Real Gothic FC – Zwei gruftige Fußballteams aus England und Brasilien

Es gibt Dinge, die wollen einfach nicht zusammen passen. Fußball und Gothic zum Beispiel. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich nie Fußball gespielt habe und auch sonst kein Fan dieser Sportart bin. Und das wiederum liegt bestimmt daran, dass ich schon in der Schule nie in eine Mannschaft gewählt wurde und auch hinsichtlich der Verwendung meiner Füße völlig talentfrei war. Ich schweife ab. Offensichtlich habe ich mich geirrt, denn Sport und Subkultur scheinen ganz prima zusammenzupassen. Die beiden Fußball-Mannschaften, die in England und Brasilien beheimatet sind und sich beide Real Gothic FC nennen, haben mich dann doch irgendwie davon überzeugt, dass die Subkultur der Melancholiker und Sportart der Fußakrobaten doch zusammen passen. Irgendwie jedenfalls.

Zusammen mit Malte, der nicht nur nur mit vielen Geschichten und Bildern aus Vergangenen Zeiten aufwarten kann, sondern auch über fundierte Kenntnisse der portugiesischen Sprache verfügt, habe ich mich zusammengesetzt, um beide Mannschaft vorzustellen und dem Leser die Entscheidung zu überlassen, ob Gothic und Fußball letzten Endes dann doch zusammenpassen.

Real Gothic FC: England – Mutterland des Fußballs

Real Gothic FC - EnglandGroßbritannien. Eine geschichtsträchtige Insel im Nordatlantik, die nicht nur als Geburtsstätte unserer Subkultur in den Büchern steht, sondern auch die Erfinder des Fußballs hervorbrachte. Jedenfalls behaupten die Briten steif und fest, dass Studenten aus Cambrigde 1848 die Sportart erstmals durch Regeln untermauerten und dadurch als Mütter oder auch Väter, denn Frauen waren ja an der Elite-Uni nicht zugelassen, der populären Sportart gelten. Fakt ist jedenfalls, dass die Briten diese beiden Dinge, Fußball und Gothic, die eigentlich so gar nicht zusammen passen wollen, verbanden. Und das ist noch gar nicht so lange her.

In Whitby, an der nordöstlichen Küste Großbritanniens gelegen, findet seit 1994 zweimal jährlich das größte britische Gothic-Festival, das Whitby Gothic Weekend statt. Hier sprach 2004 Michael Uwins, Gitarrist der Band Manuskript mit einem Reporter der ortsansässigen Zeitung „Whitby Gazette“ über Fußball. Möglicherweise war es die gemeinsame Leidenschaft für den englischen Volkssport, aber hier wurde die Idee, eine Fußball-Mannschaft aus Gothics zusammen zu trommeln und gegen die Mannschaft der Zeitung antreten zu lassen, geboren.

According to Philip Oltermann’s article in the Guardian’s Weekend magazine, „the match tradition started in 2004, when Mike Uwins, guitarist for Manuskript, got talking to a reporter from the Whitby Gazette. With their white face paint and bolted belts, Uwins admits, goths might have looked intimidating to the residents of Whitby – football changed that. ‚The first match was a horribly drunken performance on our behalf. We lost 1-10, but once you’ve kicked lumps out of each other on the pitch, it’s much easier to start a conversation.‘ Nowadays pubs in Whitby carry signs reading ‚Goths Welcome‘.

 

Seit dem trifft der Real Gothic FC auf die Mannschaft Athletico Gazette, um vor rund 300 Zuschauer am Sonntag nach dem Whitby Gothic Weekend das Spiel „El Gothico“ auszutragen, wie es scherzhaft genannt wird. Die Einnahmen durch Zuschauer und Spenden gehen schon seit dem Bestehen der Mannschaft an einen guten Zweck, eine Cheerleader-Truppe, die „Boy Division“ sorgt für die notwendige moralische Unterstützung. Die Mannschaft betreibt auch eine eigene Internetseite, ist bei Facebook zu finden und twittert auch gelegentlich.

