Heute ist Weltvegetariertag – Tod dem Fleisch!

Für die Fleischlobby ist es ein schwarzer Tag, denn heute ist Weltvegetariertag. 1977 führte die “North American Vegetarian Society” diesen Tag, der immer am 1. Oktober gefeiert wird, bei einem Kongress in Schottland ein. Ziel war es, die Vorzüge der vegetarischen Ernährung bekannter zu machen. Offensichtlich hat es geklappt, denn mittlerweile gibt es rund 7 Millionen Vegetarier in Deutschland, das etwa 8% der deutschen Bevölkerung.  800.000 ernähren sich sogar Vegan, verzichten also auf alle tierischen Produkte. 1  Ein Großteil der fleischfreien Bevölkerung sind übrigens Frauen, was sich in Zukunft auch nicht ändern wird, rebellieren die Männer doch gerade gegen die Emanzipation um den Grillabend mit den Jungs vor dem Aussterben zu retten. Die “Gothics”, wie die schwarze Szene auch genannt wird, erfreut sich schon seit Jahren an einem sehr hohen weiblichen Anteil und ist damit eine der wenigen emanzipierten (ehemaligen) Jugendkulturen, in der es einen recht hohen Anteil Vegetarier zu geben scheint.

Auch wenn der Titel ein flammendes Pamphlet für eine fleischfreie Ernährung verspricht, werde ich nicht den moralischen Zeigefinger ausstrecken, sondern überlasse jedem die Entscheidung selbst. Einen Haken gibt es jedoch, denn Entscheidung für oder gegen eine fleischfreie Ernährung müssen mit einfachen Informationen untermauert werden. Dabei spielt es keine Rolle, welcher “sozialen Schicht” man entspringt, Fleisch sollte kein Brot der Unterschicht werden. Lebensmittelskandale, die sich in der Vergangenheit hauptsächlich um Fleisch drehten, dürften an keiner Schicht vorbeigegangen sein. Vorurteile sind schnell aus dem Weg geräumt. In Deutschland muss 2013 niemand mehr Fleisch essen, um gesund zu bleiben und seinen Körper mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen. So einfach ist das.

Und wer einmal auf den “Geschmack” gekommen ist, wird schnell differenzieren, wie weit er mit seinem Lebenswandel gehen möchte. Der Rest kommt von ganz alleine. Wenn immer mehr Verbraucher auf Chips, Weingummi oder auch Fruchtsäfte verzichten, in denen versteckte tierische Bestandteile lauern, wird die Industrie reagieren. Vielleicht kann ich dann endlich wieder ohne schlechtes Gewissen meine geliebten britischen Weingummi-Spezialität verschlingen. 

Sind Gothics die besseren Erdlinge? Keine Ahnung, ich habe nur eine Überleitung gesucht. Die Dokumentation “Earthlings” dient als extremer Gedankenanstoß (nichts für schwache Nerven und empfindliche Seelen) für die, die sich noch nicht entschieden haben, wie sie sich in Zukunft ernähren wollen. Der 1. Oktober ist ein guter Tag, seine Entscheidung oder seine gewohnte Lebensweise in Frage zu stellen. Ich bin übrigens Vegetarier geworden, weil es für unhöflich hielt, neben meiner Vegetarierin Orphi Eulenforst ein Steak zu verdrücken. Mittlerweile ist Überzeugung dazu gekommen und die Bestätigung, das richtige getan zu haben, denn seit dem Tag, an dem ich auf Fleisch verzichte, habe ich nicht mehr mit einer Erkältung im Bett liegen müssen.

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Einzelnachweise
  1. Vergleiche: Weltvegetariertag – Vegetarisch boomt – Vegetarierbund Deutschland – abgerufen am 01. Oktober 2013[]
Robert
Wizard of Goth – sanft, diplomatisch, optimistisch! Der perfekte Moderator. Außerdem großer “Depeche Mode”-Fan und überzeugter Pikes-Träger. Beschäftigt sich eigentlich mit allen Facetten der schwarzen Szene, mögen sie auch noch so absurd erscheinen. Er interessiert sich für allen Formen von Jugend- und Subkultur. Heiße Eisen sind seine Leidenschaft und als Ideen-Finder hat er immer neue Sachen im Kopf.

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Dodo
Dodo (@guest_48238)
7 Jahre her

Hey zusammen,

euch auch einen netten WVT. :D

Der erste gute Vorsatz für ein neues Jahr, den ich auch dann tatsächlich umsetzte, war der Wandel zum Vegetarier. Am 02.12.13 habe ich das letzte Mal Fleisch verzehrt und meine Entscheidung noch in keinster Weise bereut.
Auslöser war der ethische Aspekt, der Verzehr anderer Lebewesen. Irgendwann kamen dann auch diverse Dokus und Infostellen dazu, die mich in meiner Meinung bestärkten.
Abgesehen von diesem Aspekt, sind mir die letzten 23 Jahre so viele schöne Dinge durch die Lappen gegangen.
Man hatte Fleisch in Form von Hähnchen, Rind, Schwein, Fisch. Das ganze roh, als Steak, Wurst, pur, mariniert und was weiß ich nicht alles. Dazu dann…naja…Kartoffeln, Nudeln & irgendwelches Gemüse kurz mal aufgetaut.
Ist das Fleisch weg, entdeckt man ganz neue Dinge, erprobt neue Gewürze, neue Beilagen. War zumindest in unserem Haushalt so. Und all das, weitesgehend leidfrei. Wenn möglich, greife ich mittlerweile sogar auf veganes Zeug zurück.

Ich find übrigens, sich zu sowas zu entscheiden, zeugt von viel mehr Eiern in der Hose, als jeder Männerabend. Man kann auch anders männlich sein.

Zudem könnte man jetzt wieder mit dem Aspekt un sich werfen, dass “Gothics” ohnehin tiefgründiger Leben, ihren Blick auch mal vom Mainstreamleben abwenden und deshalb auf das vegetarische Leben stoßen.
Whatever.

Denkt mal drüber nach.
Grüße.

Asti
Asti (@guest_48239)
7 Jahre her

Meinetwegen soll jeder essen was er will, solange man nicht missionieren geht.

Was mir in dem Zusammenhang nur aufstößt, ist die in meinen Augen oft gebrachte Gleichung veggie(oder vegan)= gesund für den Körper. Hm. Wenn ich mich zwar vegetarisch oder vegan ernähre aber dafür rauche und mich besaufe, ist das im Verhältnis “besser” als fleischessender Nichtraucher/trinker zu sein?

Letztlich wäre es wünschenswert wenn sich jedes Individuum “gesund” ernähren kann, und man den Umweltaspekt nicht aus den Augen verliert.

stoffel
stoffel (@stoffel)
7 Jahre her

Korrekt, jeder wie er möchte … allerdings wenn man sich für welche Art der Ernährung auch entschieden hat, sollte auch auf den Lebensmitteln komplett drauf stehen was drin steckt … und das ist noch ein laaaanger Weg, leider.
Grundsätzlich finde ich solche “Aktions-Tage” (ähnlich wie den Weltkindertag, etc.) gut, da ab und an der Ein oder Andere mal über die Thematik nachdenkt und vielleicht ein paar mehr Leute nach dem nachdenken auch handeln.

