Spontis Wochenschau

Spontis Wochenschau #1/2012

9

Neues Jahr, neues Glück. Mittlerweile haben sich alle ein frohes neues Jahr gewünscht, die Weihnachtsbäume entsorgt und das Geschenkpapier gebügelt, um es in diesem Jahr nochmal wiederzuverwenden. Umweltschutz und so. Ein großes schwedisches Möbelhaus wirbt sogar damit, die Bäume aus dem Fenster zu schmeißen, um so Platz für neue und günstige Möbel zu schaffen, die natürlich aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen. Oder nicht? Eine absurde Zeit in der wir leben. Es gibt sogar Männer, die schenken ihrer Freundin Andrea ein Tiefdruckgebiet für 199€ (Hochdruckgebiete kosten 100€ mehr), das dann auch noch wütend über das Land zieht um Chaos und Zerstörung zu hinterlassen. Ich wäre als Tiefdruckgebiet sicherlich auch sauer, wenn mich jemand Andrea nennen würde. In Zeiten des Internet wird man sich so mancher Absurdität erst bewusst und paradoxerweise ist das Netz für eine ganze Reihe solcher Unmöglichkeiten auch noch selbst verantwortlich. Hätten wir sonst erfahren wie man ein Tiefdruckgebiet kaufen kann? Genug davon. In der Spontis Wochenschau gibt es auch dieses Jahr wieder regelmäßig kostenlose schwarze Links, die natürlich alle viel wertvoller, qualitativ hochwertiger, nachhaltiger und umweltschonender sind als andere. Oder nicht?

