„Ich glaube, Goth-Rock ist tot!“ Zwischen Nostalgie und Veränderungen

Ihr kennt das vielleicht: Man sieht ein Foto, riecht einen bestimmten Duft oder hört ein Lied. Plötzlich steht alles um einen herum still. Ein Wohlgefühl breitet sich aus, und von der Atmosphäre getragen entweicht ein leiser Seufzer. Was folgt, ist Wehmut – die Erkenntnis der Vergänglichkeit und dass manches nicht mehr zurückkommt. So ähnlich erging es mir kürzlich …

Home sweet home!

Wie immer stand ich in meinem Bad und machte mich für die Arbeit fertig. Während ich penibel die Eyelinerstriche setzte, lief im Hintergrund Musik. Eine neu erstandene CD! Ich hangelte mich von Inkubus Sukkubus über Love Like Blood, Rosetta Stone, Nosferatu hin zu Die Laughing. Alles Projekte und Lieder, die ich so liebe. Und während ich die Klänge auf mich wirken ließ, nahm mich ein Gefühl ein. Ich kann es nicht genau beschreiben. Aber es fühlte sich schön und nach Zuhause an. Es wärmte meine kleine schwarze Seele.

Mein Kopf begann zu arbeiten. Wie ein eifriger Archivar kramte er in den Regalen, zog eine Schublade nach der anderen auf und blies den Staub von alten Hüllen. Auf der Suche nach ähnlichen Projekten, nach Stücken, die dasselbe warme Gefühl auslösen würden. Doch je weiter er sich durch die Jahre vorarbeitete, desto leerer wurden die Fächer. Betrübt musste er feststellen: In der letzten Zeit kam einfach nichts mehr nach. Keine neue Hülle, die er hätte hervorziehen können, kein Name, der das kleine schwarze Herz höher schlagen ließ. Und so schlich sich ganz leise eine Frage in meine Gedanken: „Ist der Goth-Rock tot?!?“

Vergänglichkeit

Meine Baby-Bat-Zeit liegt Ende der 90er, Anfang 2000. Meine Einstiegsdroge war HIM. Ville Valo mit seiner kühlen Art, wie er über Liebe, Verlust und Vergänglichkeit sang, nahm mich ein. Gefolgt von Bands wie Nightwish, Umbra et Imago, Blutengel und L’Âme Immortelle. Ab und zu gab es einen Ausflug in den Power Metal oder ins Mittelalter. Ja…Jugendsünden hat jeder!

Erst eine ganze Zeit später entdeckte ich nach und nach die oben genannten Bands. Lediglich Candias traumhafte Stimme traf mich eher. Mit jeder weiteren neuen Entdeckung musste ich feststellen, dass die Bands nicht mehr existieren. Selbst um neuere Gruppen wie Solemn Novena wurde es schnell wieder still. Das nachfolgende Projekt Raven Adore hatte Potenzial! Der Rabe bekam aber leider keinen Aufwind.

Ist da ein Lichtblick?!

Groß war meine Freude, als ich erfuhr „Rosetta Stone veröffentlicht neue Musik“. Bei vielen Bands bekam man ja nicht mal mehr die alten CD’s zu kaufen! Mit großer Neugier hörte ich in die Stücke rein. „Das soll Rosetta Stone sein?!?“ war mein ungläubiger Gedanke. Immerhin klang „mein“ Rosetta Stone anders. Irgendwie kantiger und weniger glatt. Dass ich von der CD die Finger ließ, muss ich euch wohl nicht sagen.

Den nächsten Versuch startete ich mit Wires & Lights. Wie liebte ich die Stimme von Justin Stephens bei Passion Play! Völlig blind kaufte ich mir die CD. Nun, was soll ich sagen? Es war ein Griff ins Klo! Der Funke wollte einfach nicht überspringen. Mir fehlte das gewisse Etwas.

Rettung folgte mit Illusion Fades und Funhouse. Projekte, welche auch mehr Scheintot statt lebendig sind. Aber für meine Ohren war es etwas, was ich noch nicht kannte. Und das wichtigste, es war der Klang, der mein kleines Schwarzes Herz höher schlagen ließ!

Die Erkenntnis

Sicher, es kommt immer wieder neue Musik nach! Aber Goth Rock?!? Überall entdecke ich nur Synth, Wave und Post-Punk. Gute Musik, keine Frage – ich mag Twin Tribes! Aber es ist kein Goth Rock. Und The Last Decade, das Projekt von Nosferatu-Sänger Tim Vic?!? Live waren die toll! Aber Goth-Rock?! Er meint ja. Ich sage Nein. Maximal Dark Rock.

Mit jeder Minute, die mein Kopf weiter sinnierte, machte sich eine traurige Erkenntnis breit: „Mein“ Goth Rock ist tot. Ich hänge in meiner Nostalgie fest, während die Musik weiterzieht. Der Sound, den ich so liebe, ist untrennbar mit den 90ern und frühen 2000ern verbunden – und das wird nicht mehr zurückkommen. Und so zog ich vor meinem Spiegel die letzten Eyelinerstriche, während mich Die Laughing mit „Safe Little World“ in den Arbeitstag entließ.

Wie sieht es bei euch aus?!? Steckt ihr auch manchmal in solchen Phasen der Nostalgie fest? Gibt es Dinge, an denen ihr festhaltet, egal wie alt es schon ist? Oder wie ist euer Blick auf den Goth Rock? Kommt da heute noch vergleichbares nach? Wie nehmt ihr allgemein die Musiklandschaft wahr?! Lasst es die anderen und mich gerne wissen! 🙂

Kommentare

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Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Vor 1 Monat

Ganz so tot ist der gute alte Gothrock aber zum Glück nicht… auch wenn er ein Schattendasein führt im Vergleich zu den zahlreichen Coldwave und Postpunk-Veröffentlichungen der letzten Jahre.
Ich kann z.B. Black Angel (UK) empfehlen, The Rope, Date at Midnight, Angels of Liberty, The Flatfield, Hallowed Hearts, Plastique Noir, Soror Dolorosa, The Waning Moon, Your Life on Hold, None Shall Remain, Fearing, The Secret French Postcards (neuere Songs von ihnen)… Und The Wake (die Amis, nicht die Engländer) haben erst vor wenigen Jahren frisches Material veröffentlicht…

https://www.youtube.com/watch?v=Ik4uB_LF5lc

https://www.youtube.com/watch?v=az-6TLgm34M

https://www.youtube.com/watch?v=m33rkOI6Jh8

https://www.youtube.com/watch?v=Vq7DJteJuSc

https://www.youtube.com/watch?v=uSbVC-6UYCk

https://www.youtube.com/watch?v=akWOzwrIl_U

https://www.youtube.com/watch?v=QZbv_SQJ0AY

https://www.youtube.com/watch?v=zEkBpquN-OQ

https://www.youtube.com/watch?v=VbEF6kJSgWU

https://www.youtube.com/watch?v=Pk6jiUEquGc

https://www.youtube.com/watch?v=RLUarbxOukQ

https://www.youtube.com/watch?v=8Y2mBS6OHVk

https://www.youtube.com/watch?v=SPdN48uac48

https://www.youtube.com/watch?v=pUQ51rxi-ak

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Tanzfledermaus
Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Gerne! Von den von Dir genannten Bands kenn ich auch einige – Love Like Blood war eine meiner ersten Live-Bands, ich hab da noch das T-Shirt von (war 1992), Nosferatu lieb ich auch schon seit ihrem ersten Album, Passion Play waren auch klasse, Rosetta Stone und Inkubus Sukkubus mag ich eigentlich auch, aber die waren mir teils etwas zu gleichförmig im Sound… Aber tendenziell ist traditioneller Gothrock die Musikrichtung, die mich immer noch am meisten „packt“, auch nach so vielen Jahren, ach Jahrzehnten.

