5 Juni

Jetzt schminken sich auch unsere Jungs!

Kategorie: Dunkle Vergangenheit, Schwarze Szene — Jahrgang: 201014 Kommentare

Deutsch­land 1984: »Letzte Trend­mel­dung! Bis­her nur in Lon­don, nun auch bei uns: Jetzt schmin­ken sich auch unsere Jungs. Zwi­schen Flens­burg und Kon­stanz tra­gen sie in der Disco ihre Kriegs­be­ma­lung zur Schau. Ver­we­gene wagen sich der­art geschmückt auch in die Schule oder in die Lehr­stelle.« Die Idole der Jugend machen es vor: Schminke bei Män­nern fällt auf, nie waren die Mög­lich­kei­ten viel­fäl­ti­ger das Umfeld zu pro­vo­zie­ren. Adam Ant oder Boy George machen es vor, wie man durch den Exzes­si­ven Gebrauch von Schminke den eige­nen Style maxi­miert. Jahre spä­ter nannte man die­ses Phä­no­men New Roman­tic und war eben so schnell vor­bei wie es kam, doch in den Jugend­kul­tu­ren ließ es seine Spuren.

In der Gothic-Szene ver­zich­tete man wei­test­ge­hend auf Farbe, son­dern kon­zen­trierte sich auf den Kon­trast zwi­schen Schwarz und Weiß und den dezen­ten Ein­satz von roten Lip­pen. Ganz so wie Robert Smith es den Fans zeigte. Wäh­rend des­sen mach­ten sich die eige­nen Eltern große Sor­gen, wel­chen Weg ihr Sohn nun ging und der Streit um die Schminke und Bade­zim­mer­ho­heit war unter Geschwis­tern vor­pro­gram­miert. Die ers­ten Geh­ver­such mit dem Kajal der Schwes­ter ende­ten nicht sel­ten mit blu­ti­gen Augen, weil man wie­der ein­mal vom Lid abge­rutscht war. Die männ­li­che Moto­rik ist ja auch nicht unbe­dingt geeig­net und fein­mo­to­ri­sche Gesichts­ver­zie­rung aus­zu­füh­ren. Nicht sel­ten endete so machen Schmin­kor­gie des eige­nen Kin­des bei der örtli­chen Familienberatung.

In gut unter­rich­te­ten Gruftie-Kreisen sprach man lie­be­voll von tot­schmin­ken, denn die mit wei­ßer Thea­ter­schminke appli­zierte Blässe im Gesicht und die schwarz umran­de­ten Augen erin­nert an die blasse Farbe ver­stor­be­ner Men­schen, die ja kurio­ser­weise bunt geschminkt wurde um bei offe­nen Sär­gen den gewohn­ten Anblick des Ver­stor­be­nen zu wah­ren. Ergänzt wurde der Style durch teil­weise frak­tale Ver­zie­run­gen der Augen­par­tie oder dem nach­zeich­nen der ent­fern­ten Augenbrauen.

Schwarz­ro­man­ti­ker fokus­sie­ren damit auch den Look des Adels und bezie­hen sich auf das Mit­tel­al­ter, denn hier half die Haut­farbe dabei den Stand eines Men­schen zu erken­nen. Die »edle Blässe« war oft­mals den adli­gen vor­be­hal­ten, die ja zum hüten ihrer Reich­tü­mer das Haus sel­ten ver­lie­ßen, wäh­rend das gemeine Volk ein Tätig­keit im Freien nach­ging, was unwei­ger­lich zu einer gewis­sen Bräune führt.

»Wer schön sein will muss lei­den.« Könnte auch aus dem Mit­tel­al­ter stam­men, denn um ihre Gesich­ter weiß zu machen ver­wen­dete man das gif­tige Blei­weiß, was nicht unbe­dingt der­ma­to­lo­gisch getes­tet war. Die Köni­gin Eli­sa­beth I. war pro­mi­nen­tes Bei­spiel und ver­fei­nerte ihren Look spä­ter durch das Fär­ben von Wan­gen und Lip­pen mit roter Farbe, die man damals aus der lus­ti­gen Kosche­nil­le­schild­laus gewann.

Ich schweife ab. Fakt bleibt, das die Kids haupt­säch­lich das imi­tier­ten, was ihnen durch ihre Idole auf der Bühne vor­ge­lebt wurde. Die Texte ani­mier­ten dazu sich aus­zu­le­ben, die Pro­vo­ka­tion war erwünscht. In der Bravo vom 20. Sep­tem­ber 1984 fragt man: Irre gut oder ätzend? Heute, 26 Jahre spä­ter stelle ich die Frage noch ein­mal. Wie­viel Schminke für den Gothic-Mann von heute? Muss ich mir meine schwar­zen Fin­ger­nä­gel wie­der ent­fer­nen? Ist Kajal beim Mann nun gesell­schaft­lich Akzep­tiert? Was ist ein No-Go für den Mann? Bir­git meinte damals:»Mir gefal­len geschminkte Typen irgend­wie ganz gut. Bei man­chen sieht es auch wirk­lich toll aus. Aber bloß zum anschauen. Wenn mein Freund sich schmin­ken würde, nein ehr­lich, ich käme mir ziem­lich blöd mit ihm vor. Ich schminke mich ja sel­ber auch nur sel­ten und wenig.« Was meint ihr?