Dodo
Dodo (@guest_48242)
7 Jahre her

Asti, das ist seltsamerweise die häufigste Reaktion. Niemand würde sagen “Oh schön, ja, ich denke mal drüber nach & finde deinen Lebenswandel toll.”
Zu allererst mal alles von sich abwenden, jemandem sagen, dass er einen nicht so penetrant damit nerven soll. Wahlweise auch belächeln.
Isst jemand keine Paprika, ist das Geschmackssache, aber wie zur Hölle kann denn jemand kein Fleisch mehr essen. Da fehlt ja ein Stück Lebenskraft…die man vorher entrissen hat.

Ich stehe absolut nicht auf missionieren, kann aber diese sofortige Antihaltung nicht verstehen.

Death Disco
Death Disco (@guest_48243)
7 Jahre her

Zudem könnte man jetzt wieder mit dem Aspekt un sich werfen, dass “Gothics” ohnehin tiefgründiger Leben, ihren Blick auch mal vom Mainstreamleben abwenden und deshalb auf das vegetarische Leben stoßen.

Von den älteren sicher kaum einer. Ich halte diesen Fleischfrei-Trend für etwas Neuartiges. Ich kenne auch kaum Leute, die Vegetarier/Veganer sind. In meinen Augen ist das nicht wirklich szeneabhängig, sondern eine allgemein gesellschaftliche Tendenz.

Ich muss zugeben, ich habe nie viel Fleisch gegessen, konnte aber auch nie so recht darauf verzichten, soll heißen: ich esse keine Schnitzel, Braten oder ähnliches, aber ich esse Wurstwaren, gelegentlich Fisch und beigemengtes Fleisch in Reis- und Nudelspeisen.

Bessere Chancen haben da wohl jene, die von Beginn an ohne fleischliche Nahrung erzogen werden. Die Möglichkeit, dass die jemals Fleisch anrühren, ist nahezu ausgeschlossen (!?). Andererseits könnten Fleischesser ihren Konsum einschränken. Ich fordere keinen gänzlichen Verzicht, aber ein wenig Vernunft. Die Essgewohnheiten haben sich in den letzten Jahrzehnten zu Fressgewohnheiten entwickelt.

Ja, so sehe ich das auch. Zwar nicht zwangsläufig in Bezug auf ein vegetarisches Leben, sondern im allgemeinen mit der Beschäftigung mit der eigenen Existenz.

Da sind aber schon etliche Menschen zu dem Schluss gekommen, dass das irdische Dasein nicht von Dauer und damit eigentlich scheißegal ist. Wen kümmern da noch Moral und Ethik, wenn doch alles in der Bedeutungslosigkeit ersäuft? Von daher würde ich auch aus Denkerkreisen nicht allzu viel erwarten. ;-)

Axel
Axel (@guest_48244)
7 Jahre her

Wenn du rauchst, oder Dich besäufst, schadest du nur Dir, nicht anderen Lebewesen.

Ich habe fast jeden Tag auf der Straße mit arroganten Rauchern zu tun, die meinen an der Haltestelle ihren Mist zu rauchen und nicht wahrhaben wollen, dass die das Schädlichste rauspusten und andere Leute bekommen den Mist ab! Ja, ich spreche vom Passivrauchen. ICH HASSE DAS!!! Das ist nämlich wirklich richtig schädlich und an Orten wie Haltestellen kann man dem, gerade bei starkem Wind, kaum entgehen! Wenn die wenigstens E-Zigaretten benutzen würden, aber neeeeeiiiin…. -.- Achja, wenn man die höflich bittet ihre Zigaretten auszumachen, bekommt man in 90% der Fälle nur dumme Beleidigungen an den Kopf geschmissen, was man sich denn einbilder wer man sei und dass man denen doch ihre Freiheit lassen solle und ähnlicher Kokoleres.

Aber am schlimmsten – und da werde ich regelmäßig SAUER – ist, wenn ELTERN im Beisein ihrer Kinder rauchen, die den Mist voll abbekommen und dann wird rotzfrech gesagt: “Ach, der Kleine hat sich dran gewöhnt” … Sowas ist noch viel viel schlimmer und die Kinder tun mir richtig leid!

Und bei Alkohol können auch andere Leute zu Schaden kommen. Und sei es nur deswegen, weil sich die Leute unter Alkoholeinfluss nicht mehr beherrschen können und wie wild rumprügeln. Auch schon häufiger erlebt.

Zum Fleisch: ich selber esse kein Fleisch. Kaufe aber trotzdem Fleisch, da Katzen vorhanden! Und allgemein hat Hagen Rether sowieso schon alles zu Thema Fleisch gesagt: http://www.youtube.com/watch?v=sHNY1Xt-Y-o Der ist übrigens in Februar wieder bei uns in Chemnitz und ich sitze wieder an meinen Stammplatz in der 1. Reihe, Platz 16. JUHU! Mal gucken ob er mich mit kurzen Haaren erkennt. :D

Karnstein
Karnstein (@guest_48245)
7 Jahre her

Sehr schön geschrieben!
Und interessant zu lesen, dass du nicht nur ebenfalls Vegetarier bist, sondern der Anstoß auch bei dir durch die bessere Hälfte gekommen ist :) Ich für meinen Teil wollte eigentlich schon seit meinem 16. Lebensjahr Vegetarier sein, habe nur nie die Willenskraft aufgebracht, weil es einfach schon verdammt gut schmeckt.
Erst als Libbit mir ein paar Einblicke gezeigt hat, die ich nicht kannte (ohne irgendwie missionierend zu agieren) habe ich die Entscheidung getroffen mit dem Fleisch und generell allem aufzuhören, wofür etwas getötet wurde. Buchstäblich beim Essen eines Frikadellenbrötchens, das ich nur halb gegessen und dann weggeworfen habe.

Das nur mal so als Anekdote ohne auf die Frage nach dem Prozentsatz der Veggie-Goths oder gar Sinn und Unsinn so eines “internationalen Tages” eingehen zu wollen (weil ich da selbst keine 100%ige Meinung habe).

Judi Ka
Judi Ka (@guest_48246)
7 Jahre her

Ich esse so gut wie nie Fleisch, weil ich es einfach nicht vermisse… Bin allerdings kein Vegetarier, da ich es eben doch esse. Schwerer tue ich mich da mit Fisch. Mein Körper schreit regelrecht danach. Ob das nun nur eine Angewohnheit ist, oder mein Körper dann ernstzunehmende Signale sendet, weiß ich nicht. Allerdings ist es ja bleim Fleisch auch so, dass ich es zwar gewohnt bin, es mir aber nicht danach verlangt, mein Körper nicht danach “lüstet”.
Über die ganzen Umstände, wie Fleisch produziert wird, Meere überfischt sind, weiß ich, denke ich, Bescheid, aber trotzdem haben mich noch keine argen Gewissensbisse gegriffen, um aus moralischen Gründen Vegetarier oder sogar Veganer zu “werden”. Vielleicht liegt das fehlende schlechte Gewissen daran, dass ich wie gesagt vielleicht alle zwei Monate mal Feisch/Wurst esse (und das dann wahrscheinlich auch nur aufgrund der fehlenden ansprechenden Alternative in der Kantine, wenn ich mal keine Lust auf einen Salatteller (den ich fast täglich verschlinge) oder fettige Käsespätzle mit Soße habe), und vielleicht genau so selten Fisch, das dann aber mit Verlangen. So habe ich für mich beschlossen: Ich übergehe es, meiner Essgewohnheit einen Namen zu geben. Ich fahre gut damit und bin jeden Tag offen für “alternative” Gerichte, die mir sowieso viel besser schmecken. Leuten, die unter “pflanzlicher Kost” ur Grünkernbratlinge und Co verstehen, kann ich den Veganertreff in Koblenz empfehlen. Ein großer Teil der Gäste sind keine Vegetarier oder Veganer, die dort gerne gesehen sind.