Sisters of Real

Anstatt ihre männlichen nur anzufeuern, zu organisieren und die Wunden zu kurieren, haben die Frauen eine eigene Mannschaft, die „Sisters of Real“ gegründet und spielen selbst für einen guten Zweck. Auf ihrem Facebook-Profil beschreiben sie sich selbst: „All Goth/Girl shoot out team! A page about fabulous corset-wearing, goal scoring lady footballers.

Sisters of Real
Die Sisters of Real, oder jedenfalls ein Teil davon.
(c) Mel Butler

Die Fans, die die Internetseite Copa90 betreiben haben für ihre Serie „Oddballs“ eine Video über die verrückten Fußballer, die Fans und die Frauenmannschaft und ihre Idee gemacht, die nochmal eindringlich zeigt, worum es den Fußballern geht.

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Real Gothic FC: Brasilien – Zuckerhut und Peitsche

Real Gothic FC - Brasil LogoBrasilien. Kaffee, Bananen, Amazonas-Regenwald und Karneval in Rio. Auf den ersten Blick ist Brasilien ganz schön mit Klischees durchzogen und von Halbwissen übersäht. Das Bild vom Zuckerhut prägt unser Bild des fünftgrößten Staates der Erde, in dem mehr Menschen portugiesisch sprechen, als in Portugal selbst. Das Bild von leicht bekleideten Damen in unfassbar bunten Kostümen als Mittelpunkt der brasilianische Kultur hält sich ebenso hartnäckig, wie das von leicht bekleideten Gothic-Mädchen mit Peitsche und Hundehalsband als Teil unserer Subkultur. Fakt ist aber auch hier, dass Fußball Nationalsport ist und das aus den brasilianische Favelas, den Armenvierteln, einige der bedeutendsten Talente dieses Sports hervorgegangen sind. Bevor ich jetzt in Unglaubwürdigkeiten versinke und Namen von berühmten Menschen eines Sports abschreibe, von dem ich keine Ahnung habe, komme ich zum wesentlichen.

In Sao Paulo, der größten Stadt Brasiliens, gründete eine Gruppe Gothics 2012 den brasilianische Ableger des britischen Real Gothic FC, nachdem man bei Facebook das Team aus England kennengelernt hatte. Bereits 2009 spielte die Mannschaft um Guilherme Freon und Tais Pandora schon gegen alternative Mannschaften, wie zum Beispiel „Gothics gegen Death Rocker“. Kurzerhand machte man dann aus der Stammdiscothek das Vereinsheim und gründete den Fußballclub, der seit dem mit deutlich höheren Ambitionen Fußball spielt, als das britische Vorbild. Die geschlechtlich gemischte Mannschaft fährt sogar regelmäßig zu Auswärtsspielen um sich mit ihren Gegnern zu messen. Auch die Brasilianer sind im Internet sehr aktiv, betreiben einen Internetseite, einen Youtube-Kanal mit Aufnahmen ihrer Spiele und sind ebenfalls bei Facebook zu finden.

Der brasilianische Internet-Provider UOL, der in Lateinamerika das größte Webportal in portugisischer Sprache betreibt, hat die Mannschaft aus Sao Paulo besucht, um herauszufinden, wie man zwischen Klischees und Vorbehalten eine Fußball-Mannschaft aus Gothics zusammenstellen kann. Den erschienenen Artikel „Gothics entsprechen nicht den Klischees und stellen eine Mannschaft auf, die als Vereinsheim eine Disko hat.“ und das Video hat Malte übersetzt, ich habe die Untertitel eingefügt und will Euch auch nicht den vollständigen übersetzten Artikel vorenthalten, da er viel über den Stand der dortigen Szene zu sagen hat und erstaunliche Einblicke in die brasilianische Szene-Kultur gibt. (Hinweis: Zum aktivieren der Untertitel, sollten sie nicht automatisch eingeblendet werden, müsst ihr auf das Symbol links neben dem „Zahnrad“ klicken.)

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Es ist unvermeidlich, ein wenig verwundert zu sein, wenn man Guilherme Freon und Tais Pandora an einem Sonntagmorgen über den Friedhof gehen sieht. Ihr düsteres Auftreten, der gewagte Iro und die schwarze Lederkleidung erregen Aufmerksamkeit inmitten der Gräber und der Ruhe des Ortes. Als Gothics entsprechen sie wirklich nicht dem allgemeinen und von der Gesellschaft vorgegebenen Muster, das alle gewohnt sind. Nicht ohne Grund müssen sie sich immer noch Sticheleien anhören und sind mit einer Reihe von Vorurteilen konfrontiert seitens Leuten, die vorgefertige Ideen im Kopf haben wie: Gothics haben satanische Rituale, verwüsten Friedhöfe oder leiden unter Depressionen.

