Regenbogenflagge

Britischer Vampir-Grufti fordert schwarzen Streifen in der Regenbogenflagge

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Die Regenbogenflagge ist das Symbol der internationalen Lesben- und Schwulenbewegung und steht für den Stolz, auf die eigene sexuelle oder geschlechtliche Identität und symbolisiert darüber hinaus die vielfältigen Lebensweisen der Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender. Seine gruftige Majestät „Darkness Vlad Tepes“ aus Großbritannien, ein schwuler Vampir und Goth, fühlt sich in seiner eigenen Identität jedoch unprepräsentiert und fordert im Lancashire Telegraph, einen schwarzen Streifen für die LGBT-Regenbogenfahne.

Ein Meldung, die sich ganz wunderbar in das Schlagzeilen-Gewitter der Boulevard-Presse einfügt und darauf ausgelegt ist, sich zu reiben, zu protestieren, zuzustimmen oder sich allgemein über die massive Präsenz solcher Themen aufzuregen. Schon die erste Meldung von Pink News zu dem Thema machte die Sache nicht unbedingt besser, erklärte man doch die Tatsache, das Vlad Tepes wie ein Vampir lebt, Goth ist und dann auch obendrein auch noch schwul ist, zu einer Besonderheit. Die Quintessenz: Er ist nicht so wie andere Gothics, er ist besonders.

Seine erlauchte Dunkelheit Vlad Tepes ist tatsächlich besonders, denn neben der Behauptung sich wie ein Vampir zu fühlen, Gothic zu sein und zu seiner Homosexualität zu stehen, schläft er auch in Särgen und trinkt Blut, wie er dem Lancashire Telegraph bereits vor rund 2 Jahren erklärte. Ja, er ist besonders, denn mit Gothic hat das alles nichts zu tun. Den zahlreichen Vegetarieren, Veganern und Tierschützern und den Gruftis würde es wohl die Zehennägel aufrollen, wenn sie daran denken würden, das Tierblut zu gruftigen Lebensweise gehören würde. Vom überwiegenden Teil der Gruftis ganz zu schweigen, die es wohl möglich eher lächerlich empfinden, wenn jemand wie „Vlad“ mit weißen Turnschuhen, braunem Gürtel und einem Shirt mit Werbeaufdruck eines Modelabels in einem Sarg liegt und sich als Vampir-Goth fühlt.

Vlad fühlt sich jedenfalls unrepräsentiert und meint:

It’s easy to see that the current colours in the gay flag don’t really represent the gothic community. With a black stripe we will be treated as equals within the gay community. Gay people are already accepted within the gothic community only we don’t have a flag.

Nun, offensichtlich hat Vlad die Fahne noch nicht ganz kapiert, denn die Farben stehen nicht für Subkulturen, Splittergruppen, spezifische Lebensweise, Hautfarbe oder sexuelle Orientierung. Gilbert Baker, der die Fahne erstmals am Gay Freedom Day 1978 als Abwandlung der Flagge der Friedensbewegung präsentierte, hatte anderes im Sinn. So steht Rot für das Leben, Orange für die Gesundheit, Gelb für das Sonnenlicht, Grün für die Natur, Blau für Harmonie und Violett für den Geist. Genug Spielraum also, dass sich alle Menschen der LGBT(Q)-Bewegung von ihr angesprochen fühlen dürften. Sie wird im allgemeinen als Forderung für Akzeptanz und Toleranz gewertet, nicht als farblicher Setzkasten einzelner Vorlieben.

Für mich scheint die Frage – ob die Regenbogenflagge einen schwarzen Streifen braucht – ziemlich schnell beantwortet, obwohl ich erklären muss, dass ich als Sympathisant der LGBTQ Bewegung selber kein Teil von ihr bin und meine Meinung somit weniger Gewicht haben dürfte.

Ich bin der Meinung, dass die Fahne bereits ALLE Menschen mit LGBTQ-Hintergrund ausreichend repräsentiert. Auch schwule Gruftis dürften sich unter Regenbogenfahne gut aufgehoben fühlen, denn die Vielfältig der Farben findet im Innern statt, das Äußerliche ist Nebensache. Für mich ist Vlad ein orientierungsloser Jugendlicher auf der Suche nach Aufmerksamkeit, der sich einfach nur besonders fühlen möchte. Der Blogging Goth sieht das ganz ähnlich und versammelt dazu auch einige Stimmen aus der Community.