Shan Dark
Shan Dark (@guest_48247)
7 Jahre her

“Earthlings” muss ich mir auch unbedingt noch mal ansehen. Vielleicht steige ich dann komplett um – der Schritt wäre nicht mehr groß. Wir haben unseren Fleischkonsum extrem reduziert auf durchschnittlich 1x/Woche (wenn überhaupt). Wenn alle so wenig Fleisch essen würden, bin ich mir sicher, wäre das nachfragewirksam und hätte entsprechend auch Auswirkungen auf die Mast- und Tierhaltung. Ich kaufe auch nur da noch Fleisch selbst, wo ich weiß, dass es nicht aus Großmast kommt (also Demeter etc.). Das ist dann zwar teurer, aber wenn man schon selten Fleisch ist, dann passt das schon. Von mir aus könnten sie auch eine Fleischsteuer erheben oder erhöhen, das könnte m.E. auch was bringen gegen diese unsäglichen auf Masse ausgerichteten Mastbedingungen.

Ich habe ansonsten schon den Eindruck, dass viele in der schwarzen Szene Vegetarier oder Veganer sind. Sicher hat das auch was mit Protest, mit Hinterfragen, mit nonstereo-typ sein und vor allem auch dem Natur- und Umweltbewusstsein zu tun, das viele Gothics/Goths/Grufties (wie auch immer ihr das gern nennt) haben. Ich bin jedenfalls von Veganer regelrecht umzingelt :), habe aber kein Problem damit, solange sie nicht missionieren oder anstrengend sind (was nicht der Fall ist). Also allen Veggies einen schönen Tag!

Subjektiv hab ich jedenfalls den Eindruck, dass sich hier viel getan hat und halte es für sehr wichtig, wenn wir drüber nachdenken, womit unsere Ernährung im weiteren Sinne zusammenhängt. Das tut die Generation unserer Eltern gar nicht (oder nur in Ausnahmefällen), was ich auch oft sehr erschreckend finde.

Orphi
Orphi (@orphi)
Editor
7 Jahre her

Absolut richtig, Shan Dark. Es hat sich wahnsinnig viel getan. In den 80er Jahren bin ich noch angeschaut worden, als sei ich ein Außerirdischer, wenn ich gesagt habe, dass ich kein Fleisch esse. Heute gibt es in allen Restaurants vegetarische Gerichte und viele Lebensmittel sind bereits mit einem großen V gekennzeichnet, damit man sie als Vegetarier/Verganer schneller erkennt. Das Bewusstsein in Sachen Massentierhaltung und Fleischkonsum ist heute da. Wie man sich letztlich entscheidet – ob man nun wenig Fleisch isst oder Vegetarier/Veganer wird oder auch, ob es einem egal ist und man keinen Bock dazu hat, Inhaltsangaben von Packungen zu studieren, bleibt jedem selbst überlassen. Das Einzige, was ich immer verlange ist, dass man weiß, was man da tut, sich für Hintergründe interessiert und sich bewusst entscheidet. Keiner kann auf alles achten. Sobald wir hier in der westlichen Welt die Tür verlassen, haben wir Blut an den Fingern kleben – Autos, Klamotten, elektronische Geräte, Konsum, Ernährung – wenn wir auf alle globalen Auswirkungen unseres Wohlstandslebens bis ins Detail achten würden, wäre das ein Fulltime-Job. Und dennoch sollte man Verhaltensweisen nicht als gegeben ansehen und seine Handlungen hinterfragen und reflektieren. Jeder kommt da sicher an einer anderen Stelle ins Grübeln und setzt für sich Prioritäten – Tierschutz, Umweltschutz, Menschenrechte, wasauchimmer. Das ist mehr als unsere Eltern getan haben und vermutlich weniger als unsere Kinder tun werden. Veränderungen gehen eben langsam voran.

mela
mela (@guest_48249)
7 Jahre her

Ich selber bin mit jungen 13 Jahren zur Vegetarierin geworden – weil ich Fleisch einfach nicht mag. Mittlerweile bin ich strenge Vegetarierin und würde – wenn ich auf Honig verzichten könnte – auch problemlos als Veganerin leben können.

Furchtbar finde ich missionierende Esser – egal in welches Extrem. Ich möchte nicht, dass in der Gemeinschaftsküche auf Arbeit über mein Essen gelästert wird und lästere daher auch nicht über andere Ernährungsweisen.

Momentan ernähre ich mich migränebedingt vegetarisch paleo (Steinzeiternährung, also kurzgefasst: keine Kohlenhydrate) und seither haben sich meine Migränetage von 10 auf gerade mal 2 pro Monat runter schrauben lassen. Mit bewusster Ernährung kann man also durchaus seinem Körper eine Menge Gutes tun.

Und zum Thema: Vegetarisch = Gesund….nein, das ist leider nicht so. Zumindest nicht bei den sogenannten Pudding-Vegetarier. Den meisten ist schlicht nicht bewusst, dass man bei der vegetarischen Kost einfach komplett anders kocht als bei der deutschen Hausmannkost. Pudding-Vegetarier lassen gerne “nur das Fleisch weg” und essen zum Sattwerden hinterher einen Pudding. Geht ja mal gar nicht!
Ich war vor zwei Jahren mal bei einer Ernährungsberatung und wurde gefragt, wie ich denn esse: eher süß oder doch lieber herzhaft. Ich meinte, dass ich beim Essen auch gerne satt werde (und weiß, dass ein zu hoher Blutzuckerspiegel alles andere als gesund ist) und daher esse ich bevorzugt deftig und herzhaft. Auch als Vegetarier! Mir kam es nie in den Sinn, mich mittels Süßspeisen zu ernähren o.O

Einer der häufigsten Suchbegriffe, mit dem man auf meinem Blog gelandet ist, ist übrigens “deftig vegetarisch”. Nach einer Dienstreise in Bayern bei der ich im Restaurant als vegetarische Speise sieben (SIEBEN!!!) kleine Kürbis-Ravioli-Täschchen vorgesetzt bekam (meine Kollegen bekamen BERGE von Fleisch…), beschloss ich, auch mal Rezepte deftiger vegetarischer Kost zu veröffentlichen. Sollte ich demnächst auch mal wieder häufig machen.

Asti
Asti (@guest_48250)
7 Jahre her

Hm, da bin ich wohl ziemlich missverstanden worden, ich schrieb doch dass ich es selber bescheuert finde zu missionieren, egal in welche Richtung.

Ich denke übrigens auch dass man mit rauchen/saufen seiner Umwelt schadet.
Kann sein dass ich da wirklich s/w denke, nur… wenn gesund, dann eher ganzheitlich. Nicht so Rosinenlike.

Wie gesagt, im Grunde soll/kann jede/r machen was sie/er will… für mich wäre der komplette Verzicht auf Fleisch eben nichts.
Veggie-Day okay, bewußteres einkaufen ganz klar, aber man sollte selbst entscheiden dürfen.

Axel
Axel (@guest_48251)
7 Jahre her

So sehe ich das auch Asti. Ich finde das immer schräg wenn die Leute auf “ach so gesund” machen und nebenbei rauchen und Alkohol trinken. :D

Sheik Yerbouti
Sheik Yerbouti (@guest_48252)
7 Jahre her

– Dann sind also Pflanzen Lebewesen zweiter Klasse?

