4 Februar

Guldhans Kolumne: Sadismus für schwarze Singles

Verfasst von Diskussion: 13 Kommentare

Guldhans Kolumne - 256 Guldhan ist der grünste aller Gruftis. Wortreich, meinungsstark und provokant präsentiert er den Lesern von Spontis in regelmäßigen Abständen seine Kolumne. Er beleuchtet die typischen Verhaltensmuster der schwarzen Gemeinde, analysiert das Paarungsverhalten geschlechtsreifer Gruftis, sinniert über Musik und Bedeutung und nimmt auch netzaffine Gothics unter die Lupe. Spontis warnt: Ungeschönte Sprache gefährdet möglicherweise Deine Moralvorstellung.

Alle elf Minuten verliebt sich ein Single. Fragt sich nur wo. War es »Parship« gewesen, die mit einer derartigen Motivationsphrase protzten? Gute Frage, habe ich wohl spontan verdrängt. »Schwarzes Glück« oder »Gothic Singles« kann es jedenfalls nicht gewesen sein. Diese besitzen immerhin noch Pietät genug, um nicht aus jedem menschlichen Abgrund noch Kohle pressen zu wollen. Oder zumindest spucken die einem nicht bewusst derartige Werbetäuschungen vor die Füße. Zumal mir dieser scheiß Slogan allzu hämisch von einem großkalibrigen Außenplakat herabgriente. Man kennt ja diese Bereicherungen des städtischen Straßenbegleitgrüns, die wenigstens stilsicher zu Auffahrunfällen führen und einen schon zum schlechten Gewissen bewegen, wenn der eng-geleinte Schleifenfiffi kurz das darunter liegende Brachland düngte.

Ja, es musste eine dieser gutbürgerlichen gesellschaftstauglichen Partnerbörsen sein. Eine derer, die mit derart visagistgetunten Modelgrinsen aufwarteten, dass einem schon beim ersten Eindruck der Glauben daran abhandenkommt, dass diese dargereichte Werbegestalt wirklich eines dieser Singles sein soll. Und nicht mit einem bloßen Tief-in-die Augen-blicken jedes Beuteschema in die Begattungsstarre fallen lässt, sondern sich in die Entmündigung einer solchen Börse begeben muss. Oder vielmehr musste. Wurde mir doch nun die Gnade des Präteritums zu teil. Denn was immer für Begierde die neuste Botschaft dieser Werbeinstallation in mir wecken soll, eine Erinnerung an das verdammte eigene Leben fällt nicht mehr darunter.

Ernüchternd elitäre Enthaltsamkeiten

Oder war es doch »Elite-Partner«? Entschuldigung, aber diese Frage lässt mich nunmal nicht los. Schließlich denkt der testosterongetränkte Standardknilch aller paar Minuten ans Vögeln. Wen wundert es also, dass sich somit die Gedanken des großstadtdomestizierte Kerls in Einzelhaft minutenlang um Singlebörsen drehen. Doch vielleichte irre ich mich, man soll ja schließlich nicht immer nur vom eigenen Ich ausgehen. Allerdings lässt sich nicht einmal bei spontaner Such-Bittstellung im Hause Googles die passende Antwort finden. Allerhöchstens die Klärung der Frage, wie oft der Mann generell kann. Sogar im Forum von »Elite-Partner«.

Singles sind eine Form der KunstVerblüffend. Dreht sich selbst die Welt der erlauchten Studi-Stute um solch animalische Akte. Und da dachte ich immer, die Antwort gäbe schon der gymnasiale Grundkurs in Biologie. Scheinbar weit gefehlt bei den Eliten. Scheint es wohl doch nichts anderes zu sein als eine hermetisch abgeriegelte Aufzuchtsplattform der schlichten Oberschicht. Welche den Studierten einzig davor schützen soll, dass er seine Gene an die ordinäre Aldi-Kassiererin verschwendet. Oder am Ende noch Blutschande mit einer Frisöse betreibt. Hat ja schließlich nicht jeder Schwengel katholische Theologie studiert und braucht bei der Putze nicht um offenkundige Degradierung des Erbgutes bangen. Oder, um nicht dem Chauvinismus zu verfallen, bietet diese Plattform ja auch Zuflucht für die Akademikerin, deren größter Alptraum es ist, den Parasiten eines räudigen Arbeiters austragen zu müssen. Schließlich fläzt man sich ja in subventionierten Hörsälen nicht den Arsch platt, ohne daraus eine gewisse Familienehre zu ziehen oder zu erhalten.

Aber nein, die Elite-Partner war es wohl auch nicht, dafür wirkte das Grinsen zu sehr nach Arbeiterklasse. Doch eines ist Fakt, so etwas wie »Schwarzes Glück« war es definitiv nicht gewesen. Auch wenn eine Positionierung des eigenen Alter-Internet-Egos dort ebenso verschwendet wirkt, wie bei den Stino Singles. Nicht weil ich nicht zur Elite zählen könnte. Schließlich weiß auch ich wie man »Universität« buchstabiert. Nämlich mit »w«. Ebenso wie »Gothic«. Ergo, ich bin zu beiden Zugängen berechtigt. Doch das, was bei den Eliten die Snobs und die Schickeria darstellt, sind bei den schwarzen Glückskeksen die Hobby-Misanthropen und Heimchenvöglerinnen. Denn man wird dort großspurig nichts anderes auffinden als ein: »Kein Interesse«, »glücklich verliebt«, »vergeben«, »verlobt«, »verheiratet«. Verschissen und verfickt.

