In der schwarzen Szene gibt es Nachrichten, die ziehen den Kajal in Tränen nach unten und die nachgezogene Augenbraue zeitgleich nach oben. Es sind selten die langweiligen. Und genau das ist passiert, als am 13. Mai 2026 bekannt wurde: Silke Bischoff haben bei Dependent Records unterschrieben. Die alten Platten kommen zurück – und drei Konzerte im September 2026 sind bereits terminiert.
Was jetzt wahrscheinlich folgt, kennt jeder, der schon einmal in einer Gothic-Kommentarspalte überwintert hat. Die einen werden Schwarzweißfotos der frühen 90er aus dem virtuellen Schuhkarton holen, „On the Other Side“ auf Endlosschleife stellen und etwas in die Tasten tippen, das verdächtig nach „Endlich!“ aussieht, wenn man durch verlaufenen Lidstrich blickt. Die anderen werden eine Zigarette anzünden, das Glas Rotwein etwas demonstrativer abstellen und mit der ruhigen Bestimmtheit derer, die schon zu viele Comebacks überlebt haben, sagen: „Silke Bischoff ist 2017 gestorben. Punkt.“ Dazwischen gibt es noch eine dritte Fraktion, die schweigend und vorsichtig optimistisch nickt – das sind in der Regel die, die schon den Vorverkauf abgehakt haben, sich aber nicht damit erwischen lassen wollen.
Ich gehöre, soviel sei vorweggenommen, in mehrere dieser Lager gleichzeitig. Das ist möglich, wenn die eigene Biografie tief genug in den Songs einer Band verwurzelt ist. Und genau darum lohnt sich ein zweiter, ruhigerer Blick auf diese Ankündigung – jenseits der ersten Reflexe.
Was genau wurde angekündigt
Die Fakten sind schnell erzählt: Das deutsche Label Dependent Records – 1998 von Stefan Herwig in Gelsenkirchen gegründet, seit 2018 Teil der SPKR-Mediengruppe und Heimat von Bands wie VNV Nation, Covenant, Mesh oder Suicide Commando – wird den Katalog von Silke Bischoff neu zugänglich machen. Konkrete Releasetermine, Formate oder Tracklisten sind bislang nicht bekannt. Was hingegen feststeht, sind drei Konzerte im September 2026 mit The Second Sight als Special Guest:
- 25. September 2026 – Bochum, Matrix
- 26. September 2026 – Leipzig, Täubchenthal
- 27. September 2026 – Berlin, Columbia Theater
Das Live-Line-up besteht aus Axel Kretschmann (Gesang, Keyboards, Gitarre), Markus Köster (Drums) und Andy Simanowitz (Piano, Keyboards, Backgroundgesang). Ob bei diesen Konzerten – wie beim Wave-Gotik-Treffen 2025 – wieder Gastsänger dazustoßen, ist offiziell nicht angekündigt.
Die Stimmen zur Ankündigung
Axel Kretschmann selbst rahmt den Schritt nicht als Comeback, sondern als Schuld. In der offiziellen Mitteilung heißt es:
„Nachdem unser Material der Öffentlichkeit so lange vorenthalten wurde, empfinde ich es als meine Pflicht, den Fans das zurückzugeben, was ihnen rechtmäßig zusteht – denn sie sind das Herzstück dieser Band. Wir lieben euch!“
Axel Kretschmann
Über die Wahl des Labels sagt er, Dependent biete „genau das Fachwissen und die Unterstützung, die wir brauchen“ und er sehe „derzeit keinen anderen Partner, der besser zu uns passen würde“. Labelchef Stefan Herwig wiederum ordnet die Band historisch ein und legt dabei eine Lobeshymne hin, die mehr ist als Marketing-Sprech:
„Als Silke Bischoff in den 1990er Jahren auf der Bildfläche erschienen, waren sie weit mehr als nur eine feste Größe auf den Tanzflächen der Dark-Music-Szene. Sie verkörperten ein Lebensgefühl, das sich einer bürgerlichen Vereinnahmung entzog. […] Silke Bischoff schufen ein ästhetisches Gegenuniversum, das definierte, was die Musik der ‚Schwarzen Szene‘ in den 1990ern tatsächlich bedeutete.“
Stefan Herwig, Dependent Records
Herwig beschreibt Melancholie, Tod, sexuell aufgeladene Bildsprache und Provokation als die „Koordinaten einer Existenz jenseits bürgerlicher Normen“. Wer in den 90ern dabei war, wird in diesen Sätzen sofort ein Stück eigene Biografie erkennen. Wer dabei war – und das ist der Punkt, an dem die Diskussion beginnt.
