16 Oktober

Die Grufties nahmen mir meine Tochter

Kategorie: Dunkle Vergangenheit, Schwarze Szene — Jahrgang: 200924 Kommentare

Grufties nahmen mir meine Tochter - Titel und EinleitungIn der Tat, das ist unser liebs­tes Hobby: Unschul­dige Töch­ter poten­ti­ell ver­zwei­fel­ter Müt­ter ent­füh­ren und sie unter unse­ren Klauen auf die dunkle Seite der Macht zu zie­hen. Dies ist das Geständ­nis, die Gruf­ties haben Ana­kin Sky­wal­ker zu dem gemacht was er heute ist. Darth Gruf­tie. Heute ist er zwar untreu gewor­den und mit sei­ner lus­ti­gen Maske ein­deu­tig zu den Cybers über­ge­lau­fen, aber was soll’s, Han Solo war sowieso viel cooler.

Ich habe mich immer schon gefragt, wo die Kli­schees und Vor­ur­teile eigent­lich her­kom­men. Nach eini­ger Recher­che ist mir auf­ge­fal­len das es nicht die Masse der ver­öf­fent­li­chen Arti­kel ist, son­dern viel­mehr das Medium (in die­sem Fall die Zeit­schrift) und des­sen Ver­brei­tungs­grad (Auf­lage) über das die Nach­richt ver­brei­tet wird aus­schlag­ge­bend ist. UNSERE Illus­trierte berich­tet 1991 über den Fall von Elfriede Schulz und ihrer Toch­ter Clau­dia, die spur­los ver­schwun­den ist. Blitz­schnell wird sie in den Fän­gen der Gruf­ties ver­mu­tet, die zu die­ser Zeit und vor allem nach der Wende in Ber­lin ihr Unwe­sen treiben.

Elfriede Schulz (53), eine Kran­ken­schwes­ter aus Berlin-Friedrichshain ist ver­zwei­felt. Seit August ’91 hat sie ihre Toch­ter Clau­dia (13) nicht mehr gese­hen! Nachts fahre ich im Bett hoch. Schweiß­ge­ba­det. Habe Alp­träume. Sehe Clau­dia dalie­gen. Tot. Ermor­det. Mein armes Kind! Meine Kleine! Mein Nesthäkchen…«

Claudia als Kind

Clau­dia als Kind

Clau­dia war 12, als die Wende statt­fandt. Die neue Frei­heit fas­zi­nierte, aber sie irri­tierte sie auch. Sie blieb ein­fach Nachts weg. Kam dann reu­mü­tig und zit­ternd zurück. »Ich wollte gegen­steu­ern«, erin­nert sich die Mut­ter im Gespräch mit Unsere Illus­trierte. »Da war diese neue Lebens­weise, neue Erleb­nis­welt, Punks, Hoo­li­gans, Dro­gen, Gruf­ties… Wir dis­ku­tier­ten Näch­te­lang, wir ver­stan­den uns doch immer so gut. Wie oft brachte sie Freunde mit Heim, die mit ihren Eltern Pro­bleme hat­ten. Bei mir hol­ten sie sich Rat. Und Clau­dia sagte: »Mut­ter, ich bin so stolz auf dich!«

Clau­dia malte gern Aqua­relle. Sie hat das Talent von ihrem Vater. Plötz­lich war alles anders. Sie grü­belte, zog sich zurück. Malte lau­ter Gruf­ties, Fried­höfe, Särge, hörte eigen­ar­tige Musik. Eines Mor­gens fand ich in ihrem Schrank abge­brannte Ker­zen, einen rich­ti­gen Haus­al­tar. Ich wollte sie zur Rede stel­len — kurz vor Pfings­ten. Da blieb sie weg.«

Die Poli­zei fand Clau­dia in Berlin-Köpenick. Mut­ter Elfriede holte sie ab: »Wie sie da auf dem Boden hockte. Ganz schwarz geschminkt, gestylte Haare. Sie war doch immer so lieb, so scheu. Und dann das…«

Frau Schulz

Frau Schulz

»Wir gin­gen heim«, erzählt die Mut­ter wei­ter, »wir spra­chen uns aus. Sie jam­merte: »Ach Mutti, daß die Men­schen die Welt so ver­nich­ten müs­sen…«, wir dis­ku­tier­ten. Über Ozon-Loch, Umwelt, Arbeits­lo­sig­keit, Hoff­nungs­lo­sig­keit. Wir dis­ku­tier­ten, soweit meine Bil­dung eben reichte…«