Sechsunddreißig Profile dahergelaufener Wochenend- oder Vollblutgotinnen aus der Nachbarschaft und man wird in verblüffender Kontinuität mit diesen Begriffen belästigt. Zugegeben, gelegentlich ploppt auch mal das passende schwarzkittelige Pendant des Facebook-Status »Arbeitet bei: stolze Mami« auf. Was einem wenigstens die kurze Gnade schenkt, das Profil auch einmal wieder aus eigenen freien Stücken sofort angewidert wegklicken zu können. Oder man stößt über ein bis zwei Mädels, deren Beuteschema deckungsgleich ihrer Anatomie sein sollte. Gut, das kommt eben vor. Für andere Kerle hält sich mein Mitleid bezüglich solchen Verlustes ohnehin stark in Grenzen.

Aber dennoch mal ganz ehrlich, so unter uns, was zum Geier soll der verdammte Scheiß?!

Ich registriere mich doch auch nicht in einem Selbsthilfeforum für Alkoholiker und hausiere dort meiner Liebe zur grünen Fee. Oder erfreue die PETA mit meinem Diplom im Robbenerschlagen. Oder zeige in einer Therapiegruppe für Pädophile jedes hochauflösende Urlaubsbild mit meiner kleinen Nichte am Strand. War letzteres jetzt endlich geschmacklos? Stieg kurzer Groll die Kehle empor? Ach Gottchen, vielleicht folgt irgendwann noch eine Entschuldigung… Ja verdammt, es war geschmacklos. Doch ebenso reagiere ich bei der Sichtung solcher Profilkennungen. Warum? Ganz einfach, weil wenn Einsamkeit Alltag wird, dann wird Frust verdammte Wut. Nur für alljene Mädels, die sich fragen, warum man in einschlägigen Singlebörsen so schlecht Freunde findet. Dort will keine Sau Freund sein. Entweder man ist der Freund oder ebenfalls nicht interessiert. Oder war es wieder nur ich, der so denkt?

Es ist doch schon beschämende Fleischbeschau. Die Dunkelkammer für alle Mentalitäten, deren Ego kein Balzgehaben in den hiesigen Club zulässt. Muss man diese armen Teufel denn obendrein noch damit abwatschen, dass man dieses Refugium der simulierten Hoffnung auf Kontakt so derart unter Eis setzt? Von den wandelnden »Wie wichtig ist dir Sex: geht so«-Gefrierkammern mal ganz abgesehen. Zumal unsereins, ja ich zähle mich außerhalb des Dienstes zu solchen Kontraextrovertierten, nicht gerade das Schmachtmodel raushängen lässt. Man somit in der Öffentlichkeit steht wo man steht und selten in den Bann von Gesellschaften gezogen wird. Man verbleibt im Raum in Ecken und Schatten. In denen die einzige Unterhaltung, die einem zuteil wird, jene mit den eigenen Dämonen ist. Die einen dazu bringen, die Hand eines jeden, der die verdammte Gunst eines Weibchens des eigenen Interesses innehat, eher brechen möchte als zu schütteln. Zu teilen ist schließlich Tugend; warum somit nicht auch den Schmerz.

Natürlich, Mann ist ja selber schuld. Was besitzt man auch so eine minimale Toleranzschwelle. Die ebenso niedlichen wie blutjungen Gotenweibchen stehen ja auch für den deutschen Normrüden gerne mal in der direkten Rammelliste. Ist doch das Gothic-Girl pauschal bondageorientiert, SM-geprüft und perfekt, um im Rudel mit seiner ganzen Taffheit als Kerl zu imponieren. Welches Alpha-Tierchen bekommt nicht schon alleine davon feuchte Tagträume in der Hose. Aber der schwarz-militarisierte Kerl… der besitzt nicht einmal den Sympathiebonus den der schwarzlackierten Schönling innehat. Dessen androgyner Phänotypus mitsamt Smokey-Eyes-Dackelblick von so viel Warmherzigkeit zeugt, dass auch das Normalo-Frauchen dahinschmilzt. Denn wenn schon keinen südländischen Exoten im Bett, dann wenigstens einen schwarzländischen Exgoten.
Aber unsereins, der, egal wie er grüßt, entweder als autonomen linksradikalen Schläger katalogisiert oder zum rechtsradikalen Prolet erklärt wird… Und einen Körperbau präsentiert, der sagt: »Ja, ich schaffe Kniebeuge mit 150kg im Nacken« sowie ein Gesicht, das dazu passt.  Welches Zartgeschlecht soll das denn in erster Instanz bezirzen? Denn schreckt nicht gleich die Haptik des Körpers ab, dann die Optik des Schuhwerks. Ergo, damit braucht man sich nur auf solchen schwarzen Seiten zu registrieren. Gut, und auf fetischvertretenden Swingerseiten. Doch was will man bei den Norm-Single-Fleischbasaren, deren Auslage das Alltagsschwarz nur als »Gofik« aus BILD und RTL kennen?