Lager eins: Endlich wieder zugänglich
Wer schon eine Weile beobachtet, was auf Streaming-Plattformen mit Silke Bischoff passiert, dem ist nicht entgangen, dass die alten Sachen nach und nach verschwunden sind. Ob das mit Absicht geschah, um den Weg für die Neuveröffentlichungen freizuräumen, ist Spekulation – wirken tut es jedenfalls wie ein orchestrierter Rückzug. Für eine ganze Generation, die mit „On the Other Side“, „Under Your Skin“, „Hold Me“ oder „Small and Tired“ in die Szene hineingewachsen ist, war das ein bisschen so, als ob jemand still und leise das Familienalbum aus dem Regal nimmt.
Die Aussicht, dass diese Alben in vernünftiger Qualität wieder verfügbar sind – idealerweise auf physischen Tonträgern mit dem Artwork, das Herwig völlig zurecht ein „Manifest“ nennt –, ist für viele schlicht eine gute Nachricht. Es geht um Zugänglichkeit, um Konservierung, und ja, auch um die Möglichkeit, dass jüngere Hörer überhaupt erst erfahren, dass es eine Zeit gab, in der deutscher Dark Wave nicht poppig poliert klang, sondern weh tat.
Dazu kommt: Dependent ist nicht irgendein Label. Wer im Underground groß geworden ist und seit fast drei Jahrzehnten konsistent dunkle Musik veröffentlicht, hat eine Reputation, die man nicht über Nacht aus dem Hut zaubert. In dieser Hand ist der Katalog ziemlich sicher besser aufgehoben als in den Tiefen vergangener Plattenverträge.
Lager zwei: Silke Bischoff ist 2017 gestorben
Felix Flaucher ist am 22. August 2017 nach langer Krankheit verstorben. Im Alter von 59 Jahren. Wer die Band geliebt hat, weiß: Seine Stimme war nicht eine Komponente von Silke Bischoff, sie war die Komponente, an der sich die Musik überhaupt erst zur Identität verdichtete. Ohne Flauchers Phrasierung wären „No Paradise“, „The Letter“ oder „I Don’t Love You Anymore“ andere Songs. Das ist keine Romantisierung, das ist Akustik.
Und es ist auch ein historischer Befund: Ich habe es damals selbst geschrieben – „On the Other Side“ brachte mich nach Jahren der Abstinenz zurück in die Szene. Nie hat eine andere Band mein Verständnis für Dark Wave mehr geprägt als diese. Nicht zuletzt wegen Flauchers Stimme. Wenn diese Stimme fehlt, fehlt etwas, das sich nicht ersetzen lässt – auch nicht durch noch so respektvolle Gastsänger.
Dazu kommt die alte Wunde: Kretschmann und Flaucher gingen 2002 nicht im Frieden auseinander. Es gab Streit um den Bandnamen, einen Rechtsstreit, eine Trennung. Flaucher führte das musikalische Erbe mit Frank Schwer als 18 Summers weiter, einer Band, deren Name an die 18 Sommer erinnerte, die Silke Bischoff – die echte – erleben durfte, bevor sie am 18. August 1988 im Gladbecker Geiseldrama ums Leben kam. Dass die beiden sich am Ende doch versöhnt haben und kurz vor Flauchers Tod sogar wieder gemeinsam musizierten, ist verbürgt. Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass Flaucher seine letzten 15 Jahre nicht als „Silke Bischoff“ verbracht hat.
Aus dieser Perspektive ist der Plattenvertrag bei Dependent eine zweischneidige Sache. Die Wiederveröffentlichung der Originalalben? Selbstverständliche Wohltat. Aber neue Musik unter dem Namen Silke Bischoff – und das steht bislang zwar nicht offiziell im Raum, ist aber bei jedem Comeback dieser Art die naheliegende nächste Frage – ist eine andere Diskussion. Eine, bei der das Wort „Vermächtnis“ schnell in „Verwertung“ kippen kann.