»Ich ging zur Bera­tung. Aber nichts als hohle Worte. Ich hätte mein Leben auf eine Säule, sprich: Clau­dia gestellt. Und die brä­che nun weg. Ich sollte end­lich begrei­fen, daß Clau­dia mich nicht mehr wollte…

Ich ver­suchte es mit der lan­gen Leine. Clau­dia brachte ihren neuen Freund mit. Einen Typ! Rotz­frech. Vor­laut. Hoch­ge­stylte Haare. Trotz­dem ver­suchte ich es im guten: Ich gab bei­den Taschen­geld: Meine Monats­karte. Clau­dia meine neue schwarze Leder­ja­cke. Und sagte: »Amü­siert euch, Kin­der! Clau­dia sah ich erst im August, 11 Wochen spä­ter, wieder…«

Und zwar so: »Nachts läu­tete es Sturm. Ich guck” durch den Spion. Drau­ßen ein Mann mit Ohr­ring. Er ruft: »Ich bin von der Poli­zei!« Ich sag: »Das kann jeder sagen…« Er war ein Kri­po­be­am­ter. Und plötz­lich war auch Clau­dia da. Ich reiße die Tür auf. Aber keine Regung. Clau­dia, im Dracula-Cape, schwarz geschminkt, eis­kalt, wie tot, schaut mich vol­ler Ver­ach­tung an. Ich will sie in den Arm neh­men. Aber sie dreht sich weg: »Du willst doch nur deine Leder­ja­cke…« Mein Kind, meine Toch­ter! Eine unsicht­bare Mauer ist zwi­schen uns — und ich kann sie nicht durchbrechen…«

Man hatte Clau­dia auf einem Fried­hof geschnappt. Bei einer schwar­zen Messe. Der Kri­po­be­amte fragte sie: »Willst du heim?« Sie schüt­telte den Kopf: »Ich will frei sein…« Man brachte sie zum Kin­der– und Jugend-Notdienst. Für Mut­ter Schulz unbe­greif­lich: »Warum kommt so ein Kind nicht in ein Heim, wird fest­ge­hal­ten, bis es Ver­stand hat? Nie­mand schützt Clau­dia. Und das soll Frei­heit sein? Ein Ver­bre­chen an unse­ren Kin­dern ist das! Falsch ver­stan­dene Frei­heit! Diese Gesell­schaft guckt zu, wie die Kin­der unter die Räder kommen…«

Grufties nahmen mir meine Tochter - Letztes FotoJoa­chim Rade­wald (53) von der Vermissten-Stelle Ber­lin ver­weist auf die demo­kra­ti­schen Rechte: »Die jun­gen Men­schen haben Recht auf freie Ent­fal­tung ihrer Per­sön­lich­keit. Der Kin­der– und Jugend-Notdienst ist eine offene Ein­rich­tung. Jeder kann kom­men und gehen, wie er will…«. Clau­dia ist im August gleich wie­der beim Not­dienst weg­ge­lau­fen. Und ihre Mut­ter war­tet und betet: »Komm heim, Kind« Doch sie hört nichts von ihrer Toch­ter. Außer mie­sen Anru­fen nachts: »He, deine Clau­dia lässt sich wun­der­bar leicht stoßen…«

Mut­ter Schulz wird ganz leise: »Manch­mal bin ich so depres­siv, da wünschte ich, sie würde bei mir ster­ben, statt da drau­ßen zu kre­pie­ren. Ver­ste­hen Sie das…?« Jetzt weint sie haltlos.

Inter­mezzo: Stimmt. Zu hause im war­men zu ster­ben ist der offe­nen Art der Ster­bens natür­lich vor­zu­zie­hen. Die Illus­trierte beglückt uns zu dem noch mit zwei sehr aus­sa­ge­kräf­ti­gen  Infor­ma­ti­ons­käs­ten, die dem wohl über­for­der­ten Leser einige Begriffe näher brin­gen sol­len. Nach einem solch emo­tio­na­len Bericht sind das dann wahre Brun­nen des Wis­sens, die sich meist umge­hend in den geis­ti­gen Win­dun­gen ver­ewi­gen.

