Die jüngeren unter euch werden es wahrscheinlich schon nicht mehr hören können wie cool alles in den 80er gewesen ist. Die meisten werden sich auch nicht stundenlang hinsetzen und Dinge aus der Vergangenheit heraussuchen. Musik vor MP3, Bandsalat, Walkman und eckige Autos sind nur einige der Highlights aus einem der turbulentesten Jahrzehnten. Rhett & Link haben es mal wieder auf den Punkt gebracht und ein 80er Mashup in einem Glamrock-Song verpackt, der so ziemlich alle Meilensteine der damaligen Zeit auf den Schirm bringt. Die dazu benötigten Original-Requisitien haben sie sich von Bekannten und Freunden zusammengeliehen und verleihen mir damit den ein oder anderen sehr nostalgischen Moment. Großartig. Den ganzen Artikel lesen… »
7 August
In the 80's
29 Juni
Eine Fledermaushöhle - Das Batcave (1982-1985)
Das London der 80er war ein Schmelztiegel für musikalische Stile, Bands und Jugendkulturen. Mit dem Punk hatte man der Jugend die Lust am Dilettantismus mitgegeben, jeder konnte und wollte Musik machen. Im Stadtteil Soho, genauer auf der Dean Street 69 eröffnete im Juli 1982 das Batcave im Gebäude-Komplex des Gargoyle Clubs. Unzählige kuriose Gestalten belagern den Sargförmigen Eingang der in einen mit Spinnweben geschmückten Raum führte, es ist die »Nacht der brennenden Märtyrer« und das Motto Blasphemie, Lüsternheit und Blut. Gründer es Clubs war die Band Specimen, und Mitgestalter Nik Fiend, Sänger der Band Alien Sex Fiend. Den ganzen Artikel lesen… »
18 März
Too much Future - Ost!Punk
Von eben dieser Zeit berichtet Carsten Fiebelers Dokumentation Too much Future — Ost!Punk, der bereits 2007 fertiggestellt wurde. Darin erzählen zwei Frauen und vier Männer von ihren unterschiedlichen Lebensentwürfen, deren Gemeinsamkeit der Schnittpunkt Punk ist die sich alle während ihrer Zeit mit der Freiheitsberaubung durch den Staat DDR auseinandersetzen mussten. Während die Punk im Westen gegen die Atomkraft protestierten und ihre Abneigung gegen den Staat offenbarten, war das Leben des Punk im Osten des Landes geprägt von dem ewigen Zwiespalt und der Gratwanderung zwischen Provokation und Knast. Der Film lebt dabei von den sehr lebhaft erzählten Geschichten und den Einspielungen von Videoschnipseln und Super-8-Filmen dieser Zeit. Interessant ist jeder einzelne, das was er einmal war steht nicht immer in Harmonie mit dem, was aus den sechsen geworden ist.
Neben Jürgen Teipels Buch Verschwende deine Jugend zeigt diese Dokumentation den fehlenden Teil der Gesamtdeutschen Geschichte des Punk. Die eigentlich völlig gleichen Ideen in verschiedenen staatlichen Systemen zu sehen, hat ihren ganz eigenen Reiz und erweitert den eigenen Horizont. Die Auswahl der Protagonisten des Films erscheint nicht zufällig sehr exklusiv, denn schon im Vorfeld hat sich das Team um die Dokumentation intensiv mit Menschen und Persönlichkeiten befasst und präsentiert mit den Interviewpartnern einen feinen Schnitt durch die alte und neue Punkszene der DDR.
Bei Good!Movies ist der Film für rund 13€ zu bestellen, Google liefert die Mäusekinoversion, die ich euch nicht vorenthalten möchte und die hier in voller Länge zu sehen ist. Für jeden Interessierten oder Ehemaligen gehört dieser Film aber zum Pflichtprogramm und sollte in keinen spießbürgerlichen EX-Punk Regal fehlen. Die DVD Version ergänzt die Dokumentation mit vielen der zu Grunde gelegten Film im Originalformat und Interviews mit den Regisseuren, sowie zahlreichen exklusiven Fotos.