Was der WGT-Auftritt 2025 gezeigt hat
Es gibt eine Vorgeschichte, die in dieser Diskussion oft untergeht. Beim Wave-Gotik-Treffen 2025 hat Axel Kretschmann Silke Bischoff erstmals wieder auf die Bühne gebracht – mit Alexander Veljanov (Deine Lakaien) und Sven Friedrich (Dreadful Shadows, Zeraphine, Solar Fake) als Gastsängern, ergänzt um Ines Gorka. Das Konzert war von vornherein als Hommage an Felix Flaucher angelegt, mit großflächigen Videoprojektionen des verstorbenen Sängers im Hintergrund.
Damals ging dem Auftritt ein interessantes Argument voraus, das im WGT-Tagebuch von Maren nachzulesen ist: Die Konzertbesucher wurden mit dem Hinweis überzeugt, „dass dies wohl ein einmaliger Auftritt von Silke Bischoff sein werde, ohne eine dauerhafte Wiederbelebung des Projektes in neuer Besetzung“. Dieses Versprechen einer Einmaligkeit war für viele die Eintrittskarte, das Konzert überhaupt mit gutem Gewissen zu besuchen. Genau dieses Versprechen ist mit dem Plattenvertrag bei Dependent und den drei Konzerten im September faktisch eingezogen worden – ein Punkt, den man bei aller Vorfreude nicht unterschlagen sollte.
Die Eindrücke vom WGT-Auftritt selbst waren entsprechend differenziert. Ich habe damals beschrieben, wie Veljanovs Stimme für mein Empfinden nicht zu den Songs passte, wie Sven Friedrich mich überraschend überzeugt hat, weil er sich für die Songs zurückgenommen hat, und wie Kretschmann mit „Graveyard“ – einem Song, in dem er Flauchers Beerdigung verarbeitet – den eigentlichen emotionalen Anker des Abends gesetzt hat. Spätestens bei „Sometimes“ und dem unvermeidlichen „On the Other Side“ war es um mich geschehen, Schweißperlen und Tränen.
Die unangenehme Frage
Es ist gerade Mode, alte Legenden wiederzubeleben. Unheilig kommt zurück, X-mal Deutschland sind wieder da und Bands aus den 80ern füllen Hallen, die sie in den 90ern nicht ansatzweise gefüllt haben, und der Markt für Nostalgie war selten so robust. Dass in dieser Gemengelage auch ein wirtschaftliches Interesse mitspielt, ist keine Verschwörungstheorie, sondern Branchenlogik. Kretschmann mag das ehrlich meinen, wenn er von „Pflicht gegenüber den Fans“ spricht – wahrscheinlich tut er das sogar. Aber Pflichten lassen sich besser erfüllen, wenn sie auch tragen.
Die ehrliche Frage, die sich jeder selbst beantworten muss: Wo zieht man die Linie zwischen Bewahrung und Verwertung? Zwischen einer würdigen Hommage und einem Markenrecycling, das auf den emotionalen Vorrat der Fans zugreift? Für die Wiederveröffentlichungen ist die Antwort einfach. Für drei Konzerte mit Hommage-Charakter wahrscheinlich auch noch. Für alles, was darüber hinaus käme – etwa neue Musik unter dem alten Namen –, wird die Linie dünner.
Bislang ist von neuer Musik offiziell nicht die Rede. Der Deal mit Dependent ist ausdrücklich als Katalog-Reissue-Deal kommuniziert. Aber wer den Mechanismus solcher Wiederbelebungen kennt, weiß auch: Erst kommen die Reissues, dann die Konzerte, dann „etwas Neues“. Wenn dieser Pfad eingeschlagen wird, wird sich die Szene zurecht eine Diskussion gönnen. Bis dahin gilt: abwarten und zuhören.
Was bleibt
Es gibt einen Satz, den Herwig in seinem Statement etwas pathetisch, aber nicht falsch formuliert: Silke Bischoff hätten eine Ästhetik geschaffen, die nicht Beiwerk war, sondern Manifest. Wer das damals erlebt hat – als die Presse uns wegen der Mordfälle in Sondershausen und Witten in die Nähe von Sektenmitgliedern und potenziellen Mördern rückte, weil Silke-Bischoff-Tonträger eine Rolle in den Ermittlungen spielten –, weiß: Diese Band war nie nur Musik. Sie war auch Reizfläche. Genau das macht das Erbe heikel.