Info­kas­ten Grufties:

Sie schlafen in Särgen, treiben es auf Gräbern, häuten lebende Katzen und Hunden, schlitzen Puppen auf, trinken (als Ekel-Training) Urin, verzehren ihren eigenen Kot... Die Satansjünger, zu denen sich auch die "Grufties" zählen. Auf eine Viertelmillion werden die "Schwarzträger" geschätzt. Besonders stark ist die Szene in Großstädten wie Berlin. Schon 12 jährige huldigen dem Satan, weiß der psychologische Informationsdienst "PSI". Sie nehmen an schwarzen Messen teil, geraten in die Fänge von Satanszirkeln. Typisch für die Grufties ist ihr Äußeres: Pechschwarze Haare, kalkweiße Gesichter, tiefschwarze Augen, Totenkopfringe und verkehrte Kreuze am Hals. Ihr Lieblingsspielzeug: Ratten. Ihr Tummelplatz: Friedhöfe. Vanessa (15) aus der Grufty-Szene in Berlin-Steglitz betet den Teufel an: "Mein Traumtyp! Ich stelle ihn mir groß, schlank, mit langen schwarzen Haaren, total erotisch vor. Er soll mich quälen, bis ich sterbe..." Das tun dann "Stellvertreter". Sekten-Pfarrer Haack schrieb: "Oft ende solche Rituale mit Blutopfern."

Fazit: Mir feh­len die Worte. Ja, die­ser Bericht ist so haar­sträu­ben­der Unsinn, das es sich gar nicht loh­nen würde ihn bis ins Detail zu zer­le­gen oder zu ver­su­chen die »strit­ti­gen« Punkte her­aus­zu­fil­tern. Beschrän­ken wir uns dar­auf einige Punkte her­aus­zu­pi­cken. Den Psy­cho­lo­gi­schen Infor­ma­ti­ons­dienst PSI gibt es tat­säch­lich, der aber eher einem Akte X Fan­club gleich­zu­set­zen ist, als einer ernst­haft ernst zuneh­men­den Insti­tu­tion für fun­dier­tes Wis­sen. Unschlüs­sig bin ih mir noch beim Sekten-Pfarrer Haack, ob es sich um die­sen oder die­sen han­delt. Immer­hin habe beide etwas gemein­sam, den Hang Auf­merk­sam­keit durch mög­lichst unsin­nige The­sen zu erhaschen.

Außer­dem beson­ders erwäh­nens­wert: Wir trin­ken Urin als Ekel­trai­ning. Ich dachte wir trin­ken Blut? Und wenn über­haupt, Eigen­u­rin eig­net sich als Mit­tel gegen die Schup­pen­flechte. Meine nicht ich, son­dern eine Inter­net­seite. Gerne hätte ich auch die Zeit­schrift als Quelle ver­linkt, doch lei­der war es mit nicht mög­lich, eine UNSERE als Illus­trierte aus­zu­ma­chen. Wei­ter­füh­rende Infor­ma­tio­nen gerne in den Kommentaren.

(Bil­der und Text: UNSERE Illus­trierte 1991, Seite 4f., Vor­lage mit freund­li­cher Geneh­mi­gung von www.mupfelofen.de, alle Feh­ler auch im Originalartikel)

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Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Dunkle Vergangenheit, Schwarze Szene
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24 Kommentare

  1. Wow… Bin sprach­los. Zu so viel haar­sträu­ben­dem Unsinn fällt mir nichts ein. o_O Beson­ders der »Info­kas­ten Gruf­ties« ist ein star­kes Stück. War mir auch ganz neu, dass wir Urin und Kot ver­zeh­ren. *würg* Ich als gro­ßer Tier­freund häute übri­gens nur kleine Kinder. ;)

  2. Was mach ich nur, was mach ich nur? … Unsere Kin­der leben immer noch sowie auch unsere Tiere … ich glaub ich mach was falsch ;)
    Haar­sträu­bend und eine boden­lose Frech­heit so einen Unsinn zu schrei­ben … ich denke diese Medi­en­blatt ist inzwi­schen pleite … zum Glück ;)

  3. @Jessica: Kleine Kin­der häu­ten? Das gehört doch zum guten Ton :) Das ler­nen wir in Theo­rie und Pra­xis in unse­rer Gruf­tie Selbsthilfegruppe.

