Club-Legenden im Westen - WDR2

Radioserie: „Club-Legenden im Westen“ über Orte, die subkulturelle Geschichte schrieben

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Wer sich in den späten 70ern und den 80er Jahren einer Subkultur anschließen wollte, fand hier und da einen Artikel in einer Zeitschrift, möglicherweise auch mal eine entlegene Fernsehsendung, aber hauptsächlich fand man Berührungspunkte in der lokalen Clubkultur. Hier wurde auch das musikalische Leben geprägt, denn nur hier hörte man den neuesten Sound aus der Szene, der bei den meisten Radio-Sendern überhaupt nicht gespielt wurde. WDR2 beschäftigt sich aktuell mit den „Club-Legenden im Westen“ und widmet den Ikonen der musikalischen Tempel kurze Beiträge, spricht mit ehemaligen Betreibern und Besuchern und versucht einzufangen, welche Faszination von Orten wie dem PC69 in Bielefeld, dem FZW in Dortmund, dem Rose Club in Köln oder auch dem Zwischenfall in Bochum ausging. 

Warum spricht eigentlich jeder von Legenden?

Nun die Antwort darauf ist ziemlich simpel und der damaligen Zeit geschuldet. Stammgast im PC69 Heike dazu: „Ins PC zu fahren war immer etwas ganz besonderes, weil das PC erstmal viel größer war als alle Läden, die wir bei uns auf dem Lande hatten und es war immer total aufregend. Es war quasi in der großen Stadt, es gab Ampeln und Straßennamen – wir hatten damals bei uns auf dem Dorf noch nicht mal Straßennamen, es gab immer nur das Dorf und die Hausnummer – und im PC waren immer alle Bands, die man geliebt hat. Ich habe Anne Clark gesehen, Phillip Boa, Alien Sex Fiend […] Das PC war was ganz besonderes.“ Eine ganze Woche fieberte man dem Wochenende entgegen, plante Mitfahrgelegenheiten, Outfits und die dazu passenden Accessoires – und anstatt sich dann auch irgendeinem sozialen Netzwerk mit Selfies zu bombardieren, bewunderte man sich am frühen Samstag Nachmittag oder Abend, bevor man gemeinsam die Fahrt in die teilweise 100km entfernten Tanztempel wagte. 

Hier fand dann auch die Sozialisierung mit seinesgleichen statt. Staunen und bestaunt werden, neue Bekanntschaften schließen und Brieffreundschaften gründen (zum späteren Austausch von aufgenommenen Kassetten) und sich in seiner Subkultur treiben lassen. Läden wie das Zwischenfall in Bochum konzentrierten sich schon früh auf ein besonderes Publikum, wie Klaus Märkert WDR2 erklärt:

„Das besondere war, das wir einen Laden gemacht haben für die Waver und Gruftis, die sonst keiner haben wollte zu der Zeit. Das war natürlich in NRW einzigartig und da kamen die Leute sogar aus Holland bei uns in die Disco gefahren […] Die hatten die Haare hochtoupiert und schwarze Sachen, Kreuze umgehangen – eben diese typischen Grufti-Klischees erfüllten die. Was für mich nicht gefährlich aussah, aber für jemanden, der das vielleicht noch nie gesehen hatte und aus ganz andere Ecken kam, war das schon gewöhnungsbedürftig. Wir hatten mal einen Gläsereinsammler zur Aushilfe, der ist nicht wieder gekommen, weil er sich gefürchtet hat vor den Leuten. Wirklich!“

Die meisten dieser Tempel sind bereits geschlossen und hinterlassen Geschichte und Geschichten, prägten die Subkultur und waren mitverantwortlich für so manche gefühlte Identität der Spät-Vierziger, die in Erinnerungen schwelgen von einer Zeit, in der nicht alles besser, sondern irgendwie wertiger war.

Auf der Internetseite des WDR könnt ihr Euch alle Folgen anhören und einige spannende Bilder dazu sehen, in der folgende Liste habe ich nochmal alle Beiträge zum direkten Download zusammengestellt, die Serie wird auch noch in den nächsten Tagen fortgesetzt, reinschauen lohnt sich also.

