Gothic Szene 1985 – Die ersten Jahre der Kultdisko „Zwischenfall“

Als ich neulich in einer alten Musikexpress-Zeitschrift blätterte, stieß ich auf einen Artikel über das „Zwischenfall“ in Bochum. Mir fiel ein, dass ich die Kultdisko im Jahr 2011 zum ersten und zum letzten Mal betreten habe.

Robert und ich waren gemeinsam dort gewesen. Ich ging damals tief beeindruckt und andachtsvoll durch die heiligen Hallen. In meinem Szene-Leben war ich in anderen Düster-Schuppen unterwegs gewesen, zum Beispiel im Old Daddy in Duisburg. Das Zwischenfall war für mich unerreichbar und ich weiß auch nicht, ob ich mich dort hinein getraut hätte. Schon damals hatte man ja immer das Gefühl, nicht gruftig genug zu sein. Ich hatte in den 80ern nicht einmal Pikes.

Anzeige fuer das Zwischenfall im Zillo
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Ab Anfang der 90er-Jahre lebte ich dann fast 20 Jahre weit vom Ruhrpott entfernt. Also wieder kein Besuch im Zwischenfall. Im fortgeschrittenen Alter mit einem Haufen Szene-Erfahrung mehr durfte ich dann also nach meiner Rückkehr in die Heimat mit Robert endlich die sagenumwobene Kult-Disko kennenlernen. Wir nahmen uns nach dem schönen Abend dort vor, öfter dort tanzen zu gehen. Doch dazu sollte es leider nicht mehr kommen.

Am 19. August 2011 erreichte uns die Hiobsbotschaft. In der Nacht hatte es im Haus, in dem das Zwischenfall untergebracht war, einen Brand gegeben. Die Räumlichkeiten wurden durch das Löschwasser zerstört. Das Gebäude war nicht mehr zu retten. Für mich wurden mit dem Gebäude keine persönlichen Erinnerungen abgerissen, aber doch die Möglichkeit, den Geist der Vergangenheit in den gruftigen Mauern zu erkunden. Es tat schon ein bisschen weh, das Kleinod loszulassen, in das ich mich doch jetzt erst getraut hatte.

Ich saß also da und las den alten Artikel im Musikexpress aus dem Jahr 1987. Auf einem der dazugehörigen Bilder war DJ Klaus Märkert abgebildet. Klaus kennen wir schon seit vielen Jahren. Ich hatte die Idee, ein Interview mit ihm zu machen. Das Zwischenfall kann ich nicht mehr erkunden, aber Klaus kann mir von früher erzählen.

Gesagt, getan! Dies ist das Ergebnis meiner Überlegungen in Form eines Videos, das auf meinem YouTube-Kanal „Orphi Eulenforst“ erschienen ist.

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Orphihttp://www.youtube.com/c/OrphiEulenforst
Orphi Eulenforst – impulsiv, pragmatisch, weniger optimistisch! Prädestiniert für den “Hexenfluch”. Außerdem großer “The Cure”-Fan und überzeugte Schriftstellerin. Sabrina wurde 1971 in Duisburg geboren und beschäftigt sich vornehmlich mit den kulturellen Aspekten der Szene. Darüber hinaus macht sie sich als Muse und Gegenpol unbezahlbar.

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das H.Gen
das H.Gen (@hagen)
Vor 4 Monate

Ich war ca. 1988 zum ersten mal im Z-Fall und war geflasht. So viele gestylte Grufits auf einem Haufen hatte ich selbst im Old-Daddy-Oberhausen vorher nie gesehen. Die Musik, das Ambiente und alles andere war einfach nur genial. Von da an war das Z-Fall lange Zeit mein zweites Wohnzimmer. Um 2000 rum wurden meine Besuche dann weniger weil die Musik und die Szene sich gewandelt hatte und mich nicht mehr so ansprach.

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus (@guest_59569)
Vor 4 Monate

Ich war 1992 das erste und einzige Mal im Zwischenfall… Da war ich gerade mal 3 Jahre Grufti und kannte noch nicht so viele schwarze Clubs zum Vergleich (in Berlin gab es damals nicht mehr so viele schwarze Veranstaltungen, die aus den 80ern noch übrig geblieben sind, eigentlich nur das „Linientreu“ – und das wurde immer mehr zur Techno-Bude). Leider sind meine Erinnerungen an das „Fall“ nur noch sehr vage, nur an eine Zwischenetage mit Billiard oder Kicker kann ich mich erinnern und dass es überall sehr dunkel und neblig war und dass ich wie verrückt zu „killing game“ von Skinny Puppy getanzt habe. Tja, schade…. Irgendwie gab es scheinbar wenig, was mich damals beeindruckt hat. Eher in Erinnerung blieb mir, dass wir anschließend auf dem Weg zum Auto von Skinheads mit Flaschen beworfen wurden und die Beine in die Hand nahmen.