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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14 Kommentare

  1. Defi­ni­ti­ves: JA!

    Ist aber auch auf jeden fall Typ­ab­hän­gig, wie viel und was gut aus­sieht. So ein wenig ver­wisch­ter Kajal finde ich steht den meis­ten — Aus­nah­men bestä­ti­gen die Regel ;) die Her­ren die eh schon gegen andro­gyn ten­die­ren, ver­tra­gen ent­spre­chend ein bissl mehr. Ich find gene­rell auch gut wenn »Mann« sich traut auch mal sol­che ach so typisch weib­li­chen Berei­che auch für sich ent­de­cken. Aber ich bin ja eh Ver­fech­ter des Geschlechtergrenzen-Verwischens ;) — denn ich finde das lässt einem als Indi­vi­uum ein­fach mehr Platz sich selbst zu fin­den und zu begrei­fen. Sich selbst zu fin­den auf der Linie irgendwo zwi­schen den extre­men Polen Mann-Frau. Optisch gese­hen fand ich sowieso schon immer Leute inter­es­sant, die mehr zur Andro­gy­ni­tät nei­gen und das irgend­wie sicht­bar machen, auch ich spiele gern damit, obwohl mir scheint daß vor­nehm­lich Män­ner in der Szene sich andro­gyn zei­gen und auch mit einer gewis­sen geschlechst­spe­zi­fi­schen Unein­deu­tig­keit spie­len, wo der größte Teil weib­li­cher Goths sich eher ein­deu­tig weib­lich zeigen.

    Übri­gens wär ich erfreut wenn mein Freund mal zum Kajal grei­fen würde, tat­säch­lich bin ich ihm sogar schon­mal damit zu Leibe gerückt, ein­fach weil ichs sehen wollte *g* natür­lich in hei­mi­schen 4 Wän­den ohne Gefahr sich damit wo anders hin zu bege­ben. Is aber nicht sein Ding, also für mich abso­lut OK. Wie bei Kla­mot­ten — wenn man sich so nicht echt gut fühlt dann blei­ben las­sen, weil das merkt man sonst.

    Es gibt aber auch For­men von geschmink­tem Mann die ich wirk­lich nicht mag — meist find eich aber die wieb­li­chen gegen­stü­cke ebenso unat­trak­tiv, liegt dann wohl ein­fach an dem gruf­fe­li­gen Ästhe­tik­emp­fin­den, und nicht am Mann mit Make-Up an sich.

  2. @Rosa: Defi­ni­ti­ves Ja, daß dann rela­ti­viert wird? Naja trifft irgend­wie meine fast immer ambi­va­lente Mei­nung.
    Des­we­gen kein defi­ni­ti­ves Ja, wobei ich auf den andro­gy­nen Scheiss echt nicht stehe. Aber ich kannte Män­ner, die mit Kajal inter­es­san­ter aus­sa­hen, als man­che Frauen, was auch daran gele­gen haben könnte, daß man­che Frauen mehr Kajal als Gesicht zeigten.

  3. Ich erliege bei andro­gy­nen oder geschmink­ten Män­nern nicht dem neid­vol­len Stau­nen.
    Zwar ist mir ein femi­ni­ner Mann mit gepu­der­tem Gesicht, Lipgloss und Kajal­strich lie­ber, als ein Schrat, der mir Braue­r­ei­ge­schwür, Rau­cher­zähne, Speck­hals und aus­ge­dünn­tes Schmier­haar ent­ge­gen­streckt. Aber ich kann z.B. Kerle, des­sen Ober­arme einen ähnli­chen Umfang besit­zen wie meine Hand­ge­lenke nicht ernst neh­men. Ohne geis­tig chau­vi­nis­ti­sche Gedan­ken­gänge bin ich doch noch Lieb­ha­ber der opti­schen Geschlech­ter­tren­nung. Was nicht besagt, dass geschminkte und oder andro­gyne Män­ner keine opti­sche Ästhe­tik besit­zen kön­nen. Für mich ent­behrt sich dabei nur jeg­li­cher opti­scher Reiz.