Eldin
Eldin (@guest_68307)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Monat

Liebe Tanzfledermaus,
normalerweise bin ich wirklich nicht der Neugierigste – aber bei dir muss ich diesmal eine Ausnahme machen! Deine Musikempfehlungen haben mich so sehr begeistert, dass ich einfach nicht widerstehen kann zu fragen: Woher kommen diese wunderbaren Entdeckungen eigentlich?

In welchen dunklen Gewölben und verborgenen Winkeln des Internets stöberst du, um so wunderbare Gothic-Schätze aufzuspüren? Gibt es bestimmte Seiten, Zeitschriften oder vielleicht geheime Quellen, die du besonders schätzt? Ich wäre wirklich dankbar, wenn du mich ein bisschen in dein düsteres Geheimnis einweihen würdest!

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Eldin
Vor 1 Monat

Oh, lieben Dank für die Blumen! Freut mich dass die Auswahl so gut gefällt!
Das sind zum einen Bands, die ich schon seit vielen Jahren bis Jahrzehnten kenne – damals durch Freunde oder Musiktausch mit Brieffreunden oder durch reinhören in Plattenläden entdeckt (oft nach Rezensionen in einschlägigen Musikzeitschriften während der 90er/2000er). Manches hab ich auch durch Club-Besuche kennengelernt, in Berlin dominiert zum Glück nicht auf allen Parties das Elektronische (obwohl ich nichts gegen elektronische Szenemusik hab!).
Die neueren Bands hab ich zum großen Teil durch’s WGT kennen gelernt, weil ich mir im Vorfeld immer alle Bands mal probeweise anhöre, um das für mich Interessante heraus zu picken. Aber auch wieder durch Club-Besuche oder Austausch mit Freunden. Manchmal auch hier über die Musik-Beiträge im Spontis-Blog.
Ganz wenig hab ich dann eher zufällig bei Youtube entdeckt, weil als Vorschlag angeführt.
Spotify oder ähnliches nutze ich überhaupt nicht.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Tanzfledermaus
Norma Normal
Norma Normal (@guest_68274)
Vor 1 Monat

Klar kommt da nochmal was. Alles kommt wieder. Im Moment haben andere Musikstile ihr Revival, wie es z.B. der Post Punk. Aber da ist der Peak auch schon überschritten, und ich denke in etwa 5 Jahren wird es ein richtiges Goth Rock Revival geben. Beim Grauzone im Februar habe ich Dear Omen entdeckt. Eine junge, noch sehr wenig bekannte Band die Musik in der Richtung Death Rock/ Goth Rock macht. Soweit ich das beurteilen kann, denn ich bin mehr so der Wave Typ. Hör mal rein, vielleicht gefällt es dir. 

Abgesehen von der Musik kenne ich das Nostalgie Gefühl allerdings zu gut. Sehr oft denke ich an unbeschwerte, jugendliche Zeiten, und ja, diese Zeiten werden in der Form nicht wieder kommen, aber dafür andere ziemlich coole Zeiten, ich bin mir sicher.

Und wenn ich mit meiner Prognose recht habe, fange ich vielleicht als Orakel an, oder in der Trendforschung?!? Wäre ganz witzig irgendwie, vor allem ersteres stelle ich mir als super Job vor! Und dann hab ich ne Ausrede um exzessiv Silber Schmuck zu tragen und schräg zu sein, gehört zum Berufsethos dazu…

hier noch ein Link zur erwähnten Band:
https://www.youtube.com/watch?v=-4z5EXsNaWs&list=OLAK5uy_nxoFNY6Sv7LH9RiFK-yx5gDYK-3yypo5s

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Norma Normal
Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Hast du das neue Corpus Delicti Album schon gehört? Die schaffen es eigentlich ganz gut, eine Brücke zwischen damals und heute zu schlagen.

Ich hab gerade einiges an aktueller Gothrock-Musik zusammengetragen – allerdings wird der Kommentar erst nach Genehmigung freigeschaltet, wegen der vielen Links darin…
Nur soviel: es besteht Grund zur Hoffnung, dass es auch weiterhin gute (neue und neue alte) Gothic Rock-Bands geben wird ;-)
Ein echtes Gothrock-Revival (ohne Metal-Anleihen) wäre allerdings auch cool.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Tanzfledermaus
Victor von Void
Victor von Void(@vivovo)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Monat

Ohja, Corpus Delicti waren über 20 Jahr inaktiv. Ich kannte (und liebte) nur ein Best-Of-Album von ihnen, bis sie dann im letzten Jahr plötzlich beim Minicave-Festival hier in Münster auf der Liste standen. Und nun haben sie auch gerade beim WGT gespielt.

Was mir aber schon immer wieder mal aufgefallen ist: Gothic-Rock und Post-Punk (zumindest die Gitarren-Variante) fanden bei den Parties, die ich in den letzten ca 15 Jahren so besucht habe, quasi gar nicht mehr statt, weder alte Sachen noch neue Bands. Wo soll da also auch der Nachwuchs herkommen?

Ich denke aber auch, dass der spezielle 90er-Jahre Goth-Rock-Sound vorbei ist und es mehr in eine moderne Richtung (wie. z.B. bei Twin Tribes oder auch Merciful Nuns) gehen wird. Was vielleicht auch gnaz gut ist, denn eine Szene, deren Musik sich nicht mehr entwickelt ist letztlich innerhalb kurzer Zeit tot.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Victor von Void
Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Victor von Void
Vor 1 Monat

Das ist ja schade, dass die Parties bei denen du warst das so ausklammern… in Berlin ist es zum Glück nicht so, da gibt es (noch) etliche Parties wo auch Gitarren-Sounds gespielt werden. Ob nun alte Helden wie The Chameleons oder New Model Army oder neuere Bands wie Traitrs oder Blacklist…

Graphiel
Graphiel(@graphiel)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Und natürlich ist eine Szene, die sich nicht weiterentwickelt tot. Aber meiner Meinung nach könnten sowohl die alt Version einer Musik als auch die neue koexistieren. Und ist es nicht auch so, dass gerade ein bestimmter Stil etwas ausmacht. Quasi bei der Musik, der Klang.

Das funktioniert grundsätzlich sogar sehr gut, kann aber auch leicht Gefahr laufen dass sich die Veranstalter dann gegenseitig im Weg stehen. Zumindest wenn sie versuchen alle den gleichen Pott zu bedienen.

Das erlebe ich aktuell auch hier in Bielefeld recht deutlich. 3 verschiedene Veranstalter kloppen sich regelmäßig darum ein möglichst gut durchmischtes Programm aus klassischen Stilen und neueren Strömungen auf die Beine zu stellen. Das funktioniert meist noch relativ gut, aber am Ende zanken sich alle 3 halt um den selben begrenzten Geldbeutelinhalt ihrer Besucher. Lediglich ein vierter (Das Unter Null Kollektiv) tanzt hier aus der Reihe und versucht sich darin ein – wie ich finde – eher spezialisiertes Programm mit vielen besonders undergroundigen Synth-Stücken anzubieten und diese lediglich mit einigen vereinzelten, aber beliebten Gassenhauern aufzufüllen. Nicht ohne Erfolg, wie ich unumwunden zugeben muss.