Letzte Bearbeitung Vor 4 Monate von Tanzfledermaus
Jennifer Feuerlocke
Jennifer Feuerlocke (@guest_59570)
Vor 4 Monate

Ich muss gestehen, dass ich den DJ Klaus Märkert und auch das Zwischenfall nicht kenne. Bin im ländlichen Brandenburg aufgewachsen und habe da leider nie viel von der Szene mitbekommen. Gerade deshalb würde ich mich über eines der Bücher schon sehr freuen. :)
Vielleicht habe ich ja Glück. :)

atmafk1
atmafk1 (@danielnatorp251)
Vor 4 Monate

Der Ruf der Location ist legendär, von daher hätte es mich bestimmt interessiert da mal aufzukreuzen. Bin nur leider in südlicheren Gefilden aufgewachsen und wenn, dann eher mal in die Kulturruine nach Karlsruhe getingelt.

Dr. Fusselpulli
Dr. Fusselpulli (@guest_59572)
Vor 4 Monate

Ich war sehr gerne im Zwischenfall, war aber aufgrund meines Alters zum ersten Mal im Jahr 2007 dort, dann aber Regelmäßig bis zum Brand 2011, und habe dort auch einige Menschen kennen gelernt. Zu dem Zeitpunkt war es nahezu der einzige Laden in der Gegend, in dem noch die „alte“ Musik gespielt wurde.
Alle anderen Gothic-Partys zu der Zeit schienen entweder Techno, Metal oder Mittelalterrock zu spielen, oder auf den Immer gleichen Liedern von Cure/Sisters/Bauhaus zu kleben und nicht in die Tiefe der musikalischen Möglichkeiten zu stoßen, die man auf der Lost-Sounds oder Pagan-Lovesongs erleben konnte.
Ich war auch einige Male zu den Zwischenfall Silvester oder Weihnachtsfeiern dort.

Unvergessen auch die beiden Dönerläden, die quasi nur für Gäste des Zwischenfall noch um 4 uhr Morgens Döner an hungrige Grufties im ansonsten Menschenleeren Langendreer-West verkauften.

Ich bin eigentlich immer bis zum Ende der Parties geblieben, da ich aufgrund der Verkehrsanbindung mitten in der Nacht nur schwerlich nach Hause konnte und so immer bei Sonnenaufgang den Heimweg antrat.
Oft war ich auch einer der Ersten, und schon da, bevor die Tanzfläche überhaupt geöffnet war.

Das Zwischenfall ist damit auch Heute noch eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme für mich, wenn ich auf verschiedene Veranstaltungen gehe und Leute anspreche, die ich damals auf den Parties nicht angesprochen hatte. „Hey, du warst doch auch immer im Zwischenfall unterwegs“
Ich hätte das Zwischenfall auch gerne in den 80er und 90er Jahren kennen gelernt, aber dafür hätte ich dann ein paar Jahre älter sein müssen.

Ich kann mich noch an eine Forumumfrage erinnern, als ein zweiter Club aufmachen wollte, der in die gleiche Kerbe schlagen wollte, das T.I.C. in Mühlheim.
Ich war damals skeptisch, denn das Publikum war zu dem Zeitpunkt sehr klein und ich befürchtete eine Aufsplittung der relativ spärlichen Leute.
Kurz darauf brannte das Zwischenfall dann ab. Das T.I.C. hat einige Jahre später trotzdem wieder zugemacht, obwohl es versucht hat in die Lücke zu springen, die das Fall hinterlassen hatte.

Mone vom Rabenhorst
Vor 4 Monate

Meine Zwischenfall-Zeit war ca. von 1987/88 bis 1992/1993. Wäre gerne noch mal dort gewesen, bevor es abbrannte. So eine Location wird es nie wieder geben, genauso wie das „Gefühl“ von damals. Da kann man noch so viel darüber lesen…. sehr schade.

