Gruftlord fordert: Gebt sie mir wieder, meine schwarzen Scheiben!

Ich weiß nicht, ob ich der Einzige bin, der noch CDs kauft oder Musik auf guten alten Vinyls genießt. Klar ist die Zeit, und damit auch die Technik, vorangeschritten. Die Musikabteilungen in den Geschäften sind zusammengeschrumpft oder ganz verschwunden. Auch Plattenläden sucht man in einigen Orten vergeblich. Nur kann ich mich nicht damit abfinden, Kultur ausschließlich in digitaler Form auf meine Geräte zu streamen. Sicherlich, auch ich nutze Formate wie YouTube und so. Auch habe ich dort interessante Entdeckungen musikalischer Natur machen können. Aber trotzdem. Irgendwie ist es etwas anderes, Musik Online zu konsumieren oder eben das greifbare Produkt in seinen Händen zu halten. So ein Album ist doch mehr als ein Hörgenuss. Für mich stellt es ein Gesamtkunstwerk dar. Viele dieser Kunstwerke stapeln sich bei mir in den Regalen, verstecken sich in Schubladen, liegen im Auto herum oder bekleckern sich in meiner Küche. Musik verteilt sich überall im Haus. Und ja, diese Mitbewohner machen sich ganz schön breit und nehmen recht viel
Platz ein. Dafür habe ich aber auch die Möglichkeit immer mal wieder durch die CDs oder
Schallplatten zu flippen und alte Musik neu zu entdecken.

An vielen CDs und Schallplatten hängen Erinnerungen. Zum Beispiel weiß noch genau, wie ich „The Cure“ für mich entdeckt habe, was jetzt schon Ewigkeiten her ist. Ich hatte das Video „Close to me“ bei MTV gesehen (das wo Robert Smith zusammen mit der Band in einem Kleiderschrank Musik macht – unter anderem mit einem Kamm und einem kleinen Casio-Keyboard in schwarz – und mit kleinen Püppchen spielen, die aussehen wie die Bandmitglieder. Der Kleiderschrank stürzt dann vom Steilufer ins Meer und füllt sich langsam mit Wasser, was die Musiker nicht davon abhält, ihr Treiben fortzusetzen. Ich wollte diesen Song unbedingt zu Hause haben.

Zu der Zeit (in den 1980ern) gab es nur drei Möglichkeiten: Entweder man kaufte sich die Kassette oder die Schallplatte oder man kannte jemanden, der einem die Musik auf eine Kassette überspielte. CDs gab’s noch nicht. Eine dritte Möglichkeit bestand darin, die Musik aus dem Radio aufzunehmen, was sich jedoch als recht schwierig herausstellte, weil die Lieblingsmusik gar nicht gespielt wurde oder, wenn der Song dann schon im Radio kam und man sogar vor dem Radio saß, die Moderatoren gerne mal in den Song reinquatschten oder eine Verkehrsmeldung kam. „Es liegen derzeit keine Verkehrsmeldungen vor“. Danke dafür.
Da ich keine Singles mochte – ich fand es nervig nach einem Lied schon die Platte wechseln zu müssen oder eben einen Song auf Dauerschleife zu hören – entschied ich mich, mir eine
Langspielplatte zu besorgen.

Ich hatte Glück. Bei Schaulandt (darf man jetzt sagen, die gibt’s nämlich nicht mehr) einem HiFi-Laden in meinem Ort gab es eine LP, auf der sich unter anderem der Song „Close to me“ fand. Auf dem Cover schaute einem das Gesicht eines unrasierten alten Mannes in schwarz-weiß entgegen. Das Album hieß STANDING ON A BEACH – THE SINGLES. Mein erstes Best-Of-Album. Neben meinem Wunschsong enthielt es weitere geniale Songs der Band. Boys Don’t Cry war natürlich auch darauf. Ein Lied, das ich sogar noch lieber mochte. Und Killing An Arab, und … Die Scheibe dreht sich bis heute immer mal wieder auf meinem Plattenteller und wenn nach einem kurzen Knistern die ersten Töne erklingen und ich das Cover in den Händen halte, kommen sie wieder, die Erinnerungen an die schöne, alte Zeit.

Ich frage mich, ob es den Kids von heute auch so gehen wird. Werden sie irgendwann alte Playlists auf irgendwelchen Servern entdecken, und sich erinnern, wann und unter welchen Umständen sie diese Songs gestreamt haben? Versteht mich nicht falsch. Ich habe nichts gegen die neue Technik, sie hat ja sicherlich auch ihr Gutes. Aber ich würde auch den jüngeren Generationen dieses Herzklopfen gönnen, wenn sie ihre Lieblingsmusik zum ersten Mal als Album in der Hand halten und beim Hören mit den Augen die Songtexte verfolgen, sich die Bilder der Band anschauen und einfach auf einer Welle tiefsten Fühlens hinweggleiten.

Naja, ich schweife ab. Wie dem auch sei: Save the Vinyl und die CDs und die Kassetten auch!

Euer Den

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Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Vor 11 Monate

Oh ja… die Zeiten von Kasetten und LPs hab ich auch noch miterlebt, meine Eltern besaßen fast nur Platten und mein Vater hatte auch einiges in seinem Regal, was ich mochte (vor allem Instrumentalmusik aus den 70ern und 80ern, aber auch etwas New Romantic).
Ich nahm seit ca. 1985 viel auf Kassetten aus dem Radio auf oder tauschte ab 1990 regelmäßig Tapes mit anderen Gruftis, die Kontakte kamen über die „rosa Seitem“ im „Zillo“ zustande.