Einer flog übers Kuckucksnest

Und nicht, dass ich es nicht versucht hätte. Mit viel Mühe und Hingabe. Stirbt die Hoffnung doch zuletzt, selbst wenn man selbst schon tot erscheint. Ich benutzte Farbe im Profilbild; bunte. So bunt es eben geht; also grün. Mit Haaren auf dem Prägen und einem Blick jenseits der »Noch so´n Spruch: Kieferbruch« -Sympathie. Davon, dass ich es vermied, die wirkliche Zivilkleidung zu zeigen, mal ganz abgesehen. Und was geschah. Ich tippte mir nicht nur einen abgefuckten Wolf, das war schon ein gesamtes verdammtes Rudel, und errang bei vielleicht zehn Prozent einen Wortwechsel. Zumindest nannten die es so. Ich erachtete diese Art der Kommunikation nur als scheiß Smalltalk. Gewann jedoch die Erkenntnis, dass meine Gesprächspartnerin zu Beginn nie gedacht hätte, dass ich so bin wie ich bin. Worauf auf Nachfrage solch Begriffe wie: »kultiviert«, »wortgewandt« und »gebildet« in den Chat geschleimt wurden.
Ja danke für diese bahnbrechente Beurteilung. Ist ja nicht so, dass mir dieses Paradebeispiel alter Jäger- und Sammlermentalität nicht permanent an den Kopf geschmissen werden würde. Könnte wenigstens mal eine hinter die Fassade blicken und mich als »überheblich, zynisch und arrogant« einschätzen, so wäre ich immerhin beeindruckt gewesen. Aber so… Was also soll man da? Am Ende findet man sich doch ganz possierlich und wird zum näheren Kennenlernen zu einem Jump-Radio Hit-in-the-Mix-Abend gezerrt. Oder zur Auferstehung von »Unheilig«, weil sie ja im Kern auch Gothic ist, aber ihre Familie und Arbeitgeber und bla, bla, blah.

Nein danke, wegetreten. So etwas kann nicht gut gehen. Wie auch. Kollidierende Mentalitäten bilden nur Erdbeben, aber kein solides Fundament. Dann lieber eine bemähnte Metalerin. Zwar erachte ich dann den Pflichtbesuch auf Wacken als ebenso kopfschmerzfördert wie das Dasein in Normalvolk-Kneipen und das Gegröle mancher schwarz-weiß-fressigen Interpreten als nicht minder grenzdebil wie das der meisten Chartsgelage, doch es besteht immerhin ein realistischer kleinster Nenner und Chance auf kulturelle Parallelen. Zudem finde ich den brachialen Amazonen-Stil mancher Metalmädels einfach nur geil.

Scheiß Subkultur. Ja, ehrlich. Punkt. Um damit endlich einmal mit einem Resümee zu dienen; bevor man sich noch grundlos langweilt. Warum »Scheiß Subkultur«? Weil scheißen singlefeindlich. Und damit meine ich nicht die Weibchen, die einem ihre lose benetzten Brüste entgegenstecken. Entschuldigung, aber meine Keuschheit ist im Menschsein verloren gegangen. Und wenn ich wenigstens zuhause essen könnte, dann wäre ich größter Fan dieser optischen Horsd’œuvre. Aber so vergeht mir wahrlich der Appetit. Auch wenn ich kein Kostverächter bin, aber wen animiert es schon zur Lebensfreude, wenn Kühlschrank und Bett ebenso leer wie kalt sind. Deshalb »Scheiß Subkultur«.
Im Verhältnis ist die Ausbeute, das Angebot, die Darbietung ein glatter Witz. Und nicht einmal ein guter im bitterbösen kabarettistischen Sinne. Sondern ein Rohrkrepierer à la Mario Barth. Quasi ein Schenkelklopfer für alljene Pfeifen, die ihr Weibchen als derartig selbstverständlich ansehen, dass diese darüber lachen können, wenn sie diskreditiert wird. Deshalb im Verhältnis ein Witz. Aber Mädels zieht es scheinbar zum Proleten und das macht auch vor Texten von Gotennovellen nicht halt.