Graphiel
Graphiel(@graphiel)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Ich werde meinen Kommentar dann auch gern noch etwas mehr ausführen ;-)

Black Alice
Black Alice(@blackalice)
Vor 1 Monat

Ja da gebe ich Dir Recht. Ist heute schwer neuen Goth Rock zu finden. Auf die Schnelle fiele mir da „Ist Ist“ ein, die den Goth Rock in die moderne Zeit rüber gebracht haben und dann hört es schon wieder auf, weil anderes eher ins metallische geht. Ansonsten habe ich fast nur alte Goth Rock Bands im Kopf. Aber es wundert mich nicht, da man es einem mit Computer schon sehr einfach macht als Solo-Künstler Musik zu machen. Wozu sich da noch mit mehreren Musikern in einer Band herum schlagen? Aber vielleicht ändern sich die Zeiten wieder, irgend wann…

Aber ansonsten, in Nostalgie zu schwelgen ist doch etwas völlig normales. Nichts worüber man erschrocken oder es einem peinlich sein muss. In dieser schnelllebigen Zeit ist doch schon alles vor fünf Jahren schon Nostalgie.

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Black Alice
Vor 1 Monat

Ist Ist machen aber keinen Gothrock, sondern „modernen“ Postpunk, ähnlich wie Editors & Konsorten ;-)

Ja, Nostalgie ist nichts wofür man sich schämen muss, es gibt ein wohliges, vertrautes Gefühl. Je älter man wird, desto mehr Vergangenheit hat man angesammelt und die gehört nunmal zur eigenen Biografie und Persönlichkeit. Solange man nicht nur in der Vergangenheit „hängt“, ist es doch völlig in Ordnung.

Ich verbinde mit sehr vielen Bands bzw. einzelnen Songs bestimmte Lebensabschnitte oder Situationen, die ich erlebt habe, und immer wenn ich sie höre, kommen die Erinnerungen wieder hoch. Und in bestimmten Situationen hör ich am liebsten auch ganz bestimmte Musik.

Auch wenn innerhalb der Schwarzen Szene ein sehr weites Spektrum an Musik herrscht, quasi für jede Stimmungslage und jede Gelegenheit das Passende rausgepickt werden kann, so sind es doch immer wieder bestimmte Elemente, die hervorstechen.

Für mich sind es beim Gothrock diese wunderbaren, hallenden bis flirrenden Gitarren – wenn die einsetzen, krieg ich wohlige Gänsehaut.
Wie z.B. hier:
https://www.youtube.com/watch?v=FyF0mPvG9DE
https://www.youtube.com/watch?v=hbiYPvkwzHc
https://www.youtube.com/watch?v=pMIp_WzpWuI
https://www.youtube.com/watch?v=jzrPm0UByDo
https://www.youtube.com/watch?v=JgIfBVWL8dA

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Tanzfledermaus
Black Alice
Black Alice(@blackalice)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Monat

Ist Ist machen aber keinen Gothrock, sondern „modernen“ Postpunk, ähnlich wie Editors & Konsorten ;-)

Ja klar, aber für mich hören sich einige Titel an, wie ein Gothrock, das im 21. Jhd angekommen ist. So stelle ich mir modernen Gothrock vor. Ansonsten ist es Post Punk 3. Welle, wie es so schön heißt, was für unsereiner ja eher uninteressant ist. Aber heutige Bands lassen sich eh schwer einordnen und wechseln ihre Schwerpunkte gerne da und dort. Da plündert man gerne einzelne Titel da und dort, mangels Masse in der eigenen Szene.

War in der Anfangszeit irgend wie auch nicht anders. :-)

Blackangel
Blackangel (@guest_68323)
Antwort an  Black Alice
Vor 1 Monat

ja gothrock hat einen ganz bestimmten und einzigartigen düsteren touch bzw klang der mit nix zu vergleichen ist mit tiefe und melancholie, und nicht hart brutal und brachial, denn das macht das genre und die szene nicht aus.

Maren
Maren(@maren)
Vor 1 Monat

Hallo Graveyardqueen, hier wurden ja schon einige Links gepostet, die einem Gelegenheit gegeben haben, in richtig klassischen Goth-Rock zu hören, und nein, tot ist er wohl noch nicht, aber @Tanzfledermaus hat bemerkt, dass er ein Schattendasein führt. Das sieht man ja auch schon daran, wenn man beim Durchscrollen durchs WGT Line up mal schaut welchen Anteil die einzelnen Genres haben. Und da Goth- Rock nicht den Löwenanteil hat, denke ich, dass du mit deiner Wahrnehmung richtig liegst. Ich kann da Deine Wehmut gut nachempfinden. Ich sehe das aber nicht als ein Feststecken in Nostalgie. Du hast so schön beschrieben, wie dein kleines schwarzes Herz und deine schwarze Seele von Goth-Rock bewegt wird. Da ist es doch völlig egal, wie alt die Musik ist, wenn sie dein Herz trifft. Geht mir genauso und ich kann auch nichts dafür, dass zwei von den Künstlern, auf die mein schwarzes Herz am stärksten reagiert schon tot sind. Aber ich lege die Schallplatten auf und spüre: Das ist der ultimative Verstärker meiner Seele. Natürlich ist das Bewusstsein schmerzhaft, diese Band nie live zu hören. Aber Schmerz und Sehnsucht sind für mich dann auch wieder gruftige Gefühle. Wie du sagst gibt es in anderen Genres gute, ja sehr gute Musik, aber was letztendlich das schwarze Herz am meisten zum Schwingen bringt, kann man sich nicht aussuchen, das trifft einen einfach- meine Meinung. Und es setzt sich, wenn es darauf ankommt auch durch: Beispielsweise fand ich deinen Bericht vom Cosey Müller Konzert letztes Jahr toll und hätte diese Künstlerin auch gerne auf dem WGT gesehen. Aber bei der Kollision war klar, dass ich wieder im Täubchenthal lande.

Stefan Kubon
Stefan Kubon(@stefan)
Vor 1 Monat

Danke für den Artikel und die Empfehlungen,
auch die aus den Kommentaren.  
Manche der Musiktipps kenne ich noch nicht.

Die Suche nach überzeugenden neuen Gothic Rock-Werken
ist in der Tat eine mühsame Angelegenheit.
Aber es hilft ja nichts, der klassische Gothic Rock ist
eben mein Lieblingsmusikgenre.

Hier noch drei Veröffentlichungen der letzten 5 Jahre,
die mir gefallen:

Sweet Ermengarde: „Sacrifice“ (Album)
7 Rainbows in Exile: „Twilight Gymnastics“ (Album)
John Ven: „Shadowland“ (EP) 

Triton
Triton (@guest_68297)
Vor 1 Monat

Interessanter Artikel und interessantes Thema. Ich würde sagen, daß klassische Goth Rock-Elemente durchaus auch bei einigen neueren Stücken prägend sind, selbst wenn die Dominanz dieser Stilrichtung momentan nicht mehr da ist. Aber das kann sich ja jederzeit wieder ändern – genauso wie die Menge an aktuellem, originalgetreuem Dark Wave vielleicht auch nicht jeder vorhergesehen hat.
Über die letzten 40 Jahre hat sich doch ein riesiger Fundus an Stücken aufgebaut, aus dem man schöpfen kann – als die Szene damals noch recht neu war, konnte man von solcher Vielfalt nur träumen.
Und noch zwei Tipps: They Die und Undertheskin.