Tiere töten – böse.
Pflanzen töten – gut.

– Lebensmittelskandale gibt es bei pflanzlichen Produkten ebenso.

Axel
Axel (@guest_48253)
7 Jahre her

Willst Du sagen, dass Pflanzen ein ähnliches Empfinden wie wir Tiere haben? Interessant.

Natürlich gibt es Lebensmittelskandale auch dort. ABER: bei pflanzlicher Ernährung kann man auch weitgehend auf Industrie verzichten. Im Sommer und Frühherbst kaufe ich beispielsweise sehr viel von den hier umliegenden Gärtnern und Bauern. Ist nicht nur günstiger als im Supermarkt, sondern ich weiß auch woher es kommt. Da bekomme ich von Kartoffeln bis hin zu Milch alles was ich für meine tägliche Ernährung brauche!

Ich geh auch in die Wälder und sammle Beeren, Pilze, etc. Gerade Pilze lassen sich so super universell zubereiten – sei es nun eine deftige Pilzpfanne, eine Suppe oder im Salat.

Auch Eis und solche Dinge mache ich grundsätzlich nur noch selbst, schmeckt auch besser.

Man kann bei vegetarischer Ernährung der Industrieware besser ausweichen!

Death Disco
Death Disco (@guest_48254)
7 Jahre her

– Dann sind also Pflanzen Lebewesen zweiter Klasse?

Tiere töten — böse.
Pflanzen töten — gut.

– Lebensmittelskandale gibt es bei pflanzlichen Produkten ebenso.

Mit dieser Weltsicht wird der Weg zum Frutarier nicht zu umgehen sein. Ich denke, das nimmt irgendwann krankhafte Züge an. *g*

Aber so weit musst Du gar nicht umschwenken. Menschen sind ja schon blind für den Mikrokosmos. Dort meucheln und morden wir tagtäglich mit unserem Getrampel. Und das ist leider völlig natürlich. Die meisten Menschen bekommen das nicht bewusst mit, weil sie sich nicht sonderlich mit Insekten beschäftigen.

E.F.
E.F. (@guest_48255)
7 Jahre her

7000.000.000 Menschen leben inzwischen auf der Erde und es werden immer mehr.
Ich schlage deshalb vor auch einmal über Kannibalismus nachzudenken.

Shan_dark
Shan_dark (@guest_48257)
7 Jahre her

@E.F.: find ich gut. Menschenfleisch am besten aus eigener Schlachtung, dann weiß ich wenigstens woher’s kommt. ;)

Guldhan
Guldhan (@guldhan)
7 Jahre her

Soylent Green ist Menschenfleisch… Falls somit einmal eine neue Form von geschmackslosen pappigen Crackern auf den Markt kommt, und nichts mit »Reiswaffel« draufsteht, so sollte der ein oder andere Philanthrop etwas genauer nach den Inhaltstoffen recherchieren.

Ich finde es interessant, dass man sich hier noch nicht gefragt hat, warum es so einen Tag überhaupt gibt… geben muss, oder überhaupt geben sollte; oder ich habe es nur überlesen.
Welttierschutztag, Weltvegetariertag, Welttages des Buches, Weltdatenschutztag, Welttag der Feuchtgebiete, Frauentag, Lehrertag, Kindertag… Cui bono?
Jene, die es interessiert, die freuen sich im Stillen über den einmaligen Anlass, ihrer Gedanken zu sortieren und ihre Ideale zu bündeln. Der Rest, der weiß noch nicht einmal, dass es einen solchen Tag gibt. Der weiß womöglich noch nicht einmal über den Anlass dieses zu Thematisieren.
Und wenn ich bedenke, dass es im Gegenzug auch solche Albernheiten wie einen Weltkusstag, Welttag des Purzelbaums, einen »Internationalen Tag der Linkshänder« oder einen Welt-Jogginghosen-Tag gibt, in Deutschland wohl auch noch einen »Tag des Wurstbrotes«, so reihen sich solche Aktionen ungalant in ein Bataillon der Blödsinnigkeit ein.

Warum sollte es solche Tage geben? Weil der Mensch zu bequem und boniert geworden ist, um sich permanent mit solchen Dingen zu beschäftigen? Warum nicht denen auf das Jahr verteilt zu gedenken. Wenn auch nur im kleinen Maße, aber dafür ohne Aufforderung im Kalender. Vielleicht gibt es auch schon zu viel, über das man nachgrübeln muss. Und es sich nun für die paar Stündchen Betroffenheit und Einsicht doch lieber kalendarisch vermerkt. Vielleicht dient es auch einfach nur der Reinwaschung des Gewissens, dem Versuch eines moralisch soliden Lebens, welches von unserem mitteleuropäischen Wohlstand geprägt ist und uns damit die Mangelerscheinung der Welt nur als allzu abstrakt erscheinen lässt.
Ein Mensch beispielsweise, der kurz vorm verhungern steht. Der Fragt nicht nach dem Recht des Schwächeren. Der reißt, was ihm noch zwischen die Finger kommt. Und das werden, beim Ausbleiben einer soliden Obst- und Gemüse-Versorgung, keine Blätter sein.

Ich habe mich dahingehend schon bei verschiedenen Gruppierungen herumgetrieben. Hatte in Netzwerken meinen Spaß mit umnachteten Fruktariern, militanten Veganern, mit dauermoralisierenden Vegetariern sowie rechthaberischen Carnivoren. Allesamt können als allzu lästig katalogisiert werden. Doch zum Glück findet man darunter auch Menschen der Vernunft, deren Geisteshaltung sich beim »Leben und leben lassen« ansiedelt oder die nur auf Anfrage ihre Argumente darbieten.
Denn im Grunde gebe ich diesen stillen Vertretern mehr Recht, als den Missionaren. Denn was nützt es. Das ist der Kampf »David gegen Goliath«. Nur dass David anstatt einer Steinschleuder zwei gebrochene Arme hat, für die Erde steht, und nicht nur einem, sondern 7 Milliarden Goliaths gegenüber steht; Tendenz steigend. Wer glaubt da noch daran, mit seinem Essverhalten irgendwas gewinnen zu können. Irgendwas außerhalb des Arguments, damit für sich selbst vielleicht etwas ruhiger schlafen zu können.

In Europa mehrt sich der Vegetarianismus, während der fern östliche Raum gerade seine Freude darin findet, sich mit Fleisch zu mästen. Während es noch immer ökonomischer zu sein scheint, für den Müllberg zu produzieren, als sich auf die sinkende Nachfrage einzustellen oder das Zeug global gerechter zu verteilen. Und während man doch einfach nur ehrlich zu sich selbst zu sein braucht, um zu erkennen, dass der Mensch schon durch seine bloße Existenz zerstört.
Ist es das Auto, das man fährt, das Smartphone, das man nutzt. Ist es die Emission des Druckers, der Strom, der sinnlos gezogen wird. Die Kippe, die man in den Abfluss tritt. Ist es das Soja aus der Monokultur oder die Herstellung der Verpackung des Bio-Öko-Futters. Ist es die Spinnen, die man extrahiert, die Kolonie der Ameisen, die im Garten ausgeräuchert werden. Der Genozid am Hornissennest. Der Igel, den man überfährt, der Zugvogel, den es schreddert. Ist es die Lichtverschmutzung in den Großstädten, in denen man wohnt oder die ökologischen Industriegebietsbomben. Oder das Konsumprodukt, das von sonstwo quer durch den Luftraum gekarrt wird. Man kann noch soviel ökologischen Raubbau aus seiner Liste streichen wollen, die negative Bilanz hängt uns ewig an. Schon alleine durch die bloße Existenz. Abgesehen vielleicht von den Schraten, die als Selbstversorger in ihrer hermetischen Welt irgendwo im Wald oder im Gehöft leben. Und denen es nur deshalb gelingt, weil sie so wenige sind…