BlueLotus
BlueLotus (@guest_59574)
Vor 4 Monate

Ich habe Anfang der 90er davon geträumt ins Zwischenfall zu fahren und kann mich noch gut an die Anzeigen im Zillo erinnern! Leider war ich da noch sehr jung und ein schulpflichtiger Grufti und eine Anreise aus Österreich undenkbar…Danke an alle, die Anekdoten aus dieser Zeit teilen und bitte mehr solcher Interviews :)

Abby
Abby (@guest_59575)
Vor 4 Monate

Ohh, das Zwischenfall! Traum meiner dunkelsten Jugend, nie erreicht. Dabei wohne ich sogar eh und je in Reichweite, aber realisierbar wären die 40km erst später mit dem Auto gewesen. Und dann hätte man sich auch noch trauen müssen, daran ist es dann die Jahre nach der Schulzeit gescheitert. Also eine weitere verpasste Chance. Ähnlich lief es dann mit der Matrix wo wir „doch unbedingt mal wieder zur EOD gehen müssen“, aber wie es dann so ist… Spannend aber damals wie heute, dass das Zwischenfall sich nicht nur für mich so unerreichbar angefühlt hat. Danke für die Erinnerung!

Nibbi
Nibbi (@guest_59577)
Vor 4 Monate

Ich war unzählige Male bei Konzerten, kleinen Festivals & Discoabenden bis zur ALLERLETZTEN Party im Zwischenfall & es war die schönste Zeit meines Lebens mit so vielen schönen Erinnerungen und Freundschaften fürs Leben… Ich werde den ZWISCHENFALL Zeit meines Lebens vermissen 😢

Scrubby (Olli)
Scrubby (Olli) (@guest_59578)
Vor 4 Monate

Ich war eigentlich immer da , die ganze Szene und das WE spielte im Fall Oder davor bzw. Im locomotive (Kneipe) umme Ecke statt.
Uwe und Norbert die Macher und Ausrichter diverser geile Konzerte sind unvergessen.
Ich kann sagen als nicht Gruftie mich dort Wohlgefühlt zu haben 😎👍

Scrubby (Olli)
Scrubby (Olli) (@guest_59579)
Vor 4 Monate

Für alle die sich ein kleines bisschen Erinnerungen behalten möchten

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Chris Tewes
Chris Tewes (@guest_59580)
Vor 4 Monate

Ja, der Fall war schon etwas Besonderes und konnte einem schon Respekt einflössen wenn man nicht aus der Szene war.

Adrian
Adrian (@guest_59581)
Vor 4 Monate

Alle Kommentare gelesen und in Erinnerungen geschwelgt… Ich war durch mein Alter erst… ich glaube ’93 das erste mal im Fall gewesen. Damals wurde ich noch mitgenommen! ’94 hatte ich dann endlich meinen Führerschein und war so gut wie fast jeden Samstag dort! Unheimlich viele Leute kennen gelernt, tolle Konzerte gesehen und schöne Zeiten erlebt. Den Kult hat leider bisher noch kein anderer Club erreicht, aber man darf die vielen guten Partys, die es vor Corona gab und hoffentlich auch nach Corona wieder geben wird, nicht vergessen! Danke Norbert, dass es die Lost Sounds immerhin noch im alten Bahnhof gibt! Da unser Proberaum unweit der Ruinen war, habe ich leider auch mit Herzschmerz den Verfall und Abriss regelmäßig sehen können, wo das Herz echt geblutet hat. Schön wars damals, aber es werden auch wieder schöne Zeiten kommen!

Adrian Stahl
Adrian Stahl (@guest_59582)
Vor 4 Monate

Gerade hab ich Orphis Video gesehen und hab dann gleich hier reingeschaut, ich muss mir echt Zeit nehmen wieder öfter mitzulesen, die Arbeit schießt mir leider oft genug jede freie Minute weg …

Leider kenne ich das Zwischenfall nur vom Hören, als Wald- und Wiesengrufti am anderen Eck des Landes war das mit dem Weggehen eh immer schon schwierig, auch wenn bei uns in den 90ern die Etage in Bayreuth, und später die heiligen Hallen des Top Acts in Zapfendorf auch einen gewissen Namen in der Szene hatten.
Ich hatte eine Reifrocktanten-Freundin, die ursprünglich aber aus dem Eck war, als wir damals gen Belgien, zur Gala Nocturna gefahren sind – ich weiß garnicht mehr genau wann das war 2007 oder 2008, jedenfalls wars eine der ersten dieser Veranstaltungen – sind wir auf das Thema „Zwischenfall“ gekommen und hatten uns eigentlich vorgenommen, mal hinzufahren. Leider war dann das Schicksal sozusagen schneller als wir den Plan dann in die Tat umsetzen konnten.

