Formel Goth: Umzingelt von der teuflischen Stille psychischer Erkrankungen

Die Zahl psychischer Erkrankungen hat durch Corona deutlich zugenommen. Nach einer Studie sind vor allem jüngere Menschen betroffen, die aufgrund von fehlendem Kontakt mit Gleichaltrigen, Schulschließungen und der Angst vor Arbeitslosigkeit überdurchschnittlich häufig betroffen sind. Vor allem Frauen und Mütter, so die Studie, seien aufgrund der enorm gestiegenen Belastungen durch Pflege- und Haushalt besonders betroffen. Verbände, die sich für Menschen mit psychischen Erkrankungen starkmachen, appellieren schon lange an Politik und Entscheidungsträger, sich diesem Problem anzunehmen. Allerdings hapert es schon an der Sichtbarmachung von Menschen mit solchen Erkrankungen, weil entweder nicht darüber gesprochen oder nicht zugehört wird. Der Butterwegge, hat mit seinem aktuellen Song in dieser Ausgabe „Formel Goth“, eine musikalische Lupe für uns festgehalten. Beginnen wir von vorne aber, liebe Leser, denn Brian Molko kredenzt uns ebenfalls ein neues Stück aus seiner Feder.

Placebo – Surrounded by Spies

Neuigkeiten von Brian Molko und Stefan Osdal, die sich 1994 zufällig an der U-Bahn-Station „South Kensington“ in London trafen, um im Anschluss daran die Band „Placebo“ zu gründen. Hatte die damals Instrumente dabei? Wie lernt man sich in einer unwirklichen Umgebung kennen, um in Anschluss daran einer der erfolgreichsten Alternative-Rock-Bands der Welt zu gründen? Wie dem auch sei. Eine frische Single holt Placebo nach einigen Jahren Sendepause wieder aus dem Schatten, um sich mit „Surrounded by Spies“ der Öffentlichkeit zu präsentieren. Schön! Nicht so schön: Brians Bärtchen. Aber das ist Geschmackssache ;)

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Silence – A Moment’s Song

Zum Glück werden Silence ihrem Band-Namen nicht gerecht und haben jüngst ein neues Stück veröffentlicht. Die slowenische Synthie-Band mit dem Hang für künstlerische Projekte, die auch schon mit Laibach zusammengearbeitet hat, war mir bisher völlig unbekannt. Obwohl dem Song stellenweise etwas Theatralik innewohnt, überzeugt die zurückbleibende Atmosphäre mein schwarzes Herz.

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(Danke Manu)

Order Of The Static Temple – Ridin‘ In Sin

Aus der Asche der Pandemie wurde die Band „Order Of The Static Temple“ gegründet, die sich musikalisch ungewöhnlich vielfältig einordnen. Coldwave, Industrial, EBM und Noise im gleichen Atemzug dürfte Genre-Puristen abschrecken. Allerdings haben sie hier Musiker zusammengetan, die man durchaus aus „vorbelastet“ bezeichnen dürfte, denn neben Gründer Rob Robinson findet sich auch Matthew Setzer (ohGr, Skinny Puppy, London After Midnight) in der Besetzung oder auch „Damsel in the Dollhouse“ wieder. Gut, es läuft mir jetzt nicht prickelnd den Rücken runter, aber ich weiß, dass so was bei einigen von Euch hervorragend ankommt.

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(Danke Hari)

Der Butterwegge feat. MÄNNI – Wer’s fühlt, der weiß es

Carsten Butterwegge, Baujahr 1973, ist Musiker und seit November 2020 auch politisch mit „Die Partei“ unterwegs. Auf der Seite „Bundeswegge“ äußert er sogar Ambitionen, für den Bundestag zu kandidieren. Allerdings dann ohne Tattoos, wie er schreibt „Sieht ja schlimm aus, weiß er aber selber!“ Allerdings finde ich seine musikalische Seite deutlich attraktiver, so hat er es sich jüngst mit seinem Song „Wer’s fühlt, der weiß es“ irgendwo zwischen Ohrwurm und nachdenklichem Inhalt in meinen Gehörgang gemütlich gemacht. Der Text thematisiert psychische Erkrankungen aus einer ungewohnten Perspektive, in der die Worte einen Eindruck vom „Kampf mit den Dämonen“ vermitteln, ohne pathetisch zu klingen. Find ich richtig gut, den Song. Ich wünschte, man würde sich musikalisch mehr mit solchen Themen auseinandersetzen, ganz besonders auf so eine nahe und einfühlsame Art.

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Robert Forst
Robert Forst
Wizard of Goth – sanft, diplomatisch, optimistisch! Der perfekte Moderator. Außerdem großer “Depeche Mode”-Fan und überzeugter Pikes-Träger. Beschäftigt sich eigentlich mit allen Facetten der schwarzen Szene, mögen sie auch noch so absurd erscheinen. Er interessiert sich für allen Formen von Jugend- und Subkultur. Heiße Eisen sind seine Leidenschaft und als Ideen-Finder hat er immer neue Sachen im Kopf.
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Manu
Manu(@manu)
Vor 5 Monate

Der Song von Placebo ist typisch Placebo. Ich höre sie gerne Mal für mich, aber ich weiß, dass sich hier bei vielen die Geister scheiden. Was den Bart angeht – Der muss ab!

Auf Silence bin ich 2015 aufmerksam geworden, als Laibach und Silence als erste westliche Alternative-Bands in Nordkorea auftraten. Da ich gerne versuche Musik auch als künstlerisch wertvoll zu betrachten, sind Silence seither bei mir unter Beobachtung. Das betrifft so manche Laibachkollaboration, weil da Kunst im Mittelpunkt steht. Ich hoffe, dass Silence auch bei euch Anklang findet.

Ridin‘ In Sin finde ich einen gelungenen Song, der bereits genannten Genres. Ich finde Crossover-Ideen aus den verschiedensten Lagern immer gut, davon lebt die Kreativität. Ich würde mir den Titel jetzt nicht dauerhaft anhören, aber wenn er mal bei einem Treffen oder einer Party läuft, kann ich sehr gut damit leben.

Der Butterwegge-Song erfüllt meine (Punk)rockliebe. Ja, es ist nicht der Punkknaller, aber bei der Darstellung des Themas wäre das auch unangebracht. Ich möchte auch mehr musikalische Auseinandersetzung mit solchen Themen. Die Ehrlichkeit des Videos ist großartig – keine modellie­rten Menschen und eine einfache, klare Darstellung – dem Thema angemessen. Vielen Dank dafür, kannte ich bisher nicht.

Wiener Blut
Wiener Blut (@guest_60732)
Vor 5 Monate

Der Butterwegge Song ist super. Ich selbst kann auch nach Jahren immer wieder überrascht, fassungslos, betroffen daneben stehen. Auch wenn ich mich sehr schnell fange, weiß was los ist, und wenig nach außen zeige. Als wäre vor mir ne Bombe hochgegangen… Natürlich kann ich’s nicht mitfühlen bzw begreifen, natürlich ist es schön zu sehen wenn sich was stetig und wirklich langfristig bessert, und natürlich kann ich nicht 100 Prozentig einschätzen wos hingeht und wanns wieder los geht. Der Song spricht mich als Menschen mit Kontakt zu psychischer Erkrankung wirklich an.

Letzte Bearbeitung Vor 5 Monate von Wiener Blut

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