    Es ist auch kein Ideal, dem ich nach­ei­fern würde. Und das nicht nur aus dem Grund, dass es bei mir wohl mehr als lächer­lich aus­se­hen würde. Son­dern auch aus dem Grund, dass ich mich dadurch mei­ner »männ­li­chen Aus­strah­lung« beraubt sehen würde und mir enorm lächer­lich vor­käme. Aber wie gesagt, dass ist eine per­sön­li­che Sicht­weise und wird auch nicht nega­tiv auf die über­tra­gen, deren dahin­ge­hende Grenze eine andere ist. So gehört es bei mir ein­fach dazu, im Fit­ness­stu­dio an mei­ner Sta­tur zu arbei­ten und manch einen schlak­si­gen Geschlechts­ge­nos­sen gerne neckisch oder abwer­tend als „Hämpf­ling“ zu titu­lie­ren. Wäh­rend andere über den Aspekt des Trai­nings belus­tigt mit den Augen rol­len. Oder die Tat­sa­che, dass ich mei­nem Win­ter– wie Som­mer­fell kon­se­quent zu Leibe rücke. Etwas, was der taffe Mann mit Coolness-Garantie schon als „put­zig süss“ belä­chelt. Ebenso ver­stehe ich wie­derum nicht, wie Mann sich als „Gil­let­te­fresse“ wohl füh­len kann.

    Die Sache ist nur die, dass ich so oder so nicht auf über­mä­ßi­ges Ange­pin­sel stehe. Nagel­lack oder Kajal, zur Unter­ma­lung der Augen, kein Thema. Ich würde sogar den feh­len­den Schwarz­strich ver­mis­sen. Aber alles andere fas­zi­niert mich über­haupt nicht. Im Grunde bewirkt es mehr das Gegen­teil. Und da ich das bei Frauen schon so sehe, sehe ich es bei Ker­len noch „vor­ur­teils­be­haf­te­ter“.
    Ich möchte, dass sich meine Freun­din auf­grund ihres natür­li­chen Aus­se­hens wohl fühlt und nicht ihre Selbst­ver­trauen von der Beu­te­zugs– oder Kriegs­be­ma­lung abhän­gig macht. So nach dem Motto: „Unge­schminkt gehe ich nicht aus dem Haus, warte bitte die 30Minuten, bis ich fer­tig bin.“. Auch sollte Schminke die Gesichts­par­tien unter­strei­chen und keine sepa­rat domi­nan­ten Kon­traste schaf­fen. Etwas ande­res ist es natür­lich im kos­me­ti­schen Sinne.

    Ebenso trifft das ganze Getue zum Schutz der Blässe bei mir auf Unver­ständ­nis. Zum einen da ich frü­her als „gemei­nes Volk einer Tätig­keit im Freien nach­ging, was unwei­ger­lich zu einer gewis­sen Bräune führt.“. Und ich heute noch immer kein Pro­blem damit habe, schnell und erkenn­bar braun zu wer­den. Zum ande­ren durch die heu­tige Tätig­keit am Moni­tor, bei der ich das Wet­ter meh­re­rer auf­ein­an­der fol­gen­der Tage nur vom Hören­sa­gen her kenne. Und mich freue, wenn ich ein­mal Zeit fin­den kann, um bewusst die Sonne auf der Haut oder den Wind zu spü­ren. Ich bedauere fast diese Gestal­ten, die dann laut quiek­send ihr Gothic­schirm­chen auf­span­nen und ange­nervt von Schat­ten zu Schat­ten hopsen.

    Aber jeder hat dahin­ge­hend seine Tole­ranz­grenze für opti­sche Ästhe­tik. Und auch wenn es inter­es­sant wäre zu dis­ku­tiere, wo der Grenz­stein für gesell­schaft­li­che Akzep­tanz zu set­zen sei, wird die­ses wohl ins Leere lau­fen. Zumin­dest in die­sem Land, was sich in der Tra­di­tion der Kon­se­quenz­lo­sig­keit win­det. Bes­tes Bei­spiel dafür wäre ebenso der Pier­cing­s­chmuck. Ohren: Ja mög­lich, aber bitte dezent. Nase: Ste­cker ist gedul­det aber kein Ring. Augen­braue: Ja naja, wenn es halt sein muss, aber dann bitte ganz klein. Beim Schmin­ken am Arbeits­platz das­selbe. Kei­ner traut sich etwas zu machen oder zuzu­las­sen, was nicht der Norm ent­spricht. Mit dem typisch deut­schen, wenn auch berech­tig­ten, Argu­ment: „Ich weiß ja nicht wie meine Kund­schaft dar­auf rea­giert.“. Für mich als Kon­su­ment zählt ja nicht die Leis­tung des Gegen­übers, son­dern sein Auf­tre­ten. Mir per­sön­lich ist jeden­falls ein zuge­schmink­ter Fach­mann lie­ber als ein Dumm­schwät­zer in Nadel­strei­fen. Egal, ob ich die­ses als Mann ernst­neh­men kann oder nicht. Da sich bei­des ja nicht bedin­gen muss.