Mangelnde Motivation durch Mengenleere

Und wie überall entscheidet auch hier Stil und Musikgeschmack über Geling und Verderb. Womit wir wieder beim Verhältnis wären. Denn: Große schwarze Familie am Arsch. Seien wir doch ehrlich. Das ist keine Familie, das ist eine WG, ein Sanatorium, eigentlich eine Anstalt. Zeige mir ein Single über dreißig ohne mentalen Defekt und du bekommst einen Lolli. Nein, das ist keine Familie. Das ist ein verdammtes Irrenhaus, in dem man entweder siegt oder untergeht. Das ist auch nichts weiter als der ganz normale Wahnsinn der Gesellschaft. Weil es Teil dieser Gesellschaft ist. Und in der Gesellschaft brauchst du nur drei Dinge um der Grundfeste der Biologie folgen zu können: Mehr Glück als Verstand oder den Charakter eines Alpha-Arschlochs oder geringen Anspruch. Fehlen zwei, bist du Luft und bleibst es auch. Man bilde sich nicht ein, dass hiesige Triebe und Beziehungsgaranten anders ticken. Der Mensch bleibt Mensch bleibt Tier.
Mich beispielsweise schreckt die gemeine Gotengräfin ab. Womit das mit dem Anspruch geklärt wäre. Bleiche groteske Kajalzirkelfressen mit Zuckerwatte auf dem brauenlosen Schädel, der als einziges nicht im Plump und Pomp gehüllt ist. Wenn das Beuteschema eine Pyramide darstellt, dann sitzt jene Stereotype der Schwarzkittelkultur im Reisebus daneben. Vor allem, wenn ich solche Schwarzstoffschreckse noch dabei beobachten muss, wie diese zu trögem Gotentotenklang theatralisch mit ihren Ärmchen fuchteln. »Aphrodisierend« ist hierbei definitiv nicht das Wort der Wahl. …Es darf nun geraten werden, da die passendere Betitelung ebenfalls mit »A« anfängt.
Doch selbst wenn, beruht diese antagonistische Tendenz doch ohnehin auf Gegenseitigkeit. Natürlich tut sie das. Staksen solche Schwarzgefieder doch ebenso entrüstet zurück in ihre Nische, wenn unsereins zum abreagieren bei gepflegtem Knusperbasse von der Selbstdarstellungsfläche gleich mal vier Meter im Quadrat beansprucht. Interessenskonflikt par excellence. Und das in solch kleiner Kultur. Also komme man mir nicht mit Großfamilie. Erträgt auch nicht jede Sippe den Stiefsohn mit ADS. Und mag nicht jeder die Nichte, die sich mit Jungs prügelt, mit Panzern spielt oder jedes Wochenende auf Begattungsbeutezug geht.

Was bleibt somit? Bei den Börsen. Aller fünfundzwanzig Profile mal ein Mädel das begeistert. Das auch mal die schweren Stiefel in Armyhosen steckt. Und nicht nur so tut. Das auch mal mit den Konturen ihres Körpers im hautengen Trägertop zu brachialem Boxenkrach zu reizen vermag. Und nicht nur in asexueller Tristes mit ihren weiten Stoffballen wedelt. Und das auch mal mit ihrem Kerl spielen will. Zeigt, dass Leidenschaft, oder von mir aus »Liebe«, auch in der Öffentlichkeit nicht plötzlich als platonisch erklärt werden muss. Scheiß auf Norm. Und von was zeugen wiederum 80% der Profile? Vom Mensch als Kuscheltier; nach DIN-Normung. Nochmals Danke vielmals. Es macht echt Spaß, wenn man einen Stubentiger sucht und nur inmitten von Plüschkatze kniet.

Man ist Subkultur innerhalb einer Subkultur. Und ja, genau aus diesem Grunde überkommt einem das Gefühl der Einsamkeit eines letzten seiner Art. Und deshalb bewegt man sich in solchen Börsen. Einst motiviert, bald jedoch ebenso euphorisch wie auf dem Viehmarkt. Als Vegetarier; und auch ebenso gut gelaunt. Oder als Extraterrestrischer, nämlich dann, wenn man durch das Standard-Grinsen von Standard-Stino-Börsen blättert und sich denkt: »Mit Undercut, Kajastrich und Haus Arafna-Girli-Top sähe diese echt niedlich aus«. Tut sie aber nicht. Tut keine. Nirgends. Es sei denn in den Armen eines anderen Arsches.

Okay, das war jetzt nicht objektiv. Denn es gibt sie, natürlich. Auch in den Clubs; selig seien die Egobooster, die dort mit vollpfostigem »Hi, wie geht´s.« Punkten können. Ich muss das wohl noch lernen, versuche ich doch gleich interessant zu kommunizieren. Zumindest im Kopf und nicht in der Tat. Und ja, es gibt sie auch auf solchen Börsen. Mit dem charmanten Vermerken: »Kein Interesse«, »glücklich verliebt«, »vergeben«, »verlobt«, »verheiratet«. Vielen Dank. Danke für nichts. Danke für den Dolchstoß mit zeitgleicher Ohrfeige. Hat mich gefreut. Freut mich auch jedesmal und weiterhin auf´s Neue. Daher sage ich auch ganz unvoreingenommen: Fickt euch. Fickt euren Penner, werdet glücklich und verpisst euch. Und grinst mich… grinst uns nicht so blöde an oder schreibt irgendeinen Smalltalk-Scheiß, der einen Dreck interessiert. Kommunikation dient der Erbeutung, Geplapper habe ich beispielsweise schon genug zur Dienstzeit.

Und vielen Dank Subkultur. Vielen Dank für fünfundzwanzig Jahre, die einen prägten. Einen zu dem werden ließen, der man ist. Einem, der bei Normalo-Weibchen ins Grübeln kommt und sich fragt, wie man denn nur so leben kann. Und der weiß, dass diese Gedanken ebenso auf der anderen Seite durch die Synapsen wabern. Und der zu oft mit Stich im Nacken denken muss: »Du wärst echt süß, aber nicht in dieser Aufmachung und nicht mit dieser scheiß Musik im Ohr. Und vor allem nicht mit diesem scheiß Macker an deiner Seite«.

In diesem Sinne.

13 Kommentare

  1. Leider wahr.

    Und in der Gesellschaft brauchst du nur drei Dinge um der Grundfeste der Biologie folgen zu können: Mehr Glück als Verstand oder den Charakter eines Alpha-Arschlochs oder geringen Anspruch. Fehlen zwei, bist du Luft und bleibst es auch.