Es gibt viele Sachen, die wir heute immer noch hören, dass es Teufelsdinge sind, dass Gothics Satanisten sind, dass sie mit Hexerei zu tun haben oder Blut trinken, es passiert immer noch oft. Es ist viel weniger geworden im Vergleich zu früher, weil es schon verbreiteter ist, das Alternative ist in gewisser Weise schon akzeptierter, aber es gibt immer noch einige Vorurteile und Stereotypen. Ich glaube, dass Gothics heute nicht mehr so schlecht angesehen sind, aber einige Gothics sind schuld, sie reden viel dummes Zeug, machen viel Blödsinn und tragen schließlich zum Entstehen von Stereotypen und Vorurteilen bei„, erzählt Freon.

Aber es reicht schon, ein Gespräch zu beginnen, um das Eis zu brechen und mit jeder Schreckensvorstellung aufzuräumen, die einem in den Sinn kommt. Das spontane Lächeln, die Höflichkeit und Sympathie kommen hinter der dunklen Schale hervor und es zeigen sich angenehme Menschen, die überhaupt nicht den aufgedrückten Stempeln entsprechen. Eins der Klischees, die sie schon auf den Mond geschossen haben: Gothics treiben keinen Sport. Beweis dafür ist eine Fußballmannschaft aus Gothics.

‚Real Gothic Brasil‘ machte 2009 sein erstes Freundschaftsspiel, aber es war 2012, als sich eine richtige Mannschaft formierte und die brasilianische Version von ‚Real Gothic‘ wurde, der ersten aus Gothics bestehenden Mannschaft weltweit, gegründet in England 2004. Es stimmt, es ist schon eine spezielle Mannschaft. Sie spielen nur in Begleitung einer Musikanlage, aus der Düstermusik zu hören ist, sie kleiden sich nur in schwarz und betreten geschminkt das Spielfeld.

Es gibt ein Klischee, dass Gothics kein Sport treiben und unsportlich sind, jeglicher sportlicher Aktivität abgeneigt, oder nur Schach spielen mit dem Tod, aber das ist nur ein Klischee. Ich zum Beispiel bin Gothic, liebe Fußball und spiele in einer Mannschaft, die aus Gothics besteht. Andere Gothics mögen das auch, es gibt eine Mannschaft in England und viele mögen Sport und Fußball.

In der Mannschaft gibt es neben den Männern eine Frau. Tais fühlt sich wohl und ist in der Gruppe gut integriert, schließlich ist es eine der Eigenschaften dieser Subkultur, beide Geschlechter gleich zu behandeln und Frauen wertzuschätzen. Genauso wie die Männer Gewohnheiten hinsichtlich Kleidung und Schminke aus der Frauenwelt übernehmen.

Wenn wir ankommen, um auf irgendeinem Platz zu spielen, erregt das Aussehen jedes einzelnen schon Aufmerksamkeit. Die Tatsache, dass eine Frau mit den Männern spielt, ruft dieselbe Wirkung hervor, aber ich glaube immer noch, dass unser Gothic-Stil mehr Verwunderung hervorruft als der Umstand, dass eine Frau gemeinsam mit den Männern spielt„, erzählt sie.

Und derjenige irrt sich, der denkt, dass der Club nicht organisiert ist. Es gibt eine Seite im Netz mit Informationen, Neuigkeiten, Profilen der Sportler und auch seine Devise. „‚Real Gothic Brasil‘ möchte Gothics, Gruftis und ähnliche zusammenbringen, um sich sportlich zu betätigen, jemanden anzufeuern und Spaß zu haben. Mehr als nur für Fußball, steht ‚Real Gothic Brasil‘ für alternative Musik und Kultur.“ So ist jeder, der sich mit dieser Subkultur identifiziert, eingeladen, bei den Spielen mitzumachen, die gewöhnlich in einem Sportverein in Mooca stattfinden, einem Stadtteil Sao Paulos.