Ich persönlich weiß nicht mehr genau, warum ich aufgehört hatte Fleisch zu essen. Ich schätze es waren ebenso Aspekte der Ethik sowie Argumente der Gesundheit und wohl, ganz ehrlich, auch das Gefallen daran, sich damit vom Durchschnittspöbel abzuheben. War ich doch in meinem Umfeld der einzige. Und auch wenn ich wirklich leidenschaftlicher Fleischfressen gewesen war -und »fressen« trifft es wirklich auf den Punkt- so kann ich nicht sagen, dass ich es irgendwie bereute oder es in unschöne Selbstgeißelung ausartete. Anders als bei den Streifzügen in den Veganismus. Diese Jahre waren… ungünstig. Die Erinnerung an den Geschmack versiegt und damit das Interesse. Der Mensch ist ja nicht umsonst Allesfresser.

Und aufgrund dieser Vergangenheit juckt es mich auch herzlich wenig was die anderen essen. Wie auch. In meiner Familie geht es fleischreich zu, ist ja Wurst auch nichts anderes. Bei Feierlichkeiten, beim Grillen oder sämtlichen familiären Sentimentalitäten wird derartiges aufgetischt; wohin ich auch eingeladen werde. Auch saß mir meine damalige Partnerin oft genug mit Schinkenbrötchen gegenüber, während ich meine Soja-Haferflocken-Pampe löffelte.
Aber was soll es. Ich muss es ja nicht essen und bin von der Idee der Weltverbesserung längst abgekommen. Es wurde vielmehr Gewohnheit. Und über die Notwendigkeit, damit nun mehr mit Gemüse kompensieren zu müssen, freut sich wenigstens meine Gesundheit, zumindest in der Theorie… und meine Oma freut es auch, zumindest wenn ihr mal wieder ein »Aber Junge, du musst doch was essen. Was isst du denn sonst, wenn du kein Fleisch isst?!«, entlockt wird.

ps.: http://www.youtube.com/watch?v=G92Oh3azSKw

Melle Noire
Melle Noire (@guest_48261)
7 Jahre her

Hi!

Die Spontis-Family scheint ja aus ganz schön vielen Veggies zu bestehen. Ich falle mal wieder in dieser Runde komplett aus dem Rahmen ;) Ich bin nämlich bekennende Fleischesserin und vertilge wirklich reichlich totes Tier. Niemals könnte ich ohne, es schmeckt mir einfach zu gut. Wir Menschen wurden von der Natur zu Omnivoren, also Allesfressern, bestimmt, ich habe damit absolut kein Problem und esse neben dem ganzen Fleisch auch noch viel Gemüse und Salat, liebe Milchprodukte, Eier, stehe total auf Vollkornbrot, Reis, Nudeln usw… Ich glaube, ich ernähre mich recht ausgewogen, lediglich Obst esse ich eher selten (obwohl ich auch das gerne mag). Ich muss nicht IMMER Fleisch auf dem Teller haben, mir schmecken auch vegetarische Gerichte aber irgendwann gelüstet es mich dann doch wieder nach einem schönen Stück Fleisch oder nach Wurst (und während ich diesen Satz schreibe, läuft mir glatt schon wieder das Wasser im Mund zusammen).

Übrigens kann ich in meinem schwarzen Umfeld nicht die hohe Veggie-Dichte bestätigen. Ich finde es auch immer wieder merkwürdig, wenn ich gefragt werde: Ach, Du bist Goth? Dann bist Du sicher auch Vegetarier? NOOOOOPE, ich bin Fleischfresser und stehe total auf Grillabende. ;) In unserem näheren Freundeskreis haben wir eine einzige schwarze Vegetarierin mit stark veganen Tendenzen. Das war’s. ;)

Dunkle Grüße! :)
Melle

Kara Ben Nemsi
Kara Ben Nemsi (@guest_48262)
7 Jahre her

@melle noire

nur keine angst, da stehst nicht alleine da..
bewußt (!) fleisch essen ist die devise

Scyllarus
Scyllarus (@guest_48264)
7 Jahre her

Es ist nicht manchmal nicht leicht, bei diesem Thema ganz aufs “Missionieren” – oder besser: auf emotionale Diskussion – zu verzichten, denn schließlich ist die Frage nach dem Verspeisen leidensfähiger Wesen und den Umweltproblemen, die wir uns damit einhandeln, nicht gerade ethisch neutral. Diskussionen darüber werden mir (ich bin Pescetariar) allerdings meist von Fleischessern aufgedrängt. Alleine die Existenz von Vegetariern scheint für viele Menschen eine Provokation zu sein, und ich nehme das mal als positives Zeichen: im Hinterkopf scheint da schon etwas zu nagen, sonst würden sie sich nicht ungefragt mit manchmal so peinlichen Argumenten verteidigen …

Zum “Missionieren” habe ich eine andere Methode: ich koche gerne, und über das Fehlen von Fleisch hat sich noch keiner meiner Gäste beschwert! (@Melle: ich stehe auch auf Grillabende!)

Heute habe ich übrigens einen hoch hörenswerten Vortrag über Leder (und in Zukunft vielleicht Fleisch?) ohne Tiere:
https://www.ted.com/talks/andras_forgacs_leather_and_meat_without_killing_animals

Melle Noire
Melle Noire (@guest_48266)
7 Jahre her

Missionieren ist immer schlecht. Letztlich soll jeder das essen, was er für richtig hält. Ich esse Fleisch (inklusive Geflügel) und Fisch, finde aber auch Vollkornbratlinge sehr lecker. Einer meiner Exfreunde war Ovo-Lacto-Vegetarier (er aß aber auch Fisch) und der setzte mir manchmal vegetarischen Fleischersatz vor. ZB Pseudo-Chicken Mc Nuggets. Geschmeckt hat das zwar auch, ich hatte jetzt nicht das Gefühl, auf Pappendeckel herum zu kauen, aber wenn ich die Wahl habe zwischen sowas und Nuggets aus “echtem Fleisch…) ;)

@ Kara: Tja, hmmm…Kommt drauf an, wie man “bewusst essen” nun genau definiert. :) Ich konsumiere totes Tier schon ziemlich, bin aber generell eine absolute Genussesserin. Wenn ich so an meine Lieblingsgerichte denke… Alle fleischhaltig. Und egal wie viel Fleischkäse ich schon in meinem Leben vertilgt habe – Fleischkäse gebraten mit Spiegelei obendrauf ist für mich jedesmal ein Fest! Das gleiche gilt für Jägerschnitzel, Haschee, Spaghetti Bolognese, Kasseler… Und in den letzten Wochen gab es bei mir zum Frühstück meist Schwarzbrot mit Tee-oder Kalbsleberwurst obendrauf. Auch brutal lecker: Lachsschinken, OMG… O.o Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich mal NICHTS mit Fleisch oder Wurst esse. Mein Freund ist zum Glück in ähnlichem Maße verrückt nach totem Tier wie ich, er merkt aber schon manchmal an, dass wir zuweilen evtl zu viel davon essen… Ich schalte dann weitgehend auf Igno. Wenn ich Lust habe auf Fleisch oder Wurst, mein Körper teilt mir sehr deutlich mit, was er denn gerade gern hätte, dann esse ich das auch (auf andere Sachen bekomme ich aber genauso starke Hieper wie zB auf Nudeln mit Tomatensoße, in die ich sehr oft auch noch Thunfisch und Käse mit reinschmeisse…).

mela
mela (@guest_48269)
7 Jahre her

mein Körper teilt mir sehr deutlich mit, was er denn gerade gern hätte, dann esse ich das auch

Das ist meiner Meinung nach der richtige Weg, sich zu ernähren. Der Körper weiß sehr genau, was er gerade braucht und meldet das auch (durch Hieper). Man sollte nur lernen, diese Zeichen zu verstehen.
Mein Körper hat mir noch nie mitgeteilt, dass er Fleisch bräuchte. Würde er das melden, würde ich es vermutlich auch essen.