Black Alice
Black Alice(@blackalice)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Ja, es schwimmen viele mit einem Hype mit und alles hört sich dann gleich an. Auch in den 90ern hatte ich das Gefühl den immer gleichen Sänger zu hören, obwohl viele unterschiedliche Bands. Aber es war damals IN, dass sich ein Goth-Rock Sänger so anzuhören hatte. So sind die Hypes…

Triton
Triton (@guest_68300)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Es ist schon ziemlich unüberschaubar geworden, das stimmt. Ich kann mich noch an alte Zeiten erinnern in Plattenläden, wo stundenlanges Durchblättern von Vinylplatten oder CDs angesagt war inklusive mal reinhören, um Neues zu entdecken. Das war dann das andere Extrem. Echt mühsam…
Heute stöbere ich auf dem Sofa in Spotify, YouTube etc. und werde von der Masse fast erschlagen. Aber ich genieße das irgendwie. Es ist wie eine Art Schatzsuche, die doch oft belohnt wird (im Gegensatz zu früher). Minuit Machine z.B. habe ich so entdeckt. In meine Playlist packe ich nur die echten Perlen, um nicht die Übersicht zu verlieren. Da herrscht ein strenges Regime.
Aber auch auf die klassiche Art entdecke ich immer wieder was. Auf Empfehlung war ich bei einem Twin Tribes-Konzert, um dabei festzustellem, daß mir die Vorgruppe Soft Vein viel besser gefällt. Daß die jetzt wiederum gerade einen Stilbruch von Dark Wave zu Pop hingelegt haben bei ein, zwei Songs, sei’s drum – die Songs vorher waren dafür umso besser.

John Doe
John Doe(@arno-siess)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Zumindest gefühlt habe ich Jahre meines Lebens hauptsächlich bei WOM und Marions Schallplatten Boutique in Frankfurt zugebracht, um nach musikalischen Diamanten zu suchen.
Ich erinnere mich noch gut an meine Freude, wenn ich wieder etwas gefunden hatte.
Heute finde ich es wesentlich einfacher und komfortabler zu neuer Musik zu kommen. Aber zumindest an mir stelle ich fest, dass die Begeisterung dabei nicht mehr die Gleiche ist.

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  John Doe
Vor 1 Monat

Ja, WOM waren auch super zum Reinhören – oft bin ich da entweder nach Cover gegangen oder hab Zillo-Plattenrezensionen als Hilfestellung verwendet (die hab ich dann später ausgeschnitten und den Booklets der gekauften CDs beigelegt). Preislich waren WOM aber schon recht weit oben angesiedelt, gekauft und bestellt hab ich dann in kleineren Berliner Plattenläden oder beim Malibu-Versand. Letzterer war auch als ich noch auf Sylt gelebt habe unverzichtbar, um überhaupt an dunkle Musik ran zu kommen. Ansonsten gab es Kassetten-Tausch mit diversen Zillo-Brieffreundschaften aus dem ganzen Land.
Und natürlich waren Musik-Sessions bei und mit Freunden immens beliebt – man hat sich gegenseitig dabei die Neeuntdeckungen vorgespielt und auf Tape kopiert. Hatte also auch eine sehr soziale Komponente.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Tanzfledermaus
John Doe
John Doe(@arno-siess)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Monat

Definitiv, das Zillo war ein Stück weit schon eine Hilfe. Was mich daran aber immer etwas gestört hat, es waren für mich oft nicht „richtige“ Kritiken. Ich meine damit, das es selten war, auch mal eine negative Rezension zu lesen.

Triton
Triton (@guest_68343)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Monat

Genau das waren auch bei mir wichtige Quellen – Malibu, WOM, kleinere Plattenläden, Zillo… wobei es sich dann immer mehr in Richtung Musik-Versand verschoben hat. Die Kurzbeschreibungen bei Malibu waren treffsicher, kurzweilig geschrieben und total hilfreich. Heute kaufe ich CDs vor allem dann, wenn ich z.B. bei Spotify auf etwas Interessantes stoße.

Maren
Maren(@maren)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Das sehe ich genauso. Damit geht, denke ich, die Wertschätzung für die Künstler verloren. Musik wird zum Alltagskonsumgut. Natürlich sind Playlists manchmal hilfreich, z.B. für eine besondere Stimmung oder beim Autofahren. Aber ich finde, reale Tonträger tragen zu einem gezielteren Zuhören bei und gute Musiker haben das verdient.

Phoenix
Phoenix(@phoenix75)
Antwort an  Maren
Vor 1 Monat

Na, endlich ein paar Leute, die es ähnlich sehen, wie ich. Musik ist zu einem billigen Konsumprodukt verkommen. Streaming durch Spotify und Co. sei Dank. :(
Da ich Musik generell als eine Kunstrichtung begreife (Ausnahme sei billige Ballermann-Mucke die lediglich Besäufnisse befördert und im Niveau kurz unter der Grasnarbe angesiedelt ist) und man Kunst entweder versteht oder eben nicht, ist das mittlerweile eine extrem negative Abwärtsspirale. Ja, ach war das schön, als man damals noch in den vielen Plattenläden stöbern konnte. Es war zeitaufwändig, ja. Aber es hatte auch den angemessenen Stellenwert, wenn man Musik liebt. Es ist eben auch ein Hobby, welches immer etwas zeitaufwändiger ist. WOM (viel zu teuer damals), Virgin, City Music, Mediamarkt, ZentralOhrgan (Dresden) usw.. Alle haben aber was gemeinsam. Entweder gibt es sie nicht mehr oder das Angebot wurde massiv abgebaut. Schon alleine das empfand ich als ein schlechtes Zeichen, was die Wertschätzung der Künstler anging. Heute sind es nur noch Mailorder oder Stände auf Konzerten, die mein Herz begeistern.
Sorry, dass ich nix zum Goth Rock beitragen kann. ;) Ich höre nur wenig davon und das meiste hört sich für mich gleich an und ist mir zu „trocken“. Aber sei es drum. Für mich hat fast jede Musikrichtung seine Daseinsberechtigung.

Black Alice
Black Alice(@blackalice)
Antwort an  John Doe
Vor 1 Monat

Ja, da hast Du recht. Die Begeisterung flacht mit der Zeit ab. Wir verändern uns nun mal mit der Zeit. Bei mir kommt es immer in Wellen. Nach einer Flaute begeistere ich mich immer mehr für neues, dann bin ich übersättigt und es flacht ab, bis ich wieder neues brauche. :-)

Graphiel
Graphiel(@graphiel)
Vor 1 Monat

Jetzt nochmal zum eigentlichen Thema:

Sicherlich packt mich auch ab und zu die Nostalgie und ich denke an die alten Zeiten zurück, oder höre nochmal in alte Metal- und Darkrock-Scheiben rein. (Stichwort „Jugendsünden“)

Letzten Endes suche ich aber eine bestimmte Grundstimmung und die habe ich noch nie in nur einer einzigen Spielart wie dem Goth-Rock gefunden. So kann mich nebst der Goth-Rock Scheibe genauso sehr eine Post-Punk, Death-Rock, Minimal- Cold- oder sonstwas-Wave Scheibe packen. Am Ende haben sich bei mir höchstens gewisse 80er Vibes etablieren können, denen ich besonders zugeneigt bin. Will heißen: Gern unsauber, kantig und experimentell oder auch mal dadaistischer Natur.