    @stoffel: Du berei­test deine Haus­tiere bestimmt noch auf den gro­ßen Augen­blick vor und eure Toch­ter wird zum Nach­wuchs her­an­ge­zo­gen, ganz bestimmt. Uns das alles unter dem Deck­män­tel­chen der net­ten Nach­ba­rin von Nebenan. DU bist wirk­lich böse! :D

  4. Ich kann mich mei­nen Vor-Kommentatoren nur anschlie­ßen. Man hört und liest ja viel Unsinn über die Gothic-Szene und es ist erst ca. ein Jahr her, als ich auf ARTE ein Sen­dung gese­hen habe, in der die Gothic-Szene ver­däch­tigt wurde, die Sui­zid­nei­gung puber­tä­rer Mäd­chen zu för­dern. Aber die­ser Arti­kel schlägt dem Fass den Boden aus. Ich häute also mei­nen gelieb­te­ten Kater, Mon Dieu!
    Doch nicht nur das, ich bin der Teu­fel selbst, so bekomme ich es zu hören, wenn ich meine wun­der­schö­nen Elfen­hör­ner in Perl­mutt­weiß von http://www.crimson-darkness.de/ trage.
    Von die­sen tier­quä­len­den Satans­jün­gern, die sich mit Ekel­trai­ning ihre Anhän­ger gefü­gig machen, war damals in den 90ern auch im Zusam­men­hang mit mul­ti­plen Per­sön­lich­kei­ten die Rede. Frauen berich­te­ten, wie sie als Kind von Sata­nis­ten gefol­tert und miss­braucht wur­den, so dass sie ihre Per­sön­lich­keit in viele Per­so­nen auf­spal­ten muss­ten, um das über­haupt aus­zu­hal­ten. Heute hört man von sol­chen Fäl­len nichts mehr und ich frage mich, ob die Berichte damals ein Fake waren oder die Frauen mani­pu­liert wor­den sind, oder ob es das alles wirk­lich gab.

  5. Hallo Per­se­phone,
    vie­len Dank für dei­nen Kom­men­tar. Ich gehe ja sehr stark von einem Fake aus, wie es in der ein­schlä­gi­gen Presse immer wie­der der Fall ist. Wenn man keine pas­sende Geschichte zu einem aktu­el­len, von der Bevöl­ke­rung als nega­tiv emp­fun­de­nen Trend gibt, dann macht man sich eben eine. Sowas beob­ach­tet man auf Fes­ti­val oder Groß­ver­an­stal­tun­gen immer wie­der. Da lau­fen die Pro­duk­ti­ons­fir­men rum und suchen die wirk­lich größ­ten Voll­trot­tel die man fin­den kann um mit denen dann die Szene zu beschrei­ben.
    Ein Licht­streif am Hori­zont sind jedoch auch viele andere Doku­men­ta­tio­nen, die zwar nicht so offen­sicht­lich im Fokus der Öffent­lich­keit ste­hen, dafür aber wesent­lich bes­ser gelun­gen sind.
    Wenn Du dann natür­lich mit dei­nen Hör­nern rum­läufst bist du natür­lich zunächst ein opti­sches High­light, wirst aber sicher raus­ge­nom­men, weil du tat­säch­lich was sinn­vol­les zu sagen hast :)

  6. Dazu braucht man ja eigend­lich nichts sagen, aber ich muss.…
    Was sind das nur für Ahnungs­lose Pri­mi­tive Schweine die sich so einen Müll ein­fal­len las­sen. Na klar der Info­kas­ten trifft natür­lich voll zu obwohl man ja auch die Mensch­heit hätte als Ekel-Training neh­men kön­nen, denn es gibt nichts Absto­ßen­de­res als als die Dumm­heit der meis­ten Men­schen…
    Aber man muss doch zuge­ben Kin­der sind schon lecker so ne Stunde im Back­ofen mit ner gut abge­schmek­ten Bluts­oße, da bekomme ich glatt Hun­ger *würg*
    Als ich das gele­sen habe musste ich lachen und wei­nen.….
    Wei­nen vor allem wegen der Vor­stel­lung das das Jemand glaubt.….