Guldhan
Guldhan (@guldhan)
7 Jahre her

Dass der Mensch tierische Produkte, bis hin zum Fleisch, konsumiert, ist nicht das Problem. Das ist auch nichts, was auf ethisch-moralischer oder rationaler Argumentationsbasis hinterfragt werden könnte. Denn wollte man das tun, so müsste man das System der Natur in Frage stellen. Die evolutionäre Abspaltung innerhalb der Tier- und stellenweise auch Pflanzenwelt hin zu Jäger und Beute. Und innerhalb der Natur findet man kein Mitleid. Dort wird gejagt, zerlegt, zerrissen, gepfählt, verstümmelt oder geplündert, ohne auch nur im Ansatz eine Gewissensfrage überhaupt formulieren zu wollen. Und was ist der Mensch anderes als ein roher Teil der Natur; allerhöchstens ein roher Teil der Natur mit Tastatur unter der Pranke.

Somit steht das Ob nicht zur Debatte, sondern das Wie. Tötet die Natur rein zum Überleben, so ist der Mensch schon ein Schritt weiter und tötet für den Überfluss, tötet für den Status, tötet für den Sport und tötet aus Lust. Mit anderen Worten, er tötet rein aus Dekadenz. Nicht weil er muss, sondern weil er es kann.
Und daraus formte sich die Mentalität der haltlosen Arroganz gegenüber tierischen Produkten, welche die Herstellungsindustrie zu einer gewinngedrillten Hochleistungsmaschinerie mutieren ließ, von der man sich mit seinem letzten bisschen Rest Menschlichkeit nur angewidert abwenden kann.
Das ist das wirklich perverse. Nicht der Bauer, hinter dessen Winterstall seine zwölf Schweine, die er alle mit Namen und Stammbaum kennt, munter in der Gegend herumsuhlen und von denen aller halbe Jahre mal eines kurz und schmerzlos verschwindet. Sondern der Konsument, welcher der Industrie in die Hände spielt. Der gleichgültig in Abpack-Fleisch wühlt und sich noch beim Abteilungsleiter darüber beschwert, dass am Samstagabend im noch überquellenden Kühlregal alles so scheißen sehnig und so gar nicht din-genormt aussieht. Der vor seinem Futtertrog hockt, geglückt über die optische Schönheit des Schnäppchens grunzt und gar nicht wahrhaben will, was dafür außerhalb seiner Jagt durch die Einkaufsmeile geschehen musste.

Ian von Nierenstein
Ian von Nierenstein (@guest_48272)
7 Jahre her

Guldhan: Treffend formuliert.

Rosa Chalybeia
Rosa Chalybeia (@rosa-chalybeia)
7 Jahre her

Oha, das Thema scheint mich in letzter Zeit schwer zu verfolgen, und ich gestehe, ich bin so langsam auch massivst genervt davon. Liegt aber eher an dem Haufen wirklich propagandaverdrehter Militant-Veganer die ihre halbwahren Parolen ins Netz rausschreien.

Dafür ist dieser Artikel zum überwiegendsten Teil angenehm sachlich und unaufgeregt, und den meisten Mitkommentatoren kann ich auch beipflichten, obwohl ich selbst völlig überzeugter Omnivor bin, aber ich versuche Argumente aller beteiligten Seiten möglichst wissenschaftlich zu betrachten, denn da ist schon der erste Punkt der mich im Zusammenhang mit dieser Diskussion – im Allgemeinen betrachtet, nicht im Speziellen auf den vorliegenden Artikel – aufregt, sehr viele RVegs schmeißen mit “Beweisen” um sich, die einseitig recherchiert sind und für jeden wissenschaftlich denkenden Menschen eine Beleidigung sind, da viele “Fakten” nicht ordentlich oder garnicht belegt sind. Wenn ich mir eine Studie zu solchen Themen ansehe, dann möchte ich handfeste Verweise auf Forschungergebnisse, ansonsten kann ich selbige nicht ernst nehmen – die Gegenseite macht aber auch oft genug den gleichen Fehler, das will ich den Radikalveganern auch garnicht alleinig in die Schuhe schieben.

Dazu die Überleitung zum “seid ich vegetarisch/vegan lebe, bin ich nicht mehr krank” – das mag auf einzelne Personen sehr wohl zutreffen, aber, es gibt *die* allgemeingültig-gesündeste Ernährung nicht. Jeder Stoffwechsel ist anders, für einzelne Personen mag daher Fleischverzicht wirklich gesundheitlich was bringen, aber wiederum andere packen das garnicht und werden erst krank davon. Und da ich noch so auf dem wissenschaftlichen Nachweis rumgerödelt habe: siehe Bild der Wissenschaft, 10/2013, S. 26 “DIE gesunde Ernährung gibt es nicht” – liegt grade aufgeschlagen neben mir.

Auch ich bin der Meinung, der Körper, so er denn nicht von Industriefraß schon völlig verlernt hat solche Signale auszusenden, macht sich meistens dahingehend bemerkbar wenn ihm was fehlt, man bekommt dann eben Appetit darauf. Hab ich mein ganzes Leben so gehandhabt, noch bevor ich alt genug war mir dessen bewusst zu sein. Womöglich war ich das einzige Kind das Zuckerplörre wie Cola oder Fanta nur extrems elten angefasst hat, und dann lieber am Mineralwasser festhielt.

Und aus diesen Gründen weiß ich daß ohne Fleisch und tierische Produkte bei mir nichts geht, denn wenn ich nach längerem Fleischverzicht richtig Hunger drauf bekomme, weiß ich daß mein Körper jetzt wieder was benötigt, und da höre ich auch drauf.

Wobei ich esse wirklich wenig Fleisch, sogar 1-2 mal pro Woche wären für mich schon viel, normalerweise, auch Wurst habe ich im Normalfall eher selten auf meinem Toast, dafür regelmässig das Spiegelei ;) – aber wenn ich merke daß ich Appetit drauf bekomme, dann besorge ich mir was beim Metzger des Vertrauens,wo ich auch weiß daß die Tiere aus der Gegend sind und von ausgesuchten Höfen ohne Massentierhaltung. Um abgepackten Kram aus fraglicher Herkunft mache ich so gut es geht einen großen Bogen. Sprich, ganz ganz selten kommt mal eine abgepackte Salami in den Einkaufskorb, aber wirklich sehr extrem selten.