    Zu Rosa Chalybeia

    […]wo der größte Teil weib­li­cher Goths sich eher ein­deu­tig weib­lich zeigen.[…]

    Dar­über bin ich auch froh. Denn ich werde nicht mit Freude dabei zuschauen, wie sich die Weib­lich­keit der eben­sol­chen beraubt. Der Grund liegt wohl darin, dass das Femi­nine als Sym­bol für Sinn­lich­keit, für Leben und Freude(n) als Ideal bes­ser in die Grup­pen­men­ta­li­tät der roman­tisch ver­klär­ten passt, als nun das Sinn­bild des grob­schläch­ti­gen bra­chia­len Mas­ku­li­nums. Somit bewahrt sich der weib­li­che Goth seine Weib­lich­keit, wäh­rend es man­che Tes­to­ste­ron­trä­ger zur eben­sol­chen Ver­kör­pe­rung die­ses Ide­als zieht. Was unwei­ger­lich zur andro­gy­nen Erschei­nung führt. Als kur­zer Exkurs, mir ist auch kein weib­li­ches Gegen­stück zur Drag Queen bekannt. Und auch was die Tra­ves­tie­kunst anbe­langt fin­det man dahin­ge­hend weni­ger weib­li­che Dar­stel­le­rin­nen als Darsteller.

  4. @Rosa: Schön geschrie­ben. »denn ich finde das lässt einem als Indi­vi­uum ein­fach mehr Platz sich selbst zu fin­den und zu begrei­fen« Ich sehe das prag­ma­tisch, man muss etwas aus­pro­bie­ren um mit­re­den zu kön­nen. Ich möchte aber hier noch ein wenig dif­fe­ren­zie­ren. Man kann mit Schminke die Aus­rich­tung des eigene Emp­fin­dens deut­lich in eine Rich­tung len­ken. Weib­lich geschminkte Män­ner finde ich unat­trak­tiv, dage­gen finde ich männ­lich geschminkte Män­ner bes­ser. Klingt jetzt komisch ist aber so. Kajal, Nagel­lack und Lip­pen­stift kön­nen die männ­li­che Akzente eines Gesich­tes noch deut­lich her­vor­he­ben. Von Extrem andro­gy­nen Män­ner mit extrem weib­li­chen Auf­tre­ten halte ich per­sön­lich nichts. Finde ich ein­fach nicht schön.

    @Vizioon: Im Punkt Kajal sind wir einer Meinung :)

    @Guldhan: Die­sen Satz: »Kei­ner traut sich etwas zu machen oder zuzu­las­sen, was nicht der Norm ent­spricht. Mit dem typisch deut­schen, wenn auch berech­tig­ten, Argu­ment: „Ich weiß ja nicht wie meine Kund­schaft dar­auf rea­giert.“.« unter­schreibe ich. Es fin­det aber dies­be­züg­lich eine deut­li­che Ver­schie­bung gesell­schaft­li­cher Nor­men statt, jeden­falls ist mir das in den letz­ten Jah­ren auf­ge­fal­len. Eigent­lich auch eine logi­sche Kon­se­quenz: Je popu­lä­rer ein Trend ist, desto ver­brei­te­ter ist er auch in unse­rer Gesellschaft.

    Ein schreck­li­cher Gedanke, wenn ich irgend­wann im All­tag von Gruf­ties umge­ben wäre, nicht weil ich mich dann nicht wohl füh­len würde, son­dern weil ein wich­ti­ger Grund­stein des eige­nen Lebens­ge­fühls feh­len würde. Anders­ar­tig­keit und Pro­vo­ka­tion waren, sind und blei­ben wich­tige Ele­mente. Die Gewich­tung fällt unter­schied­lich aus.

    Das Ästhe­ti­sche Emp­fin­den ist sehr indi­vi­du­ell. Lei­der nimmt das immer kurio­sere For­men der Ver­wirk­li­chung an, viel­leicht müsste man zunächst den Begriff der Ästhe­tik für sich defi­nie­ren. Für mich ist das ein Gefühl, eine extrem sub­jek­tive Erfah­rung. Gerade in mensch­li­cher Hinsicht.

  5. @Guldhan: Ich würde mich freuen, wenn Du Deine Mei­nung ein­fach mal schrei­ben wür­dest, und sie nicht hin­ter unver­ständ­li­chem und wider­sprüch­li­chem Gefa­sel ver­steckst.
    „Kei­ner traut sich etwas zu machen oder zuzu­las­sen, was nicht der Norm ent­spricht. Mit dem typisch deut­schen, wenn auch berech­tig­ten, Argu­ment: „Ich weiß ja nicht wie meine Kund­schaft dar­auf rea­giert.“
    Allein das, Du sagst ja selbst: Bere­chigt! Und die Kund­schaft ent­schei­det, nicht das typisch Deut­sche, was auch immer das sein mag.