Sie haben sogar ein Vereinsheim, wo sie sich vor und nach den Spielen treffen, die Strategie festlegen, über Taktik sprechen und die Gegner analysieren. Doch das ‚Aeroflith‚ ist ganz anders als jedes andere konventionelle Trainingscenter. Nicht nur Vereinsheim, ist es auch eine Diskothek und hat eine sehr spezielle Dekoration. Gleich beim Eingang kann man schon merken, dass es kein gewöhnlicher Ort ist. Es ist eine düstere Umgebung mit spärlichster Beleuchtung, es gibt Filmplakate von Horrorfilmen, die an den Wänden hängen, Spinnennetze in den Kronleuchtern, Skelette und Masken neben der Katze, die sich frei bewegen kann.

„Dies ist eine eigentümliche Umgebung, schön dunkel und mit einer Dekoration, die für einige zu übertrieben sein könnte, aber sie sagt viel aus über das, was wir mögen, über unseren Geschmack und Vorlieben. Ich glaube, dass Gothics die Nacht zu schätzen wissen, die Nacht mögen, sich in der Nacht wohlfühlen“, erzählt Freon.  Und weil niemand aus Stein ist,  ist es nach der Arbeit Zeit, sich zu amüsieren. Die Biere kommen aus dem Kühlschrank und die Musikanlage vibriert wieder zum Rhythmus von The Cure oder Depeche Mode, um einen Sieg zu feiern oder die Niederlage dieses Tages zu vergessen.

Real Gothic FC: Schlusspfiff

Gothic und Fußball. Passt das zusammen? Muss es das überhaupt? In beiden Ländern – wie auch in Deutschland – ist Fußball der beliebteste Sport. Jede Woche füllen tausende Fans die übergroßen Stadien um ihre Lieblingsmannschaften anzufeuern. Ich habe das mal als interessante Erfahrung mitgenommen, im Stadion die Atmosphäre zu erleben, die Menschen und ihre Leidenschaft zu beobachten und es erstaunlich zu finden, wie leicht man sich von diesem Sport fesseln lassen kann. Sowohl die englische, als auch die brasilianische Mannschaft spiegeln die regionalen und nationalen Einflüsse denen sich ausgesetzt sind und beide verkörpern einen Teil unserer Subkultur auf ganz unterschiedliche Weise. Vor allem der Blick in das bisher unbekannte Brasilien hat meinen Horizont erweitert. Ich finde es faszinierend, wie man dort „Gothic“ für sich eingenommen hat und wie es dort gelebt wird – auch wenn man tausende Kilometer voneinander entfernt existiert, scheint eine gemeinsame Wellenlänge greifbar.

Ich kann immer noch kein Fußball spielen, finde den Kommerz um die berühmten Mannschaft merkwürdig und distanziere mich vom frenetischem kollektiven Jubel in einem Stadion voller Gleichgesinnter. Und dennoch: Es reizt mich, nach Whitby zu fahren, um am Sonntag der Mannschaft zuzujubeln, die auf so unbritische Weise mit ihren eigenen Konventionen bricht und es wäre aufregend, in Sao Paulo eine Mannschaft zu treffen, die ihre Leidenschaften hinsichtlich Subkultur und Sport so harmonisch auslebt.

Ist es jetzt ungruftig, Fußball-Fan oder Fußball-Spieler zu sein? Natürlich nicht. Es ist höchstens ungruftig seine Leidenschaften und Motivationen zu verbergen, denn aus diesem Grund tragen wir eben schwarze Kleidung und mögen Friedhöfe. Fußball ist ebenfalls eine Leidenschaft, ebenso wie für mich Computer-Spiele eine Leidenschaft sind. Was denkt ihr über die beiden Mannschaften aus England und Brasilien? Findet ihr, das Gothic und Fußball zusammenpassen?