Fantôme Noir
Fantôme Noir (@guest_59583)
Vor 4 Monate

Im Zwischenfall war ich aufgrund der Entfernung nie, aber das Bild von Scrubby und die Beschreibung im Artikel, der im Video vorgestellt wurde, erinnert mich an das Steinbruch-Theater hier in Darmstadt… ähnliches Alter, ähnliche Aufmachung, ähnliche Geschichte…

Noch lebt der alte Bunker. Allen Szenediskos halte ich nach Kräften die Daumen, daß sie Corona überstehen; jetzt im Winter können ja nicht mal die was tun, die einen Biergarten oder sowas ihr eigen nennen und damit im Sommer Glück hatten.

Wer kann, der spende seinem persönlichen „zweiten Wohnzimmer“ etwas. Mit dem zweiten „Lockdown light“ werden einige sehr hart zu kämpfen haben… und wie Herr Märkert ganz richtig sagt – was neues aufzuziehen wird echt schwer heutzutage…

Letzte Bearbeitung Vor 4 Monate von Fantôme Noir
ARMIN
ARMIN (@arminr)
Vor 4 Monate

Das Fall war von 89 bis etwa 94/95 mein Wohnzimmer. Habe dort meine Frau kennengelernt. Ich bin jedes Wochenende etwas 120 Km bis ins Fall gefahren. War ne tolle Zeit. Leider war es Samstags immer unerträglich voll, so das wir Samstags ins Cure, dann ins Objekt oder ins SevenInch nach Herford gefahren sind. Oder ganz verrückt zu Schlachthof-Feten nach Bremen. Die Leute aus dem Fall waren ne eingeschworene Gemeinschaft und oft war es schwer in Kontakt zu treten. Es gibt bei Youtube inzwischen einige Videos aus der Zeit wie Domplatztreffen oder Ausflüge nach Bremen.

Letzte Bearbeitung Vor 4 Monate von ArminR.
Kitty
Kitty (@guest_59585)
Vor 4 Monate

Das Zwischenfall war von 1989 bis etwa 1995 mein zweites Zuhause. Ich habe es sehr geliebt und war fast jeden Samstag da. Da die S-Bahn erst morgens wieder fuhr, habe ich immer die ganze Nacht dort verbracht. Ich habe die Abende mit Zöller sehr gemocht und habe sogar noch einige von ihm aufgenommene Kassetten. Nirgendwo gab es so eine gute Musikmischung, so eine Atmosphäre, so interessant anzuschauende extrem gestylte Leute. Ich habe auch einige schöne Konzerte dort erlebt, am Beeindruckensten war für mich Current 93. Nach 95 war ich etwas weniger häufig dort, aber doch immer wieder. Die letzten Jahre vor dem Unglück war es leider oft sehr leer und ich traf nicht mal Leute, die ich kannte. Trotzdem wünsche ich mir jetzt, ich wäre öfter nochmal hingegangen. Mt den Lost Sounds und 80er Parties im Bahnhof Langendreer ist zum Glück ein Stück Zwischenfall wieder aufgelebt. Ich hoffe, daß ich das nach dem Lockdown wieder genießen kann.

Nurse
Nurse (@guest_59586)
Vor 4 Monate

Wo war ich, als die Mauer fiel? Im Zwischenfall. Und danach bei Minusgraden mit, weiss nicht, mehr als10 anderen Gruftis auf dem Dachboden meiner Tante frieren :D
Ich erzähl das immer wieder gerne:

Stellt Euch vor, Sizi…Bochum, 1989. Wir hatten quasi eine Sternfahrt gemacht, aus Kiel, Ostholstein, Lübeck, Hamburg; die Kieler waren von ihren Unterkunftsgebern versetzt worden und ich sagte, ach, der Dachboden ist groß, kommt alle mit. Meine Gruppe war auf Dachbodenschlafen eingerichtet, die anderen eher nicht so. Und meine Tante ließ sich nichts anmerken, als am anderen Tag immer mehr Leute in ihrer Wohnküche auftauchten.
Wir müssen Freitag und Samstag dagewesen sein, denn Samstagabend wurde Tantes Bad etwas haarig, als sich ziemlich viele Leute nacheinander auftoupierten.
Ans Zwischenfall selbst habe ich wenig und ambivalente Erinnerungen. Freitag war komische Musik. Viel Frisur gab es. Viel unbekannte Musik. Getanzt wurde in Reih und Glied, das kannte ich von „zu Hause“ nicht. Und man musste aufpassen, nicht von der Tanzfläche zu fallen ^^

Wir hörten im Auto kein Radio, achteten auf keine Zeitung, bekamen bei Tante nur Nachrichtenfetzen mit, denen wir keine Beachtung schenkten, wunderten uns auf der Heimfahrt über Trabis auf der BAB und am Sonntagabend erfuhr ich dann endlich, daß historische Ereignisse stattefunden hatten.