Film: ost!Punk — too much future — Dokumentarfilm 2007
Regie: Carsten Fiebeler, Michael Boehlke
Darsteller: Cornelia Schleime, Colonel, Daniel Kaiser, Bernd Stracke, Mita Schamal, Mike Göde
Laufzeit: 93 Minuten
Die Dokumentation gibt es übrigens bei Google Video in voller Länge zu sehen, es langt zwar nur für ein Mäusekino, reicht aber um einen vernünftigen Einblick zu bekommen und sich nicht nur auf den mageren Trailer zu verlassen. (via Kraftfuttermischwerk)
(Bildquelle: Amazon)
16 Februar
This is England
Ein lanweiliger Juli 1983 in einer englischen Küstenstadt. Für den 12jährigen Shaun beginnen die großen Ferien. Sie werden für den Jungen zu einer prägenden inneren Reise die sowohl kulturell als auch persönlich einige Überraschung bereithält.
Sein Vater ist im Jahr zuvor im Falklandkrieg gegen Argentinien gefallen. Werden Shaun noch seine Mutter haben diese Familiäre Katastrophe ganz bewältigen können. Bei seinen gleichaltrigen Mitschülern und Nachbarskindern ist Shaun wegen seines agressiven Verhaltens Aussenseiter. Eine zufällige Begegnung mit Woody und seiner Skinhead-Gang, die den jungen in ihre Gemeinschaft aufnehmen soll jedoch weitreichende Konsequenzen haben.
Dort erhält der Junge das seit dem Tod des Vaters vermisste Gemeinschaftsgefühl wieder, erlebt Abendteuer und den ersten Kuß eines Mädchens. Doch aus der anfangs eher harmlosen Gruppierung wird eine andere, als der frisch aus dem Gefängnis entlassene Combo auftaucht. Mit seiner rechtsradikalen Gesinnung manipuliert und spaltet er die Gruppe in zwei Lager. Shaun lässt sich auf seine Seite ziehen und gerät in einen Strudel aus Rassismus, Verzweiflung und Gewalt. Den ganzen Artikel lesen… »
29 Oktober
Subkultur! - New Romantic
Der auch Rüschengruftie genannte Goth trägt vorzugsweise Hemden mit Rüschen und seine Kleidung ist mit reichlich Spitze und Brokat verziert. Er ähnelt den Darstellern neuzeitlicher Vampirfilme, ohne selbst aber Vampir zu sein, Filme wie »Interview mit einem Vampir« kennt er auswendig. Der melancholischste aller Gothics liebt die deprimierende und tiefschürfende Musik. Er kauft schwarze Tapete, hat keinen Stromanschluss und ein Abo vom Kerzengroßhandel. Sie lesen bei Rotwein und Kerzenschein düstere Literatur und zelebrieren ihr Dasein. Mit dem Einbruch der Dämmerung werden sie aktiv, wenn die Sonne aufgeht murmeln sie Flüche. Als Begründer des Stils gilt Steve Strange, Kunststudent und Sänger der Band Visage, der sich in London 1978 einen Namen mit exzentrischen Bowie-Partys machte, in die nur Gäste mit möglichst ausgefallenen und extremen Outfits Einlass hatten. Die New Romantics hörten Human League und Spandau Ballet und hören nun Goethes Erben, Nick Cave und Lacrimosa. Den ganzen Artikel lesen… »
9 Oktober
Ein Winklepicker ist keine Angelrute
Was in den frühern 80ern zur Grundausstattung gehörte, ist heute leider etwas in Vergessenheit geraten. Ein Winklepicker (oder auch Pikes oder Pickers genannt) ist ein langer klassischer Halbschuh, der vorne spitz zuläuft. In den frühen 60ern entstanden erlebte er komischerweise schon Ende der 70er sein Comeback und wurde beliebter modischer hingucker bei vielen der zu dieser Zeit aufkommenden Jugendbewegungen wie den Rockabillies, Punks, Mods und Teds. Die Gothicszene entdeckte den Schuh für sich Anfang der 80er, wurden aber Pikes getauft und stilisierten sich dann über Schnallen im Fledermaus, Totenkopf oder Sargdesign. Der eingebrachte Reißverschluss entstand dann im Zusammenhang mit den im Punk verbreiteten Zippern die zur Verzierung auf Hosen aufgenäht wurden. Angeboten wurde sie zunächst auf Londons großen Märkten wie dem Kensington Market und dem Chelsea Great Gear Market wo sich im Laufe der Zeit verschiedene Modelle für die jeweilige Szene durchsetzen konnte.
