen als „Familie“ ansieht. Und auch die Botschaft, die es an Alleinerziehende sendet, find ich nicht so toll. Also, dass sie eben keine „richtige“ Familie seien.
Aber kann ja eh jede/r sehen wie er bzw. sie lustig ist. Ich persönlich benutze halt gern etwas freundlichere Sprache, auch wenn ich über Menschen rede deren Verhalten ich persönlich nicht gutheiße. Hilft beim empathisch sein.

Graphiel
Graphiel(@michael)
Antwort an  Yttrium
Vor 10 Monate

In diesem Kontext stehen aber die Kinderrechte im Vordergrund, nicht Erwachsenenempfindlichkeiten. Ob „Grundrecht Kinder in die Welt zu setzen“ oder „Recht eine Familie zu gründen“, die Formulierung ändert nichts am Kern: Das Wohl der Kinder. Die UN-Menschenrechte schützen die Entscheidung, eine „Familie“ zu gründen, aber sie betonen auch das Recht jedes Kindes auf Schutz und Fürsorge.

Ich persönlich muss daher auch sagen, dass es für mich den Begriff „Familie“ nach meinem Verständnis entwertet, wenn darin auch Strukturen enthalten sind, die alles andere als einen fürsorglichen und schützenden Rahmen bilden, ganz davon ab wie die rein rechtliche Definition da aussieht. Eine liebevolle Struktur (ob Alleinerziehend, zu zweit oder gar im ganz altmodischen Mehrgenerationenverband) ist leider nicht immer der Normalfall. Ich kenne aus meinem beruflichen UND privaten Umfeld genügend Beispiele, bei denen mindestens ein Elternteil ähnlich geeignet zur Kinderbetreuung erscheint wie ein Rasenmäher zum Haareschneiden. Da hört die Befähigung zur Elternschaft schon nach der Zeugung auf. Die Gründe warum manche Eltern ihre Kinder schon vor oder nach der Geburt wie unerwünschten Abfall behandeln mögen dabei vielfältig sein, doch entschuldigt dies halt nicht das Verhalten an sich. Da bin ich dann auch nicht mehr bereit noch mehr als unbedingt notwendig Empathie zu investieren, nur weil sich dabei vielleicht auch Leute auf den Schlips getreten fühlen, die im hier vorliegenden Kontext sichtbar genug NICHT gemeint sind.

Letzte Bearbeitung Vor 10 Monate von Graphiel
Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Norma Normal
Vor 10 Monate

Ausnahme die Musical Episode von Buffy, wobei das bestimmt 20 Jahre her ist, das ich das geguckt habe. Buffy war damals ein absolutes guilty pleasure von mir ; )

…nicht nur von dir… ;)
Wobei die Folge damals wirklich klasse war, insbesondere Spikes Song „Let me rest in peace“ auf dem Friedhof… :)
(Gut dass die Aufnahme in der ich diesen Song mal eingesungen habe nie ins Internet gelangt ist… XD )

Aber ich würde sagen es wäre ganz gut den medienpädagogisch angeleitet zu gucken, mit Vorgespräch, begleitetem gemeinsamen schauen, pausieren wenn nötig, und dann am Schluss nochmal alles zusammen aufarbeiten.

Das klingt für mich sehr vernünftig, genauso müsste es man wohl machen (wobei du und Graphiel von solchen Dingen sicherlich mehr Ahnung habt als ich), aber wie du schon sagst, in der Schule fehlt es an Geld und Personal (Kinder sind halt nunmal keine Autobahnen, und der Deutsche hat da leider schon seine Prioritäten… :-| *Augenroll* )… und privat kenne ich genau EIN Elternpaar denen ich sowas zutraue (d.h. die ihr Kind niemals einfach vor einem Bildschirm „parken“ damit „es Ruhe gibt“).

Ist eben vor allem im Kindesalter individuell unterschiedlich, aber ob man da ein alternatives Modell machen könnte…gute Frage.