Dass der Goth-Rock „nur“ noch ein Teil des Ganzen ist halte ich übrigens nicht zwingend für einen Verlust. Im Grunde stehen wir mit dem erfolgreichen Wieder-Einzug diverser Wave-Spielarten den experimentellen 80ern erneut erheblich näher als es den Großteil meiner eigenen Szenezugehörigkeit der Fall war. Was ich übrigens sehr begrüße. Und am Aussterben ist der Goth-Rock deswegen ja auch nicht, wie die Liste von Tanzfledermaus mehr als deutlich zeigt. Da ist nix tot, es hat nur gerade nicht den Stellenwert, den es mal gehabt hat. Aber so wie es die Zeit will, so dreht sich das Rad weiter. Wo wir jetzt gerade aufgrund äußerer, gesellschaftlicher Umstände in einer Art 80er-Revival stecken mögen, mag in Zukunft und in ruhigeren Zeiten vielleicht auch mal wieder eine Zeit kommen, in der die Klänge der vergleichsweise friedlichen 90er Szenejahre mehr Gehör finden.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Graphiel
Graphiel
Graphiel(@graphiel)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Tut mir leid, aber den Eindruck kann ich aktuell beim besten Willen nicht teilen. Ich entdecke immer noch recht viel neues (oder altes, was bislang an mir vorbei ging), auch wenn mir davon sicherlich nicht alles gefällt. Nur die verschiedenen Spielarten, die sich aktuell im Spektrum der schwarzen Szene befinden auf Wave und Post-Punk zu reduzieren finde ich selbst unter Berücksichtigung, dass man weder Düster-Pop, noch (Mittelalter-)Metal, oder gar Aggrotech hören will etwas arg unfair.

Wenn man nun Stile wie Neue Neue Deutsche Welle, Minimal, EBM oder Synth-Punk in einen Sack stopft und sie als „alles gleich“ abtut, macht man es sich da meiner Meinung nach etwas zu einfach. Das wäre dann in etwa das Gleiche wie den von dir vermissten Goth-Rock als „Post-Punk mit etwas mehr Edgar Allan Poe“ – so wie ihn mal ein uns beiden bekannter Gruftie durchaus treffend beschrieb – abzutun und ihn damit unbeachtet im Post-Punk Säckchen verschwinden zu lassen. Weil machen ja eh fast alle das Gleiche.

Ein Problem ist in meinen Augen aber auch, dass sich die Szene manchmal selbst etwas im Weg steht und Versuche gänzlich neue Richtungen einzuschlagen gern mit Empörung quittiert, oder direkt in Weltuntergangsszenarien verfällt. Spulen wir doch mal für Spaß die Zeit zu den frühen 2000ern zurück, als einige Bands die ausgetretenen Pfade verließen und beispielsweise mit Metal-Klängen experimentierten, aus denen sich über Umwege und durch jüngere Musik-Projekte der heutige Dark-Rock entwickelte. Da war das Geschrei bei vielen auch groß. Das ist jetzt kein Vorwurf an dich, aber manchmal habe ich den Eindruck dass Teile der Szene selbst nicht wissen was sie wollen. Es soll neue und einzigartige Musik erscheinen, die aber bitte auch gleichermaßen vertraut klingt und sich auch nicht so weit weg von den eingeschlagenen Pfaden bewegen soll. Also am besten die eierlegende Wollmilchsau.

Black Alice
Black Alice(@blackalice)
Antwort an  Graphiel
Vor 1 Monat

Wenn sich etwas nach bekannten Bands anhört, ist es keine Weiterentwicklung. Das kann die KI auch ganz gut. Der Post-Punk ist vorbei und wird es nicht mehr geben. Alles was heute als Post-Punk bezeichnet wird, sind nur Bruchstücke des Originals, die immer gleichen Bruchstücke, weil es darf sich ja nichts verändern. Man muss alles wiedererkennen. Das ist kein Post-Punk, denn Post-Punk zeichnete sich durch Innovation aus und Veränderung, bis er sich überlebte und unter ging, da sich daraus so viele andere Genres entwickelt haben, dass es den Post-Punk nicht mehr bedurfte. Man merkt der Szene an, dass es einfach zu wenige Novizen gibt, die die Szene verändern und weiter bringen, weiterentwickeln, auch entgegen der alteingesessenen Grany-Bats.
Ja, ich bin eben nicht die angepasste und ruhig melancholische Grany-Bat. Etwas rebellisches aus meiner Jugend habe ich mir noch bewahrt, der Hunger nach neuem, dem unbekannten Dunkeln. Von daher gefällt mir wenn einerseits  graveyardqueen neues ausgräbt. Aber leider ist es andererseits unter dem Strich doch immer das altbewährte. Es schmeichelt die Seele, die Nostalgie, aber es fehlt doch der Schritt ins Unbekannte, der Innovation.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Black Alice
Norma Normal
Norma Normal (@guest_68326)
Antwort an  Black Alice
Vor 1 Monat

Hast du dich eventuell vertan? Ich kann keinen Zusammenhang zwischen dem was du schreibst und dem Kommentar von  Graphiel erkennen?!?

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Black Alice
Vor 1 Monat

Ganz ehrlich, was soll denn noch großartig neues an Musik kommen? Es ist doch schon so ziemlich alles ausprobiert worden und per computer sind unendlich viele Töne möglich. Aber nicht alles was möglich ist, klingt auch harmonisch bzw gefällig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass nochmal was bahnbrechend neues erschaffen wird an dunkler Musik, an Musik allgemein…

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Tanzfledermaus
Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Es wird halt immer schwieriger, individuell zu klingen, weil eben nahezu alles schon mal so da war. Vor allem bei klassischer Instrumentierung – Gitarre/Bass/Schlagzeug/evtl. Keyboards sind die Möglichkeiten da doch begrenzt, was völlig neu zu kombinieren, ohne dass es zu schräg und „höruntauglich“ wird.

Bei reiner Computer-/Synthiemusik kann man mehr Klänge erzeugen, auch ungewöhnliche, und diese kombinieren – aber letztlich scheitert es womöglich an der Hörbarkeit, wenn es zu experimentell wird. Es gibt nunmal bestimmte Harmonieren, die uns gefällig sind, Disharmonien mag nicht jeder und nicht in jeder Form.

Und manche Bands scheinen auf den ersten Blick innovatiov zu sein – in bestimmten Kreisen – aber letztlich stellt sich dann doch heraus, dass sie nur etwas wiederholen, ggf. noch neu kombinieren, was schonmal da war. Nicht immer bewusst, da kein Mensch sämtliche musikalische Outputs auf dieser Welt kennen kann, aber die Gefahr, unbewusst zu kopieren, ist doch gegeben.

Ein interessantes Beispiel sind für mich Lea Porcelain mit ihrem Debütalbum Hyms to the Night. Das hat eindeutlige Joy Division-Anleihen, aber darauf angesprochen, erklärte die Band in Interviews, selbst bis dato noch nie etwas von Joy Division gehört zu haben. Ob das stimmt, ist natürlich dahingestellt, aber wenn es stimmen sollte, zeigt es, wie schwierig Individualität sein kann. Irgendwer wird Vergleiche ziehen, weil wir es einfach gewohnt sind, zu vergleichen, um etwas einordnen und beschreiben zu können.

https://www.youtube.com/watch?v=zLVf8qp17y4
https://www.youtube.com/watch?v=21rICVxMpRo

Ehrlich gesagt hör ich mir aber lieber gut gemachte, vertraut klingende Musik an als darüber zu lamentieren, dass nicht Neues mehr kommt. Zumal sich die Frage stellt, ob mir das Neue dann auch überhaupt gefallen würde… Auch wenn es viele Bands gibt, die Elemente aus den 80ern aufgreifen – es ist für mich das musikalisch interessanteste Jahrzehnt, in dem ich aufwuchs. Dafür weiterhin ein Faible zu haben, muss einen nicht mit Scham erfüllen oder nachdenklich machen.
Früher haben Musikrichtungen Jahrzehnte oder noch länger vorgeherrscht. Es ist genau wie mit der Kleidungsmode, die früher auch sehr lange angedauert hat – bis es Trend wurde, ständig neue Trends zu setzen und zu fordern (die dabei oftmals auch nur Aufgüsse von Altbewährtem sind).