Mit Vinyl konnte ich noch nie so recht was anfangen, viel zu sperrig und das ständige Umdrehen hat mich immer genervt. Auch fand ich es unpraktisch, wenn ich ein Lied überspringen oder gezielt auswählen wollte, dass man das bei LPs so mühsam über die Nadel am Schwenkarm machen musste und dann oft nicht die richtige Stelle erwischte. Daher hatte ich selbst auch nie viele LPs (4) oder Singles/Maxis (ca. 5 Stück) sondern bin sofort auf CDs umgeschwenkt (mittlerweile hab ich davon knapp 700).

Selbst gebrannte CDs hatte ich auch einige, meist selbst erstellte Sampler oder Best of von meinen CD-Alben, wenn mir zu viele Songs auf den Alben waren, die ich weniger oder nicht mochte. Aber da die selbst gebrannten doch sehr schnell kaputt gingen, hab ich diese wieder entsorgt und musste mir leider einige CDs neu kaufen, die ich nach den „Best of“-Kopien leichtsinnigerweise verkauft hatte. Manche davon hab ich inzwischen nur noch zu Liebhaberpreisen bekommen… das war eine unschöne Lektion.

Es ärgert mich, dass viele Veröffentlichungen (vor allem im Underground Bereich) nur noch digital oder auf Vinyl erfolgen, denn ich werde mir ganz sicher keine Schallplatten mehr zulegen. Und rein digital fehlt mir was, ich möchte mir CDs ins Regal stellen (können). Und diese bitte nicht nur im hauchdünnen Papp-Schuber, sondern auch so, dass man an der Seite vernünftig erkennen kann, welches Album da im Regal steht….

Ich höre mir zwar gerne neue Sachen erstmal an, über Youtube oder bei Bandcamp, gerade z.B. wenn das WGT ansteht und viele mir unbekannte Bands dabei sind. Dann kauf ich auch, was mir gefällt, auf CD. Aber Streaming nutze ich überhaupt nicht und Radio hör ich schon seit Jahrzehnten nicht mehr, weil mich die viele Werbung, die dauernden Teaser und das oft anstrengende Gequatsche nerven – von der schrecklichen Chartsmusik ganz zu schweigen. Aber selbst brauchbare Radiosender wie Radio Eins höre ich privat nicht, da läuft zwar oft gute Musik, wie ich über andere mitbekomme, aber ich hab wie gesagt keine Lust auf Dauerberieselung mit Gequatsche. Dann lieber ausgewählte Musk aus dem CD Player oder von der Festplatte.

Letzte Bearbeitung Vor 11 Monate von Tanzfledermaus
Grey Noise
Grey Noise (@guest_62556)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 11 Monate

Mir geht es sehr ähnlich wie dir: Ich höre und kaufe am liebsten CDs, da es für meinen persönlichen Musikgenuss am besten taugt. Da finde ich es schade, dass der Trend schon seit einiger Zeit zu „Retro-Medien“ wie Vinyl und Kassette geht und kleinere Veröffentlichungen oft gar nicht mehr auf CD erscheinen. Ich kaufe „zur Not“ auch mal Vinyl, weil es mir schon wichtig ist, geliebte Musik auch haptisch zu besitzen, aber ich höre meine Platten viel seltener als CDs.

Ich nutze allerdings auch Streaming und möchte Spotify nicht mehr missen. Es ist für unterwegs sehr praktisch, ich entdecke darüber Neues und man kann in viele Veröffentlichungen reinhören, ohne eine Katze im Sack kaufen zu müssen (was ich mittlerweile einfach aus Platzgründen nicht mehr möchte – Ich habe nicht genug Stauraum, um mir zu viele Alben zu kaufen, die ich dann vielleicht nur 1-2 mal hören würde).

Insgesamt habe ich nicht das Gefühl, dass haptische Musikmedien verschwinden, aber ich denke, sie werden mehr und mehr zu Liebhaber-Objekten für Menschen, denen die Musik wirklich viel bedeutet. Große Labels und Popstars machen ihr Geld vermutlich längst auf anderen Wegen, durch teure Konzerttickets, Merch, Lizenzen für Werbespots usw.

Chris
Chris (@guest_62555)
Vor 11 Monate

Sehe das ähnlich. Digital die Musik (immer) verfügbar zu haben, ist eine nette und überaus praktische Sache, aber sie auch als physisches Objekt zu haben, samt Artwork und Songtexten (war ja damals so), ist schon etwas anderes. Macht das Ganze irgendwie „runder“ und verbindet eher mit dem Künstler dahinter, als nur die Songs anzuklicken.
Auch wenn es mittlerweile quasi verlustfreie Audioformate digitaler Art gibt; es ist nicht nur gefühlt ein Unterschied, ob man von Platte, CD, Kassette oder digital hört.

Stefan
Stefan (@guest_62557)
Vor 11 Monate

Toll geschrieben…..
Ich kauf auch lieber Vinyl und CD.
Und jap nehme noch Mix Tapes auf…..
Hat einfach mehr Charme….