  6. In Ord­nung. Damit es auch jeder ver­steht ver­su­che ich das Gefa­sel zu unter­las­sen. Viel­leicht gelingt es mir.

    Punkt 1: Der Mensch ist in sei­nem Tun nun ein­mal wider­sprüch­lich. Und ich wie­der­hole mich ungern, aber die­ser Wider­spruch sollte auch dar­ge­stellt wer­den. Da es immer meh­rere Seite zu beleuch­ten gibt. Das Pro hat eben­sol­che Exis­tenz­be­rech­ti­gung wie das Kon­tra. Auch wenn es viel­leicht ver­wirrt, dass man beide Sei­ten ver­ste­hen und sich dem­zu­folge für beide Sei­ten ein­set­zen kann. Was man aller­dings nicht immer sollte. Denn ich gebe zu, dass eine der­ar­tige Neu­tra­li­tät keine eigene Mei­nung auf­kom­men las­sen kann.

    Punkt 2: Der Norm abwei­chen­des Ver­hal­ten stößt auf Kri­tik. Sei es im All­tag oder im Berufs­le­ben. Und gerade im letz­te­ren will nie­mand diese Kri­tik provozieren.

    Punkt 3: Somit ist es ver­ständ­lich, dass man aus Angst vor der Reak­tion der Kund­schaft keine „äuße­ren Abnor­mi­tä­ten“ in sei­nem Unter­neh­men haben will. Würde ich auch so machen, schließ­lich geht es um die eigene Exis­tenz. Ergo: Das Argu­ment ist berechtigt.

    Punkt 4: Es ist typisch deutsch, dass das, was einem nicht passt oder fremd ist erst ein­mal kämp­fen muss, um über­haupt unvor­ein­ge­nom­men betrach­tet zu wer­den. Mag sein, dass ich mich hier­bei irre und es unab­hän­gig von der Natio­na­li­tät typisch mensch­lich ist. Aber Rei­sende berich­te­ten mir, dass es in ande­ren Län­dern weni­ger dar­auf ankommt wie man aus­sieht, son­dern nur wich­tig ist wie man sich gibt. Aber da es hier nun ein­mal Fakt ist, ist es so oder so typisch.
    Jeden­falls ist es schade, dass eine Men­ta­li­tät herrscht, die Punkt 3 nötig wer­den lässt. Denn wäre es so, dass jeg­li­ches Anders­sein ganz neu­tral ange­se­hen wird, so würde die Kund­schaft über Pro­dukt– bzw. Dienst­leis­tungs­qua­li­tät ent­schei­den. Allzu oft ent­schei­det sie aber nur über das Aus­se­hen des Anbie­ters. Wodurch sich nie­mand traut gegen die Norm anzu­tre­ten, da dann womög­lich die Kund­schaft ent­rüs­tet zur Kon­kur­renz abtritt.

    Bei einer ande­ren Lebens­er­fah­rung darf man mich gerne korrigieren…

  7. @Guldhan: Ich bin erst mal über Deine Reak­tion begeis­tert! Ich wollte auch nicht grund­sätz­lich Gefa­sel unter­stel­len, nur für mich.
    Zu 1: Neu­tra­li­tät lässt alles zu. Und was heißt »der Mensch«? Bist Du »der Mensch«? Abge­se­hen davon muß man kei­nes­wegs beide Sei­ten ver­ste­hen.
    Zu 2: Rich­tig, wäre ja auch ziem­lich dumm
    Zu 3: :)
    Zu 4: Nö, sehe ich gar nicht so, auch weil es komisch aus­ge­drückt ist. Alles fremde wird fast über­all nicht wirk­lich freu­dig ange­nom­men, allein weil es fremd ist. Und was einem nicht passt, passt einem nicht, egal ob deutsch, ita­li­en­lsch, oder was auch immer.
    Und wie­der machst Du einen komi­schen Ver­gleich, denn wenn die Kund­schaft zur Kon­kur­renz abtritt, hat sich das Geschäft erle­digt. Wobei das mit Moral wenig bis gar nichts zu tun hat.

  8. Es gibt aber durch­aus inter­na­tio­nale Unter­schiede in der Auf­fas­sung des Äuße­ren und im Umgang mit Kli­schees und Vor­ur­tei­len. Gerade damit geben sich vor allem die Deut­schen krampf­haft kor­rekt. Die Schwe­den bei­spiels­weise sind sehr offen im Umgang mit Dir als Mensch und sehen das Äußere meist erst an zwei­ter Stelle, so habe ich das eigent­lich ken­nen­ge­lernt. Ame­ri­ka­ner (wie mein Cou­sin) haben die herr­li­che Eigen­schaft sich selbst nicht so ernst zu neh­men und sehen Kli­schees und Vor­ur­teile öfter ange­nehm locker, was sich aber haupt­säch­lich auf Bal­lungs­zen­tren­be­woh­ner redu­ziert. Aber gut, indi­vi­du­elle Phä­no­mene sind ebenso wahrscheinlich.