Der Ausflug wurde im folgenden Jahr wiederholt; als die Nachricht kam, das Zwischenfall sei abgebrannt, war das trotz meiner eher oberflächlichen Bekanntschaft damit ein Trauerfall, weil eine Szeneinstitution gestorben war.

Robert Forst
Robert Forst (@robert-forst)
Admin
Antwort an  Nurse
Vor 4 Monate

Gibts ja gar nicht! Während des Mauerfalls im Zwischenfall. Ich glaube diese Erinnerung würde mir so surreal erscheinen, dass ich sie wohlmöglich als Fantasie abgespeist hätte. :-) Schöne, merkwürdige Zeit damals.

Alte Pizza
Alte Pizza (@guest_59599)
Vor 4 Monate

War das erste Mal im Zwischenfall, da haben Cinema Strange gespielt. Keine Ahnung wann das war. Danach noch bei den Legendary Pink Dots und bei den Bollock Brothers. Dreimal aus Nürnberg angereist. :)

Robert Forst
Robert Forst (@robert-forst)
Admin
Vor 4 Monate

Richtig besucht habe ich das Zwischenfall tatsächlich in den letzten 2 Jahren vor dem Feuer. Der Laden hatte wenig von dem Gefühl verloren, das ihr hier beschreibt, auch wenn sich die Musik wohl etwas verändert hatte. Das Zwischenfall war immer noch Wohnzimmer für viele Old-School-Gruftis, doch den kultigen Reiz hatte es meiner Ansicht nach ein wenig eingebüßt. Faszinierend fand ich allerdings die Reichweite des Ladens, denn im Umfeld der Disco bestiegen morgens um 4:00 auch einige Niederländer und Belgier ihre Autos, die wohl extra für eine Abend im Zwischenfall angereist waren.

Vor dem Zwischenfall habe ich mich auch tatsächlich das erste mal in meinen Pikes so richtig auf die Fresse gelegt, weil der leichte Nieselregen bei der Hinfahrt über Nacht zum Eis mutiert war. Zum Glück gab es nur einen fetten blauen Fleck am Po und einen hilfreichen Tip eines hilfreichen Gleichgesinnten, Socken über die Pikes zu ziehen, falls es mal überraschend glatt werden sollte.

Vielen Dank für das tolle Interview mit dem Klaus!

Marzena
Marzena (@marzena)
Vor 4 Monate

Ich war in den 90ern leider nur zwei- oder dreimal im Fall. Und wer hattte Schuld? Die Öffis, denn auf die war ich damals angewiesen und so kam ich nur nach Bochum wenn mich jemand mitnahm.
Ich weiß noch wie geflasht ich damals vom Zwischenfall war, es war etwas ganz Besonderes. Ich habe dort Outfits gesehen und Musik gehört, die ich bis dahin nicht kannte.
Ich glaube, jemand der mit den sozialen Medien aufgewachsen ist, kann sich nicht vorstellen wie es damals war. Es gab nur Mundpropaganda was Partys und Konzerte betraf und man sog jede Kleinigkeit, die man irgendwo aufschnappte, wie ein Schwamm auf.
Es war trotzdem eine tolle Zeit. Vielleicht auch weil es besonders war, z. B. ins Zwischenfall auf eine Party zu fahren, davon hat man lange gezerrt.
Ich wünschte mir, ich könnte noch einmal eine Party im Zwischenfall miterleben.
Zum Glück gibt es die Lost Sounds im Bahnhof Langendreer, und hoffentlich bald wieder 🖤🦇🖤.

Robert Forst
Robert Forst (@robert-forst)
Admin
Vor 3 Monate

Im Laufe der nächsten Stunden werde ich die Gewinner auslosen und anschreiben, Luftpolsterumschläge sind bestellt, die Bücher stehen bereit. Ich will versuchen, dass sie euch noch vor Weihnachten erreichen!

Bitte beachten: Nur Kommentare mit funktionierender E-Mail Adresse können berücksichtigt werden. Nachher mal E-Mails checken!

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus (@guest_59647)
Antwort an  Robert Forst
Vor 3 Monate

Hallo Robert, ich habe zwar kommentiert, möchte aber an der Verlosung nicht teilnehmen. Du brauchst mich also nicht mit in die Lostrommel zu packen ;-)

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