Was ich damit sagen will, man kann das doch viel entspannter sehen, anstatt schnell gelangweilt zu reagieren, nur weil etwas schon eine Weile existiert und fortgeführt wird. Das würde ja auch schließlich nicht passieren, wenn es niemanden (mehr) gäbe, der sich (noch) dafür interessiert… Ich genieße jedenfalls jedes Stück Musik, dass auf meiner inneren Wellenlänge klingt. Egal, aus welchem Jahr es stammt.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Tanzfledermaus
Black Alice
Black Alice(@blackalice)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Monat

Da muss ich Dir widersprechen. Das was es heute gibt ist schon 40 Jahre alt, mindestens. Damals ™ gab es alle 10 Jahre was neues. Post-Punk dauerte auch gerade mal 10 Jahre, dann war es aus (bis auf solche, die einen kleinen Ausschnitt de Post-Punk immer und immer wieder rezipieren). Alle Genres von heute, inklusive das was unsereiner so konsumiert, entstand in den 80ern. Selbst Techno, damals noch Acid House, entstand in den 80ern. Die 80er sind die Grundlage von dem was wir heute, also 40 Jahre lang, konsumieren. Man dachte schon immer, dass es nichts neues mehr gäbe und trotzdem hat Mensch immer wieder neues kreiert. Nur die letzten 40 Jahre kam nichts wirklich neues hinzu, nur Abwandlungen von dem was es schon gab.

Ja, für die, die mit bestimmten Genres sozialisiert wurden, für die ist neue Musik oft uninteressant. Die meisten Menschen halten an dem fest was sie kennen. Da bin ich eben etwas anders als andere Menschen. Ich halte auch an vielem alten fest, aber für mich ist das zu wenig. Vielleicht ist das ein Teil meiner 70/80er Sozialisation, nämlich das immer neue und Unbekannte, was es damals gab. Ich habe mich wohl damals daran gewöhnt ständig was neues zu erfahren. Selbst Dissonanzen hat man im Post-Punk geschafft hörbar zu machen. Auch Dissonanzen sind kein Kriterium für schlechte Musik. Ich glaube an die Kreativität des Menschen. Diese braucht aber Initialzündungen um zu zünden und sich zu entfalten. Anscheinend fehlten diese die letzten Jahrzehnte, weil es uns vielleicht zu gut ging und wir es zu gemütlich gemacht haben. Das ist der Feind aller Kreativität.

Ich sehe in  graveyardqueen das verlangen nach neuem und in diesem findet sie auch Perlen, scheitert aber daran, dass man zwar Perlen des derzeitigen und alten Sachen findet, aber nichts wirklich neues, weil wir uns die letzten Jahrzehnte nur im Kreis gedreht haben.

Wir sind nun mal verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und finden doch in der gleichen Szene ein gemeinsames Dach.

Black Alice
Black Alice(@blackalice)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Post-Punk 3 gibt es schon, seit gut 10 Jahren. Ist aber nicht unbedingt unsere Baustelle. Wie wäre es wenn wir es Post-Goth nennen? :-)

Graphiel
Graphiel(@graphiel)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Du wirst lachen, aber… ich kenne bis heute eine ganze Reihe von Leuten, die das damals nicht gestört hat und auch heute nicht die Bohne interessiert. Teils sogar Leute, die schon in den 80ern dabei gewesen sind und während der 2000er sogar mit Sachen wie ASP eine völlig neue Leidenschaft für sich entdeckten. Nur gab es auf der anderen Seite eben auch die Leute, die sich da gar nicht mehr von abgeholt fühlten und deshalb die Szene (vorübergehend) hinter sich ließen. Wieder andere sahen einen regelrechten Verrat ihrer alten Lieblinge, oder den völligen Ausverkauf der Szene gekommen. Zumindest bis die Knicklichter kamen und man sich mit den Gothic-Metallern frei nach dem Motto „Der Feind meines Feindes kann mein Freund werden“ verbündeten.

Was die Festivals betrifft: Nehme ich jetzt die üblichen 2 Verdächtigen wie Mera Luna, oder Amphi, dann täuscht der Eindruck nicht. Da mag der Dreh und Angelpunkt in den für uns interessanten Reihen derzeit Post-Punk und Wave sein. Was aber nicht heißen muss, dass das die nächsten 20 Jahre so bleiben muss. Das hat sich früher schon mal geändert und wird sich auch künftig wieder ändern. Lediglich bei den absoluten Headlinern dieser beiden Festivals habe ich gelegentlich den Eindruck man müsse sie eines Tages mit Füßen voran von der Bühne tragen um „da oben“ mal Platz zu machen. Aber wenn mich diese nicht (mehr) ansprechen, dann stehen mir inzwischen doch immer noch eine ganze reihe anderer Festivals zur Verfügung die nicht nur aus den von dir aufgeführten Bands bestehen. Wie wäre es zum Beispiel mal mit dem Grauzone Festival? Unter Null, Minicave, Prague Gothic Treffen, Return to the Batcave, Gothic Pogo… ja selbst dem WGT kann man ja nicht vorwerfen dass sein Programm so gleichbleibend ist, dass man dann doch jedes Jahr notgedrungen zu She Past Away, und Lebanon Hannover gehen muss, weil es nix anderes mehr gibt.

Aber generell betrachtet will ich einfach keine Musik-Klone. Und davon gibt es aber viele. Und das ist mein Problem.

Naja, das beinhaltet gleich mehrere Probleme: Zum einen ist ein „Musik-Klon“ etwas, das immer im Auge des Betrachters liegt. Nicht für jeden sticht eine Band genauso heraus wie für dich. Ich könnte dir jetzt zum Beispiel auch Leute vorstellen, für die Darkways auch nur eine 0815-Band unter vielen anderen ist. Es gibt halt nicht DAS objektive Merkmal, nach dem man beurteilen kann, ob eine Band etwas Besonderes ist oder nicht. Das ist für jeden Menschen anders.

Außer eben eine Band betritt gänzlich neue Pfade, aber da wären wir dann halt bei Problem Nr. 2: Wenn Bands bestimmte Musikrichtung bespielen sollen, dann haben sie leider keine endlosen Möglichkeiten welche Instrumente genutzt werden und wie sie diese in ihre Songs einbauen. Will man sich aus diesen Schubladen nicht heraus begeben, so wird man früher oder später also zähneknirschend hinnehmen müssen, dass vieles irgendwie ähnlich klingt. Das Beste was man dagegen tun kann ist dann halt Genres nur als ganz grobe Orientierung zu nutzen und die Augen und Ohren auch mal abseits der gewohnten Pfade aufzusperren.