    Zu Punkt 3: Das sehe ich ähnlich. Viel­leicht ein Gedan­ken­an­stoss: Sind diese Punkte nicht die Grund­lage vie­ler Jugend­kul­tu­ren und Sze­nen? Was würde pas­sie­ren wenn sich alle Men­schen wie ein Ide­al­bild ver­hal­ten? Auch wenn ich Gedank­lich abschweife finde ich das in die­sem Zusam­men­hang inter­es­sant. Ich glaube das Kon­flikte und die Fähig­keit damit umzu­ge­hen ein wich­ti­ger Bestand­teil des eige­nen Seins sind. Aber das kön­nen wir ja mal in einem wei­te­ren Arti­kel ausdiskutieren :)

  9. Zu Vizioon:

    […]was heißt „der Mensch”? Bist Du „der Mensch”? Abge­se­hen davon muß man kei­nes­wegs beide Sei­ten verstehen.[…]

    Der Mensch“? Das ist doch etwas anma­ßend. Doch „ein Mensch“ bin ich in der Tat. Und kei­ner kann leug­nen, dass er im Leben nicht ein­mal wider­sprüch­lich gehan­delt, gedacht oder geplant hat.
    Aber es ist rich­tig, man muss defi­ni­tiv nicht bei­den Sei­ten ver­ste­hen. Zumal es auch oft pas­siert, dass man die andere Seite gar nicht ver­ste­hen kann. Dafür sind Lebens­auf­fas­sung und Men­ta­li­tät zu indi­vi­du­ell. Doch das Stu­dium lehrte mich, dass es mit unter Recht inter­es­sant ist, wenn man seine eigene Mei­nung außen vor lässt und schaut, wel­che Argu­mente der bei­den Sei­ten nun logisch wären und wel­che nicht. Aber das dient auch nur kurz­zei­tig der Argu­men­ta­tion. Denn auf Dauer kann eine sol­che ohne exakte Mei­nung nicht weiterleben.

    […]denn wenn die Kund­schaft zur Kon­kur­renz abtritt, hat sich das Geschäft erle­digt. Wobei das mit Moral wenig bis gar nichts zu tun hat.[…]

    Nüch­tern betrach­tet ist es so. Das Geschäft hat sich somit erle­digt. Aber auf wel­cher Basis… Ich kenne Ein­zel­un­ter­neh­mer und erfuhr auch schon einige nette Anek­do­ten aus deren Arbeits­all­tag. So bei­spiels­weise ein jun­ger talen­tier­ter Buch­bin­der, der oft unge­ho­belt gefragt wird, wo denn der Chef ste­cke, man habe einen Auf­trag zu bespre­chen. Die Sache ist nur die, dass in dem Moment der Chef schon vor ihnen stand. Und neh­men wir die Situa­tion, bei dem sich der Kunde dann ver­arscht fühlt und mit dem Auf­trag zum nächst­ge­le­ge­nen Buch­bin­der geht. Weil die­ser auf­grund sei­nes Alters mehr nach Kön­nen aus­sieht. Damit hat die opti­sche Ein­schät­zung über die eigent­li­che Arbeits­qua­li­tät gesiegt. Eine Moral würde ich da schon hineinlegen.

    Zu Robert:

    […]Ein schreck­li­cher Gedanke, wenn ich irgend­wann im All­tag von Gruf­ties umge­ben wäre[…]weil ein wich­ti­ger Grund­stein des eige­nen Lebens­ge­fühls feh­len würde. Anders­ar­tig­keit und Provokation[…]

    Ein schreck­li­cher Gedanke, in der Tat. Aber das war jetzt nur geläs­tert.
    Anders­ar­tig­keit und Provokation…Nun, Anders­ar­tig­keit kommt auch für mich in Frage. Aber keine Pro­vo­ka­tion. Wobei die Anders­ar­tig­keit auch nur darin begrün­det liegt, dass die breite Masse mei­nen Geschmack nicht teilt. Und nicht, dass ich diese bewusst her­vor­rufe. Lapi­dar gesagt: Es gefällt mir halt. Ich kann mich bes­tens damit iden­ti­fi­zie­ren. So fühle ich mich auch im Anzug wohl und die­ser zeugt nicht gerade von Anders­ar­tig­keit und Pro­vo­ka­tion. Zumin­dest die Standardmodelle.

    […]Was würde pas­sie­ren wenn sich alle Men­schen wie ein Ide­al­bild verhalten?[…]

    In den Zusam­men­hang fällt mir Hux­leys Roman „Brave New World“ ein. In dem das Indi­vi­duum für das Ide­al­bild sei­ner Klasse/Kaste, und damit der Gesell­schaft als sol­cher, getilgt wurde.

