28 April

LARP weltweit - Pennsic War

Kategorie: Veranstaltungen — Jahrgang: 20104 Kommentare

Wer glaubt, LARP (Live Action Role Play­ing) wäre ein euro­päi­sches Phä­no­men Mit­tel­al­ter­be­geis­ter­ter Zeit­ge­nos­sen, der ist auf dem Holz­weg und des­sen Her­kunft ist ebenso in die­ser Zeit zu suchen1. Aber bevor ich wie­der abschweife, kon­zen­triere ich mich wie­der auf das wesentliche.

In den USA ist man immer schon Anhän­ger von der Dar­stel­lung his­to­ri­scher Schlach­ten gewe­sen, gerade die aus der eige­nen Geschichte wie dem Bür­ger­krieg, sind beson­ders beliebt. Viel­leicht der ame­ri­ka­ni­sche Weg die eigene und recht kurze Geschichte zu wür­di­gen. Des­halb habe ich immer geglaubt, das mit­tel­al­ter­li­che Lei­den­schaft sei vor allem in Europa zu Hause und würde in den Staa­ten eher im Unter­grund statt­fin­den und höchs­tens durch die Teil­nahme an Ger­ne­o­ri­en­tier­ten Spie­len zele­briert. Als ich dann das Video sah, das die­sem Arti­kel zu Grunde liegt, musste ich mich eines bes­se­ren beleh­ren las­sen. Ame­ri­ka­ner sind ein­fach Begeis­te­rungs­fä­hi­ger für sol­ches Ansin­nen, eine ihrer größ­ten Stärken.

Since Pennsic XXV in 1996 the event has gathered over 10,000 participants each year [...] Pennsic is, however, an SCA event; members of other groups are welcome, but are generally expected to follow SCA rules—especially in regards to armor, weapons and behavior on the battlefield for the various fighting scenarios. According to the Pennsic Independent, a privately-published newspaper published on-site, the final count for 2009 was 10,947.

Bei 10.000 Teil­neh­mern kann man wohl nicht mehr von einem klei­nen Event spre­chen. Ich denke, das ist das ame­ri­ka­ni­sche Mekka für LAR­Per, die mal wie­der Lust habe ihre Rüs­tun­gen und (unge­fähr­li­chen) Waf­fen in Aktion zu ver­su­chen. Gut, viel­leicht sind die dar­ge­stell­ten Epo­chen nicht ganz har­mo­nisch, aber das wol­len wir mal nicht so eng sehen.

  1. In Wäl­dern die­nen man­che Wege nur dem Abtrans­port des Hol­zes. Folgt man ihnen als Wan­de­rer, erreicht man nicht sein gewünsch­tes Ziel. Der Begriff „Holz­weg“ war bereits im Mit­tel­hoch­deut­schen als hol­wec geläu­fig. Bald danach bil­dete sich die zusätz­li­che Bedeu­tung „Irr­weg, Abweg“ her­aus. Aus dem Duden für Rede­wen­dun­gen, Seite 376 []

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Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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4 Kommentare

  1. geil, nach dem motto: »euer gewinn ist pitts­burgh, die wis­sen nur noch nix davon« ;)

  2. Ich bin ja selbst auch Ex-LARPer und habe in mei­ner akti­ven Zeit immer einen gro­ßen Bogen um so große Events gemacht, ich glaube über 300 Teil­neh­mer kam ich nie hin­aus, eher deut­lich klei­ner. Ein Con mit 10.000 Leu­ten klingt für mich also im Gegen­teil eher abschre­ckend als sonst irgendwas…

    Es scheint sich aber eine Menge getan zu haben, mein Bild ist im gro­ßen und gan­zen weit posi­ti­ver. Die meis­ten Kla­mot­ten sehen so aus, wie ich es aus Deutsch­land kenne (keine Jeans und Foot­ball­schul­tern unter einem Kar­tof­fel­sack, wie ich es aus älte­ren Videos kannte), und beson­ders auch die Leute, die nicht kämp­fen (wie ich selbst) machen schon Ein­druck, aber der all­ge­meine Fokus auf Kampf sowie vor allem auch die Waf­fen an sich sind mir immer noch suspekt.
    Wäh­rend die deut­schen Her­stel­ler seit Jah­ren bemüht sind, die Waf­fen immer schö­ner und rea­lis­ti­scher im Aus­se­hen zu gestal­ten und dabei immer siche­rer zu machen (und auch viele LAR­Per mit klei­ne­rem Geld­beu­tel selbst teil­weise sehr sehr schöne und gute Kon­struk­tio­nen her­vor­brin­gen) klop­pen die Amis sich noch immer mit Holz­stö­cken mit oder ohne Rohri­so­lie­rung aus dem Bau­markt.
    Und dazu nicht gewan­dete Tourie-Zuschauer, die applau­die­ren und joh­len? Da muss ja rich­tige In-Time-Stimmung aufkommen…

    So oder so nach wie vor nichts (mehr) für mich — ich habe ein­fach mitt­ler­weile viel zu viel Spaß daran sämt­li­che Aspekte des bür­ger­li­chen Lebens in Hes­sen um 1300 zu rekon­stru­ie­ren und in einer klei­nen Gruppe von befreun­de­ten Living-History-Darstellern Mit­tel­al­ter­märkte zu besuchen.

  3. bür­ger­li­ches leben in hes­sen um 1300 klingt interessant!

  4. @Karnstein: Sicher­lich, Mas­sen­ver­an­stal­tun­gen sind nicht jeder­manns Sache. Als alter Rol­len­spie­ler (schwar­zes Auge) finde ich klei­nere und inti­mere Kreise auch bes­ser, schätze aber die Tat­sa­che da man sich in sol­chen Ver­an­stal­tun­gen orga­ni­siert. Das Phä­no­men des deut­schen Per­fek­tio­nis­mus, bezo­gen auf deine Dar­stel­lung der Waf­fen, ist übri­gens auch im wei­tes­ten Sinne auf alle ande­ren Dinge zu kopie­ren und sicher­lich eine der deut­schen Stärken.

    Ähnlich wie tobi finde ich die Idee der his­to­ri­schen Dar­stel­lung sehr inter­es­sant, vor allem was »sämt­li­che Aspekte« angeht. Auf Mit­tel­al­ter­märk­ten (die ich auch sehr schätze) wie das Leben zu die­ser Zeit doch eher romantisiert.

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Trackbacks

  1. bauernhof schreibt:

    LARP welt­weit – Penn­sic War – Spon­tis Web­log: Ein Track­back zu fol­gen­dem Bei­trag ist ange­kom­men: bau­ern­hof: Das Ki… http://bit.ly/a8tNyZ