    Das beste ist dann noch Wenn man fon irgendwelchen ach so Grufti sympatisantinen gesagt bekommt mann solle sich doch nicht immer direckt so
    ausgrenzen. Und dann noch versuchen einen auf eine ach so tolle stirno veranstaltung zu schleppen.

  2. :D Großartig. Nichts von dem was mir dazu gerade einfällt bekomme ich in meinem Kopf so sortiert, dass es für andere verständlich wäre, daher nur: Danke für diesen ungeschönten Einblick

  3. Das beste ist dann noch Wenn man fon irgendwelchen ach so Grufti sympatisantinen gesagt bekommt mann solle sich doch nicht immer direckt so
    ausgrenzen. Und dann noch versuchen einen auf eine ach so tolle stirno veranstaltung zu schleppen.

    Keine Ahnung, ob es da andere Erfahrungen gibt, aber je nach persönlicher Toleranzschwelle dürfte man das als Anfang vom Ende ansehen. Ich glaube jedenfalls nicht, dass es lange gut gehen wird, wenn man sich gegenseitig zu Unternehmungen hinreißen lässt, an denen man im besten Fall einzig keinen Spaß hat, nur um den anderen damit einen Gefallen zu tun.
    Entweder man akzeptiert ab dem Moment seine Grenzen und lässt den anderen alleine ziehen, bzw. alleine zurück. Was ja durchaus funktionieren kann, denn wer will schon 24 Stunden am Tag aufeinanderhocken. So bekloppt kann doch echt keiner sein.
    Oder man muss sich eingestehen, dass die Interessen nicht kompatibel sind. Schätze dann führt ohnehin eines zum anderen. Gesinnung bleibt Gesinnung und die Zielsetzung der Veranstaltungen ist dahingehend nur das letzte Symptom. Wollte mich somit eine zur… sagen wir mal… Party mit der Geräuschkulisse und dem Publikum à la sowas schleppen, dann kann man sicher sein, dass der anfängliche Zusammenhalt nicht von Dauer sein wird. Vor allen dann noch weniger, wenn anfänglich ach wie düster getan wurde. Denn wer lässt schon gerne seine Mentalität dadurch degradieren, dass andere sie nur für Showzwecke nutzen.

  4. Ich kann es nachvollziehen, dieses Gefühl, Minderheit innerhalb einer Minderheit zu sein. Schwarz allein – das ist schon so ´ne Sache. Schwarz und schwul ist auch witzig, da schrumpft die Schnittmenge auf´s Absurde zusammen.
    Wobei ich aus eigener Erfahrung sagen kann: Gib die Hoffnung nicht auf. Es gibt tatsächlich auch tolle Leute, die sich nicht (direkt) einer Subkultur zuordnen lassen und trotzdem (oder gerade deshalb?) nicht in gängigen Bahnen denken. Einen solchen Menschen zu finden bzw. über ihn zu stolpern kann natürlich was dauern… Halt, 25 Jahre, sagst du. … Okay, bevor du dich nicht ernstgenommen fühlst, lass ich das mit Motivationsansprachen lieber. Vielleicht bin ich ja auch nur das sprichwörtliche blinde Huhn mit seinem Korn und sollte jetzt meinen Schnabel halten.

    (Übrigens könntest du dich in den Dating-Plattformen vom anderen Ufer wohl kaum vor Anfragen retten, auch wenn das wohl nur einen äußerst schwachen Trost darstellen dürfte. Jedenfalls herrscht dort mittlerweile das Mantra der MÄNNLICHKEIT, was auch immer das bedeuten soll. Bart sollen sie alle haben, „normal“/“heterolike“/“straight-acting“ [ich lache innerlich] ist der Trend. So kann es also auch aussehen. „Feminine“/“Tunten“/“halbe Weiber“ sind nicht en vouge, das muss ständig betont werden. Als Mann mit recht androgyner Erscheinung muss man sich schon sehr wundern. Auf etwas nicht zu stehen, ist das eine. Systematisch aber einer spezifischen Gruppe das Gefühl zu geben, sie sei weniger wert… Das lässt sich leicht vermeiden. Jaja, die ewige Geschichte von den Unterdrückten, die andere Unterdrückte herabwürdigen, man sieht es ja momentan auf den Straßen, Stichwort „besorgt“ und so.
    Wobei natürlich nicht jeder so denkt und es auch die extremen Gegenbeispiele gibt, doch das würde jetzt noch weiter ab vom Thema führen…)

    Aber nochmal: Ich denke, wenn man sich einer Subkultur, oder sogar der Subkultur einer Subkultur zugehörig fühlt, ist man eher drauf angewiesen, sein Glück im Graubereich zu finden, als in Schwarz oder Weiß. Die Wahrscheinlichkeit, eine Person aus seinem „Stamm“ zu finden, die einem gefällt, der man auch gefällt und die zudem im Idealfall auch noch in der Nähe wohnt, ist ziemlich gering.
    Mit Graubereich meine ich: So viele Gemeinsamkeiten zu haben wie möglich und so unterschiedlich zu sein wie nötig… Oder andersrum? So viele Gemeinsamkeiten zu haben wie nötig und so unterschiedlich zu sein wie möglich… Ach, so, dass es halt flutscht.
    Aber naja, leichter gesagt als getan. Du weißt es ja selber. Alles Gute jedenfalls.