Ich bin an sich zwar kein Koch-Held und neben mangelndem Talent habe ich auch garkeinen Spaß daran, aber es siegt dann oft die Abneigung gegen Fertigfraß über die Koch-Abneigung. Vegan darfs dabei auch gern mal sein, was ich in dem Zusammenhang aber ebenso hasse sind diese ekligen “Ersatz”-Produkte schüttel* … ich sag nur “veganes Hähnchen” aus Glutamat-Pampe mit aufgedruckter Haut-Struktur und einem hervorragend appetitfördernden Plastik-Knochen drin *bäh*

Wogegen ich auch extrem allergisch bin ist, daß sich manche Vegan-Extremisten als bessere Menschen aufspielen die die einzig wahren Tierfreunde sind und überhaupt retten sie ja die Umwelt … mit Plastik-Lederklamotten welche aus Erdöl hergestellt sind und in der Enstorgung auch oft alles andere als umweltschonend ist.
Aber wie Orphi sagte – heutzutage kann man nicht völlig und wahrhaftig auf Produkte bei denen kein Tier irgendwie zu Schaden gekommen ist, verzichten, wer von den militanten Veganern sich das einredet, der hat sich mit den Zusammenhängen nun wirklich auch nur mehr als oberflächlich befasst.

Ich für meinen Teil bin mit der großväterlichen Landwirtschaft aufgewachsen. Mit Kühen, Hühnern, Schweinen und allem was auf deren Feldern so wuchs. Ganz frische Kuhmilch ist absolut kein Vergleich zu dem Industrieprodukt, einmal im Jahr wurde geschlachtet, und dann hat die ganze Familie die Teile eingepackt, etikettiert und für den Jahresvorrat auf die Kühltruhen der verschiedenen Familienmitglieder aufgeteilt. Wenn ich in den Schulferien bei Großeltern war, so sind wir mit dem Traktor vormittags noch aufs Feld gefahren, haben Kartoffeln ausgebuddelt und dann unsere eigenen Pommes fürs Mittagessen draus geschnitzt. Und gelegentlich hat Oma auch mal ne junge Taube aus dem Verschlag im Hof geangelt und die für mich auf Mittag zubereitet.

Mein Onkel und meine Tante sind Jäger, die knallen Tiere nicht wahllos ab sondern übernehmen, entsprechend der Auflagen und Jagdzeiten, den Job der nicht mehr vorhandenen Freßfeinde für andere Waldbewohner. Doch die Hauptaufgabe ist auf den Wald und seine Bewohner acht zu geben. Ich war oft genug mit einem der beiden unterwegs – zum Futterplätze nachfüllen oder auch mal auf dem Hochsitz bleiben und Wildtiere beobachten. Und ich habe kein Problem damit, Felle und Pelze von erlegten Wildtieren zu verwenden, denn keins der Tiere starb für mich oder wurde für mich nur für den Pelz gezüchtet, sie wären zum Zweck der Bestandsreguleirung eh geschossen worden – aber es steht ausser Frage daß ich Zuchtpelze aus widerwärtigen Pelztierfarmen ganz eindeutig ablehne!
Und so 2-3 mal im Jahr gibts auch Wild bei Oma. Da kommts auch vor daß ein erlegtes Tier ausgenommen im Hof hängt. Ich kenne das alles wie gesagt nicht anders und bin mir eben auch bewusst wo Fleisch herkommt, ich habe kein schlechtes Gewissen deswegen weil ich mir sehr bewusst bin was, woher und wieviel ich konsumiere.

Ich will nicht verallgemeinern, aber nach meiner Beobachtung sind gerade viele Radikal-Vegs Leute die nie viel Kontakt mit der Natur hatten und über die Zusammenhänge nicht Bescheid wissen, da werden Tiere oft viel zu sehr personifiziert und vermenschlicht.
Und viele pauschalisieren indem Fleischkonsum grundsätzlich mit Massentierhaltung und widerwärtigen Haltungsbedingungen gleichgesetzt wird – das ist auch nicht richtig!

Natürlich haben Tiere Empfindungen, deswegen sollte man respektvoll mit ihnen umgehen. Klar scheiden sich auch gerade an dem Punkt die Geister – für den Veggie ist das Töten zur Nahrungsgewinnung schon respektlos, aber ich sehe das so, wir Menschen sind Teil der Natur, auch wenn wir den Planeten stark verändert haben und einige Schäden wohl nie mehr zu beheben sind, aber tierische Produkte gehören dazu zu einer natürlichen Ernährung, ohne Zusatzstoffe und den ganzen Mist. So wie früher als es noch keinen Industriefraß gab. Leider kommt man heute nicht völlig drumrum, niemand so richtig, meine ideale Vorstellung ist Leben wie vor 60-70 Jahren – pauschal gesagt und jetzt in Bezug auf Nahrung bezogen. Produkte aus der eigenen Gegend, Landwirte die auch wieder davon leben können, ihre frischen, unbehandelten Produkte zu verkaufen, tierische Produkte ebenso von Landwirten die Kühe auf Wiesen stehen haben und Hühner in einem großzügigen Aussengehege, und nichts davon muss hunderte Kilometer zur “Verarbeitung” weggekarrt werden um dann am Ende zum Verkauf nochmal eine haarsträubende Strecke hinter sich zu bringen. Dann ergibt es sich auch von selbst daß Fleisch seltener auf den Teller kommt, und dafür auch kein Mist aus Massentierhaltung ist.

Ich versuche ebenfalls weitestgehend nur Gemüse von regionalen Herstellern zu kaufen, ein paar Sachen baut meine Oma auch noch an, zB Kartoffeln. Gemüse baut meine Mutter im Garten an – natürlich nicht alles was man braucht, aber ein guter Teil ist das schon (hatte vorhin Brokkoli ausm Garten) bzw auf meinem Balkon waren auch immer ein paar Tomatenpflanzen und eine kleine Auswahl an frischen Kräutern, allein schon deswegen muss die nächste WOhnung wieder Balkon oder ein bisschen Garten haben. Und Eier sind auch meistens von Omas kackfrechen Hühnern die in einem großen Gartenstück genau das tun und lassen dürfen, was Hühner eben so tun.
Und wenns hier bei Eltern Huhn gibt, dann war es mal eins der freilaufenden Federviecher, entweder direkt von Oma, oder einer anderen verlässlichen Quelle, die dann meist über Oma geht.
Meine Oma väterlicherseits hat auch zusätzlich immer bei einem anderen Bauernhof eingekauft, 20 Autominuten weg. Ich kenn das so seid ich klein bin und bin später, als ich dann selbst fahren konnte, auch oft genug da hin oder zu meiner Oma gefahren um was abzuholen.

Klar, sowas geht in größeren Städten freilich nicht ganz so problemlos, aber auch da kann man acht drauf geben was man kauft, gibt ja auch Wochenmärkte und mittendrin auch regionale, größere Produzenten die ihre Produkte relativ nahe anbauen.