Genug der Rückblende. Vor einer ganzen Weile interessierte ich mich dann wieder mal für was schönes neues für meine Füsse, so kam mir dann die Lust auf ein paar anständige Winklepicker. Leider stellte sich heraus, daß es sich bei dem von mir favorisierten Modell oben rechts um einen Frauenschuh handelte und in meiner Größe nicht verfügbar ist. Joy Winyard von Pennangalan Shoes war so freundlich mir das mal zu erklären. In Schuhen hatte ich immer schon eine sehr weibliche Ausrichtung, komisch. Der deutsche Markt präsentiert sich in Sachen Winklepickers sehr dünn, lediglich im Kölner Studio 59 kann man ein paar Modelle über Ebay bekommen. Mehr Auswahl hat man da schon auf dem englischen Markt, auf dem der Schuh im Moment sein drittes Comeback erlebt. Beim deutschen Wikipedia findet man lediglich eine Erklärung als Angelrute, man sollte sich da doch mehr auf die englische Erklärung verlassen. Entscheiden werde ich mich dann wohl für das Modell rechts, es sei denn ihr könnt mir noch andere Modelle empfehlen.
1 Oktober
Musikgeschmack ist doch subjektiv, oder?
Leider ist Musickum momentan geschlossen, da der entstandene Traffic das Budget des Betreibers überstiegen hat, vielleicht findet sich ja ein neuer Sponsor.
Grundsätzlich höre ich Musik, die mir gefällt. Tut eigentlich jeder. Doch woher neue Inspiration nehmen? Zu meinen pubertierenden Zeiten ist man in die Diskothek gegangen um dort neue Einflüsse zu bekommen und zu bekannten Dingen abzugehen. Da musste man sich aber mit dem anschreien des Plattenauflegers begnügen, der je nach Laune den entsprechenden Titel offenbart hat. Eine weitere Möglichkeit war das Radio, das aber rein Mainstreamorientiert ausgelegt war und den Geschmack der breiten Masse befriedigte, so wie heute eben auch. WDR 1 hieß da noch nicht Einslive und in der festen Zeit von 13:00 bis 14:00 konnte man den aktuellen Charts lauschen. So war man zwar auf dem laufenden, leider nicht nach meinem Geschmack.
Das Internet bietet da ganz neue Möglichkeiten, es macht den Musikgeschmack zur einer Ansammlung von objektiven Daten, die ich last.fm sei dank auch entsprechend zur Verwertung preisgebe. So ist dann auch der Überblick links entstanden. Bei Musickum kann das jeder auch mal selbst versuchen. So verrät mir der Open mind Index, wie breit gefächert mein Musikgeschmack ist, 123 ist da gar nicht mal schlecht (glaub ich). In der Tortengrafik und der anschließenden Liste wird dann deutlich, welche Genres der Musik ich bevorzuge.
Ist dann nun schon objektiv gesehen mein Musikgeschmack? Nein. Warum nicht?
Zunächst einmal kann der Benutzer selbst die von ihm gespielten Lieder in ein Genre einordnen, da werden überschneidungen deutlich, denn medieval, folk und mittelalter sind bei mir das gleiche. Allein die Einordnung in ein Genre geschieht doch schon subjektiv. Nur weil New Wave draufsteht muss es mir lang noch nicht gefallen um gleich zum nächsten Punkt zu kommen. Wenn es 1.000.000 Lieder geben würde, die unter New Wave kategorisiert sind, gefallen mir bestenfalls 10%. Theoretisch, also subjektiv.
Annahme: Wir geben immer mehr persönliche Daten, Geschmack und Nutzungsverhalten preis und profitieren dabei von den scheinbar sinnvollen Features. Nehmen wir mal an, alles was wir kaufen, hören, sehen, fühlen und nutzen wird zu Datenerhebung herangezogen, wäre es demnach möglich, das mir eine entsprechende Software ein Musikstück offenbart, das mir gefallen MUSS? Ich denke nicht. Solange unsere Gefühle und Emotionen nicht berechenbar sind bleibt uns das erspart, denn das bestimmt unseren Musikgeschmack.