Daniel
Daniel (@guest_62558)
Vor 11 Monate

Interessante Beobachtung, die man dieser Tage auch machen kann: Einfach mal die aktuellen Charts durchforsten und die Songs auf ihre Länge hin überprüfen – kaum ein Stück, dass länger als drei Minuten ist, die meisten haben sich bei ca. 2:30 Minuten eingependelt. Warum? Mutmaßlich weil durch die quasi unbegrenzte Verfügbarkeit von Musik im Netz die Konzentrationsspanne der (jungen) Hörer ziemlich geschrumpft ist. Ein Song muss innerhalb weniger Sekunden funktionieren, ansonsten wird weitergeskippt. Was mich an manchen Songs echt gestört hat! Aufgefallen ist mir das erstmals bei Mark Forsters Song „Übermorgen“, einem an sich wirklich schönen Stück Synthie-Pop, der aber nach 2:45 zu Ende war und mich ratlos zurückgelassen hat, weil ich das Gefühl hatte, dass da einfach noch etwas fehlt und der Song nicht zu Ende erzählt wurde. Mittlerweile sind aber die meisten Songs so – und noch schlimmer: Radiosender verstümmeln alte Hits dermaßen, dass sie den neuen Hörgewohnheiten entsprechen. Da werden dann ganze Strophen oder Instrumentalparts komplett rausgekickt. Schätzungsweise wird das Album als Format in Zukunft noch weniger Bedeutung haben, sodass auch die CD weiter Einbußen verzeichnen muss. Vinyl und Kassetten erleben zwar einen Aufschwung, bleiben aber Nischenprodukte, Schallplatten sind eher Luxusprodukte, Kassetten was für Geeks. Kleiner Buchtipp nebenbei: „Um keinen Preis verkaufen“ von Amanda Petrusich. Eine spannende Reise in die skurrile Welt nordamerikanischer Schellackplattensammler. Die gibt es nämlich auch noch ;)

Robert
Robert(@robert-forst)
Admin
Antwort an  Daniel
Vor 11 Monate

Absolut. Die Aufmerksamkeitsspanne ist wahnsinnig kurz geworden. Was waren das noch für Zeiten, in denen man ellenlange Maxi-Versionen gefeiert hat! Musik hat sich technisch total verändert, soviel steht fest. Immer kürzere Lieder und klangtechnisch für die Wiedergabe auf Handys und Kopfhören getrimmt. Stichwort: „Loudness-War“.

Ich bin aber selbst ein Opfer des Zeitgeistes. Skippen statt durchhören, Ear Buds statt Kopfhörer und Mischung gegen Konzeptalbum. Am intensivsten höre Musik beim Basteln, weil ich das keine Hand frei habe um zu skippen. Und gelegentlich tun sich da ganz neue Erfahrungen auf :) Ich kenne beide Welten, bin aber auf der „dunklen Seite der Macht“ gelandet. Manchmal wünschte ich mir wieder ein wenig mehr Muse beim Hören, lesen und schauen. *seufz*

Kathi
Kathi(@kathi)
Antwort an  Daniel
Vor 3 Monate

Das liegt, aber vermutlich auch daran, dass 3:00 Minuten die Maximallänge ist, die im Radio gespielt wird.
Es ist schon länger so, dass Künstler*innen sich aussuchen können, ob ihr Song komplett im Radio gespielt wird oder eben gekappt wird.

Zu den CDs eine befreundete Band meinte sie produzieren inzwischen ungern CDs, weil sie kaum noch abgenommen werden. Da bleiben sie manchmal einfach drauf sitzen.

Das ist superschade.

Ansonsten schaden Streamingdienste speziell Spotify den Künst*lerinnen immens.
Spotify zahlt einen Centbetrag pro Stream und richtig was verdienen kannst du erst ab ner gewissen Streamingzahl (ohne Gewähr ich glaub es war 1000 Streams).

Ich persönlich liebe meine CDs und Platten mit laaangen Songs (trotz ADS bedingter geringer Aufmerksamkeitsspanne).

das H. Gen
das H. Gen(@hagen)
Vor 11 Monate

Der Vorteil bei Kasettenaufnahmen ist, dass man sich die Stücke beim aufnehmen ganz anhört und nicht wie beim digitalen Download einmal kurz reinhört und an-wegklickt. So gehen viele tolle Musikstücke die sich erst nach einer Minute oder später entfalten verloren. Und Platten, CDs und Kassetten werden bei richtigen Musikliebhabern immer ihre Berechtigung haben. Hoch lebe das/die Mixtape/CD!

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Vor 11 Monate

Auch wenn ich manche ellenlangen Intros auch etwas anstrengend finde, so ist es doch schade, dass Songs inzwischen so verstümmelt werden, nur damit sie schnell zuende sind. Was bitteschön soll das denn bewirken? Früher gab es ja den gegenteiligen Trend, nämlich Maxiversionen heraus zu bringen, die zum Teil wirklich unnötig in die Länge gezogen wurden. Aber es gibt auch gelungene Maxiversionen und auch lange Intros, die es schaffen, Spannung aufzubauen und einen langsam aber sicher emotional in den Song hinein zu ziehen.

Ich finde es auch sehr bedauerlich, dass viele Veröffentlichungen nur noch EPs sind oder aber derart mit Remixen vollgepackt, dass man sich den Tonträger kaum am Stück anhören mag. Wer möchte schon dasselbe Stück mehrfach hintereinander hören, nur weil darin etwas variiert wurde? Ist doch stinklangweilig. Zumal viele Remixe echt grottenschlecht sind. Ich habe das Gefühl. dass die nur Füllmaterial sind, damit es wie ein Album erschient.

Letzte Bearbeitung Vor 11 Monate von Tanzfledermaus
Kathi
Kathi(@kathi)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 3 Monate

Radiotauglichkeit wird wohl ein Grund sein.

