1999: Eine Bildertour über den Hauptfriedhof Frankfurt

Leserin Kerstin – alias Hexenstern von Horn – hat eine besondere Leidenschaft für Friedhöfe, schon seit Jahren ist sie unterwegs, um Eindrücke mit ihrer Kamera festzuhalten. Als die Wahl-Hamburgerin vor rund 15 Jahren in Frankfurt lebte, erforschte sie den Hauptfriedhof, einer der eindrucksvollsten und größten Friedhöfe Deutschlands. Beim stöbern in diesen alten Aufnahmen entschloss sie sich, sie Spontis – und damit einer breiten Menge ästhetisch gleichgesinnter Menschen – zur Verfügung zu stellen. Eine schöne Entscheidung, denn mich haben die Bilder gleich gepackt, sei es wegen der Wahl der Motive oder wegen dieser angenehmen Patina, die auf den alten und rauschigen Bilder ruht und diese Art der Wärme versprühen, die man auch beim knistern alter Schallplatten spüren kann.

Und ihre tränen fließen, wie’s Bächlein auf den Wiesen.

1828 lebten 45.000 Menschen in der heutigen Finanzmetropole. Der damals innerhalb der Stadtmauern gelegene Peterskirchhof, der bis dato seit über 300 Jahren als Friedhof genutzt wurde, platzte aus allen Nähten, Ärzte bemängelten das hygienische Problem eines solchen Friedhofs und einflussreiche Patrizierfamilien sehnten sich nach Platz für ihre ausladenden Gedenkstätten. Am 1. Juli 1828 eröffnete die Stadt den Frankfurter Hauptfriedhof, der nach zahlreichen Erweiterungen heute eine Fläche von rund 70 Hektar bedeckt. Seit nun mehr 187 sammelt der Friedhof Geschichten, Schicksale und Tragödien um an die zu erinnern, die sie erlebten. Der Friedhof ist nicht nur eine Ansammlung an kunsthistorischen Grabmälern, sondern auch die letzte Ruhestätte vieler großer Namen. Marcel Reich-Ranicki liegt in guter Nachbarschaft zu Arthur Schopenhauer und Theodor Adorno, auch Goethes „Suleika“ Marianne von Willemer liegt hier begraben. Einst der meistbesuchten Gräber – so Wikipedia – ist das von Pauline Schmidt. Sie soll das Vorbild von „Paulinchen“ gewesen sein, die in der „gar traurigen Geschichte mit dem Feuerzeug“ im Kinderbuch „Der Struwwelpeter“ ihr tragisches Ende findet.
Ich entlasse den Leser nun auf eine kleine Bildertour über den Hauptfriedhof in Frankfurt. Unten das Vorschaumosaik, durch klicken auf eines Bilder gelangt man in eine Diashow, in der man auch die Möglichkeit hat einzelne Bilder zu kopieren oder in vollständiger Größe herunterzuladen.

 

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Madame Mel
Madame Mel (@guest_50422)
Vor 9 Jahre

Schöne Impressionen vom Frankfurter Hauptfriedhof – die Statuen sind mir sehr vertraut und viele habe ich selbst schon einige Male abgelichtet :-) Ein schöner Ort, um den stressigen Alltag für einen Augenblick auszublenden und die Ruhe und die Schönheit aufzusaugen; ja – um einfach neue Energie zu tanken.

Es ist hier auch ein Foto von der Gruftenhalle zu sehen – Kerstin hat den passenden Bildtitel „In Stein umschlungen“ ausgewählt. Leider wurde der Frauenkopf, wie so vieles andere, zwischenzeitlich durch Vandalismus zerstört, was ich persönlich einfach nur traurig und schändlich finde. Zum Glück ist der schöne Engel aus der Gruft Behrends nur durch das Gitter zu fotografieren – sonst hätte er wohl auch noch daran glauben müssen! Daran sieht man doch wieder, wie wichtig es ist, solche Orte wenigstens fotografisch für die Nachwelt festzuhalten.