Graphiel
Graphiel(@graphiel)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Na dann schauen wir uns das doch mal kurz im Detail an:

Das WGT wird von der „Treffen & Festspielgesellschaft für Mitteldeutschland mbH“ aus Chemnitz veranstaltet. Geschäftsführer laut Impressum: Thomas Görnert, Sven Borges und Mike Schorler. Das Cold Hearted von der „IN MOVE
KONZERT- UND KULTURPRODUKTIONEN GMBH“, Inhaber… huch?! Sven Borges u. Mike Schorler. Eidadaus… wie klein die Welt doch ist. Soll ich dir noch spoilern wer hinter dem Dark Storm Festival steckt oder hast du es selbst schon erraten?

Das meine ich doch damit auch mal nach links und rechts der üblichen Pfade zu schauen. Wenn man immer nur bei einrm Anbieter bzw. Veranstalter schaut, so ist es kein großes Wunder dass sich das Angebot ständig widerholt. Das ist in etwa so als wenn du nach Saturn gehst und dich fragst wieso sie die gleiche Palette wie Media Markt fahren. Das sind halt ganz normale Marktmechanismen, die man nicht schön finden muss, die aber üblich sind, wenn man es mit dem dicksten Fisch im Teich zu tun hat. Wozu ein funktionierendes Rezept verändern, wenn dir der Erfolg (oder das Oligopol) doch recht gibt?

Graphiel
Graphiel(@graphiel)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Das sei dir ja auch völlig unbenommen! Es ist ja absolut verständlich, dass man erst einmal schaut, was in der eigenen Region machbar ist.

Nur zeigt das eben auch, dass das Problem oftmals nicht an einer mangelnden Kreativität der Bands oder einem „Einheitsbrei“ der Szene insgesamt liegt. Das Problem ist eher die Monokultur der führenden regionalen Veranstalter und deren Buchungspolitik. Dahinter muss noch nicht einmal zwingend böse Absicht stecken. Zumindest für Deutschland lässt sich sagen, dass die Reallöhne seit etwa 2019 stagnieren und somit die Kaufkraft potenzieller Besucher gesunken ist. Da ist es dann nicht sonderlich verwunderlich, dass die Veranstalter lieber auf Nummer sicher gehen und Bands buchen, die erfahrungsgemäß ziehen und entsprechend weniger Raum für Experimente einräumen. Doch wenn man die Augen und Ohren abseits dieser großen Player aufsperrt, pulsiert die Szene nach wie vor in allen erdenklichen, bunten und unsauberen Facetten. Man muss halt manchmal nur (leider) ein kleines Stückchen weiter dafür reisen.

Black Alice
Black Alice(@blackalice)
Antwort an  Graphiel
Vor 1 Monat

Da sprichst Du ein Problem an, das die gesamte Musikbranche betrifft. Wobei die Bands in unserer Szene meist nicht die großen Mega-Stars sind. Wir hatten bei uns Traitrs und She Past Away im Doppelpack und wir sind eine Venue die aufs Geld schauen muss. Aber wenn auf Festivals immer die gleichen Headliner da stehen, können die anderen Bands nicht aufsteigen und bekannter werden. Darum geht auf Festivals zu den Nebenbühnen. Dort findet man erstaunlich gute Bands. Und geht zu kleinen Konzertanbietern, dort findet man alles abseits der großen bekannten Namen. Dort kann man neues kennen lernen und für sich entdecken.

Graphiel
Graphiel(@graphiel)
Antwort an  Black Alice
Vor 1 Monat

Und geht zu kleinen Konzertanbietern, dort findet man alles abseits der großen bekannten Namen. Dort kann man neues kennen lernen und für sich entdecken.

Da ich mich da nicht so auskenne….

Gehe ich recht in der Annahme, dass Veranstalter (zumindest die Großen) relativ gut darüber informiert sind wie viele Besucher sich zu Konzert XY auf Nebenbühne YX eingefunden haben? Ich kann mir da gerade nur schwer vorstellen, dass solche Zahlen nirgends erhoben, oder wenigstens abgeschätzt werden. Wenn ich mit meiner Spekulation richtig liege, so müsste ich als Besucher damit dann doch zumindest auch einen gewissen Beitrag leisten können, damit die Aufmerksamkeit auch auf Newcomer und Nischenprojekte fällt. Ein Nischenprojekt das entsprechende Besucherzahlen abliefert, wird auf diese Weise doch sicherlich eine bessere Chance erhalten vom Veranstalter einen der wenigen Nebenplätze von Festival B und C zu ergattern, wenn man schon nicht verhindern kann dass dieser für seine Nebenprojekte aus Sicherheitsgründen lieber die funktionierenden Pferde bucht, als unnötige Experimente einzugehen und Verluste einzufahren, die sich am Ende schlechter ausgleichen lassen.

Das wäre dann halt noch eine weitere Alternative zum Boykott führender Veranstalter, wenn man aus Gründen für undergroundigere Events keine größeren Strecken zurück legen kann oder will.

Graphiel
Graphiel(@graphiel)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Ging mir dabei jetzt auch nicht um irgend einen Großteil der Szene, sondern darum was man selbst machen kann. Auf die Masse hat man da als Einzlperson eh nur wenig Einfluss 😉

Black Alice
Black Alice(@blackalice)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Wobei unsere Masse doch relativ klein ist.

Black Alice
Black Alice(@blackalice)
Antwort an  Graphiel
Vor 1 Monat

Die gucken durchaus wie viele sich da wo tummeln, allein schon um Sicherheitsregeln einzuhalten. Vor allem sind es die Agenturen die sich anschauen wie ihre Schützlinge ankommen um Preise festzulegen und sie dann da oder eher dort anzubieten. Aber wir sind alle nur Menschen, egal in welcher Szene. Die Diskussion gibt es durchaus auch in anderen Szenen. Aber überall reizen die big Headliner trotzdem mehr als die anderen Bands und die meisten tummeln sich doch vor der Hauptbühne und den immer gleichen Haupt Acts. Und diese sind es, die bekannt sind und die Leute ziehen. Da können wir paar Spontis noch so auf Boykot machen. Es ist eher so ein Tip für die Feinschmecker, sich die kleinen Bühnen anzusehen. Der Durchschnitt guckt sich dann eben die große Bühne an. Man muss ja nicht immer mit der Herde mitlaufen. Aber wer auf neues steht, auf das Unerwartete und Besondere, der wird mit den kleinen Bühnen glücklicher. Man ist da auch näher dran, ist intimer mit den Bands.

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Hmm… eine Zeitlang gab es durchaus sehr viel ähnlich klingende neue Postpunk-Bands. Aber wenn man tiefer gräbt, kommen sogar in dieser Sparte Bands hervor, die sich abheben. Zum Beispiel Data Fragments aus Griechenland. Klingen bisweilen etwas nach Sad Lovers & Giants oder Modern English, und deren Stil hat nicht so viele „Klone“ innerhalb der Szene wie andere bekannte Bands.

https://www.youtube.com/watch?v=EP72-0ovbr4

ein Seitenprojekt von ihnen ist Doric, was wiederum völlig anders klingt (Minimal Elektro)
https://www.youtube.com/watch?v=c2OziQPKxPI
https://www.youtube.com/watch?v=KU90aK_hjFc

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Tanzfledermaus
Robert
Robert(@robert-forst)
Vor 1 Monat

Lange habe ich mich gar nicht getraut zu schreiben, denn Goth-Rock und ich wurden nie richtig warm – weder „damals“ noch heute. Ich bin mit Depeche Mode in die Szene gerutscht und bin dem Dark Wave immer treu geblieben. Allerdings zolle ich meinen Respekt an den Gothic-Rock, der ja rein historisch wohl einer der erste musikalischen Genre war, der damals den Schirm der schwarzen Szene aufgespannt hat. Ich kann also nicht mit Empfehlungen aufwarten.

