Improve Everywhere: Beerdigung am ersten April

Beerdigung

Schön das der erste April endlich vorbei ist, aufgesetzte Späße auf Kosten anderer sollte nicht nur an einem Tag des Jahres breite Zustimmung finden. Das Team von Improve Everywhere ist bekannt für seine sorgfältig auschoreografierten Flashmobähnlichen Attacken auf unschuldige Passanten. Mit witzigen und spektakulären Aktionen konnten sich die Macher einen festen Platz in meinem heiß begehrten Feed-Reader ergattern. Das eine Beerdigung nicht immer im engsten Kreis der Familie stattfinden muss, ist nicht nur hier ein Begriff. Was aber wenn plötzlich 30 wildfremde Menschen der Beerdigung eines guten Freundes beiwohnen? Aus einer langweiligen Beerdigung ein Ereignis machen, das allen Trauernden noch lange im Gedächtnis bleiben wird?

In Mexiko wäre das nicht weiter schlimm, denn nirgendwo sonst wird eine Beerdigung bunter, lauter und schriller gefeiert. Aber in der westlich beeinflussten Restwelt? Ein durchaus interessanter Ansatz, den sich die 30 Protagonisten ausgedacht haben, auch wenn es sich letztendlich als Aprilscherz herausgestellt hat. Denn es erschien doch zu absurd, eine wildfremde Beerdigung zu stürmen, spätestens bei den Kameras hätte man stutzig werden sollen. Wer aber einen Blick in die Kommentare wirft stellt schnell fest, das es neben vielen Anhängern auch Kritiker auf den Plan ruft, die allein die Idee schon wieder für unmöglich halten. Es bleibt also ein durchaus gelungener Aprilscherz mit einer eindeutigen Message, Trauer ist ein Teil unseres Alltags und muss nicht immer auf die gleiche Weise zelebriert werden.

www.youtube.com/watch?v=RkjBesGaaNo

(Bildquelle: Improve Everywhere)
Ähnliche Artikel

Kommentare

Kommentare abonnieren?
Benachrichtigung
guest
8 Kommentare
älteste
neuste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Vizioon
Vizioon (@guest_1489)
Vor 13 Jahre

Ich finde das nicht sehr witzig, allein die Einschätzung „langweilig“. Trauer ist für Außenstehende oft langweilig, aber die geht es auch absolut nichts an. Trauer ist etwas sehr persönliches, naja, vielleicht auch kulturelles, aber ich bin kein Mexikaner. Wenn ein Flashmob bei der Beerdigung meiner Großmutter aufgetaucht wäre, dann würde ich mit sehr großer Freude jedes Mitglied des Mobs bei der Staatsanwaltschaft/Polizei kundig machen wollen. Und nicht wohlwollent!

Vizioon
Vizioon (@guest_1523)
Vor 13 Jahre

Erst einmal mein Beileid was Deine Mutter angeht.
Zum Thema „Leichenschmaus“: In den Fällen, in denen ich sowas mitmachen mußte, empfand ich es nicht als allzu schlimm, da sich positiv an den Verstorbenen erinnert wurde. Ich vermute aber auch, daß da jede Veranstaltung anders ausfällt.
Totengedenktage: Ja, Quatsch, geht mir nicht anders, ich erinnere mich nicht mehr oder weniger als an jedem anderen Tag.
Und das kulturelle ist ein heikles Thema, grundsätzlich ermöglicht es wohl einen Rahmen, in dem man sich zu bewegen hat. Was genau stört Dich denn an „unserer“?

Vizioon
Vizioon (@guest_1570)
Vor 13 Jahre

Vielleicht habe ich das falsch formuliert, mit dem Rahmen meinte ich ein gewisses Umfeld der Sicherheit. Das gibt ja jede Kultur vor. Und das finde ich grundsätzlich nicht schlecht. Auch wieder, weil jeder seinen eigenen Umgang mit Trauer hat. Der eine findet seinen Weg damit umzugehen, der andere braucht einen Rahmen, man könnte auch Regeln sagen.
Meine letzte Frage aus meinem letzten Beitrag war somit auch nicht provokativ gemeint, sondern ganz offen, mich stört -rein persönlich- die salbungsvollen Ansprachen der Pfarrer-innen, weil ich wenig Bezug zur Religion habe.

Vizioon
Vizioon (@guest_1575)
Vor 13 Jahre

Was das sozialkritische angeht, stimme ich mit Dir absolut überein. Es steht niemandem zu, anhand von Tränen über den Trauergrad zu urteilen. Grundsätzlich nicht.
Über den Rest denke ich noch mal nach, was nicht bedeuted, daß ich zu einer anderen Meinung komme!

Vizioon
Vizioon (@guest_1619)
Vor 13 Jahre

Tja, es ist echt nicht einfach… Ich meine, gewisse Regeln sollte es geben. Ich hätte keinen Spaß daran, wenn z.B. mein Nachbar seine Oma/Frau/was-auch-immer in seiner Wohnung verrotten läßt oder in seinem Garten vergräbt. Deswegen finde ich Friedhöfe nicht schlecht. Warum das um die 5.000 Euro kosten muß (das nimmt man so als minimalen Durchschnitt an) ist mir auch nicht klar. Klar ist mir aber auch, daß da niemand für den Spaß arbeitet. Also will und muß er Geld verdienen.
Müßte mal schauen, ob es Daten zur Kostenstruktur gibt…

Aktuelle Diskussion

Projekte

Friedhöfe

Umfangreiche Galerien historischer Ruhestätten aus aller Welt

Dunkeltanz

Schwarze Clubs und Gothic-Partys nach Postleitzahlen sortiert

Gothic Friday

Leser schrieben 2011 und 2016 in jedem Monat zu einem anderen Thema