Die Wiederveröffentlichung des Katalogs ist gut. Sie ist überfällig. Sie verdient unsere Aufmerksamkeit und wahrscheinlich auch unser Geld – sofern Dependent die Reissues so umsetzt, wie man es von einem Label dieses Formats erwartet, mit Sorgfalt für Sound, Artwork und Kontext. Was darüber hinaus passiert, wird zeigen, ob aus dieser Wiederbelebung ein würdiges Kapitel wird – oder ein Anhang, der besser ungeschrieben geblieben wäre.
Bis dahin werde ich „On the Other Side“ noch ein paar Mal hören. Vielleicht mit Kajal. Vielleicht mit hochgezogener Augenbraue. Wahrscheinlich beides gleichzeitig.



Für mich hat alles seine Zeit und wenn diese vorbei ist, kann ich ein lieb gewonnenes Projekt auch gut und gerne in den wohlverdienten Ruhestand schicken.
Silke Bischoff werden für mich immer mit Felix Flaucher in Verbindung bleiben und starben bereits 2002 als Flaucher und Schwer unter dem Namen 18 Summers andere Wege einschlugen. Daran ändert auch die spätere Versöhnung mit Kretschmann nicht viel, denn das Projekt war de facto nicht mehr da.
Ich finde es völlig ok das die alten Werke oder bisher unveröffentlichte Stücke aus der Zeit von Silke Bischoff neu aufgelegt werden und kritisiere nicht einmal das Kretschmann vielleicht sogar richtig Bock dazu hat die alten Stücke noch einmal live zu performen. Aber muss zweites dann unbedingt unter dem Namen Silke Bischoff passieren? Warum nicht die zu einem Spalt geöffnete Tür zu etwas neuem durschreiten, ohne auf die Wurzeln zu spucken? Vorbildlich gelöst hatten das in meinen Augen Joy Division, die nach dem Tod von Ian Curtis unter New Order ihren Weg weitergingen. Und auch wenn Sumner und Hook später getrennte Wege gingen kam zum Glück! keiner von beiden auf die Idee sich wieder in Joy Division umzubenennen. Wenn Kretschmann also gern wieder live auftreten möchte (was ich ihm auch gönne) warum nicht dem Kind einfach einen neuen Namen geben und die Songs in Gedenken an Felix und dem Projekt Silke Bischoff bei künftigen Konzerten in Ehren halten, indem man sie klar als Songs von S.B. benennt ohne sich den Namen selbst zu Eigen zu machen? Wo schließt sich sowas aus? Und wenn der Wunsch weiter live zu performen gar nicht besteht, warum dann überhaupt noch weitere 3 Konzerte? Nur weil die Nostalgie kickt und damit „leicht“ verdientes Geld zu lecker schmeckt, als es unangetastet zu lassen? – Wenn ja, so macht es mir die Sache sogar direkt wieder unsympathisch. Als einmaliges Event war das letztes Jahr zum WGT für mich noch irgendwie vertretbar, da ich den Faktor „Gedenken an Felix“ nachvollziehen konnte. Für mehr als das, sowie den Eingangs erwähnten Neuauflagen alter Platten reicht es da aber definitiv nicht, ohne in meinen Augen an Glaubwürdigkeit einzubüßen.
Hm… ich mochte Silke Bischoff zu ihrer Zeit. Schon lange hab ich die Tonträger nicht mehr gehört. Was mich bei solchen Wiederbelebungsversuchen solcher Bands und Projekten immer beschleicht, ist wohl eher die Tatsache, nochmal bisschen Geld zu verdienen. Obwohl mir der Gedanke eher bei großen Bands kommt, wenn die Kasse leer ist, sich wieder zurück auf die Bildfläche zu begeben, um frisches Geld zu verdienen. Das will ich hier nicht unterstellen, aber die wahre Intention würde mich schon mal interessieren. Ich hätte mir ein neues Projekt vorstellen können, aber nicht unter dem alten Bandnamen.