Allerdings – und das ist der Grund, warum ich schreibe – möchte ich nicht müde werden zu betonen, wie bereichernd ich solche Artikel finde, die außerhalb meines Horizonts liegen :-)

Zum Thema zurück: Ich glaube auch nicht, dass „Goth-Rock“ tot ist, sondern vielmehr ein wenig im Schatten immer neuer Musikrichtungen und Stilen steht, die sich in der Szene breit machen.

Triton
Triton (@guest_68369)
Antwort an  Robert
Vor 1 Monat

So ist das bei einem leckeren Süppchen – manche Zutaten schmecken einem besser als andere, aber zusammen ergeben sie ein tolles Geschmackserlebnis!

Gothic, Dark Wave, Post Punk, jeder hat da seinen Favoriten. Ich finde, alle diese Stile bilden doch irgendwie eine Gesamtheit, und ich wollte an einem Abend nicht nur eine Stilrichtung hören.

Das mit der Nostalgie ist gut nachzuvollziehen. Das waren noch Zeiten, als es endlose Diskussionen gab, ob nun The Sisters of Mercy, The Mission oder Fields of the Nephilim die Gothic-Könige sind. Aus heutiger Sicht Luxus-Sorgen! ;-)

Black Alice
Black Alice(@blackalice)
Antwort an  Triton
Vor 1 Monat

Die Sisters natürlich… :o)

Triton
Triton (@guest_68384)
Antwort an  Black Alice
Vor 1 Monat

Hat man etwa gemerkt, warum ich sie als Erstes genannt hatte? :o)

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Triton
Vor 1 Monat

die waren ja auch als erste da von den drei genannten ;-)

Triton
Triton (@guest_68386)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Monat

Das kommt noch dazu… Wobei ein Teil von The Mission ja mal ein Teil von Sisters war… Wayne Hussey! ;-)

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Triton
Vor 1 Monat

Das ist mir bekannt, aber The Mission entstanden doch erst nach dem Bruch von ihm und Andrew Eldritch.

Triton
Triton (@guest_68388)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Monat

Ganz genau. Und soweit ich mich erinnere, sollten einige Songs des ersten Mission-Albums eigentlich ursprünglich als Sisters-Titel rauskommen. Diese Songs würde ich ja zu gerne mal mit Andrew Eldritch’s Stimme hören.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Triton
Stefan Kubon
Stefan Kubon(@stefan)
Antwort an  Triton
Vor 1 Monat

Mich würde interessieren, welcher dieser „Gothic-Könige“
gedenkt, noch ein neues Studioalbum zu veröffentlichen.
Ich glaube, mich daran erinnern zu können, dass Wayne
Hussey vor nicht allzu langer Zeit angekündigt hat, dass es
zum 40-jährigen Bandjubiläum ein neues The Mission-Album
geben soll. Na ja, ich denke, dieses Jahr wird das nichts mehr.
Aber vielleicht nächstes Jahr – zum 41-jährigen Bandjubiläum.
Man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben.

Phoenix
Phoenix(@phoenix75)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Da bin ich voll und ganz bei dir. The Mission waren auch nie meins. Fand ich nie aufregend, als dass sie musikalisch für mich hervorstechen würden. Sisters haben (eher hat) sich selbst in den musikalischen Ruin getrieben und Eldritch versucht nur noch das letzte aus der Kuh, durch seine peinlichen Konzerte, heraus zu melken. Der Lack ist schon lange ab.
Wohingegen ich ein neues Album der Fields, ähnlich dem des „Mourning Sun“, schon eher begrüßen würde. Aber die Herren werden eben auch nicht jünger, so wie wir alle und da fällt es eben durchaus schwer, sich zu Neuem aufzuraffen. ;)

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Stefan Kubon
Vor 1 Monat

Hmmm… also die Veröffentlichungen von The Mission seit des Masque-Albums haben mich nicht mehr wirklich begeistern können. Die sind irgendwie aus dem Rennen, zumindest bei mir.

Andrew Eldritch hat gute Songs geschrieben, aber nach so langer Pause kann ich mir schwer vorstellen, dass da wirklich noch was kommt. Der hat ja scheinbar nichtmal mehr bei seinen Konzerten richtig Lust auf das, was er macht… gibt auch so ein übles Geschmäckle, was man da so mitbekommt.

Die Fields wären interessant, sofern sie ihren späteren Metal-Einschlag beiseite lassen würden. Ein Teil der früheren Band macht ja als The Eden House mit wechselnden Gastmusikern und -Sängerinnen (u.a. Monica Richards von Faith & The Muse) recht nette Musik, die sich z.T. noch sehr nach den Fields zu ihrer „Elizium“-Phase anhört, aber zugleich auch Pink Floyd-Anleihen hat.
https://www.youtube.com/watch?v=52LboL7JiAE
https://www.youtube.com/watch?v=z5V4W_jWJo4
https://www.youtube.com/watch?v=ItI7P3tu0Tw

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Tanzfledermaus
Triton
Triton (@guest_68392)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Monat

Ich habe ja nie verstanden, warum die Sisters mit ihrem beachtlichen Potential irgendwann aufgehört haben, neues Material zu veröffentlichen…
Zeit für eine neue Schaffensphase, am besten als Reunion mit Wayne Hussey!

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Triton
John Doe
John Doe(@arno-siess)
Antwort an  Triton
Vor 1 Monat

Eher tritt spontan Weltfrieden ein, als daß diese beiden Herren wieder auf der gleichen Bühne stehen werden…😁

Phoenix
Phoenix(@phoenix75)
Antwort an  Triton
Vor 1 Monat

Eldritch hat sich sehr lange auf den Knebelvertrag seines damaligen Labels herausgeredet. Neue Musik war angeblich in der Schublade, wollte diese aber nicht bei diesem Label veröffentlichen. Und wie das nun mal so ist, bei Egozentrikern… er hat recht und die anderen sind Sch***e. Letztendlich war da auch kein Wille, was Neues herauszubringen. Vielleicht dachte er, dass er somit einen Kultstatus erreicht oder die Angst da war, dass er sich musikalisch nicht mehr selbst überbieten kann.

Black Alice
Black Alice(@blackalice)
Antwort an  Phoenix
Vor 1 Monat

Er hat wohl seinen Erfolg nicht verkraftet, Dann hätte er aber damals schon aufhören und die Sisters auflösen sollen. Dann wäre alles bei damals einzementiert gewesen und für immer Kult. Jetzt macht er sich nur noch lächerlich und schadet der Marke Sisters of Mercy.

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Vor 1 Monat

Da ja (neuerer*) Gothrock mit Sängerinnen in diesem thread bisher Mangelware ist, hab ich noch ein bisschen was (*aus diesem Jahrtausend) zusammengesucht, das meiste geht aber eher in Richtung American Goth-/Deathrock

https://www.youtube.com/watch?v=uwSHvbHiStw

https://www.youtube.com/watch?v=HEzbBvZLQSI

https://www.youtube.com/watch?v=nHvigimbdek

https://www.youtube.com/watch?v=oNs2oUfcdKA

https://www.youtube.com/watch?v=bbpYJaAJt9A

In den 90ern gab es ja so einige Goth-Bands mit Sängerinnen… Fading Colours, Moonchild, This Ascension, The Breath of Life, Diva Destruction, Faith & The Muse (die hielten länger durch)…

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Tanzfledermaus

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