  • Angst vor „Krabat“ | SchulSPIEGEL
    Nehmen wir die Zeugen Jehovas. Die haben nämlich neben der Angst um ihr geliebtes Paradies Erde, das allmählich durch den Mensch zerstört wird, auch Angst vor schwarzer Magie und möchten nicht, dass ihre Kinder das abgrundtief böse Machwerk „Krabat“ in der filmischen Umsetzung sehen. „In der Verfilmung von Otfried Preußlers Jugendbuch „Krabat“ sahen die Eltern eine spirituelle Gefahr: Als Zeugen Jehovas sei ihnen der Umgang mit schwarzer Magie verboten, ihr Sohn sollte den Film nicht sehen – auch nicht als schulische Pflichtveranstaltung. Ein Gericht gab ihnen jetzt recht. […] Der Schulleiter hätte den Antrag der Eltern nicht zurückweisen dürfen, urteilte nun das OVG. Die Eltern hätten nachvollziehbar und überzeugend dargestellt, dass ihre Religion ihnen alle Berührungspunkte mit Spiritismus und schwarzer Magie verbiete.
  • Die besten schwarzen Alben 2011 | gothic.at
    Noch im alten Jahr sprach mich Bernhard Hansbauer von der österreichischen Plattform gothic.at an, ob ich nicht Lust hätte meine Lieblingsalben 2011 zum Besten zu geben. Natürlich habe ich mir das nicht entgehen lassen und habe noch kurz vor dem Ende des Jahres meine Wahl getroffen, auch um neben so großen Namen wie Thomas Thyssen, Ian P. Christ und Ashley Dayour mit meiner bescheidenen Auswahl zu glänzen. Kleiner Hinweis: Meine Lieblingsneuentdeckung 2011 ist auch dabei!
  • Goths: Die Zeugen Drakulas | Stupidedia
    Herrlich wenn das Jahr mit einem Lachen beginnt. Auf der sinnfreien Enzyklopädie Stupidedia findet sich ein lesenswerter Artikel über den Gothic, dessen inhaltliche Parallelen mit der Wirklichkeit nicht von der Hand zu weisen sind: „Goths (auch bekannt als „Zeugen Drakulas“ oder „die toten Goten“) sind eine Art Mischwesen, halb Unterweltler, halb Alien, im Kuhtarn (schwarz/weiß) mit verschiedenen Spezialtarns wie zum Beispiel dem WGT-Tarn (Pink/Grün) oder dem Mittelalter-Tarn (Braun bzw. Weiß). Sie werden unter anderem aufgrund des massiven Einsatzes von Haarspray für die Entstehung des Ozonlochs verantwortlich gemacht. Der Goth im Allgemeinen gehört einer oder mehreren Untergruppen an, was zu verstärkter Schizophrenie führen kann, da die meisten die subordinierten Einheiten seit Jahrzehnten in oberflächlichen „Clankriegen“ (auch: Zickenterror) verfangen sind.
  • Krampuslauf | Nerdcore
    René von Nerdcore macht für seine heutige Daseinsform als Nerd und Horrorliebhaber den frühkindlich Genuss des Krampuslaufs verantwortlich und schmückt das ganze mit einem entsprechenden Video: „Ich war mit meinen Eltern als Kind immer im Winterurlaub zum Skifahren. Letzteres konnte ich schon ziemlich früh, bin im zarten Alter von zwei Jahren im Rucksack meines Papas den Buckel runtergerutscht, meine ersten Ski hatte ich mit Vier […] Jedenfalls: Im Winterurlaub waren wir immer in Österreich, vor allem in Schladming und wir waren da drei oder viermal zu Weihnachten. Ich weiß nicht mehr, wie alt ich war, aber ich habe als Kind ein paar mal einen Krampuslauf selbst gesehen. Kein Wunder, dass ich so geworden bin, wie ich bin.“ Wer etwas mehr über die alternative zu dämlichen Karnevalsumzügen erfahren möchte, dem sei der Artikel „Krampus – skurriler Feiertag der Teufel“ des schwarzen Planeten ans Herz gelegt.
  • Elizabethanisches für den Kopf | Rosa Chalybeia
    Wer das neue Jahr mit einer möglichen Bereicherung des eigenen Kopfes beginnen möchte, dem wird die Neujahrs-Verlosung von Rosa zugeflüstert. Neben wirklich Informativen Hintergründen zur modischen Haube findet man auch die Teilnahmebedingungen: „Zu gewinnen gibt es ein handgefertigtes Attifet – auch als „Stuarthaube“ benannt. Diese eindrucksvolle Kopfbedeckung war in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts besonders populär, hielt sich aber stellenweise auch bis ins frühe 17. Jahrhundert in der Mode. Besonders an dieser Form des Kopfschmuckes ist die drahtverstärkte, abstehende Krempe die das Gesicht herzförmig umfasst und in der Kopfmitte eine Spitze in die Stirn bildet. Solche Hauben sind auf vielen Gemälden dieser Zeit an Edeldamen zu bewundern, meist in weißem Leinen gefertigt und mit den damals kunstvoll gearbeiteten Spitzen verziert. Ihren Namen verdankt diese Konstruktion Maria Stuart, der nachgesagt wird diese Haube besonders gerne getragen zu haben und sie in England sowie Frankreich „en vogue“ gemacht zu haben.“  Bis zum 13.01.2012 habt Ihr noch Zeit!
  • Apple-Dokumentation: Das Coolness-Dikat | YouTube
    Marketing definiert sich seit einigen Jahren über einen angebissenen Apfel. Unglaublich mit welcher Macht die Firma Apple den „State of the Art“ für modische elektronische Geräte beherrscht. Zugegeben, die Produkte sind mitunter ausgezeichnet und der Konkurrenz um Längen voraus. Der Kunde selbst wird zum Marketinginstrument Nummer eins. „Die Produkte der Firma Apple, seien es Computer oder Telefone, vermitteln den Käufern beziehungsweise Nutzern eine bestimmte Lebensart und die Zugehörigkeit zu einer besonderen – oft auch als elitär bezeichneten – Gruppe der Gesellschaft, die äußerst anziehend wirkt. Durch den Kauf eines Macintoshs, eines iPhones oder iPods fühlt sich der Verbraucher automatisch auf einer Stufe mit Künstlern und anderen Antikonformisten.
  • Kurzgeschichte: Bergbrut | Otranto-Archive
    Nein, der Herr Karnstein und meine Wenigkeit haben nichts miteinander, auch wenn die häufige Verlinkung auf seine Person verdächtig erscheinen mag. Wer gute Sachen macht, wird verlinkt. So einfach ist das. Jetzt hat er neben seiner musikalischen Attitüde auch noch die Schreiberei für sich entdeckt und bietet seinen Lesern die Kurzgeschichte „Bergbrut“ feil: „Bei Bergbrut handelt es sich um eine schaurige Kurzgeschichte, im Stil (wie ich denke) des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Unser verbitterter Erzähler entführt uns hierbei in seine Kindheit und versucht uns zu zeigen was es war, das ihn damals so erschüttert hat. Warum hat er seiner Heimat den Rücken gekehrt? Warum nie wieder ruhig geschlafen? Was ist das scheußliche Geheimnis, das er der Welt vor seinem bevorstehenden Tod noch zu offenbahren hat?
Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someone
Robert, Wizard of Goth – sanft, diplomatisch, optimistisch! Der perfekte Moderator. Außerdem großer “Depeche Mode”-Fan und überzeugter Pikes-Träger. Robert wurde 1974 in Mönchengladbach geboren und beschäftigt sich eigentlich mit allen Facetten der schwarzen Szene, mögen sie auch noch so absurd erscheinen. Er interessiert sich für allen Formen von Jugend- und Subkultur. Heiße Eisen sind seine Leidenschaft und als Ideen-Finder hat er immer neue Sachen im Kopf.