John Doe
John Doe(@arno-siess)
Vor 11 Monate

Meine Kassetten habe ich komplett entsorgt, meine CDs stauben in ihren Kisten auf dem Dachboden ein und die Platten dienen nur noch ästhetischen Zwecken.
Schon vor einiger Zeit habe ich in einer Hauruck-Aktion alle meine CDs in MP3s konvertiert, seit diesem Zeitpunkt kaufe ich nur noch MP3s. Musik-Streamingdienste nehme ich bis dato nicht in Anspruch, aber dafür gerne entsprechende Internet-Radiosender.

Ich erinnere mich noch zu gut an verrauschte Kasetten, die mit zunehmendem Alter noch schlechter wurden und Bandsalat, der meistens zum unpassendsten Augenblick auftrat.

Irgendwann nervte auch das Reinigen, bevor man eine Platte auflegen konnte und die Kratzer, die kamen, egal wie vorsichtig man war.
Was aus Vinyl wird, wenn es versehentlich bei Sonne im Auto liegen bleibt, darüber decken wir besser den Mantel des Schweigens. 🙈

Die MP3s waren für mich eine Offenbarung, als die Technik nebst Abspielgeräten endlich marktreif war.
Es ist wohl nicht ungewöhnlich, mit zunehmender Zeit einen Hang zu entwickeln, Dinge verklären. Da fühle ich mich durchaus auch schuldig im Sinne der Anklage. Aber nicht in dieser Kategorie… 😄

Fantôme Noir
Fantôme Noir (@guest_62567)
Vor 11 Monate

Ich denke, beides hat seine Vorteile.

Auf der einen Seite freue ich mich von ganzem Herzen, mich nicht unterwegs mit Kassetten herumärgen zu müssen, die endlos zum Spulen benötigen, Bandsalat produzieren und gerade im Auto alle naselang ersetzt werden wollen – vom Platz ganz zu schweigen.

Auf der anderen Seite steht aber hier auf dem Wohnzimmerschrank ein anständiger (und mittlerweile 35 Jahre alter) Beogram, den ich um die Jahrtausendwende vor dem Müll gerettet und auf Vordermann gebracht habe. Und jene paar Alben, die ich für wert befinde, von vorn bis hinten durchgehört zu werden, die kommen – sofern verfügbar – als Langspielplatte hierher… und dann und wann wird damit das Musikhören zelebriert.

John Doe
John Doe(@arno-siess)
Antwort an  Fantôme Noir
Vor 11 Monate

Einen Plattenspieler habe ich auch noch. Im Rahmen der in meinem ersten Post genannten „Hauruck-Aktion“ habe ich mir einen DUAL mit separatem Verstärker gekauft. Der Plan war, ihn an meinen Rechner anzuschließen und mene Platten zu digitalisieren. Als mir dann klar wurde, welcher Aufwand betrieben werden muss, um akzeptable Ergebnisse zu bekommen, wurde dieser Plan auch ganz schnell wieder auf Eis gelegt.
Aber sollte mich die Nostalgie eines Tages doch übermannen, dann bin ich dafür gerüstet… ;-)

Letzte Bearbeitung Vor 11 Monate von John Doe
Fantôme Noir
Fantôme Noir (@guest_62572)
Antwort an  John Doe
Vor 11 Monate

… wenn Dein Plattenspieler nicht bis dahin einen Standschaden hat ;-)

Aber ja – ich würde nie freiwillig versuchen, ein Lied von Schallplatte ausgehend zu digitalisieren. Bisher hatte ich noch keine Musik, die man nicht professionell digitalisiert bekommen konnte. Und der übliche Preis für eine gekaufte MP3 rechtfertigt beim besten Willen nicht mal ansatzweise den Aufwand, den man treiben muß, um aus einer LP etwas zu machen, das einem dann auch als digitale Datei Freude bereitet.

Schallplatten sind für mich genauso eine kleine, der persönlichen Freude dran geschuldete Verrücktheit wie mein 60+ Jahre altes Wählscheibentelefon an der Fritzbox… oder was vielleicht besser paßt: wie das Photographieren mit z.B. einer Lomo oder einer Polaroid-Kamera. Soweit mir nachvollziehbar, tut man das da auch, weil ein Stück weit der Weg das Ziel ist und die mit der veralteten Technik einhergehenden Unzulänglichkeiten des Ergebnisses hingenommen bis gewünscht werden.
Aber auch bei denen wird niemand ernsthaft versuchen, ein damit gemachtes Photo dann einzuscannen und es auf Biegen und Brechen so zu verwandeln, daß es in einem Haufen Digitalphotos nicht negativ auffällt, solange er die Chance hat, dieses Bild mit einer Digicam einfach nochmal zu machen…

Yttrium
Yttrium(@yttrium)
Vor 11 Monate

Ich hab seit Jahren nicht mal mehr die Möglichkeit, CDs, Platten oder Kassetten überhaupt abzuspielen. Bis auf ein paar vereinzelte ausgefallene Stücke und solche mit sentimentalem Wert hab ich auch alle verkauft oder anderweitig entsorgt. (Bücher übrigens ähnlich.) Materieller Besitz belastet doch nur und macht jeden Umzug unangenehmer. Und grade die CDs mit ihren hässlichen Plastik-Verpackungen sind ja nun wirklich nicht besonders vorzeigbar, im Gegensatz zu Vinyl.

Aber auch zeitlich würde es sich für mich nicht rentieren, Tonträger zu kaufen. Ich komm ja kaum damit hinterher, in neue Veröffentlichungen wenigstens reinzuhören, historische Sachen anzuhören um die Entwicklung der Szenemusik nachvollziehen zu können, die Musik von Bands zu hören um zu entscheiden ob ich auf eins ihrer Konzerte gehe oder nicht … früher hab ich wenigstens noch während langer Autofahrten CDs gehört, aber ich hab kein Auto mehr, drum ist das auch weggefallen. Und auch das selbe Album immer und immer wieder anzuhören (was ich ganz früher durchaus ab und zu mal getan hab) kommt bei mir einfach nicht mehr vor.