Die einzigen, die von der zunehmenden Profilisierung persönlicher Daten profitieren sind die Werber und Produktmanager die meinen mit gezielten Werbeaktionen unseren Geschmack vorausschauen zu können. Meinen treffen sie nicht. Wie ich jetzt von einem zufällig gefundenen last.fm Goodie auf meinem Musikgeschmack komme, weiß ich auch nicht genau, ist aber eh subjektiv ;)
(Quelle: Gefunden bei Everyday is Halloween)
30 September
Xmal Deutschland
1980 ist nicht nur die Blütezeit des deutschen Punks gewesen, sondern auch die Zeit, in der die Blüte ihre Blätter verliert und daraus immer neue Triebe entstehen. In Hamburg, der härtesten Stadt des Punks seiner Zeit hatten 5 Mädchen mit dem gleichen Musikgeschmack den Plan eine Band zu machen. Bands zu gründen war modern und so kam es das die Band Xmal Deutschland zum ersten mal namentlich erwähnt wurde, benannt nach diesem Buch von Rudolf Walter Leonhardt über das Deutschland der 50er. Anja Huwe (Gesang), Manuela Rickers (Gitarre), Fiona Sangster (Keyboard), Rita Simon (Bass) und Caro May (Schlagzeug) sind damit wohl die erste deutsche Girl Band der New Wave Bewegung.
Ihre große Beliebtheit bei den Goths gründet in der energiegelandenen, ungestümen und doch melancholischen Musik. Laute Gitarren, ein typischer New Wave Beat und der schrille Gesang von Anja Huwe bohren sich in den Schädel. Der Einsatz von Synthesizern macht aus dem Gesang ein fünftes, neues Instrument und sorgt für die bedrückende Atmosphäre voller Leidenschaft, Verzweiflung und Hingabe. Den ganzen Artikel lesen… »
31 August
Nichts - Schaut mich an, ich tanz am besten
Wer glaubt, die Neue Deutsche Welle kurz NDW würde nur aus Nena, Hubert Kah und Markus bestehen der irrt. Als der Punk Anfang 1977 nach Deutschland schwappte und die meisten Band nur imitierten, entwickelte sich schnell ein eigener deutscher Punk, in dem auch deutsch gesungen wurde. Eine neue Form von musikalischem Selbstwertgefühl und Individualismus verbreitete sich sehr rasch, Deutsch zu singen war wieder cool geworden. In den deutschen Hochburgen des Punks Düsseldorf, Hamburg und Berlin formierten sich zwischen 1977 und 1983 unzählige Bands, die mit viel Kreativität etwas neues machten. Eingängie Melodien und simple Texte, die neue deutsche Welle war geboren.
Die aus der Düsseldorfer Punkformation KFC (Kriminalität Förderungs Club) ausscheidenden Meikel (Michael) Clauss und Tobias Brink bildeten im Frühjahr 1981 die Band Nichts mit dem Drang etwas neues zu machen. Ein ehemaliger Schulfreund von Clauss, Christopher Scarbeck stieg als Bassist ein und die Freundin und spätere Ehefrau von Brink, Andrea Mothes nahm das Mikrofon in die Hand. Im Juni 1981 erschien dann nach nur 5 Wochen ihre erste LP Made in Eile auf einem Independent Label.
Schaut mich an, ich tanz am besten. Schaut mich an, ich bin die Schönste.
(Nichts - Tango 2000)
Die Band bezeichnete ihre Stilrichtung selbst als Psychopop und wollte eigentlich mit NDW nicht in Verbindung gebracht werden. Clauss und Brink kommen ja definitiv aus dem Punk und gehörten mit ihrer vorherigen Band KFC zu einem der Headliner in der Düsseldorfer Punk Szene. Die Presse tat wie immer Ihr übriges und verglich Nichts gleich mit Ideal, den Neonbabies und anderen NDW Größen, so blieb der Band nichts anderes über, als sich ihrem Schicksal zu fügen. Den ganzen Artikel lesen… »