Robert Forst
Wizard of Goth – sanft, diplomatisch, optimistisch! Der perfekte Moderator. Außerdem großer “Depeche Mode”-Fan und überzeugter Pikes-Träger. Beschäftigt sich eigentlich mit allen Facetten der schwarzen Szene, mögen sie auch noch so absurd erscheinen. Er interessiert sich für allen Formen von Jugend- und Subkultur. Heiße Eisen sind seine Leidenschaft und als Ideen-Finder hat er immer neue Sachen im Kopf.
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Pest
Pest (@guest_52734)
Vor 5 Jahre

Also ich finde das klasse! Würde mir auf jeden Fall ein Spiel ansehen :)

Findet ihr, das Gothic und Fußball zusammenpassen?

Na klar! Ich bin der (lebende?) Beweis, so als Gothic und Unioner. Interessanterweise verliefen in meiner Schulzeit die Gräben des Mißtrauens gar nicht unbedingt zwischen Szene und Fußball, sondern zwischen einzelnen Clubs: die ganzen Metalheads, Punks und Gothics waren beim 1. FC Union, die ganzen Stinos und Hiphopper bei der Alten Dame Hertha ;) … Was das Ende der ehemaligen Fanfreundschaft noch zementiert hat.

Foxxi
Foxxi (@guest_52735)
Vor 5 Jahre

Ich muss mich vor Begeisterung erstmal sammeln …

DaZke [sic] Robert, für diese Recherche. Ich bin bekanntlich ein eingefleischter Fußballfan und natürlich bei weitem nicht der Einzige in unserer Szene.

Vor zwei Jahren saß ich mit einem Freund auf dem Heididorf beim WGT und wir fieberten alle dem Moment entgegen, an dem feststand, dass unser geliebter und magischer FC (St.Pauli) nicht abstieg. „Gruftiger“ habe ich anschließend nie mehr ausgesehen und das alles ohne Makeup. Wir haben uns auch schon mal heimlich in eine „Sportsbar“ geschlichen um ein Spiel zu sehen (zum Glück gibt es sehr oft auch Trikots in schwarz, warum wohl? :-)), schließlich fällt das WGT sehr oft auf den Saisonabschluss.

Klar Kommerzscheiße im Fußball und die sog. Premium-Vereine, geschenkt, damit muss mensch sich nicht befassen. Aber es gibt Fußball jenseits dieser Showveranstaltungen und da tummeln sich nicht nur traditionell Punks, Skins und Billys, sonder auch eine gerüttelt Maß an Gothics.

*gehtnachlinksabundträumtdavoneinengothicfczugründen*

Flederflausch
Flederflausch(@flederflausch)
Editor
Vor 5 Jahre

Fußball als Fansportart gilt wohl als die Verkörperung des Stinotums – der breiten Durchschnittsmassen. Wo trifft sich die Dorfjugend?! Beim Fußball! Was machen die Halbstarken (meist Männer)? Bolzen. Womit verbringt der durchschnittliche Ottonormalverbraucher seinen Samstag? Fußball! Fußball hat irgendwie etwas von der Verkörperung des kleingeistigen Spießertums, aber auch der des Prolls. Des betrunkenen Pöbelnden, allen Anstand vergessenden Prolletentums. Zu mal sich in dessen Dunstkreisen immer noch viele eingefleischte Geschlechterrollen und Gesellschaftsvorstellungen finden und ein schwuler Fußballspieler immer noch ein Problem zu sein scheint für einige Fans und Vereine. Fußball ist mit dem Vorurteil belastet, dass man dazu nicht so viel im Kopf haben muss. Irgendwie also wenig mit den „Werten und Wichtigkeiten“ des Gothentums. Aber das haben andere Dinge auch nicht.
Welches Hobby, das auch „normale“ Menschen ausführen ist schon so richtig grufig? Golf? Fahrradfahren? Wassersport? Taubenzucht? Irgendwie nicht so.
Da treffen wohl einfach zwei Vorlieben aufeinander – was ist auch schöner, als sich nicht nur auf sportlicher Ebene, sondern auch darüber hinaus zu verstehen? Aus dieser Warte finde ich es verständlich – teilt man dann doch mehr als nur die sportliche Leidenschaft.
Verstehen kann ich es trotzdem nicht – als Gruftifussballer. Ich sehe es eher so, ich bin Grufti und mag auch andere Sachen, die nichts explizit mit der Szene zu tun haben. Man erkennt mich da in der Regel als solchen, aber ich muss es den Leuten nicht noch mal extra unter die Nase reiben – vielleicht liegt das aber auch darin begründet, dass ich kein Gruppen- und Vereinssportmensch bin (und Reiter sind ja sowieso ein ganz eigenes Völkchen…)

Pest
Pest (@guest_52738)
Vor 5 Jahre

 Flederflausch
Ich verstehe natürlich, was Du sagen willst, aber mal ganz provokativ gefragt:

Wo trifft sich die Dorfjugend?! Beim Fußball! Was machen die Halbstarken (meist Männer)? Bolzen.