    Aber was das Ide­al­bild anbe­langt, so habe ich kein Pro­blem damit die­ses bis zu einer gewis­sen Grenze zu erfül­len. Man sollte sich nicht selbst ver­leug­nen, aber sich grund­sätz­lich nicht anzu­pas­sen ist ebenso ver­mes­sen. So wurde ich letz­tens gefragt, ob ich mich in dem Auf­tre­ten denn auch bewer­ben würde. Natür­lich ist die Frage berech­tigt, aber in gewis­ser Hin­sicht auch her­ab­wür­di­gend. Denn sie unter­stellt mir, dass ich nicht dazu fähig bin, mein Wir­ken auf die All­ge­mein­heit rea­lis­tisch ein­zu­schät­zen und mich in die Norm ein­zu­glie­dern. Denn was bringt die „opti­sche Rebel­lion“, wenn sie einem nur den Gang zur Agen­tur für Arbeit ebnet….nichts.
    Berech­tigt war die Frage aller­dings, weil auch viele dasit­zen und mei­nen: „Der Arbeit­ge­ber hat mich so zu akzep­tie­ren wie ich bin.“.

  10. »Aber ich bin ja eh Ver­fech­ter des Geschlechtergrenzen-Verwischens ;)«

    Geht mir ebenso ^^
    Damals in der Schule reich­ten dazu schon lange Haare und mehr als ein Ohr­ring.
    Seit acht Jah­ren trage ich dann Röcke, seit fün­fen schminke ich mich und trage Nagel­lack, seit zweien wer­den die Augen­brauen gezupft und seit kur­zem fal­len auch meine Arme mei­ner Rasie­rei zum Opfer.
    Alles nicht gerade extrem mas­ku­lin, aber das finde ich auch gar­nicht so erstre­bens­wert. Auf­grund mei­ner ste­tig wach­sen­den Fleisch­mütze wurde mir schon öfter gesagt, ich solle mir doch ein­fach eine Glatze rasie­ren, aber so bizarr es auch klin­gen mag: Das wäre mir zu mas­ku­lin. Ich bin ein­fach nicht der Typ für etwas so ker­ni­ges wie einen rasier­ten Kopf. So etwas aso­zi­iere ich mit Skin­heads oder EBM-Leuten, von denen gerade letz­tere ihre Mas­ku­lini­tät (in einem für mich abso­lut alber­nen Maße) der­ar­tig zur Schaut tra­gen, wie ich ver­mut­lich das Gegen­teil versuche.

    Männ­lich fühle ich mich den­noch. Und wer das anders sieht: Bitte, kein Pro­blem ^^
    Eine Stu­di­en­kol­le­gin meinte mal grin­send »Ich kann gar­nicht fas­sen, dass du „ne Hete und nicht min­des­tens bi bist« — Ich glaube meine Ant­wort lau­tete »Oh, Dan­ke­schön«, die Schwu­len die ich kenne sind auf jeden Fall ästhe­ti­scher und gepfleg­ter als die meis­ten Hetero-Männer :)

    Meine Freun­din hat mich in vol­ler Kriegs­be­ma­lung ken­nen­ge­lernt — also mit Puder, zwei­er­lei Lid­schat­ten, Kajal und Mas­cara und fin­det es ent­spre­chend toll, wenn ich mich schminke (und ohne ein klein wenig Kajal gehe ich eh kaum aus dem Haus). Heute kau­fen wir unsere Schminke zusam­men ein und habe auch einen gemein­sa­men Fundus :)

    Und zum Thema »dicke Ober­arme«:
    Als ich mir mal ein Niet­an­arm­band zule­gen wollte und den Ver­käu­fer fragte, ob ich es mal pro­bie­ren kann ant­wor­tete die­ser zu mei­nem maß­lo­sen Erstau­nen »Das willst du nicht«. Auf mein Fra­gen hin warum ich das nicht wolle erwi­derte er »Das ist was für kleine Mäd­chen«. Ich ant­wor­tete, dass ich Hand­ge­lenke wie ein klei­nes Mäd­chen habe und das hat sich schein­bar auch bewahr­hei­tet — passt näm­lich hervorragend.

    Ob man mich des­halb weni­ger ernst nimmt, das sei jedem selbst über­las­sen, so lange ich mei­ner Freun­din die Ein­mach­glä­ser öffnen und ihr ganz kit­schig ein wenig Gebor­gen­heit an mei­ner Brust spen­den kann und wir beide mit mei­nem Äuße­ren völ­lig zufrie­den sind sehe ich nichts Änderungswürdiges.

  11. […]die Schwu­len die ich kenne sind auf jeden Fall ästhe­ti­scher und gepfleg­ter als die meis­ten Hetero-Männer[…]

    Geht mir genauso. Liegt wahr­schein­lich daran, dass Schwule keine Inter­esse daran haben den „Pro­le­ten her­aus­hän­gen zu las­sen“ und sich dem­ent­spre­chend optisch gehen zu las­sen. Ist wohl eine Frage des Fein­ge­fühls.
    Bei man­chen mas­ku­li­nen Hete­ro­ge­stal­ten die mir ent­ge­gen­kom­men frage ich mich eh, wie die jemals eine Frau bezir­zen konnten/können.