CDs passen einfach nicht zu meinem Leben, zu meinem Hörverhalten und zu meiner Persönlichkeit. Und das Konzept „Sammlungen“ ist sowieso nicht jedermanns Sache.

Und insbesondere kleine Bands/Projekte/Label werden auch ganz sicher keine CDs oder generell Tonträger produzieren wenn die Nachfrage nicht ausreicht und sie drauf sitzen bleiben. Da mache ich ihnen keinerlei Vorwurf.

Lox
Lox (@guest_62578)
Vor 11 Monate

Sei gegrüßt,

Du bist damit nicht allein. Ich habe etliche CDs und DVDs sowie halt Dich fest , Bücher daheim. Gern lege ich eine CD ein. Auch blättere ich gern mal in den kleinen Booklets. Vinyl, Du wirst sicher Depeche Mode besitzen Violator, vermute ich, Robert.

Radio, Kassette ? *lach* Stunden habe ich vor dem Radio gesessen. Doch auch doof wenn ein Nachbar mit dem Funkgerät spielt und Dein Empfang weg ist, oder jemand einen Fhön hat der nicht ganz entstört ist. Von CD auf Kassette kopiert habe ich auch, und ab damit in den ständig batterieschwachen, Walkman. Doch nein, die Reihenfolge, gleich zurück und noch einmal. Die Musik wurde immer länger wenn die Batterie fast leer war.

Zu Alben, sofern sie nicht verschollen gingen und ihren Weg zurück fanden, haben einige Signaturen von Freunden im Booklet, oder auf der Hülle. Dies ist mit mp3 nicht drin. Bei Büchern ist es nicht anders.

Damit schreiben diese stummen Wegbegleiter auch ein Stück Geschichte. Manch eine CD die nicht zurückgebracht wurde, liegt sicher bei der ein oder anderen Person wie ein Mahnmal im Regal. Oder wie eine Trophäe ?
Ein paar Alben erstand ich mehrfach, da sie ständig verschwanden oder bei Freunden vom Autoradio-CD-Player gefressen wurden. Die waren eine ganze Zeit lang sehr anfällig, ganz besonders im Sommer bei Hitze.

Da wurde sicher manch ein Album etwas unfreiwillig sofern der Player es nicht mehr herauswarf, gehört bis zum ausbrannt der Schreibe, ein Schelm wer da an die Hölle denkt.

Nun, es ist eben nicht alles Gold was Modern ist. Schließlich gibt es auch noch Musikinstrumente.

Doch defekte Speicherkarten gibt es auch zu genüge, oder die Mp3player haben Software Probleme und löschen mal einen Teil der Karte. Bei einer CD brauch ich nicht alles neu zu kopieren.

Jedoch habe ich längst bemerkt das einige Alben recht gut im Wert steigen. Bei Switchblade Symphony (CD) ist der Preis meist recht stattlich für ein Album von 95, liegt es meist um die 30-50 € wobei Händler es für nur ein paar Cent ankaufen. Obwohl es die Alben natürlich auch Digital gibt. Wobei auf mangelnder damaliger Auflage das Angebot an Original eben natürlich Limitiert ist. Doch sind auch Alben auf CD wie Marker kleine Karten der Erinnerung in der Wohnung. Einfach mal vor ein Buch im Regal damit und schon Deko.

Eines dürfte klar sein, einige Alben haben einen zeitlosen Kulturstatus erreicht. Natürlich bin ich bei all denen die hier und da die Erfahrung gemacht haben, verleihen ist manchmal wie verschenken. *schmunzel*

Wenn ich da an die Novi denke, nun Handy weg, Leben weg ? Doch werden sie halt anders wohl lernen wie Menschen eben sind. Die Nachfrage an etwas was bleibt ist dann halt erst später da vermute ich.

Mit dunklen Gruß, Lox

Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Editor
Vor 11 Monate

Mit Kassetten, Vinyl, Walkman und tragbarer CD-Player bin ich auch noch groß geworden – zum Glück. Das bekannte Radio mit Kassette aufnehmen gehörte auch zu meinen beliebten Tätigkeiten im heimischen Jugendzimmer. Wenn gerade mal genügend Taschengeld da war, habe ich damals besonders viele CD’s im örtlichen Plattenladen gekauft. Davon ist noch einiges übrig geblieben und besonders meine ganze Grufti-Mucke habe ich noch behalten. Mit dem stetigen Fortschritt hat sich das auch bei mir gewandelt. Vieles ist digitalisiert und auch Spotify trällert gern über die Kopfhörer. Trotzdem kaufe ich ab und an gern noch Vinyl’s oder CD’s, da mein Auto auch noch einen CD-Player besitzt und das abspielen von Mp3’s nicht möglich ist. Einen Plattenspieler besitze ich natürlich auch. Aber finanzielle hat Spotify & Co. natürlich ihre Vorteile und da wundert es nicht, das der Kauf von CD’s oder Vinyl oft auf der Strecke bleibt – leider.

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 11 Monate

Tragbarer CD-Payer/Discman… oh ja, den hatte ich auch.

Was hab ich mich damals gefreut, den zu bekommen, aber für unterwegs taugte der absolut nichts. Bei jeder noch so kleinen Erschütterung sprangen die CDs darin. Aber immerhin war er dann ideal dafür, auf Flohmärkten und Plattenbörsen auch mal in CDs reinhören zu können, ob sie mir überhaupt gefallen.