Hinterlasse einen Kommentar

Benachrichtige mich zu:
avatar
  
smilegrinwinkmrgreenneutraltwistedarrowshockunamusedcooleviloopsrazzrollcryeeklolmadsadexclamationquestionideahmmbegwhewchucklesillyenvyshutmouth
Foto und Bilder Dateien
 
 
 
Audio und Video Dateien
 
 
 
Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung
MysteraXIX

Grad der Artikel über Krabat zeigt für mich großes Interesse und da stellen sich doch glatt zwei Fragen:

1. Haben die Zeugen den Film selbst gar nicht gesehen, um so zu urteilen? Die intensive Liebe zwischen Krabat und seinem Mädchen besiegt doch die böse Magie. Das müßte dann doch korrekt ins Schema passen, oder?

2. Ich versuche mich an das Zeitfenster der Ansetzung der Schulveranstaltung und den jeweiligen Gerichtsterminen zu orientieren.. *grübel*
Bevor unsere Gerichte ihren *von mir zensiert* in Wallung bekommen haben, ist doch bereits ein komplettes Schuljahr beendet. Sorry, aber passt das alles so wirklich?

ASRianerin
ASRianerin

Irgendwie lustig-abstrus, das mit den Zeugen.
Erinnert mich an eine Doku die ich letztens beim durchzappen sah. Da haben Christen ihren Kindern erzählt, dass Harry Potter nach dem alten Testament hätte hingerichtet werden müssen…

:rolleyes:

Krähe von Nebenan
Krähe von Nebenan
Selbst der historische Krabat Johannes Schadowitz war schon ein sehr religiöser Mann, (aber das wird in dieser Zeit wohl selbstverständlich gewesen sein). Liebe, naja Kantorka ist eine Erfindung Preusslers, während es in anderen Versionen wie z.b. die vom Jurij Brezan, welche ich lass, ganz unerotische Mutterliebe war. Früher gab es auch „böse“ Sagen über ihn, aber dann wurde er zum Schutzpatron und (auch religiöse) ihn wurden erwünschte Eigenschaften zugeschrieben. Also kann ich euch beiden nur zustimmen, dass die Zeugen da einfach uninformiert sind. Oder es reicht für die Zeugen, dass es etwas mit Magie zu tun hat. Denn dass es… Mehr lesen »
Karnstein

Die Zeugen… herrlich :)
Aber das Gitarrenvideo hat es mir ganz besonders angetan, wirklich originell!
Danke für ein erneutes Verlinken, wenngleich ich auch nicht verstehe warum du „uns“ plötzlich verleugnest ;)

MysteraXIX

Sicher Robert, da könnte man ohne Probleme stundenlang über diese „Freiheit“ diskutieren. Denn diese Freiheit bedeutet keine Akzeptanz, Verbot, Verachtung und wie ASRianerin schrieb, auch Hinrichtung ( was wohl nicht nur Fantasy-Filme wie H.P. gilt).

Aristides Steele
Erstmal Danke fürs Erwähnen meiner kleinen Verlosung ;) Robert – laut meinen Regeln hast Du die Teilnahmevoraussetzungen erfüllt und bist auf der Teilnehmerliste … es sei denn Du willst Dich unbedingt dagegen wehren ;) Zur Sache Krabat/ Harry Potter meets Religionsfanatiker: ich hab solche schon live in freier Wildbahn erlebt. Als halbwegs geradeaus denkender Mensch ist es zwar für einen selbst logisch sich mit dem was man anprangert auseinander zu setzen um dann fundiert urteilen zu können, aber das tun die nicht. Daß man vielleicht Wissen gewinnen kann aus der Beschäftigung mit sowas die der eigenen Argumentation eventuell auch einträglich… Mehr lesen »
Aristides Steele
;) was der Gewinner dann mit dem Preis macht ist demjenigen frei überlassen, bei dem einen oder anderen Herrn der mitmacht schätze ich auch eher daß im Falle daß das Los auf denjenigen fällt, es wohl ein Geschenk an die Liebste sein wird. Zum Thema Religion fährt gern mal die Kirche ums Dorf – sozusagen. Ist nicht einfach drüber zu diskutieren da viel eben sehr persönliche Auffassung ist. Religion – oder was ich besser finde – Spiritualität in der heutigen Zeit: definitiv ebenfalls Ja! Ich bin zwar selbst ein verhinderter Wissenschaftler, trotzdem ist unsere wissenschaftliche Entwicklung der spirituellen weit voraus.… Mehr lesen »