7 November

Schwarze Zeitzeugen - Melissa aus London

graveyard 1984, big hair and purple lipstickMelissa ist 39 Jahre alt und lebt in Lon­don, auf­ge­wach­sen ist sie in einer klei­nen Stadt in Wiltshire im Süd-Westen Eng­lands. In Devi­zes, so wie der kleine Ort heißt, ist es kein Zucker­schle­cken anders zu sein als die ande­ren und schon gar nicht, wenn man auch noch so aus­sieht. Melissa war ein Gothic, jeden­falls würde man sie heute so bezeich­nen. Frü­her gab es noch kei­nen Begriff und ein­ord­nen las­sen wollte man sich sowieso nicht. Schwarze Haare, schwarze Kla­mot­ten, Schminke, Haar­spray und spitze Schuhe waren die Merk­male, an denen man Melissa und ihre Freunde erkannte. In Maga­zi­nen fand sie ihre Vor­bil­der Dani­elle Dax und Poi­son Ivy Sie trie­ben sich auf Fried­höfe rum und hör­ten Musik nach Punk.

»Es ging eigent­lich nie darum in einer Szene zu sein« sagt Melissa heute, »son­dern nur darum seine Haare senk­recht zu stel­len.« Sze­ne­zu­ge­hö­rig­keit war kein gewoll­tes Phä­no­men, son­dern eine Zuord­nung. Viel­leicht wird die Szene von damals idea­li­siert, schö­ner und all­um­fas­sen­der dar­ge­stellt, als sie wirk­lich war. 1988 ver­ließ sie den klei­nen Ort und zog nach Lon­don, sie arbei­tet als Illus­tra­tor und Ani­ma­teu­rin und gibt darin auch Unterricht.

Melissa war unbe­wuss­ter Teil einer Jugend­be­we­gung, die man heute als Gothic bezeich­net, dabei ging es ihr nur um Indi­vi­dua­lis­mus und darum, so zu sein wie man wollte. Es ist schwie­rig, eigene Ver­glei­che zu einer Szene zu zie­hen, die es unter die­sem Namen zunächst gar nicht gege­ben hat. Gothic ist ein Begriff, der Mitte, eher Ende der 80er Jahre zu fin­den war und des­halb ist es umso schwie­ri­ger sich darin zu defi­nie­ren. Ich führte ein Inter­view mit Melissa und war zuge­ge­be­ner­ma­ßen über­rascht, wie sie auf meine Frage ant­wor­tete. Schön wenn meine Erwar­tungs­hal­tung über den Hau­fen gewor­fen wird und ich etwas neues dazu­ler­nen kann. Melissa ist der erste Teil mei­ner Inter­view­reihe Schwarze Zeit­zeu­gen. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


31 Oktober

New Wave & Zwei die es wissen müssen

Farin_Urlaub-croppedNew Wave war nicht nur ein Musik­genre son­dern viel­mehr der Beginn eines Stü­ckes Musik­ge­schichte und einer Sub­kul­tur. Mar­kus Kavka und Farin Urlaub sind zwei Zeit­zeu­gen die­ser Ära, denn bei­den steck­ten zu die­ser Zeit mit­ten in Ihrer Pubertät.

Wäh­rend der eine kör­per­lich und musi­ka­lisch wuchs, wuchs der andere nicht und ist jetzt Mode­ra­tor bei MTV und dafür ver­ant­wort­lich, dass sich die bei­den zusam­men­ge­setzt haben und eine ganze Weile sehr inter­es­sant über die Wave Musik der 80er spre­chen. Gewürzt wird das ganze durch Musik­vi­deos, die ein­deu­tig für Herrn Urlaubs Musik­ge­schmack spre­chen. Unzäh­lige Anek­do­ten der Bei­den las­sen das ganze nicht zu einem Exper­ten­ge­schwa­fel ver­kom­men, son­dern bie­ten eine sehr unter­halt­same Reise in die 80er und das Leben der Gruft­szene. So hatte Farin eine eng­li­sche deutsch-brasilianische Freun­din, die in einem Lon­do­ner Squat lebte, was zu die­ser Zeit so ziem­lich das coolste war, was man haben konnte. Dage­gen wirkt der wegen sei­ner Trich­ter­fri­sur und dem auf die Schläfe auf­ge­mal­ten Ein­schuss­loch vor der Tür der Dorf­disko abge­wie­sene Mar­kus Kavka schon fast bie­der. Den gan­zen Arti­kel lesen… »