Was mich aber wirklich nachdenklich stimmt ist die Tatsache, solchen Leuten eine Bühne zu bieten und damit die Plattform für die lächerliche Forderung zu erhöhen. Denn damit leuchtet die Grufti-Szene erneut in dem belächelten Licht der Lächerlichkeit, das bereits hierzulande bereits ausreichend propagiert wird. Sei es als Fetisch-Monster, blutüberströmte Zombies oder grüne Elfen. Jetzt kommt noch bluttrinkender Sargschläfer, dem Sonnenlicht nichts ausmacht.

Viel Schlimmer noch: Der Kampf für Akzeptanz und Toleranz und gegen Unterdrückung und Verfolgung der LGBT-Bewegung wird torpediert, wenn einzelne Individuen ihren ganz eigenen persönlichen Probleme und Defizite auf Kosten einer ganzen Bewegung austragen. Fehlt nur noch, dass die Fetisch-Pferde fordern, einen Schweif auf die Regenbogenflagge zu drucken, damit sie sich nicht unterrepräsentiert fühlen müssen.

(Bildquelle: Tobias Kleinlercher / Wikipedia, Giant LGBT pride flag at The Castro in San Francisco, CC BY-SA 3.0)

Robert
Wizard of Goth – sanft, diplomatisch, optimistisch! Der perfekte Moderator. Außerdem großer “Depeche Mode”-Fan und überzeugter Pikes-Träger. Beschäftigt sich eigentlich mit allen Facetten der schwarzen Szene, mögen sie auch noch so absurd erscheinen. Er interessiert sich für allen Formen von Jugend- und Subkultur. Heiße Eisen sind seine Leidenschaft und als Ideen-Finder hat er immer neue Sachen im Kopf.

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Ronny Rabe
Gast
Ronny Rabe

Warum sollte man eine Symbolik , ein seid Jahren bestehendes Zeichen für die Schwulen und Lesben Gemeinschaft verändern ?
Die sechs Farben symbolisieren die Vielfalt der schwul – lesbischen Gemeinschaft , die alle Schichten , Rassen und Nationalitäten sowie verschiedene Weltanschauungen und Erfahrungen umfasst .

Vlad ,denke ich möchte Aufmerksamkeit und warum er einen schwarzen Streifen in die Fahne haben möchte , versteh ich nicht . Ist auch völliger Blödsinn.

Im Übrigen gibt es für Bisexuelle , Transgender eigene Fahnen . Welche an der Regenbogenfahne angelegt ist – jedoch haben diese etwas andere Farben .

Aber egal ob schwul, lesbisch , transgender , bisexuell _ die Regenbogenfahne vereint SIE alle.

T.S.
Gast
T.S.

Ach herrjeh, soll dieser Friseursalon-Boulevardblättchen-Unsinn uns jetzt von all dem wichtigeren aktuellen Weltbefindlichkeiten-Unsinn ablenken? Als so eine Art „was die da oben können, können wir schon lange“-Hirngespinsterei, oder was?
Oder wieder einmal nur Wichtigtuer-15min.-of-fame-Gedöns, gar „fake news“? Robert, warum nur, warum, müssen wir jetzt auch noch diesen Käse lesen? Gibts im Dorfe „Goth Scene“ sonst nix Neues? Keine neue Goth-Trendfashion-Sau aus Fernost oder wenigstens der ostdeutschen Pampa, die durch’s Dorf muß, kein pre-„hot gossip“ von der WGT-Front in Sicht?
Naja, dann ist das halt so, in völlig unaufgeregten Zeiten der jubiläumsträchtigen 30-Jahr-Feier des zärtlichen Verbandelns zwischen Depeche Mode und der DDR – ich habe beinahe geweint vor Rührung, weil ich sonst nix zu tun hatte…

Anyway, bevor ich jetzt meinen Waschlappen, der vom Haken gefallen ist, mit viel Brimborium wieder aufhänge, ein Tipp noch für Vlad aus Brexitannien. Wie wär’s mit der Flagge der Bundesrep. Deutschland als persönliches „Goth-Banner“: da gibt’s Schwarz wie der Himmel Deiner/Eurer/unserer Zukunft, und Rot wie das (Kunst-?)Blut oder der Tomatensaft, den Du so gerne süffelst. Und nicht zu vergessen Gold, das dafür steht, daß Du so ein putziges goldiges Kerlchen bist, das einen zum Lachen bringt, wenn ich mal Zeit dafür habe (momentan ist da leider der Herr Trumpp noch mein Favorit…)

In diesem Sinne…