Auch in Plattenläden hab ich mich damals stundenlang durch das CD-Sortiment gehört, sofern die diesen Service hatten. Immer mit großer Vorsicht, bevor ich die Kopfhörer aufsetzte, weil die meist extremst laut eingestellt waren vom Vor-Hörer. Besonders geärgert hat es mich, wenn das Personal behauptete, dass es nicht leiser einzustllen ginge (ja klar…) und ich die Hörer dann so aufsetzen musste, dass ich nicht den vollen Klang mitbekam, aber dafür mein Gehör keinen Schaden nahm…

Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Editor
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 11 Monate

Ja genau, das Problem mit den kleinen Erschütterungen war manchmal echt nervig. Bei meinem Player gab es eine Funktion, die das eigentlich verhindern sollte. Hat trotzdem oft nicht geholfen.
Kennst Du noch diese KFZ-Kassettenadapter für’s Autoradio? Mein erstes Auto hatte noch einen Kassettenspieler und so habe ich das mit Adapter und dem Discman gekoppelt und konnte meine Alben hören.

Die guten alten Plattenläden fehlen mir auch oft. Schade das es so selten geworden ist. Mit den Kopfhörer und der Lautstärke hatte ich auch so zu kämpfen. :) Manch Plattenläden hatte schon einen tollen flair und manchmal fühlte man sich wie im Paradies.

John Doe
John Doe(@arno-siess)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 11 Monate

Das Gefühl kenne ich noch gut!
Wir sind seinerzeit meistens zum Plattenkauf in das WOM nach Frankfurt gefahren. Danach ging es noch in „Marions Platten Boutique“, auch in Frankfurt.
Da wären wir am Liebsten eingezogen… 😄

Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Editor
Antwort an  John Doe
Vor 11 Monate

Kann ich gut nachvollziehen. Ich denke mal, da wurde besonders viel Geld hinterlassen? :)

John Doe
John Doe(@arno-siess)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 11 Monate

Ja, durchaus! Da hat der eine oder andere Schein den Besitzer gewechselt… 🙈

Formeo
Formeo (@guest_62586)
Vor 11 Monate

Ich hatte mit 13/14 mal eine Phase, in der ich mein ganzes Taschengeld für CDs ausgegeben hatte, die stehen zum Großteil immernoch in einem Regal. Den Bezug zu Tonträgern, wie er hier beschrieben wird, hab‘ ich eigentlich nur zu Büchern, spezifisch den Comics. Viele von denen könnte ich auch gratis online lesen, will ich aber nicht, weil ich Texte gerne von Papier aus lese und die Zeichnungen auf Bildschirmen nie genauso gut zur geltung kommen würden, wie auf Papier.

Musik ziehe ich mir seit Jahren mit ’nem MP3 Converter von YouTube runter. Ja ich weiß, ich sollte dafür bezahlen, aber mir fehlt da leider das Geld für. Streamingdienste nutze ich gar nicht, nur einmal hab‘ ich mir den Spotify Account mit jemandem geteilt und ich hab’s nicht gemocht. Ich sortiere eine Musik schon gerne nach Alben und einzelne Songs nach den Jahren, in denen ich sie gefunden habe, da kann ich mit diesem Playlisten Feature nicht soo viel anfangen (mal rein davon abgesehen, dass ich sehr viel japanische Musik höre, die schlicht und ergreifend nicht auf Spotify zufinden war.) Meine Hauptquelle ist YouTube und verschiedene Musik-Datenbanken und -Magazine (wie dieses hier) und von den letzeren Beiden nehme ich auch das meiste mit, weil ich nicht von ’nem Algorythmus mit Vorschlägen überschwämmt werde, sondern selber aktiv werden und suchen muss. Auf YouTube hingegen höre ich mir sehr gerne Mixtapes/Playlists von anderen Leuten an, die als ganzes Video veröffentlicht werden, da bin ich schon auf ganz neue Musikgenres aufmerksam geworden.

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Formeo
Vor 11 Monate

Ich hab auch als Jugendliche mein Taschengeld zunehmend in CDs investiert, was aber leider nicht ganz reibungslos ablief.

Zum einen bekam ich mit 15-17 Jahren gerade mal 15DM Taschengeld, eine CD kostete etwa das Doppelte. Und als ich mir durch einen Putzjob und Zeitungsautragen was dazu verdiente, hatte mein Vater entschieden was dagegen, dass ich mein Geld für Musik ausgebe, die ich seiner Meinung nach eh nicht lange hören würde. Ja klar, er hat ja auch keine Musik aus seiner Jugend mehr gehört (Ironie aus). So kam es, dass ich, wenn ich zu Besuch bei ihm in Berlin war und mit CDs in der Tasche zurück kam, diese erstmal in unserem Briefkasten versteckt habe, weil er tatsächlich nach Shoppingbummeln meine Taschen kontrollierte!

Dann war es, weil ich damals auf Sylt lebte, nicht einfach, außerhalb der Ferien in Berlin an Tonträger heran zu kommen. Es gab einen kleinen Plattenladen in Westerland, der zumindest was von Cure und Depeche Mode hatte. Manchmal bestellten wir auch in der Klasse aus dem „Mailbu-Versandkatalog“ was gemeinsam. War ich dann in Berlin, war mein erster Weg oft zu WOM (World of Music) in der Nähe vom Ku’Damm, wo es eine große Indie-Abteilung und die Möglichkeit, sich alles in Ruhe anzuhören, gab. Nur waren die CDs dort recht teuer.