  7. Kin­der in Bluts­oße? Ich kann mir zwar vor­stel­len, dass Mensch ganz ess­bar schmeckt, aber wenn dann hätte ich mein Kind gern in Pilz­soße. Nennt mich untrve aber ich mag kein Blut im Essen. :D

  8. Naja jeder kann sein Kind so essen wie er mag.…;)
    Tho­mas du scheinst ja voll »ungrufti« zu sein kein Blut mach unse­ren Ruf nicht so kaputt ich meine du ver­saust die ganze Illusion.…*fg*

  9. Ich bin ja auch kein Grufti ;P

  10. @Thomas: Stimmt. Du bist nur ein wei­te­rer Freak :)

    @Lisa: Ja, du hast meine Mei­nung zu dem Arti­kel in andere Worte gepackt :) Es ist nur immer wie­der erstaun­lich, wie lange sich der­art gestreute Vor­ur­teile auf die­ser Welt hal­ten, denn in letz­ter Zeit werde die Berichte über die schwarze Szene ein klein wenig bes­ser und nicht so sehr Kli­schee­be­haf­tet, so jeden­falls mein Eindruck :)

  11. Wenn wir schon mal bei Vor­ur­tei­len sind, lasst uns doch den Tho­mas in der Szene wil­kom­men heißen*g* .…
    Ich meine Freaks und auch andere Anders­den­ker wer­den ja gleich mit den bösen bösen Gruf­tis in ver­bin­dung gebracht, sind wir nicht alle durch­ge­knallte Satansanbeter.…*fg*

    Lei­der muss ich es wagen zu bezwei­feln das die Men­schen irgend­wann ver­ste­hen warum wir so sind, wie wir sind und es muss ja auch nicht sein das sie es tuen, Ich würde mir nur wün­schen das sie ihre soo Nega­tive ein­stel­lung nicht in der gan­zen welt ver­streuen auch wenn ich weiß das das nie gesche­hen wird:/
    Wie war das doch gleich*denk* ach genau hir in Deutsch­land hat man ja ein Recht auf Mei­nungs­frei­heit;)
    Naja jedem das seine:)

  12. @Lisa: Danke für dei­nen Kom­men­tar! Es wäre ja schon wün­schens­wert, wenn einige mehr von uns wüss­ten warum sie so sind, damit sie auch Fra­gen über ihre eigene Per­son halb­wegs ver­nünf­tig ant­wor­ten könn­ten. Aber gut, daran arbei­ten wir ja :) Ich fürchte nur das wir Tho­mas nir­gendwo ein­ord­nen kön­nen, denn sobald man das tut, ent­zieht er sich dem gan­zen wie­der durch Ableh­nung. Jedem das seine :)

  13. Omfg:D Das geht ja mal gar nicht…oO als ich den arti­kel grad gele­sen hab war ich echt baff. Mein bes­ter freund ist eben­falls ein »Gruf­tie« und wirk­lich, die­ser Info­kas­ten zeigt wie man so einen Men­schne NICHT beschreibt:D:D Krass was für einen sku­ri­len Schwach­sinn sich Men­schen zusammenphantasieren.…:D

  14. In der Tat Franzy. So sollte man kei­nen Men­schen beschrei­ben und noch nicht mal, wenn man Angst vor ihm hat :)

  15. Das die leute sowieso angst vor gothics haben! mir ist noch keine sub­kul­tur unter­ge­kom­men die fried­li­cher ist!