Ach und zu dem doofen Argument, Pflanzen empfinden nichts weil sie kein Zentralnervensystem haben: das ist Quatsch! Klar haben sie kein ZNS, aber nur weil ein Lebewesen anders “gebaut” ist, heißt das nicht daß es nicht auch was empfindet,wenn man Teile davon abreißt.
Mein Freund hat im Studium als Bioingenieur seine Projektarbeit über spontanen Zelltod bei Pflanzen geschrieben und kennt viele Abhandlungen wo sowas untersucht wurde – Pflanzen “schreien” auch und geben Stress-Signale ab, nur weil sie das nicht auf einer Ebene tun, die wir mit unseren Sinnesorganen wahrnehmen können, heißt das nicht daß sie nicht empfindungsfähig sind.
Titel entsprechender Abhandlungen kann ich bei meinem Freund gern erfragen, da es mein Fachgebiet nicht war, habe ich selbst keine bei Hand …

So, das war mal wieder ein rechter Roman, aber bei dem Thema kann ich mich auch wirklich sehr auslassen, weil mich eben wie gesagt die Propaganda-Nachkauenden Veganer inwzischen sehr arg nerven.
Mirwegen soll auch jeder so leben wie er mag, ich werd keinem Veggie, egal welcher Stufe blöd daher kommen, lediglich wenn ich persönlich saudumm angemacht werde, dann nehme ich es mir heraus, kontra zu geben.

So, Rosa versucht jetzt mal wieder runter zu kommen ;)

Orphi
Orphi (@orphi)
Editor
7 Jahre her

Vielleicht muss man aber auch einfach mal weg vom wissenschaftlichen Ansatz. Angenommen, vor einem steht ein Kalb oder ein Schwein und lebt so vor sich hin. Es gibt zwei Möglichkeiten: Es töten und essen oder es leben lassen und Möhrchen rupfen gehen. Ich würde mich für die Möhrchen entscheiden, andere nicht. Das ist doch irgendwo auch eine emotionale Geschichte, die jeder für sich entscheiden sollte. Bescheuert fand ich die Aussage einer Dame, die uns neulich begegnete: Iiiiiih, neeee, wenn ich die Tiere selber töten müsste, würde ich das nicht essen können.

Rosa Chalybeia
Rosa Chalybeia (@rosa-chalybeia)
7 Jahre her

Wenn es um wissenschaftliche Argumente zur Ernährung geht, darf man meiner Meinung nach vom wissenschaftlichen Ansatz keinen Abstand nehmen. Klar, gerade in dem Bereich ist viel Bullshit unterwegs, aber genau das macht es doch viel notwendiger, sich sachlich und mit richtig belegbaren Fakten auseinander zu setzen.

Das hat mit dem emotionalen Faktor natürlich nichts zu tun, wenn ich aus persönlichen moralischen Gründen Fleisch und tierische Produkte ablehne, dann ist das OK, aber wer dann mit pseudowissenschaftlichen Halbwahrheiten, die dann von dubiosen Organisationen, die sich Tierschutz auf die Fahne schreiben, aber bei näherer Betrachtung da auch nicht viel mit am Hut haben, propagiert werden, dann werde ich sauer. Dann argumentiert bitte rein auf der emotionalen Schiene und sagt daß ihr es für euch nicht verantworten könnt, ist für mich OK, sag ich auch nichts gegen, aber ich hasse wirklich diese pseudo-“Beweise” die immer wieder mal auftauchen.
Wie gesagt, ich verstehe das in gewisser Weise durchaus, und meine Konsequenz ist eben – sehr wenig Fleisch und dann ausgewählt.

Vor mir standen schon viele Kälber und Schweine, ein Kalb hat mir mal den Pulli komplett nassgelutscht <3 – ich bin damit aufgewachsen, aber auch mit der Konsequenz daß ab und zu mal ein Tier geschlachtet wird. Nicht in Massen, nicht als anonymes "Produkt", nicht für billig auf einem Fließband.
Klar, ich könnte es auch nicht selbst machen, da bin ich ehrlich, und mein Onkel belächelt mich dafür auch, aber ich weiß was los ist und brauche dafür keine "Aufklärungsvideos" – "Earthlings" habe ich gemieden da ich weiß daß da auch genug auf die Propaganda-Schiene gehauen wird. Klar, Dreckssäcke gibt es in der Fleisch-Industrie genug, deswegen halte ich mich auch soweit es geht fern von deren Produkten und verzichte lieber bevor ich mir Mist reinschaufel.
Das ist für mich auch eine emotionale Entscheidung, keine wissenschaftliche.

Melle Noire
Melle Noire (@guest_48284)
7 Jahre her

Also ob ich nun ein Tier selbst töten könnte, weiss ich auch nicht. Essen könnte ich es aber hinterher schon ! Anders als Rosa ( sie verhält sich ja schon ziemlich vorbildlich, wie ich finde ) kam ich früher nie direkt in Kontakt mit Schlachtungen. Wir lebten auch nicht auf einem Bauernhof. Ich kannte aber eine Familie, die selbst geschlachtet hat, die hielten sich damals ein paar Schweine. Und die haben auch 1 oder 2x Mal im Jahr die Tiefkühltruhe voll gemacht. War eine gute Sache.

Ich hatte bislang allerdings auch nie ein Problem damit, abgepackte Wurst zu essen oder abgepacktes Fleisch, mir ist aber durchaus bewusst, dass das alles mal lebendige Wesen waren. Und natürlich kenne ich auch zig Dokus über die unwürdige Massentierhaltung in Deutschland usw. ( die finde ich auch nicht gut ! ). Trotzdem wird mein Appetit auf Fleisch davon nicht beeinflusst. Hätte ich allerdings mehr Geld zu Verfügung, dann würde ich mein Fleisch auch woanders kaufen, dann würde ich mehr auf die Herkunft achten, mehr zum Fleischer meines Vertrauens gehen usw… Für mich ist so etwas ganz klar eine Frage des Geldbeutels. Und bis dahin, also bis ich mal mehr Geld zur Verfügung habe, weniger Fleisch essen ? Wäre eine Möglichkeit, ein aufkeimendes schlechtes Gewissen zu beruhigen. Das halte ich nicht durch, no chance. ;)

Interessant fand ich neulich allerdings auch eine Story, die ich auf einer Nachrichtenseite gelesen hatte. Darin ging es darum, dass sich die Autorin des Artikels in Australien wohl ein Kangrurusteak in die Pfanne schmiss, darüber bloggte und dafür angefeindet wurde. Warum ? Weil man doch so niedliche Tiere nicht essen dürfe ( obwohl es wohl für Kängurus sogar Abschussraten gibt, weil sie teilweise schon zur Plage werden ). Und Kaninchen und Meerschweinchen ? Auch für manche undenkbar, sich die auf den Teller zu tun. Rinder und Schweine hingegen sind aber OK, die sind ja nicht so niedlich. ;) Ausserdem hat man zu denen ja auch nicht so den direkten Kontakt, zumindest nicht als Stadtmensch. Fleisch ist also nicht gleich Fleisch ? Das hat mich doch schon sehr erstaunt und amüsiert :)

Das mit den schreienden Pflanzen habe ich übrigens auch schonmal gehört. Es ist wohl auch so, dass manche Bäume, die von irgend einem Tier angeknabbert werden, chamische Duftnoten verströmen in Richtung der umstehenden Bäume als Warnung. Diese reagieren dann auch tatsächlich darauf und versuchen, sich “weniger schmackhaft” zu machen bzw Abwehrmechanismen zu starten. Das ist ein ganz interessantes Thema !

Katja
Katja (@guest_49062)
6 Jahre her

Bin froh seit einer geraumen Zeit keinen Fleisch mehr zu essen. Natürlich hat das Video auch andere Aspekte, als die Fleischanfertigung. Aber traurig ist es immer, wenn Tiere so gequält werden. Wenigstens im letzten Urlaub konnte ich sehen wie glücklich die Tiere im Freien sind. Sie haben genug Platz zum fressen, schlafen und laufen. Solche Tiere sieht man doch viel lieber, als die im Video.

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