  5. »Schwarz und Schwul« stelle ich mir definitiv erst recht derb vor. Und das ist jetzt nicht einmal gehässig gemeint. Denn unsereins hat immerhin die größere Wahrscheinlichkeit, im mathematischen Sinne, auf seiner Seite. Zumindest schlussfolgere ich das aus der Zahl der lesbischen Mädels, die ich bis jetzt getroffen habe, bzw. der schwulen Kerle.

    Übrigens könntest du dich in den Dating-Plattformen vom anderen Ufer wohl kaum vor Anfragen retten[…]Jedenfalls herrscht dort mittlerweile das Mantra der MÄNNLICHKEIT[…]“Feminine”/”Tunten”/”halbe Weiber” sind nicht en vouge, das muss ständig betont werden. Als Mann mit recht androgyner Erscheinung muss man sich schon sehr wundern. Auf etwas nicht zu stehen, ist das eine. Systematisch aber einer spezifischen Gruppe das Gefühl zu geben, sie sei weniger wert… Das lässt sich leicht vermeiden.

    Zugegeben, das kann ich nicht beurteilen. Will es auch nicht austesten. Schon alleine aus Pietätsgründen. Denn dort herum zu spuken, das Ego puschen zu lassen, nur um dann zu tippen »Übrigens, ich bin hetero und deine Brüste zu klein; schönes Leben noch.«, nein, das verbietet mir meine Erziehung.
    Und wenn dort zurzeit der Testosteron-Teutone auf Kosten der Androgyneren bzw. nicht ganz so Klischeemaskulinen, abgefeiert wird, dann ist die, milde ausgedrückt, Verwunderung definitiv verständlich. Aber so ist der Mensch. Etabliert selbst im kleinen Kreise noch das Elitäre, um sich mittels eines Ausschlussverfahrens so toll wie erlesen vorkommen zu können. Und Mittel der Oberflächlichkeit, um das zu unterstützen, gibt es zu Hauf, da muss man nicht mal lange suchen.

  6. Zeige mir ein Single über dreißig ohne mentalen Defekt und du bekommst einen Lolli.

    Naja, viel besser werden die Gepaarten in dieser Altersklasse auch nicht abschneiden. Aber ist jemand mit „Defekt“ immer gleich auch Ausschuss?
    Ich will das Internet im Hinblick auf Kontaktportale nicht verteufeln, habe aber den Eindruck, dass hierdurch Trend, Menschen als Objekte seiner eigenen Bedürfnisbefriedigung, insbesondere das Bekämpfen der eigenen Einsamkeit, die zugegebener maßen schmerzvoll und fürchterlich sein kann, zu benutzen, massiv verstärkt wird.
    Ein Foto, so sehr es auch von der Realität abweichen mag, und ein Werbetext, der die eigene Selbsteinschätzung total gepimpt rüberbringt, entscheiden über einen Kontakt. Schriller kapitalistisch geht es eigentlich gar nicht. Dahinter natürlich die Sehnsucht, da wird es interessant, weil echt.

  7. Ich bin schwarz und schwul ! und habe damit noch nie Probleme gehabt .Aber eigentlich ist das auch egal , welcher „Gesinnung“ oder zu welchem Geschlecht man sich hingezogen fühlt.
    Und die Dating Plattformen ( auch als blaue Seiten bekannt) , sind sowieso für´n A…

  8. Aber ist jemand mit “Defekt” immer gleich auch Ausschuss?

    »Ausschuss« in diesem Kontext schon ein geiles Wort, schade, dass mir das nicht eingefallen ist. Nein… und in vielerlei Hinsicht kann so ein kleiner Wahnsinn auch ebenso sympathisch wie belebend sein. Und was will man mit einem biederen Weibchen, dessen Gedankengänge von der Stange sind. Aber dennoch ertappte ich mich oft genug, dass ich beim Lesen des Profiltextes oder bei der virtuellen Unterhaltung dachte: »Okay… das erklärt wohl, weshalb du noch Single bist.«.

    Natürlich sind das Geschäftsmodelle. Denn aus reiner Menschenfreundlichkeit installiert sicherlich niemand eine derartige Seite; zumindest wenn man diverse Nischen verlässt (wie beispielsweise metall- oder schwarzkittellastige Seite) und sich verstärkt dem Mainstream zuwendet. Ohne monatliche Abbuchungserlaubnis hat man da nichts mehr zu melden. Bestes Beispiel ist hierbei auch »Elite-Partner«, in deren Plattform man sich zwar kostenlos anmelden und durchchecken lassen kann, aber mehr auch nicht. Nicht einmal Nachrichten verschicken oder Avatare einsehen. Was den Nutzen einer solchen Seite natürlich ad absurdem führt.
    Und natürlich ist der Mensch dort Objekt. Wie überall. Es ist wie bei der Bewerbung. Interessiert das Bild, dann überfliegt man mal den Lebenslauf. Interessiert dieser ebenfalls, denn liest man sogar das Anschreiben. Und im besten Fall landet die Akte danach auf dem Stapel der »Wir melden uns« -Fraktion. Die Arbeitskraft ist Ware und die Attraktivität ebenso. Da braucht man sich im Zuge von Minnesang und Romantik nichts vorzumachen. Dieser Blödsinn wurde auch nur etabliert, weil der Knabe im Harnisch damals eben nicht die Königstochter knallen durfte.
    Das ist ja die Dramatik solcher Seiten. Einfach nur das Spiel mit der Oberflächlichkeit. Die digitale Balz, ohne zu verstehen, dass einzig der Duftstoff zieht und nicht das dunkelbunte Gefieder. Und das ironische an der ganzen Sache ist zudem, dass ich auf Swinger-Seiten bis dato interessantere Gespräche geführt habe als auf Singlebörsen.