Ich denke man könnte schon, man müsste theoretisch auch um den Kindern gerecht zu werden, aber es würde an (einem Teil der) Eltern scheitern. Manche brauchen da ne klare Angabe die sofort auf den ersten Blick verständlich ist, weil die Bereitschaft oder Fähigkeit sich wirklich damit auseinanderzusetzen nicht da ist (wobei – wenn sie überhaupt auf ne Altersfreigabe achten dann wären das ja immer noch Leute denen immerhin nicht ALLES egal ist, wie in den inzwischen hier zahlreich von anderen genannten Beispielen offenbar wohl der Fall oO ).

Letzte Bearbeitung Vor 10 Monate von Durante
lottaleben
lottaleben (@guest_63326)
Vor 10 Monate

Ich habe den Film im Alter von 7 Jahren im Kino gesehen.
Für jemanden mit einem starken visuellen Gedächtnis ein Alptraum.
Dazu noch das Lied von Simon & Garfunkel. Das Lied läuft und die Bilder kommen wieder… die Gefühle ebenso.
Es sind keine schönen Erinnerungen.

Ich habe viele Kinder bei Lernprozessen im Themenkomplex Mensch&Natur begleitet.
Ich wünsche mir für Kinder Lernsituationen in denen sie sich als aktiv Handelnde erleben können.
Situationen die ein Be- und Verarbeiten ermöglichen.
Keine Ohnmacht im Kinosessel.

Der wahre Schocker unter den „Kinderfilmen“ ist meiner Meinung nach: „Die Hunde sind los“ von 1982.

Yttrium
Yttrium(@yttrium)
Antwort an  lottaleben
Vor 10 Monate

Der wahre Schocker unter den „Kinderfilmen“ ist meiner Meinung nach: „Die Hunde sind los“ von 1982.

Das ist „Plague Dogs“, oder? Ja, der ist brutal. Ich würd da nicht mal den Trailer ohne Warnung verlinken, weil die Darstellung von Tierversuchen sogar bei empfindsamen Erwachsenen zu Alpträumen führen kann. Ist eh vom selben Regisseur wie Watership Down (Martin Rosen), und basierend auf den Büchern vom selben Autor (Richard Adams).

Meine Eltern hatten keinen Video-Rekorder und sind auch nicht mit mir ins Kino gegangen, wir hatten auch nur ein paar poplige terrestrische Sender und der Fernseher lief bei uns kaum, drum bin ich als Kind generell relativ wenig in Kontakt mit Filmen gekommen. Aber an „Die Farm der Tiere“ kann ich mich erinnern, das fand ich grausig. Was im Endeffekt ja durch die CIA finanzierte amerikanische Propaganda war/ist, aber immerhin gut gemachte Propaganda. :)

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Vor 10 Monate

Aber an „Die Farm der Tiere“ kann ich mich erinnern, das fand ich grausig. 

Den fand ich als Kind auch furchtbar! Hab ihn später kein zweites Mal gesehen, daher weiß ich nicht, wie der auf mich als Erwachsene gewirkt hätte, aber das war der einzige Kinderfilm, der mir Alpträume verursacht hat. Die anderen hier aufgeführten „Kinder“filme kenn ich alle nicht (bin Jahrgang 1974).

Letzte Bearbeitung Vor 10 Monate von Tanzfledermaus
Matthias
Matthias(@marquis)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 10 Monate

Als ich den zum ersten mal gesehen hatte als Kind, war ich todtraurig wegen Boxer (das Pferd).
Vor ca, zwei Jahren sah ich ihn zum letzten mal und mir machte der Film fast nichts mehr aus.

Markus
Markus (@guest_63365)
Vor 10 Monate

Wo will man da anfangen mit Verboten oder wenigstens Hinweisen auf mögliche Traumata, auch ganz ohne Inhalte mit Blut, Gewalt, Hass? Das Empfinden von und die menschliche Fähigkeit zur Abgrenzung von Angst, Horror, Verzweiflung, Trauer ist völlig subjektiv, beim einen stärker ausgeprägt, beim anderen tendenziell, beim Dritten gar nicht vorhanden. Als Kind in den späten 1970er Jahren empfand ich die Verfilmung von Astrid Lindgrens „Die Brüder Löwenherz“, gezeigt als Mini-Serie im ZDF, sehr und nachhaltig verstörend.