  12. @Guldhan: Wider­sprüch­lich gegen was?

    Und zu dem Buchbinder-Beispiel: Ver­stehe ich nicht. Was hat das mit Moral zu tun? Oder sind Buch­bin­der nicht in der Lage, seriös auf­zu­tre­ten? Und was hat denn Alter und Auf­tre­ten mit Moral zu tun?

    @von Karn­stein: Du kaufst Deine Nie­ten­arm­bän­der ein­fach im fal­schen Laden. Ich habe meine ohne Kom­men­tar bekommen…obwohl, sie sind mir zu weit: ich hab wohl eher die kleine Mädchen-Handgelenke ;)

  13. Klar sind Dinge, ob man Andro­gy­ni­tät ästhe­tisch fin­det oder Men­schen bevor­zugt die ein­deu­tig ihrem bio­lo­gi­schen Geschlecht ent­spre­chend auf­tre­ten, ist eine ganz per­sön­li­che Geschichte, dar­über zu dis­ku­tie­ren ist viel­leicht unmög­lich da Geschmacks­sa­che.
    »Defi­ni­tiv Ja« zu geschmink­ten Män­nern — da steh ich wei­ter­hin zu. Auch die­je­ni­gen die ich per­sön­lich mit Make-Up nicht ansehn­lich finde dür­fen das mei­ner Mei­nung nach trotz­dem und sol­len sich da auch frei füh­len zu tun was sie für rich­tig hal­ten. Was ich zB optisch schön finde, ist eine andere Sache — ich gestehe mich dahin­ge­hend nicht ein­deu­tig aus­ge­drückt zu haben, was wie gemeint war ;)
    Es geht ja nicht darum daß sich jeder genö­tigt füh­len muss, als Kerl mit Schminke und in Röcken rum­zu­ren­nen, son­dern daß die Option für die Her­ren weit akzep­tier­ter und offe­ner zur Ver­fü­gung steht, gesell­schaft­lich gese­hen. Da sind wir zwar noch weit ent­fernt von, aber prin­zi­pi­ell bin ich voll dafür. Frau im Hosen­an­zug, der ja männ­li­che Stil­ele­mente benutzt, ist nicht unge­wöhn­lich. Also pro Gleich­be­rech­ti­gung auch für Kerle.

    Ich finds auch biss­chen doof das dann an sexu­el­len Prä­fe­ren­zen fest­zu­ma­chen, wenn ein Typ Make-Up benutzt. Es kann, muss aber eben nicht.

    Was die »zu männ­li­chen« opti­schen Eigen­schaf­ten angeht — in mei­nem Fall gibts auch Dinge die mir zu weib­lich sind und mit denen ich mich nicht sehen kann ;) weil das ein­fach nicht ich bin. Da kann ich mich aber nur selbst mit mir aus­ein­an­der­set­zen und bewer­ten, worin ich mich wohl fühle und wie nicht. Ist aber eigent­lich eh ein ande­res Thema.

    Geschlechtergrenzen-Verwischen sehe ich als einen Weg für mehr Viel­falt und indi­vi­du­el­ler Ent­fal­tungs­mög­lich­keit, nicht als Gleich­ma­chen aller Men­schen. Jeder sollte frei die Aus­drucks­mög­lich­keit und Selbst­de­fi­ni­tion fin­den könne, mit der er sich wohl fühlt. Und das Thema kann ver­flixt kom­plex sein …

  14. Die­ses Geschlech­ter­ver­wi­schen reizt auch wegen der Grat­wan­de­rung zwi­schen der Wei­ter­ent­wick­lung der eige­nen Per­sön­lich­keit und dem ver­fäl­schen des eige­nen Ich’s.

    Auch ich kann mich für Make-Up bei Män­nern begeis­tern, wenn die Per­son dahin­ter das ist was sie dar­stellt. Spä­tes­tens wenn man aber mit dem Make-Up etwas ver­ber­gen will, iden­ti­fi­ziert man sich nicht, son­dern ver­klei­det sich.
    Ich glaube auch, das eben das immer noch eines der letz­ten pro­vo­kan­ten Mit­tel ist, eben diese fest­ge­leg­ten Gren­zen der Geschlech­ter zu ver­wi­schen. Bewusst oder unbe­wusst las­sen wir ein­mal dahin­ge­stellt. Röcke bei Män­nern bin ich eben­falls nicht abge­neigt, ich finde sogar, das das rich­tig gut aus­se­hen kann. Die Schot­ten machen es vor :)

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  1. […] was soll das eigent­lich? Die Dis­kus­sion aus mei­nem Arti­kel Jetzt schmin­ken sich auch unse­res Jungs möchte ich hier nochmal […]