  9. @Guldhan
    Ich gebe Dir Recht (vor allem mit dem letzten Satz in Deinem Kommentar:D;). Deine Analyse ist auch wirklich gut. Bei aller Bitterkeit, die in der Kolumne mitschwingt, ich habe mehrmals sehr lachen müssen.

  10. Aua! Aber ich sehe es ähnlich, wahrscheinlich würde ich es nur weniger zynisch und etwas resignierter beschreiben. Vor allem dieser Absatz:
    „Und wie überall entscheidet auch hier Stil und Musikgeschmack über Geling und Verderb. Womit wir wieder beim Verhältnis wären. Denn: Große schwarze Familie am Arsch. Seien wir doch ehrlich. Das ist keine Familie, das ist eine WG, ein Sanatorium, eigentlich eine Anstalt. Zeige mir ein Single über dreißig ohne mentalen Defekt und du bekommst einen Lolli. Nein, das ist keine Familie. Das ist ein verdammtes Irrenhaus, in dem man entweder siegt oder untergeht. Das ist auch nichts weiter als der ganz normale Wahnsinn der Gesellschaft. Weil es Teil dieser Gesellschaft ist. Und in der Gesellschaft brauchst du nur drei Dinge um der Grundfeste der Biologie folgen zu können: Mehr Glück als Verstand oder den Charakter eines Alpha-Arschlochs oder geringen Anspruch. Fehlen zwei, bist du Luft und bleibst es auch. Man bilde sich nicht ein, dass hiesige Triebe und Beziehungsgaranten anders ticken. Der Mensch bleibt Mensch bleibt Tier.“
    Gut, kein Lolli, aber was ist „mentaler Defekt“? „Stinos“ haben einen anderen „Defekt“. „Defekte“ müssen zusammenpassen, und die Wahrscheinlichkeit dafür ist unter bestimmten Umständen ziemlich gering. „Man ist Subkultur innerhalb einer Subkultur. Und ja, genau aus diesem Grunde überkommt einem das Gefühl der Einsamkeit eines letzten seiner Art.“
    Jene e-card mit dem Text „You will never understand me, because you havent listened to enough Joy Division“ fand ich ulkig, trifft aber irgendwie auf mich zu. Doch es gab schon mal ein Zusammenkommen mit jemandem, der genug Joy Division im Leben gehört hatte (man kann es symbolisch für viele DInge verstehen in diesem Fall), doch das Zusammentreffen unserer „Defekte“ war eine einzige Katastrophe.
    In diesem Sinne … Prost!

  11. Resignation ist mir zu langweilig. Hält es doch den psychischen alias seelischen Kollateralschaden nur bei einem selbst. Da lobe ich mir hingegen den Streueffekt von Wut und Zorn.

    Gut, kein Lolli, aber was ist “mentaler Defekt”?

    Marotten, Macken, Launen. Aber eben auch psychologische Beeinträchtigung der Wahrnehmung, des Denkens, Fühlens, Verhaltens bzw. der Erlebnisverarbeitung oder eben der sozialen Beziehungen. Und die Grundmentalität jene Szene zieht TrägerInnen solcher Symptome an, wie das Licht die Motten. Wer glücklich, selbstzufrieden und ausgeglichen ist, der findet hier nicht rein. Zumindest nicht auf Dauer. Der bzw. die hängt eher auf dem Oktoberfest oder im Karneval.
    Ich habe einen an der Waffel, wie jeder andere auch, doch das gleiche Abbild brauche ich nicht noch beim Weibchen. Denn auf eine dahingehende Persönlichkeitsmaximierung stehe ich nicht. Ergo braucht man eine, deren Eigenart der eigenen so entgegensteht, dass sich beides zum gesunden Maß neutralisiert / ergänzt. Oder man sich gegenseitig seine Lichtmomente potenziert. Oder eben eine mit ausgeglichenem Fundament… ich schätze bei letzterem versteht man die Pointe.

  12. Ein großartiger Text, danke dafür. In manchen Spezifika unterscheiden wir uns zwar doch deutlich, aber die Wirkung auf die holde Weiblichkeit sowie alles, was daraus folgt, scheinen doch ähnlich zu sein.

    Ich habe auch ein wenig das Gefühl, dass in der „großen schwarzen Familie“ schon jeder jemanden gefunden hat, der passt. Gefühlt haben alle in meiner Umgebung ihre bessere Hälfte irgendwann zwischen 16 und 21 gefunden und leben seitdem mit zumindest einem tollen Fixpunkt in ihrem Leben. Zum Kotzen ist das manchmal. Einer von jenen in meinem Freundeskreis riet mir, es doch verschärft virtuell zu versuchen, bei ihm hätte es ja geklappt. Dem werde ich den Artikel mal um die Ohren hauen (auch virtuell, versteht sich, ich muss ja nicht erst auf Totholz bannen).