Die von Lindgren in diesem Märchen, inspiriert durch ihre Entdeckung des Grabes zweier 1860 im Kindesalter verstorbener Brüder beim Besuch eines Friedhofs im schwedischen Vimmerby, erstmals in einem „Kinderbuch“ aufgegriffenen, beinahe schon epischen Thematiken Krankheit, Vergänglichkeit, Endlichkeit, Tod, Suizid, Verlust während Kindheit und Jugend der beiden Protagonisten Krümel und Jonathan. Der finstere Tyrann Tengil und seine teilnahmslose Grausamkeit. Der Kampf der beiden Ungeheuer Katia und Karm. Immer wieder unterlegt mit dem furchtbar traurigen, schwermütigen Soundtrack von Lasse Dahlberg. Das war – zumindest für mich damals – schon starker bis überfordernder Tobak. Mit dem man trotz Kindesalter allein klar kommen mußte, hatte man sich darauf eingelassen. Helikoptereltern gab es damals nicht, auch nicht die nette, verständnisvolle Therapeutentante, die einen anschließend aufklärend an die Hand nahm. Heutige Generationen würden den Film vermutlich gelangweilt abschalten, weil in den ersten drei Minuten noch nichts explodiert ist oder kein Kopf gerollt.

Der Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=wVeDbzmw–M

Das Thema von Lasse Dahlberg: https://www.youtube.com/watch?v=26JRPb-3EE0

Ein YouTube-Nutzer kommentierte, nachdem er den Titel erstmals gehört hatte, er fühle sich sich so ruhig und bereit zu sterben und brachte es damit auf den Punkt. Im Alter von nicht mal neun Jahren teilte ich genau dieses Gefühl damals beim Sehen der Verfilmung. Und das war wohl Astrid Lindgrens Absicht.

Nicht weitersagen: Da krieg ich heute noch Gänsehaut.

Letzte Bearbeitung Vor 10 Monate von Markus
Gruftfledermaus
Gruftfledermaus (@guest_63392)
Vor 10 Monate

Ich hab das Buch oder waren es zwei? Weiß gar nicht mehr , gelesen. Und ich fand es tottraurig und als ich dann sah das es ein Film davon gibt,siehe Netflix, hab ich ihn erstmals gesehen. Und ja er ist traurig und auch heftig aber auch genial gemacht. Und ja es stellt Mensch da wie Mensch ist und interessanterweise ist fast in jedem Disney Film wo es um Tiere geht, der Mensch das Böse das tötet.Aber für kleine Kinder ist es doch zu viel denn die verstehen es einfach noch nicht. Ab 12 denke ich begreifen Kinder es aber auch die werden geschockt sein denn es wird leider meist alles viel zu niedlich und freundlich dargestellt. Natur ist nicht immer niedlich, schon das Eichhörnchen auch Vogeljunge verspeisen und allesfresser sind ist kaum zu glauben.

Micha mueller
Micha mueller (@guest_63985)
Vor 7 Monate

Das buch genial, der filmverstörend ehrlich und realistisch. So ist eben mensch und natur. Durch unser religiös geprägtes heile welt bild, in dem der kreislauf des lebens immer mehr verdrängt wird (und das von einer der blutrünstigsten institutionen der menschheit – kirche/religion) verdrängen wir die wahrheit und natur. Gerade deswegen ist der film so genial und auch wunderschön. Und er gibt hoffnung. Ich wünschte es gäbe mehr bücher/filme dieser art.

Alex
Alex (@guest_64355)
Vor 4 Monate

Dieser Film hat mich so sehr beeindruckt, faszinierend aber auch gleichzeitig viele Jahre geprägt wie kein anderer. Bei den Roman liest man dieser und stellt somit seine eigene Bilder in Gedanken fest, aber wenn man doch denn Film selbst zu sehen bekommt, mit der melancholischer traurigen Stimmung und ganz besonders die Musik von der verstorbenen Komponistin Angela Morley, wird einem schnell klar dass hier alles andere ist als ein Kinderfilm ab 6 (PG). Heutzutage müsste man diesen Film neu bewerten müssen ab 16 zumindest was eine PG-13 gleich kommt. Wie dem auch sei, dieser Film und speziell die Musik bringen Mich stets zu Tränen bis an die Grenzen.

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