Auf der anderen Seite sind solche „Wiedergänger“ qualitativ damals hochwertigerer Musik irgendwie auch erfrischend, bei dem heutigen Angebot massenhaft schlechter bis mittelmäßiger Musik, die kaum noch eine Gruftioma, respektive Opa, hinter dem Ofen hervor lockt. Mich wird es nicht großartig tangieren, da ich die Tonträger mein eigen nenne.
Warum aber Dependent? Ich denke nur an Kirlian Camera und Ordo Rosarius Equilibrio, die in einem Mittelmaß verschwanden, seit sie bei diesem Label unterschrieben hatten. Ganz zu schweigen vom ganz böööösen Johan van Roy aka Suicide Commando, dessen „Texte“ immer, naja, unterirdischer und pöser wurden und der Sound nur noch BummBumm ausmachte.
Aber gut. Wir werden sehen, was passiert. Auch Alex Kretschmann scheint sein Geschwätz von gestern nicht zu interessieren. Wie immer wieder auch andere Projekte, die aufhören wollten, ein letztes Konzert gaben und sich dann plötzlich nicht mehr daran erinnern wollten, was sie von sich gaben. Konsequent wäre dann zumindest, alles unter einem anderen/neuen Bandnamen zu machen. Aber bekannte Bandnamen haben wenigstens schon Vorschusslorbeeren und da geht meist alles viel leichter. ;)
Ich war nie ein „Fan“ von Silke Bischoff. Ein paar wenige Songs von ihnen mag ich zwar, aber sie liefen bei mir immer so im Mittelfeld auf der Beliebtheitsskala – was auch daran liegen mag, dass ich Felix‘ Gesangstil nicht so viel abgewinnen kann – ist mir irgendwie zu seicht. Jetzt bekomm ich bestimmt virtuelle Haue ;-)
Hab auch irgendwann mal ein Interview-Video mit Felix gesehen, wo er wenig sympatisch rüberkam.
Die Diskussion um den Auftritt beim WGT letztes Jahr hab ich dennoch interessiert mitverfolgt, weil ja da doch einige Emotionen hochkamen bei vielen Leuten. Und auch jetzt ist es ja so, dass die Ankündigung, weiter machen zu wollen, die Gemüter spaltet.
Ich würde eiinfach mal abwarten, was draus wird, und dann bewerten. Es gibt so viele Bands, die nach dem Tod oder Ausstieg des Sängers oder eines anderen wichtigen Gründungsmitglieds weitermachen oder weitergemacht haben. Es zeigt sich dann mit der Zeit schon, ob da noch echtes Herzblut drin steckt oder ob es nur Trittbrettfahrerei auf der eigenen Vergangenheit ist, um sich zu bereichern.
Nachtrag: vor ein paar Jahren gab es beim WGT einen Auftritt von In2thesound, verbliebenen Mitgliedern von The Sound , die sich mit dem Sänger von The Convent zusammen taten, um den (wie Ian Curtis) durch Suizid verstorbenen Sänger Adrian Borland würdig zu vertreten. Das geschah sehr sensibel, ehrführchtig und auch äußerst gelungen. Es gab nicht wenige im Publikum, die Tränen in den Augen hatten. Diese Band-Konstellation hat noch ein paar Konzerte gegeben und auch ein gutes Live-Album veröffentlicht, aber nie für sich in Anspruch genommen, ein neues Kapitel der Bandgeschichte aufzuschlagen.
https://www.youtube.com/watch?v=YQqYMgShU1A
Noch eine kleine Anmerkung zu In2theSound:
Adrian Borland (The Sound) und Carlo van Putten (The Convent) hatten Mitte der 1990er ein gemeinsames Bandprojekt: White Rose Transmission
Ja, und ich fand den Auftritt beim WGT 2019 auch absolut gelungen.
Schön, dass es die Alben wieder gibt. Ich hoffe sie werden nicht zu Tode remastered. Kommt ja leider nicht selten vor, dass beim Remastering Feinheiten verloren gehen. Ansonsten, warten wir mal ab…
Das Gefühl hatte ich, als London After Midnight anfing, die alten Sachen neu zu remastern. Irgendwie ging der alte Charm dadurch verloren.