    Und dann versucht man doch tatsächlich mal, etwas aus sich herauszugehen und in der echten Welt Konversation zu betreiben. Da stellt sich dann heraus, dass, wenn man in Clubs Leute anspricht oder gar angesprochen wird, hauptsächlich auf Leute trifft, die dann doch eher der extrovertierten Seite zugewandt sind. Überraschen sollte das wohl nicht, es hilft aber auch nicht. Gut, vielleicht wäre das ja genau so ein Gegensatz, den man braucht. Allein, es fehlt mir ein wenig der Glaube.

    Hilft also nur, auf den Zufall zu hoffen? Dem mache ich seine Arbeit durch mich selbst und meine „Anforderungen“ nicht gerade leichter. Also ein bisschen dagegenarbeiten. Auch, wenn’s schwer fällt.

    Und das war jetzt ein fast optimistisches Ende des Kommentars, kann eigentlich – gerade bei dem Thema – auch nicht sein.

  13. Faszinierend… Als ich den Artikel eingereicht hatte, bereitete ich mich schon darauf vor, mich mit den Heile-Welt-Aposteln anlegen oder irgendwelchen »Habe dich nicht so, wird doch alles gut«-Missionaren um Maulen fahren zu können. Stattdessen tummeln sich hier die Sympathisanten. Wie langweilig. Trauen sich die andere nicht zu Wort oder wurden diese spätestens mit dem zweiten unflätigen Wort vergrault und gingen lieber in holder Zweisamkeit Eis essen…?

    Einer von jenen in meinem Freundeskreis riet mir, es doch verschärft virtuell zu versuchen, bei ihm hätte es ja geklappt. Dem werde ich den Artikel mal um die Ohren hauen

    Mach´ das. Wozu soll Polemik dienen, wenn nicht dazu. Aber objektiv gesprochen gibt es zu dem Thema durchaus auch einige Studien. Wobei »Studien« jetzt nicht im wissenschaftlichen Kontext gesehen werden sollte, sondern eher im redaktionellen. Denn der Frage, ob man in der Virtualität oder im »RealLife« mehr Erfolg hätte, widmeten sich schon diverse Journale bzw. Magazine. Und man fand heraus, dass sich die Verteilung von Erfolg und Misserfolg so ziemlich in Waage hält.
    Da beide Spektren ihre Pro- und Kontras besitzen. Einzig in einem Aspekt punktete das virtuelle Kennenlernen. Nämlich bei der Länge der Beziehung. Kam diese mittels sozialer Netzwerken zustande, dann hielt diese bedeutend länger. Als Grund wurde angegeben, dass man mittels der Kommunikation innerhalb solcher Plattformen, der dahingehenden Interessengruppen und der Profile schon in der Frühzeit des Kennenlernen viel vom anderen weiß. Der Aspekt der Gemeinsamkeiten ist somit schon vom Startpunkt an weitaus höher, als wenn man fern solcher Sites alles erst nach und nach erfährt… und dann feststellen darf, dass es letzten Endes hinter den schönen Augen gar nicht so viele Gemeinsamkeiten gibt. Ansonsten ist es egal, man versagt im Netz ebenso wie im Leben oder hat im Leben ebenso viele Groupies am Arsch wie ebenso im Netz.

    Gefühlt haben alle in meiner Umgebung ihre bessere Hälfte irgendwann zwischen 16 und 21 gefunden und leben seitdem mit zumindest einem tollen Fixpunkt in ihrem Leben. Zum Kotzen ist das manchmal.

    Dito. Das hat allerdings den Vorteil, dass man den Freundeskreis immer recht überschaubar hält. Je mehr ich beispielsweise von Beziehungsstadien belästigt werde, desto mehr gehe ich dann auf Distanz. Und fahre den Kontakt auf den Nullpunkt; da ich einen Scheißdreck daran interessiert bin, die Zweisamkeit anderer zu teilen bzw. mitzuerleben. Ich habe kein Problem damit, den Kontakt zu mir eigentlich sympathischen Menschen im Nichts verschwinden zu lassen, somit fällt mir jenes dann erst recht leicht. Mag mancher als unhöflich erachten, ich hingegen sehe es als Tugend an.

    Zugegeben, das geht ja noch. Ich kenne auch einige, die fanden vor x Jahren zusammen und sind es immer noch. Meinetwegen, muss ja nicht jeder das Leben verfluchen. Was mich nur wirklich anwidert, sind Gestalten, die das Miteinander schon als derart selbstverständlich ansehen, dass diese anfangen sich hinterrücks bei mir über den anderen aufzuregen. Wegen Kleinigkeiten oder dem eigenen Unwillen zum Kompromiss. Sei es aus Bequemlichkeit oder Alpha-Gehabe. Die anfangen, wirklich unterste Proll-Witze über das Thema Partnerin abzusondern. Diesen empfehle ich dann taktvoll zwei Möglichkeiten: Entweder Fresse halte oder Ohrfeige kassiere. Und auf solche Kontakte gebe ich dann auch bewusst absolut nichts mehr.

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