Letzte Bearbeitung Vor 11 Monate von Tanzfledermaus
Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 11 Monate

Also über das Verhalten der Eltern von damals kann man sich heute nur noch wundern. Für was sollte man mit 15 Jahren denn sonst Geld ausgeben? Es schon mal für die private Rentenversicherung zurücklegen ; )
Zum Glück respektieren Eltern heutzutage die Grenzen ihrer Kindern eher, zumindest herrscht ein größeres Bewusstsein für deren Autonomie. Zumal, wenn es wie in deinem Beispiel, um selbst verdientes Geld geht. Auch wenn er es sicherlich nur gut gemeint hat. 

Rückblickend muss man sagen, hätte man Taschengeld tatsächlich nicht besser investieren können. Wenn man bedenkt wieviel Cds oder Platten aus dieser Ära heutzutage wert sind. Vor kurzem wollte ich eine X-mal Deutschland LP kaufen, es sollte ein Geschenk werden. Ich hab echt nicht schlecht gestaunt über die Preise!

Letzte Bearbeitung Vor 11 Monate von Norma Normal
Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Editor
Antwort an  Norma Normal
Vor 11 Monate

Wenn man bedenkt wieviel Cds oder Platten aus dieser Ära heutzutage wert sind.

Ich war nach dieser Diskussion gleich mal wieder auf Discogs unterwegs um nach ein paar alten Sampler zu schauen.
Bei den Preise schlackern einem echt die Ohren.

Formeo
Formeo (@guest_62598)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 11 Monate

Bei mir gab’s in der Stadt einen Gebrauchtladen, der vor allem gebrauchte CDs und Schallplatten, aber auch DVDs, Videospiele und sogar manchmal Bücher angekauft und verkauft hatte, bei dem hab‘ ich glaube ich echt ’n halbes Vermögen gelassen, die Sachen entsprachen aber auch der Preisklasse eines Teenagers. Meine Eltern fanden das glaube ich ein bisschen befremdlich, aber vorgeschrieben, wie ich mit meinem Taschengeld umzugehen habe, haben sie mir zum Glück nicht. War aber nicht bei allen so, ich erinnere mich, dass ’ne damalige Freundin von mir ihre Black Veil Brides CD (Es war die Mittelstufe, okay) abgenommen bekommen hat, weil ihre Mutter der Meinung war, das wäre irgendwie satanisch oder so.

Letzte Bearbeitung Vor 11 Monate von Formeo
Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Editor
Antwort an  Formeo
Vor 11 Monate

Ein paar Dörfer bei mir gibt es auch noch einen ganz kleinen Plattenladen, der ebenfalls auch gebrauchte CD’s und Schallplatten verkauft. Da kann man wirklich noch glücklich sein, das der noch immer in diesen Zeiten voll dabei ist.

Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Editor
Antwort an  Formeo
Vor 11 Monate

Wenn das Geld nicht wäre… Aber mein Taschengeld ging auch oft für Musik drauf. Mit 15/16 habe ich einen Nebenjob mit Zeitungsaustragen gemacht und später neben der Schule im Getränkemarkt gearbeitet. Dadurch konnte ich mir dann schon oft einen musikalischen Luxus leisten. Taschengeld habe ich damals nur 10-15 DM bekommen. Ich glaube eine CD hatte damals schon 20-25 DM gekostet. Bücher sind heute noch immer meine Leidenschaft, mit e-Books kann ich nicht viel anfangen. Ich mag das blättern und wälzen durch Papier :), aber meine Leidenschaft beziehen sich auf literarische Werke.
Youtube habe ich damals (2000er) besonders in meinen Anfängen in der Szene oft als musikalische Quelle benutzt. So konnte ich in vielen Bands und Richtungen einfacher reinhören, besonders was die 80er der Szene betraf.

Letzte Bearbeitung Vor 11 Monate von Gruftwurm
Klein Grün
Klein Grün (@guest_62592)
Vor 11 Monate

Ich liebe es, Tonträger in der Hand zu halten, egal in welchem Format. Als Lockdownzeit war, habe ich mir Leerkassetten bei ebay ersteigert, weil ich keine mehr hatte und Corona-Tapes aufgenommen. Ich durfte ja wochenlang nicht zur Arbeit gehen und meditatives Mixtapen hilft gegen alle Arten der unschönen Begleiterscheinungen von sozialem Rückzug.
Aber zurück zum Anfang : Mein Vater hatte einige Schallplatten und hat viel Musik gehört, laut und in Endlosschleife, vor allem, wenn ein Album neu war und er es richtig gut fand. Da muß ich einen Knacks wegbekommen haben. Ich habe angefangen mit Kassetten von den???. Die habe ich vom zusammengesparten Taschengeld gekauft , sie stehen immer noch in meinem Regal und sind auch noch hörbar, obwohl ich sie eigentlich totgespielt haben müsste , so oft wie die liefen. Weil ich mir ja nicht ständig welche kaufen konnte, Ihr kennt das bestimmt…
Dann kamen LPs dazu, mit Nebenjobs ab und zu finanzierbar. Dafür musste ich aber mit dem Zug nach Kiel zu Blitz Records fahren. Da habe ich mich dann stundenlang durch den Laden gewühlt. Meine erste CD habe ich mir übrigens gekauft als es bei uns zu Hause noch gar keinen Player gab. Eigentlich aus Verzweiflung… Ich wollte unbedingt „3 imaginary boys“ hören, habe die aber nicht als LP bekommen. Die CD habe ich dann einer Klassenkameradin mitgegeben und sie hat sie mir auf Kassette überspielt😂Sowas kann heutzutage keiner mehr nachvollziehen, ist aber eine tolle Erinnerung an eine Zeit, zu der nicht permanent alles verfügbar war und man erfinderisch sein musste. Ich habe auch noch tolle Mixtapes von früher, die mir Freunde aufgenommen haben. Und ich bin viel auf Flohmärkten gewesen, weil zu der Zeit viele vom „sperrigen“ Vinyl auf CD gewechselt haben und ihre Schallplatten zu unglaublichen Preisen verkauft haben. In meinem Schrank liegen noch 2 Walkmen, man weiß ja nie, wofür man die noch braucht.
Ich streame nicht, habe auch schon einen freien Zugang zu Spotify abgelehnt. Da bin ich eigen, digitale Musik und auch digitales Lesen sind nichts für mich. Ich brauche etwas in der Hand und es macht mir ein gutes Gefühl, wenn ich in meinen Lieblingsschallplattenladen komme und die freundlichen Menschen am Tresen schon genau wissen, was ich suche.

Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Editor
Antwort an  Klein Grün
Vor 11 Monate

 Ich habe angefangen mit Kassetten von den???.

Die ??? habe ich damals als Kind auch oft viel auf Kassette gehört. Aber besonders beliebt bei mir war die Gruselserie von H.G. Francis wie Dracula, Frankenstein & Co auf Kassette.

 Ich habe auch noch tolle Mixtapes von früher, die mir Freunde aufgenommen haben. Und ich bin viel auf Flohmärkten gewesen, weil zu der Zeit viele vom „sperrigen“ Vinyl auf CD gewechselt haben und ihre Schallplatten zu unglaublichen Preisen verkauft haben.

Einige Mixtapes von Freunden habe ich heute noch im Regal und manchmal laufen die noch beim Autofahren oder so. Auf Flohmärkten schaut man auch heute noch gern nach interessanten Vinyls, macht einfach Spass dieses Stöbern.

In meinem Schrank liegen noch 2 Walkmen, man weiß ja nie, wofür man die noch braucht.

Tatsächlich spiele ich schon länger mit den Gedanken, mir über ebay einen Walkmen wieder zu besorgen. Viele Bands bieten seit langen ihre Stücke noch immer auf Kassette an oder vielleicht findet man noch was auf besagten Plattformen.

Letzte Bearbeitung Vor 11 Monate von Gruftwurm
Klein Grün
Klein Grün (@guest_62597)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 11 Monate

Klar gehe ich auch immer noch gerne auf Flohmärkten auf die Jagd, aber die Preise waren damals wirklich noch auf einem ganz anderen Niveau. Da habe ich immer einen Stapel spannender Scheiben mit zurück genommen und konnte mir das von meinem schmalen Azubi-Gehalt leisten. Mittlerweile wird es hier auf den Flohmärkten immer weniger und ich muss doch in den Laden gehen, um spezielle Dinge zu finden. Nur auf Plattenbörsen gehe ich nicht, da komme ich zu oft auf dumme Gedanken 😂
Für meine ältere Tochter habe ich über Kleinanzeigen einen alten Technics-Plattenspieler gekauft und selbst wieder flott gemacht. Sie ist da auch durchaus interessiert und wenn ich wieder neue Scheiben stehen habe, guckt sie da gerne mal durch.

Super, wenn das Autoradio noch Kassetten schluckt. Ich hatte früher immer einen Beutel mit Kassetten im Beifahrerfußraum, weil ich in Schleswig-Holstein gewohnt habe und die Wege weit waren… Und der ÖPNV zu der Zeit unterirdisch…Und für Zug und Fahrrad hatte ich ja den Walkman.

Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Editor
Antwort an  Klein Grün
Vor 11 Monate

Das stimmt, wirklich gute Raritäten auf Flohmärkten zu finden ist wirklich selten geworden. Generell das Angebot auf Flohmärkten lässt sich langsam zu wünschen übrig.

Auf Plattenbörsen war ich auch gern und man musste sich wirklich oft zusammenreißen. Das letzte mal war ich vor gut 3 Jahren…

Ganz ehrlich, ich finde es einfach super den Nachwuchs damit vertraut zu machen. Da besteht noch Hoffnung für die Zukunft. :)

graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Vor 7 Monate

Auch ich bin jemand, der die CD dem Mp3 Stream vorzieht. Ähnlich wie bei Tanzfledermaus, ärgert es mich, dass man viele der heutigen Veröffentlichungen nur noch als Mp3 kaufen kann oder höchstens als Vinyl erhält. Gerade bei Lieblingsbands oder Alben die ich mag, möchte ich etwas in der Hand halten können.
Das bedeutet allerdings nicht, dass ich keine Mp3 Dateien auf meinem Rechner habe. Bei manch älterer Veröffentlichung ist es sogar die einzige Möglichkeit, diese Musik zu besitzen. Sicher kommt es vor, dass die Dateien in Vergessenheit geraten, aber der Moment, wenn man sie wieder öffnet, ist einfach toll.
Und auch durch die Beiträge hier zu gehen, ruft in mir ein schönes Gefühl der Nostalgie wach. Denn wie viele andere, habe ich mir Musik auf Kassette überspielt, um meine Lieblingsstücke unterwegs hören zu können oder aus Mangel eines CD-Brenners, geliehene Sachen in meine Sammlung aufnehmen zu können. Selbst die Kassetten hole ich von Zeit zu Zeit heraus und genieße 😊.

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