Baenn
Baenn (@guest_50435)
Vor 9 Jahre

Wer noch ein paar weitere Bilder sehen will – ich habe meine hier hochgeladen:

und

Viele Grüße!

Gruftfrosch
Gruftfrosch(@gruftfrosch)
Vor 9 Jahre

Mensch, sind da wunderschöne Bilder dabei. Danke für’s Zeigen.

„Leider wurde der Frauenkopf, wie so vieles andere, zwischenzeitlich durch Vandalismus zerstört, was ich persönlich einfach nur traurig und schändlich finde.“

Ja, vielerorts machen Streifzüge über die Friedhöfe deswegen kaum noch glücklich. Mich zumindest nicht. Blinder Vandalismus und Buntmetalldiebstähle, wo der Materialwert des Geraubten weit unter dem bildkünstlerischen Wert liegt, haben ein Maß angenommen, dass es nicht mehr feierlich ist.

Shan Dark
Shan Dark (@guest_50457)
Vor 9 Jahre

Sehr sehr schöne Fotos – danke fürs Teilen. Es ist auch wirklich ein schöner Friedhof, über den ich eigentlich öfter wandeln sollte, denn eine Freundin von mir wohnt ziemlich in der Nähe. Aber sie ist kein Gruftie und bevorzugt andere Treffplätze. :D

Übrigens liegt auch Ricarda Huch hier begraben. Leider hab ich ihr Grab noch nicht gefunden, werde mich aber beim nächsten FFM-Besuch mal auf die Suche machen. Mit der Gräber App wo-sie-ruhen müsste das ja klappen.

Gruftfrosch
Gruftfrosch(@gruftfrosch)
Vor 9 Jahre

Ne Gräber-App. Du kriegst die Tür nicht zu X-D. Herrlich.

Shan Dark
Shan Dark (@guest_50460)
Vor 9 Jahre

Du meinst sicher: Du kriegst den Sargdeckel nicht zu. :D

Hier ist sie zum Download: https://www.wo-sie-ruhen.de/

Madame Mel
Madame Mel (@guest_50461)
Vor 9 Jahre

Es gibt aber auch eine sehr gute Internetseite mit aplphabetischen Namensverzeichnis inkl. Gewann-Angabe: https://www.frankfurter-hauptfriedhof.de/

Nur mal so, falls die App streiken sollte ;-) Da fällt mir ein, dass ich die immer noch gar nicht ausprobiert habe…

@Shan Dark
Huch, Ricarda Dr. phil. h. c. (1864-1947) Schriftstellerin, Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main Gewann II 204 :-)

Shan Dark
Shan Dark (@guest_50464)
Vor 9 Jahre

Schon recherchiert, Madame Mel, aber trotzdem hab ich das Grab von Ricarda Huch nicht gefunden in der Gewann. Die sind ja schon auch bisschen groß. Ich setze daher beim nächsten Besuch auf Geolokalisierung per App. Für irgendwas muss der moderne Kram ja mal gut sein :)

Madame Mel
Madame Mel (@guest_50465)
Vor 9 Jahre

@Shan Dark Das dachte ich mir eigentlich auch schon, Shan ;-) Ja mal sehen, wie und ob die App auch funzzt! Das wollte ich demnächst auch einmal austesten… Soweit ich mich daran erinnern kann, ist das ein ganz simpler kleiner Grabstein ohne „Gedöns“ und recht schwierig zu finden. Mit der App sollte das Aufspüren aber ein Leichtes sein. Viel Erfolg :-)

Hexenstern
Hexenstern (@guest_50467)
Vor 9 Jahre

Hmm das erklärt warum die Leute mit nem Handy auf dem Ohlsdorfer Friedhof unterwegs waren ,vor einem Grab standen und irgendwas vorgelesen haben,vom Handy

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