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Robert, Wizard of Goth – sanft, diplomatisch, optimistisch! Der perfekte Moderator. Außerdem großer “Depeche Mode”-Fan und überzeugter Pikes-Träger. Robert wurde 1974 in Mönchengladbach geboren und beschäftigt sich eigentlich mit allen Facetten der schwarzen Szene, mögen sie auch noch so absurd erscheinen. Er interessiert sich für allen Formen von Jugend- und Subkultur. Heiße Eisen sind seine Leidenschaft und als Ideen-Finder hat er immer neue Sachen im Kopf.

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Wiener Blut
Wiener Blut

Fehlt der Pleasure Dome in Oppenwehe (Stemwede) in der Liste. Aber das ist so weit von der WDR Sendezentrale in Köln entfernt, und so in der Tucht, und schon fast Niedersachsen. Nächste (Pleasure) Dome Party übrigens im Waldfrieden in Wehdem (Stemwede) am 23.12.

The Drowning Man
The Drowning Man

Das Old Daddy in Oberhausen (Sterkrade) wäre auch noch eine Möglichkeit…aber der Laden hat schon vor laaanger Zeit seine Pforten geschlossen (1995).

Fraoch
Fraoch
Boah, ich hab mir den Daddy-Beitrag gegeben. Flashback … Schön ist die Daddy-Duisburg-Anekdote vom Straps-Typ. Der kam stets im Mantel in den Laden, setzte sich vorn an in den gekachelten Barraum, den wir immer die Schachbrettbar nannten. Es gab dort zwei Barbereiche, die Schachbrettbar, und Hinten, welches später dann als Kleinsttanzfläche genutzt wurde. Hinten machte meist erst nach 0:00 Uhr auf, wer vorher da war, war auf die Theke in der Mitte, also an der Tanzfläche angewiesen. Also in der Schabrettbar setzte der unscheinbar wirkende Mann in Strapsen und Mantel sich auf die Gartencaféstühle, die auf der kleinen Empore standen,… Mehr lesen »
Mone vom Rabenhorst

War schön zu lesen, Fraoch. Im Daddy Duisburg war ich zwischen 1986 und 1992 auch ein paar Mal, meine Stammdisco zur Anfangszeit ab Mitte 1985 war das Daddy in Oberhausen. War besser zu erreichen von meinem Kaff aus. :-)

Tanzfledermaus

Als ich zweimal Anfang der 90er meine Zillo-Brieffreundin Nicole aus Wülfrath besuchte, habe ich auch ein paar der dortigen Clubs mit ihr heimgesucht. Das „Exit“ gehörte auch dazu, auch wenn ich leider kaum Erinnerungen mehr an die Locations selbst habe. Dann waren wir natürlich auch im „Zwischenfall“ und auch noch im „Kontrast“. Die Eintrittskarten habe ich noch :-)

Fraoch
Fraoch
@Mone/Robert: Danke, die Geschichte die von der ich meine, dass ich nicht der Richtige bin um sie zu erzählen, ist der personelle Hick-Hack hinter den Kulissen vom Old Daddy Duisburg. ist eben nur Hörensagen und das auch noch im Nachhinein. Das Thema Drogen und Cheesy war z.B. ein Gerücht das sich hielt und von Mitarbeitern getragen wurde. Ich habe keine Ahnung ob es wahr ist, dass ist eben das was man sich so erzählte. Ich weiß als DJ hat er damals einen verdammt guten Job gemacht. Und was da alles zwischen den Angestellten ablief ist eben zwischen diesen Leuten abgelaufen… Mehr lesen »
ArminR
ArminR
Das Exit war eigentlich nur Sonntags, als WE Ausklang zu ertragen. Ziemlich früh dahin, dann war der Eintritt frei und die Musik gut. Dann wurds grausig, ziemlich Metall-lastig. Dann raus zur Pommes Bude und nur noch draußen rumgeklönt. Es gab damals schon ne Menge Clubs ausser dem Fall. Das BAT in GE, Das Cure in Herne, später Das Objekt in Castrop (Leopardenfell Sitze, sah aus wie im Puff), aber geile Baquettes nebenan und Milchknilch für alle! Das Cult war damals ziemlich leer als wir mal da waren. Seven Inch in Herford war geil, besonders wegen der Villenparty im Anschluss. Und… Mehr lesen »