  16. Amüsant…zumal es vor kur­zen noch ebenso for­mu­lierte Arti­kel über Emos gab. Nur der Text im Info­kas­ten wäre dabei etwas jugend­freier gewe­sen.
    Aller­dings möchte ich ent­ge­gen der ver­tre­te­nen Mei­nung sagen, dass ich den Arti­kel zwar für blöd­sin­nig, aber nicht für Blöd­sinn halte. Soll hei­ßen, dass es sol­che Fälle außer­halb des redak­tio­nel­len Ein­falls­reich­tums wirk­lich gibt. Man muss nur den freund­li­chen »Street­wor­ker« von nebenan fra­gen. Mädels die ohne fami­liä­ren Grund wochen­lang weg­blei­ben und sich mit zwie­lich­ti­gen Schein­freun­den rum­trei­ben, wel­che zum Spaß noch die Eltern ver­un­si­chern. Kennt man.
    Ich weiß natür­lich, dass es den Kommentatoren/innen bit­ter auf­stößt, dass hier der Gothic wie­der den Pauschal-Buhmann mimt. Aber eine Szene kann sich ihre Anhän­ger nicht aus­su­chen. Und selbst wenn sich in ihr die intel­lek­tu­elle Elite Deutsch­lands tum­meln sollte, so zieht ein ver­schre­ckend wie pro­vo­kan­tes Äuße­res auch hin und wie­der genau das Gegen­teil an. Diese Szene ist im Quer­schnitt fried­fer­tig, was wohl an den Inter­es­sen liegt. Da stimme ich auch zu. Denn eine Szene, die sich zu ihrem Tref­fen in Leip­zig [Iro­nie] frei­wil­lig auch Lesun­gen, Kunst­aus­stel­lun­gen und Thea­ter­auf­füh­run­gen antut, muss der­ar­tig lang­wei­lig sein, dass emo­ti­ons­ge­la­dene Aus­schrei­tun­gen schon im Keim erstickt wer­den. [/ Iro­nie] Aber den­noch gibt es genug Exper­ten, die diese Vor­ur­teile freu­dig erfül­len wol­len. Die Sata­nis­mus für eif­rige Teu­fel­an­be­tung hal­ten oder mei­nen, das im Welt­schmerz badende A-loch zu mar­kie­ren. Und genau diese bekom­men dann den Frei­fahrts­schein für das Sen­sa­ti­ons­ka­rusell im Medi­en­rum­mel.
    Davon ein­mal abge­se­hen kann ich mich an alte, ernst­hafte und vor allem objek­tive Doku­men­ta­tio­nen erin­nern –ja, so etwas gab es mal-, die ein ande­res Bild auf den Spaß­fak­tor der Gothic­szene war­fen. Und am Ende des Bei­tra­ges wur­den noch ein­mal die­je­ni­gen ein­ge­blen­det, die sich zwar bereit­wil­lig inter­viewen lie­ßen, aber den fer­ti­gen Schnitt der Doku ebenso frei­wil­lig nicht mehr erleb­ten. Somit kann man nicht alle Vor­ur­teil kate­go­risch als lächer­lich abtun. Man darf sich aller­dings über des­sen kom­pro­miss­lose Pau­scha­li­sie­rung auf­re­gen und auf­grund der­ar­ti­ger Info­käs­ten dem Front­man von PSI sei­nen »Dr.phil.« entziehen.

    Aller­dings gab mir der Schau­kas­ten wirk­lich zu den­ken. Denn wäh­rend diese Quelle der Weis­heit hier zer­ris­sen wird, öffnete mir diese die Augen und pran­gerte er mir mein Gruft­sein ent­ge­gen. Ich wollte es anfangs nicht wahr­ha­ben, aber nun ergibt das alles einen Sinn:

    Ich schlafe. Zwar nicht in Sär­gen, aber den­noch ebenso auf Holz und auf dem Rücken.
    Ich treibe es auf Grä­bern. Sogar auf Mas­sen­grä­bern der unzäh­li­gen Mil­ben, die unter dem Bett­la­gen ver­en­de­ten.
    Ich ent­haare lebende Kat­zen und Hunde. Lasse dabei sadis­tisch grin­sende den Metall­griff der Bürste auf­blit­zen und labe mich an dem Schre­cken in den Augen der Vier­bei­ner. Denn wenn ich erst ein­mal bürste, ist das schon fast wie häu­ten.
    Ich schlitze schon ein­mal eine Puppe auf…um zu sehen wie hohl die wirk­lich sind.
    Ich hul­digte fast bis zum 12ten Lebens­jahr Satan…oder war es Santa…moment…
    Ich trinke und ver­zehre, zwar keine Exkre­mente, aber Soja­milch und Tofu, was für die meis­ten vom Ekel­fak­tor her dem gleich­kommt.
    Ich hatte Rat­ten, schwarze Haare und die Arbeits­stun­den umran­den meine Augen eben­falls schwarz.
    Und ich hatte bestimmt schon ein­mal ein ver­kehr­tes Kreuz um den Hals, denn wer kann sich sicher sein, dass sein Kreuz rich­tig ist. Was immer auch ein ver­kehr­tes Kreuz sein mag.
    Zudem neige ich zu Blut­op­fern und zwar immer zum nächs­ten Spen­de­ter­min.
    Oh Elend, ich bin Gruft…Big Satan is watching me…