… Ist das nicht eigentlich gut so? Besser sie treffen sich draußen (!) zum miteinander spielen (!) anstatt vor der Glotze oder sonstwo zu hängen und gar keine frische Luft mehr bekommen. Oder irgendetwas kaputt zu machen. Oder oder oder.
Ich freue mich immer, wenn die Kinder und Ältere im Hof bolzen. Das ist noch irgendwie echt im Zeitalter der LIKEs und Facebook-„Freundschaften“.

Julius
Julius (@guest_52739)
Vor 5 Jahre

Also, auf die Gefahr hin, dass ich wieder den Meckerfritzen gebe: für mich ist Fußball und Sport allgemein geradezu die Antithese der Gruftigkeit.
Ich finde aber auch nicht, dass es sich deswegen ausschließt als Grufti Fußball/Sport gut zu finden und/oder zu betreiben.
Himmel, man muss doch nun echt nicht alles im Leben auf Gruftigkeit hin überprüfen. Ehrlich gesagt wär mir das dann auch ganz schnell über. Und andererseits muss ich auch nicht jeden Käse auf einmal toll finden, sobald jemand den schwarz anpinselt und mit ein paar Totenköppen dekoriert. Zum Glück sind wir alle frei in solchen Entscheidungen und bemitleidenswert diejenigen, die meinen es nicht zu sein.

PS: Fußball guck ich tatsächlich nur WM-Spiele, für mehr reicht mein Interesse diesbezüglich nicht. :D (Buuuuuuuuuuhhhhhhh.)

Scousewag
Scousewag (@guest_52740)
Vor 5 Jahre

Hi guys.
I am Louise from Real Gothic F.C and The Sisters Of Real.

Football and Goth? Does it normally go together? No not really. However with fans now all over the world anda 2nd team in Brazil. Well yes it bloody does!
Most of our fans mostly start a conversation with „I am not football fan, but I love Goth football!!“
It a good crack after the main event at Whitby Goth weekend. When everyone is pretty dead, hungover and wants a pint (that includes the team!)
This event is a hugh charity event. Also an Official WGW event.
This used to be mostly full of goths watching, now we have a lot of locals come to watch it with their families and children.
I suppose its all about having fun. We always want to win obviously but we do not take ourselves to seriously either. So if you are new to Whitby Goth Weekend. Please come and watch the match and say hi.

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Vor 5 Jahre

Also ich muss gestehen, dass ich erstmal etwas irritiert geschaut habe. Fussball verbinde ich auch eher mit Prolltum, zumal ich immer wieder mal das „Vergnügen“ habe, unangenehm auftretenden „Fanhorden“ bzw. Hooligans zu begegnen. Und das ganze Trara in den Medien und der Hype um jedes halbwegs populäre Fussballspiel (inclusive Geböller bei jedem Tor und das zum Teil bis spät in die Nacht) nervt mich einfach nur noch.
Ich kann jeden verstehen, der beim Spiel eines ihm bekannten (!) Sportlers mitfiebert. Aber bei aus wildfremden Leuten bestehenden Mannschaften derart auszuflippen, wie es einige Leute tun, das kann ich nicht nachvollziehen. Sicher pushen die Medien da einiges hoch…
Aber der Sport an sich kann ja nix dafür und wer Spaß dran hat, soll’s ruhig machen – egal mit welchem musikalischen und kulturellen Hintergrund.

Zurück zum Artikel: ich musste spontan daran denken, dass mir vor einiger Zeit mal ein Manga/Comic in die Hände fiel, der mit „Gothic Sports“ betitelt war. Hab da nur mal durchgeblättert und fand ihn auch wenig ansprechend, aber zumindest trat da wohl eine Highschool-Clique in dunklem Trikos zum Sport an. Nun ja, das war dann wohl auch eher ein Deckmäntelchen, wie Gothics sahen die nämlich bis auf die dunkle Kluft überhaupt nicht aus. Nicht mal wie moderne Goths ;-)
Aber zumindest haben es sportelnde Goth(outfit)s schonmal bis in die Jugend-„Literatur“ geschafft, sofern man Mangas als solche betiteln kann.

Freon Heart
Freon Heart (@guest_52743)
Vor 5 Jahre

First of all, Danke schön! =)

I’m Freon for Real Gothic Brasil.

In my opinion, this article was also very relevant to disrupt some stereotypes and clichés. There is a Goth subculture off the limits of Europe and the USA.

Here in Brazil, the goth scene exists since 80’s (yes, we have bananas batz!). We have many clubs and many great and creative bands. By the way, I could even write a bit about that. What do you think about it?

As for the football team, well, it’s simple – we are goths who like football and that doesn’t interfere in our identity as goths, it actually brings us even closer to it, as we don’t need to abandon our clothes and make up in order to play the game. I think it’s fair to say it could be seen as an unusual hobby (some goths just want to have fun lol), but not as a way of offending the subculture traditional values of the goth people.

Football is still a very conservative sport. Here in Brazil, football is full of sexism and preconception, therefore, exclusionary. In another team, we would face some difficulties to be accepted. Thus, a team formed by alt people, with girls and boys playing together, could be seen as a way of resistance, a shout for diversity and respect in football, a way to show people how it can be played by everyone.

Thanks for the great article!

Scousewag
Scousewag (@guest_52744)
Vor 5 Jahre

Hi. Louise again from Real Gothic F.C

I could not of put it any better than Freon from the Brazil goth team.
Its so easy. Bunch og goths that love football. (however that bit excludes me)

Both our girls teams and boys teams are diverst. We both have females and males in the team, also a transgender girl.

Also over the years we have had many band members play.
Not bad that some of our biggest fans include The Last Cry, The Mission, The Damned, Courtney Love, Skeletal Family and New Model Army! (that is who I can name from on top of my head) So If that is not too „goth“ for you. Then I am not sure what is?

Foxxi
Foxxi (@guest_52745)
Vor 5 Jahre

@Louise & @Freon

<3 <3 <3 <3 <3 :-)

Insert_evil_name
Insert_evil_name (@guest_52746)
Vor 5 Jahre

Hey Leute! Heute spielt der Gothic-Musikantenstadel aufm Gothic-Oktoberfest direkt hinter dem Gothic-Zirkus und als Bonus werden Grabesblumen geschmissen vom Gothic-themed-Kindergarten-Team. Das Wochenende drauf is dann Mera-Luna… Halt… Das war ja „wirklich Gothic“!? Und wie war das mit dem Belantis?
Ich jedenfalls ziehe mich jetzt wieder in meine eigene Fußball- und Themeparkfreie Welt zurück. ^o^

John Hante
John Hante (@guest_52750)
Vor 5 Jahre

Deutschland Grufits are fool. They want to compete to show who is more goth than they!

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Vor 5 Jahre

@ john Hante
Warum diese Pauschalisierung? Kannst Du keine anderen Meinungen zulassen?

Why this generalization? Can you allow any other opinions?

John Hante
John Hante (@guest_52754)
Vor 5 Jahre

I’m not generalizing. But I think some „grufits“ act like teenagers. They want to prove how much are more gothic than others. This is ridiculous. Basically, Goth Subculture is about music and style. Hobbies are varied and free for any gothic.
Andrew Eldritch is a fan of Saint Pauli. Sisters of Mercy is not a gothic rock band for this? Please… Dieser Hass ist lächerlich.

Orphi
Orphi(@orphi)
Editor
Vor 5 Jahre

@ John Hante
Deutschland Gruftis are fool? No! „Deutschland gruftis“ love the freedom of speech. Foxxi and Pest love to tell that they like the combination of football and goth, Ines is not sure and others don`t like it. Fool is only someone who visits a blog the first time, only to offend. That is definitely not the gothic way of life and behavior.

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