  17. @Guldhan: Klar, der Blöd­sinn bezog sich auch nicht auf die Tat­sa­che, das junge Mäd­chen von zu Hause — aus wel­che Grün­den auch immer — weg­lau­fen. Das gerade die schwarze Szene immer wie­der Sam­mel­pool für ver­störte See­len ist, liegt wohl an der Szene selbst, sollte aber — wie du schon sagst — nicht pau­scha­li­siert wer­den. Heute sind ja Doku­men­ta­tio­nen schon »gut« wenn sich wenigs­tens bei den Ober­fläch­li­chen Fak­ten blei­ben.
    Deine Gedan­ken zu dem Info­kas­ten habe ich im übri­gen sehr authen­tisch, wenn man so möchte ist ja ledig­lich die Wort­wahl des ori­gi­na­len Kas­tens falsch, rein sach­lich sind wir ja alle Gruf­ties. Das sich die Merk­male jedoch so bei Dir kon­zen­trie­ren ist eine durch­aus erschre­ckende Tat­sa­che. Ich meine auch, seit du hier rum­geis­terst riecht es nach einer Mischung aus Schwe­fel und Patchouli. Eklig irgendwie :)

  18. also wenn ich mir den arti­kel mal so durch­lese werde ich echt sauer ich renn heut­zu­tage im jahre 2011 noch rumm und werde als sata­nist bezeich­net als mör­der und sadist aber wenn seh mich ken­nen­ler­nen stau­nen seh mann müsste die mensch­heit echt mal auf­klä­ren -.-* ier­gendwo und ier­gend­wann reichts doch echt mal

  19. Vor­ur­teile lie­gen in unse­rer Natur und vor 20 Jah­ren war das nicht anders. :)
    Ich denke, dass das, was uns Gruf­tis betrifft schon um Wel­ten bes­ser gewor­den ist. Klar, umso wei­ter du in die Pro­vinz fährst, umso sel­te­ner ist es in der Regel dort ange­kom­men. Jeden­falls kann ich mich nicht mehr an den Tag ent­sin­nen, an dem ich zum letz­ten Mal als Sata­nist bezeich­net wurde.

  20. @Micha: Manch­mal trauere ich sogar dem ein oder ande­ren Vor­ur­teil nach. Heute Mimen die Leu­ten den Super­ver­ständ­nis­vol­len und nicken zu den Erklä­run­gen einer Jugend­kul­tur, ohne wirk­lich ver­ste­hen zu wol­len. Frü­her hat man uns in eine Schub­lade gesteckt und damit war dann gut.

  21. Heute steckt man uns doch immer noch in eine Schub­lade:
    Leute, die öfters als ein­mal im Jahr Hal­lo­ween fei­ern. :>

  22. @ASRianerin: Wegen mir, okay :) Lie­ber eine Schub­lade, als Men­schen die fra­gen ohne die Ant­wort hören zu wol­len. Irgend­wie jedenfalls.

  23. Na ja, die Fra­gen bei bei­den Schub­la­den nicht ;)
    Letz­ten Endes kann es unser­eins egal sein, wel­chen Namen die Schub­lade trägt, in die man uns steckt. Die wenigs­ten Außen­ste­hen­den wer­den hin­ter­fra­gen und wenn doch, wer­den sie es nicht ver­ste­hen (ver­ste­hen wol­len?)
    Aber ist das nicht letzt­lich auch etwas, dass Viele viel­leicht gar nicht möchten?

    Das ist schon wie­der diskussionswürdig :)

  24. Wir haben sowieso kei­nen Ein­fluss auf den Namen der Schub­la­den, das erle­di­gen gelang­weilte Redak­teure oder krea­tive Geis­ter meist zufäl­lig, wie die His­to­rie so man­cher Begriff­lich­kei­ten zeigt. Viel­leicht hast du mit dem letz­ten Satz nicht ganz unrecht, ich möchte gar nicht immer ver­stan­den wer­den, son­dern von den Din­gen der brei­ten Masse ein­fach in Ruhe gelas­sen wer­den. Umso wich­ti­ger wird es, denen, die ver­ste­hen wol­len, auch tat­säch­lich Rede und Ant­wort zu ste­hen, gerade um mög­li­cher­weise ver­blen­dete Geis­ter auf den dunk­len Pfad zurück zu führen.

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  1. […] dem letz­ten Nega­tiv­bei­spiel “Die Gruf­ties nah­men mir meine Toch­ter” ein Aus­hän­ge­schild für schlechte Presse dar­stellt, habe ich heute ein Bei­spiel, das es […]